DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 18. Mai 2012, 22:36

das thema das da lautet.........wie ist es zu beurteilen, wenn man zweI 15jährigen jungen am kanten auflauert, die bittet stehen zu bleiben, und denen dann in den rücken schießt, als die in richtung ddr zurück rennen.....

ist docH ganz einfach, oder?????

i
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 18. Mai 2012, 22:42

und noch was, karl 143, hier wird ordentlich diskutiert, finde ich wenigstens......
also mach dir um uns keine sorgen....
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon SkinnyTrucky » 19. Mai 2012, 22:11

Na Rafimo....wenn ich so die letzten paar Berichte hier im Fred lese, dann denk ich, das so mancher Zugriff auf dem Fred von dir stammt, was.... [flash]

Niks für ungut....

groetjes uit Piedimulera

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
Benutzeravatar
SkinnyTrucky
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 9269
Bilder: 73
Registriert: 25. April 2010, 20:07
Wohnort: at the dutch mountains

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 19. Mai 2012, 23:33

das mag durchaus sein..aber hunderte und tausende bekomme ich dann doch wohl nicht hin.....
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Buscho » 20. Mai 2012, 02:27

Moin ,

das Alles erinnert mich an die Art Stefan Raabs die Abstimmung zur Teilnahme am ESC zu gewinnen .

Und eine rechtliche Würdigung nach Aktenlage vom Sofa aus wird der damaligen Lage und den betroffenen Personen nicht gerecht .

Buscho
Buscho
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 20. Mai 2012, 11:36

nunja, zumindest gabs und gibts hier einschätzungen von zeitzeugen und da sind schon durchaus interessante dinge hier zutage getreten....
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 20. Mai 2012, 18:02

die beiden jungs haben übrigens -trotz aller mieser behandlung durch die staatsorgane- im grunde noch glück gehabt, so markaber das klingt...
wären sie bis an das letzte sperrelement heran gekommen, so warteten dort schon die sm-70 auf sie......
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Wosch » 20. Mai 2012, 19:03

rafimo hat geschrieben:die beiden jungs haben übrigens -trotz aller mieser behandlung durch die staatsorgane- im grunde noch glück gehabt, so markaber das klingt...
wären sie bis an das letzte sperrelement heran gekommen, so warteten dort schon die sm-70 auf sie......


@rafimo, dieses so "makabere Glück" traf aber, wenn schon denn schon, nur auf den einen der beiden Jungs zu.
Schönen Gruß aus Kassel.
Wosch
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 20. Mai 2012, 19:32

nein wosch, das würde ich nicht so sehen wollen.....was ich jetzt sage hört sich sehr strange an aber....
der arme heiko starb durch einen glatten durchschuss vom rücken, 1,30m über der ferse bis zum austritt der kugel in höhe des schlüsselbeins...er starb einen schnellen tod, wobei er sehr schnell sein bewustsein verlor, durch die von der kugel verursachte schockwirkung.....er hat bewust von seinem nahenden tod so gut wie nichts mitbekommen.....

wäre heiko in eine sm-70 geraten hätte das sicher ganz anders ausgesehen.......eine sehr bittere, etwas zynisch anmutende erkenntnis, aber sie dürfte wohl leider wahr sein....
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 20. Mai 2012, 22:07

es kommt noch hinzu, dass die beiden junges absolut nichts wussten von dem grenzsperranlagen und deren aufbau...man kann also davon ausgehen, das die armen kerle irgend einen draht der sm-70 ausgelöst hätten.....

[ Inhalt gelöscht - Verstoß gegen 4.6 - Forenregeln]
karl143
Forenteam


.. für so wenig konsequenzen des rechtsstaates......
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon S51 » 21. Mai 2012, 11:05

rafimo hat geschrieben:und noch was, karl 143, hier wird ordentlich diskutiert, finde ich wenigstens......
also mach dir um uns keine sorgen....


Ach nee?
Oder doch nur, weil du aus der traurigen Tatsache, dass da zwei in eine Abriegelung gelaufen sind aus der heraus den Ausweichenden hinterher geschossen wurde eine Räuberpistole mit "auflauern" und dergleichen machst?
"Auflauern" wäre eine gezielte Aktion gegen jemanden, den man erwartet. Solch eine Abriegelung aber war eine Postenkette bei der der Sinn der Aktion auf Seiten der Führung in der Verhinderung eines möglichen Durchbruches bestand. Weil man irgendwo etwas gesehen hatte was nach einer Spur aussah, weil es eine Alarmauslösung gegeben hatte. Nicht etwa, weil man gewußt hätte, da kommt wer. Und schon gar nicht ein Auflauern gezielt einer bestimmten Person analog einem Mörder oder (eingeschränkt) einem Totschläger oder Räuber und so weiter.
Auf Seiten der eingesetzten Posten stand jenen der Sinn nach einem hoffentlich baldigen Ende einer möglichst ereignislosen Störung der sowieso schon knappen Freizeit. Nicht nach GV, nicht nach Festnahmen und schon gar nicht nach einer Anwendung von Waffen.
Was dann passierte war ein heilloses und streßbedingt auch fehlerhaftes Handeln der zwei Posten. Keine Absicht! Und schon gar kein gezielter Schuß mit dem Willen zu verletzen oder zu töten. Das zeigte ihre Reaktion doch sehr eindeutig.
Du aber tust so, als hätten sie alle nur darauf gewartet, ihre Magazine in wehrlose Flüchtlinge zu leeren. Obwohl du doch die Akten vorliegen hast?
Weil du ziemlich offensichtlich mit Namen aus der Akte agierst. Gibt es dafür eigentlich eine Erlaubnis?
S51
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Buscho » 21. Mai 2012, 12:28

Moin ,

so sehe ich den tragischen Vorfall auch . Es ist eine schlüssige Beurteilung eines Users der die Grenze erlebt hat und nicht nur Seiten blättert .

Buscho
Buscho
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 21. Mai 2012, 12:57

Buscho hat geschrieben:Moin ,

so sehe ich den tragischen Vorfall auch . Es ist eine schlüssige Beurteilung eines Users der die Grenze erlebt hat und nicht nur Seiten blättert .

Buscho


eben..und gerade deswegen interessieren mich solche ausführungen, eben weil ich nur "in akten blättere"
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 21. Mai 2012, 13:11

S51 hat geschrieben:
rafimo hat geschrieben:und noch was, karl 143, hier wird ordentlich diskutiert, finde ich wenigstens......
also mach dir um uns keine sorgen....


Ach nee?
Oder doch nur, weil du aus der traurigen Tatsache, dass da zwei in eine Abriegelung gelaufen sind aus der heraus den Ausweichenden hinterher geschossen wurde eine Räuberpistole mit "auflauern" und dergleichen machst?
"Auflauern" wäre eine gezielte Aktion gegen jemanden, den man erwartet. Solch eine Abriegelung aber war eine Postenkette bei der der Sinn der Aktion auf Seiten der Führung in der Verhinderung eines möglichen Durchbruches bestand. Weil man irgendwo etwas gesehen hatte was nach einer Spur aussah, weil es eine Alarmauslösung gegeben hatte. Nicht etwa, weil man gewußt hätte, da kommt wer. Und schon gar nicht ein Auflauern gezielt einer bestimmten Person analog einem Mörder oder (eingeschränkt) einem Totschläger oder Räuber und so weiter.
Auf Seiten der eingesetzten Posten stand jenen der Sinn nach einem hoffentlich baldigen Ende einer möglichst ereignislosen Störung der sowieso schon knappen Freizeit. Nicht nach GV, nicht nach Festnahmen und schon gar nicht nach einer Anwendung von Waffen.
Was dann passierte war ein heilloses und streßbedingt auch fehlerhaftes Handeln der zwei Posten. Keine Absicht! Und schon gar kein gezielter Schuß mit dem Willen zu verletzen oder zu töten. Das zeigte ihre Reaktion doch sehr eindeutig.
Du aber tust so, als hätten sie alle nur darauf gewartet, ihre Magazine in wehrlose Flüchtlinge zu leeren. Obwohl du doch die Akten vorliegen hast?
Weil du ziemlich offensichtlich mit Namen aus der Akte agierst. Gibt es dafür eigentlich eine Erlaubnis?


rot: gerade das ist die große frage. es gab gerichte, die schon aus der anwendung von dauerfeuer (statt einzelfeuer) auf einen bedingten tötungsvorsatz geschlossen haben. es gibt z.b. waffentechnische gutachten des bundeskriminalamtes über die kalaschnikow und deren verhalten bei dauerfeuer. sie wandert nach oben-rechts aus, ein auch nur irgendwie gezieltes feuer ist mit der waffe unter dauerfeuer nicht mehr möglich, so jedenfalls diese gutachten.

blau: sofern ich namen nenne, sind diese bereits lange zuvor an anderer stelle veröffentlicht worden (bücher, zeitungen, radio, tv-berichte, internet, pp) und daher als "bekannt" einzustufen. dinge, die bislang nicht an die öffentlichkeit gedrungen sind habe ich zu keinem zeitpunkt benannt (obschon das hier nach mehr als 30 jahren wahrscheinlich auch möglich wäre).

Im übrigen werden die akten aller prozese im zusammenhang mit an der grenze getöteten personen nie vernichtet. nach dem ablauf der lagerfrist von 30 jahren werden sie in einen gemeinsamen pool ins staatsarchiv überführt und dort als zeitgeschichtliche dokumente für immer aufbewahrt.
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 21. Mai 2012, 13:59

und dann noch einmal.....ich sagte das schon einmal hier:

es geht an keiner stelle darum, eine "räuberpistole" über die abläufe an der grenze zu erstellen; ganz sicher stellt sich auch niemand vor, daß die grenzer da zähnefletschend mit dem maßgabe "hoffentlich kommt endlich mal einer den ich abknallen kann" in stellung lagen. sowas hat hier niemand behauptet, weder direkt noch indirekt.

es geht vornehmlich um das aufzeigen von zusammenhängen und zwar von dingen, die sich so nicht aus irgendwelchen akten ergeben. ein bespiel in dem fall hier ist die infiltrierung der soldaten durch den kpchef, darüber verliert sich das urteil über die grenzer in gerade einmal einem satz. und gerade diese tatsache schein maßgebend dafür zu sein, dass die sache eben so ausging wie sie ausging.

ein grenzer der damals dabei war -ich glaube das war noch im af- hat mal geschrieben, daß die sache für die jungs wahrscheinlich anderes geendet hätte (d.h. dass heiko noch leben würde), wenn sie ihren druchbruchsversuch im bereich der damligen 8. kompanie begangen hätten.... sowas sind strukturen und aussagen von interesse...und definitiv und ausdrücklich nicht eine diffamierung von jedem grenzer pauschal als blutrünstiger massenmörder...

ich hoffe dass das jetzt endlich mal geklärt ist.
Zuletzt geändert von rafimo am 21. Mai 2012, 14:20, insgesamt 1-mal geändert.
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon S51 » 21. Mai 2012, 14:00

rafimo hat geschrieben:... gerade das ist die große frage. es gab gerichte, die schon aus der anwendung von dauerfeuer (statt einzelfeuer) auf einen bedingten tötungsvorsatz geschlossen haben. es gibt z.b. waffentechnische gutachten des bundeskriminalamtes über die kalaschnikow und deren verhalten bei dauerfeuer. sie wandert nach oben-rechts aus, ein auch nur irgendwie gezieltes feuer ist mit der waffe unter dauerfeuer nicht mehr möglich, so jedenfalls diese gutachten.
...


Wir hatten solche Themen schon.
Jede automatische Waffe wandert im Dauerfeuer aus. Abhängig vom Drall aber auch davon, ob sie nun von einem Rechts- oder Linkshänder gehalten wird. Der Grad der Abweichung ist auch von der Energie der Patrone und dem Geschossgewicht sowie dem Gewicht der Waffe (und noch vielen anderen Besonderheiten wie Verschlußtyp, Rücklaufzeit, Vorlaufzeit, Verschlußmasse, Abstand von Lauf und Griffhand in Höhe und Entfernung...) abhängig.
Die Kalaschnikow hat zwar eine etwas schwächere Patrone als klassische Gewehrkaliber. Geschossgewicht und Energie der Patrone entsprechen aber einem automatischen Gewehr. Zumindest gilt dies für die Variante in 7,62x39 (M43).
Deshalb wandert sie ganz ordentlich aus und um so größer der Schütze ist desto mehr weil der Kolben recht kurz ist und die Schulterstütze sogar beispielsweise mir als sehr kleinem Menschen noch zu kurz ist für einen sicheren Anschlag.
Soll heißen, ein, zwei Schuß sitzen bei Dauerfeuer noch einigermaßen dort, wo man hinhält und der Rest sonstwo. Bei einem klassischen Angriff hätte dies seinerzeit sicher keine Rolle gespielt. Da wäre wohl immer irgendwo ein Ziel gewesen.
Dazu kommt ein anderer Faktor, den seinerzeit aber aus gutem Grund keiner zugab. Bei Dauerfeuer hatte man immer eine Ausrede, wenn es sonstwohin ging. Selbst als eigentlich guter Schütze. Denn die Eigenheiten dieser automatischen Waffe merkte man in der Ausbildung sehr schnell. Aber auch das eigene Gewissen ließ sich besser besänftigen, hatte man doch eigentlich gar nicht "dorthin gezielt". Da wurde dann oft noch ein bischen mehr "geschwenkt". Beweisbar war das nicht. Keiner konnte einem was, konnte man die Ballerei doch bequem mit Diensteifer erklären. Dies erklärt auch den oft enormen Munitionsverbrauch und die dabei vergleichsweise meist sehr wenigen Treffer. Dies schon auf geringe Entfernung.
Es begründet in völlig anderer Sache (Seidel und Lange) aber auch die Zweifel an der Schilderung des Täters angesichts der vergleichsweise zahlreichen Treffer bei den Geschädigten.
Bei Einzelfeuer wäre dies sehr viel anders gewesen. Einzelfeuer war recht präzise. Ein Fehlschuß oder gar mehrere Fehlschüsse nicht so einfach zu erklären.
Dabei darf man die Hektik einer solchen Situation nicht vernachlässigen. Das passierte schneller als ich auch nur zehn Wörter schreiben kann. Vom Sehen der Person, den Schreck bis hin zur Entscheidung, Feuerbereit machen und ein- oder zweimal den Abzug drücken. Dazu den Druck im Hinterkopf, was passiert, wenn die mir entwischen? Passiert mir überhaupt was? Wie "erklär" ich das? Oder auch der Entscheidung, da eben mal nichts zu machen. Für diese entscheidung brauchte es jedoch mehr. Weil man ja wußte, nun quasi in "Karlos Hand" zu sein.
Das galt für die Vorgesetzten ganz genauso, nur eben auf anderer Ebene.

Selbst die Sprüche nachher resultieren daraus.
Für jemandem vom grünen Tisch aus war so manches abstoßend. Die Leute vor Ort haben damit nur verbal Dampf abgelassen. Nach dem Motto, wenn ich da dick auftrage verliert die Sache, weil doch weit weniger dramatisch, ihre Wirkung. Das ist nicht anders als gewisse Machosprüche in besetztem Land am Hindukusch, dem Spielen mit makabren Fundstücken oder einer als sehr blumig empfundenen Fachsprache.
Zuletzt geändert von S51 am 21. Mai 2012, 14:21, insgesamt 1-mal geändert.
S51
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 21. Mai 2012, 14:16

rafimo hat geschrieben:und dann noch einmal.....ich sagte das schon einmal hier:

es geht an keiner stelle darum, eine "räuberpistole" über die abläufe an der grenze zu erstellen; ganz sicher stellt sich auch niemand vor, daß die grenzer da zähnefletschend mit dem maßgabe "hoffentlich kommt endlich mal einer den ich abknallen kann" in stellung lagen. sowas hat hier niemand behauptet, weder direkt noch indirekt.

es geht vornehmlich um das aufzeigen von zusammenhängen und zwar von dingen, die sich so nicht aus irgendwelchen akten ergeben. ein bespiel in dem fall hier ist die infiltrierung der soldaten durch den kpchef, darüber verliert sich das urteil über die grsnzer in geade einmal einem satz. und gerade diese tatsacher schein maßgebend dafür zu sein, dass die sache eben so aus ging wie sie ausging.

ein grenzer der damals dabei war -ich glaube das war noch im af- hat mal geschrieben, daß die sache für die jungs wahrscheinlich anderes geendet hätte (d.h. dass heiko noch leben würde), wenn sie ihren druchbruchsversuch im bereich der damligen 8. kompanie begangen hätten.... sowas sind strukturen und aussagen von interesse...und definitiv und ausdrücklich nicht eine diffamierung von jedem grenzer pauschal als blutrünstiger massenmörder...

ich hoffe dass das jetzt endlich mal geklärt ist.
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon S51 » 21. Mai 2012, 14:20

rafimo hat geschrieben:...hier ist die infiltrierung der soldaten durch den kpchef,
...mal geschrieben, daß die sache für die jungs wahrscheinlich anderes geendet hätte (d.h. dass heiko noch leben würde), wenn sie ihren druchbruchsversuch im bereich der damligen 8. kompanie begangen hätten
.... sowas sind strukturen und aussagen von interesse.....


Du weißt aber schon, wofür der Begriff "Infiltrierung" steht?
Der KC ist nirgendwo bei den Soldaten eingedrungen, hat keine Sabotage und Spionage betrieben.
Natürlich hat das Klima in der Kompanie die Sache beeinflusst. Wenn dir als Soldaten stets und ständig große Sprüche um die Ohren wehen dann wird die große Mehrzahl iregendwann mit den Wölfen und eher da noch etwas lauter heulen. Nicht nur aus Angst sonst fällig zu sein sondern auch, weil die Mehrzahl von uns eben als Herdentiere so veranlagt ist. Das ist normal.
Und genauso ist es sehr wahrscheinlich, dass die Abläufe in einer Kompanie, wo es ziviler zugeht, entkrampfter sind.
Doch, zwangsläufig ist es nicht. Weder für die eine noch die andere Variante gibt es eine absolute Sicherheit. Denn der Mensch ist verschieden.

Für die Führung einer solchen Kompanie war das Problem so einfach auch nicht. Der Laden muss laufen und je weiter man vom Schuß ab ist um so mehr ist die Disziplin von den Fähigkeiten, Temperament und Einstellung der Kommandeure abhängig. Das sind auch nur Menschen. So mancher kompensiert eben Unsicherheit durch Lautstärke und Härte.
S51
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 21. Mai 2012, 14:38

ja du beschreibst das verhalten der waffe recht gut, so in etwa verhalten sich auch die gutachten dazu....
interessant ist deine erklärung, warum man vornehmlich in dauerfeuer geschossen hat, es war eine möglichkeit zum selbstschutz für die grenzer, wie du schreibst.....und gerade das ist vielen später im prozeß zum verhängnis geworden, vor allem in den fällen, wo das opfer nur von einem einzigem schuß in den rücken gehroffen wurde und die täter sich darauf beriefen, sie hätten doch auf die beine gezielt.....dann wurde immer in deren ausbildungsakte (also die von der wehrkreisbehörde) nachgesehen und er wurde mit seinen schießarfahrungen in der ausbildung konfrontiert. das endete meist mit der feststellung "dann war ihnen also das verhalten der waffe bei dauerfeuer bekannt!" und schon war der bedingte tötungsvorsatz erwiesen.

was meinst du denn mit deinen ausführungen zur recht deftigen sprache untereinander. willst du damit die worte des politoffiziers (ein hauptmann) erklären, der sich die freiheit nahm, nach der besichtigung heikos leiche in den grenzfunk zu brüllen "jetzt läuft das schwein aus"?.....diesen herrn würde ich sehr gerne heute mal befragen, wie das damals von ihm gemeint war und wie er heute dazu steht.
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 21. Mai 2012, 14:47

eine infiltration bedeutet eine ideologische unterwanderung, man gebraucht das wort aber auch für beeinflussungen im negativen sinne....
und genau sowas ging da augenscheinlich ab in der 7.gk in sorge unter ihrem diensteifrigen chef. "bei anruf erfolgt magazinwechsel"...sowas mus man sich mal vorstellen, der hat die ihm anvertrauten jungen menschen nun wirklich in ganz verkehrte richtungen geschickt....
aber für solche -in meinen augen verbrecherischen- kesseltreiber hält unser rechtsstaat nun leider nur ein sehr begrenztes arsenal an gegenmaßnahmen parat....
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon S51 » 24. Mai 2012, 16:15

rafimo hat geschrieben:...deftigen sprache untereinander. willst du damit die worte des politoffiziers (ein hauptmann) erklären, der sich die freiheit nahm, nach der besichtigung heikos leiche in den grenzfunk zu brüllen "jetzt läuft das schwein aus"?.....diesen herrn würde ich sehr gerne heute mal befragen, wie das damals von ihm gemeint war und wie er heute dazu steht.


Was sollte er darauf antworten?
Es wäre genauso hilflos wie Auskünfte von Soldaten auch der Bundeswehr, die in Afghanistan mit Menschenknochen gespielt haben. Durchaus wissend, dass es die von ehemals sowjetischen Soldaten waren welche die Gefangenschaft seinerzeit bei den Mudjaheddin irgendwie nicht überlebt hatten.
Das ist immer wieder ähnlich. Besondere Umstände formen besondere Verhaltensweisen. Und manchmal kann man das Verrückte einer Situation nur dadurch bewältigen, dass man sich noch verrückter anstellt.
S51
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon thomas 66 » 24. Mai 2012, 17:03

Ich hab mir das alles mal durchgelesen und kann Ötten nur zustimmen.
Ich habe am 24.6.86 auch eine Festnahme mitgemacht.Ich war A-Gruppe in der Kompanie ( 8.GK Elend ).Grenzalarm und los mit dem P3.Wir fuhren Richtung Süden, zur Trennungslinie 9.GK Sorge. Nach dem Postenpunkt Fasanenweg saß der Grenzverletzer am Signalzaun und hat sich ohne Gegenwehr festnehmen lassen.Hinterher waren wir alle froh das alles so abging.Er hatte nur einen Draht durch geschnitten und wollte sich festnehmen lassen,damit er dann freigekauft wird. Aus den Akten habe ich jetzt erfahren das schon ein Ausreiseantrag gestellt war.Da könnt ihr euch vorstellen was für eine angst auch wir hatten.
P.S. Quelle Militärarchiv Freiburg
thomas 66
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 24. Mai 2012, 19:43

S51 hat geschrieben:
rafimo hat geschrieben:...deftigen sprache untereinander. willst du damit die worte des politoffiziers (ein hauptmann) erklären, der sich die freiheit nahm, nach der besichtigung heikos leiche in den grenzfunk zu brüllen "jetzt läuft das schwein aus"?.....diesen herrn würde ich sehr gerne heute mal befragen, wie das damals von ihm gemeint war und wie er heute dazu steht.


Was sollte er darauf antworten?
Es wäre genauso hilflos wie Auskünfte von Soldaten auch der Bundeswehr, die in Afghanistan mit Menschenknochen gespielt haben. Durchaus wissend, dass es die von ehemals sowjetischen Soldaten waren welche die Gefangenschaft seinerzeit bei den Mudjaheddin irgendwie nicht überlebt hatten.
Das ist immer wieder ähnlich. Besondere Umstände formen besondere Verhaltensweisen. Und manchmal kann man das Verrückte einer Situation nur dadurch bewältigen, dass man sich noch verrückter anstellt.


du willst nicht im ernst eine situation unter kriegsbedingungen in afghanistan, im fremden land und das kicken mit dort ausgegrabenen knochen vergleichen wollen mit der situation, dass jemand einen gerade gestorbenen 15jägrigen jungen besichtigt hat, der im harz am waldboden im dreck liegt und der sich dann zu so einer runddurchsage genötigt sieht, noch über den grenzfunk, damit das ja jeder mitbekommt...

mir ist das leider nicht erlaubt..aber sonst würde ich dir gerne mal ein foto von heiko mailen, so wie er aussah im tod....verbunden mit der bitte, dir das noch mal zu überlegen.....aber ich darf es leider nicht...
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 24. Mai 2012, 23:01

..und ansonsten werde ich ja nicht müde auch in diese diskussion einzuwerfen:

michael schmidt aus panketal bei berlin hat 1984 einem werber der grenztruppen, ein oberstleutnant auf die frage geantwortet, ob er sich vorstellen könnte sich für 3 jahre bei den grenztruppen zu verpflichten: er (michael schmidt) denke ja nicht daran, unbewaffneten leuten in den rücken zu schießen...
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Buscho » 24. Mai 2012, 23:29

Ich würde Ihnen nicht in den Rücken schiessen wenn ich Sie jemals sehen würde , aber mit Verlaub gesagt , gerne in den Allerwertesten treten .

Buscho , der da sicherlich nicht alleine in der Reihe steht.
Buscho
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Icke46 » 24. Mai 2012, 23:32

Buscho hat geschrieben:Ich würde Ihnen nicht in den Rücken schiessen wenn ich Sie jemals sehen würde , aber mit Verlaub gesagt , gerne in den Allerwertesten treten .

Buscho , der da sicherlich nicht alleine in der Reihe steht.


Ich sag nix [mundzu]
Benutzeravatar
Icke46
 
Beiträge: 7857
Bilder: 426
Registriert: 25. April 2010, 18:16
Wohnort: Hannover-Peine

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 24. Mai 2012, 23:40

tja so ist das mit dem nachdenken.....tut weh manchmal.....vor allem wenn man´s verpasst hat
und wenn man den opfern nur in den a..... getreten hätte.......was wäre das schön gewesen...
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 25. Mai 2012, 00:07

und jetzt noch einmal ein paar fakten..bevor das hier etwas verwässert....

wir reden hier über die begehung des verbrechens des todschlags..und nicht darüber, dass jemand bei aldi ein paar tütchen backpulver geklaut hat....

dann: der bundesgerichtshof hatte zum zeitpunkt dieses prozesses hier bereits entscheiden, dass die täter auf der untersten stufe der leiter stehen, also die tatsächlichen schützen in der regel mit bewährungsfähigen freiheitsstrafen zu bestrafen seinen......

da es sich hier um einen sogenannten "exessfall" handelte, da die jungs in die ddr zurück liefen, hat dennoch die staatsanwaltschaft damals eine nicht bewährungsfähige freiheitstsrafe zumindest für den postenführer beantragt...

hätte es diese bgh-entscheidung damals nicht gegeben (die nach meiner ansicht nur aus politischen gründen so erfolgt ist), dann hätte der antrag der staatsanwaltschaft hier gegen die beiden schützen bei mindestens 5 bis 6 jahren, eher noch höher gelegen.....o-ton eines behörenvertreters...

wir reden hier insoweit nicht um "peanuts" oder gar um entschuldbare, da versehentliche lächerlichkeiten...
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 25. Mai 2012, 00:22

..und um die tragweite einer verurteilung wegen todschlages mal zum verdeutlichen....

todschlag gehört zu den sogenannten "verbrechen", das sind alle straftaten die im mindestmass mit 1 jahr freiheitsstrafe bedroht sind. eine verurteilung wegen eines verbrechens zieht immer und unweigerlich den "verlust der bürgerlichen ehrenrechte" nach sich (§ 45 Abs.I StGB).

die a...tritte würde ich daher woanders verteilen, erst recht als beamter des bgs... nicht dass man dir am ende noch deinen pensionsnanspruch kürzt, wegen nicht staatskonformer äußerungen...ach ne.....sonen tatbestand gibts ja hier nicht...

oder bist du etwa son ehemaliger politoffizier der grenztruppen den man in den bgs übernommen hat (so unglaubliche sachen solls ja da tatsächlich gegeben haben)......einer von denen...war damals der politoffizier in der kompanie wo chris gueffroy erschossen wurde....der typ reist heute gerne in die usa....was der traum von chris war....wie hies dieses typ noch mal..ich sollte mal karin gueffroy fragen....die weis das noch...
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon S51 » 25. Mai 2012, 05:29

rafimo hat geschrieben:...du willst nicht im ernst eine situation unter kriegsbedingungen in afghanistan, im fremden land und das kicken mit dort ausgegrabenen knochen vergleichen wollen mit der situation, dass jemand einen gerade gestorbenen 15jägrigen jungen besichtigt hat, der im harz am waldboden im dreck liegt und der sich dann zu so einer runddurchsage genötigt sieht, noch über den grenzfunk, damit das ja jeder mitbekommt...

mir ist das leider nicht erlaubt..aber sonst würde ich dir gerne mal ein foto von heiko mailen, so wie er aussah im tod....verbunden mit der bitte, dir das noch mal zu überlegen.....aber ich darf es leider nicht...


Doch, vergleiche ich durchaus. In beiden Fällen geht es um Tote und immerhin kommen die Soldaten ja noch nett bei weg. In beiden Fällen sind es für die Beteiligten (also nicht den distanzierten Betrachter später, gar bei geänderten Recht) vor Ort ähnliche Ausnahmesituationen.

Ich kenne solche Bilder zur Genüge, auch in Natura, auch aus der Gegenwart. Für mich ist das eher nicht mit Emotionen verbunden. Die lasse ich dann nicht an mich ran.
S51
 

VorherigeNächste

Zurück zu Die innerdeutsche Grenze

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast