Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Alles was in den Zeitraum nach der Wende gehört. Das Zusammenwachsen von zwei grundverschiedenen Systemen, Probleme, Erwartungen, Empfindungen usw.

Re: Rettet den König/ wie ein Dorf im Oderbruch um ein Denkmal kämpfte

Beitragvon Berliner » 22. Juli 2010, 02:39

Hey Uwe, [knuddel]

ich habe mir das Video noch nicht angeschaut, wollte trotzdem eine Frage stellen.

Was sollte an diesem Denkmal sein, dass so schaedlich war, dass er heruntergerissen wurde ? War diese Person vom 2. Weltkrieg belastet, oder war er in irgendeiner Weise ein "Taeter" ?

Das wuerde mich interessieren. Es ist nichts ausser dieser Welt, dass man bestimmte Leute nicht als Denkmal erscheinen laesst, aber besonders im Kontext der DDR ist die Frage interessant.

Es kann sich natuerlich jeder dazu melden, der eine passende Antwort hat. [ich auch]

Duane [hallo]
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Re: Rettet den König/ wie ein Dorf im Oderbruch um ein Denkmal kämpfte

Beitragvon icke46 » 22. Juli 2010, 20:06

Hallo,

so ganz verstehe ich das Problem, das die Staatsmacht in diesem Dorf mit einem Denkmal Friedrichs des Grossen hatte, auch nicht, vor allem, wenn man das Jahr (1986) berücksichtigt. In den Anfängen der DDR hat man ja versucht, alles, was mit Preussen zu tun hatte, aus den Stadtbildern zu verbannen - was ja auch ein Grund für die Sprengung des Berliner Stadtschlosses war.

Anfang der 80er Jahre setzte aber ein Umdenken ein, was sich durch die Wiederaufstellung des Reiterstandbilds Friedrich des Grossen Unter Den Linden in Berlin manifestierte. Das wäre in der DDR der 50er und 60er Jahre undenkbar gewesen.

Es wäre schon interessant, warum das Denkmal in Letschin als störend empfunden wurde.

Gruss

icke
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Re: Rettet den König/ wie ein Dorf im Oderbruch um ein Denkmal kämpfte

Beitragvon Berliner » 24. Juli 2010, 14:51

Hallo Uwe, [knuddel]

ich lese Deine Geschichte stets mit Aufmerksamkeit und Interesse. Die erzaehlen eine Seite der DDR, die man meist nicht zu hoeren bekommt.

ABV hat geschrieben:Im Ort regierten damals die Bürgermeisterin Anna. D. und der Ortsparteisekretär Karl F. die Geschicke. Insbesondere Anna D. galt als Hardlinerin, welche mit ihrem Denken irgendwann in den fünfziger Jahren stehen geblieben war. Einer Wiederaufstellung des königlichen Denkmals hätte die Dame niemals zugestimmt. Aus diesem Grunde fasste sie die nächtliche Aktion der " Verschwörer" auch ein wenig als Angriff auf ihre Autorität als Bürgereisterin auf. Daher auch ihre, vom Polzeichef zurückgewiesene Forderung, nach den relativ hohen Geldstrafen.

...

Aber 1986 konnte eine engstirnige Bürgermeisterin noch großen Schaden anrichten!! Mit Anna D. hatte auch ein Mitarbeiter der Kriegsgräberfürsorge unangenehme Bekanntschaft machen müssen, als diese ihm Gegenüber unverblümt ihr Unverständnis für die Pflege deutscher Soldatengräber ausdrückte.
Auch von Karl F. konnte man in dieser Hinsicht kein Einlenken erwarten. Er vertrat stets konsequent die Linie der Partei und der Bürgermeisterin.


diese Zeilen heben zwei der Merkmale des Sozialismus hervor, die damals sehr negative Auswirkungen hatten: Der Ausschliesslichkeitsanspruch, und der alleinige Machtanspruch. Wie Du angedeutet hast, kann dabei "ein sehr grosser Schaden angerichtet werden".

Nochmals Danke ! [hallo]
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Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon pentium » 25. November 2012, 19:13

Ich eröffne das Thema mal hier, hat ja was mit dem Zusammenwachsen zu tun. Ansonsten bitte verschieben.

Es ist kein einmaliger Vorgang in der deutschen Geschichte: Nach der Novemberrevolution 1918/19, nach der Machtergreifung des Hitlerfaschismus, in den Jahren nach 1945 in Ost und West sowie in der Zeit der Wende 1989/90 wurden Straßen umbenannt und Denkmäler geschliffen. Was wurde mit der Umbenennung oder Schleifung jeweils erreicht bzw. demonstriert? Welche Denkmäler haben einen Anspruch auf Erhalt, auch wenn sie möglicherweise für ein überlebtes Denken oder Handeln stehen? Sind wir ein Volk ohne Geschichte?
Wofür stehen die deutschen Nationaldenkmäler noch? Wie z.B. das Völkerschlachtdenkmal,
Niederwalddenkmal, Hermannsdenkmal oder das Kyffhäuserdenkmal.

MfG
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon inel » 25. November 2012, 21:47

Ich denke einmal, man muss da zwei Dinge voneinander unterscheiden: Denkmäler, die auf Schlachten, Kriegsschauplätze, historisch bedeutsame Handlungen und Ereignisse und der gleichen mehr hinweisen und soche Monumente, die eine bestimmte politische Denzweise oder -richtung glorifizieren. Letztren würde ich jedwede Existenzberechtigung absprechen (dazu gehören Lenin-Skulpturen z.B. und andere Dinge). Bei den anderen Denkmälern und dergleichen würde ich das so ohne weiteres nicht sagen wollen.
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon Edelknabe » 26. November 2012, 08:02

Ich bin nicht so richtig im Bilde aber habe einmal gelesen, das die Russen...schon die Sowjets nicht jedes Denkmal aus der Zarenzeit und vorher geschliffen haben. Lenin würde mich persönlich nicht stören, im Gegenteil. Gerade weil der Mann was Neues, gesellschaftlich Besseres wollte. Und das fing bereits mit der kostenlosen Milch für die Schulkinder an.

Rainer-Maria der auch gegen Thälmann nichts hat. Stammte der nicht aus Hamburg? Ansonsten der Neudeutsche(nach 89) hat doch ne Vollmeise, der hyperventiliert doch schon wenns um paar schlichte Arbeiterdenkmäler geht, der ist doch nicht ganz dicht in seiner Denke mit der Schleiferei.
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon pentium » 30. November 2012, 19:58

Nicht nur dein Neudeutscher Rainer-Maria (nach 89) hatte diesen Spleen. Hier mal als Beispiel das Kyffhäuser-Denkmal
Die Idee zum Bau des Kaiser-Wilhelm-Denkmals entstand in der Verehrung für den am 9. März 1888 verstorbenen Kaiser Wilhelm I., dem ersten Kaiser des am 18.01.1871 entstandenen 2. deutschen Kaiserreiches.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges sollte die Anlage als “Mahnmal reaktionärer Gesinnung” zerstört werden, was jedoch durch A. J. Wyschinski von der sowjetischen Militäradministration verhindert wurde.
1950 war nochmals die Demontage der Anlage geplant. Es gab Überlegungen, die Krone abzutragen, das Reiterstandbild zu demontieren und die Anlage mit einer ständigen Beflaggung mit der DDR-Fahne umzugestalten. Andere Pläne sahen vor, das Denkmal abzureißen und durch ein monumentales Standbild eines Schmiedes oder eines Paares zu ersetzen. Mit Schreiben vom 22.01.1951 an den Thüringer Ministerpräsidenten Eggerath wies Otto Grotewohl an: “Eine Verschrottung des Kyffhäuser-Denkmals kommt zur Zeit nicht in Betracht.” Damit war die Anlage vor der Zerstörung gerettet.
Wer hatte wohl diese Pläne?

Quelle kyffnet.de

MfG
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon pentium » 5. Februar 2014, 20:26

Gerade bei Exakt im MDR

Teure DDR-Helden


Marx, Pieck, Thälmann – unzählige Denkmäler wurden den Helden des Sozialismus in der ehemaligen DDR gesetzt. Nach der Wende wurden sie dutzendfach abgerissen. Was noch stand, verfiel. Und genau darum entbrennen nun vielerorts Diskussionen. Denn fast 25 Jahre nach dem Mauerfall wollen viele Ostdeutsche die Bauwerke nun doch als Teil ihrer Geschichte für die Nachwelt erhalten. Aber wer soll das am Ende bezahlen?

Diese Frage spaltet auch die Grenzstadt Guben. 65.000 Euro soll hier die Sanierung des Wilhelm-Pieck-Denkmals kosten. "Keinen Cent fürs Monument!" - finden einige Einwohner, die die DDR-Polit-Größe Wilhelm Pieck kritisch betrachten. Und auch im Stadtparlament herrscht Uneinigkeit – die Linken sagen: "Ja zur Sanierung!". SPD und CDU sind da nicht so euphorisch. Eine Entscheidung steht noch aus.

http://www.mdr.de/exakt/ddr_helden100.html

Wie wäre es denn, wenn man die Bürger von Guben dazu befragen würde?

mfg
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon icke46 » 5. Februar 2014, 21:19

Was mich mal interessieren würde:

Ich habe den Eindruck, dass bei Pieck das Ende der Denkmal-Errichtungen in der DDR erreicht war - oder täusche ich mich da?

Also: Marx, Engels, Lenin, Thälmann und eben Pieck (und der wohl auch nur in seiner Geburtsstadt Guben. Oder sind noch andere Denkmäler bekannt, also zb. Grotewohl, Ulbricht, Seydewitz, Verner etc.?

Wenn es diese nicht gab bzw. gibt: Hat in der Hinsicht irgendwann mal ein Umdenken stattgefunden, oder woran liegt das?

Gruss

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Februar 2014, 21:22

So scheint es zu sein Icke.
Selbst bei den Briefmarken war der Ulbricht der letzte wichtige DDR-Politiker, der von jedem beleckt wurde… Honecker wollte das nicht und Krenz wiederum passte mit dem breiten Grinsegesicht auf keine Marke. [wink]

Gruß Volker
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon pentium » 5. Februar 2014, 21:34

Zu Max Seydewitz:
Anlässlich des ersten Jahrestages seines Todes wird dem Forster „Kulturhaus der Textilarbeiter“ (vormaliges Schützenhaus) der Namenszusatz „Max Seydewitz“ verliehen.- Im Gebäude wird ein Seydewitz-Traditionsraum eingerichtet, vor dem Kulturhaus eine Stele mit der Büste von Max Seydewitz eingeweiht, die nach 1990 verloren ging.

quelle: Stadt Forst

Ein Denkmal ist nicht überliefert. Muss mal einen alten Stadtplan von Dresden raussuchen. Vielleicht gab es eine Max Seydewitz Straße?

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon Interessierter » 12. Juni 2014, 08:50

SCHWERIN - Wer braucht diesen Lenin noch?

Schwerin · 11.06.2014

Immer wieder gibt es Streit um das Schweriner Lenin-Denkmal. Diesmal trafen sich Gegner und Befürworter des Monuments sogar vor Gericht.

Das ist doch mal eine außergewöhnliche Idee. Der Hannoveraner Alexander Bauersfeld will das Schweriner Lenin-Denkmal anlässlich des 17. Juni verhüllen. Bekanntlich erhob sich am 17. Juni 1953 das Volk in der DDR gegen die Herrschaft der SED – insbesondere in Berlin und den großen Industriezentren im Süden aber auch im Norden gab es Demonstrationen. In vielen Städten sorgten erst sowjetische Panzer wieder für Ruhe. Diese Parallele hat Bauersfeld dazu gebracht, den Schweriner Lenin verhüllen zu wollen. Schließlich gilt der Revolutionsführer von 1917 bei vielen Historikern als erster Diktator der Sowjetunion. Schon unter seiner Regie entstanden Gulags für politische Gefangene. Stalin führte das mörderische Werk dann bekanntlich fort.

Bauersfeld will das Monument einschmelzen

Bauersfeld selbst hat unter den deutschen „Enkeln“ Lenins und Stalins gelitten, er wurde in der DDR wegen „pazifistischen Gedankengutes“ verhaftet, dann aber von der BRD freigekauft. 20 bis 30 Personen hat er für seine Protestaktion am 17. Juni angemeldet. Motto der Veranstaltung: Erinnerung an die Inhaftierten und Verfolgten der leninistisch-stalinistischen SED-Diktatur. Bauersfeld fordert letztlich den Abriss des Lenin-Denkmals, das 1985 eingeweiht wurde. Der Erlös aus dem eingeschmolzenen Metall soll zur Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen verwendet werden.

Weiter hier:
http://www.nordkurier.de/mecklenburg-vo ... 89206.html

Hier einmal Aussagen des Genossen Lenin:

Lenin:

"Werte Genossen! Man kann und soll die Moskauer Bevölkerung mobilisieren und eine ausreichende Menge Holz (sagen wir, einen Kubikmeter pro erwachsenen Mann) per Hand aus dem Wald holen. Sollten keine heroischen Maßnahmen getroffen werden, so werde ich persönlich im Verteidigungsrat und im ZK nicht nur Verhaftungen, sondern auch Erschießungen vornehmen."


Das Erschießen betrieb er mit gerühmter Hartnäckigkeit, beinahe wie ein Gesellschaftsspiel zu seiner persönlichen Entspannung. Seine Stasi, genauer: seine Securitate unter dem Massenmörder Felix Dserschinski, gehorchte. Binnen 18 Monaten meldete sie für Zentralrußland 8389 Erschießungen ohne Gerichtsurteil und 87 000 Verhaftungen.

<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Lenin führte in den Sprachschatz der Menschheit einen neuen Begriff samt der furchtbaren Realität ein: KZ. Anläßlich eines Bauernaufstands telegrafierte er am 9. August 1918: "Man muß schonungslos Massenterror anwenden, verdächtige Personen in ein Konzentrierungslager außerhalb der Stadt einsperren." Auf russisch heißt es "Konzentrazionny lager", das Wort ging in die russische Amtssprache ein, dann in die deutsche.


Alles hier;
http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelsp ... 07548.html

Anscheinend brauchen manche kranken Hirne genau diese Vorbilder.

" Der Interessierte "
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon augenzeuge » 12. Juni 2014, 09:18

In Wuppertal stellte man gerade erst eine Statue von Engels auf....der Oberbürgermeister freut sich darüber. So geht es auch... [wink]

http://www.n-tv.de/panorama/China-schen ... 00851.html

AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon Nostalgiker » 12. Juni 2014, 09:26

Da irrt der Verfasser.
Konzentrationslager wurden 1896 auf Cuba durch die Spanier errichtet, 1990 errichteten die USA eines auf einer philippinischen Insel, die Engländer im Burenkrieg 1898 -1902 in Südafrika und die Deutschen errichteten sie ab 1915 ...........

Mal wieder ein typisches Beispiel wie Heute "Geschichte" oder sollte ich lieber sagen: Geschichtsfälschung, geschrieben wird ......

Noch eine Bemerkung zu der Bemerkung von A. Drescher das Lenin nie in Schwerin gewesen sei und es deshalb keines Denkmals von ihm bedarf.

Wenn ich in Brandenburg so schaue wo da alles Denkmäler vom ollen Fritz rumstehen muß er ja permanent unterwegs gewesen sein um jede Kuhbläke seines Herrschaftsbereiches wenigsten mit einen Kurzbesuch beehrt zu haben.
Kommt jetzt jemand auf die Idee alle diese Denkmäler zu schleifen nur weil er nie vor Ort war?

Klar, das ist was ganz, ganz anderes werden bestimmt gleich die Kämpfer für Demokratie, Freiheit und Unwissen herausposaunen ....

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon HPA » 12. Juni 2014, 10:49

Was bitte ist an dem Verbrecher und Putschisten Lenin so denkwürdig , als das man an ihm in Form von Denkmälern in Deutschland erinnern muss? Außer das olle Willem Zwo ihm seine Rückkehr ins Russenreich mit so mancher Goldmark versüsste ,fällt mir da momentan nichts ein. Abgesehen davon ,dass so manche völlig unbedeutende Politsekte dem abgebrochenen Landadligen immer noch hinterher hechelt.

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon pentium » 12. Juni 2014, 11:16

Eigentlich soll ja beim Lenin nur der Kopf verhüllt werden, wenn man das so liest, klingt das wie eine Posse!
Zitat:
Lenin ist Geschichte, ein Großteil seiner Denkmäler ist abgetragen oder eingeschmolzen, aber längst nicht alle. In Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, steht ein Lenin seit 29 Jahren so breitbeinig auf seinem Podest...]
...
Im Wohngebiet Mueßer Holz erhebt sich das Denkmal seit 1985, der estnische Bildhauer Jaak Soans goss die Statue. Einer der wenigen Lenins, die in Ostdeutschland nicht vom Sockel gestoßen, verkauft oder in Museumskeller abgeräumt wurden, wie in Potsdam, Dresden, Stendal oder Weimar. Aber es gibt Ärger um den Revolutionär. Seit dem Mauerfall wollen etliche Schweriner das Denkmal stürzen, andere Schweriner wiederum nicht. Nun will eine 30-köpfige Gruppe aus DDR-Opfern um den früheren Bürgerrechtler und Theologen Alexander Bauersfeld den Kopf des Standbildes zum 17. Juni, dem Gedenktag des Volksaufstandes von 1953, demonstrativ verhüllen...]
...
Aber die Stadt, angeführt von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke), hatte die Verhüllung bis auf eine kleine Kundgebung zu Füßen Lenins verboten. Dagegen zog Bauersfeld vors Verwaltungsgericht und bekam Recht. Die Stadt Schwerin argumentierte, die Verhüllungsaktion könnte das Denkmal beeinträchtigen. Außerdem, hieß es im Schriftverkehr, bestehe die Gefahr, jemand könne beim Verhüllen von der Leiter fallen. Das sah das Gericht anders und warf ein, jemand könne doch die Leiter einfach festhalten.

Die Sache um Lenins Kopf ist seit Mittwochnachmittag ausgestanden. Frau Gramkow bedaure das Urteil, ließ sie auf Anfrage dieser Zeitung mitteilen. Aber sie akzeptiert es. Einer hält jetzt die Leiter, ein anderer vermummt Lenin.

http://www.fr-online.de/panorama/lenin- ... 56908.html

Einfach köstlich: Einer hält die Leiter.....

mfg
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PS. Mir ist gerade noch was eingefallen. Wenn nun bei der Verhüllungsaktion das Denkmal ins wanken kommt und umstürzt?
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon HPA » 12. Juni 2014, 12:31

Ein kleiner Einblick in die Welt der Frau Gramkow: http://www.kominform.at/article.php/20080929205845602


Auch die Wasser-Prawda titelte:http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Suedwestmecklenburg/Lenin-Denkmal-darf-verhuellt-werden

Die Begründung für das Verbot ist der Lacher schlechthin.
Zuletzt geändert von HPA am 12. Juni 2014, 12:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon andr.k » 12. Juni 2014, 12:32

Verhüllungs-Verbot gekippt

Gericht entscheidet: Initiative darf Lenin-Kopf am Dienstag als Protest abdecken

Der Kopf des Lenin-Denkmals darf am kommenden Dienstag, dem 17. Juni, verhüllt werden. Das entschied das Schweriner Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren, das ein Verfolgter des DDR-Regimes angestrebt hatte. Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) hatte die Verhüllung zunächst untersagt. Das Gericht aber „erachtet die Auflage im Hinblick auf die grundrechtlich geschützte Meinungs- und Kunstfreiheit als rechtswidrig.“ Angelika Gramkow wird jetzt eigenen Aussagen zufolge darauf verzichten, Beschwerde gegen den richterlichen Beschluss einzulegen, die dann das Oberverwaltungsgericht in Greifswald beschäftigt hätte.

Der Initiator der Demonstration mit Adresse in Hannover will nun am 61. Jahrestag des ersten antistalinistischen Arbeiteraufstandes den Abriss des Schweriner Lenin-Denkmals fordern. Der Materialwert des Standbildes solle „zur Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen an ,Memorial’ überwiesen werden“. Während der öffentlichen Kundgebung an der Ecke Hamburger Allee und Plater Straße zwischen 14 und 17 Uhr soll der Kopf des Standbildes mit Leinen- und Baumwollstoff verhüllt werden.

Aber diese „künstlerische Symbolaktion“, wie sie der Initiator bezeichnet, beeinträchtigt in den Augen der Stadtspitze die „Kunstfreiheit im Wirkbereich“. Das Gericht widerspricht dem Argument der Oberbürgermeisterin nun: „Meinungsäußerungen und künstlerische Aktionen könnten auch Kunstwerke, zumal solche im öffentlichen Raum, zum Gegenstand haben.“ Auch das Argument der erhöhten Unfallgefahr während der Verhüllung schmetterte der Richter ab.

Das Lenin-Denkmal steht seit Jahren in der Kritik. Nach Beschwerden der FDP in der Stadtvertretung hatte die Verwaltung eine erklärende Tafel an dem Standbild anbringen lassen. Diese feite das Denkmal nicht gegen Farbbeutel-Attacken.

Quelle: Schweriner Volkszeitung

Meine Meinung: Abreissen!

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon HPA » 12. Juni 2014, 12:37

Andr-88 ,das must Du verstehen. In den Augen der Gesinnungsgenossen von Frau Gramkow war der 17. Juni 1953 natürlich ein faschistischer Putsch.Und demzufolge müssen diejenigen ,welche an diesen Tag mit dieser Aktion erinnern wollen ,nichts anderes als Faschisten sein!

Ist doch logisch ,oder? [flash]
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon pentium » 12. Juni 2014, 12:45

In dem Zusammenhang (Lenin) auch mal interessant

Lenindenkmale auf dem Territorium der ehemaligen DDR

Die nachfolgende Liste der Lenindenkmale auf dem Territorium der ehemaligen DDR enthält die (bisher) bekannten Denkmale und Gedenktafeln zu Ehren von Wladimir Iljitsch Lenin und Angaben über ihren Verbleib.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lenindenkm ... aligen_DDR

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon andr.k » 12. Juni 2014, 12:46

HPA hat geschrieben:Ist doch logisch ,oder? [flash]


Logisch. [wink]

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p.s. Hab dat Ding lange genug gesehen...
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon SkinnyTrucky » 12. Juni 2014, 12:52

andr 88-1 hat geschrieben:
HPA hat geschrieben:Ist doch logisch ,oder? [flash]


Logisch. [wink]


Dat die ehemaligen und/oder noch Hardliner sich die Dinger nich gesichert haben um se sich in den Garten zu stellen verwundert mich ein wenig.... [shocked]


groetjes

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon pentium » 12. Juni 2014, 12:58

Hier mal das Beispiel aus Riesa.

Der Riesaer Lenin !

Zitat:
Der Riesaer Lenin, mit seiner beeindruckenden Größe und ganz aus Bronze gegossen, wurde der Stadt Riesa im Jahre 1975 von der ukrainischen Stahlstadt Nikopol verehrt und fristete bis zum Jahr 1989 sein Dasein auf dem extra in Leninplatz umbenannten damaligen und heutigen Rathausplatz. Da sich die Riesaer Ratsherrn nach der Wende nicht einig wurden, sie aber unseren Lenin einerseits nicht einschmelzen und andererseits ihn niemand haben wollte, er aber wohl auch auf dem städtischen Bauhof im Wege stand, wurde er schließlich 1991 auf dem kleinen Russenfriedhof an der Poppitzer Straße aufgestellt und war dort bis vor wenigen Tagen vergessen.

Die jetzige eigentliche Ursache ist nicht ganz nachvollziehbar, aber nun ist der Riesaer Lenin plötzlich Gegenstand einer öffentlichen Diskussion.

Verträgt es sich denn mit unserer Demokratie, also der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, wenn bei uns, egal wo, das Denkmal eines zugegebenermaßen nicht sehr sympathischen und vielleicht auch blutrünstigen russischen Revolutionärs und Diktators steht? Haben wir in der jüngsten deutschen Geschichte nicht eine ausreichende Anzahl an eigenen Massenmördern, denen wir auch kein Denkmal errichten? Und so weiter und so fort.

Wir meinen, der Riesaer Lenin soll bleiben, wo er ist. Er gehört ebenso zur Geschichte von Riesa wie etwa die Tatsache, dass Adolf Hitler in Riesa Ehrenbürger war. Geschichtsklitterung wurde zu Zeiten des DDR-Regimes betrieben. Wir sollten dies nicht nötig haben. Lenin gehört zwar nicht mehr auf den Rathausplatz, aber da, wo er jetzt steht, steht er gut. Und außerdem ist er auf dem Russenfriedhof unter seinen Landsleuten....]

http://www.riesa-lokal.de/?p=3108

Mit der Lösung könnte ich auch leben! Abreissen, sieht immer so nach Rache aus. Ihr habt nach 1945 die Könige, Kaiser und Bismarks
vom Denkmal gestürzt und jetzt stürzen wir eure (Idole) vom Sockel...
Gut mag jeder sehen wie er will.
Ich kann auch mit Karl Marx leben! Den Dickkopf will auch niemand abreissen. Wir ziehen ihm höchstens ein WM-Trickot an, was aber auch wieder einige Wirrköpfe gestört hat.

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon andr.k » 12. Juni 2014, 13:01

"Historischen Ornamentik" im Nordosten

Der Wissenschaftler Matthias Pfüller plädiert für einen sorgsamen Umgang mit Geschichte. DDR-Schilder mit Namen historischer Vergangenheit wie Karl Marx oder Karl Liebknecht müssten nicht zwingend verschwinden.

In Schwerin musste er umziehen, in Grevesmühlen, Sternberg, Rostock, Bützow, Stralsund, Pasewalk durfte er bleiben: Karl Marx als Namensgeber für Straßen. Aus dem Zentrum der Landeshauptstadt verschwand der Name des Philosophen und Begründers der kommunistischen Ideologie 2005, um ein Jahr später im größten Plattenbaugebiet Schwerins wieder aufzutauchen. "Die große Welle von Umbenennungen ist aber vorbei", sagt Matthias Pfüller, Vorsitzender des Vereins politische Memoriale Mecklenburg-Vorpommern. "Die Wut, alles verändern zu wollen, hat sich abgeschwächt", so der Politologie-Professor.

Der Wissenschaftler plädiert für einen sorgsamen Umgang mit Geschichte. Marx könne nicht für die gesamte DDR-Vergangenheit verantwortlich gemacht werden, betont er. Auch Straßen, die nach den 1919 ermordeten KPD-Gründern Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg oder nach Clara Zetkin benannt wurden, müssten nicht zwingend verschwinden, findet Pfüller. So wie das Lenin-Denkmal in Schwerin, das inzwischen mit einer erklärenden Tafel versehen wurde, gehöre auch der russische Panzer in Lalendorf bei Rostock zur "historischen Ornamentik" im Nordosten. Lenin müsse ja nicht mehr als Vorbild angesehen werden. Doch der Begründer der Sowjetunion sei Element der kollektiven Identität im Osten.

Jahrelange Streits um Lenin und Co. schlugen in Bützow und Parchim hohe Wellen. Die Einwohner entschieden letztlich pro Lenin. So wird es laut Parchimer Bürgerentscheid die "Wladimir-Iljitsch-Lenin-Straße" weiterhin geben. Das Votum schließt Hans Beimler, Otto Nuschke, den früheren DDR-Volkskammer-Präsidenten Johannes Dieckmann und Otto Grotewohl ein.

Parchim habe aber auch seinen "größten Sohn", den Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke (1800-1891), nie infrage gestellt, kritisiert Pfüller. "Der war alles andere als ein lupenreiner Demokrat." Nach 1990 habe sich Parchim gar zur "Moltkestadt" küren wollen, letztlich aber nur den Platz der Arbeit zum "Moltkeplatz" ernannt. Ein Denkmal und Moltkes Geburtshaus würdigten "militärische, wissenschaftliche und literarische Leistungen" des Ehrenbürgers. Hunderte Kriegerdenkmäler, die schon zu DDR-Zeiten unangetastet waren, müssten dringend diskutiert werden, fordert Pfüller.

Denkmalschutz begründet im einstigen DDR-Musterdorf Mestlin bei Parchim das Straßenbild. Der Marx-Engels-Platz samt Kulturhaus, Parchimer und Ernst-Thälmann-Straße gelten seit den 1970-ern als Flächendenkmal, wie Bürgermeister Uwe Schultze sagt. "Sowas gibt’s sonst nirgends." Der kommunistische Arbeiterführer Thälmann, 1944 im KZ Buchenwald ermordet, findet sich auch in Rostock, Greifswald, Rehna, Neukloster, Wustrow, Brüel, Torgelow und Franzburg. Thälmann-Siedlungen gibt es in Malchow und Viereck bei Pasewalk. Stralsund erhält sein Thälmann-Denkmal an der Sundpromenade, dem früheren Thälmann-Ufer. Doch in MV habe der Hamburger Kommunist kaum biografische Spuren hinterlassen, sagt Pfüller. Die Namensgebungen seien also rein politisch und keinesfalls historisch motiviert gewesen. Die Beibehaltung der vielen Thälmann-Straßen sei daher "geschichtlicher Unfug".

Neubrandenburg strich 1991 nicht nur Thälmann vom Stadtplan, sondern auch Marx, Lenin, Pieck und Nuschke. Schwerin hielt nach Worten einer Sprecherin an Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung fest, die bis 1920 gewirkt haben, sowie an Kommunisten, die etwa als Schriftsteller Bedeutendes geleistet hätten wie Willi Bredel, Pionier der sozialistisch-realistischen Literatur, oder Johannes R. Becher, DDR-Kulturminister und Textautor der DDR-Nationalhymne.


....

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon Sirius » 12. Juni 2014, 14:03

HPA hat geschrieben:Andr-88 ,das must Du verstehen. In den Augen der Gesinnungsgenossen von Frau Gramkow war der 17. Juni 1953 natürlich ein faschistischer Putsch.Und demzufolge müssen diejenigen ,welche an diesen Tag mit dieser Aktion erinnern wollen ,nichts anderes als Faschisten sein!

Ist doch logisch ,oder? [flash]


Ja, sie trauen sich nur nicht, dies so offen und direkt zu sagen. Der beste Zeitpunkt zur Entfernung solcher Denkmäler war wohl die Wendezeit und ein kurzer Zeitraum danach. Was damals nicht umgesetzt wurde, ist heute nur noch schwer durchzuführen. Wenn es stimmt, dass lt. dem Kominform-Artikel in Schwerin 42 % der Kinder unter Hartz IV-Bedingungen leben, ist die Wahl einer Gramkow zur Oberbürgermeisterin keine Überraschung mehr. Man muss ganz klar konstatieren, dass am Arbeitsmarkt die Wende bzw. Wiedervereinigung in solchen Regionen mehr oder weniger gescheitert ist. Das Resultat sind dann auch solche Debatten um Lenindenkmäler. Da nicht wenige in der Bevölkerung sich nicht mit Geschichte beschäftigten, dürfte vielen auch nicht bekannt sein, wofür Lenin eben auch stand - für ein Terrorsystem.
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon HPA » 12. Juni 2014, 14:22

Da war man woanders cleverer und hat ziemlich schnell das Lenindingsbums ins Museum nach Berlin verschoben. Noch dazu sich die Geschichte um dessen "Errettung" im nachhinein als plumpes Lügenmärchen entpuppt hat.

[grin]
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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon Spartacus » 12. Juni 2014, 18:11

Na habt ihr das mitbekommen?

Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung sagte, die Stadt sei dankbar für das Geschenk. Es unterstreiche die besonderen Beziehungen, die China mit Deutschland und Wuppertal unterhalte. Engels sei "einer der großen Söhne dieser Stadt".


http://www.n-tv.de/panorama/China-schen ... 00851.html

Den OB kommentiere ich mal lieber nicht, habe heute zu gute Laune.

LG

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon pentium » 12. Juni 2014, 18:24

Ja haben wir Sparta.
Beitrag von augenzeuge » 12. Juni 2014, 10:18

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon Spartacus » 12. Juni 2014, 18:31

pentium hat geschrieben:Ja haben wir Sparta.
Beitrag von augenzeuge » 12. Juni 2014, 10:18

mfg
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Da war ich noch auf Arbeit, kann ja nicht alles lesen. [shocked]

LG

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Re: Sinn oder Unsinn?! - Denkmalsabriss

Beitragvon pentium » 12. Juni 2014, 18:36

Na ich lasse das mal als Entschuldigung durchgehen, sparta.
Man müsste einen größeren Überblick haben, wer wann was neues geschrieben hat. Es wird ja nur der letzte neue oder ungelesene Beitrag angezeigt.

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