21.10.1944: Alliierte erreichen erste deutsche Stadt

Re: 21.10.1944: Alliierte erreichen erste deutsche Stadt

Beitragvon augenzeuge » 3. November 2019, 15:02

Parallel zur Internierung von Belasteten machten sie sich daran, die deutsche Bevölkerung über die Verbrechen der Nationalsozialisten aufzuklären und ihr ihre Mitschuld vor Augen zu halten.

Durch Plakate, Wandzeitungen und Kino-Wochenschauen wurden die Deutschen mit Bildern und Berichten aus den befreiten Konzentrationslagern konfrontiert. Zudem zwangen die Besatzer – ähnlich wie in Dachau oder Buchenwald – auch an einigen westfälischen Orten die Anwohner, sich die Opfer von NS-Verbrechen selbst anzusehen: So im Arnsberger Wald bei Suttrop, wo mehrere tausend Menschen an den exhumierten Leichen der von SS und Wehrmacht ermordeten Zwangsarbeiter vorbeimarschieren mussten. Ob diese Schockform der Umerziehung wirklich ein Umdenken auslöste oder eher Abwehrreaktionen hervorrief, ist umstritten; kein Zweifel kann jedenfalls daran bestehen, dass durch das Bekanntwerden des Holocausts das Dritte Reich zwar desavouiert, aber noch lange nicht bewältigt war.

Die Menschen des Jahres 1945 zogen – wie hätte es auch anders sein können – „mit alten Köpfen in die neue Zeit“. Ein Moment der Befreiung war das Kriegende für Hunderttausende von Ausländern, die als Kriegsgefangene oder sogenannte zivile Fremdarbeiter über Jahre hinweg Zwangsarbeit in Landwirtschaft und Industrie Westfalens hatten leisten müssen. In elenden Fußmärschen wurden viele von ihnen in den letzten Kriegswochen noch von der herannahenden Front weg gen Osten getrieben, andere warteten in ihren Lagern zum Schluss oft ohne jede Verpflegung auf das Herannahen der alliierten Truppen. Besonders bedrückende Bilder sind von der Befreiung der beiden größten westfälischen Kriegsgefangenenlager Stukenbrock und Hemer überliefert. Dort starben zwischen 1941 und 1945 zusammen vermutlich über 120.000 zumeist sowjetische Zwangsarbeiter an Hunger, Kälte, Krankheiten und Misshandlungen. Umso größer war die Erleichterung über das Ende dieser Leiden. Sie äußerte sich sowohl in offiziellen Feiern als auch in spontanen Freudenfesten. Die Schattenseite der Befreiung aus jahrelanger Sklavenarbeit war ein Ausbruch von Gewalt, der sich nicht nur gegen ehemalige Peiniger richtete, sondern sich auch in Plünderungen, Raubüberfällen, Vergewaltigungen und Morden Luft machte.

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... Vmi6ZFTB3H
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Re: 21.10.1944: Alliierte erreichen erste deutsche Stadt

Beitragvon Ari@D187 » 9. Dezember 2020, 19:48

augenzeuge hat geschrieben:[...]

Im Herbst 1944 planen die Amerikaner ihren Vorstoß an den Rhein. Sie wollen durch das dünn besiedelte Mittelgebirge der Eifel nach Köln gelangen. Doch auch die Deutschen versammeln alle verfügbaren Kräfte in der Gegend. Der Hürtgenwald wird zu einem der blutigsten Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs.[...]


augenzeuge hat geschrieben:Ari, wie viele Wochen vergingen zwischen der Befreiung von Aachen bis Köln? 64km!!
In diesem Zusammenhang solltest du meine Aussage werten.

AZ

Durch den "Hürtgenwald vorzugehen, statt ihn nördlich zu passieren dürfte eine grobe Fehlentscheidung von General Collins gewesen sein. Der Vormarsch bis dahin verlief so schnell, dass es Nachschubprobleme gab. Dann wurde das Gelände völlig unterschätzt.


augenzeuge hat geschrieben:Am 2. November 1944 kommt es zur sogenannten Allerseelenschlacht. Allein in den letzten Wochen des Jahres 1944 sterben im Hürtgenwald fast 70.000 Menschen, davon sind 55.000 US-Soldaten. [...]

Wo hast Du denn die hochgegriffenen Zahlen her?

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Re: 21.10.1944: Alliierte erreichen erste deutsche Stadt

Beitragvon augenzeuge » 9. Dezember 2020, 19:51

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Am 2. November 1944 kommt es zur sogenannten Allerseelenschlacht. Allein in den letzten Wochen des Jahres 1944 sterben im Hürtgenwald fast 70.000 Menschen, davon sind 55.000 US-Soldaten. [...]

Wo hast Du denn die hochgegriffenen Zahlen her?

Ari


Bitte sehr:
https://www1.wdr.de/nachrichten/kriegse ... elange%20K

AZ
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Re: 21.10.1944: Alliierte erreichen erste deutsche Stadt

Beitragvon AkkuGK1 » 10. Dezember 2020, 08:27

Bei Wikipedia werden explizit 32.000 gefallene US Soldaten genannt.
Ei sirweiw Gohronah!
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Re: 21.10.1944: Alliierte erreichen erste deutsche Stadt

Beitragvon augenzeuge » 10. Dezember 2020, 10:07

AkkuGK1 hat geschrieben:Bei Wikipedia werden explizit 32.000 gefallene US Soldaten genannt.


Richtig. Aber dort steht auch:
Über die Anzahl der Verluste (Gefallene und Verwundete) der US-Armee und der deutschen Wehrmacht gibt es kontroverse Schätzungen und Meinungen.


Die Welt sprach von mehr als 35.000....davon 12.000 Tote.

AZ
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Re: 21.10.1944: Alliierte erreichen erste deutsche Stadt

Beitragvon Ari@D187 » 10. Dezember 2020, 13:44

Habe versucht offizielle amerikanische Quellen zu finden, aber selbst in US-Foren kommen die Zahlen meist "lediglich" aus entsprechenden mit der Thematik befassten Büchern. Gut möglich, dass die Autoren die Zahlen aus US-Archiven nutzen. Demnach sind wohl ca. 24000 US-Soldaten im Rahmen direkter Kampfhandlungen gefallen und ca. 9000 durch andere Umstände. Dies gilt für den Gesamtzeitraum vom 19. Sep. 1944 bis 10. Feb. 1945. Keine Ahnung, wie der WDR auf 55000 gefallene US-Soldaten, "allein in den letzten Wochen des Jahres 1944" kommt.
Sobald es die Corona-Lage wieder zulässt, werde ich wohl mal das dortige Museum und die Umgebung besuchen.

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