Die Grenzöffnung 1989

Die Grenzöffnung 1989

Beitragvon Dille » 9. April 2015, 21:16

Ich habe eben in einem Anderen Forum einen Beitrag gelesen, und bin dessen Link gefolgt auf ein Rechtfertiger - Forum (ISOR) zur Grenzöffnung 1989, da kommen höhere Verantwortliche in Ost- Berlin zu Wort, gruselig zu lesen ! Natürlich sind immer die mangelnden Befehlsstrukturen schuld (den Schwanz haben'se halt eingekniffen), wie gelernt (aber Gottseidank), aber mir fielen so diese heute noch präsenten Kampfbegriffe auf, wie "Panzermauer" am Brandenburger Tor (da brach mal ein schwerer Lkw durch -- aber von Ostseite) -- es ist wirklich schwer erträglich, das Zeugs zu lesen.

Was mir vor allem an solchen Beiträgen von diesen "Ehemaligen" fehlt -- sie rühmen sich ihrer Friedfertigkeit in dieser Nacht an der Grenze (Vorher und nachher ja auch), beklagen andererseits aber jede fehlende Befehlsgewalt von "oben" (da war totale Maulstarre) -- ich habe von diesen Typen noch nirgendwo ein Wort gelesen, wie sie sich verhalten hätten, wenn dann der Befehl von "oben" gekommen wäre, "draufzuhalten" an der Bornholmer Straße z.B.

Meine schlichte private Meinung -- diese schleimigen heutigen Typen hätten diesen Befehl ohne Skrupel weitergegeben, sie hätten "draufhalten" lassen !

Gruß, Dille
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Re: Die Grenzöffnung 1989

Beitragvon Jago » 9. April 2015, 21:31

genau so wie du kann ich mir das auch vorstellen Es wurde nicht umsonst bei jedem Abzeichen gesagt " Ich diene der Deutschen Demokratischen Republik "
Oben die waren doch immer fein raus . Unten der Pöpel ist ja an der waffe und soll den Arsch hinhalten


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Re: Die Grenzöffnung 1989

Beitragvon Volker Zottmann » 9. April 2015, 22:56

Dille hat geschrieben:Ich habe eben in einem Anderen Forum einen Beitrag gelesen, und bin dessen Link gefolgt auf ein Rechtfertiger - Forum (ISOR) zur Grenzöffnung 1989, da kommen höhere Verantwortliche in Ost- Berlin zu Wort, gruselig zu lesen ! Natürlich sind immer die mangelnden Befehlsstrukturen schuld (den Schwanz haben'se halt eingekniffen), wie gelernt (aber Gottseidank), aber mir fielen so diese heute noch präsenten Kampfbegriffe auf, wie "Panzermauer" am Brandenburger Tor (da brach mal ein schwerer Lkw durch -- aber von Ostseite) -- es ist wirklich schwer erträglich, das Zeugs zu lesen.

Was mir vor allem an solchen Beiträgen von diesen "Ehemaligen" fehlt -- sie rühmen sich ihrer Friedfertigkeit in dieser Nacht an der Grenze (Vorher und nachher ja auch), beklagen andererseits aber jede fehlende Befehlsgewalt von "oben" (da war totale Maulstarre) -- ich habe von diesen Typen noch nirgendwo ein Wort gelesen, wie sie sich verhalten hätten, wenn dann der Befehl von "oben" gekommen wäre, "draufzuhalten" an der Bornholmer Straße z.B.

Meine schlichte private Meinung -- diese schleimigen heutigen Typen hätten diesen Befehl ohne Skrupel weitergegeben, sie hätten "draufhalten" lassen !

Gruß, Dille



@Dille,
die hätten aber nie mehr berichten können, wären dann Dank ihrer Befehlserfüllung alle in "Ehren" gestorben. Noch in selber Nacht. Ein wirkliches Wunder ist die totale Friedfertigkeit des VOLKES gewesen! Der militärische Rest war hilflos, weiter nichts, wie die schon länger gelähmte politische Führung.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Die Grenzöffnung 1989

Beitragvon AkkuGK1 » 10. April 2015, 07:32

die Befehlslosigkeit war doch garantiert beabsichtigt - Schabowski hat sich "verlesen", es gab wohl den Befehl das unter keinen Umständen geschossen werden darf und dann nahm die Geschichte ihren Lauf. Die nach den Erichsen kamen wussten, das es vorbei war.

Als ich an der Grenze war, hatten wir auch mal das Gedankenspiel unter Kameraden, was machst wenn da mal ein ganzer Bus kommt mit Flüchtlingen? Flinte in den Baum hängen und mitgehen war mein Fazit. Berlin war ja ein ganz anderes Pflaster, da kamen die 100% hin - naja sicher waren welche 90% und andere 150% [blush]
@Black Hole Sun - echte schwarze Löcher ziehen Materie an, fressen andere Sterne - Du bist ein Comemierda!
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Re: Die Grenzöffnung 1989

Beitragvon Werner Thal » 17. September 2015, 18:43

"Der andere Mauerfall - Die Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989

Nach Günther Schabowskis berühmter Pressekonferenz am 9. November 1989 drängten
DDR-Bürger nicht nur in Berlin gegen die Mauer. Astrid M. Eckert erinnert in diesem
Artikel an den "anderen Mauerfall" - die Öffnung der innerdeutschen Grenze, das Ende
des Grenzregimes und die vielfältigen Begegnungen im Grenzland."

Hier kann man den Artikel weiterlesen:

http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschi ... -mauerfall

W. T.
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25 Jahre Mauerfall

Beitragvon Werner Thal » 22. September 2016, 13:12

Mitteldeutsche Zeitung vom 14.05.2014:

25 Jahre Mauerfall Wer sagt heute noch "Jammerossi" und "Besserwessi"?

Viele Wörter, die um die Zeit des Mauerfalls in Mode waren, sind heute fast vergessen,
andere haben sich tief ins kollektive Gedächtnis eingegraben. Manche klingen inzwischen
nicht mehr so abwertend wie vor 25 Jahren. Sprachwissenschaftler forschen zu Fragen
nach dem Aufkommen und Verschwinden von Wörtern rund um die Teilung sowie zu
deren Bedeutungswandel.

"Aus der russischen Besatzungszone wurde eben die DDR"

Die "Zone" zum Beispiel geht auf die Besatzungszonen nach dem Zweiten Weltkrieg
zurück. "Aus der russischen Besatzungszone wurde eben die DDR, die der Westen nicht
anerkennen wollte. Bei den Ostdeutschen kam das Wort gar nicht gut an", sagt Sprach-
wissenschaftlerin Doris Steffens vom Mannheimer Institut für Deutsche <Sprache (IDS).

Die jahrzehnte lange Teilung hinterließ ihre Spuren, auch im Vokabular der Menschen -
viele von ihnen erzählen eine Geschichte. "Ossi" und "Wessi" seien zum Beispiel
Inbegriffe für die Schwierigkeiten des Vereinigungsprozesses, erläutert die Forscherin,
die sich schon in der DDR an der Akademie der Wissenschaften mit Sprache beschäftigte.
Ihren sehr negativen Zungenschlag haben die beiden Begriffe aus ihrer Sicht inzwischen
weitgehend eingebüßt.

Wie Ostdeutsche von einigen Westdeutschen nach der Wende gesehen wurden -
undankbar und jammernd - zeigt der Ausdruck "Jammerossi". Andersherum war es nicht
besser. Das Klischee vom besserwisserischen, arroganten Westler brachte den
"Besserwessi" hervor. Beide Begriffe sind heute seltener zu hören als direkt nach dem
Mauerfall.

"Wende" mittlerweile ein neutraler Ausdruck

Andere Wörter aus dem Dunstkreis der deutschen Teilung sind hingegen immer noch
präsent, mit am stärksten wohl die "Wende": "Wenn wir heute ´Wende´ hören, denken
wir sofort an 1989", sagt Steffens. "Das Wort hat also ganz schön Karriere gemacht. Es
steht sogar mit dieser Bedeutung im Duden." Der letzte Staatschef der DDR, Egon Krentz,
gelte als der Erstverwender des Wortes. "Er sprach im Oktober 1989 davon, eine
Wende einzuleiten, wollte aber keine wirkliche Richtungsänderung."

Bürgerbewegung und SED hätten beide für sich beansprucht, die "Wende" eingeleitet zu
haben, erläutert Sprachforscher Manfred Hellmann. "Die Bürgerbewegung hat gewonnen -
auch den Kampf um die Hoheit über die Wörter." Heute habe sich die "Wende" einge-
bürgert als relativ neutraler, wenn auch blasser Ausdruck für ein sehr emotionales
Ereignis. "Das Wort ´Wende´ hat sich so weitgehend durchgesetzt, weil es so wenig
aussagt über die politische Einstellung des Sprechers."

"Antifaschistischer Schutzwall"

Manchen Begriffen ist hingegen ihr ideologischer Gehalt stark anzumerken.
"Die Bürgerbewegung sprach von revolutionärer Erneuerung, später vom Umbruch",
erläutert Hellmann. "Die Westzeitungen sprechen (schreiben) vom Zusammenbruch des
SED-Regimes." Friedliche oder sanfte Revolution, Wandel, Veränderung, Umsturz,
Reform, Wiedervereinigung - neben "Wende" gibt es viele Möglichkeiten, das zu
benennen, was 1989 passierte. "Später kam noch Zusammenbruch dazu, aber erst im
Nachhinein", sagt Hellmann. Und was im Westen der "Eiserne Vorhang" war, nannte das
Ost-Regime "Antifaschistischen Schutzwall".

Seit den späten (19)-60er Jahren bis zum Mauerfall wurde in Westdeutschland sogar
diskutiert, ob die Teilung am Ende auch die deutsche Sprache teilen würde, wie der
annheimer IDS-Forscher Albrecht Plewnia erzählt. "Es war der Ausdruck einer politischen
Sorge; Wenn nicht bald etwas passiert, bekommen wir sogar zwei unterschiedliche
Sprachen." Das habe aber wohl niemand ganz ernsthaft geglaubt. (z.B. SED parteichinesisch)
Die Teilung habe denn auch die deutsche Sprachlandschaft nicht grundlegend
durcheinandergewirbelt. "Die Ost-West-Teilung läuft den historischen Dialektgrenzen
total zuwider."

W. T.
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Re: Die Grenzöffnung 1989

Beitragvon Interessierter » 15. Juli 2017, 09:42

Zuerst fiel die Grenze zwischen Rudow und Schönefeld

Details über die Ereignisse am 9. November 1989: Noch vor dem Übergang an der Bornholmer Brücke war die Mauer im Süden Berlins offen

Berlin/Schönefeld - Der einstige Grenztruppen-Oberstleutnant Heinz Schäfer kann sich noch genau an seinen Befehl an die Wachhabenden erinnern: „Aufmachen! Durchlassen!“ Die etwa einhundert wartenden DDR-Bürger spazierten am Abend des 9. November 1989 nach West-Berlin. In der Aufregung sah so mancher auf die Uhr, um sich später an das schier unfassbare Ereignis erinnern zu können: Es war 20.30 Uhr. Schäfer schüttelt deshalb beim Lesen der vielen Geschichten rund um den Mauerfall den Kopf: „Nicht an der Bornholmer Straße öffnete sich der erste Schlagbaum, sondern bei uns an der Waltersdorfer Chaussee“, erzählt er.

„Wir waren mindestens zwei Stunden vorher dran, denn die Massen strömten auf der Bornholmer Straße doch erst gegen 22.30 Uhr in den Westen.“ Selbst die hier um 21.30 Uhr ergangene Anweisung an die Grenztruppen, „Krawallmacher“ einzeln ausreisen zu lassen, geschah demnach erst eine Stunde nach der weitgehend unbekannten ersten Maueröffnung im Süden Berlins.

Mehr hier:
http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/230418/
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Re: Die Grenzöffnung 1989

Beitragvon augenzeuge » 15. Juli 2017, 10:24

Interessierter hat geschrieben:„Nicht an der Bornholmer Straße öffnete sich der erste Schlagbaum, sondern bei uns an der Waltersdorfer Chaussee“, erzählt er.[/b]

„Wir waren mindestens zwei Stunden vorher dran...


Genau, so wars auch. Und ich war damals direkt dabei. Hab ich aber schon mal erzählt. [wink]

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Re: Die Grenzöffnung 1989

Beitragvon Interessierter » 12. September 2017, 09:41

Hans-Hermann Hertle, 9./10. November 1989: Grenzübergang Checkpoint Charlie: Druck von Ost und West


Checkpoint Charlie: Druck von Ost und West

Der endgültigen Öffnung aller innerstädtischen Übergänge war eine dramatische Entwicklung an dem für die Blockkonfrontation weltweit berühmtesten Schauplatz der geteilten Stadt vorausgegangen, der im Ostteil „GÜST Friedrich- /Zimmerstraße", im Westteil „Checkpoint Charlie" hieß. Hier hatten sich nach dem Mauerbau im Oktober 1961 amerikanische und sowjetische Panzer drohend und scheinbar kampfbereit gegenübergestanden, und die Todesschüsse auf Peter Fechter unweit des Übergangs stießen weltweit auf Empörung.

Im Januar 1974 hatte der Volkspolizist Burkhard Niering den ersten Posten der Paßkontrolle an der GÜST Friedrich- / Zimmerstraße als Geisel genommen. Sein Versuch, mit ihr den Kontrollpunkt zu überrennen, wurde mit tödlichen Schüssen gestoppt.[1] Nur zwei Monate später hätte um ein Haar ein amerikanischer Soldat einen Weltkonflikt ausgelöst. Am 2. März 1974 walzte er mit einem Panzer alles nieder, was ihm auf West-Berliner Seite die Zufahrt zur Kontrollstelle versperrte, drang bis zur Mauer vor – und fuhr wieder nach West-Berlin zurück.[2] Wenn es auch in den achtziger Jahren ruhiger geworden war, so besaß der Kontrollpunkt in der Friedrichstraße für alle Seiten nach wie vor die höchste Symbolkraft für die Machtverhältnisse in der geteilten Stadt.

Am Abend des 9. November 1989 erlebten die Paßkontrolleure schon kurz nach 19.00 Uhr ihre erste Überraschung. Unmittelbar nach Schabowskis Pressekonferenz versuchte der Pressesprecher der Ständigen Vertretung, Eberhard Grasshoff, die Befehlslage am Übergang zu erkunden, und fragte bei seiner Überfahrt einen ihm seit Jahren bekannten Posten, ob er bereits neue Anweisungen für den Reiseverkehr habe. Als Antwort erhielt er ein irritiertes Nein.[3]

Eine Stunde später steuerte der Pächter aus dem nur hundert Schritt entfernten Café Adler in Begleitung mehrerer Kaffeehaus-Gäste mit einem Tablett voller Sektgläser und frischgebrühtem Kaffee auf die erste Linie der DDR-Kontrolleure zu, um mit den Posten auf die Öffnung der Grenze anzustoßen. Die Posten, an dieser Frontlinie des Kalten Krieges von West-Berliner Seite eher an feindselige Handlungen und Beschimpfungen gewöhnt, wußten nicht, was ihnen warum widerfuhr. Sie verweigerten freundlich, aber bestimmt die Annahme jedweden Getränkes und schickten die „Provokateure" über den weißen Strich nach West-Berlin zurück.

Während in der Bornholmer Straße Ost-Berliner auf den Übergang drückten und auf der Westseite absolute Ruhe herrschte, schien am Checkpoint Charlie zumindest vordergründig das Feindbild zu stimmen: Die östliche Seite blieb anfangs menschenleer; statt dessen versammelten sich auf der Westseite, mithin feindwärts, rund um die amerikanische Kontrollstelle immer mehr Menschen, darunter mehrere Fernseh-Teams. Entsprechende Meldungen gab der Diensthabende der PKE an das Operative Leit-Zentrum der HA VI weiter. Um 21.33 Uhr kam von dort die Weisung, alle PKE-Mitarbeiter zu alarmieren und an der GÜST zusammenzuziehen.[4]

Der Kommandant der GÜST hatte um 17.00 Uhr Dienstschluß und war nach Hause gefahren. Gegen 21.30 Uhr unterrichtete ihn sein Diensthabender Offizier, daß sich feindwärts mehrere hundert Personen versammelt hätten, aber nun auch auf der DDR-Seite vor dem Schlagbaum die ersten Bürger stünden, die sich nach den neuen Ausreisemöglichkeiten erkundigten. Als der Kommandant gegen 22.00 Uhr am Grenzübergang eintraf und sich selbst einen Überblick über die Lage verschaffte, schlug ihm zu seiner Überraschung von West-Berliner Seite keine aggressive, sondern eine ausgesprochen freundliche und friedliche Stimmung entgegen. Auch er beorderte zunächst alle verfügbaren Kräfte seiner Sicherungskompanie heran. Zusätzlich bekam er auf Anforderung einen Zug der als Reserve in Berlin gehaltenen Offiziershochschüler zur Verstärkung. Von seiner übergeordneten Dienststelle, dem Grenzregiment-36 in Rummelsburg, erhielt er auf Anfrage lediglich die allgemeine Orientierung, Ruhe zu bewahren. Auf einen Befehl – gleich welcher Art – wartete er vergebens.[5]

Zwischen 22.00 und 23.00 Uhr spitzte sich die Lage am Grenzübergang dramatisch zu. Um 22.05 Uhr spazierten 60 bis 70 West-Berliner über die weiße Grenzlinie auf das Territorium der DDR, kamen aber dann der Aufforderung nach, sich auf das West-Berliner Gebiet zurückzubegeben. Eine halbe Stunde später waren es bereits 120 Personen, die von den Sicherungskräften der Grenztruppen auf die Westberliner Seite zurückgedrängt wurden.[6] Danach ließ der Kommandant seine Grenzer eine Sperrkette bilden, die fünf bis sechs Meter hinter der Grenzmarkierung, aber noch vor der Mauer stand.

Ihre Maschinenpistolen hatten die Soldaten zuvor in der Waffenkammer deponiert. Noch immer wurde der grenzüberschreitende Verkehr regulär abgewickelt, doch die Spannung wuchs: „Die Situation an der Grenzübergangsstelle spitzt sich zu", notierte der Diensthabende Offizier der PKE um 22.45 Uhr in seinem Rapport. „Im Vorfeld der Grenzübergangsstelle, bis unmittelbar zur Postensteinmauer, circa 3000 Bürger aus Westberlin. Im Hinterland der Grenzübergangsstelle mehrere 100 DDR-Bürger zu Fuß und Kfz."[7] Verzweifelte Anrufe des GÜST-Kommandanten bei seinen Vorgesetzten folgten. Seine Meldungen wurden ordnungsgemäß bis hinauf ins Kommando der Grenztruppen weitergegeben und „als Verletzung der Staatsgrenze der DDR vom Hoheitsgebiet Berlin (West)" registriert.

Als Maßnahme erfolgte von dort die Unterrichtung der für die Grenztruppen zuständigen Hauptabteilung I des MfS. Befehle oder Weisungen nach unten aber blieben weiterhin aus. Als der Druck von West-Berliner Seite auf die Sperrkette der Grenzsoldaten zunahm, ließ der Kommandant die GÜST schließen und alle Tore hinten und vorn, freundwärts wie feindwärts, verriegeln. Der Grenzverkehr kam zum Erliegen. In dem Bereitschaftsraum, in den sich die Grenzsoldaten zurückgezogen hatten, hörten sie vorn die West-Berliner rufen: „Laßt uns rein!" Und hinten forderten die Ost-Berliner unüberhörbar: „Laßt uns raus!"[9]

Hier geht es weiter:
http://www.chronik-der-mauer.de/materia ... t-und-west

Momente die sich unwiderruflich in die Köpfe und Herzen der Menschen eingebrannt haben.
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Re: Die Grenzöffnung 1989

Beitragvon Volker Zottmann » 18. September 2017, 21:32

Ich habe heute meine sehr betagten Eltern noch mal nach Tanne , Elend und Schierke gefahren.... Was haben die sich gefreut. Dann zum Brockenbäcker und noch schnell in den Westen, nach Hohegeiß. Wie schön und normal das heute wieder ist, fantastisch! Sogar das Wetter hat gut mitgespielt.

Am 13.11.89 ließ ich meinen B1000 vor dem Grenzzaun an der heutigen B27 hinter Elend stehen. Dann lief ich durch das einzige frische Zaunloch 5km weiter nach Braunlage, voller Glückseligkeit. Am nächsten Tag wieder dort, aber das Fahrrad mit. So konnte ich mir mehr in gleicher Zeit ansehen.

Genau an diesem Grenzloch des 1. Zauns hat KUKKI heute einer seiner vielen Gulaschkanonen stehen und verdient sich dumm und albern, der ehemalige Grenzoffizier Jürgen Kurkiewicz. Heute Erbsensuppenmillionär! Damals dachte er sicher noch, sein Ende sei gekommen.... Wie verrückt so Kommunistenhirne tickten. Dachten nur mit eingesperrten Menschen käme ihr Sozialismus/Kommunismus ins Laufen.

Nun in Freiheit wollen sie sich am Liebsten nicht mehr daran erinnern lassen!
http://www.kukki.de/
https://www.noz.de/deutschland-welt/pol ... lend-reich

Gruß Volker
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