Grenzgeschichten aus West und Ost

Grenzgeschichten aus West und Ost

Beitragvon Interessierter » 17. Oktober 2016, 08:25

Ehemalige "Grenzer" aus West und Ost (BGS-, Zoll- und Grenztruppenangehörige) berichten über ihre Erlebnisse während ihres Dienstes an der innerdeutschen Grenze.

http://www.wolfgangroehl.de/Grenzgeschi ... ichten.htm

Unter dem obigen Link findet ihr viele interessante, amüsante, einfach lesenswerte, tolle Erlebnisse von Zeitzeugen. Diese sind unterlegt mit Bildern und Videos. Ich habe mir schon eine größere Anzahl angesehen und bin hellauf begeistert, dass unser heutiges Geburtstagskind Burkhard, uns auf diese wunderbare Seite hingewiesen hat.
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Re: Grenzgeschichten aus West und Ost

Beitragvon ratata » 17. Oktober 2016, 09:44

Hallo Interessierter , schön das du hier Forum ein Thema Grenzgeschichten aus West und Ost eröffnet hast . Einen der bedeutendsten Berichterstatten ist für mich, der Herr Wolfgang Roehl .
Da ich einer der ehemaligen Grenzer an der Innerdeutschen Grenze LOCKSTEDT , hier im Raum Oebisfelde - Marienborn war und auch nach meiner Entlassung Oktober 1970 , hier in der Region hängengeblieben bin , kenne ich noch die Orte Weferlingen , Walbeck ,vor dem Mauerfall
So lernte ich viele Bewohner dieser Gegend betrieblicher Seits damals kennen .
Als die Grenze viel , dann Weihnachten 1970 , bin ich alle Grenzorte westlicher Seits angefahren , die ich alle in Erinnerung behielt .
Die Aufnahmen vom Roehl , sehe ich mir heute noch gerne an , nur aus meiner Zeit damals , fand ich keine .
ich kann mich noch gut daran erinnern , wie wir Fotografiert wurden .
Von den vielen Grenzdurchbrüchen , den Fahnenfluchten finde ich nichts, die damals in meiner Kompanie geschahen .

Heute bin ich viel , wenn mal wieder den Sehnsucht ruft , dort in der Gegend unterwegs . Marienborn , Hötensleben sind für mich und meiner Frau, immer an besonderen Tagen, ein Anziehungspunkt .
Denn die Einheit Deutschland hat uns zu einer familiären Einheit gebracht . [rose] ratata
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Re: Grenzgeschichten aus West und Ost

Beitragvon Interessierter » 17. Oktober 2016, 10:42

Heute bin ich viel , wenn mal wieder den Sehnsucht ruft , dort in der Gegend unterwegs . Marienborn , Hötensleben sind für mich und meiner Frau, immer an besonderen Tagen, ein Anziehungspunkt .
Denn die Einheit Deutschland hat uns zu einer familiären Einheit gebracht . [rose] ratata


Hallo und Moin Günther,
Deine Empfindungen sind für mich total nachvollziehbar und ich teile auch Deine Auffassung, dass der Herr Roehl eine wirklich wunderbare Seite geschaffen hat.
Weitere Bilder des Grenzabschnittes in dem Du tätig warst sind evtl. im WWW zu finden. Ob auch gerade aus Deiner Zeit weiß ich nicht.
Aus dem Raum Hötensleben hier noch Bilder, allerdings von der Grenzöffnung, die Dir sicherlich bekannt sein werden.

Bild
Der Grenztruppenangehörige auf Brückenmitte zeigt dem Fotografen deutlich auf, wo sich der genaue Grenzverlauf befindet - nämlich auf Brückenmitte. "Bis hierhin und keinen Schritt weiter!"

Bild
Bewohner des ersten Grundstücks an der Sichtschutzwand beobachten über ihre Mauer hinweg gespannt die Abrissarbeiten. Auch die Sperrmauer (vorn) ist bereits durchlässig geworden (siehe linker Bildrand).

Bild
Fotoquelle: Otto Deike

Mehr Fotos von der Grenzöffnung hier:
http://www.wolfgangroehl.de/Grenzoeffnu ... sleben/DDR
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Re: Grenzgeschichten aus West und Ost

Beitragvon ratata » 17. Oktober 2016, 12:28

https://www.google.de/maps/@52.3823231, ... 639,15.22z

Hallo Willfried , hier mal den Link wo ich vom September 1969 . Oktober 1969 in Lockstedt in der 7 Grenzkompanie des 23 Grenzbrigade Kalbe / Milde Regiment war Gardelegen .Gegenüber das kleine Dorf Altena , Von Saalsdorf bis kurz vor Gehrendorf verlief der Grenzabschnitt . Damals gab es dort am Ende bei Gehrendorf noch die ALLERmühle . Den Müller , er hatte nur einen Arm , wohnte dort noch in der Mühle und betrieb sie noch . ratata
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Re: Grenzgeschichten aus West und Ost

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2016, 16:19

Da gibt es so eine tolle Brücke und die DDR hat nicht mal die Grenze deutlich markiert? Auch das Schild auf Westseite mit Grenzhinweis sucht man....

AZ
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Re: Grenzgeschichten aus West und Ost

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2016, 16:40

Für Euch alle die es interessiert stelle ich mal noch den Link ein. Die Seite betreibt der junge Pfarrer Florian Bortfeld in Rhauderfehn im Emsland. Wir sind uns persönlich bekannt und seine Grenzseite ist hervorragend aufgebaut. http://grenzerinnerungen.de

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
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(Volker Zottmann)
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Re: Grenzgeschichten aus West und Ost

Beitragvon Interessierter » 28. Oktober 2016, 10:38

Helmut Sommer erinnert sich - 1961 - Ein Vatertagsbier mit zwei DDR-Grenzern!

Im Mai 1961 hatte ich ein nettes Erlebnis an der "Zonengrenze" im Harz.

Mit der kath. Jugend vom Dekanat Xanten unternahmen wir mit dem Bundesgrenzschutz für eine Woche eine sogenannte „Zonengrenzfahrt“ von Süd nach Nord.

Es war für uns schon sehr beeindruckend, die Grenze mitten durch unser Land so zu sehen.

So kamen wir dann auch im Harz an. In Braunlage hatten wir einen freien Tag. Es war Christi Himmelfahrt, ein Feiertag (Vatertag!).

Nach einem Gottesdienst machten wir einen kleinen Frühschoppen und spazierten dann zu viert zur nahen Zonengrenze, nachdem wir uns noch kurz vor der Grenze in einer kleinen Kneipe ein Bierchen gönnten. *1)

Dann kamen wir an der Grenze an. Viel Wald und etwas gebirgig. Ein kleiner Bach *2) war wohl die Grenze. Dahinter ein Stacheldrahtzaun.

Da liefen 2 junge Grenzsoldaten bzw. Vopos. Wir riefen ihnen freundlich zu, ca. 30 Meter getrennt, und kamen ins Gespräch.

Die beiden waren sehr freundlich und riefen uns zu: „Ihr habt es gut, es ist ja Vatertag und trinkt Bier!“

Da rief ich rüber: „Wollt ihr auch ein Bier?“

„Ja klar“, riefen sie! Da lief einer von uns zur nächsten Kneipe und holte noch 2 Flaschen Bier und wir warfen den beiden das Bier zu.

In Bierlaune fragte ich, ob ich mal eben rüber springen dürfte für ein Foto, denn ich hatte eine Kamera dabei. „O.K.“, sagten die beiden!

Sportlich und mutig, wie ich bin - ich heiße ja Helmut!! - nahm ich einen Anlauf und sprang über den ca. 3-4 m breiten Bach zur anderen Seite.

Oh je! Da nahmen die beiden plötzlich ihre Maschinenpistolen. Ich erschrak. Nun bin ich gefangen!?

Da sagte der eine: „Keine Angst. Wir hängen die Dinger nur nach hinten!“ Da fiel mir ein Stein vom Herzen.

Nun sprangen Leo und Alfons auch noch ohne Angst rüber.

Heinz blieb mit meiner Kamera drüben und machte dann die eindrucksvolle Aufnahme. Arm in Arm mit den beiden, nur der Stacheldraht trennte uns!

Bild

Wir wollten die beiden überreden, auch in den Westen zu kommen, wie es damals täglich wohl Hunderte machten. Sie verneinten, ihre Eltern Geschwister und Freunde waren ja noch zu Hause!

Nachdem wir uns so ca. 10 Minuten nett unterhalten hatten, hörten wir in der Ferne einen Hund bellen.

„Haut schnell ab“, sagten die beiden. „Da kommt unser Boss!“

So sprangen wir schnell wieder zurück und rannten zum Hauptweg.

Nach einigen Minuten kam wirklich ein anderer Grenzer mit einem Schäferhund zu den beiden und dann liefen die drei nach links weiter in Richtung, wo der Boss herkam.

Ich versuchte heimlich, den beiden zuzuwinken, aber nichts regte sich.

Doch der Kleinere blieb dann etwas zurück, nickte nur kurz und winkte mit dem linken Händchen rüber.

Ja, dieses Erlebnis haben wir bis heute nicht vergessen und wünschen uns alle mal evtl. ein Wiedersehen mit den netten, tapferen Burschen!

Es sind ja nun einige Jahre vergangen. Ob sie noch leben???

http://www.wolfgangroehl.de/Grenzgeschi ... enzern.htm

Ob man wohl ohne das Foto, diesen Zeitzeugenbericht auch wieder bestritten hätte?
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Re: Grenzgeschichten aus West und Ost

Beitragvon augenzeuge » 28. Oktober 2016, 15:01

Ob man wohl ohne das Foto, diesen Zeitzeugenbericht auch wieder bestritten hätte?


Die Wahrscheinlichkeit für 1961 ist nicht gering. [hallo]
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Re: Grenzgeschichten aus West und Ost

Beitragvon Bahndamm 68 » 14. November 2017, 11:31

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Auszug aus dem Helmstedter Sonntag vom 12.11.17
Bitte keine Verwechslung mit dem Namen in der 3.Spalte. Ich bin es nicht.

VG Hermann
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