Grenzgänger hat geschrieben:Die Frage, ob wir aus der Geschichte nichts gelernt haben, habe ich mir in den letzten Tagen auch des öfteren gestellt. Im Prinzip verhält sich die Welt gegenüber über Putin, wie Menschen die Zeuge werden wie ein großer gefährlicher Hund einen anderen, viel kleineren Hund angreift. Alle rufen und trampeln, in der Hoffnung das der große Hund von dem Kleinen ablaesst. Niemand wagt es jedoch, selbst Hand an zu legen und die Bestie wegzuzerren. Weil man Gefahr läuft, selbst gebissen zu werden.
Putin ist unberechenbar. Welcher Staatsmann will schon riskieren, dass sich der Konflikt mit all seinen schlimmen Folgen, auf das eigene Hoheitsgebiet ausdehnt? Also, versucht man den Angegriffenen mit anderen Mitteln zu helfen, ohne selbst angegriffen zu werden.
Ich bin froh nicht in der Haut jener Politiker zu stecken, die in Zeiten wie diesen Entscheidungen treffen müssen!
Da hilft auch der Blick in die Geschichte nicht viel.
Sicherlich, wenn Churchill seinen Verpflichtungen gegenüber Polen nachkommen wäre und Deutschland angegriffen hätte, wäre der Zweite Weltkrieg möglicherweise bereits 1939 beendet gewesen.
Vielleicht wäre er auch nur anders verlaufen?
Wer weiß das schon?
Eines sollte man aber doch wissen : Wer auf Gewalt setzt, wie Putin, der hält Gewaltlosigkeit für eine Schwäche. Der lässt sich davon nicht beeindrucken, schon gar nicht von seinem Vorhaben abbringen.
Viele Grüße aus dem Oderbruch
Uwe
Dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen.
Putin ist ein Machtmensch. Aber er ist es nicht nur allein. Er hat sehr viele Mitstreiter, die sich völlig ihm unterwerfen.
Am Sonntag war im Phönix eine Dokumentation über die russischen Geheimdienste.
Äußerst interessant.
Wer den Geheimdienst illegal verlässt, der darf eigentlich sein Testament sofort schreiben.
Ich mach mir Gedanken, wenn die Panzer die Ukraine wieder verlassen haben und sie werden sie verlassen. Zurück bleibt Schutt und Asche.
Und was wird aus Putin?
Sollte er seinen Feldzug überstehen, ich habe meine Zweifel?
Aber was wird mit Russland selbst?
Russland ist isoliert über Generationen hinaus von der politischen Bühne, wirtschaftlich ein Desaster. Die Bodenschätze können nur zu Schleuderpreisen verkauft werden, mit Sicherheit nicht mehr in solch einem großen Umfang.
Es stellt sich mir die Frage, warum die Sowjetunion und weiter Russland nicht selbst eine unabhängige Wirtschaft sich aufgebaut hat?
Waren es Bequemlichkeiten, hat er die Wissenschaft gänzlich vernachlässigt?
Ist mir heute, nach der Brutalität in den Kriegen, auch völlig egal.
Ich kann es nicht belegen, aber er soll mit Wahl, wenn auch mit manipulierten Wahlzetteln an die Macht gekommen sein. Das bedeutet, dass ein Großteil der russischen Bevölkerung seinen Weg gefolgt ist.
Schon heute kann ein Vergleich von Hitler Deutschland und dem jetzigen Russland angestellt werden.
Ich glaube, unser Weg danach war holprig und uneben, aber wir haben aus den Fehlern gelernt. Deutschland ist in der Welt heute wieder anerkannt und gefragt.
Ich habe mir Buchenwald und Sachsenhausen, aber auch Hohenschönhausen angeschaut. Das ist Geschichte heute.
Der Blick kann nur nach vorn gehen.
Ich hoffe und wünsche, dass es nicht zu einem Atomwaffenkrieg kommt. Ich möchte noch ein wenig leben und hier im Forum schreiben.
Bahndamm 68