Mara's Forentreffen

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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 12. September 2017, 13:31

ratata hat geschrieben:@ Hermann , wirst wohl nichts gegen meine zusätzlichen Bilder haben . Günther
In der von dir gezeigten Garage stand mal dieser Fiat .
100_0741.JPG

Ich nehme mal an es ist eines der West-Autos die sich an solch einer Güst befanden um sie im Fall einer Geiselnahme oder Erzwingung eines Grenzübertrittes als Waffe zu benutzen. Heute erzählt man den Leuten dazu, sie wurden eingesetzt um Verdächtige auf den Transitstrecken zu verfolgen.
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon icke46 » 12. September 2017, 13:37

Naja, das Auto in der Garage auf dem Foto ist ein Polski Fiat 125p -
wenn das ein Westauto war, war das Koordinatensystem in der DDR aber
arg verrutscht - so dass der Westen im Osten lag [grins] .

Das Auto aus einer anderen Perspektive: http://l7.alamy.com/zooms/e650249535ea4 ... amn0am.jpg
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 12. September 2017, 13:41

[flash] Na gut, dann war es keines davon. Jedenfalls gab es diese Autos, wir hatten einen Fiat Mirafiori und einen BMW, jeweils mit Ost und Westkennzeichen. Das Ostkennzeichen war dafür gedacht die Kisten einmal im Monat über die Autobahn zu jagen. Damit sie im Fall der Fälle auch laufen, ein ziemlich gefragter Job übrigens. [flash]
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Bahndamm 68 » 12. September 2017, 14:21

karnak hat geschrieben:
Bahndamm 68 hat geschrieben:Kristian schilderte aus seiner Sicht den Ablauf einer Kontrolle

Nee, ich habe den Ablauf so geschildert wie er war, nicht aus meiner Sicht, nicht mehr aber auch nicht weniger, ohne antifaschistische Schutzwall oder Teddy Aufhübschung.

Ich bitte um Übersetzung für "Teddy Aufhübschung". Hat doch bestimmt nichts mit Kinderspielsachen zu tun?
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 12. September 2017, 14:25

[flash] Ich meine den Teddy von Volkers Neffen vor dem man sich gefürchtet hat, weswegen er mit der "Gammakanone " bearbeitet werden musste.
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon ratata » 15. September 2017, 05:39

[quote="karnakIch nehme mal an es ist eines der West-Autos die sich an solch einer Güst befanden um sie im Fall einer Geiselnahme oder Erzwingung eines Grenzübertrittes als Waffe zu benutzen. Heute erzählt man den Leuten dazu, sie wurden eingesetzt um Verdächtige auf den Transitstrecken zu verfolgen.[/quote]

Nach wieder Eröffnung der GÜST , Dokumente in der Garage . Es war nicht dieses Auto , nur eine Typenreihe.
100_0740.JPG




P1060115.JPG
P1060114.JPG


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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Volker Zottmann » 15. September 2017, 10:02

Günthers Fluchtbeispiel zeigt genau, wozu auch Kristian an der Kontrollstelle stand...
Er selbst hat uns ja mehr als anschaulich in Marienborn erklärt, wie die Flüchtlinge aus den Autoverstecken geholt wurden...

Heute muss er sich im Klaren sein, dass er nur Erfüllungsgehilfe skupelloser Menschenhändler war. Diese ließen Menschen fangen, die weiter nichts als frei leben wollten, sperrten sie "kurz" weg um sie dann meist bietend (hier für 90000.-DM) zu verscherbeln.

Pfui Teufel!

Gruß Volker
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 15. September 2017, 12:41

AUCH Volker, auch deswegen stand ich dort und ich habe das schon mehrmals zum Ausdruck gebracht, ich bin nicht unbedingt stolz auf diesen Punkt.
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Volker Zottmann » 15. September 2017, 13:00

karnak hat geschrieben:AUCH Volker, auch deswegen stand ich dort und ich habe das schon mehrmals zum Ausdruck gebracht, ich bin nicht unbedingt stolz auf diesen Punkt.


Dafür hast Du uns den Punkt aber doch sehr genau, sehr plastisch erklärt. Auch dass die Festgenommenen zu Fotoaufnahmen für Eure "Beweisführung" nochmals ins Versteck klettern mussten und jede ihrer Bewegungen beim Rausklettern einzeln fotografiert wurde.
Der kriminellste Menschenhändlerring war wohl das MfS selbst. Wäre es Euch um die "fehlgeleiteten Seelen" gegangen, hättet Ihr diese nicht bis zum Verkauf weggesperrt.

Die Krönung ist ja, dass das MfS sich über bundesdeutsche Menschenschmuggler erregte, wobei die Mehrzahl derer umsonst oder nur gegen die reine Aufwandsentschädigung tätig wurde, selbst aber tausendfach dreister und völkerrechtswidrig Menschen als Ware ansah.

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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 15. September 2017, 13:24

Ich habe den reinen Ablauf erklärt, ohne den Hintergrund einer Rechtfertigung, und ich habe erklärt warum das Aussteigen aus dem Fahrzeug detaliert fotodokumentiert wurde und musste und für wen. Rein emotional betrachtet mag das Ganze ja bedrückend und für die Betroffenden verletzend erscheinen und war es aus deren Sicht sicher auch. Wenn man aber sowas "sauber" ,aussagekräftig und ohne weitere "Zwischenfälle" über die Bühne bringen will bleibt keine andere Möglichkeit, dass betrifft auch die anschließende Leibesvisitation die in solchen Fällen dann auch wirklich stattfand.
Und man möge bitte beachten, dass zwischen meinem Anteil an Fluchtvereitelung und heutiger Meinung zu diesem Grenzregime 28 Jahre liegen.
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Volker Zottmann » 15. September 2017, 14:16

Ich schreibe es genauso emotionsfrei, wie die Darstellung Deiner Erläuterungen vor Ort.

Trotz allem lese ich nun aber heraus, dass Dir in der Nachbetrachtung der Zeit vor 28 Jahren selbst nicht ganz wohl ist. Zumindest, was die Behandlung und den Weiterverkauf der Fluchtwilligen betrifft. So hast Du das damals bestimmt selbst nie wahrgenommen und durch tausendfaches direktes und indirektes Rotlicht auch nicht wahrnehmen können oder wollen.

Heute endlich darf es so benannt werden, als das was es war: Mittelalterlicher Menschenhandel!
Früher waren die mit guten Zähnen teurer, zu DDR-Zeit eben nur die mit höherer Bildung. Sklavenhandel war es trotzdem.
Dass einst die Kommunisten sogar Menschen verkaufen, hat sich der gepriesene Philosoph Karl Marx sicher nie vorstellen können.

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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 15. September 2017, 14:33

In der Nachbetrachtung ist mir klar, dass das Problem so nicht zu lösen war. Damals hatte ich mehr und mehr Bauchschmerzen bei dem was wir zum"Schutz der DDR" in dieser Hinsicht zu tun hatten. Aber eben nicht aus Ablehnung des "Regimes" ,sondern aus Sorge das wir so nicht an unser Ziel gelangen könnten.
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Wosch » 15. September 2017, 14:41

karnak hat geschrieben:In der Nachbetrachtung ist mir klar, dass das Problem so nicht zu lösen war. Damals hatte ich mehr und mehr Bauchschmerzen bei dem was wir zum"Schutz der DDR" in dieser Hinsicht zu tun hatten. Aber eben nicht aus Ablehnung des "Regimes" ,sondern aus Sorge das wir so nicht an unser Ziel gelangen könnten.




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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 15. September 2017, 14:55

Deine Sache und für einen ewigen Barrikadenkämpfer mag das so sein.
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Wosch » 15. September 2017, 15:46

karnak hat geschrieben:Deine Sache und für einen ewigen Barrikadenkämpfer mag das so sein.



Das mit dem "Barrikadenkämpfer" traf und trifft doch eher auf Dich zu, ich bin doch nur davongelaufen.

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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 15. September 2017, 16:03

[grin] Weist doch selber, dass Du das nicht belegen kannst. Das habe ich auch gar nicht nötig, der Umbruch war für mich im Resultat ein Gewinn an Lebensqualität, dass habe ich in Wort und Bild völlig bewusst dokumentiert. Damit ist der wesentliche Auslöser für Verbitterung die man mit ideologischer Eiferei behandeln will nicht gegeben. Ich habe lediglich konkrete Kenntnisse und Meinungen zu Abläufen in dem Land DDR, die trage ich hier vor und zwar weil mich irgendwann die sich breitmachende Dummschwätzerei von völlig Unwissenden zu verschiedenen Thematiken genervt hat.
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Spartacus » 15. September 2017, 17:29

und ich habe erklärt warum das Aussteigen aus dem Fahrzeug detaliert fotodokumentiert wurde und musste


Und was wäre passiert, wenn sich derjenige geweigert hätte, das Kasperltheater mit zu machen? [flash] [ich auch]

LG

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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Interessierter » 15. September 2017, 17:48

Zitat karnak:
Nee, ich habe den Ablauf so geschildert wie er war, nicht aus meiner Sicht, nicht mehr aber auch nicht weniger, ohne antifaschistische Schutzwall oder Teddy Aufhübschung.


Du hast den Ablauf so geschildert wie er war und das nicht aus deiner Sicht? [laugh]

Du hast es so geschildert wie du es erlebt hast. Da ist doch auch gar nichts gegen einzuwenden! Aber wenn du es so erlebt/gesehen hast, dann ist es deine Sicht. Sicht kommt von sehen.

Merkst du eigentlich gar nicht in deinem rechthaberischen Drang, welchen Stuss ( um mal deine Ausdrucksweise zu gebrauchen ) du manchmal hier einstellst?
Niemand hat dich gefragt, ob du leben willst. Also hat dir auch niemand zu sagen, wie du leben sollst! Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich !
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Volker Zottmann » 15. September 2017, 17:49

Spartacus hat geschrieben:
und ich habe erklärt warum das Aussteigen aus dem Fahrzeug detaliert fotodokumentiert wurde und musste


Und was wäre passiert, wenn sich derjenige geweigert hätte, das Kasperltheater mit zu machen? [flash] [ich auch]

LG

Sparta


Wieso fällt mir da ein Schlagstock ein?
Ein Onkel hat mir mal die Knebelkette zur Untermauerung seiner Erläuterungen angelegt, um zu vorzuführen, wie schmerthaft eine simple Festnahme sein kann. Hätte er wohl nie machen dürfen, ist aber dennnoch geschehen.
Ich kann mir also vorstellen,dass der Flüchtling dann auch noch ein Delinquent gewesen wäre...

Gruß Volker (Bin sicher nun auch ein Dummschwätzer)
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Volker Zottmann » 15. September 2017, 17:55

Kristian, ich war Augenzeuge, als Du in der KFZ-Halle den Ablauf geschildert hast.
Nicht nur mir, auch den anderen lief es da eiskalt den Rücken runter, weil Dein Enthusiasmus heute noch, selbst nur beim Beschreiben der Abläufe, sichtbar wurde. Schau nur mal auf des Bahndamms gelungene Aufnahmen.
Oder frag mal Frau Maedicke, wie sie das wohl empfand. ....

Gruß Volker
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Bahndamm 68 » 15. September 2017, 19:28

Fortsetzung Teil 7 und Ende zu gleich
Hötensleben, wer kannte diesen Ort vor 1989.
Nur die wenigsten Menschen, eventuell im Bezirk Magdeburg, aber außerhalb davon recht wenige. Dafür aber bestimmt in der Schaltzentrale in Berlin.
Für die Aktion Ungeziefer in den 50-ziger Jahren gab es ganz einfach zu viele Bewohner. Somit erhielt dieser Ort es eine Überlebungschance, wenn auch stark isoliert.
Hötensleben war ein Ort der 500m Sperrzone. In Landkarten war Hötensleben recht selten zu sehen. Aber es gab sie, daran hatten aber die Obristen nicht gerechnet und zwar wegen der Größe des Ortes gab es eine Eisenbahnlinie bis Anfang der 50-ziger Jahre über Hötensleben nach Schöningen.

Achim Walther beschreibt diese Bahnlinie in seinem Buch „Heringsbahn“. Mit Ziehung der Grenze wurde Hötensleben zum Endbahnhof aus Richtung Oschersleben / Halberstadt / Magdeburg. Im Kursbuch der Deutschen Reichsbahn (DDR) stand weiterhin nun dieser Ort in Form des Reichbahnnetzes, zu mindestens für den Bezirk Magdeburg.
An einem Wochenendurlaubstag führte mich der liebe Gott in die Auskunftshalle vom Bahnhof Magdeburg. Dort entnahm ich die Zeichnung aus dem Kursbuch und konnte problemlos Kontakt aufnehmen mit westdeutschen Besuchern zu Hause, konnte meinen Standort benennen und somit auch zeigen, wo es in nächster Zeit eine Flucht geben könnte.
Mit dieser Kontaktaufnahme zu den Westdeutschen wollte ich, dass sie den Bundesgrenzschutz in Hannover oder Braunschweig informieren, weil ich ganz einfach Angst hatte für meinen Schritt in die freie Welt.
Dies alles war recht kurzsichtig und naiv gedacht. Es war aber eine innerliche Befreiung meiner so vielen Gedanken. Ich musste einfach mit Menschen darüber sprechen. Zu Hause konnte ich das nur im begrenzten Rahmen führen und das waren nur zwei Personen. Einmal ein sehr guter Freund und dann die Person, die mir Schlaftabletten für meine Flucht besorgt hatte.
Mein Vater, der 1978/79 zum ersten Mal als Rentner zu Besuch kam, wollte von mir die Namen wissen. Ich wollte und konnte sie ihm nicht benennen, um sie nicht zu gefährden. Ja, so war die damalige Zeit, nicht mal Vertrauen zum eigenen Vater zu haben, war schon sehr schwer. Es war für ihm auch eine Enttäuschung.
Ich bin mir dennoch bewusst, dass ich zu dieser Zeit richtig gehandelt habe.
Der Überwachungsstaat, er funktioniert auch noch nach gut 10 Jahren, ja, bis zum Fall der Mauer. Erst dann endete meine Stasi – Akte.

Gibt es heute ähnlich oder gleiche Schriftstücke?

In Hötensleben vollzog sich der Wendepunkt in meinem Leben. Seit 2009 bin ich oft in diesem Ort und fühle mich sehr verbunden mit ihm.

Da, wo zu meiner Zeit ein Stacheldrahtzaun stand und davor ein 3,20m hoher Metallgitterzaun und davor im Ortsbereich zusätzlich ein Hundelaufzaun war, steht heute eine Baumallee, südlich von Hötensleben.
Im Bereich des Ortes haben Achim Walther und seine Mitstreiter gekämpft für den Originalzustand der Mauer-Grenzanlagen. Heute ist der Denkmalbereich eine Grünanlage. Zu meiner Zeit, Morast und Wildwuchs.
Heute würden unsere Grünen-Politiker zur damaligen Zeit von einer Oase der Ökokultur sprechen. Problem war nur, dass es die Grünen, als Öko-Rebellen noch nicht gab. Ob Sommer oder Winter waren Stiefeln eine Pflicht. Zum Teil gab es aber auch Gummistiefeln, insbesondere für die Hunde Fütterer.

Vergessen kann ich es nicht und somit bekomme ich immer wieder Gänsehaut, wenn ich heute den alten Kfz-Weg zum Bahndamm laufe.

Bild
Der Zustand 1967/68.......................................................................Der Zustand 2014, also nach 1998
Hier der beschriebene Morast Weg von Ortsmitte in Richtung Süden -..............hier die Baumallee, am Ende Restbestände der Mauer
Ortsausgang, vor dem Hundelaufzaun meterhohes Grasgestrüpp

Gleichzeitig ist aber auch auf dem linken Bild zuerkennen, weil immer wieder die selben Fragen auftreten, dass die Befestigung der Metallgitterplatten auf westlicher Seite sich befinden und somit die Betonpfeiler frei zugänglich auf östlicher Seite befanden.
Bei der Betrachtungsweise des neuzeitlichen Bildes fällt mir auf, dass zu meiner Zeit zwischen 50 und 80m der Beginn des Niemandslandes, der Mienensperre war. Hier auf dem Bild rechts ist der linke Winkel-Knick der Mauer, schätzungsweise ca. 200-300m entfernt. Das werde ich in nächster Zeit mit Achim Walther erörtern. Dann wäre dies auch eine Veränderung erst nach meiner Flucht. Vom Postenplatz Bahndamm sind wir auch einmal zum Einlasstor, ca. 4-6m Breite, für das Niemandsland gelaufen und dies waren keine 200m.

Doch zunächst ging unser Besuchertrupp in Richtung Norden vom Grenzdenkmal.

Bild

Der Postenplatz hatte den Namen Kippe und war der schönste Platz während der Tagesschicht. Mit dem Fernglas konnte man sehr gut die Aussichtplattform auf der anderen Seite (West) beobachten.
Besucher waren ständig da, so auch promiente Politiker. Jedoch hatte ich nicht das Vergnügen irgendwelche Promis zu sehen.
Zu meiner Zeit gab es aber nur den kleinen Panzerbunker und nicht den B-Turm.
Größe ca. 1-1,20m im Quadrat, Platz maximal nur für 4 Personen. Zum gegenseitige Aufwärmen, kam sehr selten vor, war es aber gerade groß genug.

Bild

Der Besuchertrupp wurde von der Vergangenheit wieder eingeholt und auf der Kippe schon im Anstieg beobachtet. Rechts im Bild ist der Kfz-Abstellplatz leicht in einer Senke, mit Fernglas aus dem Westen jedoch nicht erkennbar. Dies kannte Kristian nicht und fragte mich, was dies sein sollte. Auch für einen ehemaligen Grenzschützer war dies nicht bekannt.

Kleine Geschichte von damals zwischen April und Mai 68.

Ich war noch in der Küche tätig und musste im Ort per Fahrrad etwas einkaufen. Ich war vertrauenswürdig und durfte auch allein fahren. Kurze Info im Führungsbunker geholt und ich wusste wer am Tag auf diesem Postenplatz war.
Mit einer Flasche in der Tasche, war aber kein Wasser, fuhr ich hoch zur Kippe einfach zum quatschen. Wie es nun auch kommen musste, kam auch eine Streife von 3-5 BGS-Leuten an die Straßensperre auf der Schöninger Brücke.
Ich nutzte die Gelegenheit und postierte mich vor dem Bunker mit meinen Erkennungszeichen der Sommermütze dem Käppi, in dem ich es um 90 Grad gedreht auf dem Kopf hatte.
Mit entsprechenden spaßigen Worten den Kameraden gegenüber, fiel die ganze Sache nicht weiter auf. Nun musste ich feststellen, dass über meinen Informanten die Mitteilung bei diesen Leuten noch nicht angekommen war.
Später bei meiner Recherche wurde mir mitgeteilt, dass der BGS in Braunschweig die Info erhalten hat, ist aber im Sumpf der Bürokratie nicht voll angekommen.
Ich hätte aber auch an diesem Tag die Flucht nicht riskiert. Ich hatte ja zwei Kalaschnikows im Rücken und am Leben wollte ich auch bleiben.

Die Zeit ist vorangeschritten, Zeit um einige Selfies auf der Kippe zumachen.

Bild

So sehen zufriedene Geschichtshistoriker aus.

Zurück ging es wieder zum Parkplatz und hier verlas ich ein Vernehmungsprotokoll von der letzten Offiziersstreife, eines Feldwebels, die uns aufgesucht hatten.

Die Wege zu den Postenplätzen waren vorgegeben, ein Heranschleichen der Streifen war aber auch untersagt.
Bis auf zwei Meter sind sie herangekommen, ehe wir sie bemerkt hatten. Lässig und am bodenliegend hatte ich meine Meldung abgegeben, „Posten am Bahndamm alles ok“.
Was sollten sie auch sonst für negative Dinge zu Protokoll geben. Wir standen ja durch meine bisherige Küchenarbeit in einem normalen bis guten Verhältnis.

Wir sprachen sonst noch über Gott und die Welt, über banale Dinge. Gleichlautend gaben der Feldwebel und Unteroffizier zu Protokoll, dass sie uns nicht in einem überraschenden Moment angetroffen haben und das sie auch in uns keine Nervosität erkannten.

Bild

Dies ist ein Auszug aus dem Protokoll mit Beginn um 11Uhr20 bis zum Ende um 13Uhr 00(!). Immer wieder werden meine Worte angezweifelt, ich erwähnte es bereits, dass der Streckmetallzaun nicht vor den Zementsäulen, also auf Hötenslebener Seite montiert war und das die freien Löcher so groß waren, dass der Lauf der Kalaschnikow hineinpasste.
Mehrfach kann ich den Beweis durch die Akten noch erbringen.

Fortsezung vom Teil 7 folgt gleich
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Bahndamm 68 » 15. September 2017, 19:59

Fortsetzung Teil 7
Weiterhin las ich dann das Protokoll vom Kommandeur der 7.Grenzbrigade Oberst Bär vor. Ein kleiner Mensch, sprich Zwerg, ca. 1,65m groß, aber ein großer in seiner Dienststellung. Oberst Bär ist im Jahr 2000 gestorben im Rang eines ehemaligen Generalmajors. Also kleiner Mann ganz groß geworden. Anwesend bei diesem Protokoll waren sein Stellvertreter, ein Oberst, der Regimentskommandeur, ein Oberstleutnant und sein Stellvertreter, der Bataillonskommandeur, ein Major mit Stellvertreter, sowie der Kompaniechef, ein Oberleutnant und sein Stellvertreter.

Hier zwei Auszüge davon:

Bild

Was kann hier ein Jeder entnehmen?

Wenn das Haar in der Suppe gesucht werden muss, dann findet man auch eins und dies ist die Kopfarbeit, die ideologische Einstellung zum Dienst, zum System.
Ja wir führten einen laschen Dienst. Die Soldaten führten ihren Dienst aus, ob gut oder schlecht und wir konnten für sie dabei gut leben. Die Gruppen- und die Zugführer hatten damit ihre Ruhe und der Rest der Grenzkompanie konnte auch damit so leben. Bis zum Zeitpunkt, wo etwas passierte. Was bedeutet nun eine offene Atmosphäre in der drittletzten Zeile, des 1. Auszuges?
Das ist nichts anderes, als eine Bespitzelung untereinander.

2. Auszug aus dem Protokoll

Bild

Truppenteil Henning ist das Regiment, eine Stufe unter der Brigade, deren Chef nun mal Oberst Bär war.

Hat Bär endlich etwas in der Hand gegen Henning?

Fact ist, der Regimentskommandeur wird bestraft, wegen die Gruppen-Fahnenflucht.

Wie geht es weiter in der Hierarchie nach unten?

Nun wird Major Lehmann als Bataillonskommandeur von Henning bestraft.

Lehmann agiert nun gegen Kompaniechef Oberleutnant Dormann.

Dormann gibt die Verantwortung weiter an seinen Stellvertreter, Hauptmann Braunert und meinen Zugführer Oberleutnant Preißer.

Preißer gibt sie nun an seine Gruppenführer und eventuell an das Postenpaar, die uns zuletzt kontrolliert haben. Sie haben die Situation vor Ort am Postenplatz nicht richtig eingeschätzt. Sie tragen die Hauptlast unserer Flucht.

Ergebnis:
In einer Armee, auch heute in unserem Beamtentum, gibt es Hierarchien und egal welchen Dienstgrad du hast, du bist immer der Untergebene und Schuld hat immer der Schütze-Ar…. im letzten Glied.

So war und so ist das Leben heute noch.

Wir liefen nun gen Süden an den gekürzten Beobachtungsturm vorbei.
In der Anfangsphase war er 9 oder 11m hoch.
In Laufe der Jahre kam dieser Turm in eine Schieflage, bedingt durch den morastischen Boden und musste er gekürzt werden. Bedingt durch diesen Turm ist nun ein Bauern-Stallgebäude abgerissen und eine Anzahl von Bäumen im Bereich des Bahndammes entfernt.
Das Blickfeld zum Bahndamm wurde somit erweitert.
Ob aber dadurch der Postenplatz Bahndamm gänzlich aufgegeben wurde, ist mir nicht bekannt. Gleich einen Tag nach unserer Flucht ist aus den Postenpaar, ein dreier Posten geworden und dies nur mit Soldaten und Unteroffiziere der Kategorie „A“.

Wie lang dieser Zustand Bestandteil geblieben ist, entzieht sich auch meinen Kenntnissen.

Bild

Links der alte Bahndamm aus Sicht von West nach Ost, ein Jahr danach, 1969. Die Aufnahme habe ich selbst erstellt.
Der Fluchtweg mit Geäst verbaut, damit die Störenfrieder aus dem Westen nicht so ohne weiteres in den demokratischen Teil von Deutschland, in die DDR kommen konnten.

Wer es glaubt wird selig.

Rechts im Bild, die Bahnschienen sind erhalten bis in die heutige Zeit.
Wer hat Verständnis, dass so etwas im Bild festgehalten werden muss?

Bild

Eine Journalistin 2014 vom ZDF fragte mich am Ende meiner Geschichte, was ich empfunden habe nach dem Überqueren der Schienen.
Ich konnte es ihr nicht mehr beantworten. Es war der Gedanke vorhanden, so schnell wie möglich nur weg, aus dem Schussfeld. Gezielt sind wir hinter der Brücke nach rechts in das Getreidefeld gelaufen und nicht geradeaus.

Hier endet nun unsere 26-stündige Exkursion ruhig uns entspannt.

Bild

.......................................Das Original.................................................................keine Fälschung, sondern Erweiterung
Es war schön, aber zum Teil anstrengend, in jedem Fall interessant und beeindruckend. Ich sage recht vielen Dank für das Treffen und hoffe, dass es nicht unsere letzte Zusammenkunft gewesen ist.

Was habe ich weitere Pläne?

Im nächsten Jahr habe ich meinen 50. Jahrestag im Wendepunkt meines Lebens. Es versteht sich von selbst, dass ich mit Freunden am 12.Juli 2018 in Hötensleben wieder sein werde.
In diesem Monat habe ich mich bei einer Zeitzeugenbörse in Berlin angemeldet und hatte das Vergnügen, ich meine mehr Glück dazu, dass ich die Geschichte eines Zeitzeugen im Alter von 90 Jahren mir anhören konnte.
Er hatte sich frühzeitig im jungen Alter freiwillig zur SS gemeldet. Zur damaligen Zeit nahm er auch aus Überzeugung den Bruch mit seinem Elternhaus in Kauf.

Kam nach Buchenwald als Kfz-Fahrer.
Am Tag der Tätowierung mit dem SS-Zeichen am Körper wurde Buchenwald in einem Bombenteppich gelegt. Er wurde verletzt und ist von 2 polnischen Juden aus dem Trümmern geholt und somit gerettet.
Bei einem weiteren Bombardement ist er nochmals verletzt und einer dieser beiden Männern kam ums Leben. Beide haben Buchenwald überlebt. Er hatte durch die Bombardierung die Tätowierung nicht erhalten und das war für den weiteren Verlauf für ihm lebensrettend.
Quintessenz, erst nach dem Krieg gab es eine Versöhnung mit dem Elternhaus, weil die Erleuchtung nun vorhanden war, wie sinnlos ein Krieg nur sein kann, wie schamlos man wieder die ideologische Beeinflussung der Menschen eingesetzt hatte.
Und dennoch ist nach 1945 wieder eine Diktatur entstanden und wieder konnten Menschen für bestimmte Ziele und Ideale begeistert werden.

Wollen wir dies wieder nach dem Fall der Mauer in Deutschland?

Ein Bild kommt noch.
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Bahndamm 68 » 15. September 2017, 20:00

Bild

Ende
Viele Grüße Bahndamm 68
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon augenzeuge » 15. September 2017, 21:31

karnak hat geschrieben: wir hatten einen Fiat Mirafiori und einen BMW,


Sicher konfisziert von aufgeflogenen echten Fluchthelfern. [angst]

AZ
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon ratata » 15. September 2017, 21:33

DANKE Hermann für die vielen Bilder vom Treffen in Marienborn und Hötensleben , auch für die Schilderung des Treffens.
Hoffentlich bleiben die alten Bahnschienen und das Denkmal Hötensleben erhalten .
P1060119.JPG
Habe dich im Buch "Erinnern " gefunden . ratata
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon Volker Zottmann » 15. September 2017, 21:37

Auch mein Schlusswort an Hermann:
Hab vielen Dank für Deine Mühe. [knuddel] Uns hat das Treffen an beiden Tagen viele Eindrücke und Einsichten vermittelt.

Lieben Gruß, Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon augenzeuge » 15. September 2017, 21:46

ratata hat geschrieben:DANKE Hermann für die vielen Bilder vom Treffen in Marienborn und Hötensleben , auch für die Schilderung des Treffens.
Hoffentlich bleiben die alten Bahnschienen und das Denkmal Hötensleben erhalten .
P1060119.JPG
Habe dich im Buch "Erinnern " gefunden . ratata


Das wir mal einer Meinung sind, ratata? [super]

AZ
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon ratata » 15. September 2017, 22:05

Volker Zottmann hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:
und ich habe erklärt warum das Aussteigen aus dem Fahrzeug detaliert fotodokumentiert wurde und musste


Und was wäre passiert, wenn sich derjenige geweigert hätte, das Kasperltheater mit zu machen? [flash] [ich auch]

LG

Sparta


Wieso fällt mir da ein Schlagstock ein?
Ein Onkel hat mir mal die Knebelkette zur Untermauerung seiner Erläuterungen angelegt, um zu vorzuführen, wie schmerthaft eine simple Festnahme sein kann. Hätte er wohl nie machen dürfen, ist aber dennnoch geschehen.
Ich kann mir also vorstellen,dass der Flüchtling dann auch noch ein Delinquent gewesen wäre...

Gruß Volker (Bin sicher nun auch ein Dummschwätzer)

Passt gerade zum Thred.
P1060116.JPG


P1060117.JPG


P1060118.JPG
Die Stasi schreckte vor nichts zurück. ratata
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 16. September 2017, 08:02

augenzeuge hat geschrieben:
Sicher konfisziert von aufgeflogenen echten Fluchthelfern. [angst]

AZ

Sicher, auch von denen. Für die DDR war die Fluchthilfe eine Straftat, jetzt die Fragwürdigkeit des Ganzen mal beiseite gelassen, ein überführter Straftäter bekommt in der Regel sein benutztes Werkzeug nicht zurück. Ansonsten gab es auch Fälle in denen durch den Zoll erhebliche Strafen erhoben wurden, meistens für den Versuch des Ausschmuggelns irgendwelcher wertvoller Gegenstände, in der Regel über die Transitstrecken. Die Leute bekamen eine Frist gesetzt um den Betrag zu überweisen, als Pfand wurde dann der PKW einbehalten. Manchen war das Auto wohl nicht mehr so viel wert, sie ließen die Frist verstreichen, haben den Betrag nicht gezahlt und ließen sich natürlich auch nicht mehr blicken.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Mara's Forentreffen

Beitragvon karnak » 16. September 2017, 08:32

Volker Zottmann hat geschrieben:Kristian, ich war Augenzeuge, als Du in der KFZ-Halle den Ablauf geschildert hast.
Nicht nur mir, auch den anderen lief es da eiskalt den Rücken runter,

[flash] Das tut mir natürlich leid, aber ist das jetzt nicht ein bisschen kindisches Denken, wie soll denn eine vorläufige Festnahme ablaufen, mit Danke, Bitte und ein paar Streicheleinheiten? Es muss doch klar sein, dass man eine "Stimmung" schaffen muss, konkret der der die Festnahme zu realisieren hat, in der der Festzunehmende gar nicht erst auf"dumme Gedanken kommt" und versucht Widerstand zu leisten, an einer Eskalation der Situation ist man dabei nun wahrlich nicht interessiert.
Und natürlich ist mir schnell klar geworden, dass die Frau Männicke und dieser pädagogische Leiter meinen persönlichen Hintergrund und meine Vergangenheit nicht sonderlich mag, das muss ich akzeptieren, sollte es nachvollziehen können und ich kann damit auch leben, NUR, ich schlage an solchen Stellen nicht auf um mich anzuranzen in der Hoffnung, dass man mir irgendwie als reuigen Sünder verzeiht. Ich schlage dort auf um zu beschreiben wie die Dinge abliefen und warum sie so abliefen, nicht mehr. Die Bewertung des Ganzen, ich überlasse das dem Zuhörer. Wie ich persönlich heute zu dem Grenzregime stehe, dass habe ich schon mehrmals dargelegt. Darum geht es aber nicht bei einer Beschreibung und Erklärung zu den Zusammenhängen bei der Durchsetzung dieses Grenzregimes , dabei geht es darum zu erfahren wie die Dinge abliefen und warum so und nicht anders. Ich habe durchaus nicht die Absicht eine wie immer geartete Sinnhaftigkeit des antifaschistischen Schutzwalls herauszuarbeiten. [flash]
Und wenn ein Vernehmer mit solchen Sprüchen wie in dem eingestellten Erinnerungsbericht operiert hat, ich halte das übrigens nicht für völlig unmöglich, hat sicher was mit operativer Psychologie zu tun, bei uns fand sowas nicht statt, es war gar nicht unsere Aufgabe irgendwelche Hintergründe zu ermitteln. Wir hatten eine vorläufige Festnahme zu realisieren, ohne irgendeine Panne die im Nachhinein Probleme aufkommen lässt, nicht weniger aber auch nicht mehr. Bei uns wurden den Leuten ihre Grenzen aufgezeigt aber sie wurden exakt behandelt.
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