Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen

Alles was in den Zeitraum nach der Wende gehört. Das Zusammenwachsen von zwei grundverschiedenen Systemen, Probleme, Erwartungen, Empfindungen usw.

Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen

Beitragvon Nostalgiker » 10. Oktober 2011, 08:34

Unter dieser Überschrift erschien kürzlich in der Wochenzeitung "der Freitag" ein interessanter Artikel von Michael Brie in dem er sich mit diesem wohl bekanntesten Zitat von Rosa Luxenburg auseinandersetzt und versucht eine, den heutigen globalen Verhältnissen angeglichene, neue inhaltliche Erklärung des Freiheitsbegriffs zu versuchen.

Rosa Luxemburgs Entdeckung eines radikal sozialen Freiheitsbegriffs

Es gehört zu den bestürzendsten Vorurteilen der westlichen Gesellschaften, Freiheit stünde im Gegensatz zur Gerechtigkeit. Vor die Alternative gestellt, so die herrschende Meinung, zwischen Freiheit oder Gerechtigkeit entscheiden zu sollen, müsse der Freiheit die Priorität gegeben werden. Nur hoffnungslose Traditionalisten, verbohrte Kommunisten oder totalitäre Fundamentalisten würden noch anders denken. Der Zeitgeist nickt zu solchen Selbstverständlichkeiten.

Misstrauen kommt nur deshalb auf, weil die heutigen Freiheiten in so wundersamer Weise mit den Privilegien weniger zusammenfallen. Wir sollten wissen, dass auch wir in vielerlei Hinsicht zu diesen Privilegierten gehören und vielleicht auch deshalb instinktiv in diesen Chor einstimmen. Mit großer Selbstverständlichkeit setzt die Politik der Globalisierung Freiheiten durch, die wenige privilegieren und viele diskriminieren. Wir sind dafür - buchstäblich - bestens gerüstet. Und wo es fehlt, werden schnelle Eingreiftruppen und globale Aufklärungssysteme noch angeschafft. Der Rache wollen wir mit Raketenabwehrschirmen begegnen.

Diese Legitimation der Privilegien weniger als Freiheit aller könnte als gewöhnlicher Zynismus jeder Herrschaft abgetan werden, wenn nicht die unverschämte Einvernahme Rosa Luxemburgs für diese herrschaftssichernde Freiheitsideologie hinzukäme. Dies in Deutschland, dem Land ihrer niemals wirklich zur Rechenschaft gezogenen Mörder, hinzunehmen, geht zu weit.

Bevor Freiheit ein Recht ist, ist sie eine Pflicht

"Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden", schrieb Rosa Luxemburg im Sommer 1918 in kritischer Auseinandersetzung mit den Bolschewiki in ihrer Schrift Die russische Revolution. Freiheit dürfe nicht zum "Privilegium" werden. Kein Satz von ihr wird öfter und lieber von (fast) allen Seiten zitiert als dieser. Und keiner wird dabei seichter entsorgt als gerade dieser. Es ist, als hätte er seine Sprengkraft in der Auseinandersetzung mit dem Staatssozialismus, an dessen Beginn wie Ende er stand, erschöpft. Das aber ist ein fataler Irrtum.

Wer weiter lesen möchte,hier geht es zum kompletten Artikel

Ich finde die Ausführungen von M. Brie durchaus nachdenkenswert und sehr interessant.
Zeigt er für mein empfinden das wir zu oft zu schnell und uns wenig Gedanken machend durch pausenloses Verwenden bestimmter Begriffe sie zu inhaltslosen Schlagworten verkommen lassen. Alle reden darüber, alle sagen es aber was inhaltlich dahinter steckt, kaum einer weiß es und noch weniger machen sich die Mühe dieses "Nicht"wissen zu beseitigen.

Gruß
Nostalgiker
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