Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Interessierter » 2. November 2019, 11:44

Die ehemalige innerdeutsche Grenze war von beiden Seiten aus betrachtet das Ende der Welt: Auf normalem Wege kam man nicht durch.

Bild
Die innerdeutsche Grenze bei Travemünde-Priwall, 1985 Foto: Imagebroker/Carsten Milbret/Imago

HAMBURG taz | Den Begriff Zonenrandgebiet kannte ich nicht, als ich selbst noch in der Zone lebte. Ich wusste ja nicht einmal, dass ich in der Zone wohnte, weil ich auch den Begriff Zone nicht kannte. Hätten wir in unserer Familie Verwandte in der BRD gehabt, hätten die mir das vielleicht sagen können, dass ich in einer Zone lebe. Und nicht in einem Land. Damals hätte mich das übrigens empört, denn ich war ziemlich überzeugt davon, in einem Land zu leben, ich habe dieses Land durchaus für voll genommen.

Das Zonenrandgebiet gab es ausschließlich westlich der Grenze, zwischen dem Osten und dem Westen. Auf östlicher Seite hieß es gar nicht, beziehungsweise es gab ein Sperrgebiet, das man nur mit Passierschein betreten durfte, aber es hieß eben nicht.

Unsere Familie wohnte in der Nähe einer Grenze zu einem sozialistischen Bruderland, der Volksrepublik Polen. Diese Grenze war in vielerlei Hinsicht eine natürlichere Grenze als die zur BRD. Sie war zu einem anderen Land, sie ließ sich von uns, als DDR-BürgerInnen, überqueren, sie war ein Fluss. Ein Fluss ist auf eine sehr natürliche Weise eine Grenze. Man kann nicht einfach so über einen Fluss gehen. Die meisten Menschen akzeptieren Flüsse als Grenzen.

Die Grenze zwischen der DDR und der BRD bedeutete, dass es einen Weg gab, und der Weg war abgeschnitten. Man konnte einen Weg zwischen zwei Orten nicht mehr begehen. Man konnte einfach nicht mehr in den Nachbarort gehen, zu seinen Nachbarn, zu seinen Verwandten. Man konnte es nicht. Das ist für Menschen, egal welche politischen Notwendigkeiten man ihnen auftischt, schwer zu begreifen, denn es ist, in jeder Hinsicht, unnatürlich.

Menschen stören beim Überwachen

Im Westen hat man dann, mittels Gesetz, versucht, die Zonenrandgebiete ein wenig zu unterstützen, denn die Zonenrandgebiete litten offenbar unter dem Abbruch der Beziehungen zu einer Seite auch wirtschaftlich. Im Osten tat man nichts dergleichen. Es lag irgendwie auch im Interesse des Ostens, denke ich, dass die Dörfer entlang der Grenze schrumpften, so ließ sich diese Grenze leichter überwachen. Menschen stören beim Überwachen, am besten lässt sich ein leeres Nichts überwachen, und auf dieses NICHTS komme ich noch zurück.

Und dann sind die Grenzen auf andere Art noch da.

Vor drei oder vier Jahren wollten wir um den Ratzeburger See wandern, an dessen Ostufer die Grenze entlangging. Freunde hatten das getan, und wir wollten es ihnen nachtun. An der nördlichen Stelle, in Rothenhusen, an der Schiffsanlegestelle, kamen wir mit einem älteren Wanderpaar ins Gespräch.

Wo der Weg denn weiterginge, fragten wir sie. „Hier is’ Schluss“, sagte der Mann. „Aber wir wollten auf der anderen Seite wieder zurücklaufen“, sagte ich. „Warum denn das?“, sagte der Mann „Da ist doch nichts“, sagte die Frau (das NICHTS entpuppte sich dann als Naturschutzgebiet im ehemaligen Grenzgebiet, während das Gegenteil, das nicht das NICHTS sein muss, die Ruderklubs, Gartenanlagen und Wohnhäuser auf der Westseite des Sees sein müssen). „Waren sie denn noch nie drüben auf der anderen Seite?“, fragte ich die beiden. Sie schüttelten den Kopf. „Nie?“

Wenn es ein Problem gibt, dann ist es die Grenze

Ich konnte es nicht glauben. Seit so vielen Jahren wanderten sie genau bis hierhin, bis an die Grenze, um dann stets von diesem Punkt aus wieder nach Hause zu gehen. Wenn es ein Problem gibt zwischen diesen beiden Ländern, die schon so lange wieder eines sind, dann ist es diese Grenze. Sie hat auf eine nachhaltige Art die Menschen voneinander getrennt. Wo man wohnt, wer man ist.

Es ist so merkwürdig, dass ich jetzt, da ich fünfundzwanzig Jahre auf dieser Seite der Grenze wohne, dies tatsächlich auch noch so empfinde, auf dieser Seite der Grenze. Welcher Grenze? Wie können sie – dort drüben – so wählen? Frage ich mich nach den letzten Landtagswahlen. Als wären sie, immer noch, auf der anderen Seite der Grenze, nur dass ich jetzt nicht mehr wir bin sondern die, oder nicht mehr die, sondern wir.

Das Ratzeburger Paar wird vielleicht den Osten niemals betreten, weil dort nichts ist. Weil sie es ganz sicher wissen, dass dort NICHTS ist. Für sie, die im Zonenrandgebiet gelebt haben, hat sich sicherlich einiges geändert, aber sie wohnen immer noch im Zonenrandgebiet, weil die Zone noch da ist. Allen anderen sei gesagt, dass man sehr wohl um den ganzen Ratzeburger See wandern kann, und dass da mehr als ein NICHTS ist. Zum Beispiel das Grenzhus Schlagsdorf. Falls man ein Interesse an diesen Dingen hat.

https://taz.de/Ehemalige-deutsche-deuts ... /!5635335/
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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Volker Zottmann » 3. November 2019, 11:47

Letzte Nacht wurde von VOX ein ganz interessanter Streifen ausgestrahlt. Hier kamen Fluchten zur Sprache und wurden Abläufe akribisch beschrieben. Ging zwar bis 0:25, hat sich aber gelohnt.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Werner Thal » 5. November 2019, 08:30

NDR online: Zwei Welten: Dienst an der innerdeutschen Grenze

Als vor 30 Jahren in Berlin die Mauer fiel, rückte das Ende der DDR
näher. Jahrzehntelang hatten die Grenzanlagen die beiden deutschen Staaten getrennt.
Durch Norddeutschland zog sich die so genannte Grüne Grenze von der Ostsee bis zum
Harz - auf beiden Seiten bewacht von Grenzschützern. Dieter Schmidt (@Dieter1945) stand
auf der westlichen Seite der Grenze. "Nur wenige Zentimeter waren wir entfernt. Wenn man
die Hand ausstrecken würde, dann würde man die entsprechend berühren können. Also
wirklich hautnah." Und doch lagen Welten zwischen den Grenzbeamten. Als Mitarbeiter im
Zollkommissariat Bücher in Schleswig-Holstein patrouillieret Schmidt fast täglich an der
Grünen Grenze zwischen Ratzeburg und Lauenburg. Warenverkehr gab es dort damals nicht.
Die Zöllner beschränkten sich auf die Beobachtung und Kontrolle der - wie Schmidt sie nennt -
hässliche Grenze. "Es war tatsächlich routinierte Langeweile", erinnert sich Dieter Schmidt.

https://www.ndr.de/geschichte/Zwei-Welt ... en146.html

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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Werner Thal » 5. November 2019, 08:45

NDR online: Erinnerungen an den Fall der innerdeutschen Grenze

Vor 30 Jahren fiel die Mauer. Die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten verschwand.
Carsten Prehn war im früheren Grenzgebiet zwischen Schleswig-Holstein und dem heutigen
Mecklenburg-Vorpommern unterwegs und hat Zeitzeugen getroffen. Unser Reporter berichtet
in einer fünfteiligen Serie über ihre Erlebnisse und Erinnerungen.

Montag, 04. November 2019 - Teil 1

Dieter Schmidt war Zöllner an der innerdeutschen Grenze bei Büchen. Heute sammelt er dort
Pilze, denn von den Grenzanlagen der DDR, den Zäunen, Sperren und Selbstschussanlagen, ist
nichts mehr übrig. Aus dem Todesstreifen ist das Grüne Band geworden. Doch Schmidt hat die
Grenze im Video festgehalten, mit seiner Super-8-Kamera. Beim gemeinsamen Spaziergang
mit dem Pilzkorb in der Hand berichtet er unserem Reporter Carsten Prehn von seinen
Erinnerungen an die Zeit an der Grenze.


https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... ll582.html

Übrigens: Vor jetzt einigen Jahren traf ich Dieter Schmidt im Grenzhus in Schlagsdorf bei einer
dort stattgefunden Veranstaltung an.

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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Werner Thal » 5. November 2019, 22:11

NDR online 30 Jahre Mauerfall - Überzeugung und Regimetreue?

Vor 30 Jahren fiel die Mauer. Die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten
verschwand. Carsten Prehn war im früheren Grenzgebiet zwischen Schleswig-Holstein
und dem heutigen Mecklenburg-Vorpommern unterwegs und hat Zeitzeugen getroffen.
Unser Reporter berichtet in einer fünfteiligen Serie über ihre Erlebnisse und
Erinnerungen.


Dienstag, 5. November 2019 - Teil 2

Der Mecklenburger Wolfgang Kniep leistete seinen Wehrdienst als DDR-Grenzer ab.
Noch heute lebt er in seinem Geburtshaus in Leisterförde zwischen Bücher und
Zarrentin. Bis zum Ende der DDR verlief dort der Eiserne Vorhang. Wolfgang Kniep
kann sich noch gut an die Zeit erinnern - auch an die DDR-Grenzanlagen auf
engstem Raum. Er berichtet, was ein "Grenzverletzer" alles hätte überwinden
müssen - unter anderem den Mitallgitterzaun, der durch Minenfelder und Selbst-
schussanlagen gesichert war.

https://www.ndr.de/geschichte/chronolog ... ll582.html

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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Werner Thal » 6. November 2019, 10:56

NDR online - Niedersachsen

Innerdeutsche Grenze: Das geteilte Dorf

Stacheldraht, Signalzaun, Sperrstreifen und eine Mauer - das trennte nicht nur Ost- und West-Berlin
jahrzehntelang voneinander, sondern auch die Menschen in den Dörfern Zichorie und Böckwitz.
Zichorie liegt im östlichen Niedersachsen, in der Nähe von Wolfsburg - Böckwitz ist gleich nebenan
im heutigen Sachsen-Anhalt. Tür an Tür lebten die Menschen dort - und doch getrennt in zwei
völlig verschiedenen Welten. Bis im Herbst 1989 die Wende auch das Doppeldorf erreichte.

Zwei Dörfer als Symbol der Teilung

Fleischer Ronny Bratke war damals 22 Jahre alt und erinnert sich: "Diese Stunden, diese Tage ---
Das war euphorisch. Zu Hause wurde alles stehen und liegen gelassen. An Schlafen wurde nicht
gedacht. Jeder wollte dabei sein, um die Stunden, diese Tage mitzuerleben. Für mich war das
Weltgeschichte." Ronny Bratke stammt aus Jahrstedt, dem Nachbarort von Böckwitz. Hier war
Sperrzone und die Welt buchstäblich zu Ende. Besucher brauchten Passierscheine, die Bewohner
mussten sich auf dem Heimweg vom Tanzen ausweisen.

https://www.ndr.de/geschichte/Ein-Land- ... ng116.html

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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon augenzeuge » 6. November 2019, 16:18

Werner Thal hat geschrieben:Zwei Dörfer als Symbol der Teilung
W. T.


Echt spannend, wir die DDR Grenzer bis zur letzten Minute versuchten, den Lauf der geschichte aufzuhalten. Hatten die denn keinen TV, nicht gesehen, was in Berlin passierte?

Noch am 17.11. verhielten sie sich wie andere am 9.11.89.

Und dann erlaubten sie den Besuch für eine Stunde? [flash]
Die Ost-Grenzer allerdings fühlen sich unter Druck gesetzt und lassen bewaffnete Verstärkung nach Böckwitz bringen. Für Silke Lembke eine brenzlige Situation: "Ich habe zu meinem jetzigen Mann gesagt: 'Jetzt biste aber ruhig. Bevor sie dich hier noch einkassieren'." Am späten Abend aber geben die Grenzer schließlich nach - die Böckwitzer dürfen für eine Stunde nach Zicherie. Jubel und Umarmungen, Sekt und Glühwein, ein Wiedersehen mit Verwandten, die man bisher nur von Fotos kannte.


AZ
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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Merkur » 6. November 2019, 16:34

augenzeuge hat geschrieben:Echt spannend, wir die DDR Grenzer bis zur letzten Minute versuchten, den Lauf der geschichte aufzuhalten.
AZ


Das Du DDR Grenzer bis zur letzten Minute warst und versucht hast, den Lauf der Geschichte aufzuhalten, ist mir neu. [flash]
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon augenzeuge » 6. November 2019, 16:39

Merkur hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Echt spannend, wie die DDR Grenzer bis zur letzten Minute versuchten, den Lauf der Geschichte aufzuhalten.
AZ


Das Du DDR Grenzer bis zur letzten Minute warst und versucht hast, den Lauf der Geschichte aufzuhalten, ist mir neu. [flash]


Hab ich das denn geschrieben? Richtig lesen.... [grins]

Findest du es denn nicht verrückt, dass 8 Tage nach mauerfall man dort sich verhält als ob nichts passiert wäre?
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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon karnak » 6. November 2019, 16:41

Was natürlich auch eine merkwürdige Vorstellung von dem ist wie sich ein Staatsdiener verhalten sollte. [flash]
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon augenzeuge » 6. November 2019, 16:48

karnak hat geschrieben:Was natürlich auch eine merkwürdige Vorstellung von dem ist wie sich ein Staatsdiener verhalten sollte. [flash]

Die bewaffnete Verstärkung ist doch ein Lacher. [grins]

AZ
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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randglebiet

Beitragvon karnak » 6. November 2019, 17:06

Im ersten Gedanken eines Zivilisten, VIELLEICHT. Ein Grenzer , also ein Militärangehöriger hat bestehende Befehle umzusetzen und die nicht irgendwie auszulegen, erstmal egal was gerade passiert ist ,so das nun mal und ein Grundprinzip eines jeden Militärs.
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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randglebiet

Beitragvon augenzeuge » 6. November 2019, 17:18

karnak hat geschrieben:Im ersten Gedanken eines Zivilisten, VIELLEICHT. Ein Grenzer , also ein Militärangehöriger hat bestehende Befehle umzusetzen und die nicht irgendwie auszulegen, erstmal egal was gerade passiert ist ,so das nun mal und ein Grundprinzip eines jeden Militärs.


Ich weiß doch Karnak, dass Zivilisten etwas weiter denken. [grins]

Im Ernst, ich begreife nicht, was die Verantwortlichen diesen Offizieren erzählt haben. Wenn man schon plant, einen Übergang zu schaffen, muss man doch die Emotionen verstehen, zumal man sie aus Berlin schon gesehen haben sollte. Da ist es doch irre, Militär zu holen. Aber ich verstehe, dass die Indoktrination bei einigen damals immer noch wirkte.

Und noch was. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du den Leuten damals gesagt hättest, aber nur ne Stunde...... [laugh] ....dann zurück ins staatliche Körbchen.
AZ
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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Werner Thal » 6. November 2019, 22:15

NDR online: 30 Jahre Mauerfall - Funken fliegen zwischen Ost und West

Vor 30 Jahren fiel die Mauer. Die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten verschwand.
Carsten Prehn war im früheren Grenzgebiet zwischen Schleswig-Holstein und dem heutigen
Mecklenburg-Vorpommern unterwegs und hat Zeitzeugen getroffen. Unser Reporter berichtet
in einer fünfteiligen Serie über ihre Erlebnisse und Erinnerungen.


Mittwoch, 6. November 2019 - Teil 3

Ohne Mauer wäre Corinna Kinderzeit heute nicht in Dechow - und sie würde auch nicht Kindereit
heißen. Als die Mauer fiel, führte der erste Weg nach Westen. Dort fand sie - Dank der
Wiedervereinigung - ihr persönliches Glück. Als sich die Grenze im Herzogtum Lauenburg öffnete,
da war die Liebe nicht weit. Genauer: Im Dorf Dechow in Schleswig-Holstein. Es folgte die
allererste Ost-West-Ehe in der Region. Das Glück des Brautpaars wurde von manchen Hochzeits-
gusted misstrauisch beäugt.

https://www.ndr.de/geschichte/chronolog ... ll582.html

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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Werner Thal » 8. November 2019, 09:29

NDR online 30 Jahre Mauerfall - Grenzenloser Vogelschutz

Donnerstag, 7. November 2019 - Teil 4

An der Seenkette entlang der ehemaligen Grenze ist der Schaalsee die größte Perle, sagt
Thomas Neumann. Der Naturschützer beobachtet hier schon seit seiner Kindheit die
Vogelwelt. Vor dem Mauerfall teilte die Grenze mit Todesstreifen auch den Schaalsee in
Ost und West - und das machte den Naturschutz in der Region zu einer heiklen Angelegenheit.

https://www.ndr.de/geschichte/chronolog ... ll582.html

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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Werner Thal » 8. November 2019, 18:34

Engholm zum Mauerfall: "Die Zeit war buchstäblich reif"

Wer in den Monaten vor dem Mauerfall in der DDR unterwegs war, konnte die Veränderungen spüren:
"Die Leute sind so mobil geworden, widerständlich gegen das damalige Regime, dass man
buchstäblich riechen konnte, es muss über kurz oder lang was passieren." So erinnert sich der
frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Björn Engholm an die Zeit vor dem jahrzehntelang
unvorstellbaren Fall der Mauer.

Mauerfall als Geburtstagsgeschenk

Der 9. November 1989 war von vornherein ein besonderer Tag für Engholm: sein 50. Geburtstag. Er
feierte zunächst im Lübecker Rathaus mit einem Empfang im Audienzsaal, dann in kleiner Runde in
der Schiffergesellschaft. Dann kam die Nachricht des Tages - die Grenze zur DDR soll offen sein. Das
trieb die Freunde vor die Tür, auf den Koberg. Engholm erinnert sich daran als sinnliches Ereignis:
"Es roch anders. Da waren die ersten Trabbis durchgefahren, und das ist ein anderer Duft. Das kannte
nur jemand, der die DDR besucht hatte. So nach und nach ist uns klar geworden: dies ist ein Weltereignis
erster Größenordnung", beschreibt er die damalige Situation - und fügt an: "Denn es betrifft nicht nur
die Deutschen, es betrifft das weitere Zusammenwachsen, den Fall der Mauern zwischen Ost und West,
das Zuschütten der Gräben. Da haben wir, glaube ich, ein paar Tage gebraucht, um zu verstehen, dass
er wirklich wahr ist, dass die Welt sich komplett verändern wird."

...und hier gehts weiter.....

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... lm182.html

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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Werner Thal » 8. November 2019, 21:53

NDR online 30 Jahre Mauerfall - Grenzenloser Vogelschutz

Freitag, 8. November 2019 - Teil 5

Mit dem Bau der Mauer wurden viele Familien und Freunde auseinandergerissen. Fortan waren
sie getrennt, obwohl sie vielleicht nur ein paar hundert Meter voneinander entfernt wohnten.
So erging es den Menschen in Ziethen im Kreis Herzogtum Lauenburg und ihren Nachbarn im
mecklenburgischen Schlagsdorf. Zwei Dörfer, dazwischen der Mechower See und - die Grenze.

https://www.ndr.de/geschichte/chronolog ... ll582.html

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Re: Ehemalige deutsche-deutsche Grenze Im Randgebiet

Beitragvon Werner Thal » 8. November 2019, 22:20

NDR online Innerdeutsche Grenze: Die Fischer vom Dassower See

Das Wasser war Westen, das Ufer Osten - egal in welche Himmelsrichtung man schaute.
Diese ganz besondere Situation gab es während der deutschen Teilung auf dem Dassower See
bei Lübeck. Die Trave-Bucht war eine westdeutsche Exklave - umgeben vom Hoheitsgebiet
der DDR. Und sie war der Arbeitsplatz von Heinrich Baade. Der Fischer aus Schlutup war
regelmäßig auf dem Dassower See unterwegs, immer auf der Hut vor den DDR-Patrouillen.
Mit seinem Boot musste Heinrich Baade immer einen Abstand von zehn Metern zum Ufer
einhalten: "Wir haben ja immer mit dem Zugnetz vom tiefen ins flache Wasser gezogen.
Da hatten wir dann in den ersten Jahren immer mal Malesche (Malaise) mit den Grenzsoldaten,
weil wir der sogenannten DDR viel zu nahe gekommen sind," erinnert sich der 80-Jährige.
"Manchmal haben sie uns mitgenommen und es gab lange Verhöre. Zuletzt wurdest du dann
freigelassen. Aber das war immer eine unangenehme Sache."

https://www.ndr.de/geschichte/Ein-Land- ... r1080.html

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