Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Alles was in den Zeitraum nach der Wende gehört. Das Zusammenwachsen von zwei grundverschiedenen Systemen, Probleme, Erwartungen, Empfindungen usw.

Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon Interessierter » 13. Mai 2017, 10:49

Die Geschichte der westdeutschen Familie Mendling in Frankfurt/Oder beleuchtet die Abgründe der Deutschen Einheit hinter den Sonntagsreden.

Prof. Dr. Werner Mendling, ein Wuppertaler Gynäkologe, geht 1995 mit seiner Frau, einer Physiotherapeutin, und seinem Sohn nach Frankfurt/Oder; der angesehene Oberarzt wurde von Kollegen aus dem Osten gebeten, die dort frei werdende Chefarzt-Stelle zu übernehmen. Den Ausschlag für seine Entscheidung geben die moderne Struktur der Frankfurter Klinik und die freundliche Art des scheidenden Chefarztes, der in Pension geht.

Dr. Mendling packt also 1995 seine Sachen und zieht Richtung Osten. Er ist neugierig und voller Pioniergeist, und dass er ein paar Wochen in einem Wohnheim im Klinikgelände unterkommt, macht ihm nichts aus. Bald folgen Frau und Kind in jene Stadt, die auch fünf Jahre nach dem Mauerfall noch grau und trist wirkt, mit viel Plattenbau und reichlich Einschluss-Löchern aus dem Jahr 1945 in der Altbau-Substanz. Doch wird die Stadt umsäumt von einer herrlichen Oderlandschaft...

Mehr und mehr setzt dem Mediziner-Ehepaar aus Wuppertal die Ablehnung zu. War es richtig, hierher zu kommen? Sie haben Freunde gewonnen, doch es gibt von Anfang an auch Merkwürdigkeiten: So wurde dem neuen Chefarzt bei Dienstantritt geraten, keinen Einführungsvortrag zu halten, sondern dies einem Ost-Kollegen zu überlassen, um nicht als Besser-Wessi dazustehen. Und irgendwann musste er sich vor dem obersten Klinik-Direktor (der übrigens einige Jahre später als Stasi-Mitarbeiter enttarnt wird), dem Verwaltungschef und der Justitiarin dafür rechtfertigen, dass er sich über den Ausleihzettel eines Fachbuches mokiert hat, auf dem 1996 noch immer „Staatsbibliothek der DDR“ steht...

Buch über den Osten unter einem Pseudonym

Kurz nach der Maßregelung schiebt jemand einen anonymen Brief mit einem diskriminierenden Cartoon unter seiner Diensttür durch. Anhand einer Chiffre erkennt Dr. Mendling den Absender des Briefes: Es ist der leitende Oberarzt der Klinik für Neurologie. Gynäkologe Mendling bietet diesem Mann ein Gespräch an – als Antwort erhält er die Drohung, er werde schon sehen, was er von seinem Auftreten hier hat.

Die Nadelstiche setzen dem Arzt und seiner Frau mehr und mehr zu. Irgendwann verfasst Gabriela Mendling unter dem Pseudonym Luise Endlich ein Buch, in dem sie ihre Erfahrungen als Westdeutsche in Ostdeutschland beschreibt. Schmeichelhaft fällt das nicht aus für Frankfurt/Oder.

Als es 1999 unter dem Titel „Neuland“ erscheint, ist in der Stadt die Hölle los: Schmähartikel in der Zeitung paaren sich mit Rufmord-Kampagnen. In der städtischen Buchhandlung empfiehlt man Interessierten, das Buch von Frau Mendling nicht zu kaufen, damit sie nicht auch noch Geld damit verdiene. In der gynäkologischen Klinik kursieren anonyme Briefe. Zettel liegen im OP-Saal mit Texten wie „Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, beim Wessi ist es andersrum“.

Sippenhaft für die ganze Familie

Professor Mendling wird schließlich vor den Krankenhaus-Ausschuss der Stadt geladen, im Publikum der später enttarnte Klinik-Chef: Von einem fast 20-köpfigen Gremium, dem nach wie vor mächtigen Mittelmaß der DDR, wird er in die Mangel genommen wegen des Buchs seiner Frau. Längst spürt der Arzt aus Wuppertal, was DDR bedeutet – wieso fast vier Millionen Bürger aus dieser Zwangswelt geflohen sind.

Vielleicht hätten Gabriela und Werner Mendling standgehalten, herrschte in den 90ern nicht noch immer die sozialistische Sippenhaft: Ihr zwölfjähriger Sohn wird plötzlich demonstrativ schlecht benotet. Es häufen sich Schikanen durch ehemalige DDR-Pädagogen, die nun ihr Unwesen in der Demokratie fortsetzen dürfen, bei besserer Bezahlung als zuvor.

Unverblümt teilt eine Lehrerin auf dem Schulhof einer Gruppe von Mitschülern des Jungen mit, die Mutter von Tobias habe gerade ein „ganz beschissenes Buch“ geschrieben. Und als am Schuljahresende den Schülern die neuen Klassenfotos überreicht werden, bekommt ein einziges Kind der Klasse kein Foto – Tobias Mendling. Den weinenden Jungen im Arm, entscheiden die Eltern: „Schluss – hier können wir nicht bleiben.“

Wie lange hält eine Diktatur vor?

Wie lange halten sich Verhaltensmuster einer Diktatur nach ihrem Zusammenbruch? Der Eklat schwappt weit über die Stadtgrenzen, das ARD-Magazin „Kontraste“ sendet einen Beitrag unter dem Titel „Wessi-Mobbing in Frankfurt/Oder“.

Und die Mitbürger? Es gibt Ängstliche, die das Ehepaar durchaus schätzen, sich nun jedoch nicht mehr trauen, mit ihnen gesehen zu werden. Und es gibt Mutigere: Als sich herum spricht, dass Prof. Mendling die Klinik und Frankfurt verlassen will, bitten ihn viele Menschen zu bleiben, und diese Bitte schließt auch seine Frau ein.

Mehrere Ärzte aus Brandenburg schreiben: „Wir wissen, wie die DDR tickte, wir wissen, wie viel davon noch da ist. Deshalb, liebe Frau Mendling, lieber Herr Mendling – bitte bleiben Sie bei uns. Wir brauchen Sie – bitte verlassen Sie uns nicht!“ Die Schwestern halten sich aus der Auseinandersetzung raus.

Viele hat es noch schlimmer erwischt


Im Mai 2000 gibt Prof. Dr. Mendling seine Stelle als Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Frankfurt/Oder auf und geht nach Berlin. Es ist das Jahr, in dem der Berliner „Tagesspiegel“ titelt: „In Ostdeutschland leben: Das ist, im zehnten Jahr der deutschen Einheit, für viele Westler immer noch ein Graus.“

Vielen, doch nicht allen ergeht es ähnlich wie den Mendlings in Frankfurt/Oder. Mancher Westler fühlt sich zehn Jahre nach der deutschen Einheit unter Ostlern so wohl, als hätte man jahrelang gemeinsam Schlange gestanden, auch das gibt es. Vieles hängt von der Atmosphäre in einer Stadt ab, vom Arbeitsplatz, auch davon, ob die mitgereisten Kinder in der neuen Schule gut aufgenommen werden oder sich an ihnen die Engstirnigkeit aus DDR-Tagen fortsetzt.

Gewiss, es gibt noch bösere Einheitsgeschichten als die der beiden Mediziner aus Wuppertal, die es nach Brandenburg zog. Von einer in Gera eingesetzten Bank-Filialleiterin lässt sich berichten, die per Lebensmittelvergiftung zurück in den Westen getrieben wurde. Vom Journalisten aus Hessen, der an die Pinnwand seiner Redaktion zur Vorweihnachtszeit gekritzelt fand: „Advent, Advent, ein Wessi brennt: Erst ein Ärmchen, dann ein Beinchen, dann das ganze Wessi-Schweinchen...“ Erinnert sei an die vielen jungen Lehrer, die in den 1990er Jahren voller Pioniergeist in den Osten aufbrachen und deren pädagogischer Elan von den Erben Margot Honeckers so heftig gestutzt wurde, dass sie schon bald dankbar den berüchtigten Satz aufgriffen: „Wenn es Ihnen nicht passt, dann stellen Sie doch einen Ausreise-Antrag.“

Der vollständige Beitrag hier:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... taten.html

Wie lange hält eine Diktatur vor?


Beiträge in diversen Foren lesend stelle ich fest: Mindestens 27 Jahre und das gottseidank nur bei einer Minderheit von Zurückgebliebenen, im wahrsten Sinne des Wortes... [flash]
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon karnak » 13. Mai 2017, 11:20

Wilfried, diese Westnasen habe ich nach der Wende zur Genüge erlebt und dieser Doktor und Du wollen doch jetzt der Welt nicht allen Ernstes erklären sie waren die Guten und Supertypen die den Brüdern und Schwestern im Osten nur helfen wollten und für ihr edles Wirken haben sie nur Undank geerntet, weil in Größeordnungen von Betonköpfen umgeben. Diese Erklärbären wurden mehr und mehr als Kolonialherren und Besatzer empfunden.
Das mit solchen anonymen Briefen ist natürlich nicht sonderlich clever. Ich habe da Glück, Dank der JHS gelingt es mir solche Experten effizienter in die Schranken zu weisen. Und abschließend, die Mehrheit der Wessis hat sich auch nicht so blöde und ungeschickt angestellt, sie haben erstmal akzeptiert, dass die Leute ihr Berufsleben gemeistert haben und haben erstmal zugehört und nicht gleich große Töne gespuckt, dann lief es auch mit der Zusammenarbeit, sogar trotz einer eventuellen früheren IM-Tätigkeit, gleich der nächste Quark der NATÜRLICH vorhandensein muss in den Augen solcher Klapperköppe um ihr Versagen im "wilden Osten"zu erklären, an dem sie NATÜRLICH keinerlei Anteil hatten, sie waren ja die Guten.
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon Nostalgiker » 13. Mai 2017, 11:25

Ach Gottchen Freya Klier lässt sich unter anderem über Luise Endlichs Buch "NeuLand" aus .....

Interessierter hasst du dieses Buch gelesen?
Um es mal ganz böse zu sagen, es ist fast ein Wunder das die Frau für dieses Machwerk , nicht noch stärke angegangen wurde. Denn mit diesem Buch erfüllt sie wirklich jedes Klischee über den arroganten Besserwessi ......

Bevor du fragst, ja ich habe dieses Buch gelesen, es steht in meinem Bücherregal und das nachfolgende Buche ebenfalls. Ist genauso übel .......

Dazu fällt mir folgende Geschichte ein; mein Kollege und ich saßen nach einem anstrengenden Arbeitstag noch ein wenig in der Hotelbar. Nach kurzer Zeit kamen wir mit einem Herrn ins Gespräch der nach kurzer Zeit ziemlich übel über die Ostdeutschen herzog. Seine Tiraden gipfelten in der Behauptung das er jeden Ossi 100 Meter gegen den Wind erkennen würde aber in der Bar säßen keine ....
Mein Kollege klärte ihn darauf hin darüber auf das er sich bereits seit knapp zwei Stunden mit einem echten Ossi unterhalte und es nicht bemerkt habe .....
Klein mit Hut ist nichts dagegen gewesen.
Übrigens war das um 1998 herum, also in etwa die Zeit wo der Arzt mit seiner Frau durch die Hölle gingen als unverstandene Wessis .....
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon icke46 » 13. Mai 2017, 12:38

Es gab seinerzeit schon einmal eine Diskussion über das Buch bzw. die Bücher. Ich selber habe es auch nicht gelesen, kann mich allerdings erinnern, dass es laut Rezensionen von Klischees nur so strotzte.

Ergänzend sei erwähnt, dass die Autorin 2007 im Alter von 58 Jahren verstorben ist.

Gruss

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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon Kumpel » 13. Mai 2017, 13:27

karnak hat geschrieben:Wilfried, diese Westnasen habe ich nach der Wende zur Genüge erlebt und dieser Doktor und Du wollen doch jetzt der Welt nicht allen Ernstes erklären sie waren die Guten und Supertypen die den Brüdern und Schwestern im Osten nur helfen wollten und für ihr edles Wirken haben sie nur Undank geerntet,



Da hätte ich aber von dir mehr erwartet als diesen pauschalisierenden polemischen Unsinn!
Aber vielleicht tickst du ja tatsächlich so und das sich in der DDR ein spezielles Klima entfalten konnte habe ich ja nun am eigenen Leib erfahren.
Somit sind diese unschönen Begebenheiten für mich nicht so sehr überraschend denn eine besondere Klientel in der EX DDR machte sich diese Animositäten aus ganz egoistischen Gründen zu nutze.
Ansonsten ist der Ossi für mich im allgemeinen ein angenehmer Zeitgenosse und wenn ich durch das Dorf meiner Vorfahren latsche bekomme ich von wildfremden Leuten
ein Taaach und fühle mich einfach wie Daheeme. [hallo]
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon karnak » 13. Mai 2017, 13:39

Das ich nicht Pauschaliere ist in meinem gesamten Text zu lesen und ich arbeite seit 27 Jahren in Firmen aus den alten Bundesländern, Firmen die sich entschlossen hatten im Osten einzusteigen und dort ihr Geschäft zu machen, die logisch erstmal ihre Leute dort hingeschickt haben, in der Masse dazu befähigt. Mit entsprechender "Buschzulage " ausgestattet ,auch das für mich legitim, wenn sie es wert sind. Schwierig wurde es eben nur wenn kein Interesse für solch einen Job bestand und man musste aber einen schicken, dass waren dann die Sternstunden gewisser Hohlkörper mit sicher entsprechenden Fachwissen aber ohne eine wie immer geartete soziale Kompetenz, natürlich dann noch mit der Perlzwiebel auf der Sahnetorte ausgestattet, die Hausfrau und Frau Doktor.
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon Kumpel » 13. Mai 2017, 13:58

Nun , die Buschzulage gab es ja nun für Beamte die in den Osten gingen. Davon kenne ich auch einen und der ist in den Osten weil es ihn interessierte und er helfen wollte
und wenn 10 Jahre nach der Einheit ein Arzt in den Osten geht dann lässt der sicher kein tristes Leben zurück und tut das um die Ossis zu belehren.
Übrigens kenne ich hier einen Arzt für Allgemeinmedizin der ist Bolivianer hat zwei Kinder und ist mit einer Deutschen verheiratet. Der würde gerne im Osten
eine Praxis eröffnen, gerne auch in ländlicher Region. Haken an der Sache ist der traut sich nicht , hat Sorge um seine Kinder mit ihrer leicht bräunlichen Hautfarbe und den schwarzen Haaren.
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon Wosch » 13. Mai 2017, 14:48

karnak hat geschrieben:Das ich nicht Pauschaliere ist in meinem gesamten Text zu lesen und ich arbeite seit 27 Jahren in Firmen aus den alten Bundesländern, Firmen die sich entschlossen hatten im Osten einzusteigen und dort ihr Geschäft zu machen, die logisch erstmal ihre Leute dort hingeschickt haben, in der Masse dazu befähigt. Mit entsprechender "Buschzulage " ausgestattet ,auch das für mich legitim, wenn sie es wert sind. Schwierig wurde es eben nur wenn kein Interesse für solch einen Job bestand und man musste aber einen schicken, dass waren dann die Sternstunden gewisser Hohlkörper mit sicher entsprechenden Fachwissen aber ohne eine wie immer geartete soziale Kompetenz, natürlich dann noch mit der Perlzwiebel auf der Sahnetorte ausgestattet, die Hausfrau und Frau Doktor.





Nach meinem Dafuerhalten ging es dem Aerztepaar aus dem Westen in Frankfurt an der Oder aehnlich den "Wessi's" hier im Forum mit einigen "Ossi's" aus der "Mottenkiste": "Sie wurden gemobbt."
Wenn man versucht die Gruende dafuer aufzuzeigen wird man unweigerlich auch bei Denen landen, Die wegen ihrer aktiven "sozialistischen" Mitarbeit in Partei und Staat (unter Anderem auch als INFORMELLE MITARBEITER) ihre bis dahin sicher geglaubtenPositionen aufgeben mussten.
Von den Fettnaepfchen verdraengt laesst es sich natuerlich nicht so sorglos weiter leben und der Frust musste schliesslich abgelassen werden, in solch einer Situation auch noch ein Buch zu schreiben geht natuerlich gar nicht, so macht man aus den Beschriebenen Fakten ratzfatz einfache Klischee's und mor the aus dem Beschriebenen fuer's gemeine Volk eine Luegengeschichte machen.
Alles wie im richtigen Leben, nich??
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Mecklenburger sind nicht nachtragend, aber vergessen tun sie auch nicht!
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon Merkur » 13. Mai 2017, 15:14

Interessierter hat geschrieben:Beiträge in diversen Foren lesend stelle ich fest: Mindestens 27 Jahre und das gottseidank nur bei einer Minderheit von Zurückgebliebenen, im wahrsten Sinne des Wortes...


Nun ja @Interessierter die arrogant klugschietenden vermeintlich besserwissenden Wessis sind auch enorm zurückgegangen. Ein besonderes Exemplar dieser Gattung kann allerdings hier zu Demonstrationszwecken für die Existenz dieser Art und ihrer Funktionsweise noch anschaulich in der Praxis bewundert werden.
Zuletzt geändert von Merkur am 13. Mai 2017, 15:22, insgesamt 1-mal geändert.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon Kumpel » 13. Mai 2017, 15:17

Wenn dem so sein sollte dann übernimmst du allerdings den entsprechenden Gegenpart der Ossis. [grins]
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon pentium » 13. Mai 2017, 15:42

Kleine Rezension zum Buch "Neuland" gefunden bei...siehe am Ende des 2. Teils

"Mit solchen Büchern werden wir nie "ein einig Volk von Brüdern"

Kürzlich fand ich auf einer „ Bücherhalde „ bei Frankfurt/Oder das Buch „ Neuland Ganz einfache Geschichten „ von einer Luise Neuland ,die aus
Wessiland mit Ehemann und Arzt Mitte der 90iger Jahre in den wilden Osten an die Oder zog.
Frankfurt/ Oder
war zu DDR- Zeiten Bezirksstadt, Verwaltungszentrum , DDR- Zentrum und Metropole der Mikroelektronik, Industriezentrum , Zentrum der Kunst, Kultur , Wissenschaft, der Forschung, der Bildung, des Sport , des Gesundheitswesen , des Tourismus , Zentrum von Verkehr , Handel und Versorgung mit knapp 90 000 Einwohnern.
Umgeben war die Stadt mit einer entwickelten Landwirtschaft und glühenden Garten- und Obstbau.
Als Wirtschaftszentrum ist die Stadt abgewickelt und um bei Wikipedia was anbieten zu können, nennt man eine geerbte moderne Brauerei , eine Sparkasse, die Klinik und eine japanische Ansiedlung, die aber mit vielen anderen wirtschaftlichen Versuchen heute schon Vergangenheit ist. oder sind.

Einwohnerzahlen: ( trotz massenhafter Eingemeindung nach der Wende)
31.12.1989 87126
31.12. 1995 80 807
31.12. 1999 73.832
31.12.2015 58 377
Prognose 2020 51 517

Seit der Wende in der DDR im Jahre 1989 hat die Stadt wegen der hohen Arbeitslosigkeit und dem Geburtenrückgang 28 Prozent seiner Bewohner (24.000 Personen) verloren.
Im Januar 2006 wurden in Frankfurt 46 Menschen als obdachlos gezählt, im Januar 2007 waren es 49.
( Amtliche Statistiken )

Die Stadt wurde um 12 00
an der Kreuzung des Westost ( Land) -und des Südnord (Oder ) Handels gegründet und entwickelte sich sehr schnell mit der deutschen Ostexpansion als eine wesentliche Basis und Metropole der Mark Brandenburg.
Die Markgrafschaft Brandenburg umfasste die Altmark (westlich der Elbe), die als Kerngebiet geltende Mittelmark (zwischen Elbe und Oder) und die Neumark (östlich der Oder).
1945

erfolgte an der Oder über die Seelower Höhen der Hauptsturm der Roten Armee auf Berlin .
Zu den deutschen Befehlshabern der Verteidiger der Oderfront gehörte der am 15.12. 1897 geborene Frankfurter General der Infanterie Theodor Busse, gestorben am 21.10. 1986 in Wallerstein/Bayern.
Busse schlug sich mit seinen geschlagenen Truppen südlich Berlins nach Westen zur Armee Wencks und dann zu den Amerikanern durch.
Im Westen wurde er als"Experte" in der Zivilverteidigung, bei der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und der Verfassung der Notstandsgesetzgebung wieder verwendet.
Zu seinen hohen Orden des Nazireichs kam 1966 das“ Große Verdienstkreuz der BRD mit Stern“ dazu.
Er sorgte u.a. dafür das Frankfurt/ Oder in der „Entscheidungsschlacht fünf vor Zwölf „ zur mehr als 90 % zerstört wurde.
Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit , insbesondere zu DDR- Zeiten erfolgte wie überall in Deutschland in Form von

„ formschönen Tafelbauten in Westdeutschland“ oder
„ grauen hässlichen Plattenbauten in der DDR“- alles auf beiden Seiten aus der Wohnungsnot geboren.
Luise Endlich mit ihrem „ Neuland „ ist im Internet“ seitenweise mit „pro und kontra zu finden und wird mit „für und wieder“ gewürdigt , allein amazon verreisst das Buch überwiegend mit rund 39 Rezessionen und würde bei einem Bericht von mir sicher mehr als 184 Seiten umrfassen.

Ich habe mir deshalb erlaubt etwa länger aus dem Internet - https://amazon.de/ Neuland- Luise Endlich/de 3887471385 - zu zitieren :
„ Ein Schuss -- ein Schrei! Aufschreie über ein im Berliner Tansit-Verlag erschienenes Wessi-Ossi-Buch füllen die Leserbriefspalten der Besatzerpresse im deutschen Osten. Wo die Autorin Gabriele Mendling, alias Luise Endlich, liest, platzen die Säle. Seit auch das Fernsehen ("Klartext", "Kontraste") darüber berichtet, machen ihre "ganz einfachen Geschichten" Furore in Deutschland. Die Arztfrau und früher selbständige Krankengymnastin folgte 1995 ihrem Mann, einem Gynäkologen, von Wuppertal nach Frankfurt an der Oder, wohin er sich beruflich verbesserte -- ein in ihrer Westsicht "normaler Umzug mit Herausforderungen innerhalb des wieder-einigten Deutschlands."
Es wurde vor allem für die beschäftigungslose Autorin, alias auch Frau Hitzig, nach ihren Worten, zu einem "absoluten Kulturschock", den sie in Episoden aus dem täglichen Leben beschreibt. Sie gehört vermutlich zu der großen Mehrheit der Westdeutschen, insonderheit der Frohnaturen von Rhein und Ruhr, die sich aus Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit nie ernsthaft mit der Problematik der deutschen Wiedervereinigung, den Gegebenheiten in den postsozialistischen DDR-Gebieten und ihren Hintergründen, den unzähligen gebrochenen Lebensläufen der dortigen Menschen, der Radikalität des Wandels, dem sie unterworfen und mit dem sie alleingelassen wurden, befassten und sich dann wundern, wenn sie das Schicksal einmal dorthin in besonders heikle Ecken verschlägt. Sie wissen meistens nicht, dass 70-80 Prozent der Führungspositionen mit Westdeutschen besetzt sind, dass dort noch -- mit seinen guten und schlechten Seiten -- das alte Deutschland der dreißiger Jahre lebendig ist, dessen Lebensart sich unter sowjetischem Einfluss nicht gerade verfeinerte, wohl auch nicht, dass sich die Diktatur des Proletariats auch auf das Geschmackliche, in beiderlei Gestalt, erstreckte.
Letzteres musste Frau Hitzig beispielsweise erfahren, als sie -- zwecks Beschäftigung -- versuchte, in der Klinik Ihres Mannes schicke Abendkleider und cremefarbige Blusen aus Frankreich und Italien zu verkaufen, an Frauen, die halt lieber weiter rosarote Polyesterpullis mit Goldlurex tragen. Ein Raclette-Abend ging ihr ebenso daneben. Sie entdeckte staunend, dass die Riten bei gesellschaftlichen Anlässen noch viel steifer sind als bei der verhamburgerten und weichgespülten westdeutschen Erlebnisgesellschaft. Familie Hitzig versuchte ernsthaft, sich zu integrieren und dem Westghetto zu entgehen, geriet dabei im Gästehaus der Klinik unter ehemalige Stasileute und Volkspolizisten. Die Frankfurter Provinz, eingeklemmt zwischen den dynamischen Polen und den quicken Berlinern ist kein Hort von Toleranz, Freundlichkeit, Heiterkeit und Offenheit für Neues und Fremdes. Das Alte kann sich noch eine Weile unverdünnt fortzeugen.
Losgetreten wurde die Lawine durch den Verriss des Buches in einem Artikel des Lokalschriftstellers Hans-Joachim Nauschütz, des ehemaligen Vorsitzenden des Schriftstellerverbandes der DDR für den Bezirk Frankfurt. Bei der Lektüre sei ihm speiübel geworden angesichts der Arroganz, mit der gelebtes Leben denunzierend abqualifiziert würde. Die Grundlage des Buches waren Situationsberichte für eine zurückgebliebene Freundin, wie sie von Hunderttausenden geschrieben werden, die sich örtlich verändern. Es ist nicht der langerwartete große Nachwenderoman. Gabriele Weidling schrieb spürbar frustriert und im Klartext auf, was sie sah, hörte, erlebte (darunter auch Nebensächliches); sie erklärt und entschuldigt nicht und versucht nicht schönzureden. Sie greift niemanden an, wird selbst aber heftigst angegriffen. Besonders übel vermerkt man, dass die ergiebigen Dialoge im brandenburgischen Originalton (sie ist gebürtige Westberlinerin) wiedergegeben sind und gelegentlich auch als Sächsisch-Imitat, wodurch übrigens die Lektüre des Bändchen sehr erschwert wird: "Nu' müßta uns dit mit dit Essen noch erklären, sowat jab's ja früha hier allet nich." "Beim Stasi sind janz ville jewesen. Füa jeden würde ick meene Hand ins Feua legen". Der Osten leidet nach wie vor an seinen Komplexen.
In der Klinik ihres Mannes gab es eine anonyme Flugblattaktion primitivster Machart gegen die Autorin. Der Sohn wird in der Schule als "Wessi-Arsch" ausgegrenzt und tätlich angegriffen. Deshalb wird sie vorerst mit ihm in den Westen zurückgehen. Ob ihr Mann an der Klinik das Wessi-Mobbing übersteht, muss sich noch zeigen. Nach den vielen Reiseratgebern für fremde Länder müsste auch mal einer für den deutschen Osten verfasst werden. --Friedrich Geiss


Das Buch habe ich mehrmals gelesen und die Wißheiten des Internets , besonders aus den Weisheiten der Westmedien dazu kopfschüttelnd verfolgt.
Es ist schriftstellerisch nicht besonders wertvoll,mit einen lockeren Schreibstil einer „allseitig gebildeten Damen aus besseren Kreisen der westdeutschen Gesellschaft“.
Sicher fand sie um 1995... eine skurrile Gesellschaft in Frankfurt/Oder vor . Die Stadt war um rund 15 000 Einwohner ausgedünnt und das waren überwiegend junge , gut gebildete und dynamische Menschen, die in den Westen oder ins Ausland gingen und die in der Regel als „ Lohndrücker“ von den Unternehmen willkommen waren und vor den entlassenen ehemaligen Arbeitnehmern gehasst wurden.
Der Rest waren Arbeitslose, deren Kinder und Angehörige , Billiglöhner, denen „ Besserwessis und Wendegwinnlern aus dem Osten „ gegenüberstanden. Das übliche öffentliche Leben war zusammengebrochen und die „ blühenden Landschaften“ waren wüste , trostlose Unkrautlandschaften.
Interessant ist , dass sicher die Autorin "Teile ihrer Munition" von arschkriechenden Ossies erhielt , die sich damit meistens erfolglos anzubietern versuchten , wie ich oft erleben musste.

...
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon pentium » 13. Mai 2017, 15:43

Fortsetzung des Beitrages...

Ich wohnte in einem ähnlichen Neubauviertel,

1989
einer Kreisstadt des Bezirkes mit 10 Facharbeiter-, Angestellten-, Intellektuellen und NVA- Familien in einem Zehner Aufgang eines 1983 erbauten Neubaublocks.
1995
mit 3 alleinstehenden, verloderten , asozialen, arbeitslosen Trinkern und 5 Hunden, die zusammen um Mitternacht im Wohngebiet auf Stasijagd gingen.
Dazu kamen 2 hübsche junge Damen aus dem Kosovo, die für „ frohes Jugendleben" sorgten .
3 Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion , davon eine solide jüdliche Arztfamilie aus Sankt Petersburg, die anderen waren Rentner und stammten aus Kasachstan, die jeweils einen um die 4o jährigen Sohn hatten, die sich gegen 07. 00 Uhr zum Sozialamt begaben , um ihre Lebensmiitelzuteilung und tägliche Geldzuteilung zu empfangen. Damit zogen sie zur Kaufhalle/jetzt schon Markthalle , setzten ihr Geld in Bier und Wodka um, um sich dann nach Hause zu begeben.
Bevor sie das Haus betraten , kotzten sie noch vor die Tür und ließen bei Bedarf ihr Wasser ab.

Wir letzten beiden Familien hielten es nicht mehr aus und verliesen fluchtartig das Gelände.
Das öfffentliche Leben war zusammengebrochen, niemand reinigte mehr Häuser und Umgebung, die jungen , gebildeten Leute waren abgewandert , arbeitslos oder altlastige Rentner und Vorruheständler versuchten zu überleben. .

Sicher hätte die Autorin hier auch nicht die gewohnten Gerüche, die Speisen und Getränke, die Kleidung , die Wohnungen ,die Autos und anderes vorgefunden
.
Sicher hätte hier auch niemand Kleider und Blusen aus Frankreich gebraucht und sicher hat sie auch nicht begriffen , das das Personal der Frankfurter Klinik, das jeden Tag mit einem" Austausch" gegen „westdeutsche Experten „ rechneten musste, nicht üblerischerweise überteuerte Waren „ kluger, geschäftstüchtiger Wessies „ kaufen wollte ,wo man Berlin oder Polen ( nicht nur die Polenmärkte) traditionell vor der Nase hat.
Ich hatte neben „klugen Besserwessies“ mit wirklich klugen Leuten aus dem Westen zu tun und mich noch heute eng mit ihnen verbunden fühle.

Eine davon war die Tochter bürgerlicher Kreise aus Stuttgart, wirtschaftswissenschaftliche Hochschulabsolventin , Ehefrau eines prominentesten Modearztes und Leiterin des Aufbaus des Vertriebssystems eines internationalen Medienkonzerns.
Wir arbeiteten vertrauensvoll und erfolgreich zusammen .
Ich war für große Teile Berlins und Brandenburgs verantwortlich und beriet sie sehr schnell aufgabenorientiert regelmässig h über die Lage der eigenen Branche, der Konkurrenz und der Ausdehnung /Akquise anderer westlicher Firmen.
Als Pressesprecher und Mitglied des Präsidiums eines aus dem Osten stammenden gesamtdeutschen Sportverbandes hatte ich gute erfolgreiche Verbindungen zu vielen Vereinen und Verbänden.

Zu allen Zeiten und späterer Inhaber einer Werbeagentur und eines Reisebüros konnte ich perfekt mit Messer und Gaben essen , mit Löffeln und Tassen ohne zu schlürfen handieren, hatte meistens saubere Fingernäge und Hände, duftete nicht nach „Aldi“ und „Trödelmarkt“, konnte einen Schlips binden , rülpste und furzte nicht in der Öffentlichkeit , hatte dank meiner Frau als Malerin und Grafikerin keine Blümchentapeten an den Wänden,ich trug „ daheimsrum „ keinen NVA -trainingsanzug und anderes was Frau Mendling so erregte.
Ich fuhr zuerst noch einen „Trabant“, dann einen „Seat“, trank in Maßen traditionell im Osten ,Bier , Wodka, Nordhäuser Doppelkorn Armenischen Weinbrand oder Wiltener Goldkrone und bei besonderen Anlass trockenen Rotwein , Unstrutwein und Rotköpfchen- oder Krimsekt .


Die Autorin:
Gabriela Mendling geboren 1959, gestorben am 7. März 2007 in Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin.
Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Gynäkologen Werner Mendling, zog sie 1995 von Wuppertal nach Frankfurt (Oder). Ihre Erfahrungen als Westdeutsche in Ostdeutschland beschrieb sie 1998 in ihrem unter dem Pseudonym Luise Endlich veröffentlichten Buch NeuLand. Aufgrund der nach der Lüftung des Pseudonyms einsetzenden Anfeindungen gab ihr Mann im Mai 2000 seine Stelle als Chefarzt der Frankfurter Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf; die Familie zog nach Berlin. Im selben Jahr veröffentlichte Gabriela Mendling ihr zweites Buch OstWind, in dem sie die negativen Reaktionen auf ihren Erstling beschreibt.
Mendling starb mit 47 Jahren an einer schweren Krankheit.

Produktinformation

Gebundene Ausgabe: 184 Seiten
Verlag: Transit Berlin; Auflage: Transit Schwarzenbach (1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3887471385
ISBN-13: 978-3887471385
Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 12,7 x 1,8 cm
Preis bei amazon : Neu gebunden 18,30 €, gebraucht gebunden und Taschenbuch 0.01 €

Als Fazit:

Ein Autor meiner Zeitung schrieb im Internet :
„ Dass sie dabei nicht auf die gewünschte Resonanz gestoßen ist, mag wohl daran liegen, dass die Toleranzbreite der Luise nicht sehr breit gefächert ist.Sie presst ihr Umfeld in ein Klischee,aus dem sie sich nicht zulösen vermag. Es gab auch in den entferntesten "Ostprovinzen" durchaus viele Menschen,die ihren echten Vorstellungen vom "modernen" Menschen durchaus entsprochen hätten. Schade,dass sie sich nicht in diesen Kreisen bewegt hat.Sie hätte sicherlich dort außer Rotkäppchen lieblich, auch trockenen Roten vorgesetzt bekommen und man hätte durchaus ihre kulinarischen " Besonderheiten" mit einem Begeisterungsschrei quittiert.

Schade,schade.
Die überwiegende Mehrzahl der Rezensionen im Internet, Leserbriefe schlagen vor das Buch als nicht hilfreich oder nicht kaufbar oder lesbar einzuschätzen.
Ich empfehle es ausdrücklich als" Dokument der deutschen Wiedervereinigung" zu lesen und zu archivieren..
Lange habe ich gebraucht zu dieser Empfehlung.

Letztendlich erinnerte ich mich an meine kluge , lebenserfahrene Mutter, die 1938 den Anschluss der Sudeten ans Reich ( uber die damals Teile clevere,, und überhebliche Massen gieriger Sachsen, Bayern und Österreicher herfielen) und 1945/46 die Umsiedlung aus dem Osten erlebte , die sich und uns Kinder immer tröstete, wenn wir von Teilen der Einheimischen ausgebeutet, unterdrückt, beleidigt und verachtet wurden;
„ Lass se loofen – God wird se strofen.“

http://www.ciao.de/Neuland_Luise_Endlich__Test_9129479

Eine kleine Rezension zum Buch, die man lesen sollte....

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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon icke46 » 13. Mai 2017, 16:27

Schöner Text - was mich ein bisschen stört:

Der kommt so rüber, als wäre er sozusagen auf Deinem "Mist" gewachsen, und der Link am Ende würde auf eine weitere Meinung verweisen - obwohl da dann der komplette Text nochmal steht. Von der Logik her wäre es besser, den Link an den Anfang zu stellen, in Verbindung mit "zitiert aus".

Naja - ein Link-Künstler mehr oder weniger macht den Kohl auch nicht mehr fett [grins] .

Gruss

icke
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon pentium » 13. Mai 2017, 16:34

icke46 hat geschrieben:Schöner Text - was mich ein bisschen stört:

Der kommt so rüber, als wäre er sozusagen auf Deinem "Mist" gewachsen, und der Link am Ende würde auf eine weitere Meinung verweisen - obwohl da dann der komplette Text nochmal steht. Von der Logik her wäre es besser, den Link an den Anfang zu stellen, in Verbindung mit "zitiert aus".

Naja - ein Link-Künstler mehr oder weniger macht den Kohl auch nicht mehr fett [grins] .

Gruss

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Ich habe es mal versucht zu ändern. War durch die Bundesliga leicht abgelenkt...
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Re: Als sich für Wessis im Osten Abgründe auftaten

Beitragvon augenzeuge » 13. Mai 2017, 18:09

pentium hat geschrieben:Eine kleine Rezension zum Buch, die man lesen sollte....
pentium


Ist sehr anschaulich beschrieben. Auch wenn es ein Ausnahmefall ist, dass man von Wuppertal nach FFO geht.

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