Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Edelknabe » 18. Juni 2011, 20:32

Hallo zusammen, zum 22.Juni, dem Tag des faschischistischen Überfall auf die Sowjetunion vor 70 Jahren sind es wohl noch ein paar Tage hin aber das Ganze hatte auch eine Vorgeschichte, deswegen stelle ich das Thema heute schon einmal ein.

Deckname „Unternehmen Barbarossa“

Im Frühsommer 1941 stand das faschist. Dtschl. auf dem Höhepunkt seiner Macht. Gestützt auf die Ressourcen großer Teile Europas, traf es die letzten Vorbereitungen für den Überfall auf die UdSSR, das Haupthindernis bei der Verwirklichung der Welteroberungspläne des dt. Monopolkapitals. Am 27.9 1940 hatten Dtschl., Italien u, Japan in Berlin den Dreimächtepakt abgeschlossen, in dem sie ihre Vorherrschaftsansprüche über große Teile der Welt abgrenzten. Unter dt. Druck traten Ungarn, Rumänien, die Slowakei im Nov.1940, Bulgarien am 1.3.1941 dem Kriegspakt bei. Ein Freundschaftsvertrag mit der Türkei vom 18.6.1941 sicherte die Südflanke der bevorstehenden Aggression. In geheimen Absprachen erklärten sich die Machthaber Finnlands bereit, am Krieg gegen die UdSSR teilzunehmen.
Jedoch scheiterten die Versuche der Hitlerregierung, mit Großbritannien auf der Basis einer Juniorpartnerschaft doch noch zu einer antisowjet. Einigung zu kommen. Als Hitlers Stellvertreter Heß im Mai 1941 nach Großbritannien flog, wurde er verhaftet. Auch die amerikanischen Imperialisten sahen in den faschist. Erfolgen eine Bedrohung ihrer Machtpositionen. Der USA-Senat nahm am 11.3.1941 das Leih-u. Pachtgesetz (Lend-Lease-Act) an, das die leihweise Lieferung von Kriegsmaterial u. Versorgungsgütern an die bedrohten Länder ermöglichte.
Der Kriegsplan gegen die UdSSR (Plan Barbarossa) vom 18.12.1940 sah vor, die sowjet. Streitkräfte innerhalb weniger Wochen in den westlichen Grenzgebieten der UdSSR zu zerschlagen u. anschließend die Linie Archangelsk-Wolga-Astrachan zu erreichen.
Am Überfall beteiligten sich mit 153 Divisionen über 70% des Feldheeres. Hinzu kamen rund 40 Divisionen der Satellitenstaaten . Etwa 4,5 Mill. Mann, etwa 4000 Panzer, über 50000 Geschütze u. Granatwerfer sowie rund 4900 Flugzeuge wurden für den Angriff bereitgestellt. Neben den militär. Plänen wurden umfangreiche Vorbereitungen zur wirtschaftl. Ausplünderung der UdSSR (Oldenburgplan, Grüne Mappe) u. zur schonungslosen Vernichtung des Kommunismus getroffen (Kommisarbefehl, Richtlinien auf Sondergebieten zur Weisung Nr.21).

Quelle:"Kleine Enzyklopädie Weltgeschichte, VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1979

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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Zicke » 18. Juni 2011, 20:50

z

Doch wenn ich all jene, die mir nicht in den Kram passen, deren Ansichten vielleicht irgendwie rechts sind, weiterhin Nazis nenne, dann ist das nicht nur faktisch falsch. Ich schmälere damit letztendlich auch das Andenken an die Opfer des NS-Regimes.

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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon augenzeuge » 21. Juni 2011, 21:34

Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Edelknabe » 22. Juni 2011, 06:07

Aussagekräftige Fotos Jörg...für diesen ersten Tag vor 70 Jahren, aber dieser Wahnsinnige, dieser Adolf Hitler war es ja nicht alleine, wie man heute dem jüngeren deutschen Bürger wieder so gerne verklickern möchte.(wie damals nach 1949 den Schülern Westdeutschlands...wenn da überhaupt was verklickert wurde?)

Feldzug gewonnen
Tagebucheintragung des Generalstabschefs Halder vom 3.Juli 1941 (Auszug)

Im ganzen kann man also jetzt schon sagen, dass der Auftrag, die Masse des russischen Heeres vorwärts Düna und Dnjepr zu zerschlagen, erfüllt ist. Ich halte die Aussage eines gefangenen russischen kommandierenden Generals für richtig, das wir ostwärts von Düna und Dnjepr nur noch mit Teilkräften zu rechnen haben, die allein stärkemäßig nicht in der Lage sind, die deutschen Operationen noch entscheidend zu hindern. Es ist also wohl nicht zu viel gesagt, wenn ich behaupte, daß der Feldzug gegen Russland innerhalb (von) 14 Tagen gewonnen wurde. Natürlich ist er damit noch nicht beendet. Die weite des Raumes und die Hartnäckigkeit des mit allen Mitteln geführten Widerstandes wird uns noch viele Wochen beanspruchen.

Quelle: Deutsche Chronik 1933/1945 von Heinz Bergschicker

Rainer-Maria und einen guten Tag allen ins Forum, besser, wie der Fotograf und Kriegsberichterstatter Jewgeni Chaldej am 22. Juni 1941 in sein Tagebuch schrieb, denn der schrieb" Ein schöner Morgen und ein mieser Tag."
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon karl143 » 22. Juni 2011, 09:01

Übrigens war gestern hier ein Bericht in der Zeitung, das Russland weitere Akten aus den Archiven freigeben wird. Diese werden zur Zeit gerade digitalisiert.
Darunter sollen Akten der NSDAP sowie Wehrmachtsakten sein. Als Begründung wurde angegeben, Russland sieht seine Verdienste um die Befreiung Europas durch eine zunehmende antirussische Darstellung herabgewürdigt.
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Edelknabe » 24. Juni 2011, 06:53

Koloß unterschätzt
Tagebucheintragung des Generalstabschefs Halder vom 11.August 1941 (Auszug)

In der gesamten Lage hebt sich immer deutlicher ab, dass der Koloß Russland, der sich bewusst auf den Krieg vorbereitet hat, mit der ganzen Hemmungslosigkeit, die totalitären Staaten eigen ist, von uns unterschätzt worden ist. Diese Feststellung bezieht sich ebenso auf die organisatorischen wie auf die wirtschaftlichen Kräfte, auf das Verkehrswesen, vor allem aber auf rein militärische Leistungsfähigkeit.

Quelle: Deutsche Chronik 1933/1945 von Heinz Bergschicker

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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon LO-driver » 27. Juni 2011, 19:56

An diesem Ort, den ich auch bei meiner Wochenendtour in und um Berlin besuchte, ist dieser Wahnsinn durch Unterschrift
beendet worden.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
"Der Hintergrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten." (Albert Einstein)
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Edelknabe » 22. Juni 2014, 18:11

Vor ein paar Nächten, auf meiner täglichen Zeitungstour kam es mir so in den Sinn. Ich sehe also bei meiner Fahrt über das reife ländliche Land auf den recht großen Feldern das viele Getreide, momentan schon recht hoch gewachsen, dazu richtig volle Kirschbäume ob Süß-oder Sauerkirschen und ja da muss ich ehrlich sein, denn ab und an bediene ich mich an Zweigen, gerade diesen die über des Kunden Grundstückszäune hängen.

Dabei dachte ich so bei mir, vor gut 73 Jahren genau früh um 3.00Uhr,also wenn sich der erste Lichtschimmer, dieser flache helle Streifen im Osten zeigte muss das doch an dieser Grenze zur Sowjetunion genauso gewesen sein? Na gut, ob zu diesem Zeitpunkt auch ein sowjetischer Zeitungszusteller so wie der Rainer sich recht positiv dem Morgen verbunden durch die Landschaft bewegte wage ich schon mal zu bezweifeln, das denke ich also nicht. Außerdem war es wenn mich nicht alles täuscht ein noch friedlicher Sonntag, so half mir heute ein User auf die Sprünge und Danke noch dafür auf meine Anfrage.

Dieser dann folgende den Tod bringende Morgen sollte nicht in Vergessenheit geraten, auch nach 73 Jahren nicht.Deswegen meine dazu wenn auch zugegeben recht kurzen Zeilen.

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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Sirius » 22. Juni 2014, 20:19

Edelknabe hat geschrieben:Vor ein paar Nächten, auf meiner täglichen Zeitungstour kam es mir so in den Sinn. Ich sehe also bei meiner Fahrt über das reife ländliche Land auf den recht großen Feldern das viele Getreide, momentan schon recht hoch gewachsen, dazu richtig volle Kirschbäume ob Süß-oder Sauerkirschen und ja da muss ich ehrlich sein, denn ab und an bediene ich mich an Zweigen, gerade diesen die über des Kunden Grundstückszäune hängen.

Dabei dachte ich so bei mir, vor gut 73 Jahren genau früh um 3.00Uhr,also wenn sich der erste Lichtschimmer, dieser flache helle Streifen im Osten zeigte muss das doch an dieser Grenze zur Sowjetunion genauso gewesen sein? Na gut, ob zu diesem Zeitpunkt auch ein sowjetischer Zeitungszusteller so wie der Rainer sich recht positiv dem Morgen verbunden durch die Landschaft bewegte wage ich schon mal zu bezweifeln, das denke ich also nicht. Außerdem war es wenn mich nicht alles täuscht ein noch friedlicher Sonntag, so half mir heute ein User auf die Sprünge und Danke noch dafür auf meine Anfrage.

Dieser dann folgende den Tod bringende Morgen sollte nicht in Vergessenheit geraten, auch nach 73 Jahren nicht.Deswegen meine dazu wenn auch zugegeben recht kurzen Zeilen.

Rainer-Maria


An das Unternehmen Barbarossa musste ich heute morgen im Zusammenhang mit diesem Datum auch ganz kurz denken. Das ist eben fast so wie beim Datum 8. Mai. Nur, wieviel Prozent der in größeren Teilen an Geschichte eher desinteressierten deutschen Bevölkerung werden den 22. Juni noch in Verbindung mit dem Unternehmen Barbarossa bringen? Ich denke, keine 10 %. Das liegt bei Dir wohl auch nur daran, dass Dir Dein Vater immer davon erzählt hat, oder?
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Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon pentium » 22. Juni 2014, 20:51

"Unternehmen Barbarossa"

Etwas Lesestoff für den interessierten User

Edition geschichtswissenschaftlicher Beiträge
zum Krieg gegen die Sowjetunion 1941-1945.

http://www.historisches-centrum.de/barb ... index.html

mfg
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon SkinnyTrucky » 22. Juni 2014, 21:09

Edelknabe hat geschrieben:dazu richtig volle Kirschbäume ob Süß-oder Sauerkirschen und ja da muss ich ehrlich sein, denn ab und an bediene ich mich an Zweigen, gerade diesen die über des Kunden Grundstückszäune hängen.


Da sag ich jetzt mal nichts zu.... [mundzu]

@LO-driver, danke für die Fotos von diesem geschichtsträchtigen Ort....ich bin da selber nämlich noch nie gewesen....


groetjes

Mara
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Interessierter » 22. Juni 2014, 21:29

Zitat Edelknabe:
Dieser dann folgende den Tod bringende Morgen sollte nicht in Vergessenheit geraten, auch nach 73 Jahren nicht.Deswegen meine dazu wenn auch zugegeben recht kurzen Zeilen.


Aber in der Nacht des 17 Juni hast Du genau so wenig an die getöteten Landsleute, wie überhaupt auch ohne festes Datum an die vielen an der Grenze getöteten Mitbürger gedacht, denn gleichlautendes ist hier im Forum nicht zu finden.

Kein Kommentar.

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gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Nostalgiker » 22. Juni 2014, 21:46

Ich schrieb es doch; unqualifiziertes Gequatsche der besonders beschämenden Art.

Du bist wirklich nicht besonder helle Interessierter aber so dunkel habe ich es mir nun auch wieder nicht vorgestellt.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon pentium » 22. Juni 2014, 21:53

Zitat Wiki:

Adolf Hitler gab seinen Entschluss zu diesem Angriffskrieg dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) am 31. Juli 1940 bekannt und befahl am 18. Dezember 1940, ihn bis Mai 1941 unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ militärisch vorzubereiten. Um für die „arische Herrenrasse“ „Lebensraum im Osten“ zu erobern und den „jüdischen Bolschewismus“ zu vernichten, sollten große Teile der sowjetischen Bevölkerung vertrieben, versklavt und getötet werden. Das NS-Regime nahm den millionenfachen Hungertod sowjetischer Kriegsgefangener und Zivilisten bewusst in Kauf, ließ sowjetische Offiziere und Kommissare aufgrund völkerrechtswidriger Befehle ermorden und nutzte diesen Krieg zur damals so bezeichneten „Endlösung der Judenfrage“.

Nach anfänglichen deutschen Erfolgen leiteten sowjetische Siege in der Schlacht um Moskau Ende 1941 und vor allem in der Schlacht von Stalingrad 1942/43 Deutschlands vollständige Niederlage ein. Nachdem im Sommer 1943 die deutsche „Operation Zitadelle“ gescheitert war, ging die Initiative endgültig auf die Rote Armee über. Vor allem wegen der von Deutschen geplanten und ausgeführten Massenverbrechen an der Zivilbevölkerung starben im Kriegsverlauf zwischen 24 und 40 Millionen Bewohner der Sowjetunion sowie etwa 2,7 Millionen deutsche Soldaten. Dieser Krieg gilt wegen seiner verbrecherischen Ziele, Kriegführung und Ergebnisse allgemein als der „ungeheuerlichste Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt“.[1]

mfg
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Edelknabe » 23. Juni 2014, 07:41

Stimmt Sirius, mein Vater hat unheimlich viel aus dieser Zeit erzählt. Dafür durfte er dann von Ende 1944 bis 1949 Wiedergutmachung leisten, kam erst im Herbst 1949 nach Leipzig zurück. Ich staune eigentlich heute noch, was mein Vater als junger Kerl für ein sprichwörtliches kleines Glück hatte, somit als einfacher Infanterist dies alles (die Angriffsoperationen, dann Rückzüge ohne Ende,X-Neuaufstellungen seiner Kompanie, ein Hin und Her was Keiner mehr zählen konnte und die Jahre der Kriegsgefangenschaft)überlebt zu haben.

Bei Interessierter konnte ich mir ehrlich gesagt schon denken, das diese seine Sätze (zu meiner Person) zum Thema genau so ausfallen. Aber auch meinerseits kein weiterer Kommentar dazu.

Rainer-Maria

Einen guten Tag allen ins Forum

Auch Pentium Danke für den Text.
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Edelknabe » 21. Juni 2016, 18:02

Wollte den Fred für morgen einmal hervorholen. Viel wird es wohl nicht mehr zum beitragen geben. Ich hoffe weiterhin, das diese unsägliche momentane nicht nur wirtschaftliche Mauerei von Seiten der Deutschen gegenüber den Russen langsam wieder vernünftige kooperative Seiten annimmt.

Rainer-Maria

Und einen guten Abend allen ins Forum
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon pentium » 21. Juni 2016, 18:27

Edelknabe hat geschrieben:Wollte den Fred für morgen einmal hervorholen. Viel wird es wohl nicht mehr zum beitragen geben. Ich hoffe weiterhin, das diese unsägliche momentane nicht nur wirtschaftliche Mauerei von Seiten der Deutschen gegenüber den Russen langsam wieder vernünftige kooperative Seiten annimmt.

Rainer-Maria

Und einen guten Abend allen ins Forum


"Unternehmen Barbarossa" im Zweiten Weltkrieg
Deutsche Erinnerungskultur hat gravierende Lücken!
http://www.tagesspiegel.de/politik/unte ... 60010.html

Zitat:
Am 22. Juni 2016 jährt sich das „Unternehmen Barbarossa“, der Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion, zum 75. Mal. Der brutale Feldzug im Osten hat 27 Millionen Menschen das Leben gekostet, zwei Drittel davon Zivilisten.
...
Der 75. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion ist kein Datum für offizielles Gedenken, weder im Bundestag noch in Form von Veranstaltungen der Bundesregierung. In Berlin feiert am 22. Juni die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ihr Sommerfest – sicher keine böse Absicht, eher eine Unbedachtheit. Wie auch die Erinnerungslücke im Kalender des Deutschen Bundestags, in dem der 8. Mai nicht mehr – wie noch im Jahr zuvor – als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, sondern als Weltrotkreuztag firmiert.
...
Wir gehen nicht gut mit unserer nationalen Verantwortung um....]

Stimmt die letzte Aussage so, gehen wir wirklich nicht gut unserer nationalen Verantwortung um?

Zitat:
Mehr noch: Wir gehen nicht gut mit unserer nationalen Verantwortung um, und wir vergeben eine historische Chance für unser Verhältnis zu unserem größten Nachbarn in Osteuropa. Angesichts der schweren Spannungen müsste es das Gebot der Stunde sein, die Versöhnungsleistung der früheren Sowjetrepubliken und Russlands staatspolitisch zu würdigen. Ganz besonders in Russland haben wir immer wieder erfahren dürfen, was wirkliches Verzeihen bedeutet. An den Stätten der größten Tragödien des Zweiten Weltkriegs, auf den Schlachtfeldern bei St. Petersburg, Wolgograd und Kursk sind wir Deutsche als Freunde willkommen. Das große Geschenk an das deutsche Volk – die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten – war eben nicht allein eine Geste des Präsidenten Michail Gorbatschow, sondern gründete auf dem Einverständnis der sowjetischen Völker und der Russen.

Matthias Platzeck

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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Edelknabe » 21. Juni 2016, 19:27

Um das mal vom Platzeck etwas zu ergänzen. Ich glaube fast, wir dummen Deutschen sind schon feste dabei, richtigen Bockmist zu bauen. Dazu ne kleine Geschichte.

Meine Schwester mit Mann vor kurzem auf ner Schiffsreise. Auch ein Punkt der Reise dieses Sankt Petersburg. Sie war früher schon mal dort, um 2000 herum da war Russe noch Gastfreundlich und Sonstiges richtig Positive. Ihre Aussage jetzt, wie man Ihnen dort entgegenkam lässt nichts gutes hoffen. Ich setze mal ihre Worte hier nicht um. Ist wirklich besser so. Wir sind wohl schon ne ganze Weile dabei, es richtig zu versauen.

Rainer-Maria und Gott ne, diese Amiarscheleckerei des Deutschen, des Neudeutschen, die lässt uns nochmal richtig in die Scheiße fallen.
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon Ari@D187 » 21. Juni 2016, 19:40

pentium hat geschrieben:[...]Das große Geschenk an das deutsche Volk – die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten – war eben nicht allein eine Geste des Präsidenten Michail Gorbatschow, sondern gründete auf dem Einverständnis der sowjetischen Völker und der Russen.[...]

Hmm, wenn der Herr Platzeck damit mal nicht schwer daneben liegt...

Ari
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Re: Deckname "Unternehmen Barbarossa"

Beitragvon pentium » 22. Juni 2016, 08:42

Heute in der Freien Presse ein längerer Beitrag
Ein Krieg, der nicht vergehen will
Vor 75 Jahren überfiel Hitler-Deutschland die Sowjetunion. Was ein erneuter "Blitzkrieg" der deutschen Wehrmacht werden sollte, wurde der Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. Seitdem ranken sich viele Mythen um diesen verbrecherischen Feldzug. Die Erinnerung daran entwickelte sich in Ost und West unterschiedlich. Das ist bis heute zu spüren.

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/T ... 554573.php

Zitat:
Die Erinnerung an den Vernichtungskrieg gestaltete sich nach 1945 in Ost und West unterschiedlich. Die Bundesrepublik tat sich lange schwer mit der historischen Aufarbeitung. In den 1990er-Jahren löste die "Wehrmachtsausstellung" des Hamburger Instituts für Sozialforschung eine große Kontroverse aus - nicht nur wegen der darin enthaltenen, nachgewiesenen Fehler. Erstmals erfuhr ein breites Publikum von den Verbrechen der deutschen Wehrmacht, die bis dahin als "sauber" galt. Das Bild vom tapferen Soldaten, der für eine falsche Sache gekämpft hatte, gehörte zum Gründungsmythos der Bundesrepublik.
...
Dazu die Jenaer Historikerin Christina Morina, die sich intensiv mit der unterschiedlichen Wahrnehmung des Krieges in Ost und West nach 1945 beschäftigt hat: "Während die These vom Präventivkrieg im Westen lange Zeit in manchen Kreisen zumindest salonfähig war, wurde in der DDR von Anfang an systematisch daran gearbeitet, sie zu widerlegen. Dabei wurde aber übergangen, dass auch Stalin aggressive Kriegsziele hatte."
...
Was sind die Lektionen für die aktuelle Politik? Mit offiziellen Gedenkstunden an den Überfall vor 75 Jahren tun sich Bundesregierung und Bundestag nach wir vor schwer. "Deutschland sollte im Streit mit Russland eher die Rolle eines Vermittlers spielen, die Konflikte entschärfen. Die Russen haben nach 1945 ein positives Deutschlandbild gewonnen. Das sollte man sich nicht verscherzen", sagt Buchautor Käppner. "Wir müssen versuchen, Russland besser zu verstehen. Wenn man das täte, hätte man eine Lektion aus dem 22. Juni 1941 gelernt."

Dazu auch ein Leitartikel:
http://www.freiepresse.de/POLITIK/MEINU ... 554611.php

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