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Alles was in den Zeitraum nach der Wende gehört. Das Zusammenwachsen von zwei grundverschiedenen Systemen, Probleme, Erwartungen, Empfindungen usw.

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Beitragvon Kumpel » 26. Juni 2017, 17:17

Ich denke nicht , dass der Pfarrer Führer nach 1989 je der Ansicht war das "man drann ist". Mir fehlt diese Einstellung ebenso.
Ihr wart einfach nur weg. [grins]
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon pentium » 26. Juni 2017, 17:23

Ebenfalls aus 2009

Die Freiheit und das Fressen
von Thomas Schmid, Chefredakteur der WELT
27.06.2009 - 11.25 Uhr
Emnid hat herausbekommen, dass knapp die Hälfte der Ostdeutschen meint, die DDR habe mehr gute als schlechte Seiten gehabt. Trauert der Ostdeutsche der DDR nach?

Noch immer werden die Menschen, die auf dem Territorium der ehemaligen DDR leben, demoskopisch wie Sonderwesen erforscht. Sind sie nun in der Demokratie angekommen? Hadern sie mit der neuen Welt und der repräsentativen Demokratie? Wünschen sie sich gar Erich, Mauer und die Stallwärme der DDR zurück?

Regelmäßig erreicht uns die dräuende Nachricht, es stehe schlecht um die geistige Verfassung im deutschen Ost-Biotop. Jetzt etwa hat Emnid herausbekommen, dass die knappe Hälfte der Ostdeutschen meint, die DDR habe mehr gute als schlechte Seiten gehabt. Also: Misere total.

Der Freiheitswille war für den Zusammenbruch der DDR ausschlaggebend

Man kann es auch anders sehen. In der gleichen Umfrage sagten immerhin 90 Prozent der Ostdeutschen, ihre einstige Hoffnung auf das Recht auf Freiheit und die Meinungs- und Pressefreiheit sei heute eingelöst. Offensichtlich war für den Zusammenbruch der DDR auch der Freiheitswille ausschlaggebend. Das gibt all jenen Unrecht, die nicht die Freiheits-, sondern die Bananensehnsucht für die krachende Delegitimierung der DDR verantwortlich machen. Mit Bertolt Brecht zu reden: Gewiss, das Fressen spielte seine Rolle, die Moral aber auch, und zwar eine beträchtliche. Das Ende der DDR war ein Zusammenbruch – aber einer, der sich nicht anonym oder als Resultat wirtschaftlichen Versagens vollzog. Er wurde vielmehr von Menschen gewollt.

Dass vielen der karge und bedrückende SED-Staat in so guter Erinnerung ist, mag auch mit der Ungenauigkeit der Erinnerung und damit zu tun haben, dass Jüngeren von der DDR als von einem possierlichen Zwergen- und Wärmestaat erzählt worden ist. 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reichs 1945 gab es nicht mehr viele, die Hitlers Staat nachtrauerten. Der DDR trauern manche noch nach, weil sie weniger schrecklich war und mit einer angeblich großen Idee, dem Sozialismus, daherkam. Das sitzt der Ost-Gesellschaft in den Kleidern (der des Westens übrigens auch). Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die DDR des gutmenschlichen Mantels beraubt ist, der sie immer noch umgibt, und sie als das gilt, was sie war: eine ungute Episode europäischer Geschichte.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... essen.html

Ansonsten wurde das Thema schon tausendmal durchgekaut...und ganz eindeutig, nein ich trauere der DDR nicht nach! Allerdings wird es noch eine ganze Zeit dauern, dass es Menschen gibt, welche in dieser DDR gelebt haben und ihr nachtrauern.

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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon augenzeuge » 26. Juni 2017, 18:15

pentium hat geschrieben:Allerdings wird es noch eine ganze Zeit dauern, dass es Menschen gibt, welche in dieser DDR gelebt haben und ihr nachtrauern.

pentium


Aber Danny hat uns das mit ner Umfrage grad erklärt....49%....oder so. [flash]

AZ
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon Volker Zottmann » 26. Juni 2017, 19:09

Dann klittern eben "49%" weiter.... [flash]
Ich jedenfalls werde weiter wirken, dass sich eine DDR oder ein ähnliches Gebilde nie wieder etablieren kann. Dazu muss nicht gelogen oder etwas schlechter geredet werden, als es war.
Es reicht vollkommen, sich möglichst genau an unseren Alltag zu erinnern. Da dürfte fast Jedem die Erleuchtung kommen. Nie wieder will ich unter einer Nomenklatura leben, die vorschreibt, wie eingesperrt man zu leben hat. Die uns das Gefängnis obendrein noch als Friedenswall verkaufte.

Es genügte schon, wenn immer mehr Menschen ihre Erinnerungen zu Papier bringen, um greifbar nacherleben zu können, was alles im Argen lag.

Bei meinem jetzigen DDR-Urlaubsdreh ging es hauptsächlich, dem Titel gerecht werdend, um schöne Urlaubserinnerungen. Auch da kann ich meinen Teil liefern, ohne die DDR zu verteufeln. Ich habe alle an mich gestellten Fragen, zum Zeltplatz beantragen, zum dortigen ungebundenen Freiheitsgefühl, zum Camperzusammenhalt, zu den Einkaufs-und Verbereitungsnöten offenbart. Mit Anekdoten gespickt... Natürlich nur so, wie es uns betraf. Es offenbart ohne jede Anklage trotzdem, wie beschwerlich doch so manche Urlaubsvorbereitung war, wie meisterlich man sie aber bewältigte. Auf die Stasi-Observationen der letzten Jahre auf dem Zeltplatz wurde ich auch angesprochen und abends am Lagerfeuer durch Camper die es ebenso erlebten bestätigt.
Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass Staatssicherheit aus den Bezirken Magdeburg, Suhl und Berlin den Zeltplatz ebenso belagerten, wie überwachende Zeltplatzräte. All diese kranken Überwachungssegmente wuchsen auf dem Zeltplatz gefühlt über die letzten 10 DDR-Jahre, allerdings proportional wesentlich schneller als sich die Urlauber dort ausbreiteten.
Über meinen Platz sind inzwischen Bäume Gräser und Farne gewachsen.... Irgendwann wird die DDR ebenso abgeschlossene Geschichte für uns sein, wie ein 3. Reich.

Gruß volker
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon Interessierter » 1. August 2017, 09:05

So gehen sie der Diktatur auf den Leim

Häufig wird die Gesundheitsversorgung in der DDR als Beweis angeführt, dass der Arbeiter- und Bauernstaat auch seine gute Seiten gehabt hätte. Doch war das Sozialsystem tatsächlich so gut wie oft behauptet?

Geschichte und Tagespolitik kommen sich derzeit so nahe wie selten. Denn 2009 war Superwahljahr und Supererinnerungsjahr zu 20 Jahren Mauerfall und 60 Jahren Bundesrepublik. Das Land blickt zurück und wählt zugleich die Zukunft, wählt Bundestag und Präsident, Europaparlament und vier Landtage.

Dadurch wird auch Geschichte Wahlkampfthema. Endlich einmal. Denn es schadet nicht, sich neben Abwrackprämien und Bankenhilfen damit zu beschäftigen, wie die Politiker mit der Historie umgehen. Etwa der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern Erwin Sellering (SPD). Er findet es falsch, die DDR als „totalen Unrechtsstaat zu verdammen, in dem es nicht das kleinste bisschen Gutes gab“. So klang es bisher nur von der Linken. Als „Stärken“ der DDR weist Sellering auf als Dreigestirn am Himmel des real existierenden Sozialismus: Kindergärten, Schulen, Gesundheitsversorgung. Auch für Wolfgang Thierse sind dies drei „sympathische Elemente“ der DDR. Sie ist einfach nicht unterzukriegen, die Sehnsucht nach dem Sympathischen in der Diktatur. Früher klang das so: „Beim Adolf war auch nicht alles schlecht.“ Was den einen die Autobahnen, sind den anderen die Kinderkrippen. Man stelle sich vor, ein Ministerpräsident hätte statt der Bildungspolitik der DDR-Kommunisten die Familienpolitik der Nationalsozialisten gelobt.

Empörung hätte es gegeben, und dies zu Recht. Partout das Sympathische in einer Diktatur zu suchen heißt stets, sie zu entschuldigen, ihr so etwas wie gute Absichten zuzuschreiben. Diese Haltung aber geht Diktatoren auf den Leim. Denn Diktaturen sind totalitär. Sie haben einen Anspruch auf totale Unterordnung ihrer Bürger. Dafür standen auch die Kindergärten und die Schulen in der DDR. Zum einen wurde die Versorgung mit Kitaplätzen ja nicht eingeführt, weil Familien dies gewünscht hätten. Vielmehr mussten auch alle Mütter arbeiten, um den Staat am Leben zu halten. Nicht einmal dies konnte seinen Bankrott verhindern.

Zweitens dienten die Kitas und Schulen der SED zur ideologischen Früherziehung, Kriegsspielzeug inklusive. Sie waren auch ein Mittel des Staates, Eltern ihre Kinder zu entwinden. Diktaturen mögen das Wohl der Menschen auf ihre Fahne schreiben. Vorher aber degradieren sie Bürger zu Untertanen, indem sie ihnen das Recht nehmen, selbst über ihr Wohl zu entscheiden. Zum Lob der DDR-Gesundheitsversorgung sei dringend Uwe Tellkamps furioser Roman „Der Turm“ empfohlen, der unter Ärzten spielt. (Prolog überspringen!) Der Mangel wird so gesund nicht gewesen sein.


https://www.welt.de/debatte/kolumnen/Fr ... -Leim.html
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon augenzeuge » 1. August 2017, 15:20

Doch war das Sozialsystem tatsächlich so gut wie oft behauptet?


Ganz ehrlich, ich habe damals in Berlin-West ein für meine Verhältnisse besseres System vorgefunden, als ich es in der DDR kannte.

Selbst die von manchen gebrachte Floskel, "der Staat hat mir umsonst eine Ausbildung ermöglicht", war schon lange ebenso bzw. besser umgesetzt.

AZ
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon Dr. 213 » 1. August 2017, 16:35

Man muß durchaus anerkennen, daß man sich in der DDR bemüht hat, besonders bei Kindern und Jugendlichen.
Für Erwachsene war das gleich ganz anders. Ich möchte garnicht wissen, wieviele Menschen aufgrund des Rückstandes
und fehlender Ausstattung in der DDR unnötig sterben mußten, die bei besserer Versorgung im Westen durchaus überlebt hätten.

Krasses Beispiel dürfte die Luftrettung sein, die es in der DDR so nicht gab.
Entweder wegen der Mangelwirtschaft oder wegen der Angst vor dann möglichen Fluchten mit den Hubschraubern.

Und dann gibt es noch die häßlichen Geschichten bei der Ersten Hilfe von Grenzopfern und an den GÜSTen.
Da wurde zeitlich verzögert bis der Arzt kommt. Aus ideologischen Gründen wurde zuerst die Bestätigung der Ärzte
bürokratisch überprüft. Was Zeitverzug bei akuten Infarkten bedeutet, kann sich auch ein med. Laie sicher vorstellen.

Herzlichst
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon Spartacus » 1. August 2017, 17:38

augenzeuge hat geschrieben:
Doch war das Sozialsystem tatsächlich so gut wie oft behauptet?


Ganz ehrlich, ich habe damals in Berlin-West ein für meine Verhältnisse besseres System vorgefunden, als ich es in der DDR kannte.

Selbst die von manchen gebrachte Floskel, "der Staat hat mir umsonst eine Ausbildung ermöglicht", war schon lange ebenso bzw. besser umgesetzt.

AZ


Dito, ich dachte damals 1984 für kurze Zeit, ich wäre nun im "echten" Kommunismus gelandet. Das ist ja auch meine Kritik in der heutigen Zeit, wenn
ich an damals so zurück denke. Und klar, das war so gewollt, war praktisch Klassenkampf in Reinkultur und wurde nach 1990 sukzessive abgeschafft.

Man musste nach 1990 ja nicht mehr beweisen, wer denn nun wohl den besseren Staat hat. [hallo]

LG

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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon Interessierter » 5. August 2017, 11:24

Dazu passend auch dieser Beitrag aus dem Jahre 2009.

Der böse Glanz der „kommoden Diktatur“

Viele Menschen scheinen das Leben in der DDR-Diktatur in einem verklärten Licht zu erinnern. Doch damit belügen sie nicht nur sich selbst, sondern tun auch den Regimeopfern Unrecht.


Kein Tag im deutschen Fernsehen ohne Adolf Hitler auf mindestens zwei bis drei Kanälen. Kein Tag auch ohne Fahnen, Nazi-Aufmärsche, Parteitagsästhetik. Kein Tag, an dem die Bild und Filmauswahl nicht suggerierte, das Dritte Reich müsse eine bis in den letzten Alltagswinkel, bis in jede Faser durchorganisierte pausenlose Gewaltorgie gewesen sein. Das hat, über die Jahre hinweg, eine ganz absurde Vorstellung vom Alltag in der Diktatur entstehen lassen: permanenter Ausnahmezustand, keine Spur von Normalität.

Selbst die schlimmste Diktatur hat ihren Alltag

Soeben hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering, der aus dem Westen kommt, mit der Äußerung Aufsehen erregt, man könne die DDR nicht pauschal einen Unrechtsstaat nennen. Er begründete das – wie schon so viele vor ihm – mit allerlei sozialen Einrichtungen der DDR – von der Poliklinik bis zur Kindererziehung. Und dann wartet er mit einer Platitude auf, die man einem Ministerpräsidenten kaum zutraut: „In der DDR lebten Millionen Menschen, die unter schwierigen Bedingungen viel Gutes geleistet haben.“ Wie könnte es anders sein? Schlimm ist aber, dass Sellering offenbar der Meinung ist, damit auch etwas halbwegs Positives über den Staat DDR gesagt zu haben. Es ist und war immer so: Unter jedweden Verhältnissen versuchen Menschen, über die Runden zu kommen, arrangieren mal mehr, mal weniger, versuchen anständig zu bleiben oder nicht. Das festzustellen, ist eine pure Banalität, und wer es feststellt, der hat vom Alltag in Diktaturen keiner Ahnung. Selbst die schlimmste Diktatur besteht nicht nur aus Gewalt.

Das diktatorische in der DDR wird zu schnell in den Hintergrund gedrängt

Der Sinn dessen, was Sellering sagt, ist jedoch noch ein anderer: Indem er alltägliche Leistungen in Anschlag bringt, lässt er ein mildes Licht auf den Staat fallen. Wenn soviel Tapferkeit und Durchhaltekraft ihn ihm möglich war, dann kann dieser Staat so schlecht doch auch wieder nicht gewesen sein. Mit Argumenten wie diesen wird das Dikatorische an der DDR in den Hintergrund gedrängt, relativiert oder allenfalls zur etwas hässlichen Marotte gemindert. Wer sein Leben in der DDR als vor allem bedrückend erfahren hat, gilt dann schnell als Sonderling, der immer nur auf einem Thema, dem Totalitarismus, herumreitet und die wunderbare Vielfalt dieses Staates verkennt. Das ist dann wirklich Verharmlosung. Denn es gerät der simple Umstand in Vergessenheit, dass die DDR tatsächlich durch und durch ein Unrechtsstaat war. Ein Staat, der sich skrupellos das Recht nahm, seinen Bürgern die elementarsten Rechte vorzuenthalten. Und ein Staat nicht zuletzt, der in seiner vollkommenen Vermurkstheit seine Bürger auf entwürdigende Weise gezwungen hat, sich unter Mühen um die alltäglichsten Dinge zu schlagen. Die DDR hat ihre Bürger im Käfig der Notwendigkeit eingesperrt und Millionen Menschen brachial gehindert, das Leben zu führen, das sie führen wollten. Keine Diktatur? Kein Unrechtsstaat?

Der Konsens über das in der DDR geschehene Unrecht schwindet

Es ist schon seltsam: Je näher das Datum rückt, an dem vor 20 Jahren mit dem Fall der Mauer das Ende der DDR besiegelt war, desto lauter werden die Stimmen derer, die der DDR ihr kleines Recht zurückgeben wollen und ihr den Charme einer „kommoden Diktatur“ anhängen. War der Konsens darüber, dass das Ende der DDR ein Glück sei, vor 15 Jahren noch vergleichsweise groß, so schwindet er nun. Obwohl noch so viele leben, die das Elend der DDR bezeugen können, fallen Strahlen milden Lichts auf sie. Je weiter sie in die Ferne der Vergangenheit rückt, als desto harmloser gilt sie.

Ohne die Konfrontation mit der Vergangenheit ist ihre Überwindung unmöglich

Der Umgang mit dem Nationalsozialismus hat den umgekehrten Verlauf genommen. War es im ersten Jahrzehnt nach dem Ende des Deutschen Reiches noch üblich, dass verharmlosend, manchmal sogar verklärend über diese „große Zeit“ gesprochen wurde, begann sich seit den 60er-Jahren kontinuierlich und unumkehrbar zu ändern. Je weiter die NS-Erfahrung in die Ferne der Vergangenheit rückte, desto intensiver und nachhaltiger wurde sie vergegenwärtigt. Und es sieht ganz so aus, als sei dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen. Auch wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sein werden, wird die Konfrontation mit dieser Vergangenheit kein Ende nehmen. Wie kommt das? Es liegt vermutlich daran, dass der Sozialismus seinen Charme einfach nicht verlieren will. Eine Ergebnisse mögen noch so niederschmetternd sein, er mag noch so viel Millionen Menschen den Tod oder ein enteignetes Leben gebracht haben – die Idee gilt immer noch als gut, zumindest als ehren- und eines Versuches wert. Die Idee verdrängt mit unverminderter Kraft die Wirklichkeit.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... tatur.html


Der Inhalt dieses Beitrages hat auch besonders heute noch gültig, wie man nach dem Lesen mancher Beiträge hier im Forum, leider feststellen muss.
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon Interessierter » 7. August 2017, 11:38

Warum die Verklärung der DDR naiv und unfair ist

Erwin Sellering hält an seiner Aussage fest: Man könne die DDR nicht pauschal einen Unrechtsstaat nennen, erklärt Mecklenburg-Vorpommerns Landesvater ( im Jahre 2009 ). Doch mit seinen Argumenten macht er es sich zu einfach. Denn dass sich viele DDR-Bürger ihren Anstand bewahrt haben, ändert nichts am diktatorischen Charakter der SED.

Soeben hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering, der aus dem Westen kommt, mit der Äußerung Aufsehen erregt, man könne die DDR nicht pauschal einen Unrechtsstaat nennen. Er begründete das – wie schon so viele vor ihm – mit allerlei sozialen Einrichtungen der DDR – von der Poliklinik bis zur Kindererziehung. Und dann wartet er mit einer Plattitüde auf, die man einem Ministerpräsidenten kaum zutraut: „In der DDR lebten Millionen Menschen, die unter schwierigen Bedingungen viel Gutes geleistet haben.“ Wie könnte es anders sein? Schlimm ist aber, dass Sellering offenbar der Meinung ist, damit auch etwas halbwegs Positives über den Staat DDR gesagt zu haben.

Es ist und war immer so: Unter jedweden Verhältnissen versuchen Menschen, über die Runden zu kommen, arrangieren mal mehr, mal weniger, versuchen anständig zu bleiben oder nicht. Das festzustellen ist eine pure Banalität, und wer es feststellt, der hat vom Alltag in Diktaturen keine Ahnung. Selbst die schlimmste Diktatur besteht nicht nur aus Gewalt.

Der Sinn dessen, was Sellering sagt, ist jedoch noch ein anderer: Indem er alltägliche Leistungen in Anschlag bringt, lässt er ein mildes Licht auf den Staat fallen. Wenn so viel Tapferkeit und Durchhaltekraft in ihm möglich war, dann kann dieser Staat so schlecht doch auch wieder nicht gewesen sein. Mit Argumenten wie diesen wird das Diktatorische an der DDR in den Hintergrund gedrängt, relativiert oder allenfalls zur etwas hässlichen Marotte gemindert.

Wer sein Leben in der DDR als vor allem bedrückend erfahren hat, gilt dann schnell als Sonderling, der immer nur auf einem Thema, dem Totalitarismus, herumreitet und die wunderbare Vielfalt dieses Staates verkennt. Das ist dann wirklich Verharmlosung.

Denn es gerät der simple Umstand in Vergessenheit, dass die DDR tatsächlich durch und durch ein Unrechtsstaat war. Ein Staat, der sich skrupellos das Recht nahm, seinen Bürgern die elementarsten Rechte vorzuenthalten. Und ein Staat nicht zuletzt, der in seiner vollkommenen Vermurkstheit seine Bürger auf entwürdigende Weise gezwungen hat, sich unter Mühen um die alltäglichsten Dinge zu schlagen. Die DDR hat ihre Bürger im Käfig der Notwendigkeit eingesperrt und Millionen Menschen brachial gehindert, das Leben zu führen, das sie führen wollten. Keine Diktatur? Kein Unrechtsstaat?

Es ist schon seltsam: Je näher das Datum rückt, an dem vor 20 Jahren mit dem Fall der Mauer das Ende der DDR besiegelt war, desto lauter werden die Stimmen derer, die der DDR ihr kleines Recht zurückgeben wollen und ihr den Charme einer „kommoden Diktatur“ anhängen. War der Konsens darüber, dass das Ende der DDR ein Glück sei, vor 15 Jahren noch vergleichsweise groß, so schwindet er nun. Obwohl noch so viele leben, die das Elend der DDR bezeugen können, fallen Strahlen milden Lichts auf sie. Je weiter sie in die Ferne der Vergangenheit rückt, als desto harmloser gilt sie.

Der Umgang mit dem Nationalsozialismus hat den umgekehrten Verlauf genommen. War es im ersten Jahrzehnt nach dem Ende des Deutschen Reiches noch üblich, dass verharmlosend, manchmal sogar verklärend über diese „große Zeit“ gesprochen wurde, begann sich dies seit den 60er-Jahren kontinuierlich und unumkehrbar zu ändern. Je weiter die NS-Erfahrung in die Ferne der Vergangenheit rückte, desto intensiver und nachhaltiger wurde sie vergegenwärtigt.

Und es sieht ganz so aus, als sei dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen. Auch wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sein werden, wird die Konfrontation mit dieser Vergangenheit kein Ende nehmen. Wie kommt das? Es liegt vermutlich daran, dass der Sozialismus seinen Charme einfach nicht verlieren will. Seine Ergebnisse mögen noch so niederschmetternd sein, er mag noch so vielen Millionen Menschen den Tod oder ein enteignetes Leben gebracht haben – die Idee gilt immer noch als gut, zumindest als ehren- und eines Versuches wert. Die Idee verdrängt mit unverminderter Kraft die Wirklichkeit.

https://www.welt.de/politik/article3464 ... r-ist.html

Warum kommt mir besonders das Großgeschriebene auch hier im Forum bekannt vor? [denken] [wink]
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon Interessierter » 26. August 2017, 09:20

Dieser furchtbare Traum vom Sozialismus

Es kommt nicht häufig vor, dass ein Staat einfach verschwindet. Der DDR ist es so ergangen. Da fast jeder Staat auch Loyalitäten schafft, ist es nicht verwunderlich, dass ihr Abhandenkommen bei zahlreichen materiellen und geistigen Kostgängern dieses sozialistischen Staatsversuchs Verlustgefühle entstehen ließ. Was tun mit denen, die einem so schäbigen Staat wie der DDR hinterhertrauern? Der Versuch ist mehr als ehrenwert, diese Trauergemeinde langsam – wie in einer beweglichen Wärmestube – ins Freie, in die neue und nun nicht mehr sozialistische, daher auch zuweilen ungemütliche Gesellschaft zu geleiten.

Man kann die PDS in gewisser Weise als eine Partei begreifen, die einen solchen Passage-Ritus organisierte. Sie war den Verstockten und Verstörten ein Heimatraum, und sie führte ihre Klientel ein Stück weit an die Wirklichkeit der gewaltenteiligen repräsentativen Demokratie ohne Heilsanspruch, aber mit Meinungsfreiheit heran. Blickt man in die Landesparlamente der neuen Bundesländer, findet man etliche Parlamentarier, die diesen Lernprozess verkörpern und die, allen Vorbehalten zum Trotz, doch im Westen angekommen sind. Das ist die schöne Seite. Die weniger schöne zeigt einen Parteivorstand, verkörpert insbesondere durch Oskar Lafontaine, die mit Verbalradikalismus aus der alten Kiste der antikapitalistischen, ja fast antiplutokratischen Tradition daherkommt. Und sie zeigt eine Parteiführung und -basis, die nicht den Mut haben, dem in die Vergangenheit galoppierenden Saarländer Paroli zu bieten.

Das hat auch damit zu tun, dass der böse Geist der DDR in der Linkspartei eben noch längst nicht verflogen ist. Ein besonders markantes Beispiel dafür liefert in diesen Tagen Gregor Gysi. Man versteht, dass er von den vielen immer wiederkehrenden Vorwürfen genervt ist, er sei doch ein Mann der Stasi gewesen. Man versteht aber nicht, warum er die – nun wirklich nahe liegenden – Fragen nach seiner Vergangenheit rundweg für eine Zumutung hält. Gysi hat in der ihn betreffenden Bundestagsdebatte, die er nach seiner Rede mit demonstrativer Wucht verließ, den Abgeordneten der anderen Parteien einen großen und stolzen Satz entgegengeworfen: „Sie begreifen nicht, dass ich damals so souverän war wie heute.“ Meint er das ernst – und nicht so spielerisch wie vieles, was er da und dort von sich gibt –, dann hat er nicht verstanden, was eine Diktatur ist. Oder umgekehrt: Er verklärt sie.

Es hat zum Wesen der DDR gehört, dass sie willkürlich Privilegien vergab und entzog. Sie hat das Duckmäusertum gefördert und kannte keine einklagbaren Menschenrechte. Der Einzelne war ausgeliefert und nie Herr seines Lebens. Es ist der unerträgliche Hochmut eines Bertolt Brecht, der aus seinen Worten spricht. Und die Anmaßung, ein besonders begabter Einzelner könne selbstbewusst auf der Klaviatur jedweden Systems spielen. Der Gregor Gysi, der sich als souveräner Demiurg unter lauter grauen Mäusen des diktatorischen Alltags sieht, verharmlost die DDR.

Es gibt die Gestalt des aus dem Geist des Kommunismus kommenden Linksadeligen, der sich im Einklang mit den Fortschrittstruppen der Geschichte sieht, dessen Weltbild nicht falsifizierbar ist und der – auch dann, wenn er sich volkstümlich gibt – das gewöhnliche Volk im Grunde verachtet. Stephan Hermlin war so einer, Gregor Gysi ist so einer. Es wirft kein gutes Licht auf das kritische Vermögen Deutschlands, wenn einer wie Gysi mit seinen flotten Sprüchen, seinen Halbwahrheiten und seinen Ausflüchten zu einer überaus populären Figur und in jeder Talkshow willkommenen Gestalt werden kann. Geschieht das, weil er – anders als etwa Politik-Langweiler – so spritzig ist? Wohl kaum. Es liegt eher daran, dass der furchtbare Traum vom Sozialismus noch immer nicht ausgeträumt ist.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... ismus.html

Damals halfen den willfährigen Dienern dieser Diktatur die ihnen gewährten Privilegien, diesen furchtbaren Traum vom Sozialismus zu träumen. Heute hilft dieser Minderheit das ehemals verhasste Wirtschaftssystem der Bundesrepublik und das Schreiben von Büchern, ihren furchtbaren Traum vom Sozialismus weiterzuträumen... [flash]
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon Interessierter » 28. Mai 2018, 14:02

Geschichtsstunde im Stasi-Ledigenheim
Eine Begebenheit aus dem Jahr 2006

Es dauert zwanzig Minuten, bis einem Zuhörer der Kragen platzt. "Sie lügen!", ruft der sichtlich erregte Mann, "das ist der größte Mist, den ich je gehört habe". Kurz zuvor hat der Referent vorne auf dem Podium ausgeführt, daß die 550 Westdeutschen, die ab Mitte der siebziger Jahre in der DDR inhaftiert worden waren, ihre Taten ausnahmslos gestanden hätten. "Ich saß neun Jahre und neun Monate und habe nie gestanden", bebt der Zwischenrufer. Und ergänzt: "Die DDR ist doch nicht an Humanitätsduselei zugrunde gegangen."

Im Ostberliner Stadtteil Lichtenberg wird eine deutsche Geschichtsstunde der besonderen Art gegeben. Im Ramada-Hotel, in dem vor 1990 ein Stasi-Ledigenheim untergebracht war und das wenige Schritte von der Plattenbau-Trutzburg des früheren Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) entfernt ist, präsentiert die "Edition Ost" im Eulenspiegel-Verlag zwei Bücher von zwei einstigen Stasi-Obersten.

"Besuchszeit. Westdiplomaten in besonderer Mission" nennt Peter Pfütze sein "einzigartiges zeitgeschichtliches Dokument", das von Westbürgern im Stasi-Knast handelt. Diese seien gemäß internationalen Gepflogenheiten behandelt worden. Als Beleg führt der Autor an, daß Angestellte der Ständigen Vertretung Bonns in Ostberlin die Gefangenen regelmäßig an einem vereinbarten Ort besuchen konnten. Trotzdem werde bis heute behauptet, in den MfS-Haftanstalten seien die schlimmsten Dinge passiert, wettert der Autor.

Im Buch "Der Botschaftsflüchtling" hat Gotthold Schramm Erinnerungen von Auslandsspionen versammelt. Die "spannende, zum Teil atemberaubende Lektüre" soll zeigen, daß das MfS ein stinknormaler Geheimdienst war, wie der BND oder die CIA auch.

Beide Werke sind kaum bestsellerverdächtig, der historische Erkenntniswert ist wohl eher gering. Und doch ist das Interesse an der Buchvorstellung enorm. Neben Vertretern der schreibenden Zunft sind gleich vier Fernsehteams anwesend, darunter von ARD und ZDF. Das Geschehen in dem mit 80 Gästen gefüllten Saal bestimmen aber nicht die Journalisten - vor ihren Augen liefern sich Stasi-Täter und Stasi-Opfer einen offenen Schlagabtausch. "Für mich sind Sie rotlackierte Faschisten", ruft ein Altkanzler Helmut Kohl paraphrasierender Ostdeutscher, den das MfS einst hinter Gitter gebracht hatte. "Darf ich Anzeige gegen Sie erstatten?", entgegnet im Auditorium prompt Werner Großmann, einst Stellvertreter von Stasi-Minister Erich Mielke. Eine Frau in gelbem Pullover, die über Schikanen bei ihrer Vernehmung durch Stasi-Spezialisten berichtet, verhöhnt Herbert Kirchstein, Ex-Leiter der MfS-Untersuchungshaftanstalt, mit einer Frage: "Warum wurden Sie denn inhaftiert?" Lakonisch merkt ein Ex-Tschekist an: "Haft ist kein Sanatorium."

Seit Jahren melden sich Vertreter von Mielkes einstiger Garde ganz ungeniert zu Wort. Öffentlich wahrgenommen wird das aber erst seit dem Eklat um die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen. Während einer Bürgerversammlung Mitte März erklärten Stasi-Angehörige das zum Museum umgewandelte Gefängnis zum "Gruselkabinett" und denunzierten ehemalige Häftlinge, die heute Besucher als Zeitzeugen durch die Anlage führen: "Sie stellen sich als Opfer dar und deklarieren uns als Täter." Der anwesende Berliner Kultursenator Thomas Flierl (PDS), zugleich Stiftungsratsvorsitzender dieses Ortes des Gedenkens an die zweite deutsche Diktatur, ließ die Provokateure unwidersprochen gewähren. Dieser Vorgang, der für bundesweite Schlagzeilen sorgte, bescherte Deutschland eine Stasi-Debatte. Motto: Die Täter sind unter uns.

Indes waren die Gespenster zu diesem Zeitpunkt längst aus dem Schatten getreten. Im Frühjahr 2001 veröffentlichten 23 hochkarätige Ex-Stasi-Kader ein Manifest, in dem die "makabre Hexenjagd" gegen ehemalige Geheimdienstangehörige beklagt wurde. Kurz darauf druckte die Ex-FDJ-Zeitung "Junge Welt", heute das Zentralorgan für DDR-Geschichtsklitterung, ein ellenlanges Interview mit Stasi-Obristen - verteilt auf drei Ausgaben. Es markierte eine Zäsur, das Ende der Schamfrist. Zehn Jahre nach dem Untergang der DDR machten die einstigen Schergen wieder mobil. "Mir ist die Galle hochgekommen, eine Sprache des Totalitarismus, wie aus der Gruft", meinte der Bürgerrechtler und Publizist Konrad Weiß damals. Seine Worte sind unverändert aktuell.

https://www.welt.de/print-welt/article2 ... nheim.html
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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon AkkuGK1 » 3. Juni 2018, 16:02

neee der Pastor hat völlig Recht.
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

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Re: WWW.Geschichtsklitterung.de

Beitragvon AkkuGK1 » 3. Juni 2018, 16:15

Dass Menschen an der Grenze starben, sei bedauerlich. Aber Flüchtende hätten das Risiko gekannt, erschossen zu werden, und seien dazu bereit gewesen, bei ihrer Flucht Grenzsoldaten zu töten. Deshalb sei es für die Grenzsoldaten auch legitim gewesen, auf die Flüchtenden zu schießen.

das ist moralisch und ethisch falsch. Da die Gesetzgebung schon gegen Menschenrechte verstieß, war auch die Schusswaffengebrauchsordnung Völkerrechtswidrig. Es war auch im KZ dem Häftling bekannt, das das Verlassen tödlich enden kann. War die Gewalt dort auch gerechtfertigt?!
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

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