DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Alles was in den Zeitraum nach der Wende gehört. Das Zusammenwachsen von zwei grundverschiedenen Systemen, Probleme, Erwartungen, Empfindungen usw.

Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon AkkuGK1 » 14. Mai 2016, 12:56

Du bist der Doc, Doc. [hallo] [knuddel] [bravo]
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Nostalgiker » 14. Mai 2016, 16:38

Dottore, meinst du das jemand im Detail wissen möchte wo genau bei dir die Stasi ihre Finger drin hatte?
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon augenzeuge » 14. Mai 2016, 17:13

Thoth hat geschrieben:Dottore, meinst du das jemand im Detail wissen möchte wo genau bei dir die Stasi ihre Finger drin hatte?


Ja, ich. Und von dir natürlich auch, Thoth. Hast du es als angenehm empfunden? [grins]
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Dr. 213 » 14. Mai 2016, 19:20

Thoth hat geschrieben:Dottore, meinst du das jemand im Detail wissen möchte wo genau bei dir die Stasi ihre Finger drin hatte?


Also hier gibt es mindenstens ein Mitglied der auf sowas steht.
Da die Stasi Dank meiner rechtzeitigen Abreise keine Gelegenheit zur Aktion Sonnenschein mehr hatte,
kann ich natürlich auch nichts darüber berichten. Und Märchen liegen mir nicht so.

Stell dir vor, es gibt Menschen, die wollen u.a. genau über solche Details und andere Schweinereien der Stasi
mehr erfahren. Sie besuchen die Orte des Unrechts, die vielen Gedenkstätten, und bezahlen sogar Eintritt dafür!

Viel Spass beim Knigge- Kurs......

Herzlichst
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Volker Zottmann » 14. Mai 2016, 21:22

Thoth hat geschrieben:Dottore, meinst du das jemand im Detail wissen möchte wo genau bei dir die Stasi ihre Finger drin hatte?


Ich hatte mal für wenige Stunden eine Armbrust, in den 50er Jahren in guter Absicht vom Stasi-Opa geschenkt bekommen. Mein Vater hat sie noch am gleichen Tag, an meinem Geburtstag, in den Ofen gesteckt. Das einzig Richtige. Danke Vati! Die Hochachtung für meinen Vater für dieses kleine Aufbegehren kam mir erst in späteren Jahren.
Er hielt sich immer an den Nachkriegsschwur "NIE WIEDER!" Die roten neuen Machthaber aber bald nicht mehr.

Dann lernte ich 1973 meine liebe Schwiegermutter kennen und erfuhr in vielen Jahren stückchenweise immer mehr, was sie und ihre Familie unter den Nazis in Polen leiden musste. Wie sie selbst erst lange nach 1954 zur Ruhe kommen konnte und doch nie abschließen konnte, mit dem was ihr die Nazis und dann die DDR antat. Die ihr verbot, nahe Warschau ihre Großmutter 1954 noch mal zu besuchen, nachdem endlich wenige Teile ihrer Familie wiedergefunden wurde.
Erst vor wenigen Jahren erfuhr sie des Vaters Schicksal, der nahe Katyn ermordet wurde, von den Russen....

Und wir erfahren heute noch neue Erkenntnisschnipsel aus jeder deutschen Epoche.
Und dann tönt ein völlig unbedarfter, unsensibler Thoth, solche Schwachsinnsfragen heraus?
Es wird noch weitere Jahrzehnte dauern und täglich kommen neue Wahrheiten ans Licht. Ob Stasi, ob Nazis, es ist niemals alles aufgearbeitet!

Warum aber kommen solche Sätze vom Thoth?


Gruß Volker
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon andr.k » 14. Mai 2016, 21:42

Volker Zottmann hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben:Dottore, meinst du das jemand im Detail wissen möchte wo genau bei dir die Stasi ihre Finger drin hatte?


Ich hatte mal für wenige Stunden eine Armbrust, in den 50er Jahren in guter Absicht vom Stasi-Opa geschenkt bekommen. Mein Vater hat sie noch am gleichen Tag, an meinem Geburtstag, in den Ofen gesteckt. Das einzig Richtige. Danke Vati! Die Hochachtung für meinen Vater für dieses kleine Aufbegehren kam mir erst in späteren Jahren.
Er hielt sich immer an den Nachkriegsschwur "NIE WIEDER!" Die roten neuen Machthaber aber bald nicht mehr.

Dann lernte ich 1973 meine liebe Schwiegermutter kennen und erfuhr in vielen Jahren stückchenweise immer mehr, was sie und ihre Familie unter den Nazis in Polen leiden musste. Wie sie selbst erst lange nach 1954 zur Ruhe kommen konnte und doch nie abschließen konnte, mit dem was ihr die Nazis und dann die DDR antat. Die ihr verbot, nahe Warschau ihre Großmutter 1954 noch mal zu besuchen, nachdem endlich wenige Teile ihrer Familie wiedergefunden wurde.
Erst vor wenigen Jahren erfuhr sie des Vaters Schicksal, der nahe Katyn ermordet wurde, von den Russen....

Und wir erfahren heute noch neue Erkenntnisschnipsel aus jeder deutschen Epoche.
Und dann tönt ein völlig unbedarfter, unsensibler Thoth, solche Schwachsinnsfragen heraus?
Es wird noch weitere Jahrzehnte dauern und täglich kommen neue Wahrheiten ans Licht. Ob Stasi, ob Nazis, es ist niemals alles aufgearbeitet!

Warum aber kommen solche Sätze vom Thoth?



Gruß Volker


Was hat jetzt dein Text mit dem Thema zutun? Du kannst wohl ohne @Thoth nicht? Was war eigentlich dein Parteiauftrag, Zottmann, Volker?
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Volker Zottmann » 14. Mai 2016, 21:48

Weißt Du @andr.k, Dir wollte ich eigentlich nie mehr antworten. Aber bei einer ordentlichen Frage....

Mein Text hat genau mit dem Thema zu tun, denn es heißt doch "DDR-Erbe: Stasi im Kopf".
Meine Erwiderung sagt doch genau aus, warum mich das alles noch umtreibt.
Und einen Parteiauftrag habe ich als passives, unrühmliches Mitglied nie gehabt oder erhalten.
Ich kann bestens ohne Thoth, auch ohne Dich, aber er hat sich nunmal auch in die Diskussion eingebracht, wenn auch nur provozierend.

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 14. Mai 2016, 22:20, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon andr.k » 14. Mai 2016, 21:50

Volker Zottmann hat geschrieben:Weißt Du @andr.k, Dir wollte ich eigentlich nie mehr antworten. Aber bei einer ordentlichen Frage....

Mein Text hat genau mit dem Thema zu tun, denn es heißt doch "DDR-Erbe: Stasi im Kopf".
Meine Erwiderung sagt doch genau aus, warum mich das alles noch umtreibt.

Gruß Volker


Es waren DREI Fragen. [hallo]
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon augenzeuge » 14. Mai 2016, 21:52

andr.k hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Weißt Du @andr.k, Dir wollte ich eigentlich nie mehr antworten. Aber bei einer ordentlichen Frage....

Mein Text hat genau mit dem Thema zu tun, denn es heißt doch "DDR-Erbe: Stasi im Kopf".
Meine Erwiderung sagt doch genau aus, warum mich das alles noch umtreibt.

Gruß Volker


Es waren DREI Fragen. [hallo]


Von denen 2 auch mit dem Thema nichts zu tun haben. Ist daher schon ok... [hallo]
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Beethoven » 15. Mai 2016, 08:45

Darf ich mal ne Frage stellen?

"Stasi im Kopf" ... wie wirkt sich das denn heute bei denen aus, die von mir aus schon beim Milch holen, vorsichtig um die Ecke blinzeln, ob da ein ehemaliger Mitarbeiter des MfS steht. Und vor allem, wenn sie dann einen ehemaligen Mitarbeiter des MfS sehen (woher wissen die eigentlich das dies einer ist?), was geschieht dann?

Oder wenn gar der Bürgermeister ein solcher ist. Wie um Gottes Willen, kam der Mann (Frau) zu diesem Posten?

Trennung

Lieber VZ, was Deinen Major mit dem Haus angeht, da kann ich nichts gegen sagen. Wie sollte man auch auf Einzelbeispiele reagieren, wenn man diese nicht kennt.
Gestern hatte ich Besuch und wir tranken beim grillen (war doch recht kalt draußen) n Bier und ich brachte zur Sprache, was hier diskutiert wird. Mein Besucher (mit Frau) war ein ehemaliger Oberst und ist meine Geschäftspartner in meiner zweiten Firma (aber das nur am Rande). Er sah mich erstaunt an. Er selber hat doch, 1987 ein Haus gebaut in welchem er heute noch wohnt und wurde von der NVA mit Material und Maschinen unterstützt. Ob ich das nicht gewußt habe? Nun arbeiten wir seit über 20 Jahren zusammen aber darüber haben wir noch nie gesprochen.

Er hat also, einen richtigen Antrag gestellt um ein Haus zu bauen. Dann hat er das Grundstück gekauft und die Baugenehmigung eingereicht zusammen mit einer durch einen Bauingenieur aufgestellten Anforderungsliste. Diese wurde dann bestätigt und so konnte er im Frühjahr 1998 in sein Haus einziehen. Da kannte ich ihn noch gar nicht. Erst im September 88 lernten wir uns kennen.

Na, da war ich platt. Wußte ich echt nicht. Gebaut hat er selber und mit Freunden und einer Feierabendbrigade, die er bezahlen mußte. Den Kredit bekam er damals von der Sparkasse. Durch die zwei Währungsumstellungen, wurde sein Kredit zwei mal halbiert, so dass er seit Jahren Schuldenfrei ist.
Nun habe ich mich also selber widerlegt nur war das eben eine völlig normale Geschichte und kein Mensch wollte ihm je das Haus und sein Grundstück (übrigens nicht sehr groß mit knapp 500 qm) streitig machen.

In diesem Sinne - Man wird meistens erst dann ein Haus errichten, wenn man lange genug davon geträumt hat. Romana Prinoth Fornwagner
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

Winston Churchill

Quo quisque stultior eo magis insolescit, gelle Herr F.?

Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Volker Zottmann » 15. Mai 2016, 09:21

Nachvollziehbar @beethoven.
So wie "Dein" Oberst, haben ja wohl abertausende Werktätige der DDR gewerkelt. Das ist nichts Neues. Ebenso die betriebliche Unterstützung, die in vielen Betrieben gar im Betriebskollektivvertag verankert war.
So gab es in letzten VEB wo ich einst angestellt war, 10000.-Mark Unterstützung. Die gab es bar.
Falsch verstanden ( [wink] ) hat unser Technischer Direktor die gleiche Summe (mindestens) ein zweites Mal in Sachleistungen sich selbst zugestanden.
Ja, Sachen gab es... In jedem Dorf ein bisschen anders.
Nun schick mir aber nicht ungläubig wie Du bist den NVA Politnik M. vorbei.... Der wird sicher froh sein, dass man ihn unbehelligt ließ. Vielleicht ist er auch schon der Alzheimerschen anheim gefallen, so alt wie der heute sein müsste...


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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon AkkuGK1 » 15. Mai 2016, 10:12

andr.k hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben:Dottore, meinst du das jemand im Detail wissen möchte wo genau bei dir die Stasi ihre Finger drin hatte?


Ich hatte mal für wenige Stunden eine Armbrust, in den 50er Jahren in guter Absicht vom Stasi-Opa geschenkt bekommen. Mein Vater hat sie noch am gleichen Tag, an meinem Geburtstag, in den Ofen gesteckt. Das einzig Richtige. Danke Vati! Die Hochachtung für meinen Vater für dieses kleine Aufbegehren kam mir erst in späteren Jahren.
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Dann lernte ich 1973 meine liebe Schwiegermutter kennen und erfuhr in vielen Jahren stückchenweise immer mehr, was sie und ihre Familie unter den Nazis in Polen leiden musste. Wie sie selbst erst lange nach 1954 zur Ruhe kommen konnte und doch nie abschließen konnte, mit dem was ihr die Nazis und dann die DDR antat. Die ihr verbot, nahe Warschau ihre Großmutter 1954 noch mal zu besuchen, nachdem endlich wenige Teile ihrer Familie wiedergefunden wurde.
Erst vor wenigen Jahren erfuhr sie des Vaters Schicksal, der nahe Katyn ermordet wurde, von den Russen....

Und wir erfahren heute noch neue Erkenntnisschnipsel aus jeder deutschen Epoche.
Und dann tönt ein völlig unbedarfter, unsensibler Thoth, solche Schwachsinnsfragen heraus?
Es wird noch weitere Jahrzehnte dauern und täglich kommen neue Wahrheiten ans Licht. Ob Stasi, ob Nazis, es ist niemals alles aufgearbeitet!

Warum aber kommen solche Sätze vom Thoth?



Gruß Volker


Was hat jetzt dein Text mit dem Thema zutun? Du kannst wohl ohne @Thoth nicht? Was war eigentlich dein Parteiauftrag, Zottmann, Volker?


@andy da fällt mir nur eins ein: Zersetzung

Wenn du nicht bei der hungmertruppe warst...
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Spartacus » 15. Mai 2016, 14:55

Beethoven hat geschrieben:
Sagt mal, glaubt Ihr selber den Mist, den Ihr schreibt? "Ganze Landstriche werden heute von alten MdI-und MfS-Seilschaften regiert." Volker, wenn es nicht gerade bei Dir ums "Eck" passiert wäre (was man glauben kann oder auch nicht) würde ich Dich für maßlos überspannt halten.

Nun mal Butter bei de Fische. Namen, Orte und Verbindung zum ehemaligen MFS, wird Dir ja nicht schwer fallen aufzuzählen, da es ja ganze Landstriche sind.



Steht ja sogar immer wieder mal in der Presse Beethoven.

Ohnehin steht die rot-rote Regierungskoalition in Potsdam unter keinem guten Stern. Als sie im Herbst 2009 ihre Arbeit aufnahm, wurden reihenweise Mandatsträger der Linkspartei, darunter eine stattliche Zahl von Landtagsabgeordneten, als ehemalige Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) enttarnt.


http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... giert.html

Von den IM`s wollen wir erst gar nicht sprechen und das "rote" Brandenburg hat ja hier im Forum sogar einen eigenen Thread.

Mal von diesen Fakten abgesehen, ja es ist 26 Jahre her und Menschen können ( dürfen, sollten) sich ändern. [hallo]

LG

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denn es gibt ja noch zum Glück, als Beruf die Politik.
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Volker Zottmann » 16. Mai 2016, 10:32

Spartacus hat geschrieben:

Mal von diesen Fakten abgesehen, ja es ist 26 Jahre her und Menschen können ( dürfen, sollten) sich ändern. [hallo]

LG

Sparta



Diesen, Deinen letzten Satz möchte ich aufgreifen und unbedingt zustimmen.

Auch wenn ich gern in der Stasi-Mottenkiste rumgrabe und selbst heutige Ungereimtheiten beim Namen nenne, so sehe ich auch etliche bekannte damalige Stasi-Angestellte, die durchaus völlig geläutert oder/und ernüchtert, heute ihren Mann stehen. Die wenigsten treten auf der Stelle.
Das sind allerdings dann nicht jene, die noch unser Blut kochen lassen.

Gruß Volker
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon tom-jericho » 17. Mai 2016, 03:15

Wer was über die hier schon bemängelten Seilschaften erfahren möchte, dem empfehle ich meinen Landstrich , die Prignitz in Nordwestbrandenburg auf halber Strecke zwischen Hamburg und Berlin.

Mein Freund Sven Kyek beschrieb das in seinem Buch "Geschäft ist Krieg".
Und das hat noch nicht mal etwas mit Eurer pösen STASI zu tun.
Sven und ich wurden nach unseren voneinander getrennten und von bestimmten Stellen unerwünschten Recherchen gezwungen, die gleiche Schule (Geschlossene Psychatrie) zu besuchen.

Seit Jahren arbeite ich an einem ähnlichen Buchprojekt, aber ich würde es dann "Geschäft ist Mord" nennen.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Geschäft ist Krieg

Wenn das Leben zum Alptraum wird - Eine wahre Geschichte

Sven Kyek

Beschreibung

Der Autor erzählt in diesem Buch seine Geschichte offen und schonungslos. Er berichtet über teilweise unglaubliche und schockierende Erfahrungen, die er seit 1990 als Ost-Deutscher Unternehmer erlebt und überlebt hat. ......................... Von einem Leben voller Arbeit, Erfahrungen mit Bordellen, einer Flucht nach Polen, bis hin zu Ehrungen durch Minister Platzeck, vom Lamborghini bis zum Erwachen in der Gosse, über Frauengeschichten und Russenmafia, beschreibt er mit belegbaren Fakten sowohl chronologisch als auch in Rückblenden, wie er durch sein Wissen über einen Subventionsbetrug und die Machenschaften einer Bank in einen unglaublichen Thriller geriet, der mehrmals fast sein Leben gekostet hätte. .......................
Mit Klar-Namen versehene reale Personen, Konzerne, Banken, aber auch Politiker, Beamte und Prominente finden sich neben der Justiz bis hin zum Bundesgerichtshof als Teilnehmer dieser Story wieder. Auch berichtet er von guten und schmerzhaften Lehren, die er an der Börse und in Casinos machen musste. Durch seine gewerbliche Tätigkeit hatte er geschäftliche Beziehungen u.A. zur Bundeswehr, zur Polizei, dem Technischen Hilfswerk, den großen Baukonzernen, Schlacht-Konzernen, der Versicherungswirtschaft, der Telekom, der Bahn und Autovermietern wie Sixt. Auch Mercedes Benz und viele Andere begleiten seinen Weg. ..............................KAPITEL:
Dabei fing alles so schön und harmlos an/ Erste Früchte/ Erste kleine Gefechte/ Apple für 8 Euro/ Blühende Landschaften/ Aktien und Jetons/ Yahoo verleiht Flügel/ Dunkle Wolken/ George Soros/ Neuer Aufbruch/ Holli/ „Freunde“ für´s Leben/ Das Konzert/ Liebe macht blind/ Michelle/ Summertime/ Gunter Gabriel´s Hausboot/ Der Fehler/ Weiter geht’s/ Die Bombe platzt/ Wunderbares St. Moritz/ Eine lange Flucht beginnt/ Auf Rügen/ Exil in Polen/ Wieder an der Front

Buchdetails

Buch-ShopBelletristik & Literatur → Allgemein
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783844254594
Altersempfehlung: Jugendliche (16 - 18)
Erscheinungsdatum: 24.04.2013
Schlagworte: Subventionsbetrug, BGH, Börse, Gunter Gabriel, Casinos und Nachtclubs

Kundenrezensionen
------------------------

+++
Wissen ist Macht? Im Fall Kyek wäre weniger Wissen besser gewesen...
Er wurde vernichtet wegen seines Wissens.

Ich habe den geradezu Stasi-mäßig durchgeführten, gewaltsam herbeigeführten Abstieg und die dadurch entstandenen lebensfeindlichen Umstände geradezu "live" miterlebt beim lesen dieses Buches.
Die menschliche Größe dieser Biografie hat mich genauso fasziniert wie die spektakulären Enthüllungen über diese kriminelle V+R-Bank und den Autohändler Dinnebier, dessen nervende Werbung unablässig ganz Berlin u Brandenburg überflutet. Daß Dinnebier kriminell ist, wundert mich nicht im Geringsten.

Ich hoffe, daß das Buch dazu führt, daß diesen Subventionsbetrügern in die Suppe gespuckt wird und daß dem Autor die entzogenen Millionen wieder zurück-erstattet werden!

----Als spannende Lektüre und als Enthüllungsgeschichte sehr lesenswert!----+++

+++

leseprobe sehr interessant wie komme ich zum buch ?
herr kyek alles gute,kann man helfen?
vieleicht kann man endlich in perleberg, einigen leuten auf die füße treten.
vor allen die widerstandskämpfer gegen das sed regime wie sie sich heute darstellen.
bereitschaftskommandeur und ehemaliger vpka-amtsleiter in der stadtverordnetenversammlung für die cdu (neu)
kommentar überflüssig.
ich hoffe das buch wird viele leser finden, und einigen die augen öffnen. +++

+++

Es ist schon bemerkenswert wie ein Mensch in den Himmel gehoben, ausgenutzt und letztendlich fallen gelassen wird. Dieses Buch ist lesenswert. Sven hat es sehr spannend geschrieben. Hut ab, dass er doch wahr gemacht hat. Ich hatte es an einem Abend durchgelesen. +++

+++

Wer den Buchautor kennt weiß, dass er in jeder Lebenslage versucht, anderen zu helfen. Es ist sehr beeindruckend, wie er diesen Lebensabschnitt durchlebt und überstanden hat.
Ein sehr interessantes Buch welches man empfehlen kann +++
Ein Freund ...
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon tom-jericho » 17. Mai 2016, 03:51

Wir sollten es hier im Forum den Kranichen gleich tun.

Zuletzt habe ich dieses Lied von Kurt Demmler live im Landtagswahlkampf im Saal des Hotel " Deutscher Kaiser" von einer Landtagsabgeordneten im Konzert gehört.

Lieder aus der DDR
----------------------

Die Kraniche fliegen im Keil

Worte: Kurt Demmler
Weise: Kurt Demmler

1. Strophe:
Die Kraniche fliegen im Keil. So trotzen sie besser den Winden. So teilen sie besser die Kräfte, weil die Starken bilden den vorderen Teil und die Schwachen fliegen hinten.

2. Strophe:
Und kommen die Kraniche an am Ziel ihrer Reise, dann haben die Stärksten größte Arbeit getan und loben die Schwächer’n von hintenan, die doch auch ihr Bestes gaben.

3. Strophe:
Dann fressen die Kraniche Fisch, so viel, wie die Mägen verlangen. Die Starken, die haben nicht mehr für den Tisch, als die Schwachen vom guten, silbernen Fisch in den Teichen am Ziel sich gefangen.

4. Strophe:
Lasst uns wie die Kraniche sein, dass wir unser Möglichstes geben: der Starke in groß und der Schwache in klein und trinken am Abend den gleichteuren Wein auf ein noch viel besseres Leben.

-----> https://www.youtube.com/watch?v=NO7hUdMY20o
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon tom-jericho » 17. Mai 2016, 03:56

Volker Zottmann hat geschrieben:Weißt Du @andr.k, Dir wollte ich eigentlich nie mehr antworten. Aber bei einer ordentlichen Frage....

Mein Text hat genau mit dem Thema zu tun, denn es heißt doch "DDR-Erbe: Stasi im Kopf".
Meine Erwiderung sagt doch genau aus, warum mich das alles noch umtreibt.
Und einen Parteiauftrag habe ich als passives, unrühmliches Mitglied nie gehabt oder erhalten.
Ich kann bestens ohne Thoth, auch ohne Dich, aber er hat sich nunmal auch in die Diskussion eingebracht, wenn auch nur provozierend.

Gruß Volker


Ein SED-Mitglied ohne jemals einen Parteiauftrag erhalten zu haben?
Was wart ihr denn für eine scheiß SED-Grundorganisation/ Parteigruppe?
Ich fasse es nicht!!!
Gerade Dir " als passives, unrühmliches Mitglied " hätte ich einen Auftrag erteilt. [frown]
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon tom-jericho » 17. Mai 2016, 04:21

Pateiaufträge bekam ich so einige.

Aber nicht nur das.
Ich bin auch nach so vielen Jahren noch auf meine Parteistrafen stolz, obwohl ich nur Misstände in der DDR kritisch hinterleuchtete.
Aber ich wurde wohl früher auch schon nicht verstanden. [bloed]
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon tom-jericho » 17. Mai 2016, 04:22

Pateiaufträge bekam ich so einige.

Aber nicht nur das.
Ich bin auch nach so vielen Jahren noch auf meine Parteistrafen stolz, obwohl ich nur Misstände in der DDR kritisch hinterleuchtete.
Aber ich wurde wohl früher auch schon nicht verstanden. [bloed]
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon tom-jericho » 17. Mai 2016, 04:35

Dr. 213 hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben:Schon lustig wie hier selbsternannte Beurteiler wild drauflosmutmaßen was ein oder eine bestimmte Klientel von Usern die sie nicht ab können gedacht haben könnten, selber hatten sie seit frühester Kindheit selbstverständlich den totalen Durchblick, nur zum Widerstandskämpfer reichte es bei ihnen nie ......

Selbstverständlich greifen diese User auch nicht mit vor primitiver Arroganz triefenden und persönlich pöbelnden Beiträgen diese User an, immer nett, höflich, zuvorkommend und vor allem Ahnungslos.

Heißt die politische Autistin jetzt nicht wieder Lengsfeld und bastelt fleißig an ihrer Karriere bei der AfD?

Ach die im wahrsten Sinne des Wortes alten Stasiseilschaften ........., einfach schön .......


Ich bin empört, wie hier über Frau Lengsfeld hergezogen wird.
Das ist pure Verächtlichmachung, Herabwürdigung und Verhönung von Stasi- Opfern.
Wenn ich Richter wäre, würde ich dafür 30 Stunden gemeinnützige Arbeit verordnen.
Vorzugsweise als Eintrittskarten- Abreisser in Hohenschönhausen oder bei der
Reinigung von Mauerkreuzen und Gedenktafeln.

Herzlichst
Dr. 213


Du bist aber Gott sei Dank kein Richter - und das ist auch gut so!
Habe Vera Wollenberger auch schon live erlebt und ihr zum Schluss die Hand gegeben und ihr einige persönlich gut gemeinte Worte mit auf dem Weg gegeben.
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon tom-jericho » 17. Mai 2016, 04:50

Thoth hat geschrieben:Dottore, meinst du das jemand im Detail wissen möchte wo genau bei dir die Stasi ihre Finger drin hatte?


Ich möchte euch hiermit mitteilen, das ich nicht wieder zum Mitwisser werden will oder muß! [sick] [zunge]
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon tom-jericho » 17. Mai 2016, 05:23

Gehört auch zum Thema

Nur wieder auf den Text hören und zwischen den Zeilen lesen!

2016 zum letzten mal gemeinsam mit dieser Besatzung im Konzert

Rocklegenden

- +++PUHDYS+++CITY+++KARAT+++

Sternenstunden in der Nacht
---------------------------------------

-----> https://www.youtube.com/watch?v=yuMJi7REvPY

Euer ton jerichow
Ein Freund ...
... ist jemand, der deine Vergangenheit versteht, an deine Zukunft glaubt und dich heute so nimmt wie du bist.

... gestrandet am Ufer - Kapitan ade - die Boote der Jugend fahren weiter zur See ...
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Mai 2016, 09:25

tom-jericho hat geschrieben:
Ein SED-Mitglied ohne jemals einen Parteiauftrag erhalten zu haben?
Was wart ihr denn für eine scheiß SED-Grundorganisation/ Parteigruppe?
Ich fasse es nicht!!!
Gerade Dir " als passives, unrühmliches Mitglied " hätte ich einen Auftrag erteilt. [frown]


Hallo Tom,
mag ja für Dich unglaublich klingen, doch kannte ich keine aktive SED. Im WBK Qlb trat ich ein, um endlich eine Planstelle zu bekommen und mehr Geld zu verdienen. Die haben in meinen noch dort verbliebenden 2 Jahren auch regelmäßig monatlich Versammlungen abgehalten. Niemals aber waren wir von der Baustelle dorthin gefahren.
Wichtig war denen nur, dass ich 1975 ihr Plansoll mit meiner Zustimmung erfüllte. Nur Zahlen für deren Statistik waren wichtig.
1977 wechselte ich in einen ehemaligen Privatbetrieb, 1972 verstaatlicht. Dort wurde einmal im Monat zusammengesessen, doch ohne irgendwelche Parteiaufträge zu vergeben. Ich kenne so etwas selbst nicht. 1985 machte ich mich selbständig und gehörte fortan zur Wohnbezirks-Rentnerkolonne. Da passierte erst recht nichts.
Persönlich war die SED für mich ein Papiertiger, der schmerzlich monatlich von mir ab 1985 40 Mark Beitrag verlangte. Mehr nicht!

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: DDR - Erbe: Die Stasi im Kopf

Beitragvon Interessierter » 29. Juli 2017, 12:31

Drama in vielen Akten
Seit der Wiedervereinigung können Bürger der ehemaligen DDR Einsicht in ihre Stasiakten nehmen. Viele erlebten das als befreiend, manche bekamen aber auch einen Schock fürs Leben. So wie der Opa unserer Autorin
Julia Lehmann

Am Eingang des früheren Sitzes des Ministeriums für Staatssicherheit prangt immer noch riesengroß das Emblem jener vor 27 Jahren geschlossenen Behörde, die zu einem Staat gehörte, den es seit 1990 nicht mehr gibt. Die Zeit scheint konserviert, die Luft riecht noch nach DDR – leicht muffig und nach Bohnerwachs. Fremd kommt mir diese Welt vor, in der in kilometerlangen Gängen Akten, Karteikarten, Geruchsproben und Tonmaterial lagern. Während ich von einer Mitarbeiterin der heutigen Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (kurz: BStU) im Stasiarchiv der Außenstelle Leipzig herumgeführt werde, blicke ich immer wieder auf die Akte in meinen Händen. In diesen museal anmutenden Räumen erinnert sie mich daran, dass diese Zeit noch gar nicht so lange her ist. Denn es handelt sich um die Stasiakte meines Opas – Hunderte Seiten von Berichten, Maßnahmenplänen und operativen Personenkontrollen, die die hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeiter*innen der Stasi verfasst hatten. Unter ihnen auch Nachbarn und Freunde meines Opas.

Die Enttäuschung über das Ausmaß der Überwachung vonseiten eines Staates, den er in seinen Anfängen so unterstützt hatte, wog schwer

Am 29. Dezember 1991, rund ein Jahr nach der Wiedervereinigung, trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz (StUG) in Kraft. Es erlaubte jedem Bürger, einen Antrag auf Einsicht in seine Akte zu stellen. Auch meinem Opa. Aber die Einsicht schmerzte. Die Enttäuschung über Nachbarn und Freunde, die ihn bespitzelt hatten, und vor allem über das Ausmaß der Überwachung vonseiten eines Staates, den er in seinen Anfängen so unterstützt hatte, wog schwer. Er zog sich zurück, wurde depressiv.

Jetzt, nach 25 Jahren, frage ich mich: Wie erging es anderen Betroffenen, die ihre Akten einsahen? Wie leben sie mit den Erkenntnissen? Wer hilft ihnen? Würden sie die Akte noch mal einsehen, wenn sie die Zeit zurückdrehen könnten? War es für viele nicht auch befreiend, endlich zu wissen, wo sie dran waren? Und was ist mit denen, die eine Akte haben, sie aber bis heute nicht einsehen wollen?


Im Lesesaal der Außenstelle Leipzig treffe ich Herrn Richter. Er hat den mittlerweile dritten „Wiederholungsantrag“ gestellt, und jedes Mal taucht neues Material auf. Material, das 1993 bei seiner ersten Akteneinsicht noch nicht gefunden oder nicht zugeordnet werden konnte. Herr Richter war damals in der Arbeitsgruppe Menschenrechte in Leipzig aktiv. Sie vernetzten sich mit anderen Oppositionellen, stellten Westkontakte her, dokumentierten Fälle von Menschenrechtsverletzung und organisierten Friedensgebete. „Wir waren uns der Überwachung durchaus bewusst. Gehindert hat uns das in unserer Arbeit nicht, wir waren eben vorsichtig“, erklärt er. Deshalb habe er 1992 auch gleich einen Antrag gestellt, um herauszufinden, wer was über ihn und seine Freunde geschrieben hat.

Ich frage ihn, was er sich von der Einsicht versprach. „Das Interesse war weder damals noch heute von einem ‚Rachegedanken‘ getragen“, sagt Richter. „Gleichwohl erwartete ich ein Stück weit Gewissheit – und die habe ich bekommen.“ Denn durch die Akteneinsicht konnte seine Angst ausgeräumt werden, dass möglicherweise seine engsten Freunde der Stasi Informationen zugespielt hätten. „Das war eine große Erleichterung.“ Von denen, die ihn dann tatsächlich als inoffizielle Mitarbeiter (kurz: IM) bespitzelt hatten, hätte er sich das schon denken können. Mit denen habe er nach der ersten Einsicht allerdings nie gesprochen, und es sei auch nie einer direkt auf ihn zugekommen.

Ich finde das seltsam. Wieso redet keiner darüber? Auch mein Opa hat mit keinem der ehemaligen IM gesprochen, stattdessen all seine Enttäuschung in sich hineingefressen. „Hätte er sich diese Akte doch bloß nie angesehen!“, schimpft meine Oma noch heute. Ich selbst kann meinen Opa nicht mehr fragen, ob er die Akte lieber doch nicht eingesehen hätte, könnte er die Zeit zurückdrehen. Vor ein paar Jahren ist er gestorben.

Herr Richter hingegen hat keinen Zweifel. Er würde seine Akte immer wieder einsehen, um ein möglichst vollständiges Bild von der Vergangenheit für sich selbst zu erhalten.

Nachbarn, die zum Blumengießen einen Schlüssel hatten, haben ihre Wohnung durchsucht

Es muss schlimm sein zu erfahren, dass Freunde und Nachbarn einen bespitzelt haben. Während meine Großeltern im Urlaub waren, haben ihre Nachbarn, die zum Blumengießen einen Schlüssel hatten, ihre Wohnung durchsucht. Und alles nur, weil mein Opa nie ein Blatt vor den Mund genommen hat und weil er bei einigen Leuten im Dorf Antennen für den Westempfang angebracht hat. Im Stasijargon hieß das: „störendes Mitglied auf Parteiversammlungen“ und „organisierter Bau von Fernsehantennen für den Empfang des Westfernsehprogramms“. Mein Opa war überzeugter Sozialist beziehungsweise Kommunist. Ein Vorzeigearbeiter, wie ihn Marx sich nicht besser hätte wünschen können. Er hatte proletarisches Klassenbewusstsein, war politisch top informiert und besaß einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Nur irgendwann merkte mein Opa eben, dass Theorie und Praxis immer weiter auseinanderklafften. Selbst von seinen Erwägungen, aus der SED auszutreten, wusste die Stasi. Doch dann fiel die Mauer. Und mit ihr ein System, an dessen reale Ausformung mein Opa zwar zum Ende hin nicht mehr glaubte, dessen Utopie er aber so gerne mal verwirklicht gesehen hätte. Den gelebten Sozialismus.

Weiter mit dem Bericht und vielen Fotos geht es hier:
http://www.fluter.de/DDR-Stasiakten-Einsicht

Auch wenn vielleicht jeder Mensch anders reagiert, ich denke, dass ich die Denunzianten, welche ich der Akte entnehmen konnte, unbedingt zur Rede gestellt hätte. Wie haben denn User unseres Forums reagiert, nachdem sie gelesen hatten, wer sie denn denunziert hatte?
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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