Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Alles was in den Zeitraum nach der Wende gehört. Das Zusammenwachsen von zwei grundverschiedenen Systemen, Probleme, Erwartungen, Empfindungen usw.

Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon manudave » 16. August 2011, 07:18

Nein, dass soll kein Thread werden, wo RMR seine kleinen Schweinereien an die Jugend vermittelt... [flash]

Ständig wird hier etwas von nicht funktionierender Aufklärung gefasselt und ein Einschreiten des Teams gefordert.

Doch wie sieht eigentlich Aufklärung aus?
Wer deutet, welcher Beitrag der Aufklärung dient und welcher nicht?

Klar gibt es hier (wie woanders auch) User, die "etwas" emotional auf bestimmte Themen reagieren. Solange das nicht in Schimpfwörtern und Hasstiraden ausartet oder EINZELNE NAMENTLICH angegriffen werden, wird das Team auch nicht reagieren. Schließlich gibt es User wie Maja, die großen Wert auf Meinungsfreiheit und das Nicht-Löschen von Beiträgen legen - ein gesunder Demokrat unser Mario.

Auch wenn Beiträge von z.B. Merkur sehr sachlich sind, kann eben diese Sachlichkeit gerade dann Emotionen wecken - denn für ein Opfer kann es durchaus sehr schwer zu ertragen sein, dass er eine "Sache" bzw. nur ein "Vorgang" war.

Wir sollten manchmal die Kirche im Dorf lassen und auch "scharfe" Beiträge nicht immer gleich kommentieren, sondern einfach auch mal überlesen. Das betrifft natürlich beide Seiten.

Meiner Meinung nach dienen die meisten Beiträge im Forum der Aufklärung.
Hätte sich manch ein Verfechter des Ostens überhaupt so intensiv mit dem Westen auseinander gesetzt, wenn nicht viele Themen hier dazu sein Interesse geweckt hätten und er auch etwas darüber posten wollte?
Würden ehemalige Opfer, Flüchtlinge oder Westdeutsche überhaupt etwas über Schusswaffengebrauchsbestimmungen oder bestimmte Hauptabteilungen in Berlin wissen, wenn darüber nicht auch kontrovers diskutiert wird?

Zur Aufklärung tragen wir alle bei - bewusst oder unbewusst.
Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein!
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Re: Was ist eigentlich Aufklärung?

Beitragvon nightfire64 » 16. August 2011, 14:34

Ach David, da haben wir schon den ersten Fehler in deiner Überschrift, nicht Aufklärung…, sondern eure so hoch gelobte „Aufarbeitung“, drüber habe ich gefaselt. Der eine oder andere User hat es ja auch verstanden, was ich meinte.
„Verfechter des Ostens“, nun damit fange ich mal an und werde etwas aus meinem Leben schreiben, bevor ich auch den von RMR geschriebenen Stempel aufgedrückt bekomme.
Ich gehe mal bis an die Zeit vor dem WK zurück. Ich stamme weder aus einer kommunistischen noch sozialistischen Familie, im Gegenteil. Wir hatten ein Mehrfamilienhaus nähe Völkerschlachtdenkmal, wo nicht vermietet wurde, sondern alle unter einem Dach wohnten. Zwei Läden, davon ein Hutmacher Geschäft und einen Kolonialwarenhandel, auf gut deutsch gesagt…, meinen Leuten ging es richtig gut!
Dann kam der Krieg und kurz vor dem Ende gab es eine Brandbombe aufs Dach und alles war weg, zum Glück haben alle überlebt, außer mein Opa, der ist im Feld geblieben.
So dann kam die Nachkriegszeit und die Familie zersplitterte, aus Wohnungsmangel, ist meiner Oma ihre Schwester mit ihrem Mann und ihrer Tochter zu ihren Schwiegereltern nach Hessen gezogen. Meine Seite bekam hier in Leipzig die Wohnungszuweisung für eine zweieinhalb Zimmer Wohnung. 1951 wurde meine Schwester geboren und nun wurde es richtig knapp in der Wohnung, Vati, Mutti, Oma und meine Schwester. Meine Oma ist dann 1954 zu ihrer Schwester nach Hessen gezogen.
Dann kam die DDR, meine Mutti war Buchbinderin und sollte Aktivist werden, nun hat sie sich aber geweigert, ein Schild auf ihre Maschine zu stellen…, „Ich putze meine Maschine, nach dem Vorbild irgendeiner Natascha….“, den Namen weiß ich nicht mehr und kann auch nicht mehr fragen, na jedenfalls sagte sie, ihr habt wohl eine Meise, ich weiß selber wie ich meine Maschine putze und der Aktivist war weg.
Die anfallenden Grundstückssteuern für unser Haus, hat meine Mutti bis weit in die 70ger Jahre treu und brav bezahlt und eines Tages kam ein Brief und es war alles in den Händen der DDR und es wurde auf dem Gebiet eine der typischen Neubauschulen gebaut, die steht heute noch, jedenfalls bis letztens. Da ich ja 1964 noch als Nachzügler in den Familienkreis liebevoll aufgenommen wurde, war ich zu dem Zeitpunkt der Enteignung schon in einem Alter, wo man die Worte der Erwachsenen registriert und ich weiß, dass zu diesem Zeitpunkt keine freundlichen Worte fielen.
Ich wuchs also so auf, dass meine gesamte Verwandtschaft nur, wie man heute sagt aus „Wessis“ bestand und die wahren jedes Jahr für mehrere Wochen zu Besuch und ich sehe heute noch meiner Oma ihren Reisepass auf dem Tisch liegen mit einem packen Geld drin, was sie zu den Beamten schaffen musste.
Seit 1970 durfte ja auch meine Mutti in den Westen fahren und das tat sie immer in den großen Ferien, 4 Wochen zur Oma, dann hat sie sich Reiseunfähig schreiben lassen, von meiner Oma ihrem Hausarzt und es ging weitere 4 Wochen mit meiner Tante in deren Haus nach Spanien. Ich bin in der Zeit, mit meiner Schwester und deren kleiner Familie in die wunderschönsten Urlaubsgebiete der DDR gefahren. Deswegen kenne ich auch kein Ferienlager oder FDGB- Heime, unsere Urlaube waren immer privat.
Zu meiner Schulzeit muss ich sagen, dass ich zu meiner Einschulung nur aus Westen bestand, ich hatte einen knallroten Lacklederschulranzen und von der Federmappe bis zur Brotbüchse war alles von drüben, dass einzige was DDR war, waren die Schulhefte. Eine Anfeindung durch die Lehrer habe ich in der Unterstufe überhaupt nichts gemerkt. Im Gegenteil, ich war dann Schriftführer und habe die Klassenchronik geschrieben und später war ich dann Brigadeleiter und durfte von den anderen die Hausaufgaben kontrollieren und hatten sie keine gemacht, bekamen sie ein Kreuz auf ihre Brigadekarte. Oh Schreck, war ich da schon ein kleiner IM, ein Hausaufgaben IM??? [shocked] Das alles war politisch völlig unabhängig, da zählten nur gute Noten und nicht aus welchem Elternhaus die Kinder kamen.
Jetzt aber mal zu einem Beispiel, dass ich selber erlebt habe. Wir hatten bei uns in der Klasse ein Mädchen sie hieß Constanze und ich habe sie bis heute nicht vergessen. Wir haben uns immer gewundert, dass sie in den Pausen, wo wir getobt haben und sämtliche Bösartigkeiten angestellt haben die Kinder so fertig bringen, ( z. B. Lehrerstuhl nass machen mit dem stinkenden Tafelschwamm) still in der Ecke saß. Dann fing der Schwimmunterricht an und sie weigerte sich, dass Schwimmzeug anzuziehen, sie wollte sich auf Teufel komm raus nicht ausziehen. Kinder wie wir waren, hänselten sie bis zum geht nicht mehr und sie fing sich auch bei den Lehrern viel Mecker ein.
Sie dann Tränen überströmt, zog den Pullover hoch und uns stockte der Atem, auf diesem kleinen Rücken, waren so viele tiefblaue Gürtelstriemen, dass man kaum noch Haut sah. Die Lehrer reagierten sofort und wir sahen die kleine Constanze nie wieder. Da sie in meiner Straße wohnte, bemerkte ich auch, dass sie nicht zu Hause war und meine Mutti hatte dann den Job mir zu erklären, wo sie ist.
Nun kommt aber das auf was ich hinaus will, irgendwann mitte 2000, sah ich im Fernsehen eine Reportage wo es um willkürlichen Kindesentzug durch DDR Organe ging und ich dachte ich fall vom Glauben ab, als ich der kleinen Constanze ihre Frau Mutter dort sitzen sah und sie in Tränen aufgelöst den größten Mist, von Ausreiseantrag u.s.w. erzählte. Kein Wort, dass sie ihre kleine Tochter fast totgeschlagen haben und seitdem bin ich ganz vorsichtig, ob ich gleich alles glaube, was manche Leute von sich geben, in solchen Reportagen oder irgendwelchen Büchern, denn sie wird nicht die einzige sein, die solchen Mist erzählt.
Nun dann ging es weiter, langsam kam Staatsbürgerkunde in mein Leben. Karl-Heinz, dass war übrigens das einzige Fach, wo an der Geschichte gedreht wurde und dort flog ich auch mehr als einmal aus dem Unterricht. Wir sollten mal einen Aufsatz über die Kapitalisten schreiben und da ich ja nun schon in meiner Sturm und Drang Zeit war, habe ich mich geweigert und gesagt, dass ich nicht meinen eigenen Onkel schlecht mache, der ja Firmenbesitzer war. Das Ende vom Lied war, eine 5 im Fach, eine 5 in Mitarbeit und eine 5 in Betragen, den fetten Tadel den ich extra noch mit nach Hause brachte, hat meine Mutti lächelnd unterschrieben und gesagt….“das Fach brauchst du nicht fürs Leben“ und ich finde diesen Satz noch heute gut. Sie sagte nur noch, mach bischen ruhiger, aber klein Kerstin hatte schon immer ihren eigenen Kopf, da sie ja auch ein verwöhnter Wanst war.
Nur hatte ich auch da im normalen Schulleben keine weiteren Repressalien. Als ich dann keinen Bock auf Jugendstunden hatte, durfte ich nicht mit nach Buchenwald und sollte in einer anderen Klasse nachsitzen und da habe ich dann richtig gebockt. Jetzt fährt Mario mit mir dorthin!
Ich war zu keiner einzigen Jugendstunde und trotzdem lag mein FDJ Ausweis ohne Passbild auf meiner Schulbank. Ich habe nie DSF oder FDGB und wie das alles hieß, Beiträge bezahlt und es stand niemand vor unserer Tür.
Sicher habe ich dann als ich das Alter hatte, meine Mutti gefragt, warum machen wir nicht ganz zur Oma, da ich ja durch Pakete u.s.w., nur die schönen Seiten vom Westen kannte, aber sie hat sehr lange mit mir geredet und mir erklärt, denk mal ja nicht das im Westen alles Gold ist was glänzt und jetzt stimme ich ihr da voll und ganz zu.
Was hatten wir in DDR auszustehen und ich war weiß Gott kein Waisenknabe. Ob nun die Frau Nachbarin IM war und erzählt hat, ja die Frau…. Wischt die Treppe von links nach rechts und der ihr Besuch, da steht jedes Jahr ein größeres Auto vor Tür, ist mir heutzutage so was von Schnuppe. Zu DDR Zeiten, stand jedenfalls keiner vor der Tür und hat uns das Leben zur Hölle gemacht, obwohl wir nicht die typische DDR Familie waren.
Es sagt doch auch keiner das jemand die alte DDR wiederhaben will, aber ich lass mir von niemanden meine Kindheit und Jugend abreden, schon gar nicht von Leuten, die noch nicht mal in der DDR waren und heute brüllen sche… DDR und ihre Weisheiten nur aus Reportagen oder ähnlichem haben.
Letztens habe ich im Fernsehen wieder so etwas Lachhaftes gesehen, da hat einer erzählt…, er wäre mit 3 Jahren aus der DDR geflüchtet, kann ich nur sagen, ziemlich Frühreif und hat sich im Schnellflug weiterentwickelt.

Nun noch mal zur Aufarbeitung, so wie ihr das hier angeht (Forum) wird das nie etwas. Ihr schimpft und beleidigt die MfS Mitarbeiter und einige brüllen dann Hurra wenn sie sich abmelden oder zurückziehen. Nur mit wem wollt ihr was Aufarbeiten wenn keiner mehr da ist, da könnt ihr euch dann im Grüppchen schreiben und euch gegenseitig zustimmen.
Warum sollen diese User diese ganzen Hasstiraden über sich ergehen lassen, sie gehen in Abwehrstellung und machen dicht, dass würde ich auch machen. Wenn ihr das als Team nicht seht oder sehen wollt, dann werdet ihr bald niemanden mehr haben, zum „Aufarbeiten“!!! Ihr schießt euch sofort auf die MfSler ein, aber was ist mit den IMs, die haben euch doch ans Messer geliefert und das waren die Nachbarn, Freunde oder in manchen Fällen die Elternteile, die sind für mich die schlimmeren, kleine miese Zuträger.
Emotionen, welch schönes Wort und wie oft habe ich dieses Wort im Gäfgen Thread um die Ohren gehauen bekommen, versucht doch mal eure Emotionen hier rauszulassen, dann klappt es vielleicht mit einer gesunden Diskussion und nicht nur beschimpfen.
Es gab damals Gesetze, mit denen nicht jeder einverstanden war und es gibt heute Gesetze mit denen nicht jeder einverstanden ist und die ich persönlich, nicht mal verstehen kann und will.
So das musste ich mal los werden, also ich bin kein verstaubter Kommunist oder Sozialist, aber ich lass mir nicht alles schlecht machen von der DDR, ich habe dort gelebt und mir ist nichts Schlechtes widerfahren.

Liebe Grüße vom Hausaufgaben IM

Kerstin


p.s. David, ich fasel auch nicht ständig über die Aufarbeitung und das Einschreiten des Teams, aber es fällt mir eben auf, dass User die größten Beleidigungen abgeben und Parolen starten und ihr als Team (außer Luchs) nichts dagegen tut. Wofür gibt es dann eure Forenregeln??? Jetzt komm mir aber nicht, woher willst du wissen das ich dich gemeint habe, ich bin schließlich die Einzige die sich darüber beschwert hat. [wink]
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Re: Was ist eigentlich Aufklärung?

Beitragvon karl143 » 16. August 2011, 15:29

Eine interessante Biografie. Deine Familie hatja einiges mitgemacht. Ich bewunder es immer wieder, was die Menschen durch die Kriegswirren und danach alles so mitgemacht haben und trotzdem nie den Mut verloren.

@ Kerstin, du schreibst, Staatsbürgerkunde war das einzige Fach wo an der Geschichte gedreht wurde. Ihr hattet doch aber auch das Fach Geschichte, oder ? Und da war alles korrekt im Unterricht ?
karl143
 

Re: Was ist eigentlich Aufklärung?

Beitragvon Nostalgiker » 16. August 2011, 16:48

@Kerstin,

ziemlich beeindruckend was Du da schreibst.
Widerspricht doch Deine Biographie dem allgemeinen Klischee das Kinder von nicht ganz so Linientreuen Eltern in der DDR permanent benachteiligt wurden.

Zumal ich gerade ein Buch wieder gelesen habe und es mich wie damals nachhaltig verblüffte. Nämlich "Lüg Vaterland - Erziehung in der DDR" von Freya Klier. Ich muß in einem anderen Land zur Schule gegangen sein! Dann sagte ich mir, vielleicht war es in den 70er und 80er Jahren doch alles ganz anders wie bei mir in den 50er und 60er Jahren.
Ich weiß es ehrlicherweise nicht da ich nur einmal zur Schule ging.
Das Buch hinterließ auch beim zweiten lesen einen sehr großen schalen Nachgeschmack. Es prangert an, unterstellt und verallgemeinert. Es fordert von einem Staatswesen welches nicht mehr existiert im Nachhinein eine völlig unrealistische Umorganisation seiner Bildungspolitik.
Übrigens heißt es auch Heute noch Bildungspolitik und mit Bildung wird Politik gemacht. Alle nicht rein Naturwissenschaftlichen Fächer sind entsprechend der vorherrschenden Politik ausgerichtet, da sollten wir uns mal nichts vormachen.

@karl
Staatsbürgerkunde ist so was ähnliches wie Heute Gesellschaftslehre oder Sozialkunde an den Schulen.

Wie "Ideologiebefreit" der Lehrer von meinem Neffen das Thema "Leben und Schule in der DDR" abhandelte konnte ich an seiner Frage feststellen ob es denn die Kinder in der DDR ständig Pionierkleidung an hatten, auch in der elterlichen Wohnung, und ihre Eltern selbstverständlich mit dem Pioniergruß begrüsten wenn sie von der Arbeit kamen.
Mit Verlaub solch einen Stuß hat man uns weder im Geschichtsunterricht oder Staatbürgerkundeunterricht über die HJ, und dem BDM erzählt.
Soviel zum Thema "Geschichtsverdrehung".

Was den Geschichtsunterricht betrifft wurden bestimmte Sachen natürlich aus einem bestimmten Blickwinkel dargestellt. Beispiel: Spartakusaufstand, Bauernkriege auf deutschem Territorium(Thomas Müntzer war der Held, Luther; sehr undurchsichtig! Ihm fehlte der Klassenstandpunkt!). Je näheres an die Gegenwart ging um so diffiziler wurde der Stoff, jedenfalls zu meiner Zeit. Wir kamen auch in der 10. Klasse nur bis zur Befreiung 1945. Der siegreiche Aufbau wurde im Fach Staatsbürgerkunde abgefeiert......

@manudarve
Hätte sich manch ein Verfechter des Ostens überhaupt so intensiv mit dem Westen auseinander gesetzt, wenn nicht viele Themen hier dazu sein Interesse geweckt hätten und er auch etwas darüber posten wollte?


Du glaubst nicht was ein DDR Bürger alles über den Westen wußte wenn er sich dafür interessierte und sich nicht auf das beschränkte was es offiziell zu lesen, zu hören oder zu sehen gab.
Ich wage zu behaupten das der DDR Bürger im allgemeinen mehr über die BRD wußte wie umgekehrt.
Die Kinder meines Cousins fanden es bereits in den Siebzigern mehr wie spannend in ein geheimnisvolles Ausland Namens DDR zu fahren, sie wußten nichts und die Eltern nicht wesentlich mehr.
Klar, aus Rheinnähe fängt nach der Elbe unmittelbar Sibirien an.

Es ist übrigens für mich ein Unterschied ob ich von meinem Leben in einem Land berichte oder ob ich mich auf eine Diskussion über die Staatsform des Landes einlasse in dem ich lebe bzw., was die DDR betrifft, lebte.
Der Vorteil der DDR Bürger ist das sie im Gegensatz zu den Altbundis in zwei Gesellschaftsystem gelebt haben. Sie können vergleichen und sie vergleichen.
Einem BRD Bürger ist diese Erfahrung nun mal versagt und sein Entsetzen, seine Ungläubigkeit über bestimmte Lebensumstände und dieses "Besserwissen" über Dinge welche nicht selbst tagtäglich erlebt wurden kann doch ab und an mal nerven.
Ich habe noch keinen Westbürger kennengelernt der sich gemüßigt fühlte sich für sein Leben in der BRD zu rechtfertigen. Das ist für ihn eine völlig abwegige Vorstellung, erwartet und verlangt es aber unterschwellig oder offen vom DDR Bürger.
Und was ebenfalls bemerkenswert ist, auch der DDR Bürger verfällt fast automatisch in eine Rechtfertigungsposition für Dinge die er hätte sowieso nicht beeinflussen können. Ich nehme mich davon nicht aus.
Beispiel: Mein Besuch aus Süddeutschland, erste mal in Berlin, bemerkte beim Blick vom Fernsehturm das da potthässliche Hochhäuser stehen würden (Fischerinsel) Sofort fühlte ich mich brüskiert und verteidigte diese als Ausdruck des Wohnungsbauprogramms und was ich noch für Schwachsinn von mir gab, statt zu sagen; recht haste das sind potthässliche Häuser und wenn Du möchtest zeige ich Dir noch mehr solcher Bausünden. Stattdessen fühlte ich mich in meiner Ehre als DDR Bürger angegriffen, es wurde etwas von außen"madig" gemacht und das darf es nicht sein. Wenn ich über die Häuser lästere ist es etwas anderes.
Das Ende vom Lied, der Wessi spürt die verzweifelten Rechtfertigungsversuche wo er doch überhaupt keine fundamentale Kritik geäußert hat. Er hat nur etwas als hässlich empfunden und es benannt. Nun kann er den falschen Schluß ziehen durch Verteidigung von Bausünden, Rechtfertigung!, trauert wohl der DDR nach, also ein Ewiggestriger!!! Mit so einem kann man doch nicht reden und schon herrscht Sprachlosigkeit auf beiden Seiten, bzw. wird hinter fast jeder Äußerung eine versteckte Provokation vermutet.

Ich empfinde es als durchaus schwierig mit Menschen die in unterschiedlichen Systemen sozialisiert wurden zu reden. Wobei das nicht böse gemeint ist. Viele Bemerkungen, Redewendungen, kennen meine Westbekannten und Freundschaften überhaupt nicht und da muß immer ewig lange erklärt werden was denn überhaupt gemeint wurde.
Umgedreht gibt es komischerweise diese Schwierigkeiten nicht.

Gruß
Nostalgiker
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon manudave » 16. August 2011, 17:15

die größten Beleidigungen

Bitte einen Fall aufzeigen, wo wir nicht eingeschritten haben - wir reden von klarer Beleidigung.

Ihr schimpft und beleidigt die MfS Mitarbeiter und einige brüllen dann Hurra wenn sie sich abmelden oder zurückziehen.

Auch hier hätte ich gern Beispiele. Ganz im Gegenteil wurde versucht z.B. den User Merkur umzustimmen. Sein Rückzug erfolgte wohl aus persönlichen Gründen - auch im anderen Forum. Die besagten Beleidigungen sollen ihm wohl eher dort an den Kopf geworfen worden sein - so man mir zugetragen hat (ich lese dort nicht).


P.S.

Danke für deinen Beitrag - hat sich gut lesen lassen.

Den Namen des Thread hab ich in deinem Sinne mal geändert. Manchmal fliegen die Hände über die Tastatur und dann haut man ein falsches Wort raus und erklärt es auch noch.... [shocked]
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Re: Was ist eigentlich Aufklärung?

Beitragvon nightfire64 » 16. August 2011, 17:37

Ja Karl-Heinz, da hast du mich erwischt, was du jetzt mit dem Fach Geschichte meinst, ist bei mir jetzt nicht all zu viel hängen geblieben. In der Schule war Deutsch / Literatur eher mein Steckenpferd. Also muss ich mal auf Mario warten, da wir ein Jahrgang sind, weiß er vielleicht noch etwas mehr, ist ja auch verdammt lange her.

@Nostalgiker, genau das ist der Grund warum ich nur von dem von mir erlebten schreibe und nichts verallgemeinere. Ich kann nun mal nicht über die Schulzeit von 1950 oder 1960 schreiben. Bin eben erst ein 64 somit ist meine Schulzeit die 70ziger.


Mein lieber David, denkst du ich setze mich hier Stunden hin und zitiere alle diese Beiträge, du kennst sie doch selber.
Was das Hurra brüllen betrifft, dass habe ich noch klar vor mir, weil ich da auch drauf geschrieben habe. Mitgliederbereich Feliks sein Austreten und Heimis, Kurfürst oder Hartmut mobil seine Äußerung!
Was Merkur betrifft, bist du nicht ganz richtig unterrichtet, aber ich werde da nicht mehr schreiben, weil ich nicht weiß, ob es ihm recht ist, dass bitte ich zu akzeptieren.

LG Kerstin
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Re: Was ist eigentlich Aufklärung?

Beitragvon karl143 » 16. August 2011, 18:35

nightfire64 hat geschrieben:Ja Karl-Heinz, da hast du mich erwischt, was du jetzt mit dem Fach Geschichte meinst, ist bei mir jetzt nicht all zu viel hängen geblieben. In der Schule war Deutsch / Literatur eher mein Steckenpferd. Also muss ich mal auf Mario warten, da wir ein Jahrgang sind, weiß er vielleicht noch etwas mehr, ist ja auch verdammt lange her.

@Nostalgiker, genau das ist der Grund warum ich nur von dem von mir erlebten schreibe und nichts verallgemeinere. Ich kann nun mal nicht über die Schulzeit von 1950 oder 1960 schreiben. Bin eben erst ein 64 somit ist meine Schulzeit die 70ziger.


Mein lieber David, denkst du ich setze mich hier Stunden hin und zitiere alle diese Beiträge, du kennst sie doch selber.
Was das Hurra brüllen betrifft, dass habe ich noch klar vor mir, weil ich da auch drauf geschrieben habe. Mitgliederbereich Feliks sein Austreten und Heimis, Kurfürst oder Hartmut mobil seine Äußerung!
Was Merkur betrifft, bist du nicht ganz richtig unterrichtet, aber ich werde da nicht mehr schreiben, weil ich nicht weiß, ob es ihm recht ist, dass bitte ich zu akzeptieren.


LG Kerstin


@ Kerstin,
für diese Angelegenheiten haben wir einen Mitgliederbereich angelegt. Da können wir gerne über diese Sachen schreiben. Hierher gehört das nicht.
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon manudave » 16. August 2011, 18:37

nightfire64 hat geschrieben:
Mein lieber David, denkst du ich setze mich hier Stunden hin und zitiere alle diese Beiträge, du kennst sie doch selber.
So einfach kann man es sich also machen... Ohne Beispiele diskutieren wir im luftleeren Raum und das entbehrt dementsprechender jeder Grundlage.


Was das Hurra brüllen betrifft, dass habe ich noch klar vor mir, weil ich da auch drauf geschrieben habe. Mitgliederbereich Feliks sein Austreten und Heimis, Kurfürst oder Hartmut mobil seine Äußerung!

Was Merkur betrifft, bist du nicht ganz richtig unterrichtet, aber ich werde da nicht mehr schreiben, weil ich nicht weiß, ob es ihm recht ist, dass bitte ich zu akzeptieren.
...wo wir wieder beim luftleeren Raum wären...

LG Kerstin


Damit sollten wir es dann auch bewenden lassen und den anderen Usern die Möglichkeit lassen sich zur (mittlerweile geänderten) Überschrift zu äußern.
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Re: Was ist eigentlich Aufklärung?

Beitragvon ex-maja64 » 16. August 2011, 18:43

Geschichte und Geographie das waren meine Lieblingsfächer in der Schule. Aber karl wenn da etwas rotbelichtet rüberkam, so war das eh erst in der 9. und 10. Klasse. So wie es Nostalgiker schrieb, Geschichte der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert (und da gehörte ja auch ein Bebel dazu), Spartakusbund, USPD etc.
Persönlich interessierten mich aber in dem Alter schon mehr Zeitzeugenberichte, wie z.B. die meines Großvaters, der beim Ausbruch aus dem Kessel von Tscherkassy dabei war.


Mario
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon ex-maja64 » 16. August 2011, 18:49

manudave hat geschrieben:Damit sollten wir es dann auch bewenden lassen und den anderen Usern die Möglichkeit lassen sich zur (mittlerweile geänderten) Überschrift zu äußern.



Mein lieber David, falls du es noch nicht festgestellt hast, die geänderte Überschrift befindet sich nur über deinen Beiträgen.

Mario
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon manudave » 16. August 2011, 18:51

Ich wollte jetzt nicht jeden einzelnen Post ändern, Maja. [wink]
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon ex-maja64 » 16. August 2011, 18:58

manudave hat geschrieben:Ich wollte jetzt nicht jeden einzelnen Post ändern, Maja. [wink]


Na für was biste den hier Mod. [grins]
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Re: Was ist eigentlich Aufklärung?

Beitragvon nightfire64 » 16. August 2011, 19:15

karl143 hat geschrieben:
nightfire64 hat geschrieben:
Mein lieber David, denkst du ich setze mich hier Stunden hin und zitiere alle diese Beiträge, du kennst sie doch selber.
Was das Hurra brüllen betrifft, dass habe ich noch klar vor mir, weil ich da auch drauf geschrieben habe. Mitgliederbereich Feliks sein Austreten und Heimis, Kurfürst oder Hartmut mobil seine Äußerung!
Was Merkur betrifft, bist du nicht ganz richtig unterrichtet, aber ich werde da nicht mehr schreiben, weil ich nicht weiß, ob es ihm recht ist, dass bitte ich zu akzeptieren.


LG Kerstin


@ Kerstin,
für diese Angelegenheiten haben wir einen Mitgliederbereich angelegt. Da können wir gerne über diese Sachen schreiben. Hierher gehört das nicht.




Nun gut, ich habe diesen Thread nicht aufgemacht und David wollte Antworten von mir!
Da frage ich mich nun aber, warum gehört dies in den Mitgliederbereich, dass ist doch der Grund, warum eine sachliche Aufarbeitung nicht klappt. Nimm doch als Nächstliegendes den Beitrag von wibi bei Offtopic mit seinem Aufruf. Der einzige vom Team der darauf reagiert hat, nachdem ich geschrieben habe, war Luchs, also kann ich doch nicht so verkehrt liegen. Vielleicht dämmert es jetzt ja ein wenig bei David, so kann ein luftleerer Raum, ganz schnell verschwinden.

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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon Edelknabe » 16. August 2011, 19:20

Kerstin ich bin sprachlos...oder schreiblos...oder keine Ahnung, denn jetzt hast du dich geoutet, du hast es rausgelassen und uns Wessis hier im Forum sehen mit offenen Mund(he, das war ein Spass, also Mund wieder zu), es ging auch ganz normal zu in dieser DDR. Ich schrieb das schon öfters und Nostalgiker hatte es im Text ebenfalls gebracht, wir sind sowas von unterschiedlich, wir "Brüder und Schwestern" West und Ost, das geht auf keine Milkakuh, denn die würde glatt umfallen weil sie unsere Lebensaltlasten sprich Erfahrungen einfach nicht zu tragen bereit ist.
Und das hauen wir uns jetzt um die Ohren und auch da hat Nostalgiker Recht, der Wessi(entschuldigt, aber die Abkürzung ist gut, lässt sich auch schneller schreiben)entblöst sich einfach nicht, der kommt nicht aus sich raus, er ist gehemmt und zugeknöpft und....was ganz wichtig ist, er wurde nicht wie wir Ossis nach der Wende erstmal auf den Kopf,dann und jetzt alles sinngemäß wieder zurück auf die Beine, dann zehnmal Überschlag, dann unsicherer Stand...dann so ganz langsam besserer Stand und jetzt stehen wir aber auch sowas von auf eigenen Beinen, sicherer geht es selten.
Das, um es mal so direkt zu sagen, das hat er nie kennengelernt, uns Bruder und Schwester, er blieb doch fast 22 Jahre in seinem Sessel hocken, nur der Jahreswagen in der Toreinfahrt wechselte aller maximal 2Jahre und somit sind wir im aber auch sowas von Vorteil in dem Vergleichen der Systeme, das geht wieder auf keine Milkakuh.
Und nein, ich bin kein....nein besser, ich möchte hier keinem Landsmann West zu nahe treten, es ist alles sinngemäß gemeint und allgemein und wer mich kennt, also mit mir kann man Pferde stehlen und ich hau auch niemanden in die Pfanne.
Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Der Film ist weg und ich geh ins Bett...allen eine wirklich gute Nacht.

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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon LEGO » 16. August 2011, 19:42

Rainer-Maria,

Du hast das im großen und ganzen recht treffend beschrieben.

Dem Wessi ist nach der Grenzöffnung gar nichts Großartiges passiert; o.k. Grenze ist auf, Wiedervereinigung, paar Millionen BRD-Bürger mehr...

Das war`s eigentlich (mit der zeitlichen Distanz von 22 Jahren).

Viel mehr bewegen mußten sich die Ossies, bzw. sie wurden bewegt.

Dann ist es natürlich auch nicht verwunderlich, daß ich als Wessie (der ja eigentlich nichts zu erzählen hat) die Klappe halte und dennoch mit offenem Mund den Erzählungen der Ossies lausche.

Ich hoffe, ich hab Dich nicht vom Schlafen abgehalten.


Gruß Volker
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon Edelknabe » 17. August 2011, 06:05

Volker dann lasst es doch mal raus, erzählt also uns Ossis doch mal von eurer Kinderzeit, denn Kindergärten gabs doch nicht im Westen wenn ich richtig informiert bin. Mama West war also Zuhause und Papa West malochte im Pott...oder so, oder auf der Werft,oder bei Opel und MBenz, der brachte das Geld Nachhause und wollte Mama West mal ein bißchen Taschengeld, dann musste Papa erstmal einer ...na du weißt schon, das was wir Männer besonders mögen...erst danach durfte sie Shoppen gehen aber mal Spass beiseite, so oder so ähnlich muss das doch bei Euch abgegangen sein?
Laßt es einfach mal raus, ihr braucht euch doch nicht klein zu machen und haut uns eure Erzählungen um die Ohren und wir Ossis arbeiten das dann auf, wir sagen euch dann, wer ihr seit und wo ihr menschlich steht...ist doch so Volker, denn das macht ihr die ganze Zeit mit uns und nein, es gibt auch sehr angenehme Ausnahmen, was ich so an westdeutschen Landsleuten speziell hier im Forum und auch auf Treffen schon sehr warmherzig kennengelernt habe.

Rainer-Maria der immer noch schmunzelt und über meine Cousins aus dem Pott schrieb ich ja schon öfters, da war das so ähnlich wie oben beschrieben, nur der Alte, der versoff immer wöchendlich die Kohle und dann, wenn er heimkam gabs ...na, ich habe darüber schon genug geschrieben, aber sowas gabs auch im Osten, keine Frage.
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon nightfire64 » 17. August 2011, 13:20

Das ist auch so ein, in diesem Bezug, fürchterliches Wort , „privilegierte Kinder“ und es wird so gerne benutzt.
Was hier als privilegiert bezeichnet wird, dafür habe ich teuer bezahlt. Ich hatte nicht wie andere eine gesunde Mutti, die mal schnell eine Radtour oder ähnliches mit mir machen konnte. Nein sie war schwer Herzkrank und ich weiß nicht ob es für ein Kind so ein tolles Erlebnis ist, wenn man von kleinauf eingetrichtert bekommt…,“wenn mit der Mutti was ist, dann gib schnell diese eine Tablette“, die war immer in einem extra Kästchen. Sie hatte gerade in den 70zigern diese Herzanfälle und da ging mir mehr als der Ar…. ! Ich glaub es gibt nichts schlimmeres, wie wenn du deine Mutti siehst, wie sie keine Luft bekommt und die Lippen und Fingernägel immer blauer werden. Es legte sich erst als sie 1984 zwei neue Herzklappen bekam. Diese Zeit hat mich schneller erwachsen werden lassen und das war mein Trauma in der Kindheit.
Nun meine Frage, passt da das Wort „privilegiert“?

Es werden solche Worte in der heutigen Zeit in den Raum geworfen, obwohl kaum einer die Lebensgeschichte seines Gegenüber kennt und es sind genau solche Worte, die mich Dicht machen lassen und ich mir denke, dass alles hat doch sowieso keinen Sinn.
Wenn ich dann noch solche selbstgerechten und zynischen Worte wie von David lese…, „Verfechter des Ostens“, Entschuldigung, aber da muss ich mich einfach fragen……!!! Bild

Hinter jedem dieser angeblichen Verfechter steht ein Leben David, ein Menschenschicksal und nicht so ein kurzes Leben wie du in der DDR verbracht hast, nein ein richtiges Leben mit allen Höhen und Tiefen und das sollte man nie vergessen und sich auch nicht darüber lustig machen.

Denn wie ist die Sache mit dem Hochmut und dem Fall……!? Bild

Nachdenkliche Grüße

Kerstin
nightfire64
 

Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon 17.Juni » 17. August 2011, 17:24

Hallo manudave,

ich hab mal "nachgeschlagen"

Als Vergangenheitsbewältigung wird gewöhnlich in Deutschland und Österreich die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und ihren Merkmalen bezeichnet, insbesondere Gewaltherrschaft, Völkermord, Holocaust, Kriegsschuld, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Rassismus, Mitläufer- und Denunziantentum. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff die Konsequenzen, die aus den Erfahrungen dieser Zeit auf politischer und kultureller Ebene gezogen wurden. Für die Zeit nach 1945 wird er auch auf Ursachen und Folgen von Vertreibung und deutscher Teilung bezogen.
Erneute Aktualität hat der Begriff in den 1990er Jahren dadurch gewonnen, dass mit dem Zusammenbruch der DDR auch die Notwendigkeit und die Chance verbunden waren, das in diesem Rahmen begangene Unrecht aufzuklären oder zu sühnen (siehe auch Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen (ZESt) in Salzgitter).
Der Begriff wird auch als Sammelbezeichnung für Aktivitäten verwendet, mit denen sich demokratische und der Wahrung der Menschenrechte verpflichtete Gesellschaften befassen, um eine von Diktatur und Verbrechen gekennzeichnete Vergangenheit aufzuarbeiten.


Quelle: WIKIPEDIA

Ich hoffe ich konnte einige Fragezeichen über den Köpfen der Ratsuchenden abbauen.


In diesem Sinne......
17.Juni
 

Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon manudave » 17. August 2011, 18:04

nightfire64 hat geschrieben:Wenn ich dann noch solche selbstgerechten und zynischen Worte wie von David lese…, „Verfechter des Ostens“, Entschuldigung, aber da muss ich mich einfach fragen……!!!

[i][color=#FF0040]Hinter jedem dieser angeblichen Verfechter steht ein Leben David, ein Menschenschicksal und nicht so ein kurzes Leben wie du in der DDR verbracht hast, nein ein richtiges Leben mit allen Höhen und Tiefen und das sollte man nie vergessen und sich auch nicht darüber lustig machen.

Nachdenkliche Grüße

Kerstin


Nee, nix in den Mund legen und dir etwas selbst aufdrücken, was für RMR gemeint war. Der alte Haudegen braucht keine Unterstützung und ein wenig Spaß hin und her vertragen wir beide - er alt ich jung...
Manchmal habe ich das Gefühl, du geiselst dich selbst ein wenig und schaffst dir Vorwürfe selbst, die gar keiner in deine Richtung macht. Man nehme das Beispiel schießwütige Grenzer - hat nie jemand im Forum behauptet... - und trotzdem prangerst du das an.
Genauso wenig will ein regelmäßig schreibender User im Forum jemandem die eigene Biografie vorwerfen - auch hier suche ich vergeblich nach Beispielen.
Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein!
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon nightfire64 » 17. August 2011, 18:09

17.Juni hat geschrieben:Hallo manudave,

ich hab mal "nachgeschlagen"

Als Vergangenheitsbewältigung wird gewöhnlich in Deutschland und Österreich die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und ihren Merkmalen bezeichnet, insbesondere Gewaltherrschaft, Völkermord, Holocaust, Kriegsschuld, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Rassismus, Mitläufer- und Denunziantentum. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff die Konsequenzen, die aus den Erfahrungen dieser Zeit auf politischer und kultureller Ebene gezogen wurden. Für die Zeit nach 1945 wird er auch auf Ursachen und Folgen von Vertreibung und deutscher Teilung bezogen.
Erneute Aktualität hat der Begriff in den 1990er Jahren dadurch gewonnen, dass mit dem Zusammenbruch der DDR auch die Notwendigkeit und die Chance verbunden waren, das in diesem Rahmen begangene Unrecht aufzuklären oder zu sühnen (siehe auch Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen (ZESt) in Salzgitter).
Der Begriff wird auch als Sammelbezeichnung für Aktivitäten verwendet, mit denen sich demokratische und der Wahrung der Menschenrechte verpflichtete Gesellschaften befassen, um eine von Diktatur und Verbrechen gekennzeichnete Vergangenheit aufzuarbeiten.


Quelle: WIKIPEDIA

Ich hoffe ich konnte einige Fragezeichen über den Köpfen der Ratsuchenden abbauen.


In diesem Sinne......





Das ist nichts Neues 17. Juni, also ich kenne die Definition.
Es ist aber wieder allgemein und nicht das Leben des Einzelnen!!

Kerstin
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon nightfire64 » 17. August 2011, 18:35

manudave hat geschrieben:
nightfire64 hat geschrieben:Wenn ich dann noch solche selbstgerechten und zynischen Worte wie von David lese…, „Verfechter des Ostens“, Entschuldigung, aber da muss ich mich einfach fragen……!!!

Hinter jedem dieser angeblichen Verfechter steht ein Leben David, ein Menschenschicksal und nicht so ein kurzes Leben wie du in der DDR verbracht hast, nein ein richtiges Leben mit allen Höhen und Tiefen und das sollte man nie vergessen und sich auch nicht darüber lustig machen.

Nachdenkliche Grüße

Kerstin


Nee, nix in den Mund legen und dir etwas selbst aufdrücken, was für RMR gemeint war. Der alte Haudegen braucht keine Unterstützung und ein wenig Spaß hin und her vertragen wir beide - er alt ich jung...
Manchmal habe ich das Gefühl, du geiselst dich selbst ein wenig und schaffst dir Vorwürfe selbst, die gar keiner in deine Richtung macht. Man nehme das Beispiel schießwütige Grenzer - hat nie jemand im Forum behauptet... - und trotzdem prangerst du das an.
Genauso wenig will ein regelmäßig schreibender User im Forum jemandem die eigene Biografie vorwerfen - auch hier suche ich vergeblich nach Beispielen.






David, dass zeigt wieder, es hat keinen Sinn über irgendetwas persönliches zu schreiben.
Ich geisle mich mit Sicherheit nicht, warum auch. Mit RMR hat das auch nix zu tun.
Das Ausschlaggebende über mein Leben in DDR zu schreiben, waren deine so sinnvollen Worte
„Verfechter des Osten", da ich in der Hoffnung war, dass selbst du es mal in dein junges Köpfchen kriegst, dass es um Menschenschicksale geht und eben nicht nur um das Regime.
Ihr verlangt stets und ständig, dass die Gegenseite endlich Einsicht zeigen soll und dass nur eure Worte die einzig wahren Worte sind und genau das geht nicht. Die DDR hat nicht nur aus MfS bestanden, es gab auch Normalbürger und die reden euch nun mal nicht nach dem Mund.
Die Worte die ich benutzt habe, beherrschen doch in der heutigen Zeit, die Deutsche Sprache.

Kerstin

p.s. Ach so ich vergaß, da muss ich mich entschuldigen da ich etwas anscheinend verwechselt habe, natürlich waren nach eurer Aussage, die Grenzer gute Grenzer! Wie konnte mir so ein gravierender Fehler unterlaufen!
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon manudave » 17. August 2011, 18:45

Gute Grenzer - schlechte Grenzer...hmmm... das will doch hier gar keiner Bewerten. Wir reden über das Grenzregime und viele verurteilen das zurecht auf´s Schärfste. Sicher gibt es Grenzer, die selbst von Kameraden als übelste Sorte eingestuft werden, insofern erfolgen da schon Bewertungen. Aber in den wenigsten Fällen durch "Grenzfremde" Personen. Vielmehr hinterfrage Mitglieder wie Jörg und ich z.B. Vieles aus der damaligen Zeit - ohne zu bewerten.

Deinen Einwand mit den Schicksalen kann ich nur unterschreiben. Auch ein jedes Opfer dieser Dikatatur ist ein Mensch - und dieses kann heute noch gewaltig leiden.

Natürlich gab es auch den normalen Alltag völlig normaler Menschen. Aber wurde der nicht auch irgendwie IMMER geprägt durch bestimmte Grenzen, die der Staat in fast jeder Hinsicht stellte? Insofern sehe ich den normalen Alltag aus demokratische Sicht gar nicht so alltäglich.

Zu guter Letzt verlangt kein Mensch in diesem Forum Einsicht, wer sollte auch das Recht dazu haben? Nimm doch einfach mal hin, dass du für deinen offenen Beitrag gelobt wurdest und wir User gern mehr davon lesen wollen. Da müssen nicht gleich wieder Vorwürfe in irgendeine Richtung kommen.
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon Edelknabe » 17. August 2011, 19:41

Ich glaube die letzten Tage um diese Mauerschließung damals haben uns alle hier im Forum sehr lockere Finger auf der Tastatur beschert, es ging hoch, es ging runter und nun ist doch alles wieder vorbei und der Alltag zieht ein, wie damals auch in Ost und West.
Ich sage, das Leben besteht aus Alltag,aus dem Alltag hier und jetzt und nicht aus irgendwelchem unwichtigen Rummel um eine längst vergangene Zeit, um diese Mauer zum Beispiel.Wir haben auch festgestellt in der teils hitzigen Diskussion, wir kommen von unserem ganz persönlichen Standpunkt in der Bewertung der Mauersache nicht herunter....warum auch, warum sollten wir das denn der ganze Mist ist eh Geschichte, ist heute sowas von unwichtig fürs persönliche Leben aber vielleicht fürs Geschichtsbuch schon, damit es immer Mal auf den neuesten Stand im Sinne des jeweils herschenden Systems gebracht wird, das ist auch wie mit Denkmälern bei uns und bumms fällt der Lenin und olle Adenauer Hakennase steht plötzlich drauf.Bis der natürlich mal wieder umgestossen wird vergehen wieder Jahre, wenn nicht Jahrzehnte und bumms, steht olle Lenin wieder drauf.
Also Alltag her und der kann sehr schön aber auch sehr anstrengend sein, für manche besteht er nur aus der Farbe Grau und Andere sehen auch die kleinen Dinge, die ihn lebenswert machen. Also stemmen wir uns da rein und sehen das Forum locker, wie ein wichtiger Zeitvertreib, das macht auch Sinn weil der Sinn des Lebens in der Auseinandersetzung besteht, nicht im geistigen Einschlafen und Müssiggang bzw. verkümmern der Kommunikation des menschlichen Miteinander.
Alleine aus dem Fenster schauen, das können wir später mal im Alten-oder Pflegstift wenn die Brille so dick und die Finger zu krumm für die Tastatur geworden ist, jetzt heißt es schreiben, denn ab und zu steht da mal was im Text, wo die Nachgeborenen kurz stutzen und vielleicht genauer lesen.
Verlassen können wir uns aber nicht darauf aber das sollte uns dann auch nicht mehr interessieren, weil wir dann die Alpenveilchen von unten betrachten.

Rainer-Maria mit dem Wort zur Nacht und herzlich gelacht.
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon Dille » 17. August 2011, 20:52

Danke --

so sehe ich dies auch, und Du bist mit Deinen Beiträgen auch deshalb so "aufregend" für mich, da ich mich hier einmal glaubhaft in die "Gegen"seite hineindenken kann -- ohne auf der "Schuldschiene" zu sein,

Gruß Dille
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon Nostalgiker » 17. August 2011, 21:26

Natürlich gab es auch den normalen Alltag völlig normaler Menschen. Aber wurde der nicht auch irgendwie IMMER geprägt durch bestimmte Grenzen, die der Staat in fast jeder Hinsicht stellte? Insofern sehe ich den normalen Alltag aus demokratische Sicht gar nicht so alltäglich.


Also entweder bin jetzt müde oder dämlich geworden, Satz 2 und Satz 3 im obigen Zitat klingen für mich mystisch und sind für mich nicht durchschaubar.

Wenn ich also in einer Diktatur Montags bis Freitags arbeite, 6 Uhr aus dem Haus gehe, gegen 17 Uhr heimkehre, Nahrung beschaffe, den Abend wie auch immer gestalte ist das normaler Alltag eines normalen Menschen geprägt durch bestimmte Grenzen(welche bitte schön), wenn ich den gleichen Ablauf aus demokratischer Sicht (???????????) habe ist das nicht normal? sprich alltäglich.
Ehrlich, bei solchem Konstrukt stehe ich auf'm Schlauch.


Gruß
Nostalgiker
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon ex-maja64 » 17. August 2011, 21:45

Ja unser David, sehen wir es ihm nach, er ist noch jung an Jahren. Vielleicht wird es bei ihm ja auch die Zeit bringen, diese Erkenntnis, unterschiedliche Lebenswege führen zu unterschiedlichen Sichtweisen, wobei so richtig glaube ich nicht daran.


Mario
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon vs1400 » 17. August 2011, 22:58

ich unterscheide zwischen geschichtlicher aufarbeitung und persönlicher und dass ist mir wichtig.

für geschichtliche, fehlt mir zeit und muse und offen gesagt lese ich geschichte lieber nach, als in ihr zu suchen.
danke aber denen, die dafür interesse haben und sich dabei kräftig ins zeug legen.

die persönliche aufarbeitung findet doch, irgendwie, jeden tag statt und gehört wohl zum sogenanntem alltag.

persönlich hab ich aber auch ne geschichte aufzuarbeiten und da nutze ich jede möglichkeit, am liebsten sind mir jedoch die gespräche.
so von mensch zu mensch, egal ob ost oder west. ... wie hast du es gesehen? ... aha! ... und warum?

ich habe gehört, gelesen oder hier der Link! ... ist oft nur unterhaltung, man liest und vergisst es.

gruß vs
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon Edelknabe » 18. August 2011, 07:06

Guten Morgen und ein bißchen muss ich mich mal zurücknehmen in meinem gestrigen Text denn ich schrieb sinngemäß etwas von "Unwichtiger Rummel und Mist" mit der Mauersache und merke dabei, ich bin auch so Einer, den das Alles eigentlich nie persönlich nahe ging, weil es auch Familier...är (schreibt man das besser so?) keine Fälle gab, wo Jemand an dieser Grenze sein Leben ließ.
Es ist also eine Sache die mich nicht betrifft bis auf den Wehrdienst am Kanten(grüne Grenze) und den habe ich längst abgelegt im Schuhkarton am Ende der Welt, da wo der Bretterzaun steht...aber darüber schrieb ich schon öfters.
Mal hin zum "Alltag in der Demokratie " laut David und dazu eine schöne Geschichte.
Wöchendlich kaufe ich immer ein, ein Großeinkauf in Leipzig in einem Supermarkt für meine älteren Schwiegereltern weil diese es einfach nicht mehr können und wenn ich so durch den Riesenmarkt laufe mit meinem Einkaufswagen nebst Zettel und so die Leutchen beobachte...ich mache das gerne, stell mich auch mal hin und schaue bloß...also dann denke ich so bei mir, diese Demokratie scheint nur noch aus Einkaufen zu bestehen und da wird sich gestritten bis aufs Messer (so ältere Ehepaare) um ganz simplen Mist...die Käse oder Wurstsorte und die Wagen vollgeladen wo man denkt, der will ein ganzes Jahr davon leben dabei dabei sind die Leute jede Woche wieder da, dann mit den Wagen hantiert so nach dem Motto "Weg da hier komme ich", es wird also aber auch voll auf sein Recht gesetzt, dann gibt es diese Ehepaare, die aussehen als geht es in die Oper...Er im schicken Zweiteiler und Sie in Stöckelschuhchen bei gut fast 80 Jahren das man wieder denkt, die wollen nochmal 17 Jahre jung werden, dann die schwer Übergewichtigen wo der Wagen als Stütze herhalten muss aber komischerweise auch überquillt vor lauter Produkten, die deren Übergewicht noch aufpumpen wie ein Luftballon, dann die Einsamen von jung bis alt, die Singlegeneration mit kaum was im Wagen und einem Blick, der irgendwie ans Herz geht mit dem Satz..."Mich sieht sowieso keiner und nachher bin ich wieder einsam, in meinen vier Wänden und es wäre ja schön, wenn da ein Prinz oder eine Prinzessin käme und mich erlöst oder einfach nur ein Mensch zum reden"
Es ist so schön zum beobachten," diese Einkaufskonsumalltagsdemokratie" und mir fehlt etwas die Zeit um weiterzuschreiben denn heute ist Opaenkelinenalltag (Wir Beide völlig allein im großen Haus)und die Nudel muss nachher in den Kindergarten.

Rainer-Maria und allen im Forum einen guten Alltag...Tag.
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon Interessierter » 18. August 2011, 10:40

Nostalgiker hat geschrieben:
Natürlich gab es auch den normalen Alltag völlig normaler Menschen. Aber wurde der nicht auch irgendwie IMMER geprägt durch bestimmte Grenzen, die der Staat in fast jeder Hinsicht stellte? Insofern sehe ich den normalen Alltag aus demokratische Sicht gar nicht so alltäglich.


Also entweder bin jetzt müde oder dämlich geworden, Satz 2 und Satz 3 im obigen Zitat klingen für mich mystisch und sind für mich nicht durchschaubar.

Wenn ich also in einer Diktatur Montags bis Freitags arbeite, 6 Uhr aus dem Haus gehe, gegen 17 Uhr heimkehre, Nahrung beschaffe, den Abend wie auch immer gestalte ist das normaler Alltag eines normalen Menschen geprägt durch bestimmte Grenzen(welche bitte schön), wenn ich den gleichen Ablauf aus demokratischer Sicht (???????????) habe ist das nicht normal? sprich alltäglich.
Ehrlich, bei solchem Konstrukt stehe ich auf'm Schlauch.


Gruß
Nostalgiker


Also ob Du jetzt müde oder dämlich geworden bist, kann und möchte ich nicht beantworten. Das aber der Alltag in der DDR, aus der Sicht von Bürgern der BRD und vom Großteil der Bürger der DDR, nicht alltäglich war, ist doch eigentlich sonnenklar.
Wenn Du Deinen Alltag nicht frei gestalten kannst ( im Rahmen üblicher demokratischer Freiheiten ), wenn Du täglich eingeschränkt oder bevormundet bist, durch Einschränkung der Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit usw., dann ist das kein alltäglicher Alltag, auch wenn die Personen, die diese Einschränkungen als richtig empfanden oder sogar den Organen dienten, die solche Einschränkungen überwachten, das so empfanden oder darstellen.

Wobei ich eigentlich bei meiner Frage angelangt bin, die ich in Bezug auf die Aufarbeitung, gerne einmal loswerden wollte.
Ich möchte vorwegschicken, daß ich nach mehr als zwei Jahrzehnten hoffe, die persönliche Vergangenheit und entsprechende Schuldzuweisung an Bürger ( einschl. MfS Mitarbeiter, ehem. Grenzer usw. ) sollten aufhören.

Jetzt zur Frage:
Wie soll das aber gehen wenn fortwährend immer wieder von gewissen Personenkreisen versucht wird DDR-Unrecht schönzureden?
Wie es besonders gern zu Tagen wie dem 13. August geschieht ? Solange diese Kreise Mauerbau und politische Gefangene schönreden und Hohenschönhausen fast zu einem "Fünfsternehotel" hochjubeln oder meinen erschossene GV hätten selber Schuld gehabt, hat da der Versuch einer Aufarbeitung überhaupt eine Chance?
Ist mit solchen Personen eine Aufarbeitung überhaupt möglich und letztendlich: Wollen diese Menschen es überhaupt?

Oder bezogen auf die obige Festellung in Bezug auf einen normalen Alltag frage ich mich : Ist eine Aufarbeitung mit einem Menschen, der einen Alltag ohne Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit usw. als normal bezeichnet, überhaupt möglich?
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Re: Was ist eigentlich Aufarbeitung?

Beitragvon 17.Juni » 18. August 2011, 12:43

Hallo Kerstin,

nightfire64 hat geschrieben: Das ist nichts Neues 17. Juni, also ich kenne die Definition. Es ist aber wieder allgemein und nicht das Leben des Einzelnen!! Kerstin


ich hatte mir ja nur erlaubt auf die eingangs gestellte Frage zu antworten. Mehr wollte ich eigentlich nicht, ein Individualität ist natürlich mit so einer allgemeinen "Erklärung" nicht drinn.

in diesem Sinne....
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