Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

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Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon manudave » 6. Mai 2013, 19:26

Der Point-Alpha-Preis für Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit 2013 geht an den früheren polnischen Arbeiterführer und Staatspräsidenten Lech Walesa.

Diese einstimmige Entscheidung gab das Kuratorium Deutsche Einheit bekannt. Walesa, ein enger Vertrauter des früheren Papstes Johannes Paul II., wird die Auszeichnung am Vorabend des 60. Jahrestages des ersten Volksaufstandes in der DDR, am 16. Juni 2013 in der Gedenkstätte Point Alpha in Empfang nehmen.

Das Kuratorium hat sich bereits Ende letzten Jahres einmütig für den legendären Gewerkschaftsführer, Friedensnobelpreisträger und späteren polnischen Staatspräsidenten Lech Walesa als Preisträger des Jahres 2013 entschieden, weil seine Verdienste im Kampf gegen die kommunistische Unterdrückungsherrschaft in hohem Maße entscheidend waren auf dem Weg zu deren Überwindung, hin zur Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit. Ohne Lech Walesa wären die Ereignisse von 1989/90 in der DDR und den kommunistisch regierten Ländern Osteuropas nicht vorstellbar geworden. Er war, ist und bleibt als herausragender europäischer Visionär und Patriot ein Pionier und Taktgeber des Umbruchs und des historisch einzigartigen Wandels eines großen halben Kontinents von einer Diktatur zu Freiheit, Demokratie und Rechtstaatlichkeit, heißt es in der Begründung.

So steht die Würdigung des diesjährigen Point-Alpha-Preisträgers als unerschrockener Freiheitskämpfer „gerade in diesem Jahr“ in einer Reihe mit denen, die beim Arbeiteraufstand in der DDR am 17. Juni 1953 und später bei den Volksaufständen in Ungarn und in Polen (1956) außerordentlich mutig versucht haben, sich vom Joch des Kommunismus zu befreien, die im „Prager Frühling“ unter die Panzerketten gerieten, und die in der kraftvollen polnischen „Solidarnosc“-Bewegung zunächst unerbittlich verfolgt wurden, am Ende aber doch erfolgreich waren.

In diesem Zusammenhang will das Kuratorium Deutsche Einheit auch an die Standhaftigkeit des polnischen Papstes Johannes Paul II. erinnern und an seinen großen Einfluss auf das Gelingen der großen europäischen Freiheitsbewegungen von 1989/90.

http://www.fuldaerzeitung.de/nachrichte ... bewegungen von 1989/90.

P.S. Norbert Lammert wird die Laudatio halten.
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon augenzeuge » 6. Mai 2013, 21:05

manudave hat geschrieben:Ohne Lech Walesa wären die Ereignisse von 1989/90 in der DDR und den kommunistisch regierten Ländern Osteuropas nicht vorstellbar geworden.


Ich halte das für eine diskussionsfähige Aussage. Ohne die Verdienste Walesas zu reduzieren, aber ich denke, dass die Ereignisse in der DDR auch ohne ihn stattgefunden hätten. Oder wo gab es den zwingenden Zusammenhang?
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon icke46 » 6. Mai 2013, 21:57

Mich würde ja interessieren - ist der Preis dotiert?
Oder ist das nur ein Preis "pro honore"?

Wenn ich ehrlich bin, halte ich Lech Walesa für eine der meistüberschätzten Persönlichkeiten der europäischen Wende- und Nachwendeära.

Gruss

icke
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon pentium » 6. Mai 2013, 22:05

Laut Tante Wiki ist er mit einem Preisgeld von 25.000 € dotiert.

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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon control » 6. Mai 2013, 22:07

Wenn damals Lech nicht die Hauptsicherungen in der Werft herausgedreht hätte,würde,kurz gesagt, der Soz. heute noch bestehen.

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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon manudave » 7. Mai 2013, 05:56

pentium hat geschrieben:Laut Tante Wiki ist er mit einem Preisgeld von 25.000 € dotiert.

mfg
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Korrekt - das Preisgeld wird vom Kuratorium "Deutsche Einheit" bei Sponsoren, Gönnern etc. eingesammelt.
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon manudave » 7. Mai 2013, 06:03

Hier ein wenig etwas über den politischen und privaten Lech Walesa:

http://www.polen-digital.de/beruehmte-p ... ch-walesa/

Ich würde nicht sagen, dass ich die Würdigungen für ihn übertrieben ansehen - nein, darüber weiß man vielleicht auch zu wenig, weil man sich nicht wirklich mit ihm beschäftigt hat.
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon tom-jericho » 7. Mai 2013, 06:45

Warum schon wieder der Elektriker der Leninwerft zu Danzig?
Irgendwie verstehe ich da nicht den Zusammenhang mit der sogenannten "Deutschen Einheit" !
Am 13. Dezember 1981 feierten unsere Jung- und Thälmannpioniere wie jedes Jahr ihren Pioniergeburtstag.
Erich Honecker und Helmut Schmidt besuchten im Rahmen der Aktion "DIALOG" unseren Weinachtsmarkt in Güstrow.
In der VR Polen wurde aber an diesem Tag das Kriegsrecht ausgerufen.

Ja, und ich stand Gewähr bei Fusz an der Neiße.
Ja, es fiel wirklich Schnee an diesem 13. Dezember 1981, nicht nur auf dem Weinachtsmarkt zu Güstrow.
Und mir war bitter bitter kalt.

MfG tom jericho
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon tom-jericho » 7. Mai 2013, 07:02

25.000 Euro in neuen 5-Euro-Banknoten würden auch mir genügen, um ein neues Leben far away from Home zu beginnen.
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon Janko » 7. Mai 2013, 20:59

@tom-jericho

...hör ich da eine gewisse Frustration aus deinem Schreiben ? Wie war das doch gleich mit den Bomben und Orden.......
Glaubt da wirklich jemand ein Elektriker, noch zumal von einer polnischen Werft, hat de Soz. beendet ??
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon manudave » 16. Juni 2013, 18:46

http://osthessen-news.de/J/1232950/rasd ... alesa.html

http://osthessen-news.de/J/1232973/rasd ... (96-bilder).html

Einfach nur eine tolle Veranstaltung. Besonders als die jungen Musiker eine eindrucksvolle Version von "Wind of Change" spielten, bekam man eine richtige Gänsehaut.
Viele Zeitzeugen waren zu Gast - aus dem In- und Ausland.
Nach der Verleihung hatte ich die ehrenvolle Aufgabe die polnische Delegation der Zeitzeugen von 1956 durch unser Museum zu führen.

P.S.

Im Video bei Sekunde 0:14 schaut ein Depp klugerweise richtig schön in die Kamera... [shocked]
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon augenzeuge » 16. Juni 2013, 18:51

[super]
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon manudave » 16. Juni 2013, 18:53

Ich saß bei den Kirchenvertretern und Sicherheitsleuten - sucht euch aus, zu was ich gehöre. [laugh]
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon augenzeuge » 16. Juni 2013, 18:57

manudave hat geschrieben:Ich saß bei den Kirchenvertretern und Sicherheitsleuten - sucht euch aus, zu was ich gehöre. [laugh]


Wenn du nächstes Mal ne dunkle Sonnenbrille aufsetzt, machst du Kevin Costner als Bodyguard Konkurrenz..... [wink]
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon manudave » 16. Juni 2013, 19:04

Wenigstens konnte ich meine Buben begeistern. Die saßen vorm Fernseher und haben mich zwischenzeitlich beim Austauschen des Wasserglases am Rednerpult gesehen - was eine Freude... Die Kinder freuen sich, wenn der Papa Wasserträger ist [mad]

[flash]
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Re: Point-Alpha-Preis 2013 geht an Lech Walesa

Beitragvon Interessierter » 8. September 2016, 10:18

Es gab keinerlei Verrat... (?)

"Die Freiheit ist unbezahlbar" unterstrich vor einigen Tagen Ex-Präsident Lech Walesa bei einem Treffen von ParlamentarierInnen zum Gedenken an den 25. Jahrestag der Gründung von Solidarnoszcz, der ersten freien Gewerkschaft Nachkriegspolens. In Erinnerung an die Anfänge der Organisation versicherte Walesa seinen ZuhörerInnen, dass "die Folgen der damaligen Tage so groß sind, dass nicht einmal sehr kluge Köpfe sie fassen können". Weiter erklärte er, dass "keinerlei Manipulation oder Verrat stattgefunden" habe und dass er "niemandem und keiner geheimem Kraft, weder der polnische Staatssicherheit noch dem KGB, der CIA oder der Mossad gestattet habe, über die eingeschlagene Richtung zur Freiheit und später die der Solidarnoszcz ... zu entscheiden." Hintergrund dieser Äußerungen sind bereits Anfang der 80er Jahre an mehrere Solidarnoszcz-Führer gerichtete Vorwürfe einer mutmaßlichen Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten. Der latente Antisemitismus in Polen lieferte dafür eine willkommene Vorlage. Solche Vorwürfe wurden gezielt sowohl vom kommunistischen Regime benutzt, um die Opposition zu diffamieren, als auch vom rechtsextremen Flügel der Solidarnoszcz, um bei innergewerkschaftlichen Kämpfen Gewerkschaftern jüdischer Abstammung die Verfolgung "nicht-polnischer Interessen" vorzuwerfen.

Durchsetzt ist der Konflikt von antisemitischen Tönen. Als vor wenigen Wochen in Gdansk protestierende WerftarbeiterInnen nach einer Messe mit dem für seine antisemitischen Ansichten bekannten Priester Henryk Jankowski in der Hl.- Brigide-Kirche vor das Denkmal für die im Dezember 1970 ermordeten Arbeiter zogen, begrüßten sie die dort anwesenden Solidarnoszcz-Gründer Bronislaw Geremek, Tadeusz Mazowiecki und Bogdan Lis mit den Worten: "Da kommen die Juden – ab nach Brüssel!".
Auch als am 26. August ehemalige Oppositionelle und Staatsgäste nach Gdansk kamen, um an einem Jubiläums-Konzert von Jean-Michel Jarre teilzunehmen, fanden Proteste gegen die Politik der derzeitigen Regierung und ihrer Vorgänger statt. Andrzej Gwiazda, Anna Walentynowicz und andere Ikonen des Streiks von 1980 sprachen von Verrat und einer gegen die Arbeiter gerichteten Verschwörung der polnischen Staatssicherheit, die aus der Solidarnoszcz eine "Lokomotive des Kapitalismus" gemacht habe. Sie formulierten die offizielle Parole der Gedenkveranstaltungen "Es begann in Danzig" in "Es endete in Magdalenka" um. In einer Villa in dem Warschauer Vorort Magdalenka hatten seit 1988 geheime Treffen zwischen der Solidarnoszcz und dem kommunistischen Regime stattgefunden, die den Weg zum Runden Tisch im Jahre 1989 ebneten. Der Streit um das Erbe der Solidarnoszcz spiegelt einen tiefen Konflikt in der polnischen Gesellschaft wider und fragt nach den Verlierern und Gewinnern der Systemtransformation.

Der vollständige Beitrag hier:
http://www.horch-und-guck.info/hug/arch ... -51/05116/
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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