Korpsgeist in der Bundeswehr

Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Spartacus » 23. Juni 2013, 14:15

Es sind ja einige ehem. Bundeswehrsoldaten hier im Forum, so das mich ihre Meinung hier mal
interessieren würde?

Schon seit einiger Zeit ist mir aufgefallen, das es anscheinend so etwas wie einen Korpsgeist in der Bundeswehr gar nicht mehr zu geben scheint. Insbesondere wohl im Offizierskorps, dass anscheinend wohl nur noch politischen Denkweisen folgt, ohne dabei an die untergebenen Soldaten zu denken? Es bleibt sicherlich jedem Soldaten / Offizier unbenommen sich für Politik zu interessieren, aber meiner Meinung nach, darf die Politik in einer Armee nur eine – wenn überhaupt – untergeordnete Rolle spielen.

Aufgefallen ist mir vor allem, wie schäbig Bundeswehrsoldaten behandelt werden, die weltweit im Kriegseinsatz stehen.

Zitat:

"Sie haben den verständlichen, aber oft übertriebenen Wunsch nach Wertschätzung", hat Verteidigungsminister de Maizière in einem Interview über seine Soldaten gesagt.

So etwas treibt mir die Zornesröte ins Gesicht. Dieser Verteidigungsminister hätte daraufhin sofort entlassen werden müssen. Überhaupt gehört an die Spitze einer Landesverteidigung ein gestandener Soldat und kein Politiker, der von nichts eine Ahnung hat.

Auch die Missstände bei der Bundeswehr wurden ja schon oft zum Thema gemacht. Schlechte Ausrüstung, schlechte Unterkunft, mangelhafte Ausbildung, schlechte Bewaffnung und so weiter.

Klingt in diesen Punkten alles sehr nach NVA, wenn wir da mal den Kreis zum Forenthema schließen wollen.

Am meisten aufgebracht hat mich der Fall des Brigadegenerals Reinhard Günzel, der von diesem genauso unfähigen Struck entlassen wurde, nur weil er sich „nicht genehm“ äußerte.

Jenem General also, der die KSK erst zu dem machte, was sie heute in der ganzen Welt darstellt. War der Rausschmiss an und für sich schon eine Schande sondersgleichen, so handelte das gesamte Offizierskorps noch viel schändlicher, denn, anstatt sich „vor“ ihren General zu stellen, ließen sie ihn im Stich, fallen wie eine zu heiße Kaffeetasse, wohl nur um ihre Posten, die sie ja ihrem General verdankten, nicht zu gefährden.

Was für eine Schande für solch eine Eliteeinheit.

Leider gibt es noch mehr solcher Vorfälle, man kennt diese ja zur Genüge.

Wurde und wird, den deutschen Soldaten / Offizieren das militärische Denken zu lasten einer oft falschen „political correctness“ ausgetrieben?

Das gibt mir doch schwer zu Denken. [smile]

LG

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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon vs1400 » 24. Juni 2013, 21:43

mal hochgezerrt. [smile]

gruß vs ... würde mich ja auch mal interessieren. [hallo]
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Hausfreund » 24. Juni 2013, 21:50

Was halten Sie eigentlich von einer kompletten Abschaffung der Bundeswehr und der kostengünstigeern Verpflichtung privater Sicherheitsdienste - je nach Bedarf? Nur mal so als Idee. mfG
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon vs1400 » 24. Juni 2013, 22:06

Hausfreund hat geschrieben:Was halten Sie eigentlich von einer kompletten Abschaffung der Bundeswehr und der kostengünstigeern Verpflichtung privater Sicherheitsdienste - je nach Bedarf? Nur mal so als Idee. mfG


diese frage hast du doch, in ähnlicher art, schonmal gestellt und beantwortet bekommen "Hausfreund".

vs
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Spartacus » 26. Juni 2013, 17:44

Hausfreund hat geschrieben:Was halten Sie eigentlich von einer kompletten Abschaffung der Bundeswehr und der kostengünstigeern Verpflichtung privater Sicherheitsdienste - je nach Bedarf? Nur mal so als Idee. mfG


Hausfreund,

ich werde das Gefühl nicht los, dass Du in so einem Sicherheitsdienst beschäftigt bist?

Aber vielleicht kannst Du das ja bei Deiner Vorstellung reinschreiben, die fehlt nämlich noch. [smile]

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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Sirius » 26. Juni 2013, 17:55

Hausfreund hat geschrieben:Was halten Sie eigentlich von einer kompletten Abschaffung der Bundeswehr und der kostengünstigeern Verpflichtung privater Sicherheitsdienste - je nach Bedarf? Nur mal so als Idee. mfG


Deutschland hat innerhalb der NATO gewisse Verpflichtungen, dazu gehört eben auch eine eigene Armee. Insofern ist eine Abschaffung nicht möglich. Man darf nicht vergessen, dass die Bundeswehr seit dem Ende des kalten Krieges um 70 % reduziert wurde (Zahl der Soldaten). Auch die Ausgaben für die Bundeswehr sind drastisch gekürzt worden, insbesondere wenn man die Inflation berücksichtigt. Da Deutschland Mitglied eines Militärbündnisses ist, kann es die Bundeswehr relativ klein halten und auch die Ausgaben dafür. Der Nachteil der NATO-Mitgliedschaft sind natürlich die Auslandseinsätze, die zum einen von der Mehrheit der Bevölkerung nicht gewünscht sind und auch mit reiner Verteidigung nichts mehr zu tun haben.
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Merkur » 26. Juni 2013, 18:13

Spartacus hat geschrieben: Am meisten aufgebracht hat mich der Fall des Brigadegenerals Reinhard Günzel, der von diesem genauso unfähigen Struck entlassen wurde, nur weil er sich „nicht genehm“ äußerte.

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Mir stellt sich die Frage, ob die BW Leute mit dem Gedankengut eines Günzel braucht ?

In dem Buch Geheime Krieger, das er 2005 gemeinsam mit dem GSG-9-Gründer Ulrich Wegener und dem ehemaligen Wehrmachtsoffizier Wilhelm Walther veröffentlichte, stellte Günzel das Kommando Spezialkräfte (KSK) und seine Soldaten in die Tradition der Wehrmachts-Spezialdivision „Brandenburg“.Günzel soll bereits 1995 bei einer Gefechtsübung von seiner Truppe „Disziplin wie bei den Spartanern, den Römern oder bei der Waffen-SS“ gefordert haben. Quelle Wikipedia
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Spartacus » 26. Juni 2013, 18:21

Merkur hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben: Am meisten aufgebracht hat mich der Fall des Brigadegenerals Reinhard Günzel, der von diesem genauso unfähigen Struck entlassen wurde, nur weil er sich „nicht genehm“ äußerte.

Spartacus


Mir stellt sich die Frage, ob die BW Leute mit dem Gedankengut eines Günzel braucht ?

In dem Buch Geheime Krieger, das er 2005 gemeinsam mit dem GSG-9-Gründer Ulrich Wegener und dem ehemaligen Wehrmachtsoffizier Wilhelm Walther veröffentlichte, stellte Günzel das Kommando Spezialkräfte (KSK) und seine Soldaten in die Tradition der Wehrmachts-Spezialdivision „Brandenburg“.Günzel soll bereits 1995 bei einer Gefechtsübung von seiner Truppe „Disziplin wie bei den Spartanern, den Römern oder bei der Waffen-SS“ gefordert haben. Quelle Wikipedia


Mit Verlaub, was er denkt, ist mir vollkommen wurscht, denn die Gedanken sind bekanntlich frei.

Wesentlich ist, was er geleistet hat und so muss die Frage lauten:

Es stellt sich die Frage, ob die BW Offiziere braucht, die nicht loyal gegenüber ihren Vorgesetzten sind?

LG

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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon HPA » 26. Juni 2013, 18:21

Mach dich nicht lächerlich Merkur. Was war nochmal gleich die heimliche "Bibel" der NVA Fallschirmjäger und von was handelte es?
Wie man mit Günzel umgegangen ist,war eine Sauerei ohnegleichen.
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Merkur » 26. Juni 2013, 18:27

HPA hat geschrieben:Mach dich nicht lächerlich Merkur. Was war nochmal gleich die heimliche "Bibel" der NVA Fallschirmjäger und von was handelte es?


Klär mich mal auf. Ich kenne nur das Handbuch für Fallschirmjäger, welches auch bei den Spezialeinheiten des MfS Verwendung fand.
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon HPA » 26. Juni 2013, 18:31

ich sprach von der heimlichen Bibel. Und du weisst genau, welche ich meine. Da brauche ich dich nicht aufklären.

Und der Autor und ehemalige Angehörige des Fallschirmpanzerregiments"Hermann Göring" war ja bis zu seinem Tod nicht umsonst Ehrenmitglied des Traditionsverbands der NVA Fallschirmjäger. [wink]
Zuletzt geändert von HPA am 26. Juni 2013, 18:36, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Merkur » 26. Juni 2013, 18:34

HPA hat geschrieben:ich sprach von der heimlichen Bibel.


Tut mir leid, ich kenne keine heimliche Bibel.
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon HPA » 26. Juni 2013, 18:35

Kuno kann dir da bestimmt weiterhelfen. [wink]
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Spartacus » 26. Juni 2013, 18:38

Mönsch Merkur,

auf welche Tradition sollten sich denn die NVA und auch die BW berufen? Intern versteht sich!

Auf die vom alten Fritz? [grins]


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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon tom-jericho » 28. Juni 2013, 07:16

HPA hat geschrieben:Kuno kann dir da bestimmt weiterhelfen. [wink]


Bin doch nicht der Elite-Falli Kuno, der mich schwer enttäuschte.
Also redet hier nicht um den heiszen Brei herum.

Es war unser Schriftsteller Harry Thürk und sein Buch "Die Stunde der toten Augen".
Befindet sich auch in meinem Besitz.

Harry ist Ehrenmitglied des FJTVO e.V. und an seinem Grab hielten FJ der NVA zur Beisetzung Ehrenwache.

Naja, aber wir waren ja halt nur Spezialaufklärer.

Als die Existens unserer beiden Spezialaufklärungskompanien dann so ab Mitte der 80-er Jahre auch immer mehr bei der GST durchsickerte, wollte so mancher dann gar nicht mehr zum FJB-40/LStR-40, sondern in unsere Kompanien.

"Klein - aber fein!" sage ich dazu immer.

Wir waren ja nur eine 100-Mann-Kompanie.

----->

http://www.youtube.com/watch?v=S2nNe44S6IA

[rose]
Ein Freund ...
... ist jemand, der deine Vergangenheit versteht, an deine Zukunft glaubt und dich heute so nimmt wie du bist.

... gestrandet am Ufer - Kapitan ade - die Boote der Jugend fahren weiter zur See ...
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Merkur » 28. Juni 2013, 08:43

[quote="Spartacus"]Mönsch Merkur,

auf welche Tradition sollten sich denn die NVA und auch die BW berufen?

Auf die von Blücher, Clausewitz, Gneisenau und Scharnhorst.
Hast Du mal Clausewitz "Vom Kriege" gelesen?
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon HPA » 28. Juni 2013, 08:50

Muss man nicht kaufen, kann man u.a. auch hier online lesen:http://gutenberg.spiegel.de/buch/4072/1

Zu Harry Thürk:http://www.harrythuerk.de/werke/08
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Spartacus » 28. Juni 2013, 16:56

Merkur hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:Mönsch Merkur,

auf welche Tradition sollten sich denn die NVA und auch die BW berufen?

Auf die von Blücher, Clausewitz, Gneisenau und Scharnhorst.
Hast Du mal Clausewitz "Vom Kriege" gelesen?


Nee Merkur, ich bin ja militärisch total uninteressiert [laugh]

Und sicher gehören auch diese Herren und noch einige mehr, zur Tradition der deutschen
Armeen, nicht zuletzt der Wehrmacht.


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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon vs1400 » 29. Juni 2013, 00:12

Merkur hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:Mönsch Merkur,

auf welche Tradition sollten sich denn die NVA und auch die BW berufen?

Auf die von Blücher, Clausewitz, Gneisenau und Scharnhorst.
Hast Du mal Clausewitz "Vom Kriege" gelesen?


man Merkur,
mehr kommt da echt nicht von dir?
du hast doch ganz bewusst einiges aus Spartas post "vergessen" zu zitieren.
anbei mal das original ...
...
Spartacus hat geschrieben:Mönsch Merkur,

auf welche Tradition sollten sich denn die NVA und auch die BW berufen? Intern versteht sich!

Auf die vom alten Fritz? [grins]


besagte traditionen gab es doch gar nicht Merkur.
ich hab nicht einmal erlebt, dass man von dir erwähnte personen, öffentlich ehrte.
ok, es orden und dergleichen ... ist das tradition oder wollte man damit tradition erwecken?
sehr lästig, bezog man sich immer auf den großen bruder und denkt noch heute, es wäre ne eigene tradition.

man beruft sich auch hier auf eine tradition, welche doch eher ne provokante gewohnheit ist.


gruß vs [hallo]
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Beethoven » 14. Februar 2020, 08:25

Spartacus hat geschrieben:
Auch die Missstände bei der Bundeswehr wurden ja schon oft zum Thema gemacht. Schlechte Ausrüstung, schlechte Unterkunft, mangelhafte Ausbildung, schlechte Bewaffnung und so weiter.

Klingt in diesen Punkten alles sehr nach NVA, wenn wir da mal den Kreis zum Forenthema schließen wollen.

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Hä? Schlechte Ausrüstung und Bewaffnung? Mangelhafte Ausbildung?
Das mit den Unterkünften will ich noch unkommentiert hinnehmen.

Aber die Ausrüstung und Bewaffnung der NVA war, für damalige Verhältnisse, nicht schlecht. Na und die Ausbildung war hart und an einen möglichen Krieg angepasst.
Das was unsere Soldaten in der NVA erlernten, was ihnen abgefordert wurde, war schon auf einem ziemlich hohen Level, gegenüber den meisten NATO-Armeen. Ich will nicht behaupten, dass die Ausbildung besser und gründlicher war aber auf keinen Fall war diese schlechter als in westlichen Armeen.

Ein Wort zur "Bibel" der Fallschirmjäger der NVA.

Das war das Buch "Stunde der toten Augen" von Harry Thürk. Es ist ein Antikriegsbuch und beschreibt, an Hand einiger Figuren, die Handlungen einer Frontaufklärungskompanie, also von Fallschirmjägern, die, wie eben auch die FJ der NVA, im kleinen Team, Aufgaben im rückwärtigen Gebiet des Gegners (Rote Armee) zu erfüllen hatten.
Das kam den damaligen, möglichen Handlungen der Fallschirmjäger der NVA nahe, wenn nicht gar genau diese es waren, was auch unsere Aufgabe war. Die Kommandohöhe war jedoch etwas anders angesiedelt. Keinerlei politische Abhandlungen sondern reines Fachwissen und Kenntnis von der Materie, verpackt in einen spannenden Roman. Ähnlich übrigens auch das Buch des gleichen Autors, "Der Tiger von Shangri La", wo ein einzelner Laote gegen ein Special Force Team handelt.

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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon zoll » 14. Februar 2020, 10:16

Korpsgeist bei der BW? Aus meiner Erfahrug (6 Jahre) ja. Man muss da aber unterscheiden. Den KompChef haben wir selten zu Gesicht bekommen. Der hat seinen Geist wahrscheinlich bei seinen Korpsbrüdern im Offizierskasino gepflegt.
Die Uffz und Fw haben den ihrigen in ihren Reihen hoch leben lassen. Was bleibt, ist der Mannschaftsgeist. Der war zur damaligen Zeit so wie der Geist in der Gesamtbevölkerung. Muss die Wehrpflicht sein?
Also wären da nicht die Kriegshetzer und Kriegstreiber aus Ost und West gewesen, die unbedingt die Macht in Europa an sich reißen wollten, so wären wir heute in der Entwicklung weiter.
Aber kaum sind die Machtverhältnisse einigermaßen ausgelotet, kommt der Nächste aus seinem Loch gekrochen und meint er könnte nun die Macht an sich ziehen.
So geht es schon seit Jahren weiter und wird kein Ende finden. Ob sich nach Jahren der Spannung der Korpsgeist in der BW heraus bildet? Dazu fehlt doch der Halt der Bevölkerung, die an ihre Soldaten glaubt, weil sie weiß, dass diese eine unverzichtbare Arbeit leisten. Die Menschen müssen an ihre Soldaten glauben, dann glauben die Soldaten auch an den Auftrag den sie erfüllen sollen.
Sollte es einmal zu einer großen Katastrophe kommen wie z. B. die Sturmflut an der Nordseeküste mit der Überflutung von Hamburg, so wird es sich zeigen, dass diese Armee unverzichtbar ist.
Oder eine unvorher gesehene Wintersturmnacht, als die BW für den Bahnverkehr streckenweise die Gleise frei geschaufelt hat. Meine Eindrücke.
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon zonenhasser » 14. Februar 2020, 10:48

Beethoven hat geschrieben:Hä? Schlechte Ausrüstung und Bewaffnung? Mangelhafte Ausbildung?
Ich habe meinen Grundwehrdienst von 1970 bis 1972 in einem Motschützenregiment in Weißenfels abgeleistet. Ok, das war das Gegenteil einer Eliteeinheit. Aber dennoch sollte doch wenigstens die Technik halbwegs funktionieren. Dem war aber besonders bei den Kraftfahrzeugen nicht so. Ersatzteile gab es nur unzureichend. Die Ausbilder waren für meine Begriffe oft ungebildet und litten unter Minderwertigkeitsgefühlen. So verbot ein Leutnant seinen Mannschaften das Tragen jeglicher Ringe, also auch von Eheringen. Offenbar litt er unter seinem Jungggesellenstatus. Einmal begegneten wir auf einer Übung mit dem Schützenpanzerwagen einer amerikanischen Militärstreife im offenen PKW. Ein kaugummikauender Offizier salutierte grinsend. Mein proletarischer Hauptmann zeigte ihm den Vogel. Das Essen war schlecht. Die ganze Schlampigkeit hatte natürlich auch ihre Vorteile: ein scharfer Dienst fand nicht statt. Im Sommer schnappten sich die paar Kompaniestabssoldaten mit ihren zwei Unteroffizieren die Funkkgeräte und dann ging's direkt in die Kneipe. Verlorene 18 Monate Lebenszeit!
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Beethoven » 14. Februar 2020, 12:24

zonenhasser hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Hä? Schlechte Ausrüstung und Bewaffnung? Mangelhafte Ausbildung?
Ich habe meinen Grundwehrdienst von 1970 bis 1972 in einem Motschützenregiment in Weißenfels abgeleistet. Ok, das war das Gegenteil einer Eliteeinheit. Aber dennoch sollte doch wenigstens die Technik halbwegs funktionieren. Dem war aber besonders bei den Kraftfahrzeugen nicht so. Ersatzteile gab es nur unzureichend. Die Ausbilder waren für meine Begriffe oft ungebildet und litten unter Minderwertigkeitsgefühlen. So verbot ein Leutnant seinen Mannschaften das Tragen jeglicher Ringe, also auch von Eheringen. Offenbar litt er unter seinem Jungggesellenstatus. Einmal begegneten wir auf einer Übung mit dem Schützenpanzerwagen einer amerikanischen Militärstreife im offenen PKW. Ein kaugummikauender Offizier salutierte grinsend. Mein proletarischer Hauptmann zeigte ihm den Vogel. Das Essen war schlecht. Die ganze Schlampigkeit hatte natürlich auch ihre Vorteile: ein scharfer Dienst fand nicht statt. Im Sommer schnappten sich die paar Kompaniestabssoldaten mit ihren zwei Unteroffizieren die Funkkgeräte und dann ging's direkt in die Kneipe. Verlorene 18 Monate Lebenszeit!



Das MSR-18 (Otto Schlag war wohl der Ehrenname) war zu Deiner Zeit, werter Zonenhasser, mit dem SPW - 60 PB ausgerüstet und gehörte zur 11. Mot.-Schützendivision.

Eines kann ich ganz sicher nicht bestätigen, ohne dass ich je im MSR-18 war. In der gesamten NVA gab es einen Bereitschaftsgrad (Grad der Gefechtsbereitschaft) von 85 % des Personalbestandes, der Bewaffnung und Ausrüstung. Das bedeutet, dass 85 % der Technik ständig voll gefechtsbereit zu sein hatten. Bei Strafe von Degradierung war der Kommandeur der jeweiligen Einheit oder des Truppenteils dafür verantwortlich, dass dieser Prozentsatz nicht unterschritten wurde oder aber es gab einen wirklich triftigen Grund dafür. Aber selbst dann, war der Grund schnell zu beseitigen.
Ich weiß ja nicht in was für einer Kompanie Du dort gedient hast.
In jeder Kampfkompanie (also Panzer- oder Mot-Schützenkompanie) gab es Gefechtstechnik und Lehrgefechtstechnik. In der Regel wurde als Lehrgefechtstechnik, die Technik des 3. Zuges der Einheit gewählt. Dies waren also die "Huren" mit denen sämtliche Gefechtsausbildung durchgeführt wurde. Sie wurden also ganz besonders stark beansprucht und benötigten ungleich mehr Pflege und Wartung als die Gefechtstechnik, die aufgebockt, voll aufmunitioniert in Hallen des Gefechtsparks stand und eigentlich nur gepflegt wurde. Diese Technik wurde nur bewegt wenn es zu Übungen / Manövern oder Ähnlichem raus ging. Wöchentlich wurde die Gefechtstechnik jedoch für eine gewisse Zeit (genaue Zeit weiß ich heute nicht mehr) in Betrieb genommen aber verließ die Gefechtshalle nicht.
So war es mit Sicherheit auch im Weißenfels-er Regiment.

Das irgend welche LKW´s, die nicht zur Gefechtstechnik gehörten mal defekt waren, kann ich bestätigen. Das gab es ganz sicher. Aber auf die kam es nicht so richtig an.

Das tragen von jeglichem Schmuck (auch Eheringen) war in der gesamten NVA verboten, wenn man mit Technik gehandelt hat. Das war kein Befehl des Leutnants sondern eine allgemein gültige Anweisung aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen. Das ging auch den Offizieren, egal welcher Höhe ebenso, wenn sie an der Technik gearbeitet oder mit dieser gehandelt haben. Keiner wollte, dass sich Soldaten die Finger abreißen an irgendwelchen Teilen.

Das "Dein" Kompaniechef den Gruß des damaligen Gegners nicht erwiderte, erscheint mir normal. Hätte ich auch nicht gemacht. Aber ich hätte dem "Gegner" auch keinen Vogel gezeigt. Vielleicht ein kleines, unmerkliches Nicken oder eben gar keine Reaktion, wären anständig gewesen. Damals waren es noch andere Zeiten.

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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon zonenhasser » 14. Februar 2020, 12:50

Beethoven hat geschrieben:Das MSR-18 (Otto Schlag war wohl der Ehrenname)
Stimmt.
Beethoven hat geschrieben:Ich weiß ja nicht in was für einer Kompanie Du dort gedient hast.
In einem Bataillonsstab als Sprech("Lapp-)funker
Beethoven hat geschrieben:Das tragen von jeglichem Schmuck (auch Eheringen) war in der gesamten NVA verboten, wenn man mit Technik gehandelt hat.
Meine Technik bestand aus einem mobilen Sprechfunkgerät.
Beethoven hat geschrieben:Das "Dein" Kompaniechef den Gruß des damaligen Gegners nicht erwiderte, erscheint mir normal.
Ein korrekter Gruß des Amis war es ja auch nicht, eher so mit 2 Fingern, kaugummikauend und mit Sonnenbrille - grinsend.
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon HPA » 14. Februar 2020, 13:05

So war er halt, der BBKF [flash]
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon Werner Thal » 14. Februar 2020, 13:29

HPA hat geschrieben:So war er halt, der BBKF [flash]


Steht wohl für Bitterböser Klassenfeind ?[grin]

W. T.
Zuletzt geändert von Werner Thal am 14. Februar 2020, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Korpsgeist in der Bundeswehr

Beitragvon HPA » 14. Februar 2020, 13:30

Und, provoziert hat man auch östlicherseits.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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