Wendekinder – sind wir ein Volk?

Alles was in den Zeitraum nach der Wende gehört. Das Zusammenwachsen von zwei grundverschiedenen Systemen, Probleme, Erwartungen, Empfindungen usw.

Wendekinder – sind wir ein Volk?

Beitragvon Interessierter » 19. Juli 2018, 10:29

Es kommt zusammen, was zusammengehört: 27 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint eine Generation heranzuwachsen, die die Mauer in den Köpfen überwindet.

Sie sind jung, sie sind modern und sie leben in einem wiedervereinigten Deutschland: Wer in der Zeit nach dem Mauerfall geboren ist, kennt die deutsche Teilung nur noch aus Erzählungen. Die innerdeutsche Grenze zwischen DDR und BRD gibt es längst nicht mehr. Aber sind die jungen Deutschen 27 Jahre nach der Wiedervereinigung wirklich wieder ein Volk? Wie lebt die Generation der Wendekinder heute? Die Generation derjenigen, die nach 1990 geboren wurden? Wie unterscheiden sich die jungen Menschen in den ost- und westdeutschen Bundesländern? Wie zufrieden sind sie mit ihrem Leben und welche Sorgen haben sie? Mit diesen Fragen zu den Wendekindern haben wir einen Datensatz des Sozio-oekonomischen Panels aus dem Jahr 2015 untersucht.

Eines dieser Wendekinder ist Moritz Karn. Er kommt eigentlich aus Frankfurt am Main, hat aber viele Jahre in Dresden und Jena gelebt und dort Politikwissenschaften studiert. "Ich habe schon aufgehört, mir Gedanken über die Unterschiede zu machen." Vor allem bei den jüngeren Menschen seien diese sowieso gering. "Sie sind weniger verwurzelt und fühlen sich nicht mehr so sehr als West- oder Ostdeutsche."

Tobias Wötzel dagegen ist in einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt aufgewachsen und studierte im Bachelorstudium Politik in Dresden. Für sein Masterstudium ist er vor zwei Jahren nach Mainz gezogen. Auch er sagt: "Ich nehme in unserer Generation eigentlich keine Unterschiede zwischen West und Ost wahr. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich mich in einer stdentischen Filterblase bewege."

Was beide vermuten, bestätigen die Daten. Die Wendekinder in Ost- und Westdeutschland sind sich ziemlich ähnlich – zumindest was die Zufriedenheit und die Sorgen in verschiedenen Lebensbereichen betrifft. Die generelle Lebenszufriedenheit, gemessen auf einer Skala von 0 bis 10, ist im Westen mit einem Wert von 7,6 leicht höher als im Osten. Hier geben die Menschen im Schnitt eine Zufriedenheit von 7,2 an. In Ost und West liegen die Wendekinder damit jeweils über dem Durchschnitt aller Befragten.

Der Unterschied zwischen den Wendekindern ist in den Daten selten besonders groß, aber er erstreckt sich konsequent über viele Lebensbereiche. Ob Freizeit, Wohnen, Gesundheit oder Arbeit: Die westdeutschen Befragten sind in geringem Maße zufriedener als ihre Pendants im Osten. Der Mainzer Politologe Kai Arzheimer führt diese Unterschiede unter anderem auf die schlechtere Wirtschaftslage im Osten zurück. "Die dramatischsten Unterschiede zeigen sich dementsprechend beim Haushaltseinkommen und bei der Zufriedenheit damit.

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https://www.zeit.de/gesellschaft/2017-1 ... eutschland
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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