Trauma Hoheneck

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Trauma Hoheneck

Beitragvon Interessierter » 27. April 2012, 15:41

10.05.2012 | 19:30 Uhr
Filmvorführung: Fernsehfilm & Doku über das Trauma Hoheneck…
im Anschluss Gespräch mit der Autorin Kristin Derfler und der Zeitzeugin Tatjana Sterneberg am 10. Mai 2012 in der Klostergalerie Zehdenick

IN DER KLOSTERSCHEUNE
Am Kloster
16792 Zehdenick


Im Fernsehfilm "Es ist nicht vorbei" erkennt Carola Weber den Arzt wieder, der sie damals vor über 20 Jahren im ostdeutschen Zuchthaus Hoheneck gefoltert hat. Im Anschluss will die 30-minütige Dokumentation "Die Frauen von Hoheneck" den historischen Hintergrund deutlich machen und ein Licht auf diesen bisher wenig bekannten, beklemmenden Teil der DDR-Realität werfen, der die Menschen bis heute nicht loslässt. Im Frauengefängnis Hoheneck nahe Chemnitz wurden ab den späten 40er Jahren, vor allem aber nach 1970, Frauen inhaftiert, die wiederholte Ausreiseanträge gestellt oder Republikflucht geplant hatten. Die Autoren Kristin Derfler und Dietmar Klein haben in mehrjährigen Recherchen mit vielen Frauen gesprochen. Drei exemplarische Beispiele stellen sie im Film vor. Abschließend kommen die Autorin Kristin Derfler und die Zeitzeugin Tatjana Sterneberg zu Wort.
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Thomas 1948 » 27. April 2012, 17:30

Hallo, kennst du dich in der DDR aus?. Zwischen 1953- Wende gab es kein Hoheneck bei Chemnitz.
Es steht noch mehr über Hoheneck im Forum, würde ich auch lesen.
Thomas
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon ex-maja64 » 27. April 2012, 17:59

thomas lindner hat geschrieben:Hallo, kennst du dich in der DDR aus?.Das kann man getrost mit einem klaren NEIN beantworten [grins] Zwischen 1953- Wende gab es kein Hoheneck bei Chemnitz. Richtig Thomas [wink] , dass hieß zu der angegebenen Zeit nämlich Karl-Marx-Stadt
Es steht noch mehr über Hoheneck im Forum, würde ich auch lesen. Hat er nicht nötig, er kennt doch so viele Links [flash]
Thomas


Mario
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Luchs » 27. April 2012, 18:04

thomas lindner hat geschrieben:Hallo, kennst du dich in der DDR aus?. Zwischen 1953- Wende gab es kein Hoheneck bei Chemnitz.
Es steht noch mehr über Hoheneck im Forum, würde ich auch lesen.
Thomas


Es geht ja auch nicht um den Namen einer Stadt, sondern um das Schloss Hoheneck in Stollberg. Und das ist nun wirklich nah bei Chemnitz.
Viele Grüße [hallo]
Micha
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Danny_1000 » 27. April 2012, 18:48

Vor allen hatten wir das Thema schon mal hier lang und breit auseinander genommen ! viewtopic.php?f=14&t=2870&p=53810&hilit=hoheneck#p53810
Da sollte man es vielleicht hinschieben !

Daniel
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dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Wosch » 27. April 2012, 19:02

Für jüngere Leser, die vielleicht mit "Karl-Marx-Stadt" nichts mehr anfangen können, ist "Chemnitz" doch ein sehr guter Hinweis darauf wo sich dieses "Hoheneck" überhaupt befindet. Dazu noch ein Hinweis von mir: Die Stadt hieß schon zu Kaiser´s Zeiten "Chemnitz", der Name "Karl-Marx-Stadt" wurde ihr vom SED-Regime aufgezwungen und zur Ehre vom "Karl" wurde ein übergroßes Abbildes seines Quadratkopfes aufgestellt, das bei den Einwohnern der umbenannten Stadt nur abwertend "Nischel" oder "Nüschel" genannt wurde. Nach der Wende erhielt die Stadt ihren alten Namen zurück, übrigens zur Freude und auf Wunsch des größten Teil´s der Bevölkerung. Übrigens, der "Karle Marx" war soetwas wie der Erfinder des "wissenschaftlichen Sozialismus" und in der ehemaligen "Demokratischen" gab man vor, sich auf seine Thesen zu berufen. Eine davon lautete: "Proletarier aller Länder vereinigt euch". Das hörte sich zwar sehr gut an, konnte allerdings nicht funktionieren denn man ließ noch nicht einmal zu daß sie sich alle gegenseitig besuchen konnten. Nun, was hat das mit "Hoheneck zu tun? Man konnte dahin kommen wenn man versuchte sich mit Proletariern in aller Welt zu vereinigen.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Wosch » 27. April 2012, 19:08

Danny_1000 hat geschrieben:Vor allen hatten wir das Thema schon mal hier lang und breit auseinander genommen ! viewtopic.php?f=14&t=2870&p=53810&hilit=hoheneck#p53810
Da sollte man es vielleicht hinschieben !

Daniel



Damit das dort noch "länger" und "breiter" wird?
Laßt es mal ruhig da, wo es der @Interessierte eingestellt hat, ist doch hier kein Verschiebebahnhof.
@Danny, nimm´s mir bitte nicht für übel, ich hab´s schon schwer genug. [wink]
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Thomas 1948 » 27. April 2012, 19:36

Irrtum lieber Wosch,
Bei Hoheneck gab es weder Chemnitz oder K. Marx Stadt, liegt einfach woanders, ehrlich.
Über Hoheneck habe ich schon einiges getippt, man soll es nur lesen
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon manudave » 28. April 2012, 08:59

Thomas, das versteh ich dann auch nicht. 20 Km neben Chemnitz wäre wohl wirklich in der Nähe... [denken]
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon SkinnyTrucky » 28. April 2012, 09:09

manudave hat geschrieben:Thomas, das versteh ich dann auch nicht. 20 Km neben Chemnitz wäre wohl wirklich in der Nähe... [denken]


Tja David, ich weiss auch nicht, warum da so viel Wert drauf gelegt wird....als ich mit meinem Truck da vorbei gefahren bin, da war es in der Tat nich weit bis Korl-Morks-Stott....einige Kilometer weiter wie Stollberg musste ich ausladen und bei Chemnitz wieder für Acerra bei Napoli laden....die Leerfahrt war in der Tat nich mehr wie 30 Kilometer....

....in Fernfahrerkreisen sagt man dann auch, dat is in der Nähe....schau mal, ich schrieb ja Acerra bei Napoli....nun kann der näxte Depp sagen, ja aber Acerra liegt doch bei Caserta....womit er Recht hat aber beides liegt halt bei Napoli....

groetjes uit Sibari/Golfo Táranto/Mare Iónio

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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Merkur » 28. April 2012, 09:13

Interessierter hat geschrieben: Im Frauengefängnis Hoheneck nahe Chemnitz wurden ab den späten 40er Jahren, vor allem aber nach 1970, auch Frauen inhaftiert, die wiederholte Ausreiseanträge gestellt oder Republikflucht geplant hatten. In Hoheneck saßen aber auch Mörderinnen u. a. wegen krimineller Straftaten verurteilte Frauen zu denen kein Gesprächsbedarf besteht.


Ich habe mal rot ergänzt, damit die Thematik nicht all zu sehr in die Eingleisigkeit abdriftet.
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon manudave » 28. April 2012, 09:18

Klar Merkur,
warum sollten Schwerverbrecherinnen auch nicht dort sitzen? Nur so konnte man die "Politischen" mit denen zusammenbringen. [hallo]
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Merkur » 28. April 2012, 09:23

manudave hat geschrieben:Klar Merkur,
warum sollten Schwerverbrecherinnen auch nicht dort sitzen?


Warum kommen sie in der heutigen Berichterstattung dann nicht vor, sondern nur die sog. "Politischen" ?? Sie gehören doch wohl zum Thema Hoheneck dazu oder etwa nicht ? Ich denke, sie stören in der Thematik, denn zu gern verkauft man uns doch alleinig die vermeintlich zu Unrecht inhaftierten Frauen. Hoheneck war aber mehr als Sterneberg, Thiemann u. dgl.
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Affi976 » 28. April 2012, 17:16

P1010266.JPG
P1010265.JPG
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DSC03993-1.JPG
@all,
Hier wird immer nur auf Hoheneck herumgeritten.
Wer war denn von euch überhaupt schon einmal dort??
Wer von euch hat sich die Ausstellung in der Stadtbibliothek Stollberg angesehen?
Wer von euch kennt denn überhaupt eine Inhaftierte eines Frauengfängnisses??
Wer von euch kennt denn überhaupt eine politische Gefangenene eines DDR Gefängnisses?
Und vielleicht sogar noch eine, die etwas zu ihrer Zeit sagt?
Ich für meinen Teil, kann alle Fragen mit einem "JA" beantworten!!!!!!!!!!
Ich habe hier etliche Bilder von Hoheneck und dieser Ausstellung eingestellt. Es gibt auch etliche Bücher von Zeitzeugen, auch welche von Journalisten, auch Bücher, die wie Befragungen aufgebaut sind,wo beide Seiten beleuchtet werden und das noch recht neutral.
Hoheneck war nur eines der Faruengefängnisse. Von Berlin-Köpenick, auch einem Frauengefängnis, in dem auch "politische" einsassenund nicht zu wenig, redet hier keiner! Warum?
Für die Googlelisten wird sich da nur etwas zu einem Flüchtlingsheim der "Neuzeit" finden. Bücher von ehem. Gefangenen - Fehlanzeige! Nicht einmal von pol. Gef.. Sollte vielleicht ein extra Knast für Mörderinnen oder anderen Strafgefangeninnen gebaut werden @manudave? Knast ist ein "exterritoriales Gebiet". In diesem herrschen Gesetze, von denen wir nicht einmal zu träumen wagen, heute noch schlimmer als damals. Ich, für meinen Teil, bin zufrieden, nicht einen einzigen Tag eingesessen habenzu müssen.
Es wäre also sehr wünschenswert, speziell im Namen von betroffenen Personen und darauf wird ja hier von einigen Usern besonders gern hingewieden, die weitere Diskussion in einem angemessen Stil und unter Beleuchtung ALLER Seiten zu führen. Die DDR bestand nicht nur aus Politik und pol. Gefangenen. Thomas Lindner hatte auch schon berichtet und dieser Thread wäre auch beinahe an der Unwissenheit oder Möchtegerngewußthaben in die Hose gegangen.
VG Affi
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon SkinnyTrucky » 28. April 2012, 17:49

Na Affi, die Bücher kenn ich....

....und zu deinem Text, war alles garnich so schlimm, oder....

Affi hat geschrieben:Knast ist ein "exterritoriales Gebiet". In diesem herrschen Gesetze, von denen wir nicht einmal zu träumen wagen, heute noch schlimmer als damals. Ich, für meinen Teil, bin zufrieden, nicht einen einzigen Tag eingesessen habenzu müssen.
Es wäre also sehr wünschenswert, speziell im Namen von betroffenen Personen und darauf wird ja hier von einigen Usern besonders gern hingewieden, die weitere Diskussion in einem angemessen Stil und unter Beleuchtung ALLER Seiten zu führen. Die DDR bestand nicht nur aus Politik und pol. Gefangenen


Also, heute ist es schlimmer in den Knästen, suggerierst du....tjaaa, die gute alte Zeit, wo ist sie hin.... [shocked]

Aber eigendlich hast du ja nie gesessen, heute nich und damals auch nicht....hast aber ein grosses Wissen angelesen und hast gut zugehört....na, hätten wir das mal alle getan aber die meisten von uns hier sind eh nur geschichtliche Banausen und Anaphabeten....macht dir bestimmt schon garkein Spass mehr, sich mit den meisten Usern hier zu unterhalten, was....

....sich gegenseitig was an den Kopp zu knallen kommt von beiden Seiten, hör....

Mir macht es auch kein Spass mehr....ich leg mich lieber in die Sonne und tu so, alsob ich keine Ahnung habe....und heimlich schlag ich alle naselang mal die Buchseite um....aber sag das bitte niemand weiter....

Ich bin übrigens grad bei zwei Büchern über Schwedt....war auch garnich so schlimm, erfährt man dort, denn die meisten haben es fysisch überlebt....

groetjes uit Falerna Marina

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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Affi976 » 28. April 2012, 18:15

Zitat Mara:......und zu deinem Text, war alles garnich so schlimm, oder....

@Mara,
in Deiner gewohnten Art und Weise verdrehst Du mir hier das Wort im Munde. Nirgends steht, das es früher nicht so schlimm gewesen sei. Das ist einzig und allein Deine Interpretation meines Textes.
Wenn Du angeblich diese Bücher alle besitzt, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären, warum Du nicht zur Aufklärung beiträgst. Natürlich habe ich gut zugehört, sonst würde ich hier, im Gegensatz zu anderen Usern, nicht schreiben!Denn im Gegensatz zu anderen Usern, kenne ich Strafgefangene aus Berlin-Grünau und Schwedt und die sogar noch sehr gut, da Verwandtschaft ersten Grades, Du verstehst?

Zitat Mara:....macht dir bestimmt schon garkein Spass mehr, sich mit den meisten Usern hier zu unterhalten,

Du solltest mal auf eigene Ideen kommen, wenn Du User wie mich zurechtweisen willst. An meine Formulierungen aus anderen Threads kann ich mich sehr gut allein erinnern. Deine Formulierungen dürften in diesem Zusammenhang auch nicht den geringsten Erfolg verzeichnen.

Zitat Mara:...Mir macht es auch kein Spass mehr.

Diesen Satz hatten wir von Dir hier schon desöfteren gehört..........

Zitat Mara:....Ich bin übrigens grad bei zwei Büchern über Schwedt

Dann werden wir ja gerade in dieser Richtung demnächst eine umfassende Aufklärung durch Dich erfahren. Ich bin schon megegespannt, was mein Bruder, als Schwedteingesessener zu Deinen Ausführungen dann sagen wird. [wink]
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon SkinnyTrucky » 28. April 2012, 18:47

Affi, ich werd ein Teufel tun, hier im Forum noch einmal meine eigene Wertung zu den Themen zu geben....ich hab keine Lust auf Schlagabtausch und ewig meine Meinung rechtfertigen zu müssen....kabbelt ihr euch allemal weiter wer die meiste Ahnung hat....

....ich will nich auf die Kacke hauen mit meinem Wissen, denn auch ich habe bereits Menschen kennengelernt, die in den verschiedensten Gefängnissen der DDR eingesessen sind....einer hat mal bei uns in der Firma gearbeitet....der war in Bauzen....

....weisste, ich will garnich so rumprotzen mit dem Wissen, was ich mir angeeignet habe und was einer madig gemacht wird, wenn man davon mal was sagt....Affi, deine Ausführungen finde ich als überheblich und ich will dich auch garnich von dem Thron schubsen, den du dir hier selber untergeschoben hast als unser belesenste User....das war eigendlich, was ich mit meiner vorherigen Post sagen wollte....

....und jetzt geh ich mal lekker essen....denn das ewige gegenseitige an den Kopp knallen, man hätte eh keine Ahnung nervt und macht hungrig....

Schöne Grüsse von einer der Wenigen, die sich überhaupt noch ernsthaft für die DDR interessieren....

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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon karl143 » 28. April 2012, 18:58

Ja Mara,
das ist schon alles sonderbar. Geht es um Kindermörder wird sich drüber aufgeregt, wie gut es denen im Knast geht. Geht es um politisch Inhaftierte waren die früher auch gut untergebracht. Mich erinnert das alles so an die Zeit bis Ende der 60er. Da wurde dann auch schon mal offen gesagt, aber mit dem Bau der Autobahnen hat Hitler ja was gegen die Arbeitslosigkeit getan. Es war nicht alles schlecht bei ihm........

Geschichte wiederholt sich eben !
karl143
 

Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon manudave » 28. April 2012, 19:11

Wer von euch kennt denn überhaupt eine Inhaftierte eines Frauengfängnisses??
Ich
Wer von euch kennt denn überhaupt eine politische Gefangenene eines DDR Gefängnisses?
Ich
Und vielleicht sogar noch eine, die etwas zu ihrer Zeit sagt?
Ich

Ohne Ausrufezeichen, denn es nichts Besonderes und auch keine Pflicht, um sich darüber äußern zu können.
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon HG82 » 28. April 2012, 19:19

in welchem knast sind politische gefangene denn heute eingesperrt oder müssen die sich einen mit normalen kriminellen teilen

kann ja nicht sein der aufregung hier nach gab es das nur in der ddr
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon manudave » 28. April 2012, 19:21

Dann wäre ich ja jetzt gespannt, wer in Deutschland in politischer Haft sitzt - und dies mit einem z.B. Kindsmörder [ich auch]
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Edelknabe » 28. April 2012, 19:24

mara, die große schwester aller geprügelten, geschundenenen, benachteiligten, schwachen, vernachlässigten armen teufel auf unserem schönen planeten. ich finde, du solltest langsam den beruf wechseln denn mit der herumkutscherei bereicherst du nur das kapital, was doch seine waren in person deiner ameise über den ganzen erdball schiebt weils so schön ist, denn stillstand bedeutet wohl deren tod, den mausetot.

das fiel mir nur mal zwischendrinne so ein, beim durchstöbern in den texten hier. also wenn du sie alle sammelst, die oben erwähnten brauchst du mindestens 1100000 laster von deiner größe und dann fahrt ihr los und sucht das land, wo aber auch alles stimmt,alles stimmig ist, wo es vielleicht keine gefängnisse und erziehungsanstalten gibt. ich möchte fast wetten, das dürfte ein bißchen schwierig werden, da wäret ihr bestimmt 2050 noch unterwegs und sucht nach eurer lobby, nach eurer komune.und ob die dir das dann im endeffekt alle auch danken...das dürfte schonmal eine gute überlegung wert sein?

rainer-maria und was wollte ich eigentlich mit meinem text ausdrücken? ich denke mir so, der mensch, also von dem ich da oben schrieb ist der heutigen gesellschaft scheisegal, wirklich mara, die tut nur so als ginge es sie was an in ihrer geheuchelten scheinheiligkeit.wohl ganz im gegensatz zu damals, wo der sozialismus noch ein leichtes gleichgewicht auf unserem schönen planeten bildete. das fiel mir nur so ein, auch nicht unbedingt zu hoheneck.
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon HG82 » 28. April 2012, 19:37

manudave hat geschrieben:Dann wäre ich ja jetzt gespannt, wer in Deutschland in politischer Haft sitzt - und dies mit einem z.B. Kindsmörder [ich auch]


berufsverbote und haftstrafen weil diese leute eine in deutschland politisch nicht gewollte meinung äußern. das ist politisches strafrecht und in der usa sind diese äußerungen nicht verboten. also sind das ganz klar politische häftlinge

http://www.sueddeutsche.de/politik/volk ... t-1.488513
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Wosch » 28. April 2012, 20:11

manudave hat geschrieben:Wer von euch kennt denn überhaupt eine Inhaftierte eines Frauengfängnisses??
Ich
Wer von euch kennt denn überhaupt eine politische Gefangenene eines DDR Gefängnisses?
Ich
Und vielleicht sogar noch eine, die etwas zu ihrer Zeit sagt?
Ich

Ohne Ausrufezeichen, denn es nichts Besonderes und auch keine Pflicht, um sich darüber äußern zu können.




Auch ich kenne einige ehemaligen "politische" Häftlinge die in den DDR-Knästen Bützow-Dreibergen und Bautzen verbracht hatten. Da es zur damaligen Zeit "angeblich" keine "politischen" gab, machte man aus ihnen mit Hilfe des "demokratischen" und sozialistischen Strafrechts mal schnell gewöhnliche Verbrecher, die sich an der DDR versündigt haben sollten. Der Vater eines meiner Schulkameraden starb in der Haft nachdem man ihm 6 Jahre aufgebrummt hatte weil er sich geweigert hatte einer PGH beizutreten. Als Grund war selbstverständlich etwas Erfundenes angegeben: "Weitergabe von Nachrichten an den westdeutschen Klassenfeind mittels selbstgebauter Sendeanlage." OK, das war ca 1956/57, aber vergessen kann ich das nie!!! Ein Bekannter von mir (wohnt auch in Kassel) hatte mir von Rummelsburg, Potsdam und Bautzen berichtet wo er ein paar Jahre einsaß, bis man ihn gegen "harte Devisen" in den Westen verschacherte. Das war übrigens in den 80er Jahren.
Also @Affi, auch wir haben unsere Erfahrungen mit ehemaligen Strafgefangenen.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]

P.S: An eine unserer Familie bekannten Frau kann ich mich auch noch erinnern Die man nach dem 17. Juni für längere Zeit in Gewahrsam nahm weil sie eine Schreibmaschine besaß, wo sie die ca 2 Jahre verbrachte ist mir nicht mehr in Erinnerung. [wut]
Zuletzt geändert von Wosch am 28. April 2012, 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon SkinnyTrucky » 28. April 2012, 20:14

Edelknabe hat geschrieben:und was wollte ich eigentlich mit meinem text ausdrücken? ich denke mir so, der mensch, also von dem ich da oben schrieb ist der heutigen gesellschaft scheisegal, wirklich mara, die tut nur so als ginge es sie was an in ihrer geheuchelten scheinheiligkeit.wohl ganz im gegensatz zu damals, wo der sozialismus noch ein leichtes gleichgewicht auf unserem schönen planeten bildete. das fiel mir nur so ein, auch nicht unbedingt zu hoheneck.


Ich glaube, ich bin gut angekommen im Jetzt, Hier und Heute mein guter lädierter Freund Rainer Maria....nur eben empfinde ich noch etwas für meinen nächsten, eventuell schwächeren Menschen....wer kann das heute denn noch behaupten in dieser Welt....

....willst du das anprangern....????

Vielleicht seh ich noch Menschen, wo andere das schon garnicht mehr sehen....was ist da so falsch dran....gehört den Heuchlern und selbsternannten Moralaposteln denn schon die ganze Welt, oder was....

....klar schreib ich auch Menschen ab....tjaaa, vielleicht mit einer ganz anderen Wertung wie andere....aber wieder die Frage, was ist da falsch dran....ich glaube halt, das man seine eigenen Wertvorstellungen in bezug auf andere Menschen nicht so sehr in den Vordergrund stellen sollte, denn das kann kollektiv betrieben fatal enden und da sind wir bei der sich wiederholenden Geschichte wie Karl sie bezeichnet....

....denkt denn nur mal einer drübber nach, das es auf dieser Welt nicht nur Schema-F-Menschen gibt....die Ellenbogengesellschaft beginnt doch da wo man sich gegenseitig zurechtweisen will....

....denk da mal bitte drüber nach, denn du hast doch auch einen Job, der viel Raum zum Nachdenken bietet....

in dat Sinn

Schöne Grüsse aus Kalabrien

Mara
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon karl143 » 28. April 2012, 20:26

HG82 hat geschrieben:
manudave hat geschrieben:Dann wäre ich ja jetzt gespannt, wer in Deutschland in politischer Haft sitzt - und dies mit einem z.B. Kindsmörder [ich auch]


berufsverbote und haftstrafen weil diese leute eine in deutschland politisch nicht gewollte meinung äußern. das ist politisches strafrecht und in der usa sind diese äußerungen nicht verboten. also sind das ganz klar politische häftlinge

http://www.sueddeutsche.de/politik/volk ... t-1.488513


Wenn du mal irgend die Groß- und Kleinschreibung benutzt und Satzzeichen dazwischensetzt, kann man deine Ergüsse vielleicht verstehen. So fällt es mir, ehrlich gesagt, ziemlich schwer.
karl143
 

Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon SkinnyTrucky » 28. April 2012, 20:53

karl143 hat geschrieben:Ja Mara,
das ist schon alles sonderbar. Geht es um Kindermörder wird sich drüber aufgeregt, wie gut es denen im Knast geht. Geht es um politisch Inhaftierte waren die früher auch gut untergebracht. Mich erinnert das alles so an die Zeit bis Ende der 60er. Da wurde dann auch schon mal offen gesagt, aber mit dem Bau der Autobahnen hat Hitler ja was gegen die Arbeitslosigkeit getan. Es war nicht alles schlecht bei ihm........

Geschichte wiederholt sich eben !


Karl, nachwievor vertrete ich die Meinung, das gewisse Menschen in der DDR verzweifelt Dummheiten taten, sie in Grenzanlagen liefen, so blöd waren Ausreiseanträge zu schreiben und und und....

....sie taten es der Situation geschuldet, weil se halt ihren Platz in der damals ehrenwerten sozialistischen Gesellschaft nich finden wollten und womöglich vom Wesen her auch garnicht konnten....

....zumindestens ist heute Raum für diese Menschen und man kriminalisiert se deswegen nicht....Ausnahmen bestätigen halt auch dabei die Regel, denn es gibt heut auch nur einen gewissen Ramen aber er ist halt anders und räumer als in Good Old Eastern Germany....

....um es mal so zu sagen....meiner Königin, die fesche Trixi ist es völlig egal, wie ich rumrenne und wo ich mich grad rumtreibe, sie wird wahrscheinlich nur gnatschig, wenn ich kriminell werde oder meine Steuern nich bezahle....jedenfalls haben ihre Schergen mich noch nich interviewt, weil ich einfach nur ich bin und beim Aufnehmen in ihre Gefolgschaft hat ihr geheimer Dienst auch nur geschaut ob ich anderlands eventuell kriminell oder so war und keineswegs geschaut ob ich bereit bin mich mit einem orangen Wimpel zum Klops zu machen oder eben nich....

....und mir muss keiner die DDR schönreden, denn da haperte es gewaltig am Management....klar ist das heute nicht optimal, vielleicht sogar alles andere als das aber irgendwie leb ich trotz alledem irgendwie unbeschwerter, auch wenn wir heute in einer besonderen Epoche leben, wo schon sehr viele Grenzen gefallen sind und sich nun der unbeschränkte Welthandel entfaltet und es ganz andere Krisenherde sich ergeben....

....die DDR ist Geschichte, Geschichte die nicht anders verlaufen konnte....global gesehen halt....denn ich will mir echt nicht vorstellen, wenn es nicht anders gekommen wäre....

groetjes uit Falerna Marina

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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Habicht-3 » 28. April 2012, 21:34

nö, muss man nicht Schönreden. Aber ich renne nicht wissenden Auges in eine bekannte Minenfalle. Es gab schlauere. Auch welche, die über den Zaun hüpften.

Wenn der Fahrstuhl kaputt ist, springe ich auch nicht aus dem Fenster.
In der DDR war alles undemokratisch und menschverachtend. Dort lebten 17 Millionen Stasiangehörige, die keine Bananen kaufen konnten.
Aber hier, im Forum, da ist alles gut!
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon SkinnyTrucky » 28. April 2012, 22:14

Habicht-3 hat geschrieben:nö, muss man nicht Schönreden. Aber ich renne nicht wissenden Auges in eine bekannte Minenfalle. Es gab schlauere. Auch welche, die über den Zaun hüpften.

Wenn der Fahrstuhl kaputt ist, springe ich auch nicht aus dem Fenster.


Ziemlich allgemein argumentiert und wahrscheinlich ist dir die einzelne Situation auch völlich Wurscht, was Habicht....es gibt unterschiedliche Menschen und einige die in Verzweiflung nunmal irrational handeln....

groetjes

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Trauma Hoheneck

Beitragvon Interessierter » 27. Juli 2016, 10:28

Hoheneck: Bewegender Auftritt einer Grand Dame

Zu einem Aktionstag unter dem Titel "Vier Jahrzehnte Hoheneck" haben ehemalige Insassinnen in die einstige Frauenhaftanstalt eingeladen. Die Berichte der Betroffenen haben gezeigt, wie wenig vergleichbar die Erfahrungen sind.

Stollberg. Hoheneck ist nicht gleich Hoheneck. Mehr noch als die etwa 60 Zuhörer hat das eine der Zeitzeuginnen empfunden. Nachdem die drei ehemaligen Insassen bereits über eine Stunde ihre ganz persönlichen Erinnerungen an die Haftanstalt hatten aufleben lassen, bekannte Annerose Matz-Donath: "Ich sitze hier am falschen Tisch. Über das, was ihr hier erzählt, könnte ich fast lachen." Die alte, zierliche Dame, aus der diese Worte herausplatzen, ist keineswegs auf Krawall gebürstet. Die 93-Jährige war 1948 verhaftet und wegen "Spionagetätigkeit" zu 25 Jahren Arbeitserziehungslager verurteilt worden.

Rund zwölf Jahre hat sie anschließend in Gefängnissen verbracht. Sie war während dieser Zeit in Halle, im Speziallager Sachsenhausen, in Bautzen und in Brandenburg-Görden eingesperrt. Von Sommer 1950 bis Oktober 1953 war sie in Hohen-eck. Eine Zeit, die mit jener der anderen Zeitzeugen kaum zu vergleichen ist: Edith Fiedler ist 1976 verhaftet worden, Monika Schneider 1983. "Ich will nicht kleinreden, was meine Kameradinnen hier erlebt haben, aber im Vergleich gesehen, hat das für mich die Qualität von einem strengen Nonnenkloster. Während meiner Zeit wurde noch auf bloßen Verdacht hin erschossen."

Sie war unter Verdacht geraten, weil jemand sie damals als junge Journalistin weiterempfohlen hatte. Unter Folter und Misshandlung wurden völlig haltlose Vermutungen dann zur Tatsache: "Ich habe Männer erlebt, die nicht einmal mehr in der Lage waren auf allen Vieren aus dem Vernehmungszimmer in ihre Zelle zu kriechen. So sind Akten mit gerichtsschwerem Charakter entstanden."

Aus ihren Erinnerungen an Hoheneck erzählt Annerose Matz-Donath unfassbare Details. Eine ihrer Mithäftlinge hat aus Hunger die Maden gegessen, die ihre Kameradinnen vorher aus der dünnen Graupensuppe gefischt hatte. Selbst bei akuten Erkrankungen mussten Häftlinge auf die Krankenhausfahrt warten, die einmal im Monat durchgeführt wurde. Dass sie mitgenommen wurden, war nicht sicher. Manch eine kam aus purer Willkür auch in den Karzer, statt zum Doktor.

Die Zustände im Gefängnis konnten sich die Besucher unter Führung ehemaliger Insassen anschauen. Über 30 Interessenten folgten Inge Naumann zum ersten Rundgang, der vom Arrestbereich über alle Etagen bis in den Keller führte. Neben der Tristesse sind es vor allem die Details des persönlichen Erlebens, die dem Zuhörer das Unfassbare nahebringen. Die Arrestzelle, in der die Gefangenen den ganzen Tag stehen mussten, weil morgens 5 Uhr das Bett hochgeklappt wurde. Die Dunkelzelle, in welcher die Gefangene nicht wusste, ob sie einen Tag, zwei Tage oder erst vier Stunden in völliger Finsternis verharrte. Inge Naumann, die zwischen 1983 und 1986 exakt 1168 Tage in Hoheneck einsaß, berichtet das aus persönlichem Erleben.

Und so wollen die Hoheneckerinnen, dass dieses Grauen nicht in Vergessenheit gerät. Annerose Matz-Donath ist eigens dafür aus Bonn angereist, wo sie inzwischen in einem Pflegeheim wohnt. "Von meinen Haftkolleginnen sind fast alle tot. Ich war ja damals eine der Jüngsten." Bei den Besuchern stoßen die Zeitzeuginnen auf offene Ohren. So bekennt Tilo Gebhardt aus Leipzig: "Ich befürchte, dass diese Schicksale vergessen werden. Hier müssten eigentlich 1000 Menschen stehen." Auf Einsichten ihrer einstigen Aufseher hoffen die Hoheneckerinnen hingegen zumeist umsonst. So hatte über Jahre eine ehemalige Wärterin, die den Rang eines Oberstleutnants trug, die Gedenkfeiern aus einiger Entfernung beobachtet. "Als ich sie angesprochen habe, hat sie getan, als ob sie nicht weiß, worum es geht. Ich finde es einfach ekelhaft, dass sie nicht sagen: Damals ist etwas falsch gelaufen", erregt sich Inge Naumann.

Der vollständige Beitrag hier:
http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGE ... 572386.php

Damit diese Dinge nicht in Vergessenheit geraten, werde ich nicht aufhören Artikel zu verlinken, in denen Journalisten, Historiker oder - wie hier - Zeitzeugen über Menschenrechtsverletzungen oder Verbrechen das SED - Regimes berichten. Das wird sicher den Usern nicht gefallen, die meinen, ich solle derartiges nicht einstellen, weil das Forum " Deutsche Einheit " heißt. Sicher auch denjenigen " Ehemaligen " nicht, die meinen " Ja es gab Unrecht in der DDR; aber so schlimm war es nun auch nicht ".

Für mich ist das Verpflichtung und mein klitzekleiner, bescheidener Beitrag nachfolgenden Generationen aufzuzeigen, wie die Sozialisten/Kommunisten keine Skrupel hatten nach der Nazi - Diktatur, gleich darauf ihre Diktatur des Proletariats zu errichten.
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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