Harakiri auf ostdeutsch

Alles was in den Zeitraum nach der Wende gehört. Das Zusammenwachsen von zwei grundverschiedenen Systemen, Probleme, Erwartungen, Empfindungen usw.

Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon Werner Thal » 26. Juli 2020, 16:57

DER SPIEGEL - 7/1961- Harakiri auf ostdeutsch

Die mit dem weitesten Weg müssen schon kurz nach zwei Uhr nachts aus dem Bett. Um drei Uhr
verläßt ein Omnibus mit schlaftrunkenen Frauen die Stadt Gotha und fährt auf der Nordthüringer
Autobahn an Erfurt, Weimar und Jena vorbei zum Hermsdorfer Kreuz. Sein Ziel ist das Versandhaus
Quelle in Fürth bei Nürnberg, 280 Kilometer und drei Fahrstunden von Gotha entfernt.

Über einen privaten Vermittler angeheuert, müssen die Frauen zur Frühschicht um sechs zur Stelle
sein, um den einheimischen Kräften beim Packen zu helfen und die Flut, die nicht nur der Bestellungen
vor allem aus den neuen Bundesländern zu bewältigen - die Flut, die nicht nur dieses Versandhaus
unter sich begraben hat, denn die ehemaligen Mangelwirtschaftsopfer in der Ex-DDR sind noch immer so
ausgehungert nach Westwaren, dass auch die unerschöpflich erscheinenden Vorratslager der Familie
Schickedanz, nicht anders als die von Neckermann und Otto, partienweise so kahlgefegt wurden wie
ein Moskauer Fleischerladen.

Um sechs Uhr abends, wenn sie Glück haben, kommen die Frauen aus Gotha wieder nach Hause. Meist
bleiben ihnen kaum sieben Stunden für die Familie und die eigene Müdigkeit, ehe sie sich zum nächsten
Rundtrip nach Fürth erheben müssen - viermal in der Woche.

...hier geht es weiter:

https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery ... f/13488272

W. T.
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Re: Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon augenzeuge » 26. Juli 2020, 18:47

Super Artikel!! Auch wenn es um traurige Wahrheiten geht.

AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon Nostalgiker » 26. Juli 2020, 20:04

augenzeuge hat geschrieben:Super Artikel!! Auch wenn es um traurige Wahrheiten geht.

AZ


Besonders wenn man bedenkt das es bereits 1961 die neuen Bundesländer gab ...... [laugh]
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin
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Re: Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon Volker Zottmann » 26. Juli 2020, 21:02

Mach aus der 6 eine 9 und schon stimmt wieder alles.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon augenzeuge » 26. Juli 2020, 21:11

Gut aufgepasst.

AZ
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Re: Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon Volker Zottmann » 26. Juli 2020, 21:14

augenzeuge hat geschrieben:Gut aufgepasst.

AZ

Ohne Dauerschaum vor dem Mund, liest es sich auch unaufgeregter.
Unser "Zahlenjongleur" merkt das aber nicht.
Macht nun lieber auch noch den Werner Thal an und den Dr.213 (im anderen Thread)
Schlimm wenn einem die Feinde ausgehen. In der Not frisst der Teufel Fliegen!

Gruß Volker
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Re: Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon Nostalgiker » 26. Juli 2020, 21:23

Volker Zottmann hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Gut aufgepasst.

AZ

Ohne Dauerschaum vor dem Mund, liest es sich auch unaufgeregter.
Unser "Zahlenjongleur" merkt das aber nicht.
Macht nun lieber auch noch den Werner Thal an und den Dr.213 (im anderen Thread)
Schlimm wenn einem die Feinde ausgehen. In der Not frisst der Teufel Fliegen!

Gruß Volker


Ich habe den Eindruck das du dich von mir vernachlässigst fühlst .......

Wenn ich mir solch einen Zahlendreher geleistet hätte dann wär doch bei dir ein Orgasmus vor Häme fällig gewesen ......
Und Späßchen verstehst du eh nur wenn sie von dir selber kommen.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon Werner Thal » 27. Juli 2020, 05:06

Ja, in der Tat, habe mich am Anfang des Artikels vertan. Ein Zahlendreher eben.
Volker, deshalb lasse ich mich aber schon lange nicht mehr von Usern „anmachen“. [mundzu]

Einen wunderschönen Montag. Gruß Werner
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Re: Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon Nostalgiker » 27. Juli 2020, 06:00

Ist doch nicht schlecht das du auch mal das Gefühl haben konntest wie es ist wenn sich die wertvollsten User welche das Forum hat, nämlich Interessierter und Volker Zottmann, voller Häme und Gehässigkeit bei Usern die sie nicht leiden können; sie selber meinen ja das sie absolut tolerant seien, das Maul zerreißen wegen Schreibfehlern etc.

Wo war denn da deine empörte Wortmeldung?
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Harakiri auf ostdeutsch

Beitragvon Volker Zottmann » 27. Juli 2020, 12:08

Ich freue mich, dass die meisten User hier auch chronologisch richtig lesen können.
Die finden den jeweiligen Trottel selbst.

Gruß Volker
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