Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Thunderhorse » 26. Juli 2011, 17:30

LO-driver hat geschrieben:Zu meiner Lehrzeit im Forst, haben wir auch mit einer Mischung aus Selest und Diesel, in Neuanpflanzungen mit dem Pinsel die Birken
so wie andere Fremdgehölze bekämpft. Einzige Vorschrift an uns Arbeiter war, keinerlei Essen mit dort hin zu nehmen.
Die Ediketten auf den Selest-Kanistern sind ja auch voll mit Warnhinweisen gewesen. Ich könnte mir gut vorstellen, das eine Mischung
mit Diesel zum versprühen, auf diesen vielen Kilometern auch erfolgt ist.

LO-D


Hi Lo-Driver.

Richtig, beim Einsatz von Selest 100 wurde dieses mit Diesel gemischt.
24 kg/ha auf 600 Liter.

Da Selest auch bei der Bearbeitung des K2 bzw. K6 zum Einsatz kam.
Revidiere ich mein:
...ich sach mal Nein.

in
..ich sach mal Ja.

Zum Thema Schäden, Proben etc. komme ich nochmal später drauf zurück.

TH
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon ex-maja64 » 26. Juli 2011, 18:53

vs1400 hat geschrieben:... in der guten hoffnung, das dir noch keiner zu deiner frage antwortete, möchte ich es tun ... und ja, ich mache es mir leicht.
dieser ist es nicht ...
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Def ... eifen.html
... doch diesen meintest du.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnes_Band_Europa
... nur ne definition war es eben nicht. Bild

gruß vs



Schon ok vs wusste schon was gemeint war [wink] und stimmt AZ du hast den Artikel nicht geschrieben.
Aber ich dachte in diesem Moment an die vielen mitlesenden Schüler hier. [flash]

Mario
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Edelknabe » 26. Juli 2011, 19:15

Leuchtet mir irgendwie nicht ein. Warum nahm man Diesel und kein Wasser zum mischen dieses Pflanzengiftes? Und Mario, hast du eine Schülerphobie...oder warum lese ich ständig in deinen Texten von den Schülern?

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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Thunderhorse » 26. Juli 2011, 20:03

Mike59 hat geschrieben:
Durch die Mischungen, "Azaplant-Kombi", "Selest 40" oder "Omnidel" kams immer wiedermal zu Schäden auf Landwirtschaftlichen Nutzflächen in der BRD bzw. der DDR.
Westlicherseits wurden Pflanzen-, Wasser und Bodenproben genommen.

TH


---------------------------------------------------------------------------------------------
Hallo TH, was ist den bei den Pflanzen- ,Wasser- usw. -proben raus gekommen?
Wenn es da einen Protest gegeben hat, wurde der beachtet? Ich meine anfangs wurde ja von DDR Seiten meist gemauert (wow paßt) aber später wurde doch auf die Einwände von BRD Seite eingegangen, wenn auch still und leise. Zumindest ein Befehl oder eine AO dazu wurden erlassen. Da kann ich mich allerdings nicht an vergleichbares erinnern.

Mike59[/quote]

Hi Mike,

welches Ergebnis genau in den Laboren festgestellt wurde, dazu kann ich aktuell nichts sagen.
Bei Schädigungen von landwirtschaftlichen Anbauflächen in der BRD bzw. gesundheitlicher Beeinträchtigung von Angehörigen der westlichen Grenzüberwachungsbehörden, Landwirte, Grenzbesuchern (in Einzelfällen mußten Personen in ärztliche Behandlung), durch den Sprühnebel gab es Regelmäßig Proteste.
Darunter fielen auch Gewässerverunreinigungen durch den Sprühnebel oder u.a. die Tanks gespült und dann dass Spülwasser in die Bäche oder Flüße gelangte.
Nach der Konstituierung der Grenzkommission waren diesbezüglich direkte Kontakte/Gespräche möglich.
Die DDR war im laufe der Jahre ständig bemüht, das solche Schäden nicht eintraten, was sich jedoch nicht gänzlich vermeiden ließ.
Vorkommnisse gab es z.B. wenn nicht qualifizierdes Personal mit eingesetzt wurde, zumeist Angehörige der GT/NVA-Kdo Grenze und diese die Technik falsch bedienten.

Der Pflanzenschutzdienst der DDR wurde ab Februar 1964 mit der Aufgabe der Unkrautvernichtung im Bereich der Sperranlagen beauftragt.

Dabei kamen zum Teil richtige Giftcocktails zum einsatz. Tankmischungen bestehend aus bis zu 3 verschiedenen Herbiziden.

TH

P.S.:
Mal was für die Chemiker:
Selest 16,7 % 2,4-D + 13,5 % 2,4,5-T
Selest 100 42 % 2,4-D + 40 % 2,4,5-T


(6.) die Reste des Herbizideinsatzes am innerdeutschen Grenzstreifen
(Selest 100 oder Agent Orange - Dioxin, Azaplant-Kombi, Simazin,
Atrazin, Uvon-Kombi 33, Yrodrazin, Bromicil, Hexazinon, Diesel),
die die Reinheit der Trinkwassergewinnung aus zwei oberflächennahen
Quellfassungen in Kleinensee nachweisbar seit dem Jahr 2004
durch Herbizidreste gefährden und auch in einer aktuellen Bodenprobe
aus dem Grenzstreifen in einer Konzentration von 0,02mg/kg
nachgewiesen wurden, obwohl die Stoffe seit 17 Jahren nicht
mehr eingesetzt wurden.

Quelle:
http://www.bi-werratal.de/content/view/84/56/
http://www.oberellen.de/scripts/news/88 ... 4&layout=2
aus 2008.
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Mike59 » 27. Juli 2011, 15:21

@ TH

Mit anderen Worten, es kam meist durch schlampigen Umgang mit der Chemikalien und der Technik zu Schäden an der Umwelt und Schädigung von außenstehenden. Ziemlich unprofessionell, da hätte ich mehr erwartet.

Wäre nur noch zu klären, ob die Frau Lückert in Ihrer Diplomarbeit eine reine Dieselversprühung meinte, diese darauf zurückzuführen ist das von den Arbeitstrupps geschlampt wurde oder ob es daran lag das die DDR keine Taler mehr für Herbizide hatte oder ob es von der Technologie her notwendig war Selest100 mit Diesel zu mischen.

Bei letzterem bin ich auf einen Versuch eines bayrischen Versuchslabores aus dem Jahr 2001 gestoßen, bei welchem offensichtlich ein Nachfolgeprodukt von Selest100 mit Mineralöl gemischt wird.


Quelle: www.lfl.bayern.de

2. Versuchsdurchführung
Im Rahmen eines konventionellen Gewächshausversuches wurden die derzeit gängigsten Graminizide auf ihre Wirksamkeit gegenüber der Jährigen Rispe geprüft. Das Versuchsdesign entspricht dem Stand der Technik für biologische Exaktversuche unter standardisierten, künstlichen Wachstumsbedingungen.
Die Prüfmittel wurden mit einer Dosis von 50, 100 und 200 % der jeweiligen Standardaufwandmenge zur Kontrolle von einjährigen monokotylen Schadpflanzen eingesetzt. So ergaben sich je drei Prüfvarianten pro getestetem Graminizid. Das relativ neue Präparat Select (Wirkstoff [WS]: Clethodim) wurde in zwei Versionen geprüft; als Kombipräparat Select 240 EC + Para-Sommer (WS: Mineralöl) als Formulierungshilfsstoff in Tankmischung und als Select in fertiger Soloformulierung. Die Herbizidbehandlungen wurden mit einer Laborapplikationsanlage der Fa. Schachtner vorgenommen.
Die Bewertung der biologischen Leistung erfolgte nach BBA- bzw


Mike59
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Thunderhorse » 29. Juli 2011, 21:16

Mike59 hat geschrieben:@ TH

Mit anderen Worten, es kam meist durch schlampigen Umgang mit der Chemikalien und der Technik zu Schäden an der Umwelt und Schädigung von außenstehenden. Ziemlich unprofessionell, da hätte ich mehr erwartet.

Wäre nur noch zu klären, ob die Frau Lückert in Ihrer Diplomarbeit eine reine Dieselversprühung meinte, diese darauf zurückzuführen ist das von den Arbeitstrupps geschlampt wurde oder ob es daran lag das die DDR keine Taler mehr für Herbizide hatte oder ob es von der Technologie her notwendig war Selest100 mit Diesel zu mischen.

Bei letzterem bin ich auf einen Versuch eines bayrischen Versuchslabores aus dem Jahr 2001 gestoßen, bei welchem offensichtlich ein Nachfolgeprodukt von Selest100 mit Mineralöl gemischt wird.


Quelle: http://www.lfl.bayern.de

2. Versuchsdurchführung
Im Rahmen eines konventionellen Gewächshausversuches wurden die derzeit gängigsten Graminizide auf ihre Wirksamkeit gegenüber der Jährigen Rispe geprüft. Das Versuchsdesign entspricht dem Stand der Technik für biologische Exaktversuche unter standardisierten, künstlichen Wachstumsbedingungen.
Die Prüfmittel wurden mit einer Dosis von 50, 100 und 200 % der jeweiligen Standardaufwandmenge zur Kontrolle von einjährigen monokotylen Schadpflanzen eingesetzt. So ergaben sich je drei Prüfvarianten pro getestetem Graminizid. Das relativ neue Präparat Select (Wirkstoff [WS]: Clethodim) wurde in zwei Versionen geprüft; als Kombipräparat Select 240 EC + Para-Sommer (WS: Mineralöl) als Formulierungshilfsstoff in Tankmischung und als Select in fertiger Soloformulierung. Die Herbizidbehandlungen wurden mit einer Laborapplikationsanlage der Fa. Schachtner vorgenommen.
Die Bewertung der biologischen Leistung erfolgte nach BBA- bzw


Mike59



Vieleicht kann man dass Teil mal Nachlesen.
Ich gehe davon aus, dass Selest mit Diesel angerüht werden mußte.

Ob Select 240 EC mit Selest vergleichbar ist, was die chemische Zusammensetzung betrifft. Kann ichmir nicht vorstellen.

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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Edelknabe » 30. Juli 2011, 05:45

Thunderhorse...gute Info danke.Und dabei bekamen wir für jeden eingesparten Liter Diesel für die Kraftfahrzeuge eine Extravergütung, der unseren monatlichen Wehrsold um nicht wenige DDR-Mark bereicherte. Da begreife einer das aber das war vielleicht der Sinn der Sache, denn was wir sparten wurde dann auf den K6 gekippt, auch eine ganz normale einfache DDR-Logik der Verteilung.

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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon augenzeuge » 30. Juli 2011, 08:33

Mike59 hat geschrieben:Toll, und nun?
Also echt, gehen dir die Themen aus. Ist doch ein alter Hut und die Nachhaltigkeit dieser Substanzen ist ja noch heute klar ersichtlich.
Mike59


Wer hätte das gedacht Mike? Dieser Thread entwicklet sich doch zu einem stark frequentierten Thema. Ich bin mir sicher, dass du dies anfangs nicht für möglich gehalten hast...[grins]
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Mike59 » 30. Juli 2011, 15:22

augenzeuge hat geschrieben:
Mike59 hat geschrieben:Toll, und nun?
Also echt, gehen dir die Themen aus. Ist doch ein alter Hut und die Nachhaltigkeit dieser Substanzen ist ja noch heute klar ersichtlich.
Mike59


Wer hätte das gedacht Mike? Dieser Thread entwicklet sich doch zu einem stark frequentierten Thema. Ich bin mir sicher, dass du dies anfangs nicht für möglich gehalten hast...[grins]
AZ


Stimmt, da gebe ich dir Recht @ AZ. Das hätte ich nicht für möglich gehalten.

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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Thunderhorse » 30. Juli 2011, 16:40

Mike59 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Mike59 hat geschrieben:Toll, und nun?
Also echt, gehen dir die Themen aus. Ist doch ein alter Hut und die Nachhaltigkeit dieser Substanzen ist ja noch heute klar ersichtlich.
Mike59


Wer hätte das gedacht Mike? Dieser Thread entwicklet sich doch zu einem stark frequentierten Thema. Ich bin mir sicher, dass du dies anfangs nicht für möglich gehalten hast...[grins]
AZ


Stimmt, da gebe ich dir Recht @ AZ. Das hätte ich nicht für möglich gehalten.

Mike59



Da gibts nee Autofirma:
Die ham so nenn Slogan.
...Nicht ist unmöglich.
Zumindest manchmal.

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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon augenzeuge » 30. Juli 2011, 16:47

Danke Mike und TH! Letztlich habe ihr beide dazu beigetragen. Dann sind wir jetzt auch ein Forum, wo das Unmögliche möglich gemacht werden kann. Nicht schlecht.... [denken]
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Dieter1945 » 10. August 2011, 06:53

Dieses Foto machte ich in den 80er Jahren westlich von Schwanheide.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Dieter1945
 

Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Edelknabe » 10. August 2011, 07:08

Am linken Rand des Fotos Dieter ist in der "Güllewolke" noch das Fahrerhaus des W-50 Kipper zu erkennen, der auf dem Stab Nostorf im Fuhrpark zu finden war. Der ZT-Traktor stand ebenfalls dort nur das angehängte Teil nicht(habe noch ein Foto vom Fuhrpark...später mal wird es eingestellt)
Der Trecker lässt seine "Fracht" auch relativ weit vom Zaun I ab? Da war kein K6 oder K2 oder? Also vielleicht doch nur Gülle?

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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon karl143 » 10. August 2011, 08:33

Ich habe mir das Bild mal in Groß angeschaut (dauert nur lange mit dem Öffnen). Unterhalb des BT steht auch noch ne MZ. Der "Güllewagen" mit dem Unkrautvernichter fährt hinter dem bKW parallel dazu. So habe ich es aber auch in Erinnerung. Zum Einen das Ausbringen mit dieser Art Güllewagen. Und auch neben den bKW z. B. in Höhe von BT`s wurde auch dieses Zwischenstück abgespritzt. Warum auch nicht, auch hier sollte kein Gesträuch hochkommen.
karl143
 

Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Dieter1945 » 10. August 2011, 08:37

Edelknabe hat geschrieben:Am linken Rand des Fotos Dieter ist in der "Güllewolke" noch das Fahrerhaus des W-50 Kipper zu erkennen, der auf dem Stab Nostorf im Fuhrpark zu finden war. Der ZT-Traktor stand ebenfalls dort nur das angehängte Teil nicht(habe noch ein Foto vom Fuhrpark...später mal wird es eingestellt)
Der Trecker lässt seine "Fracht" auch relativ weit vom Zaun I ab? Da war kein K6 oder K2 oder? Also vielleicht doch nur Gülle?

Rainer-Maria


Rainer-Maria,
es war 100% Gülle. Ich weiß wie Gülle stinkt.

Gruß Dieter
Dieter1945
 

Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon vs1400 » 10. August 2011, 08:48

Edelknabe hat geschrieben:Am linken Rand des Fotos Dieter ist in der "Güllewolke" noch das Fahrerhaus des W-50 Kipper zu erkennen, der auf dem Stab Nostorf im Fuhrpark zu finden war. Der ZT-Traktor stand ebenfalls dort nur das angehängte Teil nicht(habe noch ein Foto vom Fuhrpark...später mal wird es eingestellt)
Der Trecker lässt seine "Fracht" auch relativ weit vom Zaun I ab? Da war kein K6 oder K2 oder? Also vielleicht doch nur Gülle?

Rainer-Maria


gülle im abschnitt? ... echt noch nie davon gehört.
irgendwie macht es keinen sinn.
ackerbau, zwischen zaun 1 und zaun 2, gab es nur in wenigen abschnitten, wenn überhaupt.
auch wurde gülle nicht vernebelt. die kam im breitem strahl aus einem rohr, traf auf ein blech und wurde daraufhin, durch dieses nach oben gebogene blech, weitflächig verteilt.

gruß vs
vs1400
 

Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Dieter1945 » 10. August 2011, 13:53

Dieter1945 hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:Am linken Rand des Fotos Dieter ist in der "Güllewolke" noch das Fahrerhaus des W-50 Kipper zu erkennen, der auf dem Stab Nostorf im Fuhrpark zu finden war. Der ZT-Traktor stand ebenfalls dort nur das angehängte Teil nicht(habe noch ein Foto vom Fuhrpark...später mal wird es eingestellt)
Der Trecker lässt seine "Fracht" auch relativ weit vom Zaun I ab? Da war kein K6 oder K2 oder? Also vielleicht doch nur Gülle?

Rainer-Maria


Rainer-Maria,
es war 100% Gülle. Ich weiß wie Gülle stinkt.

Gruß Dieter


BERICHTIGUNG!!!

Heute morgen habe ich es sehr eilig gehabt und ein Wort unterschlagen.
Es war 100% keine Gülle. Ich weiß wie Gülle stinkt.

Entschuldigung.
Dieter [bloed]
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Thunderhorse » 10. August 2011, 17:23

Dieter1945 hat geschrieben:Dieses Foto machte ich in den 80er Jahren westlich von Schwanheide.



Deutlich zu erkennen, das "Fachpersonal", jeder eine Sprühpistole/Lanze in der HAnd auf der Plattform an Ende des Güllefaß.
Da die wohl auf dem bKw entlag tuckern wird hier der K6 eingesabert.

In anderen Abschnitten war man technisch versierter, mit dem W50 und aufgesetztem Faß mit Sprüheinrichtung unterwegs.
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Ari@D187 » 11. März 2012, 13:41

Wenn ich heute am Grünen Band unterwegs bin fällt mir in vielen Bereichen auf, daß freundwärts des Kolonnenweges das Gras hoch wächst und sich die Vegetation in sattem Grün darstellt. Das Gleiche gilt für den unmittelbaren Bereich am ehem. KFZ-Sperrgraben. An den anderen Stellen wirkt m.M.n. noch heute das Gras-Ex und die Minenräumung nach. Karger, steinübersäter Boden mit wenig Grünbewuchs.

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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Berliner » 11. März 2012, 19:53

Hallo Ari, interessante Beobachtung.

Ari@D187 hat geschrieben:Wenn ich heute am Grünen Band unterwegs bin fällt mir in vielen Bereichen auf, daß freundwärts des Kolonnenweges das Gras hoch wächst und sich die Vegetation in sattem Grün darstellt. Das Gleiche gilt für den unmittelbaren Bereich am ehem. KFZ-Sperrgraben. An den anderen Stellen wirkt m.M.n. noch heute das Gras-Ex und die Minenräumung nach. Karger, steinübersäter Boden mit wenig Grünbewuchs.


Wohl ein weiterer Beweis fuer die bleibenden Schaeden, die durch das Gift verursacht wurden.

Danke, [hallo]
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Affi976 » 11. März 2012, 20:10

Zitat Ari:...An den anderen Stellen wirkt m.M.n. noch heute das Gras-Ex und die Minenräumung nach.

@Ari,
ich denke eher, es wird an der Gegend liegen, in der Du unterwegs warst.
Hier im Forum existieren jede Menge Bilder, die genau ein anderes Bild zeigen.
Such mal in der Galerie, z.B. unter Rhön, Probstzella. Dort wirst Du sehen, wie sich das "Grüne Band" entwickelt hat.
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon ex-maja64 » 11. März 2012, 20:21

Das kann ich so auch nicht bestätigen.
Hier mal ein Bild von mir, aufgenommen an der Straße Stedtlingen-Willmars. Rechts des Kolonnenweges ist der ehem. K6. Die Bäume die auf ihm wachsen sind mittlerweile ca. 20m hoch.

Mario


k6.jpg
ex-maja64
 

Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Ari@D187 » 11. März 2012, 20:46

Jungs, ich schrieb "in vielen Bereichen" nicht "überall". [hallo] Teilweise in der Rhön, im Eichsfeld, im Bereich Hildburghausen, etc.

Und ja, ich kenne auch andere, eher komplett zugewachsene Abschnitte.

Hier mal ein paar Beispiele (mit eher kargen K6 und Minenfeldern):

Ari
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon karl143 » 12. März 2012, 07:12

Sicher gibt es da Unterschiede. Mittlerweile sind es auch bald 23 Jahre in denen nichts mehr ausgespritzt wurde. Im Bereich Hornburg war das bis ca. 2005 auch noch sehr stark zu sehen. Mittlerweile wächst in diesen Bereichen jetzt aber auch wieder alles hoch. Dasselbe passiert aber auch an den Bahnstrecken, wo früher auch regelmäßig gespritzt wurde. In in Bahnhöfen wie in Hannover wächst mittlerweile das Unkraut zwischen dem Schotter.
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon manudave » 12. März 2012, 19:12

Wir haben einige Kollegen, die sich mit dem Pflanzengedöns am Grenzstreifen gut auskennen. Da scheint es tatsächlich auch höchst seltene Exemplare in eigentlich oberflächlich kargen Abschnitten zu geben. Warum auch immer...
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Affi976 » 12. März 2012, 20:41

Dazu gibt es hervorragende Bücher.
Gerade erst neu aufgelegt:Frankenwald - Vogtland, leider noch kein Bild.
Die anderen Bücher, siehe hier:
DSC04018-1.JPG
DSC03982-1.JPG
DSC03980-1.JPG
DSC03979-1.JPG
DSC03978-1.JPG


http://www.auwel.de
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Dieter1945 » 20. September 2012, 21:48

augenzeuge hat geschrieben:Es gibt viele Meinungen und Gerüchte darüber, wie der kahle Streifen in den DDR-Grenzanlagen frei von Pflanzen aller Art gehalten wurde.

Bestätigt ist der Einsatz von Pflanzengiften und auch von Diesel. Die Studentin Andrea Lückert hat bereits 1999 an der Universität Göttingen, Institut für Forstbotanik, eine Diplomarbeit vorgelegt, die auch dieses empfindliche Thema berührt.

Die Diplomandin hatte unter anderem einen Revierförster befragt und hielt fest: "Zur Freihaltung des Grenzstreifens wurden Total-Herbizide eingesetzt. Etwa 15 Jahre lang wurde das Präparat Azaplant Combi eingesetzt, mit den Wirkstoffen Amitrol und Simazin (8 - 10 Kilogramm je Hektar und Jahr). Später wurde aus Kostengründen auch Dieseltreibstoff gespritzt. Die Spritzung erfolgte einmal jährlich, und zwar in der Zeit von Mitte Mai bis Anfang Juli. Letztmalig wurde der Herbizideinsatz 1989 durchgeführt."

Die Wirkstoffe Amitrol und Simazin sind seit den Fünfzigerjahren bekannt. Amitrol besteht aus Stickstoff- und Wasserstoffverbindungen. Es wurde gegen breitblättrige Unkräuter im Getreide eingesetzt.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es für Amitrol derzeit keine Zulassung als Pflanzenschutzmittel.
http://www.thueringer-allgemeine.de/sta ... -898431074
AZ


Das Foto aus den 60er Jahren stammt aus einem Schaukasten des Zollkommissariats Lübeck.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Dieter1945
 

Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon augenzeuge » 21. September 2012, 11:58

Boah, Dieter. Da laufen die noch in den sozialistisch notwendigen Giftnebel hinein..... [bloed]
AZ
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon Dieter1945 » 21. September 2012, 17:38

augenzeuge hat geschrieben:Boah, Dieter. Da laufen die noch in den sozialistisch notwendigen Giftnebel hinein..... [bloed]
AZ



Die beiden Jungs haben noch nicht mal eine Gasmaske aufgehabt. [angst]
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Re: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl

Beitragvon manudave » 21. September 2012, 17:56

augenzeuge hat geschrieben:Boah, Dieter. Da laufen die noch in den sozialistisch notwendigen Giftnebel hinein..... [bloed]
AZ


Du musst wieder alles negativ sehen. [raus]

Der Sozialismus hat hier kostenlos Rauschmittel zur Verfügung gestellt - das ist eine Errungenschaft - Mensch du... [crazy]
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