Lehrer Ach wohnt in der Stadt Göttingen. Dort hätte er laut eigener Aussage „wochenlang“ auf einen Termin warten müssen. Schneller geht die Auto-Anmeldung dagegen im Landkreis Göttingen (Niedersachsen). Doch es gab ein Problem: die Adresse. Die Zulassungsstelle dort ist nur für Einwohner des Landkreises zuständig. Also zog Ach zu einem Freund auf einen großen Hof.
Der Zeitdruck war groß, denn Friedrich Ach ist auf sein Auto angewiesen. Er unterrichtet Mathematik, Physik und Informatik am Eichsfeld-Gymnasium in Duderstadt. Mit dem Auto dauert sein Arbeitsweg zur Schule etwa eine halbe Stunde. Ohne Auto wäre es deutlich komplizierter gewesen. „Ich bin auf das Auto angewiesen und hatte nur für einige Tage übergangsweise eines geliehen.“
Anmeldung noch am selben Tag
Der Plan ging auf. Der Lehrer wohnte vier Wochen in dem Appartement und konnte sein Auto sofort anmelden. Noch am selben Tag war die Sache erledigt. Die Probleme mit der Zulassungsstelle in Göttingen sind seit Jahren bekannt. Immer wieder berichten Bürger von langen Wartezeiten. Anfang Februar war die Behörde wegen Personalmangels sogar komplett geschlossen, bestätigte die Stadt.
Lehrer muss Fahrzeug wieder ummelden
Ohne Risiko ist der ungewöhnliche Umzug allerdings nicht. Rechtsanwalt Arndt Kempgens erklärt mit Blick auf das Bundesmeldegesetz, dass ein Umzug problematisch sein kann, wenn er nur erfolgt, um Vorteile zu bekommen. Im Zweifel könne eine Geldbuße von mehreren Hundert Euro drohen. Lehrer Ach bleibt gelassen. Er habe ja tatsächlich in der Wohnung gelebt. Inzwischen ist alles wieder beim Alten: Nach vier Wochen meldete er seinen Wohnsitz und auch das Auto wieder in der Stadt Göttingen um.
AZ
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