Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Alles was in den Zeitraum nach der Wende gehört. Das Zusammenwachsen von zwei grundverschiedenen Systemen, Probleme, Erwartungen, Empfindungen usw.

Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon SCORN » 20. November 2011, 09:43

manudave hat geschrieben:
Wobei ich mich dann frage, wer für die vielen Rosa-Luxemburg und Ernst-Thälmann-Straßen in Deutschland dann bezahlen würde. Wobei - ich würde vorschlagen, dass man die Schilder hängen lässt und die SED äh Linke bezahlt die Strafe aus dem versteckten Parteivermögen.


hallo manudave,
kannst du kurz erleutern warum denn "Luxemburg" und "Thälmann"-Straßen um benannt werden sollten? Sie sind unzweifelhaft Personen welche sich gegen Krieg und Faschismus engagierten.....und mit dem Leben bezahlten, beide waren zur DDR Gründung lange tot! Verfehlungen der DDR- Führung kann man ihnen schwer anlasten! Nur mal so interressehalber, ist es Ausdruck deiner persönlichen politischen Grundeinstellung und Aversion gegen KPD Gründer bzw. Vorsitzende? Schon etwas scheinheilig, waren sich doch die "Bürgerrechtler" in der Endzeit der DDR nicht zu schade besagte Rosa Luxemburg lautstark und öffentlichkeitswirksam zu zitieren?! Bringst du diese auch jungen Mennschen bei, welchen du ja die regelmäßig die deutsche Geschichte erklärst?

Ich hoffe dein Besuch bei Hubertus K. in Berlin hat dir wieder neue Inspiration und Kraft verliehen und gehe davon aus dass du ihm dieses Forum nahe gebracht hast.
Dürfen wir davon ausgehen das Herr Knabe hier mit liest oder sich gar an der Diskussion beteiligt? [grins] ...

gruss
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Edelknabe » 20. November 2011, 10:19

Scorn es ist das Elternhaus bei David, das schrieb ich schon öfters. David ist eigentlich das beste Beispiel hier im Forum, wie ideologische Einflüsse des Elternhaus ein Kind prägen/beeinflussen können.Auch eben sehr einschneidente Erlebnisse sagen wir eines Elternteiles, so wie seiner Frau Mutter.
Wären seine Eltern Nazis oder Sozialisten (mir gefällt der Begriff Kommunisten nicht so) gewesen wäre David heute ein Rechter oder eben ein überzeugter Sozialist geworden, so einfach ist das. Nimm ein Kind und forme es auf deine Weltanschauung, lass dir Zeit dabei und du wirst sehen, es wird genau deine Wege gehen.

Ich zum Beispiel bin in diesem Spagat zwischen Arbeiterhaushalt(Werktätiger hieß das logischerweise in der DDR) und Kapitalistenhaushalt(meine Tante mit knapp 100 Beschäftigten im Privatbetrieb in dieser DDR) aufgewachsen und dies hatte mich als Kind enorm geprägt. Zumal meine Eltern selber nicht die Freigeister waren, sich um Politik und sonstigen Kram nie kümmert haben und erst meine Tante mich sinngemäß mit der Nase in die Bücher steckte und auch für andere Sachen begeisterte, da heran führte.
So ist das mit der Erziehung, es ist eigentlich ganz einfach mit der ...ich nenne es einmal Prägung eines Menschen in seiner Weltanschauung. Da gibt es wunderbare andere Beispiele von Menschen. Diese Freya Klier etwa ist so ein ähnlicher Fall wie David, aus sie durch die Eltern vorbelastet was ihr ganzes Leben in der DDR durchzog wie ein roter Faden.
"Also meine kleine Enkelin wird mal Kommunist, wie ihr Großvater...na, jetzt ist es raus, der Kommunist mit der kapitalistischen Prägung"..und leicht geschmunzelt dabei.

Rainer-Maria und ich merke gerade, wir sind mal wieder voll OT.
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Dille » 20. November 2011, 10:38

@RMR -- steckt zwar einige Wahrheit drin in deinen Ausführungen -- scheint mir aber nur bis zu einer gewissen
Grenze gültig zu sein, will sagen, irgendwo kippt das Ganze dann "um", wie anders wäre es sonst zu erklären,
daß es doch auffallend viele Töchter/ Söhne von höherrangigen Funktionären sich ganz anders orientiert
haben.......???

GRuß, Dille
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Edelknabe » 20. November 2011, 11:33

Natürlich Dille, es sollte ja nun nicht auf Alles und Jeden zutreffen.Aber es ist eine Grundtendenz in der kindlich jugendlichen Entwicklung.Was mir zum Beispiel an meiner Tante gefallen hatte und das schrieb ich schonmal, sie schaffte den diplomatischen Spagat zwischen ihren ganz ureigenen Interessen was ihre Firma betraf und den Interessen der Partei, den Genossen."Was sind denn die Genossen, die sind doch auch nur Menschen,nur eben mit Bonbon am Revers" so hätte sie wohl gemeint, wenn ich damals älter gewesen wäre.
Als kleiner Kerl nahm sie mich auf alle Wege, Geschäftsgänge und Essen am Tage in Leipzig und Umgebung mit, ich wurde von allen ihren Geschäftspartner verwöhnt und betätschelt so als wäre ich ihr eigener Sohn und diese Neigung, dieses Hobby den Menschen in seinem ganzen Benehmen,Reden und Verhalten zu beobachten habe ich wohl aus dieser Zeit mitbekommen. Ich verdanke ihr sehr viel wohl ist sie mir noch heute ein gewisses Vorbild obwohl die alte Dame schon lange tot ist.
Aber wir sind voll OT, David wird wohl auch noch beitragen, da bin ich mir sicher.

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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Nostalgiker » 20. November 2011, 11:39

@Dille, um Deine Frage nicht umfassend zu beantworten, vielleicht war es zum Anfang einfach das Aufbegehren, Auflehnung gegen die Eltern in der Phase jugendlicher Opposition und um auf den Beitrag von RM kurz einzugehen erlebten sie im häuslichen Umfeld den "Privaten" und nicht den "öffentlichen" Menschen und Funktionär.

Zurück zum Thema.

Diese Forderung nach einem Verbot kann ich nicht nachvollziehen. Es scheint die Eigenart einer Unterart der Spezie "Deutscher" zu sein, völlig humorlos und verbiestert durch's Leben zu schreiten und die einzige Kreativität solcher Leute besteht wahrscheinlich darin sich ungefragt als Sprecher für "Opfer" in das Licht medialer Aufmerksamkeit zu drängen.
Mir gefällt insgesamt dieser inzwischen inflationärer Gebrauch der Redewendung, 'das sei ein Schlag ins Gesicht der Opfer' einfach nicht. Er verkommt zur Floskel und Phrase. Jeder verwendet ihn wie es ihm passt und wo er seiner Intension nach Opfer ausmacht.
Letztes Beispiel in dieser Richtung ist für mich als jemand das tragen eines so genannten Palästinensertuches als Kopftuch durch einen Abgeordneten der Piratenpartei als Schlag in Gesicht der jüdischen Opfer erkannte.

In anderen Ländern wird ein wesentlich entspannterer Umgang mit Symbolen untergegangener Epochen und Diktaturen gepflegt.
Nur die Deutschen müssen ihre Betroffenheitskultur pflegen und hegen.

Das tragen eines FDJ-Hemdes in der Öffentlichkeit verletzt also Gefühle. Auf die Idee muß ich erstmal kommen.

Ich überlege jetzt ernsthaft ob meine Gefühle verletzt werden weil das Staatsratsgebäude in Berlin immer noch steht, ebenso das Gebäude wo das ZK der SED einst residierte oder das Haus der Ministerien.
Alles Symbole die Gefühle verletzen. Sie gehören einfach abgerissen, vernichtet, pulverisiert damit sie aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden.

Gruß
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon manudave » 20. November 2011, 11:43

In diesem Fall bleiben wir gern mal OT, Rainer-Maria:

An deiner These ist sicherlich was dran. Schließlich wird in Sachen Erziehung einiges für´s Leben mitgegeben. Allerdings spricht widerum dagegen, dass die Eltern meiner Mutter und deren andere Kinder auf gut deutsch knüppelrot waren. Auch ihre Fluchtpartnerin - ein ebenfalls sehr junges Mädchen - war die Tochter eines hohen Funktionärs in Geraer Bezirksleitung (oder wie das hieß).
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon manudave » 20. November 2011, 11:47

Nostalgiker hat geschrieben:Letztes Beispiel in dieser Richtung ist für mich als jemand das tragen eines so genannten Palästinensertuches als Kopftuch durch einen Abgeordneten der Piratenpartei als Schlag in Gesicht der jüdischen Opfer erkannte.

In anderen Ländern wird ein wesentlich entspannterer Umgang mit Symbolen untergegangener Epochen und Diktaturen gepflegt.
Nur die Deutschen müssen ihre Betroffenheitskultur pflegen und hegen.

Kommentar von Manudave: Das tun sie leider eben nicht. Eigentlich ist die Realität völlig gegenteilig, wie du hier schreibst. Wie entspannt wir Deutschen sind, zeigt sich doch darin, dass Erich und Konsorten nie am Galgen baumelten oder an die Wand gestellt wurden. Was übrigens für mich als Demokraten auch in Ordnung ist.

Das tragen eines FDJ-Hemdes in der Öffentlichkeit verletzt also Gefühle. Auf die Idee muß ich erstmal kommen.

Kommentar von Manudave: Warum kommt mir jetzt der Vergleich mit Prinz Harry und der Naziuniform ein. Die Medien des entspannten Auslands haben auf den eingeprügelt was das Zeug hielt.

Gruß
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon manudave » 20. November 2011, 11:54

Ungarn hatte ja die Verbreitung des roten Sterns auch verboten. Allerdings wurde dieses Gesetz vom europäischen Gerichtshof gekippt. Obwohl der Gerichtshof zugab, dass der Gebrauch des Symbols „Unbehagen“ unter den Opfern des Kommunismus auslösen könne, bestünde in Ungarn, „einem Land mit mittlerweile stabiler Demokratie“, nicht die Gefahr einer erneuten kommunistischen Diktatur. Der Gerichtshof fügte hinzu, das Unbehagen sei verständlich, aber nicht genug um eine Einschränkung der freien Meinungsäußerung zu rechtfertigen.
Da sich die Entscheidung des Gerichts nur auf den Gebrauch des kommunistischen roten Sterns bezieht, ist es noch unklar, ob sie sich auch auf das Verbot des Hakenkreuzes auswirken könnte - na fein...
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Nostalgiker » 20. November 2011, 12:55

@manudave,

Da hast Du meinen Beitrag aber schlecht wiedergegeben, bring das Bitte mal in Ordnung und hebe Deine Kommentare klar und deutlich ab. Danke.

Die ausländische, speziell Britische, ist für jedes "einprügeln" auf Promis zu haben und dafür bekannt. Der Prinz hätte auch im Ballkleid auf der Party oder nackt erscheinen können, es wäre auf alle Fälle ein Skandal gewesen.

Ich empfinde das wie Du so launig meinst "dass Erich und Konsorten nie am Galgen baumelten oder an die Wand gestellt wurden." weder als Ausdruck einer "Entspanntheit" oder gar demokratisches Gebaren.
Der Rechtsstaat hat einfach nichts gefunden um ihnen so richtig ans Bein zu pinkeln. Darüber, machen wir uns nichts vor, sind Heutzutage Leute wie von Schlage Knabe, immer noch sauer.
Es ist Dir hoffentlich bekannt das besagter Herr die ernstgemeinte These vertritt das man "Systemnahe" der DDR nach der Wende in Umerziehungslager hätte stecken sollen.
Dann hätten wir eventuell jetzt in Buchenwald drei Ausstellungsbereiche..........

Was bestimmte Symbole und deren Verwendung bzw. zur Schau stellen betrifft.

Jahrelang war ein Konzertmitschnitt der Gruppe U2 in Deutschland nicht erhältlich einfach aus dem Grund weil sich bei einem Song, "Bulllet the blue sky" auf den Videosreens brennende Kreuze in Hakenkreuze verwandeln. Was im video ganze drei Sekunden zu sehen ist, in der Show 1993 im Olympiastadion unbeanstandet "über die Bühne" ging.

Gestern schauten wir uns ein Konzertvideo einer ebenfalls sehr, sehr bekannten Rockband an welches 1978 aufgezeichnet wurde. Der Sänger der Band trug ein während der ganzen Show ein Shirt auf dem sehr groß und sehr deutlich dieses bewußte Symbol prangt.

Ich gehe bestimmt nicht fehl in der Annahme das die Diskussion über Verbote von Symbolen einfach aus der Angst bestimmter Schichten heraus resultiert das die Idee eines Sozialismus; nicht das was in der Vergangenheit war, an Interesse und Attraktivität gewinnen könnte. Ist doch die heutige Gesellschaft alles andere als Gerecht.
Um diese Idee einer gerechteren Gesellschaft zu diskreditieren, sie auf bestimmte Auswüchse zu reduzieren werden heutzutage Millionen von Euro ausgegeben und das Jahr für Jahr.

Irgendwie haben diese Ideologen aus dem Scheitern der DDR nichts aber auch überhaupt nichts nichts gelernt.
Je mehr ich eine Sache ideologisch verteufle, im Falle der DDR der Imperialismus oder Kapitalismus, um so mehr weckte ich Neugier. Da muß doch was dran sein an der Sache wenn sie mir so vehement ausgeredet werden soll.

Man sollte nicht immer gleich Kommunismus kreischen wenn ein roter Stern gesichtet wird.
Wann werden die Flaggen von Kalifornien, Panama und Neuseeland verboten? Tragen sie doch einen (oder mehrere) roten Stern in der Flagge.
Fußballvereine schmücken sich mit einem roten Stern, selbst Heinicken führt ihn im Firmenlogo und auch Mozilla hat ihn verfremdet im Logo.
Also schnell den Mozilla Browser vom Rechner entfernen und auf eine andere Biersorte beim surfen und Verfassen von Beiträgen hier im Forum umsteigen.
Die kommunistische Infiltration lauert doch überall, wer hätte das gedacht? [laugh]


Gruß
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon manudave » 20. November 2011, 16:51

Der Rechtsstaat hat einfach nichts gefunden um ihnen so richtig ans Bein zu pinkeln. Darüber, machen wir uns nichts vor, sind Heutzutage Leute wie von Schlage Knabe, immer noch sauer.

Die hätten schon was gefunden, hätten die Dutzfreunde Krenz, Schröder, Modrow und Schäuble nicht nur die DDR-Gesetze als Grundlage für Bestrafungen durchsetzen können. Und das sind tatsächlich Fehler und nennen wir es doch beim Namen Schweinereien, die westdeutsche Politiker mit den alten Bonzen ausgeklüngelt haben.
Hätte man unsere demokratisches Recht auch im Nachhinein anwenden dürfen, wären wohl nicht nur 40 Menschen für die Verbrechen in der DDR eingewandert. Aber so war ja fast alles gemäß Gesetz...
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Edelknabe » 20. November 2011, 17:15

Wessen Gesetz David...DDR Gesetz? Eigentlich normal und das hatten wir auch schonmal, also jedes Land schafft/schaffte sich seine ganz eigene Gesetzgebung.
Ich finde auch heute noch, wenn sich dann der Übernehmer (BRD) hinstellt und meint."Eure Gesetzgebung war einfach falsch, dann war daran was falsch". Um nur einmal bei Republikflucht oder den Jugendwerkhöfen zu bleiben. Aber alles alte Hüte, schon zehnmal durchgekaut.
Deswegen tut man sich auch so schwer mit Hoheneck und anderen Themen, weil das eben Gesetz war. Nur das, was heimlich unterm Gesetz ablief...Misshandlungen etc,war eine schwer zu erfassende Grauzone. Weil eben heute nach Gesetz die Schuld des Angeklagten nachgewiesen werden muss und nicht ich, der damalige Schläger meine Unschuld beweisen muss.
Aber wieder OT, das hat schon was hier im Forum, das ist auch schon System.

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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon manudave » 20. November 2011, 17:26

Aber wir sind uns schon einig, dass Diktaturen sich Gesetze schreiben können, wie sie wollen? Und das wir über demokratische Länder wie Italien lachen, wenn sich ein Bunga-Bunga ein Gesetz bastelt, was ihn selbst unter Schutz stellt. Und wir lachen dann über EIN absurdes Gesetz - Diktaturen haben hunderte dieser Schwachsinns- oder Unrechtsgesetze ....wenn das überhaupt reicht.
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon nightfire64 » 20. November 2011, 17:45

Es geht weiter mit der Ostalgie:

Beliebte Oststars, sollen aus dem TV verschwinden...,

Der bekannte CDU-Politiker Mike Mohring will Schlagerstars vom Bildschirm verbannen.
Verlierer wären Tausende Zuschauer.

Neue Besen kehren gut, sagt ein Sprichwort.
Tatsächlich hat auch Karola Wille, die neue Intendantin des MDR, eine Menge Aufräumarbeiten im Sender angekündigt. Schluss mit Skandalen und undurchsichtigen Finanzgeschäften, kündigte sie an und eine Ausrichtung des MDR auf jüngere Zuschauer.

Ostalgie- Gehampel!

Manchen Menschen im Sender geht das allerdings nicht weit genug.

„Dieses ganze Ostalgie-Gehampel ist nicht mehr zum Anschauen“, poltert nun MDR-Aufseher Mike Mohring (39) in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung.
Mohring, immerhin Fraktionschef der CDU in Thüringen, wird dann noch konkreter.
Man dürfe 22 Jahre nach der Einheit den MDR nicht mehr auf das der Achim Mentzels oder anderer
vergleichbarer Schlagerfuzzis reduzieren, sagte der MDR-Rundfunkrat.

Der Politiker greift somit auch beliebte Stars wie Astrid Harzbecker, Veronika Fischer, Chris Doerk und Frank Schöbel u.s.w brachial an.
Er beleidigt nebenbei auch viele Schlagerfans, die dem Sender beständig Erfolg gebracht haben.
Schließlich gilt der MDR als erfolgreichstes drittes Programm der ARD!!

Quelle: Super TV


Nun mal alle Antipathien weggesteckt, die manch einer gegen den MDR hat, oder auch zu Schlager-oder Volksmusik und mal ganz geschwind an die älteren Generationen gedacht!!
Ich weiß nicht, ob eine Sendung, über eine Wanderung den Rennsteig entlang mit der Musikunterlage von „Justin Bieber“, besser ankommt??

LG Kerstin


manudave hat geschrieben: Diktaturen haben hunderte dieser Schwachsinns- oder Unrechtsgesetze ....wenn das überhaupt reicht.


Schwachsinnsgesetze gibt es auch heute noch genügend und es werden immer noch genug neue geschaffen!!
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Edelknabe » 20. November 2011, 17:57

In gewisser Weise schon David. S51 hatte es einmal so sinngemäß getextet. "Was also den Einen heute in den Knast brachte in dieser Diktatur des Proletariats (wohl falscher Zeitpunkt, falsche Teilnehmer) über das lachten am anderen Tag am völlig anderen Ort und Zeitpunkt eben andere Teilnehmer.
Das hatte irgendwie mehr mit Glück zu tun wie mit dem Gesetz, gehen wir jetzt einmal in diesem speziellen Fall von politischen Witzen aus. Dagegen der politische Witz im heutigen System...interessiert keine Sau. Heute wirds erst interessant, wenn ich den Staat inclusive seinem Kapital mit deren Grundgesetz kippen möchte, alles Andere ist langweilig und uninteressant.

Rainer-Maria und Kerstin, auch der Westen hat doch seine steinalten Sülzeklamotten wie Lindenstraße und weiß was nicht noch Alles. Fehlt bloß noch Heidi. Schaffe das von heute auf Morgen ab und der Old-Rentner im Westen gibt sich die Kugel oder stürzt sich von der Rheinbrücke. Im Stundentakt müsste dann wohl der Rettungsdienst ausrücken um Problemfälle zu behandeln.
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Sirius » 20. November 2011, 23:00

manudave hat geschrieben:In anderen Ländern des zusammengeklappten Sozialismus ist es übrigens selbstverständlich dass man die diktatorischen Symbole verboten hat.
Im Baltikum z.B. löhnt man bis zu 300.- Euro (umgerechnet) Strafe, wenn man den roten Stern öffentlich präsentiert.


Angesichts der hohen Zahl deportierter Balten ist das Vorgehen auch nachvollziehbar.

manudave hat geschrieben:Wobei ich mich dann frage, wer für die vielen Rosa-Luxemburg und Ernst-Thälmann-Straßen in Deutschland dann bezahlen würde. Wobei - ich würde vorschlagen, dass man die Schilder hängen lässt und die SED äh Linke bezahlt die Strafe aus dem versteckten Parteivermögen.


Es gibt in den neuen Bundesländern noch Lenin-Straßen. Angesichts der vielen Toten, die auf dessen Konto gehen, ist das mehr als zweifelhaft. Auch wenn in Frankreich Straßen nach Robespierre benannt werden und man Napoleon huldigt, der Millionen Tote zu verantworten hat, muss man den Franzosen bei der Geschichtsklitterung nicht folgen. In Frankreich wird die Rolle Napoleons noch immer verklärt, in Schulen wird er deshalb kaum noch behandelt.

Geschichtsmythen

Eine deutsche Ausstellung demaskiert Napoleon I.

Der Korse brachte nicht nur den Code Civil, sondern auch millionenfachen Tod. Frankreich zögert und zeigt die Ausstellung später.

(...)Dass diese Ausstellung – die erste monographische über Napoleon seit 1969 – ihre Premiere in Deutschland und nicht in Frankreich hat, wo sie erst 2012 gezeigt wird, liegt am ambivalenten Verhältnis, das sein Heimatland zu seinem ehemaligen Regenten hat. Während dort eine ältere Generation von Historikern noch immer hingebungsvoll ein antiquiertes, rein positivistisches Bild Napoleons pflegt, das dessen politische Brutalität weitgehend ausklammert, fand in den Schulen in den vergangenen zwanzig Jahren vorsichtshalber kaum noch eine Befassung mit ihm statt.

Von französischer Scham zu sprechen, sagt Bundeskunsthallen-Intendant Robert Fleck, sei zu viel: „Natürlich gäbe es ohne ihn keinen Code Civil, Europa sähe anders aus, und es hätte noch lange kein modernes Deutschland gegeben. Napoleon – das war aber auch die Geheimpolizei, die Sklaverei, und das waren zwei bis drei Millionen tote Soldaten, die die Reorganisation des europäischen Raumes kostete.“

Napoleon wusste, dass seine Macht auf militärischen Erfolgen beruhte. Deshalb griff er an, sobald er fürchtete, dass ein Land ihm gefährlich werden könnte. Zu den eindrücklichsten Exponaten zählen Fotos von einem Massengrab, das 2001 in der Nähe von Vilnius entdeckt wurde. Auf 6000 Quadratmetern lagen die Gebeine von 35.000 jungen Männern, die Napoléon im baltischen Winter 1812/13 verheizt hatte. Einer trug noch die Uniformmütze, mit der man ihn in die Grube geworfen hatte.

Weitgehend neu sind die in Bonn präsentierten Erkenntnisse über die nach Paris verschleppten Kunstwerke und Archive, die in einem Gebäude am Trocadéro konzentriert und von Archivaren aus den eroberten Städten weiterhin betreut werden sollten. Der größte Teil des Raubguts wurde nach 1815 restituiert.
http://www.welt.de/kultur/history/artic ... eon-I.html
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Nostalgiker » 20. November 2011, 23:24

manudave hat geschrieben:Der Rechtsstaat hat einfach nichts gefunden um ihnen so richtig ans Bein zu pinkeln. Darüber, machen wir uns nichts vor, sind Heutzutage Leute wie von Schlage Knabe, immer noch sauer.

Die hätten schon was gefunden, hätten die Dutzfreunde Krenz, Schröder, Modrow und Schäuble nicht nur die DDR-Gesetze als Grundlage für Bestrafungen durchsetzen können. Und das sind tatsächlich Fehler und nennen wir es doch beim Namen Schweinereien, die westdeutsche Politiker mit den alten Bonzen ausgeklüngelt haben.
Hätte man unsere demokratisches Recht auch im Nachhinein anwenden dürfen, wären wohl nicht nur 40 Menschen für die Verbrechen in der DDR eingewandert. Aber so war ja fast alles gemäß Gesetz...


Hm manudave, nur mal so als Verständigungsfrage. Mit dem von mir dick markierten Gedanken von dir möchtest Du bestimmt folgendes ausdrücken, eine Verurteilung nach Bundesdeutschen Recht wäre auf alle Fälle drin gewesen.
Um Dir mal Deinen Gedanken an einem Beispiel zu illustrieren.
Aus irgendwelchen Gründen verlegst Du Deinen Lebensmittelpunkt in ein islamisches Land, wirst auch Bürger dieses Landes mit allen Rechten und Pflichten.
Irgendwie wird bekannt das Du in dem Land, indem Du bisher lebtest, vorehelichen Sexualverkehr hattest was die islamische Rechtsprechung nicht toleriert, sogar verbietet. Also wirst Du für ein Vergehen was Du nicht im diesem Rechtssystem begangen hast aber weil du jetzt diesem Rechtssystem unterstehst entsprechend bestraft. Meist erfolgt öffentliches Auspeitschen mit 100 Peitschenhieben und wenn Du die Überlebst dann die Steinigung.
Findest Du das in Ordnung? Du wirst in einem Land mit einer anderen Rechtsprechung für eine Tat verurteilt die in dem Land in dem Du bisher lebtest, jedenfalls nach 1969 was die Bundesrepublik betrifft, strafrechtlich nicht relevant ist.

Was Du da Äußerst ist in meinen Augen übles Stammtischgeschwätz, hat mit Rechtsstaatlichkeit nicht das geringste zu tun, das ist eine forderung nach Siegerjustiz welche außerhalb der gerade von Dir so gepriesenen Menschenrechte steht, die es ja nur in einer Demokratie kapitalistischer Prägung geben soll.

Die negativen Einwirkungen Deiner kürzlichen Zusammenkunft mit dem Eiferer in Sachen Kommunistenhatz, und Einflüsterer von Hass auf alles was die DDR und ihre angeblichen Sympathisanten betrifft ist schon bemerkenswert.

Gruß
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Sirius » 20. November 2011, 23:58

Nostalgiker hat geschrieben:Der Rechtsstaat hat einfach nichts gefunden um ihnen so richtig ans Bein zu pinkeln. Darüber, machen wir uns nichts vor, sind Heutzutage Leute wie von Schlage Knabe, immer noch sauer.
Es ist Dir hoffentlich bekannt das besagter Herr die ernstgemeinte These vertritt das man "Systemnahe" der DDR nach der Wende in Umerziehungslager hätte stecken sollen.


Man hätte Krenz & Co ruhig die Hammelbeine lang ziehen können, für das was sie zu verantworten hatten. Die Mauertoten, Kindesentzug, Unterdrückung Andersdenkender und weiteres sind nun mal keine Kavaliersdelikte und Dummejungenstreiche. Wenn einige dieser Herren, die noch körperlich geeignet gewesen wären, am Straßenrand unter Aufsicht das Unkraut hätten jäten müssen - so wie das auch in den USA üblich ist, allerdings ohne Schikane und Willkür des Aufsichtspersonals - hätte ihnen das sicher nicht geschadet. Im Gegenteil, sie wären immer an der frischen Luft gewesen, hätten jeden Tag ausreichend Bewegung gehabt, was den heute typischen Zvilisationskrankheiten vorgebeugt hätte, und sie wären nicht auf dumme Gedanken gekommen, weil sie nämlich abends zu müde dafür gewesen wären. Auf diese dummen Gedanken sind einige nämlich durch die Kuscheljustiz im Luxusknast gekommen, als sie dort Bücher geschrieben haben um Geschichtsklitterung zu betreiben. Dies zu unterbinden, wäre man auch den Anghörigen der Mauerofer schuldig gewesen. Ich denke im Zusammenhang mit dem Strafvollzug auch an den österreichischen Postkartenmaler, der in Landsberg sein berühmtes "Werk" verfassen konnte. Wie man im Nachhinein an diesem Beispiel sieht, wirkt eine solche "Haft" nicht resozialisierend - da kommt man auf zu viele dumme Gedanken. Das unsere heutige Justiz versagt, sieht man doch an den vielen Fällen von Intensivstraftätern, die in U- und S-Bahnstationen oder auf der Straße Menschen zu Invaliden zusammentreten können. Denen hätte man schon viel früher härter entgegentreten müssen, anstatt sie zu Kanutouren nach Schweden zu schicken.

Nostalgiker hat geschrieben:Ich gehe bestimmt nicht fehl in der Annahme das die Diskussion über Verbote von Symbolen einfach aus der Angst bestimmter Schichten heraus resultiert das die Idee eines Sozialismus; nicht das was in der Vergangenheit war, an Interesse und Attraktivität gewinnen könnte. Ist doch die heutige Gesellschaft alles andere als Gerecht.
Um diese Idee einer gerechteren Gesellschaft zu diskreditieren, sie auf bestimmte Auswüchse zu reduzieren werden heutzutage Millionen von Euro ausgegeben und das Jahr für Jahr.

Irgendwie haben diese Ideologen aus dem Scheitern der DDR nichts aber auch überhaupt nichts nichts gelernt.
Je mehr ich eine Sache ideologisch verteufle, im Falle der DDR der Imperialismus oder Kapitalismus, um so mehr weckte ich Neugier. Da muß doch was dran sein an der Sache wenn sie mir so vehement ausgeredet werden soll.


So wie diese "Idee des Sozialismus" in den Jahren von 1917 bis heute weltweit umgesetzt wurde, kann man bei aller berechtigten Kritik am heutigen Kapitalismus getrost verzichten. Das ist mit Sicherheit nicht die bessere Alternative. Diese Alternative hat sich für längere Zeit selbst diskreditiert.
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon zonenhasser » 6. April 2018, 15:37

manudave hat geschrieben: die Dutzfreunde Krenz, Schröder


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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon pentium » 6. April 2018, 16:15

@zonenhasser, dir ist doch klar, das du auf einen Beitrag antwortest der vor sieben Jahren geschrieben wurde?

...
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon zonenhasser » 6. April 2018, 18:07

Ja, und?
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Spartacus » 6. April 2018, 18:10

zonenhasser hat geschrieben:Ja, und?


Das hat was. [flash] [flash]

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Re: Forderung nach Verbot von DDR-Symbolen

Beitragvon Huf » 6. April 2018, 18:51

Inhaltlich und aussagemäßig bleibt das Zitat von @zonenhasser aber aktuell in mancher Diskussionsrichtung!

VG Huf [hallo]
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