Am frühen Abend des 14. Dezember 1971 befand sich der Gastwirt Paul M. Auf der Rückfahrt von Fuhrbach nach Brochthausen, als er in der Höhe des Ortseingangs von der nahen Grenze die Explosion einer Mine und Hilferufe wahrnahm. Ihm und weiteren Bewohnern war sofort klar, die Mine musste durch einen Flüchtling ausgelöst worden sein.
Nachdem man das Zollkommissariat Duderstadt informiert hatte, traf gleichzeitig mit den Bewohnern auch ein Zollbeamter der Grenzaufsichtsstelle Fuhrbach ein. Und hörten eine Männerstimme um Hilfe schreien.
Drei von den Männern, ein Tischler, ein Schüler und der Zollbeamte liefen auf den ersten Zaun des Minenfeldes zu. Im Licht der Taschenlampe sahen sie drei Personen, ein Kleinkind, eine schwer verletzte Frau inmitten des Minenfeldes und einen schreienden, im Gesicht verletzten Mann am zweiten Begrenzungszaun. Die Frau bat flehentlich wenigstens ihr Kind zu retten und rief den Männern den Namen des Kindes „ Heike J. „ zu.
Inzwischen waren noch drei weitere Bewohner von Brochthausen an der Grenzlinie eingetroffen. Gemeinsam bogen sie die Metallgitterplatten an der Überlappungslinie so weit auseinander, dass eine Öffnung entstand, durch welche die zuerst eingetroffenen drei Männer hindurchklettern konnten. Dort erkannten sie, dass der Frau beide Füße abgerissen worden waren.
Der siebzehnjährige Schüler war von dem Anblick so geschockt, dass er durch die Öffnung zurückkroch und weglief.
Das kleine Kind wurde durch die Öffnung zum Pkw gebracht, mit dem der Vater und das einjährige Kind später zum Krankenhaus nach Duderstadt gefahren wurden. Der Zollbeamte und drei weitere Helfer brachten die Mutter und den Vater durch die Zaunöffnung auf das Gebiet der Bundesrepublik. Hier wurden der Frau von einem inzwischen eingetroffenen Sanitätsbeamten des BGS mit Krawatten die Beine abgebunden, bevor sie mit einem Sanka des BGS ins Krankenhaus nach Duderstadt gebracht wurde.
Dort mussten der 21jährigen Jutta Jahn das linke Bein unterhalb und das rechte Bein oberhalb des Knies amputiert werden. Die mutigen Retter waren längst wieder auf westlicher Seite, als von DDR – Seite die ersten Leuchtgeschosse abgegeben wurden.
( Erlebnisbericht von Paul Moneke, Brochthausen und Bericht des BGS )
Traurig aber leider auch wahr, wie dieses verbrecherische Regime mit seinen Bürgern umging.











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