DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 21:39

ex-maja64 hat geschrieben:@ Volker, ich wäre damals auch liebend gerne zu hause geblieben, wäre meinen Beruf als Zimmermann nachgegangen und hätte gutes Geld dabei verdient.
Aber man stellte mich an diese Grenze, einer Grenze zwischen zwei Systemen.
Wer stellte mich an diese Grenze? Es waren jene Genossen der Einheitspartei die mich dort hinstellten, unter denen auch du und unser Bergmensch/Ganzunten waren.
Von solchen Leuten heutzutage als "Grenzfanatiker" oder "Schläfer" hingestellt zu werden (diese Jacke ziehe ich mir mal jetzt an, ich bin so frei), ist schon ein Treppenwitz der Geschichte.
Ich habe meine ganz eigenen Erlebnisse mit Menschen (ehem. DDR-Bürgern) zur Zeit der Wende und auch danach gemacht, die wollten mir früher den Sozialismus erklären und später die Marktwirtschaft.
Ich versuche hier nur auf Themen zu schreiben, bei denen ich mich etwas auskenne. Bei Stasithemen wirst du von mir nicht viel lesen, obwohl ich auch familiär da meine Erfahrungen machen durfte.

Ich hatte gestern nicht umsonst auf den Beitrag von @ oetten hingewiesen, in ihm wird die Situation aus der Sicht der Grenzer zur damaligen Zeit geschildert.

Scheint aber rafimo und dich in eurem Eifer nicht zu interessieren.


Auch Du bist etwas durcheinander!
1. Unser Bemühen war in keiner Weise am Wochenende gegen Grenzer gerichtet.
2. Habe auch ich Oettens Beschreibung, von Dir nochmal angeführt, aufgegriffen und kann mir sehr gut den fröstelnden Soldaten, der zum X. Mal Alarm in der Nacht oder am Tag hat vorstellen, mich auch in seine Angst hinein versetzen. (Das schrieb ich bereits) Der wollte sicher kein Todesschütze werden. Ich sehe die wirklichen Täter wie schon vielfach beschrieben weiter oben angesiedelt. Zum Beispiel war der Kompaniechef für mich mehr Täter als der Schütze. Oetten hat das genau beschrieben, so auch meine Meinung.

Da sind wir mal einer Meinung. Wir kommen beide aus den Bergen, sind also sogenannte Schluchtenscheißer, hatten beide die gleiche Grenze vorm Gesicht, warum dann nur immer diese plumpen gegenseitigen Anmachen?

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon oetten » 1. Oktober 2012, 22:44

Hallo zusammen,

Möchte mich ganz kurz mal zu Wort melden.

1. Jeder wuste das man nicht ungestraft einen Grenzabschnitt betreten durfte.
2. Wenn die zwei Jungen nicht bemerkt wurden, würden beide nicht mehr leben weil sie von den 501 am Zaun zerrissen worden währen.
3. Wenn ein Grenzer einen Grenzdurchbruch zugelassen hätte, hätte man ihm das nachgewiesen. Währ er für mindestens drei Jahre in Schwedt eingezogen und hätte danach die restliche Dienstzeit nachgedient.- Für ein Familien Vater eine Tolle Zeit.-
4. Wenn man keine Ahnung hat einfach mal die F….. halten.

Gruß oetten [hallo]
oetten
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 23:34

Hallo Oetten,
genauso kenne ich das auch und wurde wegen solcher Aussagen auch schon angefeindet. Ein mir Bekannter saß ja wegen verweigern des Schießens dann in Schwedt. Er bekam 2 Jahre und 7 Monate als Familienvater aufgebrummt und saß dann tatsächlich 2,5 Jahre. Wegen meiner recht genau benannten Haftstrafenlänge wurde ich dann als Spinner abgestempelt. In Schwedt hat angeblich nie jemand so lange gesessen. Schön, meine Darstellung mal aus anderem Munde bestätigt zu bekommen. Es kann ja dennoch sein, dass solche Leute zuvor in anderen Haftanstalten die U-Haft absaßen. Fakt aber waren die langen Strafen.
An Nebensächlichem zog man sich hier hoch, um abzudriften vom eigentlichen Thema.
Und das mit den von Dir beschriebenen Selbstschussanlagen ist uns vor Ort auch bewusst gewesen. Wenige Meter weiter wären beide tot gewesen.
Gestern schrieb ich bereits, dass Deine plastischen Schilderungen haargenau ins Bild passen.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon SCORN » 2. Oktober 2012, 05:08

Volker Zottmann hat geschrieben:Am 1. Okt.12:01 stellte ich einen langen erklärenden Text hier ein, mit Bild und mit meinem appellierenden Schlusssatz:
Es wäre schön, wenn Ihr immer noch nörgelnden "Grenzfanatiker" an dieser Stelle auch mal innehalten würdet"

Warum kann ein Teil von Euch nicht ohne Unterstellungen leben? Was hat der Tread auf Außenstehende für eine Wirkung?
Gruß Volker


@Volker Zottmann, Warum redest du von "Euch"? Es ist doch nur einer hier, der solchen Stuss verzapft:

" ehemalige Grenzer, Stasis und DDR-Systemtreue in diesen Forum......diese Leute sind heute noch ungemein Gefährlich.......
.... machen diese Leute nur mal eine Pause um dann härter und kräftiger denn je zuzuschlagen."


Bezeichnenderweise giftest du in eine andere Richtung und gehst mit keinem Wort auf diese Entgleisung ein! Lässt tief blicken!

wenn ich da noch lesen muss das der Urheber solcher Ergüsse ehemaliger SED Genosse ist, kann einem schon die Hutschnur hochgehen! Hier muss ich Oetten voll unterstützen! Wer keine ahnung hat sollte die Fr...e halten! Wenn er noch ehemaliger SED Genosse ist um so mehr!

Egal aus welchen Gründen jemand in SED war! Es sind genau solche Typen wie du und Bergfreund welche in der Masse erst dieses System und die Auswüchse möglich machten! Vor diesem Hintergrund solltet ihr euch in den Boden schämen für das was ihr hier abzieht!

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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 2. Oktober 2012, 05:42

Bergmensch ich glaube fast, du musst langsam aber sicher dein NVA Trauma aufarbeiten. Übrigens das Trauma, worüber du schon einmal in einem Fred hier geschrieben hattest. Ich habe mir den Text damals einmal kopiert weil mich das immer interessiert, wie Einer so werden konnte wie du in der Meinung nur verdammt, ich finde ihn leider nicht auf die Schnelle.

Da stand auch was vom Hass auf die DDR oder besser das System drin, könnte so ähnlich ..."da habe ich das System oder den Staat hassen gelernt" dort gestanden haben? Mit diesem Hass biste dann wahrscheinlich auch Genosse geworden denn deine Zeit bei der NVA war so im zarten Alter von 18 Jahren an, wenn ich es richtig gelesen habe.

Also daher weht wohl der ideologische Wind den du hier von dir gibst und keine Bange um nur mal die Exgrenzer hier zu nehmen und ich denke ich kann das so schreiben...da wird nicht Einer hier im Forum dabeisein, der sich seine langen 18 Monate am Kanten oder an der Berliner Mauer zurückwünscht oder das gar noch im Nachhinein hochleben lässt, nicht Einer.

Wir wollen wahrscheinlich nur Eines heute um das mal fortzusetzen, wir wollen das diese Zeit von Außenstehenden in einem richtigen Licht gesehen und nicht mit ner miesen Funzel betrachtet wird.

Rainer-Maria mensch Volker, sag doch gleich das es dir und rafimo nur ums Gedenken geht, nochmal richtig innezuhalten an der damaligen Stelle mit dem Jungen, dann geht das doch voll in Ordnung, dann wäre doch nie hier so ein Wind entstanden...der von deinem Kumpel,dem Bergmenschen.Ach so...und keiner hätte die Fresse halten müssen(entschuldigt,ich habs mal ausgeschrieben)

Einen guten Tag allen ins Forum
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Thunderhorse » 2. Oktober 2012, 05:56

oetten hat geschrieben:Hallo zusammen,

Möchte mich ganz kurz mal zu Wort melden.

1. Jeder wuste das man nicht ungestraft einen Grenzabschnitt betreten durfte.
2. Wenn die zwei Jungen nicht bemerkt wurden, würden beide nicht mehr leben weil sie von den 501 am Zaun zerrissen worden währen.
3. Wenn ein Grenzer einen Grenzdurchbruch zugelassen hätte, hätte man ihm das nachgewiesen. Währ er für mindestens drei Jahre in Schwedt eingezogen und hätte danach die restliche Dienstzeit nachgedient.- Für ein Familien Vater eine Tolle Zeit.-
4. Wenn man keine Ahnung hat einfach mal die F….. halten.

Gruß oetten [hallo]



Zu 2: Hypothetisch

Zu 3: Ist wohl der allgemeinen Propaganda geschultet Sollte ich mich täuschen, dann bitte dazu einen konkreten Fall benennen.
Was es definitiv gab, dass Grenzpolizisten - Grenzsoldaten in solchen Fällen z.B. mit Arrest bestraft wurden.

P.S.: Die Wirkungsweise der Anlagen 501/701 ist sicherlich bekannt.

Allgemeine Anmerkung:
Man sollte sich nicht von anderen Leuten vor einen Karren spannen lassen.
P.S.: Die Zitierung, Beitrag vom 1. Oktober 2012, 17:43 spricht für sich.
P.P.S.:Fachleute sind schnell geboren, eine Seite zu einem Sachverhalt reicht da bei manchem aus.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Alfred » 2. Oktober 2012, 06:40

Herr Zottmann,

auch wiederholen ändert nichts an den Tatsachen.

Die längste Haftstrafe in Schwedt war 2 JAHRE.

Sonst möchte ich mich TH zu Punkt 3 anschließen. ( was Schwedt betrifft )

Auch ABV hatte zu dieser Thematik bereits geschrieben.


Es gab in Schwedt 2 Komplexe:

1. Der Militärstrafvollzug für durch Militärgerichte verurteilte AA bis zu 2 Jahren
2. Die Disziplinareinheit für die Dauer von maximal 3 Monaten
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Rüganer » 2. Oktober 2012, 07:23

Ich finde es einfach nur - toll -
Da wird nun wieder auf konkrete Dinge im Punkt Schwedt verwiesen, meine Herren Superschlau, was hat denn der Soldat am Kanten und der Mauer über dieses Schwedt gewusst? Schlichtweg gar nichts, und wenn oetten was von 3 Jahren schreibt, dann wird der gehört haben- 3 Jahre sind die eingezogen. So wie ich gehört habe: Man du, da marschiert man zum Essen, dann brüllt einer"Gas" und alle setzen die Gasmaske auf und legen den Schnuppersack an und wenn die Essenspause vorbei ist, dann kommt"Gas vorbei" und alle marschieren ohne Essen wieder ab. Mythen über Mythen, hat je einer der Soldaten Konkretes über Schwedt gehört, in seiner Dienstzeit wohlgemerkt, zu lesen bekommen oder wurde er belehrt?
Also hat er auch nur Schiss vor Schwedt gehabt, regelrechte Schiss. Auf eines fremden Mannes Arsch ist gut über Schwedt zu referieren, ganz besonders dann, wenn man niemals selbst in Gefahr gekommen wäre, dort hinzukommen.
Was man nicht kennt, macht einem Angst und wenn man vor etwas Angst hat, dann reißt man sich zusammen, dies war doch Teil dessen, mit dem man die Grenzer in den Griff bekam.
Diese Grenzer, die heute so gefährliche Schläfer sind, die jeden Moment wieder losschlagen werden, wenn man sie ließe, die in der Reihenfolge eines Users noch vor der Stasi und den DDR-Systemnahen kommen.
Ich habe mich heute früh im Spiegel beim Rasieren angesehen und staunend festgestellt: Rüganer, was bist du doch für ein gefährlicher Mensch, wenn dies jemand wüsste...
Rüganer
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 2. Oktober 2012, 08:53

Edelknabe hat geschrieben:
Rainer-Maria mensch Volker, sag doch gleich das es dir und rafimo nur ums Gedenken geht, nochmal richtig innezuhalten an der damaligen Stelle mit dem Jungen, dann geht das doch voll in Ordnung, dann wäre doch nie hier so ein Wind entstanden...der von deinem Kumpel,dem Bergmenschen.Ach so...und keiner hätte die Fresse halten müssen(entschuldigt,ich habs mal ausgeschrieben)

Einen guten Tag allen ins Forum


Ich habe es anders erlebt. Am 30. September habe ich meinen Bericht an Bergmensch ins Netz gestellt. Kein einziges Wort mit neuen Verurteilungen wurde gegen die Soldaten gerichtet.
Ich schrieb , dass mich mehr Erinnerungen (Gedenksteine) in diesem Abschnitt freuen würden.

Wind Lieber Edelknabe, entstand erst mit Deiner und einer weiteren frotzelnden Einlassung. Das kann jeder nachlesen.
Zwei Leute haben auf Störfeuer geschaltet, das waren aber weder der Bergmensch, noch ich. (Seite 61/62)

Gruß ins friedliche Forum, Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Sirius » 2. Oktober 2012, 10:16

SCORN hat geschrieben:@Volker Zottmann, Warum redest du von "Euch"? Es ist doch nur einer hier, der solchen Stuss verzapft:

" ehemalige Grenzer, Stasis und DDR-Systemtreue in diesen Forum......diese Leute sind heute noch ungemein Gefährlich.......
.... machen diese Leute nur mal eine Pause um dann härter und kräftiger denn je zuzuschlagen."


Bezeichnenderweise giftest du in eine andere Richtung und gehst mit keinem Wort auf diese Entgleisung ein! Lässt tief blicken!

wenn ich da noch lesen muss das der Urheber solcher Ergüsse ehemaliger SED Genosse ist, kann einem schon die Hutschnur hochgehen! Hier muss ich Oetten voll unterstützen! Wer keine ahnung hat sollte die Fr...e halten! Wenn er noch ehemaliger SED Genosse ist um so mehr!

Egal aus welchen Gründen jemand in SED war! Es sind genau solche Typen wie du und Bergfreund welche in der Masse erst dieses System und die Auswüchse möglich machten! Vor diesem Hintergrund solltet ihr euch in den Boden schämen für das was ihr hier abzieht!

SCORN


Der Beitrag von Bergmensch ist unvollständig zitiert. Erstens hast Du das erste Wort "Einige" weggelassen. So wie Du zitierst, entsteht ein falscher Eindruck vom gesamten Beitrag - als seien pauschal alle ehemaligen Grenzsoldaten und Systemnahen gemeint. Das ist aber nicht der Fall! Ich hatte durch Dein Zitieren auch erst einen falschen Eindruck vom Beitrag bekommen, bis ich mir den original Beitrag noch einmal angeschaut habe. Zudem hast Du auch die Passage "Mir kommt es hier vor als" weggelassen, so das auch hier das Geschriebene einen anderen Sinn bekommt, nämlich nicht als einen Eindruck sondern als eine feststehende Tatsache. Auch die aus dem Zusammenhang herausgerissene Passage "ungemein gefährlich" versteht man so nicht richtig. Solch Sinn-entstellendes zitieren sollte unterbleiben.

Hier noch einmal das original Zitat:

Bergmensch hat geschrieben:Fest steht für mich hier eins.
Einige ehemalige Grenzer, Stasis und DDR-Systemtreue in diesen Forum zeigen sich bis heute nicht bereit zu erkennen das sie in einem Unrechtssystem treu und ergeben gedient haben. Sie bestreiten und Leugnen alles was sie im zusammenhang mit diesen Unrechtssystem vielleicht zum nachteiligen eigenen Ansehen gereicht. Anderen wie z.B. V.Z. welche ihre Fehler bemerkt und eingestanden haben, dazu offen und ehrlich berichten, werfen sie Wendehalsigkeit vor.
Diese Leute sind heute noch ungemein Gefährlich. Bei sich wieder bietender Gelegenheit würden sie wieder treu zum System stehen.
Mir kommt es hier vor als machen diese Leute nur mal eine Pause um dann härter und kräftiger denn je zuzuschlagen.
Hauptsache si können sich im neuen System erstmal kräftig für neue Aufgaben stärken. Wie Schläfer eben.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon SCORN » 2. Oktober 2012, 12:36

Hallo Sirius,
das von dir bemängelte ändert doch absolut nichts an der Grundaussage des Bergmenschen! auch "einige" und "mir kommt es so vor" entschärfen die unahltbaren Vorwürfe keinesfalls! im Gegenteil! Seine Angriffe richten sich direkt gegen hier schreibende Forumsnutzer! Was ist daran gut oder anders?

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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 2. Oktober 2012, 16:45

Uwe, Du und ich sind auch zwei Personen. Haben mal gleiche und mal gegenteilige Ansichten.
Ich bin ich und kein Siamesischer Zwilling.
Das Zitieren gestern war eine Reaktion auf die "Anmache". Ich bin nun kein Anwalt, aber rein moralisch (was ja nicht verhandelt wird) sehe ich auch Schüsse in den Rücken als Mord, als Heimtücke, aber auch unter Umständen als Ergebnis von panischer Angstreaktion der Soldaten.
Ich werde also NIEMALS den schießenden Grenzsoldaten dessen bezichtigen, schon allein, weil mir die Umstände insgesamt unbekannt sind.
Ich werde aber IMMER davon überzeugt sein, dass diese "Abschüsse" der Flüchtlinge vom Militärstab, der gesamten Generalität gewollt waren. Die Grenze unterstand dem MfS und das wiederum einem Polizistenmörder, der selbst seine Kameraden des Spanienkrieges wissend und wollend in den Tod schickte, verriet. Was wollte ich da sonst erwarten.
Schlimm ist, dass sein Spiel aufging, die Kalaschnikow , die SM70 und die Grenzer waren seine missbrauchten Werkzeuge.

Ganz zu Beginn hier in meiner Forumszeit beschrieb ich meinen NVA-Werbe-und Musterungsgespräche. Ich wurde vom Edelknaben sofort verspottet, weil ich wiedergab, was damals geschah: Ich habe im WKK gesagt, dass ich NIEMALS auf Menschen schießen werde. Dadurch blieb mir auch die Grenze erspart.
Das hätte jeder Jugendliche machen können und sollen ...
Er sprach mir ab, damals schon soweit gedacht zu haben. Es war aber aufgrund meiner väterlichen Erziehung so.
Mir war im Gegensatz zu vielen Gleichaltrigen die Grenze, die ich als Kind bereits hautnah spürte, immer zuwider!
Ich werde in diesem Grenzabschnitt noch lange tätig sein. Und wenn ich das System verdamme, so nicht den einzelnen Soldaten.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Icke46 » 2. Oktober 2012, 17:30

Volker Zottmann hat geschrieben: Ich bin nun kein Anwalt, aber rein moralisch (was ja nicht verhandelt wird) sehe ich auch Schüsse in den Rücken als Mord, als Heimtücke, aber auch unter Umständen als Ergebnis von panischer Angstreaktion der Soldaten.


Gruß Volker


Nur zur Erläuterung, wie das Gesetz "Heimtücke" definiert:

Das bewusste Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers muss in feindlicher Willensrichtung geschehen. Von der Arglosigkeit sind diejenigen Opfer auszunehmen, die nicht fähig sind, die feindliche Willensrichtung des Angreifers zu erkennen (Kleinkinder und Säuglinge, Ohnmächtige und Menschen mit geistigen Behinderungen). Arglos ist jedoch, wer aus dem Hinterhalt angegriffen wird oder einen Angriff nicht wahrnehmen kann (etwa wegen Dunkelheit oder Schlaf). Es müssen stets beide Voraussetzungen erfüllt sein, also Arg- und Wehrlosigkeit zusammen.

Also kann man vom Gesetz her nicht von Heimtücke sprechen. Das kann man gut finden oder schlecht - ist aber geltendes Recht.

Ansonsten kann ich den Ausführungen von Uwe nur zustimmen.

Gruss

icke

PS: Es hat zwar mit dem Fall nichts zu tun, aber ein bisschen vermisse ich auf dem Bild mit Dir und Deinem Mitfährtensucher seine Kappe - irgendwie hat man immer die Vorstellung, die laufen dauernd damit herum [wink] .
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 2. Oktober 2012, 17:41

Volker wie du später Genosse werden konntest wird wohl ewig hier ein Rätsel bleiben? Erst pazifistisches Elternhaus mit logischer Grenzverweigerung und dann Jungmann/Kandidat für die SED? Da hatte man mich schon längst für unwürdig befunden in die SED aufgenommen zu werden, und ich hatte wirklich jugendliche fortschrittliche Vorstellungen damals Mitte der siebziger Jahre die wohl den alten SED-Mitgliedern dann doch bissel unheimlich vorkamen.

Man hätte ja was verändern können, nicht auszudenken und wir waren eine Jugendbrigade die wohl mit Macht was verändern wollte.Aber alles Geschichte, schönste Geschichte.Was mir noch so einfällt zu Rafimo, dem Rafimo. Das glaubt man garnicht...sehe ich so das Foto mit dir da vor Ort und dann seine teilweise völlig irren Texte die wie unter Droge(sinnbildlich jetzt) in manchen Nächten entstanden und dann steht da so ein Senior, der sieht so harmlos aus, wie ein gütiger Opa...nicht zu fassen, passt wirklich schlecht ins Bild von damals?

Rainer-Maria genau Rüganer, nichts, aber auch nichts hat man gewusst, nicht so viel. Dieses ominöse Schwedt, der Strafvollzug für NVA-Soldaten mit damals schon unheimlichen Ruf stand wie ein scharf geschliffenes Schwert über dem jungen Soldaten.Heute sind komischerweise Alle schlauer...aber das schrieb ich schonmal in einem Extrafred.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Zicke » 2. Oktober 2012, 17:49

Volker Zottmann hat geschrieben: Ich habe im WKK gesagt, dass ich NIEMALS auf Menschen schießen werde. Dadurch blieb mir auch die Grenze erspart.
Das hätte jeder Jugendliche machen können und sollen ...


bei der Musterung wurde weder Waffengattung noch Einzugseinheit genannt, das kam bei der Einberufungsuntersuchung. Bei mir stand zum Beispiel :Gemustert als Mot.Schütze.
Auf dem Einberufungsbefehl stand dann Eisenach.
Bis Mitte 72 waren die Grenzeinheiten (Komandos) Bestandteil der NVA und wurden erst dann gesondert als Grenztruppen der NVA geführt(siehe die grünen Armpaspel).
Ich wurde weder bei ersterer(M) noch bei zweiter (EU) nach schießen oder nicht schießen gefragt.
Zicke
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon augenzeuge » 2. Oktober 2012, 18:01

Zicke hat geschrieben:Ich wurde weder bei ersterer(M) noch bei zweiter (EU) nach schießen oder nicht schießen gefragt.


Bei mir kam die Frage auch auf. Allerdings mussten die sich nach meiner Antwort erst mal sammeln....es gab leider keine Kenntnis meines Begehrens...und so hatte es sich schnell erledigt. [flash]

Bei anderen kam die Frage nicht, sie äußerten sich aber trotzdem ähnlich wie Volker.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 2. Oktober 2012, 18:40

Jörg du musst den Volker hier nicht unbedingt in Schutz nehmen.Münchhausen wollte bestimmt auch nicht verteidigt werden. Und mal nur so nebenbei, mein Langzeitgedächtnis ist 1A, ich könnte hier Dinger aus meiner Kindheit oder unsere Ehe hochholen wo meine Frau immer meint." An sowas erinnerst du dich noch, also ich weiß da garnichts mehr davon?"

Nur Eines ist mir völlig entfallen, die Musterung mit ...könnte so im 18. Lebensjahr gewesen sein? Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob manche junge Kerle das damals als so herausragendes Ereignis gesehen haben, das die sich heute noch an jeden Wortlaut erinnern können, was da nun einer der Offiziere überhaupt alles fragte? Einen kenne ich allerdings persönlich im Forum, der kann sich hundertpro erinnern weil es irgendwie ausartete,aber die schöne Geschichte ist was fürs Leipzigtreffen die er dort nochmal zum Besten geben könnte, nicht hier für den Text, den Fred.

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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 2. Oktober 2012, 18:45

Zicke hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben: Ich habe im WKK gesagt, dass ich NIEMALS auf Menschen schießen werde. Dadurch blieb mir auch die Grenze erspart.
Das hätte jeder Jugendliche machen können und sollen ...


bei der Musterung wurde weder Waffengattung noch Einzugseinheit genannt, das kam bei der Einberufungsuntersuchung. Bei mir stand zum Beispiel :Gemustert als Mot.Schütze.
Auf dem Einberufungsbefehl stand dann Eisenach.
Bis Mitte 72 waren die Grenzeinheiten (Komandos) Bestandteil der NVA und wurden erst dann gesondert als Grenztruppen der NVA geführt(siehe die grünen Armpaspel).
Ich wurde weder bei ersterer(M) noch bei zweiter (EU) nach schießen oder nicht schießen gefragt.


Zicke, nochmal:
Ich wurde nach meiner Musterung zum WKK einbestellt. Dort wurde ich sanft befragt, teils wurde es Theater vom Zivilangestellten.
Das kannst Du in meinem eingestellten "Leben" in Ruhe nachlesen. Da steht sinngemäß das ganze Gespräch. Ich wurde dann hinausgeworfen, mit übelsten Beschimpfungen. Auch ich wurde als Mot.-Schütze gemustert. Aber zu den Pionieren geschickt.
Ich habe auch nur von mir geschrieben, wie es mir erging und nicht von Dir.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 2. Oktober 2012, 18:59

Edelknabe hat geschrieben:Jörg du musst den Volker hier nicht unbedingt in Schutz nehmen.verteidigt werden. mein Langzeitgedächtnis ist 1A,

Rainer-Maria


Das möchte ich bezweifeln Rainer. Eins höher schreibst Du, ich entstamme einem einem pazifistischen Elternhaus!
Erst pazifistisches Elternhaus mit logischer Grenzverweigerung und dann Jungmann/Kandidat für die SED? So Deine Worte. Also liest Du oberflächlich, oder bastelst Deine Geschichten! (Soviel zu Münchhausen)

Ich schreibe immer das Gleiche, wegen meinem guten Erinnerungsvermögen und meiner geäußerten ehrlichen Meinung. Mein Vater, nur mein Vater, ist Pazifist!
Durch mein Leben zieht sich ein roter Faden, und der beinhaltet die innerfamiliären Widersprüche der 50er/60er Jahre. Meine Eltern konnten unterschiedlicher nicht sein ...
Wohl Dir, Edelknabe, wenn Du nie so zwiespältig leben musstest.
Und zur SED schreibe ich nichts mehr, denn entweder willst Du hier nur aufwiegeln oder, was genauso schlimm wäre, Du begreifst es wirklich nicht.

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 2. Oktober 2012, 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon augenzeuge » 2. Oktober 2012, 18:59

Edelknabe hat geschrieben:Jörg du musst den Volker hier nicht unbedingt in Schutz nehmen. An sowas erinnerst du dich noch, also ich weiß da garnichts mehr davon?"
Rainer-Maria


Rainer, ich will keinen in Schutz nehmen. Ich habe nur aus meinen Erlebnissen wahrheitsgemäß berichtet. Auch wenn es OT ist....:
Ich erinnere mich deshalb so genau, da es nach meinem Statement (meine Ausreise lief) ein riesiges Theater gegeben hatte. Das werd ich nie vergessen. Der Mensch auf dem WK-Präsidium war dazu noch mein Hausarzt! Die wussten echt von nichts etwas.....übrigens, 7 Monate später war ich weg.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon ex-maja64 » 2. Oktober 2012, 19:19

Zicke hat geschrieben:
Ich wurde weder bei ersterer(M) noch bei zweiter (EU) nach schießen oder nicht schießen gefragt.



Richtig Zicke, bei der (ersten) Musterung wurde auch ich in keinster Weise nach schießen oder nicht schießen befragt.
Bei meiner (zweiten) Einberufungsüberprüfung wurde mir zum Abschluß vor der Kommission die Frage gestellt, ob ich mit der Waffe in der Hand meine Heimat verteidigen würde. Da die DDR meine Heimat war, bejahte ich diese Frage.
Im Anschluß wurde mir offeriert, dass ich zum 04.05.1983 zu den Grenztruppen eingezogen werde.

Zu keiner Zeit wurde mir die Frage gestellt, ob ich auf Menschen schießen würde.
ex-maja64
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Bergmensch » 2. Oktober 2012, 19:33

Da ich in meinen Text niemand persönlich oder namentlich genannt habe, haben sich hier einige wieder angesprochen gefühlt.
Es ist schon interessant wie sich hier Leute selber entlarven. Nur weiter so.
So weiß man wenigstens mit wem wir es hier zu tun haben.
Jeder kennt doch den Spruch "getroffene Hunde bellen". Und wie hier wieder gebellt wurde.
Habe mich köstlich amüsiert.
Wieder was für die Liste.
Bergmensch
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 2. Oktober 2012, 19:51

Na Bergmensch, jetzt biste fein raus, der Rest hat gebellt und du hast dich köstlich amüsiert.Hast auch keine Namen genannt...macht man ja auch nicht im heutigen System, da tritt man lieber von hinten sinngemäß ins Kreuz und wenn der Getretene dann stürzt ist man doch schon um die Ecke verschwunden.

Rainer-Maria bist eben ein Schlauer, wusstest wahrscheinlich immer schon wie man zu DDR-Zeiten an die begehrten Nachtspeicheröfen kommt,(Erinnerst dich des schönen Foto) eventuell mit nem Eintritt in die SED was?
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Bergmensch » 2. Oktober 2012, 20:28

Ja Knabe, über dich auch.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 2. Oktober 2012, 21:01

Liebes Forum,
mein Forentreffen am Wochenende fand ich gelungen. Da trafen sich ein Forenmitglied und ein Ausgestoßener, mit weitestgehend gleichen Ambitionen, die ehemalige Grenze betreffend. Ich könnte mir vorstellen, dass wir beim nächsten Treff auch wieder 3 oder noch mehr wären ... Wer weiß ...
Dann hat das aber sicher einen anderen Anlass...
Hier im Forum mangelt es kaum einem an Verstand, aber das Verstehen wollen, das wirkliche Bewältigen der Geschichte ist nicht aller Mitglieder Wille.
Einige sind nur an Klamauk und Streit interessiert.
Das ist nicht mein Ding. Ich werde mich hier zum Grenzthema nicht mehr einbringen, denn meine Einstellung dürfte nun auch dem Dümmsten klar geworden sein.
Neuigkeiten werde ich nur noch ernsthaft Interessierten zukommen lassen.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Bergmensch » 2. Oktober 2012, 21:13

Ich kann dich gut verstehen Volker, aber lass dich bitte nicht entmutigen.
Deine Beiträge hier im Forum gehören zu den guten, das wollte ich dir mal sagen.
Ich schreib ja auch nur noch wenn mir mal die Galle überkocht.
Gruß aus dem Südwesten, Reiner.
Bergmensch
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon vs1400 » 2. Oktober 2012, 21:45

Rüganer hat geschrieben:Ich weiß nicht, warum nun der Bericht von @oetten angezweifelt wird. @vs1400, du warst viel später am Kanten, in den Jahren verändert sich so viel, auch im Scharfmachen der Grundwehrdienstler, in deren Kenntnisstand, in deren Wissen.
Es haben die, die 1963 gedient haben, eine ganz andere Grenze erlebt, als die, die 1970 oder wiederum die, die 1979 wie du, ganz zum Schluss dabei waren. Und du warst eben nicht nur Grundwehrdienstleistender.

@oettens Bericht halte ich für sehr authentisch, er schildert 100 prozentig die Ängste derjenigen, die da draußen lagen und die von denjenigen, die dieses Grenzregime befohlen hatten, die diese Jungs scharf machten, wie der KC es wohl getan hat, die von solchen Offizieren, die bei Anruf Magazinwechsel forderten, m i s s b r a u c h t wurden.
Ich schreibe bewusst missbraucht, weil man unsere ( und da schließe ich ex-maja 64 und otten mit ein) Unerfahrenheit im Leben, weil man unser Unwissen in Zusammenhängen der Politik, weil man unsere Absicht, den Job, den wir nun mal hatten auch gut zu machen, weil man dies alles ausgenutzt hat um uns zu etwas zu bringen, was wir als Menschen nämlich alle sonst nicht gemacht hätten, - den Finger krumm zu machen. Hinzu kommt, dass heute wohl die Erkenntnis gilt, wir hätten nur schießen dürfen, in keinem Falle jedoch müssen.
Aus heutiger Sicht ist dies alles nicht mehr zu verstehen, ebenso wie ich nicht verstehen kann, dass da Leute in den sicheren Tod rennen, obwohl es doch bekannt war, dass es Minen und Selbstschussanlagen gab.
Glaub mir, vs1400, ich könnte von Berlin, von der Mauer ebenso eindrucksvoll und authentisch, wie @oetten berichten, gerade deswegen kann ich alles, was er schrieb, nachvollziehen.
Ich sage dir und allen anderen, kein GWDler wollte da an der Grenze einen erschießen. Keiner ist da hingegangen mit dem Vorsatz, in dem Jahr kille erst mal jemanden – mal sehen, wie dies so ist.
Es wurde ihnen allen so viel Feuer unter dem Ars.. gemacht, sie wurden alle so aufgehetzt, so mit den Nerven ruiniert, dass es reine Reflexe wurden. Jedenfalls bei denen, die mit diesem Schei.. nicht fertig wurden und eine gewisse Abgeklärtheit an den Tag legten konnten. Auch da muss man sagen, es sind nicht alle Menschen gleich und alle halten solch einen Druck nicht aus. Und ob dieser Mensch erkennt, dass der Flüchtende in die Richtung nach Hause rennt, in dem Stress bezweifle ich es, da nimmt man nur zur Kenntnis, der bleibt nicht stehen. Bitter für beide....
Grundwehrdienstleistende haben diese Grenze nicht gemacht, sie sollten dort nur ihren Dienst tun und wollten ebenfalls gesund und ohne Vorkommnis wieder nach Hause. Natürlich gab und gibt es immer diese Helden, die damals mit 20 schon die Faust in der Tasche trugen, Befehle grundsätzlich verweigerten oder so auslegten, dass unter Anwendung von Internationalem Recht, der UN Charta und anderen, allgemein in der DDR bekannten Dokumenten und Rechtsauffassungen nichts passieren konnte, was ihnen heute auf die Füße zu fallen droht. Vor denen verneige ich mich tief in Ehrfurcht.
Der Rüganer


hi Rüganer,
angezweifelt hab ich wohl nur aus deiner sicht, ist aber ok und war von mir eher als hinterfragen gedacht, dafür ist es ja ein forum.
gerade weil es eben in einer anderen zeit geschah und glaub mir, dienstlich hat sich da nicht viel unterschieden, hinterfrage ich, bevor ich mir eine meinung dazzu bilde oder poste.
du hebst in deinen zeilen sehr oft die gwd' ler und ihre chancenlosigkeit hervor. meinst du echt das uaz oder zeitsoldaten alle freiwillig zur grenze gingen?

die unmarkierten zeilen von dir und oetten sind auch aus meiner sicht vollkommen io, da gibt es nichts zu bemängeln und da geh ich voll mit.
doch hätte oetten auch auf meine frage eingehen können und sich den 4. punkt seiner antwort sparen sollen, der war echt überflüssig.

falls du etwas über deine dienstzeit schreiben möchtest, voran.

gruß vs
vs1400
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon vs1400 » 2. Oktober 2012, 21:52

hallo Volker,
wer gegen den strom schwimmt ... [wink]
du hast schon richtig bemerkt wer hier oft sinnlos schärfe ins spiel bringt, doch nichts, aber auch gar-nichts zu thema postet.

lasst euch, du, rafimo und freunde, nicht von diesem projekt abbringen. [super]
es ist bitter nötig derartiges nicht vergessen zu lassen.

gruß vs
vs1400
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon ex-maja64 » 2. Oktober 2012, 22:08

vs1400 hat geschrieben:hallo Volker,
wer gegen den strom schwimmt ... [wink]
du hast schon richtig bemerkt wer hier oft sinnlos schärfe ins spiel bringt, doch nichts, aber auch gar-nichts zu thema postet.

lasst euch, du, rafimo und freunde, nicht von diesem projekt abbringen. [super]
es ist bitter nötig derartiges nicht vergessen zu lassen.

gruß vs



Das schreibt einer der sich anfänglich zum Berufsunteroffizier (10 Jahre Dienstzeit) bei den Grenztruppen verpflichtet hat, aber in einem lichten Moment noch auf 3 Jahre "runtergekohlt" hat.

Wenn ich heute eines nicht mag, dann sind es Meinungsäußerungen wie diese!

Pfui Deibel, weil sie geheuchelt sind! [mad]
ex-maja64
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon vs1400 » 2. Oktober 2012, 22:21

ex-maja64 hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:hallo Volker,
wer gegen den strom schwimmt ... [wink]
du hast schon richtig bemerkt wer hier oft sinnlos schärfe ins spiel bringt, doch nichts, aber auch gar-nichts zu thema postet.

lasst euch, du, rafimo und freunde, nicht von diesem projekt abbringen. [super]
es ist bitter nötig derartiges nicht vergessen zu lassen.

gruß vs



Das schreibt einer der sich anfänglich zum Berufsunteroffizier (10 Jahre Dienstzeit) bei den Grenztruppen verpflichtet hat, aber in einem lichten Moment noch auf 3 Jahre "runtergekohlt" hat.

Wenn ich heute eines nicht mag, dann sind es Meinungsäußerungen wie diese!

Pfui Deibel, weil sie geheuchelt sind! [mad]


@ Mario,
ich hab meinen fehler wenigstens noch bemerkt und du? [ich auch]

gruß vs
vs1400
 

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