Pete Hegseth liebt den martialischen Auftritt.
Er drohte dem iranischen Regime mit "überwältigender Zerstörung im Namen Jesus Christus'", sollte es sich den Forderungen der US-Regierung nicht beugen.
Hegseth weiterhin darin, sein Amt mit markigen Sprüchen auszufüllen. So geschehen am Mittwoch bei einem Gottesdienst im Pentagon.
Da zitierte der 45 Jahre alte Minister plötzlich einen Monolog aus dem Film "Pulp Fiction". Der Actionthriller von Regisseur Quentin Tarantino beschreibt unter anderem die beiden kaltblütigen Auftragskiller Jules Winnfield (Samuel L. Jackson) und Vincent Vega (John Travolta) bei ihrer täglichen Arbeit. Eine besonders grausame Szene aus dem Streifen erlangte unter Filmfreunden Kultstatus: Kurz bevor Winnfield einen kleinen Drogendealer in dessen Wohnung erschießt, zitiert er einen vermeintlichen Vers aus der Bibel: Bei der Stelle handelt es sich vermeintlich um Hesekiel 25,17.
So heißt es in Tarantinos Drehbuch "Der Weg des Gerechten ist von allen Seiten von den Ungerechtigkeiten der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer umgeben". Bei Hegseth wurde dies zu: "Der Weg des abgestürzten Fliegers... ". Auch an anderer Stelle wandelte Hegseth den Text ab, mit Verweis darauf, dass die von ihm zitierte Bibelstelle von dem US-Spezialkommando zum Gebet verwendet werde, das den im Iran abgestürzten Piloten der US-Luftwaffe in einer spektakulären Aktion befreite.
Doch es handelt sich bei dem erwähnten Filmzitat mitnichten um die originale Bibelstelle, sondern um eine Fiktionalisierung. Hegseth habe also ein falsches Bibelzitat verwendet.
Der Auftritt bei der Gebetsstunde im Verteidigungsministerium rief schließlich so viel Wirbel hervor, dass sich Sean Parnell, einer der Sprecher des Pentagon, zu einer Klarstellung genötigt sah. So habe Hegseth eindeutig darauf verwiesen, dass es sich lediglich um eine "Reflektion" der Bibelstelle handele. "Wer behauptet, der Minister habe Hesekiel 25,17 falsch zitiert, verbreitet Fake News und hat keine Ahnung von der Realität", so Parnell.
ntv
AZ








