Aus: Unser Harz 11/2014 - Todesstreifen, Stacheldraht und Selbstschussanlagen
Demarkationslinie wird Zonengrenze
Im Zuge der politischen Entwicklung wird diese zunächst als Verwaltungsgrenze gedachte
Demarkationslinie rasch zu einer der am stärksten bewachte Grenze der Welt.
Gekennzeichnet ist ihr Verlauf durch Warnschilder mit der Aufschrift:
"Zonengrenze, nicht weitergehen!", "Zonengrenze" oder "Halt - Zonengrenze!".
Die Sicherung der Grenze wird auf beiden Seiten zunächst nur von Angehörigen der
Besatzungsarmeen vorgenommen. Ab dem Jahr 1946 werden sie zunächst im Westen von der Zonengrenzpolizei und im Osten von der Deutschen Grenzpolizei unterstützt. In der
sowjetisch besetzten Zone übernimmt ab 1946 die Deutsche Grenzpolizei die Verantwortung.
Im Auftrag der britischen Militärregierung ist die Zonengrenzpolizei nur kurze Zeit später an
der Demarkationslinie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständig. In Jahrbüchern
der niedersächsischen Polizei aus dieser Zeit wird über zahlreiche Fluchten, Schusswaffen-
gebrauch, Festnahmen und Verschleppungen durch sowjetische Armeeangehörige sowie
Schmuggel, insbesondere Lebensmittel, Zigaretten und Alkohol, an de damaligen
Zonengrenze im Harz berichtet.
Bei solchen und ähnlichen Zwischenfällen entscheiden nach wie vor die jeweiligen
Besatzungsoffiziere.
Im Januar 1948 ergeht ein Geheimbefehl der britischen Militärregierung, "die Grenz-
aufsicht durch den Zollgrenzdienst an der Zonengrenze zur sowjetisch besetzten Zone
nach Maßgabe ihres an den Auslandsgrenzen bewährten Systems zu organisieren."
Somit ist das Verbringen von Vermögenswerten nur noch an offiziellen Grenzübergängen
möglich.
Im Frühjahr 1949 wird die Überwachungstätigkeit der Zonengrenzpolizei in Niedersachsen
und Schleswig-Holstein eingestellt und es folgt die völlige Übernahme des Schutzes der
Demarkationslinie durch den Zollgrenzdienst. Ein Gesetz mit fest umrissenem Aufgabenkatalog
sowie eine Befugnisregelung zur Durchsetzung von klassischen polizeilichen Maßnahmen fehlen.
Dieser Zustand verbessert die unangenehme Situation für die Grenzbevölkerung nicht gerade.
Bewohner der im Westharz gelegenen Grenzorte berichteten bei späteren Begegnungen mit dem
Bundesgrenzschutz und dem Zollgrenzdienst häufig darüber, dass sie große Angst davor hatten,
von sowjetischen Besatzungssoldaten festgenommen, verhört oder gar verschleppt zu werden.
Es gilt daher, solchen Grenzzwischenfällen künftig Einhalt zu gebieten.
...und weiter geht es hier im link:
http://www.geschichtsvereingoslar.de/me ... semann.pdf
W.T.







