Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Interessierter » 15. Mai 2017, 11:32

Die Enthüllungen über Gewalt in Brandenburger Heimen reißen nicht ab. Bei den ehemaligen Heimkindern der DDR wecken sie schreckliche Erinnerungen.

Die Delinquentin hatte sich nicht mehr vom Fleck zu rühren. Sie sollte stehen und durfte sich nicht bewegen. Über viele Stunden, über Tage. Ohne Nahrung. Ohne Trinken. Inklusive der sogenannten Zuführung hungerte die 16-jährige Norda inzwischen 24 Stunden. Dann bekam sie etwas zu essen. Schmalzstulle mit viel Salz – und einen Napf Tee.

„Das war eine Prozedur, die alle Jugendlichen im Durchgangsheim Bad Freienwalde erlebten. Man wollte uns brechen. Das war der oberste Grundsatz“, erinnert sich Norda Krauel, heute 49, an die zwei schrecklichsten Jahre ihres Lebens. Frau Krauel war eines der schätzungsweise 120.000 Heimkinder, die in der DDR in Durchgangsheimen und sogenannten Jugendwerkhöfen interniert und oft gequält wurden. Krauel leidet heute noch unter dieser Zeit. „Wenn ich Bus fahre, denke ich, dass sie mich wieder wegbringen. Wenn ich außer Sichtweise meines Hauses spazieren gehe, habe ich Angst, dass sie mich einfangen.“

Krauel kämpft seit vielen Jahren mit ihren Erinnerungen an die Qualen, die sie zwischen 1980 und 1982 in Heimen in Bad Freienwalde, Burg und Alt-Stralau erlitten hat. Seit sechs Wochen aber ist alles viel schlimmer. Seit bekannt wurde, dass in den Heimen der Haasenburg GmbH in Brandenburg Jugendliche mit unwürdigen und brutalen Zwangsmaßnahmen ruhiggestellt und erzogen werden.

„Wir Alten wissen doch, was in solchen Heimen passiert“, sagt sie. „Ich habe geweint, als ich hörte, dass einer der entflohenen Jungen wieder nach Haasenburg zurückgebracht wurde. Wir haben so viele Selbstmorde erlebt. Wann hört das endlich auf!“

Der längere Beitrag geht hier weiter:
http://www.taz.de/Schicksale-in-DDR-Kin ... /!5062080/

Einfach erschreckend dieser Bericht aus dem Jahre 2013.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Interessierter » 4. Juni 2017, 08:49

Opfer der DDR-Heimerziehung - Um die Kindheit gebracht

Ursula Burkowski ist zwei Jahre alt, als ihr Weg durch Kinder- und Jugendheime der DDR beginnt. Ihre Mutter hat in den Westen rübergemacht und ihre drei Kinder zurückgelassen. Das Erste, woran sie sich erinnert, ist eine Kinderschwester, die sie mit Gurten ans Bett band. „Besondere Freude schien sie daran zu haben, mich auf ein Schaukelpferd zu setzen. Ich schrie fürchterlich vor Angst, und je lauter ich weinte, desto stärker schaukelte sie mich“, schreibt Ursula Burkowski in ihrem Buch „Weinen in der Dunkelheit“ (Bastei Lübbe Verlag, Berlin 1991; Neuauflage im Jaron Verlag, 2011).

In der sozialistischen Gesellschaft der DDR galt das Kollektiv als die beste aller Lebensformen. Kernpunkt dieser Ideologie war, dass jedes Individuum sich freiwillig und bewusst in das Kollektiv integrierte und das Beste für die Gemeinschaft und damit folgerichtig auch für sich selbst als Teil des Ganzen tat. Oberste Prämisse war also, das eigene Wohl unter das der Gemeinschaft zu stellen und in erster Linie nicht individueller Mensch, sondern funktionierender Teil eines Ganzen zu sein. Alle, die sich nicht in das „harmonische Ganze“ einfügten oder von der vorgegebenen Norm abwichen, musste demnach umerzogen werden – notfalls durch Brechung ihres Willens.

Ein Sechsjähriger wird nach der Schule abgeholt - ohne Vorwarnung


Von 1949 bis 1990 durchliefen 495.000 Minderjährige das Heimsystem der DDR, 135.000 davon waren in einem Spezialheim untergebracht und etwa 3500 im Kombinat der Sonderheime. Insgesamt gab es 662 Heime, davon 456 Normalheime mit 21.259 Plätzen, 168 Spezialheime mit 9364 Plätzen und 38 Jugendwerkhöfe mit 3031 Plätzen.

In die Fänge der „Jugendfürsorge“ gerieten alle Außenseiter: vom sozial schwachen Kind über verwahrloste oder gefährdete Jugendliche und der SED unliebsame (wie Freunde der Beatmusik) bis hin zu tatsächlich kriminellen und auffälligen Jugendlichen. Die Gründe und Familiengeschichten waren dabei absolut irrelevant. Der sechsjährige Ralf Weber beispielsweise kommt ins Heim, weil er sich auf der Straße herumtreibt, während seine alleinerziehende Mutter arbeitet. Er soll „diszipliniert werden“ und wird nach dem Unterricht von der Jugendfürsorge abgeholt. Weder Kind noch Mutter wurden davor informiert.

Der Junge überwindet die Trennung nicht, er wird wieder zum Bettnässer – für die Jugendfürsorge ein Grund, ihn immer härter zu erziehen. Vor versammelter Mannschaft wird er im Speisesaal bloßgestellt: „Wir haben einen Bettnässer. Weber steh’ mal auf. Warum machst du ins Bett?“ Abends darf das Kind nichts mehr trinken. Es muss stundenlang in einer Schale mit kaltem Wasser stehen, bis es auf die Toilette muss. Als auch das nichts nützt, setzen sie auf Selbsterziehung durch die anderen Kinder, stiften sie dazu an, den Jungen für seine „feuchten Ausrutscher“ zu verprügeln.

Der unter die Haut gehende Beitrag geht hier weiter:
http://www.tagesspiegel.de/wissen/opfer ... 44558.html

Die Autorin ist Historikerin und hat für ein Buchprojekt lebensgeschichtliche Interviews mit ehemaligen Heimkindern geführt („Gemeinschaftsfremde“, Zwangserziehung im Nationalsozialismus, in der Bundesrepublik und der DDR, Metropol Verlag, Berlin).
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Interessierter » 20. August 2018, 13:25

DDR-Kindergefängnis Bad Freienwalde - Die eisige Kälte der Macht

Im Kindergefängnis von Bad Freienwalde waren sogar dreijährige Kleinkinder der Staatsmacht ausgeliefert. Ehemalige Insassen kämpfen bis heute erfolglos für eine Opferrente und Rehabilitation. Nur eine der Betroffenen konnte sich erfolgreich bis zum Bundesverfassungsgericht durchklagen: allein und ohne Anwalt.

"Der Zaun, der stammt hier von früher, der steht unter Denkmalschutz. Und dort war dann ein großes Tor, richtig eine doppelte Eingangsschleuse. Die ging dann auf, die war etwas über vier Meter hoch. Und dann wurde man auf den Hof gefahren und dann sah man das Gebäude, total vergittert alles und man, ja, war geschockt fürs Leben."

Roland Herrmann ist 14 Jahre alt, als die Jugendhilfe der DDR ihn 1980 ins Durchgangsheim Bad Freienwalde verfrachtet. Heute dient das ehemalige Gefängnis für unbotmäßige Kinder und Jugendliche als Polizeiwache.

"Keinen Kontakt zur Außenwelt"

"Also wer reinkam, erst mal drei Tage Einzelhaft, alle persönlichen Gegenstände, auch die Kleidung, wurden einem abgenommen, auch den Kleinen. Man hatte keinen Kontakt zur Außenwelt, sogar ein Mörder, der hat seinen Sprechertag oder sonst wie oder", erinnert sich Roland Hermann. "Nein, wir waren total abgeschottet, in dieses System gefangen."

Roland Herrmann kam als Jugendlicher mit seinem Stiefvater nicht klar, schwänzte die Schule. Die Monate, die er in Bad Freienwalde gequält wurde, wie er sagt, haben tiefe Spuren hinterlassen. Schule gab es nur sporadisch, die Jugendlichen mussten in Zwangsarbeit Lampenfassungen zusammenschrauben. Wer nicht parierte, kam in Einzelhaft, erzählt Herrmann. Oder es gab Prügel, Tritte, ein schwerer Schlüsselbund flog ins Kreuz. Menschenrechtsverletzungen waren das, keine "Erziehungsmaßnahmen", sagt Roland Hermann. Er hat einen "Verein Kindergefängnis Bad Freienwalde" gegründet und fordert:

"Die komplette Rehabilitierung aller ehemaligen Insassen."

Der Vorwurf der Folter

Die Bundesratsinitiative will erreichen, dass man als Insasse eines DDR-Spezialheims grundsätzlich Anrecht auf Entschädigung hat. Norda Krauel war zur gleichen Zeit wie Roland Herrmann in Bad Freienwalde. Sie nennt das, was ihr 1980 dort geschehen ist, Folter: Die Aufseherin, die sie mit dem Kopf in einen Toiletteneimer zwingt, oder die Behandlung, als ihr Weisheitszahn eitert.

Bild
Norda Krauel: "Das schlimmste war der seelische Schmerz." (Vanja Budde/DLF)

" Man hat im Flur so einen alten Oma-Holzstuhl - ich weiß nicht, ob man sich das noch vorstellen kann - mit so breiten Lehnen hingestellt. Auf den durfte ich mich dann draufsetzen und meine Gedanken waren ja noch: Da kommt jetzt jemand und guckt sich das mal an. Aber so schnell konnte ich gar nicht gucken, war ich wiederum an der Stuhllehne an den Händen gefesselt und die Füße, und ich habe dagesessen und keine Spritze bekommen, nichts, und man hat ... also man hat mir auf alle Fälle definitiv den Weisheitszahn gezogen."

Traumatisches Erlebnis

Das schlimmste aber war der seelische Schmerz, die unmenschliche Kälte, die Demütigungen, der Mangel an Mitgefühl. Ein Lichtblick war nur ein kleiner, vierjährige Junge - für die 16-jährige Norda eine Insel der Zärtlichkeit.

"Und eines Tages, da steht der so vor mir und macht die Händchen so: Hochheben. Der war so dünn und so klein und so zart. Und da sagt der kleine Kerl zu mir, der konnte plötzlich reden, da sagt der: 'Stimmt’s? Du kannst auch meine Mutti sein, oder?' Da habe ich dieses Bündel Kind auf dem Arm gehabt und hab natürlich gesagt: 'Klar, ich kann auch deine Mutti sein.'"

Nach einigen Monaten in Bad Freienwalde wurde Norda Krauel ohne Vorwarnung in den Jugendwerkhof Burg verlegt. Es war das letzte Mal, dass sie den Kleinen gesehen hat.

"Und als ich dann nach Burg verfrachtet wurde, stand er auch oben an seinem Fenster, war ja auch alles vergittert. Und da höre ich heute auch noch die Stimme, wie er schreit: 'Nehmt mir nicht meine Mutti weg! Nehmt mir nicht meine Mutti weg, Mutti, nehmt mir nicht meine Mutti weg!' Der hat so was von geschrien, und ich konnte nicht mal winken, ihn nicht drücken, keinen Kuss geben, nichts. Und das belastet mich heute noch so. Ich fühle mich so, als wenn ich ihn im Stich gelassen habe, und da hat auch jahrelang Therapie nichts genutzt. Dass ich ihn im Stich gelassen habe, das sitzt in mir drinne."

https://www.deutschlandfunk.de/ddr-kind ... _id=393563
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon HPA » 20. August 2018, 13:38

Hier ihr Zeitzeugenprofil:

http://www.zeitzeugen.brandenburg.de/ze ... da-krauel/

Kindergefängnis Bad Freienwalde n.e.V. :

https://www.kindergefaengnisbadfreienwalde.de/index.php

"... Das Land Brandenburg ist ziemlich rot zersetzt, sage ich mal, von früher die ganzen Leute, denn die Richter- und Staatsanwaltschaft, die konnte ja nicht ausgetauscht werden, also im Prinzip leben wir noch in der alten DDR. Und da ist es sehr schwer, dass man dort Anerkennung findet."


Wie nannte der exMP ,IM "Sekretär", Manfred S. mal sein Brandenburg?: "Meine kleine DDR" [flash]
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Ronald Reagan, *1911-02-06


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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Interessierter » 30. September 2018, 07:34

Studie zeigt Zwangsarbeit in Kinderheimen in der DDR

Sie wurden schikaniert, geschlagen, eingesperrt und gedemütigt: Hunderttausende Heimkinder in der DDR haben zum Teil gravierendes Unrecht erlebt. Vor allem in Einrichtungen der Jugendhilfe zur „sozialistischen Umerziehung“ herrschten rabiate Methoden, unter denen viele Opfer bis heute leiden. Jetzt belegt eine neue Studie im Auftrag der Bundesregierung besonders schlimme Auswüchse: In den Heimen wurden Kinder und Jugendliche teilweise systematisch zur Zwangsarbeit herangezogen – unter Strafandrohung und ohne ausreichende Rücksicht auf Alter und Gesundheit.

Sogar als Leiharbeiter in der Industrie wurden Heimkinder eingesetzt: Wenn Betriebe die Leistungen des Fünfjahresplans nicht erfüllen konnten oder für den Westexport produzierten, „wurden Jugendliche von ihren Heimeinrichtungen regelrecht verliehen“.

Essensentzug für Kinder

Die Thüringer SPD-Bundestagsabgeordnete sagt: „Die Studie zeigt ganz deutlich: Die DDR hat es zugelassen, dass Kinder und Jugendliche ausgebeutet wurden.“ Dass in DDR-Kinderheimen gravierende Missstände herrschten, ist nicht neu. Die Bundesregierung hat deshalb einen „Heimkinderfonds Ost“ für die Opfer aufgelegt, 27.500 Betroffene haben Hilfen beantragt. Parallel wurde ein „Heimkinderfonds West“ geschaffen, weil auch in der alten Bundesrepublik bis in die 70er-Jahre Kinder in manchen Heimen traumatisierende Erfahrungen von Gewalt, Missbrauch und Demütigung machen mussten.

Doch bei der Aufarbeitung des rigiden DDR-Heimsystems gibt es noch „blinde Flecken“, wie die Ostbeauftragte Gleicke sagt. Unklar war bisher, wie massiv die Arbeitsverpflichtungen waren. Schon frühere Zeitzeugenberichte etwa aus dem Durchgangsheim Bad Freienwalde geben einen Eindruck: „Im Hof war eine Baracke, die vergittert war. Dort stellten wir von Montag bis Samstag Lampenfassungen im Akkord her. Wurde unser Soll nicht geschafft, hieß es für alle Sport oder Bestrafung durch Essensentzug.“

Zwangsarbeit in Kinderheimen

Aber ob man deshalb von verbreiteter Zwangsarbeit in Kinderheimen reden kann, war unter Experten umstritten – schließlich ist der Begriff Zwangsarbeit durch die Gräueltaten des NS-Regimes vorbelastet. Doch der Abschlussbericht der Forscher lässt jetzt keinen Zweifel: Zum Teil habe es sich sehr wohl um Zwangsarbeit gehandelt – erzwungene Ausbeutung ohne belastbare pädagogische Begründung. Besonders betroffen waren demnach Durchgangseinrichtungen, in denen Kinder vorübergehend untergebracht wurden, aber auch die Jugendwerkhöfe, in die angeblich Schwererziehbare oder „Staatsverleumder“ eingewiesen wurden.

Dass in den Heimen Arbeit üblich war, sei dabei nicht durchweg problematisch, heißt es in dem Bericht; verwiesen wird etwa auf einfache Tätigkeiten im Heimalltag. Zu den Methoden gehörten aber auch Strafarbeiten wie das Bodenschrubben mit der Zahnbürste oder eben erzwungene Einsätze in Betrieben. Kinder und Jugendliche seien als „Arbeitsreserve“ angesehen worden, dienten in der Industrie zur Erfüllung staatlicher Planvorgaben.

Jugendlichen arbeiteten in Industrieanlagen

„Man baute Jugendwerkhöfe in der Nähe von Industrieanlagen und ließ die Jugendlichen dort arbeiten.“ Die Studie verweist etwa auf das Volltuchwerk im sächsischen Crimmitschau, in dem Jugendliche Sonderschichten leisten mussten. Brisant: Das Werk lieferte Stoffe an große Handelsketten in Westdeutschland – die profitierten, offiziell ahnungslos, von der Zwangsarbeit.

Die Arbeitsbedingungen waren dabei zum Teil hart. Der Bericht nennt Einsätze im Dreischichtsystem oder auf dem Jugendwerkhof Freital, wo Jugendliche Gefahr liefen, „mit radioaktivem Material in Berührung zu kommen“. Die erzwungene Arbeit habe auch gravierende psychische Folgen für die Betroffenen, erklären die Forscher. Sie plädieren daher dafür, statt von Zwangsarbeit allgemein von Missbrauch zu sprechen. Das schließt spezielle Auswüchse ein: Kinder mussten auch für Privatpersonen arbeiten, heißt es in dem Report. Und: „In einem Fall sind Mädchen als Tanzpartnerinnen an NVA-Kasernen ausgeliehen worden.“

https://www.morgenpost.de/politik/artic ... r-DDR.html
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Nostalgiker » 30. September 2018, 07:46

Ich bin gespannt wann sogenannte "Forscher" im Auftrag herausfinden das das ab 7.Klasse obligatorische Schulfach UTP; ab 1970 PA; eine verdeckte Form von Zwangsarbeit war und das Fach Technisches Zeichen reine Schikane.

Mädchen wurden an die NVA zwecks Tanzabend ausgeliehen .....
Ich kenne da noch viel schrecklicheres; Jungen wurden an ein Zivilverteidigungslager in dem nur Mädchen waren zum Tanzen "ausgeliehen" .........
Zuletzt geändert von Nostalgiker am 30. September 2018, 07:48, insgesamt 1-mal geändert.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon augenzeuge » 30. September 2018, 07:48

Man sollte diese Studie mal mit den katholischen Heimen im Westen vergleichen, die einen waren so falsch wie die anderen.
Welchen Geist muss man da als Erzieher gehabt haben?
Unerbittlich, diktatorisch, gewalttätig. Sie hatten es nie anders gelernt.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon AkkuGK1 » 30. September 2018, 09:47

bei uns wurden in PA Verlängerungskabel und Fußluftpumpen - letztere fürs NSW - fast in Fließbandarbeit hergestellt - kostenfrei, also niedriger als Sklavenarbeit, die haben ja noch Essen, Kleidung und ein Dach über den Kopf bekommen. Wie es eigentlich angedacht war, schon mal handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen, aber nein es ging wieder seinen sozialistischen Gang. Subotnik am Samstag...

Kindergefängnisse, so etwas kann es eben nur im Kommunismus geben.

Das im Westen in den Kinderheimen auch unmögliche Zustände herrschten - keine Frage. Aber im Sozialismus sollte ja der Mensch erst zum Menschen werden.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon augenzeuge » 30. September 2018, 09:54

AkkuGK1 hat geschrieben:Aber im Sozialismus sollte ja der Mensch erst zum Menschen werden.


Genauso ist es. Und sooo konnte es nichts werden. Aber das durfte man nicht sagen.

Kein Wunder, dass sich mir die Nackenhaare aufstellen, wenn hier einer heute noch was von zu hohen Ansprüchen schreibt, auch wenn das allgemein gehalten war.

Eher das Gegenteil stimmt. Nach meinen Erinnerungen hatte man in der DDR gegenüber dem Westen sehr geringe Ansprüche und freute sich noch über Dinge, welche hier keinen hinterm Ofen vorholten.

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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Volker Zottmann » 30. September 2018, 11:07

Fast so alt wie der Nostalgiker hatten wir auch UTP. (Unterricht in der Produktion)
In der 7. Klasse bauten wir jeder ein metallenes Einsteckschloss für Innentüren. Da lernte man was.
In der 8. Klasse waren wir das ganze Jahr im VEB Mertikin QLB. Einzige Aufgabe war es stets reklamierte, defekte Temperaturwächter (für Waschmaschinen) zu demontieren.
Gelernt hat da auch niemals irgend jemand was. Wir waren da, um den Ausschuss zu zerlegen.
Ich glaube, dass wir als eine gewisse Arbeitseinheit voll eingebunden waren. Im Prinzip auch nur unbezahlte Stücklohnarbeit.

Gruß Volker
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Spartacus » 30. September 2018, 17:29

Nostalgiker, meinst du ESP?


Ja so hies das wohl zu unserer Zeit.

Bei mir damals, malochen im VEB Grubenlampe. Wir durften Drähte in Zinnbädern eintauchen und somit verzinnen.

Gelernt haben wir damit sicherlich auch ne Menge.

OMG [bloed]

Aber die vielen jungen Mädels die da arbeiteten, die waren richtig nett. ( heute würde man sagen, richtig geil.)

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denn es gibt ja noch zum Glück, als Beruf die Politik.

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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon AkkuGK1 » 30. September 2018, 17:44

ESP hieß Einführung in die sozialistische Produktion und das war die graue Theorie... ]
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Grenzwolf62 » 30. September 2018, 17:52

Ich durfte im UTP diese ausziehbaren Wandwäschetrockner bauen, zum Glück ohne chemische Kontaminierung.
Mit der Knute wurde ich auch nicht zur Zwangsarbeit getrieben.
Nicht mal in der Haft gab es die Knute, wir haben da, wie im UTP, einfach ohne viel Brimborium unsere angewiesene Arbeit gemacht.
Ich habe mich nun auch entschlossen für eine bessere Welt Verzicht zu üben.
Als erstes verzichte ich auf zu viele Kommas.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon zonenhasser » 19. November 2018, 11:58

Interessierter hat geschrieben:DDR-Kindergefängnis Bad Freienwalde - Die eisige Kälte der Macht


Ungeklärte Todesfälle im DDR-"Kindergefängnis"

Bild
André Pahl

In das Durchgangsheim in Bad Freienwalde (Brandenburg) wurden zu DDR-Zeiten verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche gebracht, die als schwer erziehbar galten. Hier sollten sie maximal 18 Tage bleiben, bevor sie auf andere Heime verteilt wurden. Ehemalige Insassen kämpfen bis heute um die Aufklärung der Zustände und die Anerkennung für das Unrecht, das ihnen in diesem Kinderheim angetan wurde.

Gefängnisalltag für Kinder und Jugendliche

Roland Herrmann musste sechs Monate dort leben. Er war mit seinem Stiefvater, einem SED-Funktionär, nicht zurechtgekommen und schwänzte die Schule. André Pahl war immer von daheim abgehauen, wollte zu seiner Oma. So kamen sie als Jugendliche ins Heim. Über 1.000 Kinder und Jugendliche waren in Bad Freienwalde zwischen 1968 und 1987 eingesperrt. André Pahl war neun Monate im Durchgangsheim, er nennt es „Kindergefängnis“. Die ersten drei Tage in der Einrichtung verbrachte man in Einzelhaft, danach begann die Schule und Zwangsarbeit, erzählt André Pahl.

" Haben wir gequatscht in der Zelle, dann ging es rauf auf den Gefängnishof. In der Nacht, im Schlafanzug bei minus zehn Grad. Das werde ich auch nie vergessen. Auf dem Glatteis, Entengang und Liegestütze bis zum Abwinken, bis wir dann fast umgefallen sind.
André Pahl


Bild
Roland Herrmann und André Pahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In dem ehemaligen Kinderheim befindet sich heute eine Polizeiwache. Ein Mahnmal davor erinnert an das „Kindergefängnis“. Und seit kurzem sind die ehemaligen Insassen als Opfer des DDR-Unrechts anerkannt und können eine Rente beantragen. André Pahl und Roland Herrmann haben mit anderen Betroffenen einen Verein gegründet. In seinem Haus sammelt Roland Herrmann Gegenstände aus dem Heim, die später in einem Museum an die Zeit erinnern sollen.
Ungeklärte Todesumstände

Vor dem Haus lehnt ein Grabstein. Auch der soll Bestandteil des Museums werden und an den Heiminsassen Egon Hönicke erinnern. Er kam in dem Heim unter rätselhaften Umständen zu Tode. Sein Bruder Friedhelm besucht regelmäßig das Grab. Was genau damals geschah, wurde der Familie verschwiegen. Egon Hönicke war 15, als er ins Heim kam. Der Grund: kleinere Diebstähle. Nach nur zwei Tagen im Heim stirbt er. Der Familie wird mitgeteilt, der Junge habe sich aufgehängt. Die Beerdigungskosten wurden vom Staat übernommen. Die Familie muss Stillschweigen bewahren.

Friedhelm Hönicke hat sich jahrelang bemüht, die Wahrheit über den Tod seines Bruders herauszufinden. Mehrfach hat er beim zuständigen Kreisarchiv Akteneinsicht beantragt. Die bekam er bis heute nicht. MDR-„exakt“ konnte die Akte anschauen. Detailliert wird darin beschrieben, warum Egon Hönicke ins Heim eingewiesen wurde. Details über die Umstände seines Todes finden sich allerdings darin nicht. Insgesamt soll es mindestens drei ungeklärte Todesfälle im Durchgangsheim Bad Freienwalde gegeben haben. Der von Egon Hönicke wird nun von der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder ermittelt.

© mdr.de mit Video aus "exakt" vom MDR-Fernsehen am 14. 11. 2018
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Interessierter » 19. November 2018, 13:22

Auch nach so vielen Jahren immer wieder erschreckend.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Beethoven » 19. November 2018, 13:45

Wir mussten Rattenabweisbleche herstellen. Das waren solche runden Scheiben mit einem Schlitz und einem Verschluss, die auf die Leinen gehängt wurden, wenn Schiffe im Hafen "angeleint" lagen.
Diese Scheiben sollten vor an den Leinen hochlaufenden Ratten schützen, die somit nicht an Bord gelangen konnten. Eine sinnvolle Sache, so ein Blech. Es war noch ein etwa 3 m langes Seil an dem Blech, so dass das Blech 3 m nach unten rutschen konnte und mögliche Ratten ins Wasser oder auf den Kai fielen.

Das waren schon mehrere Arbeitsschritte, vom Ausschneiden über entgraten, bohren, schrauben und all solch Zeug. Sicher, es verlangte uns nicht gerade geistige Höchstleistungen ab aber es war ja auch nur eine Tätigkeit für Hilfsarbeiter, die eben wir Jugendlichen zu erledigen hatten.

Als Sklave habe ich mich nicht gefühlt. War doch ansonsten fast alles, was mit der Schule zusammen hängt kostenlos. So gab man halt ein ganz kleines bisschen zurück. Dieser eine Tag in zwei Wochen (oder wars im Monat - weiß ich gar nicht mehr) war nun nicht gerade die Ausbeutung oder Sklavenarbeit. Wer so etwas behauptet, übertreibt aber schamlos, in meinen Augen. Es waren ja auch nur ein paar Stunden, nicht mal ein voller Arbeitstag.

Pillepalle würde ich sagen.

Freundlichst
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Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Volker Zottmann » 19. November 2018, 14:00

@Beethoven, so sinnvolle Arbeit hat auch keiner bemängelt.
Ich schrieb am 30. September 2018, 11:07 bereits, dass es beides gab. Die 7. Klasse bei uns gestaltete sich als sehr sinnvoll, 8. Klase dagegen sinnlos. Und so solltest Du auch Akkus Aussage vom 30. September 2018, 09:47 , von Dir indirekt widergegeben, einfach stehenlassen. Jeder erlebte was anderes.

Gruß Volker
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Interessierter » 1. Januar 2019, 08:55

Aufmüpfige sollten gebrochen werden

Die Eltern von Alexander Müller galten in der DDR als Staatsfeinde. Deshalb wurde der Junge in Spezialkinderheimen und Jugendhöfen erzogen. Am Sindelfinger Gymnasium Unterrieden berichtete er von seinem Martyrium.

Alexander Müller war elf Jahre alt, als ihn die Stasi auf der Straße kidnappte und in ein Kinderheim – drei Autostunden entfernt von seinem Zuhause – brachte. Der Grund: seine Eltern wollten sich nicht dem sozialistischen System anpassen. Seine Mutter schrieb politisch unliebsame Bemerkungen an die Wandzeitung in ihrem Betrieb. Deshalb entzog man ihr die drei Kinder, steckte sie in Heime. Anfangs versuchte Müller, sich anzupassen. Als er in die Pubertät kam, bekam er immer öfter Schwierigkeiten mit den repressiven Erziehern. Mit 14 habe man ihn deshalb „zwangsentschult“. In einem Jugendhof musste eine Lehre als Teilfacharbeiter in der Schlosserei machen: „Das war eine Ausbildung auf Hilfsarbeiterniveau. Keiner hat gefragt, ob ich das machen will“, erzählte Müller am Donnerstag Schülern des Unterrieden-Gymnasiums.

„Ich gehöre nicht hierher. Ich muss raus“, sagt er sich damals. Diese Idee trieb den Jungen immer wieder zur Flucht. „Doch wohin sollte man in der DDR? Irgendwann wurde man wieder geschnappt.“ Nach der dritten Flucht war es dann soweit: Alexander Müller kam nach Torgau, völlig ahnungslos, was ihn dort erwartete. „Zur Begrüßung mussten wir uns nackt ausziehen. Alle Köperöffnungen wurden untersucht, wir wurden kahl geschoren“, beschreibt Müller die Prozedur.
Prügel, Essensentzug und Zwangsarbeit

Dann ging es für drei Tage in die Arrestzelle. Anschließend mussten die Jugendlichen Zwangsarbeit leisten – acht Stunden am Tag im Akkord. „Nach der Arbeit gab es täglich Zwangssport auf dem Hof. Auch für Kranke gab es keine Ausnahme.“ Kleinste Vergehen gegen die Hausordnung wurden mit Prügel, Essensentzug oder Arrest in der Dunkelzelle bestraft. „Viele, die das mitgemacht haben, sind heute krank. Sie leiden an Angina Pectoris, Rückenbeschwerden, haben ein vergrößertes Herz“, berichtet Andreas Müller. Ganz zu schweigen von den psychischen Folgen.

„Torgau war die letzte Station des Erziehungssystem der DDR“, sagte Manuela Rummel. Sie ist Mitarbeiterin der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Zusammen mit Alexander Müller berichtete den Gymnasiasten von einer der dunkelsten Seiten der DDR. Die Neuntklässler, die alle Jahre nach der Wende 1989 geboren sind, haben sich in den vergangenen Monaten mit dem Thema DDR beschäftigt. Dazu gehörte auch eine Auseinandersetzung mit dem sozialistischen Erziehungssystem. Dazu hatten sie Müller und Rummel eingeladen.

Ein Netz von Kinderheimen und Jugendhöfen habe die DDR durchzogen, sagte Rummel. „Dort wurden bereits Vierjährige untergebracht, wenn die Eltern als politisch unzuverlässig galten.“ Jugendliche, die in den Heimen gegen die Regeln verstießen, kamen zur Strafe nach Torgau. Das Ziel dort: den Willen der Jugendlichen zu brechen. 4000 Jugendliche sind dort von 1964 bis zum Mauerfall 1989 gequält worden. Es war ein Gefängnis für Jungen und Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren, deren Vergehen darin bestanden, dass sie in der Schule aufmüpfig waren oder politisch unpassende Bemerkungen gemacht hatten.
Die meisten früheren Heimkinder sind heute krank


Zur Stadt Torgau hat Sindelfingen eine besondere Beziehung. Noch zur DDR-Zeit schlossen die Städte eine Partnerschaft. Als eine Sindelfinger Delegation 1988 für die Unterzeichnung des Vertrags nach Torgau reiste, erhielt sie einen kleinen Eindruck vom Leben in dem repressiven Staat. Doch von dem, was sich wenige Kilometer entfernt hinter den Mauern des Jugendhofwerks Torgau abspielte, dürfte wohl keiner eine Ahnung gehabt haben.

Fast flapsig erzählt Müller den 150 Jugendlichen von seinem Leidensweg. Es ist seine Art, sich emotionale Distanz zu verschaffen. Wie sehr ihn diese Jahre geprägt haben, erzählte er erst auf Nachfrage: „Ich leide bis heute an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Wenn ich zum Beispiel ein bestimmtes Bohnerwachs rieche, das mich an die Zeit in Torgau erinnert, bekomme ich Herzrasen und Schweißausbrüche.“

Seit Jahren ist der 45-Jährige arbeitsunfähig. „So wie mir ergeht es den meisten ehemaligen Insassen. Sie sind Rentner oder leben von Hartz IV.“ Was Müller richtig erbost: „Die Erzieher von damals, die haben alle nach der Wende weitergearbeitet. Einige waren sogar Chefs von sozialen Organisationen und Jugendämtern.“

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 6c896.html
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Januar 2019, 10:37

Der Gefängnisdirektor, denn der Jugendwerkhof war nichts anderes, ist genau zum Tag des Mauerfalls gestorben.

Gruß Volker
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Interessierter » 21. Januar 2019, 11:25

DDR-Heimkinder - „Erst dachte ich noch, das wird lustig“

Zehn, zwölf Stunden harte Arbeit, rund 90 Pfennig Stundenlohn. Für die DDR waren sie ein Wirtschaftsfaktor – für die Kinder und Jugendlichen oft der Ort, an dem sie gebrochen wurden: Die Spezialheime der Jugendhilfe und die Jugendwerkhöfe wurden oft dort angesiedelt, wo Arbeitskräfte fehlten.
„Schutzlos ausgeliefert“ heißt die Dokumentation der Filmemacherin Uta Rüchel, sechs Frauen und Männer lässt sie darin von ihren Erlebnissen erzählen. Sie alle sagen, sie fühlen sich bis heute stigmatisiert – fast so, als wären sie es, die schuldig sind. Am Donnerstagabend wurde der Film in der Villa Schöningen gezeigt. In ein Kino wird er wohl nicht kommen, die Zeitzeugen haben ihn lediglich für Bildungszwecke freigegeben, sagt Silvana Hillinger, Brandenburgs Beauftragte zur Aufarbeitung der Diktatur, die den Abend moderierte.

Einer der Zeitzeugen ist Torsten Jahnke, ein schmaler Mann mit schüchternem Lächeln. „Ich war kein Schulverweigerer“, erzählt er bei der Veranstaltung, er habe eben nur nicht immer hingehen wollen. „Der Lehrer war mir zu blöd, vom Charakter her.“ Torsten Jahnke war einer, der sich seine eigenen Gedanken machte. Für seinen Vater, Marineoffizier und Parteimitglied, war das nicht akzeptabel, für ihn musste auch zu Hause alles 150-prozentig funktionieren. Erst verdrosch er ihn, als er merkte, dass das seinen Sohn nicht zum besseren Staatsbürger machte, steckte er Torsten Jahnke in ein Heim in Wehrpfuhl. „Ich dachte erst noch, das wird lustig dort.“ Schnell musste er feststellen, dass alles, was draußen galt, dort außer Kraft gesetzt war.

Die Methoden der Erzieher durchschaute er schnell: „Als einer mal was gestohlen hatte, verlangten die von uns, ihm reihum mit einem Kochlöffel auf die Fingerknöchel zu schlagen.“ Als Torsten Jahnke sich weigerte, drohten sie, ihm würde das Gleiche passieren. „Die hatten da richtig Spaß dran.“ Er war der Einzige, der nicht mitmachte, der andere Junge habe danach zwei Wochen lang seine Hände nicht benutzen können.

Wer nicht spurte, dem drohte irgendwann der geschlossenen Jugendwerkhof in Torgau. „Wer von dort zurückkam, war gebrochen“, sagt Jahnke. Nicht nur wegen der Zwangsarbeit. Einer, der von dort zurückkam, ist Alexander Müller. Er leidet bis heute unter schweren psychischen Problemen. „Es gibt Hoch- und Tiefphasen, ich kann nicht einschätzen, wann es mich trifft.“ Das mache es fast unmöglich für ihn, zu arbeiten oder eine Beziehung zu führen. Er erinnert sich im Film an das grausame Sportprogramm: „350 Kniebeugen, dann 50 Runden um den Platz – das musstest du schaffen, auch wenn du innerlich tot warst.“

Claudia Engelhard bekam im Heim Tabletten gegen ihren niedrigen Blutdruck, die aber Halluzinationen auslösten: „Irgendwann sah ich Snoopy, dann kamen Flashbacks, dann der erste Selbstmordversuch.“ Später, bei ihrem Sohn, wollte sie alles besser machen: Bis heute misstraue sie Autoritäten, für ihren Sohn wollte sie lieber der beste Kumpel sein, erzählt die hübsche Frau mit dem dunklen Pony. „Ich konnte aber lange nicht verstehen, dass auch kleine Probleme ein Drama für ein Kind sein können“, sagt sie und weint.

Alle Protagonisten eint eines: Sie waren keine schwer erziehbaren Jugendlichen, sie waren nur nicht unbedingt angepasst. Manche kamen aus schwierigen Verhältnissen, wurden zu Hause missbraucht, andere hatten intakte Familien. Torsten Jahnkes Vater war in der Partei, es gab aber auch Fälle, in denen Kinder aus politischen Gründen ins Heim gesteckt wurden. Eine Petition gegen die Ausweisung Wolf Biermanns zu unterschreiben war Grund genug. Doch egal mit welchemHintergrund – im Heim waren sie abgeschottet, Elternbesuche streng reglementiert. Torsten Jahnke hat seine Eltern während seiner Zeit im Heim von 1971-74 nicht einmal gesehen. Mit einer Entschuldigung der damals Verantwortlichen rechnet er nicht - „das wäre schön, ist aber utopisch“. Den Betroffenen fehlt eine Lobby, sagt Hilliger, „leider haben sie oft Probleme, sich zu organisieren“. Das habe bestimmt auch mit den Erziehungsmethoden in den Heimen zu tun. Die Jugendlichen sollten dort nicht solidarisch miteinander sein.

https://www.pnn.de/kultur/ddr-heimkinde ... 38434.html
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon AkkuGK1 » 21. Januar 2019, 15:03

Ja und diese verdammte Siegerjustiz hat alle Verantwortlichen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. [mad]
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon karnak » 21. Januar 2019, 15:18

Interessierter hat geschrieben:
Einer der Zeitzeugen ist Torsten Jahnke, ein schmaler Mann mit schüchternem Lächeln. „Ich war kein Schulverweigerer“, erzählt er bei der Veranstaltung, er habe eben nur nicht immer hingehen wollen. „Der Lehrer war mir zu blöd, vom Charakter her.“

Mit so einer Einstellung bringt man es natürlich überall weit. Unfassbar wie man noch im Nachhinein solchen Mist erzählen kann.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon AkkuGK1 » 21. Januar 2019, 15:20

Das frag ich mich bei deinem Beitrag allerdings auch.
König von Deutschland, das kann ich mir richtig vorstellen, die Gefängnisse wären voll mit Gesperrten - ich bin raus.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Interessierter » 21. Januar 2019, 17:00

Zitat karnak:
Mit so einer Einstellung bringt man es natürlich überall weit. Unfassbar wie man noch im Nachhinein solchen Mist erzählen kann.


Kinder und Jugendliche aufgrund von Fehlverhalten Zwangsarbeit verrichten zu lassen, sie körperlich zu misshandeln und seelisch zu brechen, findest du anscheinend in Ordnung? Erzähl das doch einfach mal deiner Tochter und deinem Enkelkind.

Ich kann dem Olaf nur beipflichten.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon karnak » 21. Januar 2019, 17:14

Nee, ich finde den Umgang mit Jugendlichen in dieser Zeit in vielen Gegenden und Bereichen dieser Welt für übel.
Das hat aber nichts mit diesem dummen Geschwatz dieses Menschen zu tun, denn heute ist er kein Jugendlicher mehr, da müsste langsam etwas Verstand eingezogen sein. Wenn ich auch in den letzten 20 Jahren feststellen musste, diese saublöden Lebensaufassungen mif denen man sich auch noch wichtig macht sind als Bodensatz einer grenzenlos ausgelegten Freiheit salonfähig geworden und solche Spinner bekommen dann nichts auf die Kette und schnorren sich in der Regel durchs Leben. Das denen durch Methode Jugendwerkhof abzuerziehen mag übel sein, einer solchen Entwicklung ohne gegenzusteuern zu zuschauen allerdings auch.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Interessierter » 21. Januar 2019, 17:57

Zitat karnak:
Das hat aber nichts mit diesem dummen Geschwatz dieses Menschen zu tun, denn heute ist er kein Jugendlicher mehr, da müsste langsam etwas Verstand eingezogen sein.


Vielleicht solltest du das besser erst einmal von Teilen deiner ehemaligen Kollegen und der bewaffneten Organe einfordern, die damals als Erwachsene aus voller Überzeugung einer Diktatur als Schild und Schwert dienten. Bei denen war zu DDR - Zeiten aus unterschiedlichen Gründen kein Verstand eingezogen und ist es auch heute noch nicht.

Du mußt gar nicht erst bezüglich des menschenverachtenden Umgangs mit Jugendlichen auf verschieden Teile der Welt ausweichen. Hier geht es alleine um Verbrechen und Straftaten an Jugendlichen, die in der DDR begangen wurden, dem Staat den du treu und ergeben gedient hast.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Nostalgiker » 21. Januar 2019, 18:13

Bevor du hier unwissend rumschwätzt Interessierter schau dir einfach den Film "Freistatt" an.
Anschließend erzähl uns das es damals im Westen humaner war .....

Übrigens ist der Film auf allen 'deutschen' Streaminportalen komischerweise nur als "Kaufvideo" verfügbar; ein Schelm der da schlechtes denkt .......
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon AkkuGK1 » 21. Januar 2019, 18:21

6 Monate im Jugendwerkhof hätten vielleicht auch dich gebrochen, vielleicht auch nicht, als Wärter steht man sich ja nicht so viel aus...

wenn deine Sätze lese, da kommt mir der Kaffee hoch!
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon Nostalgiker » 21. Januar 2019, 18:24

AkkuGK1 hat geschrieben:6 Monate im Jugendwerkhof hätten vielleicht auch dich gebrochen, vielleicht auch nicht, als Wärter steht man sich ja nicht so viel aus...

wenn deine Sätze lese, da kommt mir der Kaffee hoch!


Eigenes Erleben Akku? Würde mich nicht überraschen, ansonsten noch ein Tipp; wechsle die Kaffeesorte.
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Re: Peinigen und brechen - Schicksale in DDR-Kinderheimen

Beitragvon augenzeuge » 21. Januar 2019, 19:28

Nostalgiker hat geschrieben:Bevor du hier unwissend rumschwätzt Interessierter schau dir einfach den Film "Freistatt" an.
Anschließend erzähl uns das es damals im Westen humaner war .....

.


Und woher kommen dann die Infos über die katastrophalen Umstände in der DDR, du unwissend Schwätzender!
AZ
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