Teile der Plattenbausiedlung in der Neubrandenburger Südstadt stehen ab sofort unter Denkmalschutz. Die elf- bis 14-geschossigen Wohnhäuser sind zwischen 1980 und 1985 gebaut worden. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege habe die Denkmalwürdigkeit des Wohngebietes in der Neustrelitzer Straße damit begründet, dass das Areal ein abwechslungsreich strukturiertes und funktional organisiertes Ensemble aus Wohnungen, Kaufhalle und Kindergarten sei, so Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos).
Schubert-Wandbild erinnert an Lenin
Außerdem sei es von besonderer städtebaulicher Qualität und von hohem baugeschichtlichem und künstlerischen Wert. Davon zeugen auch die großflächigen Wandbilder von Wolfram Schubert auf den Stirnseiten der vier großen Blöcke der Wohnungsbauserie 70 (WBS 70). Ein Bild, das damals an den sowjetischen Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin und die "Quellen des Marxismus-Leninismus" erinnern sollte, wird im Volksmund "Leiterplatte" genannt. Der heute 93 Jahre alte Schubert war damals Vorsitzender des Bezirksverbandes Bildender Künstler in Neubrandenburg und galt als einer der einflussreichsten Künstler dieser Zeit.
Wohn-Ensemble exemplarisch für Honecker-Ära
Das nun denkmalgeschützte Wohn-Ensemble stehe exemplarisch für den Wohnungsbestand der ehemaligen Bezirksstadt Neubrandenburg unter der Ära Erich Honecker, hieß es. Ein Gutachten hatte das Hochhaus-Ensemble als Zeugnis der Sozialpolitik der DDR für "wertvoll und schutzwürdig" eingestuft. Die 15 Hochhäuser mit rund 1.100 Wohnungen seien im Gegensatz zu anderen Städten in der Grundsubstanz ursprünglich erhalten.
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... au136.html







