Fluchten von AGT im Raum Südharz

Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon Interessierter » 13. September 2020, 12:52

Fluchten von Angehörigen der Grenztruppen im Raum Südharz

Am 12. Juni 1965 erreichte ein Grenzsoldat der 9. GK in Zivil bei Hohegeiß das Bundesgebiet,

Am 16. Juni 1965 flüchten im Schutz eines starken Gewitterregens am Kreuzbusch ein Unteroffizier und ein Gefreiter der 4. GK Weilrode.

Am 20.6.1965 gelang einem Greso der 1. GK Sülzhayn am Ehrenberg die Flucht, nachdem er seinen Streifenkameraden mit dem flachen Kolben seiner Mpi niedergeschlagen hatte.

Am 28. Juni 1965 floh der Funkunteroffizier L. Von der 1. GK Sülzhayn während seiner dienstfreien Zeit in Ausgehuniform.

Am 9. Oktober 1965 gelang einem Soldaten der 7 GK Silkerode die Flucht in die BRD.

Am 19. Oktober 1965 flohen 2 Soldaten der 6. GK Weilrode mit einem Hund, während sie als Bewachungsposten eines beim Bau des 6-Meter-Kontrollstreifens tätigen Arbeitstruppe eingesetzt waren.

Am 7. März 1966 desertierte ein Soldat der 1. GK Sülzhayn in die Bundesrepublik.

Am 12. März 1966 folgten zwei Gefreite der 2. GK Ellrich in Ausgehuniform.

Am 31. Mai 1966 erreichte ein Soldat der 4. GK Klettenberg in Uniform, jedoch ohne Waffen, im Raum Neuhof am Uffewehr nach Überwindung des unverminten Doppelzaunes westdeutsches Gebiet.

Am 24. Juli 1966 flüchtete ein Gefreiter der 4. GK Weilrode in die Bundesrepublik,

Am 3. Januar 1967 überwand ein Soldat der 7. GK Silkerode ohne Waffen die Grenzsperranlagen.

Am 13. Januar 1967 erreichten 2 Gefreite der 2. Gk Ellrich Bundesgebiet.

Am 28. Januar 1967überwanden zwei Soldaten der 4. GK Klettenberg gemeinsam die Grenzsperranlagen zur BRD.

Am 28. Februar 1967 flüchtete ein Feldwebel der 6. GK Weilrode in den Westen.

Am 23. Mai 1969 überschritt ein Gefreiter der 9. Straßenbau – Kompanie Schiedungen im Raum Mackenrode die Grenze zur BRD. Der Geflüchtete fuhr mit einem Lkw an den Metallgitterzaun heran, stieg auf das Führerhaus und sprang über den Zaun. Er meldete sich in der Gaststätte Tettenborn und wurde dort von GASt Tettenborn übernommen.

Am 9. Juni 1969 flüchtete ein Unteroffizier der 6. GK Weilrode mit voller Ausrüstung im Bereich Kreuzbusch über den unverminten Doppelzaun in die BRD.


Schon sehr erstaunlich wie viele Angehörige der GT von 1965 – 1969 nur aus dem Raum Südharz in die Bundesrepublik geflohen sind.
Was du hast, können viele haben. . . doch was du bist , kann keiner sein.
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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon OaZ » 13. September 2020, 14:41

In Sülzhayn 3 FF innerhalb von knapp 8 Monaten, 2 davon innerhalb von 1 Woche. das hat der KC vermutlich nicht überstanden.
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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon dein1945 » 7. Oktober 2020, 11:04

Zu den Aufgaben der HA I zählten unter Anderem die Unterbindung staatsfeindlicher Hetze und Staatsverleumdung, sowie die Verhinderung von Fahnenfluchten und Verratsdelikten.[8] „Insgesamt verfügte die HA I in den achtziger Jahren über mehr als 12.000 IM. Das entspricht bei der Gesamtstärke von 215.000 Mann in NVA und Grenztruppen überschlägig gerechnet einer durchschnittlichen IM-Dichte von einem Informanten auf weniger als 20 Soldaten.“[9] Die Überwachungsdichte durch Inoffizielle Mitarbeiter bei den Grenztruppen selbst war höher. Jochen Maurer hat in seinem Artikel „Die Bewachung der Bewacher“[10] dargestellt, dass das Grenzkommando Mitte zum Ende der 80er Jahre über eine Mannstärke von insgesamt ca. 11.350 Soldaten verfügte. Davon arbeiteten ca. 1.400 Mann für die »Firma«. Demnach war im Durchschnitt jeder achte Grenzsoldat ein IM. Somit musste jeder Soldat davon ausgehen, dass er während seines Dienstes unter genauer Beobachtung stand. Ebenso musste er davon ausgehen, dass jede kritische Äußerung und alles, was auf eine eventuelle Fahnenflucht hinweisen konnte, umgehend weiter gemeldet wurde.

Hat anscheinend doch nicht geholfen !
Hier kann man alles dazu lesen
https://www.grin.com/document/165660

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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon augenzeuge » 7. Oktober 2020, 11:22

Davon arbeiteten ca. 1.400 Mann für die »Firma«. Demnach war im Durchschnitt jeder achte Grenzsoldat ein IM.


Ab wann würde man aus deiner Sicht von "flächendeckend" sprechen dürfen, Merkur?
AZ
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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon Merkur » 7. Oktober 2020, 13:22

augenzeuge hat geschrieben:
Davon arbeiteten ca. 1.400 Mann für die »Firma«. Demnach war im Durchschnitt jeder achte Grenzsoldat ein IM.


Ab wann würde man aus deiner Sicht von "flächendeckend" sprechen dürfen, Merkur?
AZ


Dazu müsste ich die konkrete Dislozierung kennen. [ich auch]
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon Kumpel » 7. Oktober 2020, 13:27

Dann frag doch mal die Aktentasche Alfred.
'' Es war von vorn bis hinten zum Kotzen, aber wir haben uns prächtig amüsiert.''
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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon augenzeuge » 7. Oktober 2020, 15:20

Merkur hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Davon arbeiteten ca. 1.400 Mann für die »Firma«. Demnach war im Durchschnitt jeder achte Grenzsoldat ein IM.


Ab wann würde man aus deiner Sicht von "flächendeckend" sprechen dürfen, Merkur?
AZ


Dazu müsste ich die konkrete Dislozierung kennen. [ich auch]


Die kennst du, also verkauf dich nicht unter Wert. [grin]

AZ
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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon Kumpel » 8. Oktober 2020, 07:15

Die Repression nach Innen gehört nicht zu den Forschungsgebieten Merkurs.
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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon Merkur » 8. Oktober 2020, 07:36

Kumpel hat geschrieben:Die Repression nach Innen gehört nicht zu den Forschungsgebieten Merkurs.


Wäre doch was für Dich. [super]
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon dein1945 » 8. Oktober 2020, 12:18

OaZ hat geschrieben:In Sülzhayn 3 FF innerhalb von knapp 8 Monaten, 2 davon innerhalb von 1 Woche. das hat der KC vermutlich nicht überstanden.


Hallo OaZ,
erkläre uns doch mal, was so einem KC passierte wenn er öfters FF in seiner Kompanie gab ?
Einigen hohen Offizieren die selbst den Weg gen Westen suchten passierte ja nicht viel ! Namen brauche ich ja nicht nennen, sind ja allen bekannt.

Gruß vom Ungedienten aus Berlin
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Re: Fluchten von AGT im Raum Südharz

Beitragvon dein1945 » 4. November 2020, 14:02

Hallo OaZ.

hatte eigendlich eine Antwort erwartet, was passierte nun so einem Kompaniechef. Ich glaube eher Du weist es selbst nicht !
Trotzdem einen schönen Tag aus Berlin
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