Neubrandenburg: Denkmalschutz für Plattenbau

Neubrandenburg: Denkmalschutz für Plattenbau

Beitragvon Interessierter » 3. Juli 2020, 14:28

Teile der Plattenbausiedlung in der Neubrandenburger Südstadt stehen ab sofort unter Denkmalschutz. Die elf- bis 14-geschossigen Wohnhäuser sind zwischen 1980 und 1985 gebaut worden. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege habe die Denkmalwürdigkeit des Wohngebietes in der Neustrelitzer Straße damit begründet, dass das Areal ein abwechslungsreich strukturiertes und funktional organisiertes Ensemble aus Wohnungen, Kaufhalle und Kindergarten sei, so Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos).

Schubert-Wandbild erinnert an Lenin

Außerdem sei es von besonderer städtebaulicher Qualität und von hohem baugeschichtlichem und künstlerischen Wert. Davon zeugen auch die großflächigen Wandbilder von Wolfram Schubert auf den Stirnseiten der vier großen Blöcke der Wohnungsbauserie 70 (WBS 70). Ein Bild, das damals an den sowjetischen Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin und die "Quellen des Marxismus-Leninismus" erinnern sollte, wird im Volksmund "Leiterplatte" genannt. Der heute 93 Jahre alte Schubert war damals Vorsitzender des Bezirksverbandes Bildender Künstler in Neubrandenburg und galt als einer der einflussreichsten Künstler dieser Zeit.

Wohn-Ensemble exemplarisch für Honecker-Ära

Das nun denkmalgeschützte Wohn-Ensemble stehe exemplarisch für den Wohnungsbestand der ehemaligen Bezirksstadt Neubrandenburg unter der Ära Erich Honecker, hieß es. Ein Gutachten hatte das Hochhaus-Ensemble als Zeugnis der Sozialpolitik der DDR für "wertvoll und schutzwürdig" eingestuft. Die 15 Hochhäuser mit rund 1.100 Wohnungen seien im Gegensatz zu anderen Städten in der Grundsubstanz ursprünglich erhalten.

https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... au136.html
Interessierter
 

Re: Neubrandenburg: Denkmalschutz für Plattenbau

Beitragvon Volker Zottmann » 3. Juli 2020, 18:28

Neubrandenburg ist in Bezug auf die "Neubauten" die inzwischen auch älter als 30 , bis 50 Jahre sind wirklich einmalig.
Hier passte die Topographie. Die kreisrunde Altstadt, fast unzerstört geblieben, liegt am tiefsten am Tollensesee. Die 4 riesigen Neubaugebiete sind zwar auch mit Typenbauten bebaut worden, aber die Landschaftsarchitekten haben jeden Hupser, jeden ansteigenden Hügel, sorgsam mit eingebunden. Das ist auch heute noch eine Stadt zum Wohlfühlen. Die gesamte Stadt ist eine sehr grüne und gepflegte.
Das soll mal für alle, die immer meinen, ich schriebe nur negativ über die DDR, der Gegenbeweis sein. Es gab auch Neubaugebiete ohne jedwede Monotonie.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 


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