Die NVA im August 1968

Prager Frühling, Einmarsch in die CSSR 1968

Die NVA im August 1968

Beitragvon pentium » 21. August 2015, 12:20

Lassen wir einmal einen Zeitzeugen zu Wort kommen:

http://www.hptnzmfnv.homepage.t-online. ... sommer.htm

Zitat:
Sowjetische Truppen in der CSSR, die 11.MSD hier unmittelbar an der Grenze und die 7. Panzerdivision der NVA aus Dresden als Nachbar. Sie hatte auch an die Grenze verlegt, stand voll entfaltet in Bereit- schaft. Wie würde der Westen, die NATO militärisch reagieren. Das politische Getöse war groß, man überschlug sich mit Meldungen. Gibt es eine unmittelbare militärische Auseinandersetzung mit der NATO oder nicht. Stehen wir am Abgrund zu einem neuen Weltkrieg ?. Keiner war in der Lage die Fragen zu beurteilen und zu beantworten. Wir wurden darauf vorbereitet. Kurzfristig erfolgte die Ausgabe und Ver- teilung von scharfer Munition auf die Trupps der Nachrichtenzentrale. Das machte die Gedankenspiele nicht einfacher. Ein Kampfsatz an Munition pro Angehöriger der Besatzung, dazu Munitionskisten mit Handgranaten auf den Fahrzeugen. Spätestens jetzt wurde jedem Einzelnen der Ernst der Lage be- wusst. Mancher zeigte beim Transport der Kisten Blässe im Gesicht. Das war nicht zu übersehen. Die Truppführer von Funktrupps kleiner Leistung wurden individuell in mögliche Aufgaben zur Sicherung von Funkverbindungen an Marschstraßen eingewiesen. Anschläge wären nicht ausgeschlossen. Auf mög- liche Gefahren wurde aufmerksam gemacht. Vorbereitete und versiegelte Umschläge mit Marschrouten auf topografischen Karten, Stellplätzen und Funkunterlagen wurden ihnen ausgehändigt. Ihre Anwen- dung sollte mit der Übergabe eines Kennwortes erfolgen. Die eingetretene Lage gab Anlass zu ernsten Gedanken. Das war in der Truppe zu spüren, auch Angst machte sich breit...

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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Interessierter » 3. Mai 2017, 10:52

Befehlsverweigerung in der NVA

Bild

In den Einheiten der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR herrscht seit dem Frühsommer 1968 erhöhte Alarmbereitschaft. In den Führungsstäben rechnet man mit einem militärischen Eingreifen in der Tschechoslowakei, um dort die „Konterrevolution“ niederzuschlagen. Die ständigen Truppenübungen des Warschauer Paktes innerhalb der CSSR sowie entlang der Landesgrenzen sollen sowohl die Prager Führung als auch das tschechoslowakische Volk einschüchtern.

Für die einfachen Soldaten bedeutet die erhöhte Gefechtsbereitschaft Urlaubs- und Ausgangssperre, verschärfte disziplinarische Maßnahmen und mehr Wachdienste. Schließlich rücken sie sogar in die Bereitstellungsräume aus. Entlang der Grenze kampieren im Sommer 1968 so viele Truppenteile der NVA wie sonst nur unter Manöverbedingungen. Erhöhte Alarmbereitschaft heißt für die Soldaten, dass sie weitgehend von der Außenwelt isoliert sind.

Erhöhte Alarmbereitschaft bei der NVA


Eigene Kofferradios sind verboten. Auf den Empfangsgeräten in den Kompanieklubs sind die Sender der DDR gekennzeichnet. Das Abhören von NATO-Sendern wird teilweise bestraft. Auch das deutschsprachige Programm der CSSR wird als Feindsender eingestuft. Einmal täglich wird das Neue Deutschland verteilt. Das Verlautbarungsblatt der Partei erweckt den Eindruck, dass in Prag eine „bewaffnete Konterrevolution“ vor der Tür und die NATO schon Gewehr bei Fuß steht, um in der CSSR einzumarschieren.

Die Soldaten fühlen sich isoliert und verunsichert, die Horrornachrichten heizen die Gerüchteküche an. Man munkelt, dass – wie schon einmal während der Kubakrise 1962 – die Wehrpflicht verlängert werden soll. Das soll für jene Soldaten gelten, die turnusmäßig Ende Oktober 1968 entlassen werden müssten. Während der Politschulungen geraten die zuständigen Offiziere in Erklärungsnot, zumal sie kaum besser informiert sind als die Wehrpflichtigen. Viele Soldaten melden sich krank, manche erklären, dass sie die Waffen nicht gegen ihre Klassenbrüder richten wollen. Die Staatssicherheit registriert Fälle von Sabotage.

Wir müssen draußen bleiben: Enttäuschung bei der SED


In der Nacht zum 21. August 1968 bleiben die Einheiten der NVA an der Grenze stehen. Zugleich marschieren Truppen der Sowjetunion, Ungarns, Polens und Bulgariens in die CSSR ein und beenden gewaltsam den Prager Frühling. Diese Entscheidung, auf die NVA-Truppen zu verzichten, fällt kurzfristig und an oberster Stelle in Moskau. Die Führung der SED ist enttäuscht, dass die eigene Armee nicht teilnehmen darf. In ihrer Propaganda erweckt sie jedoch den Eindruck, dass NVA-Einheiten sehr wohl auf dem Territorium der CSSR operieren.

In den Monaten rund um den Prager Frühling wird jeder Widerspruch in der NVA rigoros unterdrückt. Schon bei kleineren „ideologischen Unklarheiten“ kommt es zu Parteistrafen oder Rügen – bis hin zum Ausschluss aus der Armee. Einige Offiziere werden wegen abweichender Meinung unehrenhaft aus dem Dienst entlassen. Etwa 20 Armeeangehörige werden im Zusammenhang mit den Ereignissen in der CSSR strafrechtlich verfolgt. Es sind vor allem untere Dienstgrade: Wehrpflichtige, Unteroffiziere und Offiziersschüler.

Ein 21-jähriger NVA-Angehöriger stellt sich „offen auf die Seite der Konterrevolution“. Er fordert seine Kameraden auf, im Falle eines Einmarsches in die CSSR nicht zu schießen und deshalb die Schlagbolzen aus den Maschinenpistolen zu entfernen. Er erhält eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten.

https://www.jugendopposition.de/themen/ ... in-der-nva
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Beethoven » 3. Mai 2017, 14:51

Na, zum Glück ist die NVA außer bis in den Wald, nirgendwohin gekullert. Da hilft auch alles Wehklagen nicht.
Und ob die SED-Führung traurig darüber war, kann ich nicht einschätzen. Ich denke es wird ein seufzer der Erleichterung gewesen sein. Wer schickt seine Soldaten schon gerne zu solch einer Aktion wo man eigentlkich nur verlieren kann?

Das schon mal wieder Schwachzug verbreitet wird, erkennt der Wissende daran, dass man den Schlagbolzen als solchen, ohne Spezialwerkzeug, dass nur die Waffenwerkstatt hatte, gar nicht aus dem Drehverschluss ausbauen konnte [hallo] Das wird sogar Volker bestätigen können.

Gruß
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Volker Zottmann » 3. Mai 2017, 15:01

Aber ob Volker das will? [laugh]
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Edelknabe » 3. Mai 2017, 16:58

Was willst du denn mit dem Volker Beethoven, der konnte unter Garantie gerade mal so ne eigene Maurerkelle von einer AK 47 unterscheiden.Und wer von uns Grundwehrdienstleistenden hatte sich eigentlich überhaupt später noch mit dem Waffenkram näher beschäftigt, ich tippe mal so auf gerade 15%. Außerdem wird Volker seinem ideologischen Busenfreund Interessierter sinngemäß nicht in den Rücken schießen.

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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Volker Zottmann » 3. Mai 2017, 18:54

Edelknabe hat geschrieben:Was willst du denn mit dem Volker Beethoven, der konnte unter Garantie gerade mal so ne eigene Maurerkelle von einer AK 47 unterscheiden.Und wer von uns Grundwehrdienstleistenden hatte sich eigentlich überhaupt später noch mit dem Waffenkram näher beschäftigt, ich tippe mal so auf gerade 15%. Außerdem wird Volker seinem ideologischen Busenfreund Interessierter sinngemäß nicht in den Rücken schießen.

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Das geht auch nicht Rainer, wenn der Bolzen fehlt. [laugh]

Ich weiß nur noch, dass man das Magazin raushaken konnte und hinten stirnseits ein Knopf zu drücken war, damit der Deckel den Überströmkanal freigibt. Mehr kann ich wirklich nicht beitragen, bei insgesamt 4 Schießen und insgesamt etwa 12 bis 15 Schuss in 18 Monaten ist mein Wissen darum nicht stark ausgebildet. Dazu kommt permanentes Desinteresse. Putzen mussten wir die Flinte aber fast jede Woche. Weil wir die ja sogar bei den Bauübungen mit zum Putzen (Mörtel) nehmen mussten. Da setzten die Knarren in der Luftfeuchte sofort Rost (sagte unser Spieß) an.

Gruß Volker
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Beethoven » 4. Mai 2017, 07:42

Ja Volker, ich bestätige - Du hast keine Ahnung.

Um den Gasüberströmkanal, der ja unter einem Handsschutz verborgen war, zu entfernen, nach dem man den Gaskolben mit Verschluß entfernt hatte, mußte man keinen Knopf drücke, sondern einen kleinen Hebel nach oben klappen. [hallo] Ist aber wirklich völlig unbedeutend für Dich und auch für alle anderen User hier.

Nur konnte man eben den Schlagbolzen als normaler Soldat nicht entfernen, sondern nur den Drehverschluss mit Schlagbolzen. [wink]

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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon pentium » 4. Mai 2017, 09:04

Und wer hatte bei der NVA eigentlich eine Maschinenpistole?
Aber gut ist Nebensache.
Falls nicht schon vorhanden, hier ein Zeitzeugenbericht:
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Volker Zottmann » 4. Mai 2017, 10:09

Beethoven hat geschrieben:Ja Volker, ich bestätige - Du hast keine Ahnung.

Um den Gasüberströmkanal, der ja unter einem Handsschutz verborgen war, zu entfernen, nach dem man den Gaskolben mit Verschluß entfernt hatte, mußte man keinen Knopf drücke, sondern einen kleinen Hebel nach oben klappen. [hallo] Ist aber wirklich völlig unbedeutend für Dich und auch für alle anderen User hier.

Nur konnte man eben den Schlagbolzen als normaler Soldat nicht entfernen, sondern nur den Drehverschluss mit Schlagbolzen. [wink]

Gruß


Du wirst das mit Sicherheit besser erinnern.
Ich meinte auch nur die oberste Blechabdeckung (Haube). Um die zu lösen war hinten ein eckiger Knopf oder Riegel einzudrücken, damit der Deckel abschnippen konnte. Uns hat man da immer was vom Überströmkanal erzählt. Unser 7-Klassen-Spieß war aber mehr verpicht, dass wir den Lauf säubern und ölen. Der Arsch fand beim Durchsehen immer Fusseln und Haare. Obwohl wir dann nichts mehr dran machten, hieß es bei erneuter Kontrolle: "Warum nicht gleich so, Genosse?"
An diesen Strunsdummen erinnere ich mich genauer als an die olle Russenflinte.

Gruß Volker
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Beethoven » 4. Mai 2017, 11:17

Volker, da hast Du natürlich recht. Das war die obere Abdeckung der AK.

Der Überströmkanal war das etwas kürzere, gelöcherte Rohr über dem Lauf der Waffe.
Durch diesen Kanal strömte, das sich bei Abgabe des Schusses ausbreitende, Expolsivgas welches in erster Linie das Geschoss aus dem Lauf trieb. Ein Teil dieses Gases wurde abgeleitet in den Überströmkanal und drückte nun rückwärts auf den Kolben, der sich dann mit dem Verschluss nach hinten bewegte. Die Dir sicherlich noch in Erinnerung befindliche Feder (die übrigens auch auf den von Dir gemeinten Knopf drückte) drückte den Kolben wieder nach vorne. Beim diesem Hub nach vorne nahm der Drehververschluss eine neue Patrone aus dem Magazin mit und man konnte dadurch den nächsten Schuss auslösen.

Aber wie gesagt, dass sind Fragen der inneren Ballistik und interessiert vermutlich keinen hier. [hallo]

Trennung

Die AK war eigentlich keine Maschinenpistole, auch wenn diese in der NVA so bezeichnet wurde. Sie war und ist eigentlich ein klassisches Sturmhewehr.
Maschinenpistolen, die ja Pistolenmunition verschießen musste, um diesem Namen gerecht zu werden, gab es in der NVA nur sehr begrenzt. In meinem Truppenteil gab es davon ganze 6 Stück. Das war die "Scorpion", die aber nur bei Personenschutzaufgaben verwendet wurde.
Heute sieht man diese MPi öfter mal in Krimis, wo meistens die Bösen, diese Waffe führen.

Gruß
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Interessierter » 4. Mai 2017, 14:46

Zitat Beethoven:
Nur konnte man eben den Schlagbolzen als normaler Soldat nicht entfernen, sondern nur den Drehverschluss mit Schlagbolzen.


Wie man sieht, kann man mit so einer bekloppten Korinthenkackerei über eine völlige Nebensächlichkeit, ein Thema zerschießen. Ob bewußt oder absichtlich, lasse ich einmal dahingestellt.
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon HPA » 4. Mai 2017, 15:18

Genau, völlig irrelevant

Ehrlich gesagt wüste ich das jetzt auch nicht mehr wie man ne AK zerlegt. Letztens hatte ich sogar anfängliche Schwierigkeiten mit dem Verschlusskopf eines G-3 bis mir der Trick mit dem Trageriemen wieder einfiel.
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Spartacus » 4. Mai 2017, 17:49

HPA hat geschrieben:Genau, völlig irrelevant

Ehrlich gesagt wüste ich das jetzt auch nicht mehr wie man ne AK zerlegt. Letztens hatte ich sogar anfängliche Schwierigkeiten mit dem Verschlusskopf eines G-3 bis mir der Trick mit dem Trageriemen wieder einfiel.


Nun ja, fehlt halt die Übung.

Wenn ich mal zurückdenke und weiß, das ich eine amerikanische Browning M2 / 12,7 mm "blind" zerlegen und wieder zusammenbauen konnte. Knifflig war die starke
Feder, die man im Gehäuse einschieben und dann innen einhaken musste. Wenn man das nicht gut hin bekam, konnte die herausschnellende Feder einem die Hüfte glatt
durchschlagen. Die Waffe wog übrigens mit Kanone um die 40 KG.

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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon pentium » 4. Mai 2017, 18:22

Spartacus hat geschrieben:
HPA hat geschrieben:Genau, völlig irrelevant

Ehrlich gesagt wüste ich das jetzt auch nicht mehr wie man ne AK zerlegt. Letztens hatte ich sogar anfängliche Schwierigkeiten mit dem Verschlusskopf eines G-3 bis mir der Trick mit dem Trageriemen wieder einfiel.


Nun ja, fehlt halt die Übung.

Wenn ich mal zurückdenke und weiß, das ich eine amerikanische Browning M2 / 12,7 mm "blind" zerlegen und wieder zusammenbauen konnte. Knifflig war die starke
Feder, die man im Gehäuse einschieben und dann innen einhaken musste. Wenn man das nicht gut hin bekam, konnte die herausschnellende Feder einem die Hüfte glatt
durchschlagen. Die Waffe wog übrigens mit Kanone um die 40 KG.

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Herrlich, einfach köstlich diese letzten beiden Beiträge! Erst ist das zerlegen der AK völlig irrelevant und dann wird über das völlig irrelevante trotzdem berichtet. Und natürlich zwingt dann eine dunkle Macht den nächsten User zu einem ebenso völlig irrelevanten Beitrag.
Thema ist übrigens "Die NVA im August 1968"

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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Beethoven » 5. Mai 2017, 11:06

Interessierter hat geschrieben:
Wie man sieht, kann man mit so einer bekloppten Korinthenkackerei über eine völlige Nebensächlichkeit, ein Thema zerschießen. Ob bewußt oder absichtlich, lasse ich einmal dahingestellt.


Ich lach mich schlapp. Das von Dir? Und Dein Paladien, der ansonsten so fast jedes Thema zerschießt, gleich hinter her- [flash]

Im Übrigen gehört meine Einlassung sehr wohl zum Thema, wenn in dem einkopierten Beitrag, anders kennen wir es ja kaum, offensichtlich Fehler enthalten sind. [hallo]
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon SCORN » 5. Mai 2017, 15:50

zur ehrenrettung von volker und auf die gefahr hin von pentium abgewatscht zu werden: nimmt man den gehaeusedeckel ab, welchen man durch druecken des besagten knopfes am hinteren deckel entriegelt, kommt die verschlussfeder zum vorschein welche im verschluss ruht. endarretiert man diese, kann man sie nach hinten heraus ziehen. danach laesst sich der verschluss ebenfalls nach hinten herausziehen. im verschluss unten ist der drehverschluss integriert welcher den schlagbolzen enthaelt. (dieser kann tatsaechlich nur in der werkstatt aus dem drehverschluss entfernt werden).
am verschluss vorne sitzt der gaskolben, welcher mit dem herausziehen des verschlusses zum vorschein kommt und mit diesem entnommen werden kann.

volker hat also nur den gaskolben mit den gaszylinder oder gasueberstroemzylinder verwechselt. nach der langen zeit und seiner position bei NVA, eine zu entschuldigende verwechslung!

zum thema, ich denke auch die behauptung dass die NVA-fuehrung "bedauerte" dass sie nicht in der cssr einmaschieren konnte ist einfach eine unterstellung welche durch nichts belegt werden kann. ein nicht geringer teil der nva generalitaet von 68 hatte den wk II noch am eigenen leibe erlebt, egal auf welcher seite.
diesen "kriegsluesternheit" zu unterstellen ist einfach geschichtsfaelschung!

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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Mai 2017, 15:59

SCORN hat geschrieben:volker hat also nur den gaskolben mit den gaszylinder oder gasueberstroemzylinder verwechselt. nach der langen zeit und seiner position bei NVA, eine zu entschuldigende verwechslung!



SCORN


Ich habe gar nichts verwechselt! Weil ich auch anfangs nur schrieb, dass ich den Knopf drückte und so der Deckel abgeht. Uns wurde irgendwas vom Überstömkanal erzäht. Auch der hat mich nie interessiert. Ich schrieb seit Anbeginn, dass mich das Teil nie interessierte.

Gruß Volker
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon SCORN » 5. Mai 2017, 16:32

Volker Zottmann hat geschrieben:
Ich habe gar nichts verwechselt!

Gruß Volker


wenn du meinst, dann ist es halt so. nur schreibst du selbst dass dich das teil damals schon nicht interessierte, weisst aber nach über 45 jahren immer noch haargenau dass man dir "gaskanal" statt "gaskolben" sagte!

respekt!

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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Kumpel » 5. Mai 2017, 16:45

SCORN hat geschrieben:diesen "kriegsluesternheit" zu unterstellen ist einfach geschichtsfaelschung!



Kriegslüsternheit war nicht die Maßgabe , es war die Angst der Genossen in Ost-Berlin vor einem Übergreifen dieses Prager Frühlings auf die DDR und ein damit verbundener Machtverlust der SED.
„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“
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Re: Die NVA im August 1968

Beitragvon Interessierter » 29. April 2018, 13:36

Die Erinnerung an den Einmarsch

Biographische Interviews an der deutsch-tschechischen Grenze

Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts "EU Border Identities" wurden in sechs Paaren exemplarisch ausgewählter mittelosteuropäischer Grenzorte biographische narrative Interviews erhoben, und zwar in Drei-Generationen-Familien (jeweils in sechs Familien auf jeder Seite), die zeigen sollen, welche Bilder von der Grenze und den Menschen diesseits und jenseits in den Köpfen zu finden sind.

Der Einmarsch

In der DDR gehörte der "Prager Frühling" – wie etwa auch "Flucht und Vertreibung" nach dem Krieg – zu den Tabuthemen. Das Reden über die Vorgänge im Nachbarland hatte die Grenzen privater Zirkel kaum überschritten, zumal es aufgrund der Allgegenwart der Staatssicherheit gefährlich war, sich öffentlich dazu zu äußern. Selbst nach dem Wegfall politischer Restriktionen hat sich an der Zurückhaltung wenig geändert; der Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die ČSSR im August 1968 bleibt sowohl in Ostdeutschland als auch in Tschechien vielfach tabuisiert. Daher sind die historischen Fakten oft nur andeutungsweise bekannt. Fest steht im Hinblick auf die beiden untersuchten Grenzorte Bärenstein und Vejprty/Weipert, dass während des Sommers 1968 mehrere Manöver in den Grenzgebieten zur ČSSR stattfanden.

Schließlich begann am späten Abend des 20. August 1968 die Besetzung der ČSSR, um das Auseinanderbrechen des "sozialistischen Lagers" zu verhindern. Vorgeschoben wurde ein "Hilferuf" von "Persönlichkeiten der Partei und des Staates" der ČSSR, um "dem tschechoslowakischen Brudervolk dringend Hilfe, einschließlich der Hilfe durch bewaffnete Kräfte, zu gewähren."2 In vielen Veröffentlichungen werden die frühen Morgenstunden des 21. August als Beginn der Intervention genannt,3 aber unsere Gesprächspartner haben uns bestätigt, dass bereits am Abend des 20. August Panzer durch Bärenstein rollten und den eisernen Zaun auf der Grenzbrücke niederwalzten, um nach Vejprty und von dort weiter in das Landesinnere zu fahren.

Interessant ist allerdings die Frage nach der Beteiligung der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR an der militärischen Intervention. Jahrelang war die Forschung davon ausgegangen, dass die NVA mit den anderen Truppen in die ČSSR einmarschiert sei. Noch Hoensch schreibt in seiner "Geschichte der Tschechoslowakei" von "an der Besetzung beteiligten 16 sowjetischen, drei polnischen, zwei deutschen, zwei ungarischen und einer bulgarischen Division".4 Erst die militärgeschichtliche Untersuchung von Wenzke aus dem Jahr 1995 relativiert diese Aussage. So standen zwar die genannten zwei Divisionen der NVA seit Juli 1968 im Süden der DDR in Gefechtsbereitschaft, doch wurden sie kurzfristig nicht aktiviert.

Weiter geht es hier:
http://www.horch-und-guck.info/hug/arch ... -58/05805/
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