von pentium » 23. April 2025, 17:31
Eine "Anfrage" für Gaseinsatz stammte schon aus 1916. Offenbar wirkte hier zunächst die Abschreckung, der Gegner würde ebenfalls mit dem Einsatz beginnen. Jedenfalls gab es Bedenken unter der britischen Truppe.
General Murray ließ sich dann in der 2. Gaza-Schlacht im April 1917 rd. 4000 Gasgranaten besorgen, um sie zum Durchbruch durch die osmanischen Stellungen einzusetzen. Sie wurden nur teilweise und in einem recht kleinen Abschnitt verschossen und als "ineffektiv" bewertet, bei rd. 30 Minuten Verschuss.*
"The other surprise weapon, poison gas, had no effect on the battlefield. The hot climate caused it to evaporate, and the strong winds dispersed it. Murray told the authors of the official history that "the 3,000 gas shells" used had " no more effect in that atmosphere than squibs would have had." **
Der Einsatz in der 3. Gaza-Schlacht war quantitativ intensiver, wohl ebenso ohne großen Effekt.
Der für Meggido geplante Großeinsatz im September 1918 wurde dann sogar abgesagt, da die osmanischen Truppen ohnehin kurz vor dem Zusammenbruch standen. Der Bestandsaufbau hatte da bereits rd. 100.000 Gasgranaten erreicht.**
Özdemir, Ottoman Army 1914-1918, Desease + Deaths, bringt keinen Hinweis auf Verluste der Osmanischen Armee durch Gasangriffe.
* TNA, WO95/4634, War Diary of 54th Division General Staff, April 1917, Appendix 10: Memorandum from Brigadier-General G. P. Dawnay, Brigadier-General, General Staff, Eastern Force, regarding the use of gas shells, 17 April 1917;
TNA, WO95/4634, War Diary of 54th Division General Staff, April 1917, Appendix 10: ‘Report on Operations Carried Out by 54th Divisional Artillery Between 16 April and 21 April 1917’.
** Woodward, Hell in the Holy Land, World War I in the Middle East.
*** Angaben nach Kitchen, The British Imperial Army in the Middle East - Morale and Military Identity in the Sinai and Palestine Campaigns, 1916–18