DDR Opferrente

DDR Opferrente

Beitragvon Spartacus » 29. März 2013, 10:31

Hallo,

Vor gar nicht all zu langer Zeit wurde die Wiedervereinigung – zu Recht - zum zwanzigsten Male gefeiert und wir alle können stolz darauf sein, dass unser Land nun wieder eins ist. Ein Volk, eine Nation. Die Berichterstattung war dem feierlichem Anlass gemäß sehr ausführlich, aber wieder einmal habe ich ein wichtiges Thema vermisst.

Es handelt sich um die DDR-Opferrente, die gerne auch als Ehrenpension bezeichnet wird. Ein
Begriff, der mir sehr gut gefallen würde, wenn denn diese Pension entsprechend ausfallen und an
alle Opfer des DDR- Unrechtsstaates gezahlt werden würde.

Ohne wenn und aber!

Stattdessen aber wird in einer für uns unerträglichen Weise differenziert und bestimmt, wer
Anspruch auf diese Rente hat. Als wäre dies noch nicht entwürdigend genug, wird auch noch eine
Einkommensgrenze festgelegt, entsprechend welcher man einen Anspruch hat, oder eben auch
nicht.

Von der beschämend niedrigen Rente von 250 Euro kann niemand leben und es gleicht schon an
eine Verhöhnung der Opfer, wenn man weiß, dass die ehemaligen Täter jährlich mit 4 Milliarden
Euro an Renten bedacht werden, während wir – die Opfer – uns mit lächerlichen 100 Millionen
zufrieden geben sollen?

Sollte es 20 Jahre nach der Wende nicht möglich sein den Opfern der DDR endlich eine wirkliche
Ehrenpension zukommen zu lassen, die es endlich vielen meiner Kameraden ermöglichen würde,
einen würdevollen Lebensabend zu verbringen, anstatt dieses schöne Leben den ehemaligen Stasi –
Offizieren und Regierungsmitgliedern über die Rentenkasse – in die wir auch noch einzahlen – zu
ermöglichen?

Dieser unhaltbare Zustand muss endlich geändert werden und jeder Mensch – der des klaren
Denkens fähig ist – wird mir hier sicherlich zustimmen.

Wo leben wir eigentlich, dass Täter belohnt und Opfer verhöhnt werden?

Viele meiner Kameraden leben heute auf Hartz IV – Niveau. Was glaubt ihr wohl, wie bitter es
diese aufstößt, wenn Sie immer wieder hören müssen, mit welch hohen Summen die Täter vom
Staat bedacht werden, während sie praktisch leer ausgehen?

Glaubt ihr noch an Gerechtigkeit in diesem – unserem – Staat?

Viele meiner Kameraden leider nicht mehr, denn sie fühlen sich verraten, verhöhnt und im Stich
gelassen.

Daher möchte alle bitten, mit zu helfen diese unhaltbaren Zustände zu beseitigen und aus der Ehrenpension eine Rente zu machen, die diesen Namen wirklich verdient.

Ich fordere also alle dazu auf, sich für uns einzusetzen und dafür einzutreten, dass die Ehrenpension
auf 1.500 Euro pro Monat angehoben und auch entsprechend dynamisiert wird, damit die vielen
Kameraden die heute in großer Armut leben, endlich einen ruhigen Lebensabend genießen können.

Diese – dann wahrhaftige – Ehrenpension soll an alle ehemaligen politischen Verfolgten
bedingungslos und bis an das Lebensende ausgezahlt werden. Ohne Bemessungsgrenzen,
vorgeschriebenen Haftzeiten oder Altersbeschränkung ( Renteneintritt), sondern sofort!

Nur eine solche Ehrenpension würde uns Opfern das Gefühl zurückgeben, nicht umsonst gedarbt
und gelitten zu haben!

Die zerstörten Lebensläufe der Opfer, das Unverständnis der Gesellschaft, die gesundheitlichen Folgeerscheinungen körperlicher und psychischer Gewaltanwendung, führte dazu, dass viele von uns in finanzieller Armut leben.

Wir müssen unseren Einsatz für Freiheit und Demokratie bis heute teuer bezahlen.

Selbstredend muss natürlich geprüft werden, ob ein Anspruch auf die Ehrenpension besteht, noch
dazu, da in letzter Zeit vermehrt ehemalige Stasi – Offiziere versucht haben, die Ehrenpension
einzustreichen.

Ein unglaublicher Vorgang, der nochmals die Unverschämtheit dieser Verbrecher –
die vor nichts halt macht – beweist.

Und bitte, erklärt mir nicht, für die Ehrenpension wäre kein Geld vorhanden, da ich dann
gleich auf den Geldsegen verweisen würde, den die Täter jährlich ausbezahlt bekommen.

Und wenn nun sicherlich viele meinen, man könnte den Tätern – die wohlverdiente? - Rente ja schlecht wegnehmen, da dies ja gegen die Menschenrechte verstoßen würde, so darf ich allen hier versichern, dass die Menschenrechte für die Täter zu DDR Zeiten absolut keine Rolle gespielt haben.

Daher sollten also die Renten der Täter gnadenlos gekürzt und die Ehrenpension für die Opfer auf mindestens 1.500 Euro pro Monat aufgestockt werden.

Bin gespannt, wie hier die Meinungen im Forum zu diesem Thema sind!

Mit den besten Grüßen

Spartacus

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Hier für den unbedarften Leser noch ein paar Fakten zur Opferpension:


Einigungsvertrag / Artikel 17 ( 1990)
Rehabilitierung
Die Vertragsparteien bekräftigen ihre Absicht, dass unverzüglich eine gesetzliche Grundlage dafür geschaffen wird, dass alle Personen rehabilitiert werden können, die Opfer einer politisch motivierten Strafverfolgungsmassnahme oder sonst einer rechtsstaats- und verfassungswidrigen gerichtlichen Entscheidung geworden sind. Die Rehabilitierung dieser Opfer des SED-Unrechts-Regimes ist mit einer angemessenen Entschädigungsregelung zu verbinden.

Ehrenerklärung für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft (1992)

Der Deutsche Bundestag würdigt das schwere Schicksal der Opfer und ihrer Angehörigen, denen durch die kommunistische Gewaltherrschaft Unrecht zugefügt wurde. Den Menschen, die unter der kommunistischen Gewaltherrschaft gelitten haben, ist in vielfältiger Weise Unrecht oder Willkür widerfahren. Sie wurden ihrer Freiheit beraubt und unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert. Viele sind in unmenschlichen Haftanstalten umgekommen. Sie wurden gefoltert, gequält und getötet. Sie wurden in ihrem beruflichen Fortkommen behindert, schikaniert und diskriminiert. Sie wurden verschleppt. Sie wurden unter Missachtung elementarer Grundsätze der Menschlichkeit aus ihrer Heimat, von Haus und Hof und aus ihren Wohnungen vertrieben. Sie wurden an Eigentum und Vermögen geschädigt.

Der Deutsche Bundestag verneigt sich vor allen Opfern kommunistischer Unrechtsmaßnahmen. Er bezeugt all’ jenen tiefen Respekt und Dank, die durch ihr persönliches Opfer dazu beigetragen haben, nach über 40 Jahren das geteilte Deutschland in Freiheit wieder zu einen.

Deutscher Bundestag, 17.06.1992
(BR-Drucksache 431/92)

Als Opferpension (auch Opferrente) bezeichnet man umgangssprachlich die monatliche Zuwendung für Opfer politischer Haft in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR gemäß §17a des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes (StrRehaG) in der Fassung vom 28. August 2007. Ihre Höhe beträgt gegenwärtig maximal 250 Euro.


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Re: DDR Opferrente

Beitragvon tom-jericho » 29. März 2013, 11:11

Rainer Eppelmann war fuer 174 Tage Minister fuer Abruestung und Verteidigung in der DDR.
Frage bitte mal ihn, wieviel er trotzdem fuer diese 174 Tage heute Pensionsgelder monatlich einstreicht.
Die Drecksarbeit haben wir fuer ihn gemacht!

PS: Noch lustiger finde ich ja den zuvor zugeschanzten Posten fuer Eppelmann unter Modrow-Regierung als "Minister ohne Geschaeftsbereich"!
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon karnak » 29. März 2013, 11:58

Spartacus hat geschrieben:
Und wenn nun sicherlich viele meinen, man könnte den Tätern – die wohlverdiente? - Rente ja schlecht wegnehmen, da dies ja gegen die Menschenrechte verstoßen würde, so darf ich allen hier versichern, dass die Menschenrechte für die Täter zu DDR Zeiten absolut keine Rolle gespielt haben.

Daher sollten also die Renten der Täter gnadenlos gekürzt und die Ehrenpension für die Opfer auf mindestens 1.500 Euro pro Monat aufgestockt werden.


Und Du meinst also,da man in der DDR gegen Menschenrechte verstoßen hat,sollte man das jetzt auch tun? [denken]
Was würdest Du den unter Renten"gnadenlos"kürzen verstehen?
Letztendlich würdest Du gerne die Diktatur der ehemaligen Täter durch die Diktatur der ehemaligen Opfer ersetzen.Oder verstehe ich da was falsch?
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon tom-jericho » 29. März 2013, 12:08

Giebt es eigentlich schon Opferrente für Opfer der BRD-Diktatur nach der Spitzkehre?
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon SkinnyTrucky » 29. März 2013, 12:09

Spartacus hat geschrieben:Bin gespannt, wie hier die Meinungen im Forum zu diesem Thema sind!


Vollste Zustimmung Spartacus.... [bravo]

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Re: DDR Opferrente

Beitragvon tom-jericho » 29. März 2013, 12:13

Warum?
Ist er beim Spartacus-Bund?
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Interessierter » 29. März 2013, 12:20

Wenn man nur wollte, dann könnte man den Beitrag von Spartacus auch einfach nur als Wunsch nach Gerechtigkeit bezeichnen. Über den Weg dahin zu diskutieren, das kann man immer noch.

Für mich klingt es auch noch nach mehr als 20 Jahren wie Hohn, wenn ehemalige Diener des Regimes Opfern diktatorisches Gebaren vorwerfen, obwohl sie das mehrere Jahrzehnte selbst betrieben haben. Sorry Kristian, wenn es Dich jetzt gerade trifft, obwohl Du einer der wenigen " Ehemaligen " bist, dessen Ein- und Ansichten ich ganz besonders schätze und achte.

Ich kann das Ansinnen von Spartacus sehr wohl verstehen, aber denke auch, daß es so gar nicht in einer Demokratie praktikabel ist.

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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Danny_1000 » 29. März 2013, 12:26

@Spartacus

Nun war ja die Mehrheit der Abgeordneten unseres Bundestages keineswegs auf der Seite der sogenannten „Täter“, als sie diese von dir kritisierten Regelungen beschlossen haben. Nur zwei Zahlen gegenüber zu stellen – 4 Milliarden für die sogenannten „Täter“ und 100 Millionen für die Opfer – führt in der Diskussion über dieses Thema nicht wirklich weiter.

Ganz nebenbei: Die Opferpension wird als eines der wenigen Zusatzeinkommen nicht auf das ALG2 (Hartz 4) angerechnet. Die bekommt ein Empfänger als ohne Abzüge zusätzlich !

In einem deiner Kritikpunkte aber gebe ich dir Recht: Diese knapp 250 € erscheinen auch mir für erlittenes Unrecht in der DDR sehr wenig. Da sollte wirklich nachgebessert werden. Ob’s der richtige Weg ist, sich das fehlende Geld von den sogenannten „Tätern“ zu holen, bezweifele ich. Sicherlich ist dir ja bekannt, dass man bei vielen von denen, weil sie staatsnah waren, die Renten schon massiv kürzte.

P.S. Vielleicht stellst du dich ja mal kurz vor !

Gruß
Danny
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon karnak » 29. März 2013, 12:43

Interessierter hat geschrieben:Wenn man nur wollte, dann könnte man den Beitrag von Spartacus auch einfach nur als Wunsch nach Gerechtigkeit bezeichnen. Über den Weg dahin zu diskutieren, das kann man immer noch.

Für mich klingt es auch noch nach mehr als 20 Jahren wie Hohn, wenn ehemalige Diener des Regimes Opfern diktatorisches Gebaren vorwerfen, obwohl sie das mehrere Jahrzehnte selbst betrieben haben. Sorry Kristian, wenn es Dich jetzt gerade trifft, obwohl Du einer der wenigen " Ehemaligen " bist, dessen Ein- und Ansichten ich ganz besonders schätze und achte.

Ich kann das Ansinnen von Spartacus sehr wohl verstehen, aber denke auch, daß es so gar nicht in einer Demokratie praktikabel ist.

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Ich kann schon nachempfinden,dass das wie Hohn klingt,gerade wenn es noch von mir kommt,es ist aber einfach Keiner.Es ist auch kein VORWERFEN von diktatorischen Gebaren,wenn man die Vorschläge umsetzen würde WÄRE es schlichtweg diktatorisches Gebaren.Und genau DAS ist der Grund warum unsere Volksvertreter und Gerichte eben nicht so entschieden haben. Und wenn es auch für die ehemaligen Opfer schmerzhaft sein muss,ich kann das durchaus verstehen,man konnte nicht anders entscheiden,zumindest wenn man sich den Normen eines Rechtsstaates verpflichtet fühlt.Oder man entscheidet sich eben dafür,sich von diesen Normen zu verabschieden,aber dann landet man eben in einem System was man eigentlich verurteilt,halt nur unter anderen Vorzeichen.
Ich befürchte fast der Rechtsstaat stößt da an seine Grenzen.
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Andrea268 » 29. März 2013, 13:15

Mein Mann war ja in der DDR im Gefängnis weil er flüchten wollte. Er hat auch einen Antrag auf diese "Opferrente" gestellt. Der Anspruch wurde auch anerkannt und ihm steht diese "Opferrente" zu. Nur er bekommt sie nicht, weil er jetzt zu viel verdient.
Eine zeitlang bekam er die Rente, aber im letzten Jahr kam dann der Hammer, das Amt für Versorgung forderte 3200€ von ihm zurück und das innerhalb von 4 Wochen zu zahlen. Die Fahrkostenabrechnung für die Fahrten auf Arbeit, die das zu Grunde liegende Einkommen verringern, wurden falsch berechnet. Daher müsse er seit 2008 das zu viel gezahlte Geld zurückzahlen. Die Zahlungen wurden ab diesem Zeitpunkt eingestellt. Es würden ihm jetzt zwar noch irgendwelche Teilbeträge zustehen aber er hat einfach nicht mehr den Nerv sich da als Bittsteller behandeln zu lassen. Wir haben das Geld zurückgezahlt. Warum und wieso geht vielleicht aus einem Beitrag meines Mannes in einem anderen Forum hervor:

"Ich möchte noch einmal allen danken die versucht haben mir zu helfen. Ich habe mich jetzt entschieden, ich bekomme das Geld von meinem Schwager als zinslosen Kredit und werde dem Amt das Geld zurückzahlen. Damit ist dieses Thema dieser Opferrente für mich erledigt. Ich werde keinerlei Zahlungen mehr von diesem Amt annehmen. Ich habe genug andere Probleme als das ich mich auf irgendwelche Streitereien einlassen werde. Ich mußte mein Leben lang um alles mögliche kämpfen, irgendwann ist man einfach nur noch müde und will seine Ruhe.

"mein Gerechtigkeitsempfinden wurde schon erschüttert als ich erfahren hatte das man sozusagen Einkommensabbhängig gelitten hat und wer einen bestimmtes monatliches Einkommen überschreitet gar nicht mehr gelitten hat. Wobei in meinem persönlichen Fall die Überschreitung der Summe durch etwa 30 bis 40 Überstunden monatlich geschuldet sind. Dazu kommt das bei tatsächlich täglich 70km bis zur Arbeitsstelle nur 40 km angerechnet werden. Und das alles erschüttert meine Einstellung zum "Rechtsstaat" doch ganz gehörig. Auch wenn ich tagtäglich sehe wie mit öffentlichen Geldern umgegangen wird (Die Bauprojekte an denen ich arbeite sind öffentliche Gebäude)"

Noch ein letztes Zitat und damit ist dann wohl alles gesagt was ein Betroffender darüber denkt:

"Es gibt mal wieder etwas neues von diesem Amt für Versorgung. Ich habe diese Woche einen Brief bekommen in dem ich aufgefordert werde meine Lohnbescheinigungen für das vergangene Jahr einzureichen um meine Ansprüche zu berechnen.
Jetzt kam mir das ganze Prozedere vom letzten Jahr wieder in den Sinn. Ich habe überlegt ob ich darauf überhaupt reagieren soll. Ich will mich einfach nicht zum Bittsteller machen, für mich ist das so als ob ich mich selbst erniedrige.
Ich habe denen jetzt doch geantwortet, aber ich habe keine Lohnbescheinigungen eingereicht. Ich habe denen mitgeteilt das ich mich als Opfer zweiter Klasse vorkomme und das sie sich den Anspruch wahlweise ans Knie nageln, rektal einführen, oder nehmen sollen um Politikerpensionen erhöhen können, da ja nach Aussage eines Kanzlerkandidaten die Bezüge des Bundeskanzlers viel zu niedrig sind. "

Andrea268
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Nov65 » 29. März 2013, 13:39

Hi @spartacus und @Andrea268,
zur Thematik Opferrente kann man sich nur konkret äußern, wenn man die Situation detailliert kennt. Aber eine persönliche Haltung dazu kann und muss man haben, wenn man in diesem Forum agiert.
Es ist ein Gebot der Anerkennung und Gerechtigkeit, wenn Menschen, die nachweislich im DDR-Regime verfolgt und Haftstrafen erleiden mussten, eine unterstützende Rente bekommen. Bei 250 €ist das eher kein wirksamer Beitrag der Gesellschaft.
Es scheint so zu sein, wie es damals in der DDR war: Wenige wussten um die Zahlen von Eingesperrten und anderweitig Verfolgten. Das ging der Bevölkerung deshalb auch nicht nahe. In den Wendemonaten aber war das ein Thema, zumindest in der politischen Landschaft. So erlebte ich das jedenfalls. Dann kam der normale BRD-Alltag mit allmählichen Angleichungen von Gehältern im öffentlichen Dienst und den Pensionen, aber auch mit Rehabilitierungen von Eingesperrten inclusive Haftentschädigungen.
Aus eigenem Erleben kann ich sagen, dass sich die meisten Politiker der ersten Stunde heute nicht schlecht behandelt fühlen müssen, denn durch Anrechnungen von Dienstjahren kommt eine auskömmliche Pension für viele zustande. Je höher in der Dienststruktur, um so höher jetzt die Pension, eine einfache Formel.
Wenn aber diejenigen, die sich dem Regime widersetzeten oder sie Opfer des Verfolgungswahns wurden, heute am "Hungertuch" nagen müssen, ist das eine Schande für die ganze Nation.
Nun weiß ich nicht, was Ihr schon alles versucht habt. Petitionen an den Bundestag, Einschalten von Bundes-und Landtagsabgeordneten aller Parteien,die Medien. Schreibt doch bitte mal darüber.
Grüße von Andreas
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon EK 78/1 » 29. März 2013, 14:01

Nun schreibt aber einer,das es Ihm immer gut gegangen ist,in den DDR Haftanstalten,darüber ist auch sein persönlicher Mentor stolz.Andere schreiben das sie erniedrigt und gedemüdigt wurden,dies verneint einer alles.Ist er nun auch Opfer ?
Nicht das ich die Rente den wahren "Opfern" nicht gönne,aber Unterschiede sollten schon sein,sonst könnte man sich ja ärgern das man nicht auch im DDR Knast war. [flash] [flash]
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Andrea268 » 29. März 2013, 14:25

@EK78/1
Es gibt doch schon einen Maßstab wie sehr jemand damals gelitten hat, einfach der heutige Verdienst. Wenn du mehr als 1496€ verdienst hast du nicht mehr gelitten, so einfach ist das. Und völlig rechtsstaatlich gerecht.
Außerdem wenn ich mir die Mehrzahl der Beiträge so durchlese gab es doch in der ehemaligen DDR nur Opfer, zumindest im Blickwinkel der eigenen Darstellung.

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Re: DDR Opferrente

Beitragvon dein1945 » 29. März 2013, 16:25

Andrea268 hat geschrieben:@EK78/1
Es gibt doch schon einen Maßstab wie sehr jemand damals gelitten hat, einfach der heutige Verdienst. Wenn du mehr als 1496€ verdienst hast du nicht mehr gelitten, so einfach ist das. Und völlig rechtsstaatlich gerecht.
Außerdem wenn ich mir die Mehrzahl der Beiträge so durchlese gab es doch in der ehemaligen DDR nur Opfer, zumindest im Blickwinkel der eigenen Darstellung.

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Andrea,

etwas einfach, 6 Monate 250€, 6 Jahre auch 250€ WAT NUN,

schöne Ostern
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Wosch » 29. März 2013, 16:50

EK 78/1 hat geschrieben:Nun schreibt aber einer,das es Ihm immer gut gegangen ist,in den DDR Haftanstalten,darüber ist auch sein persönlicher Mentor stolz.Andere schreiben das sie erniedrigt und gedemüdigt wurden,dies verneint einer alles.Ist er nun auch Opfer ?
Nicht das ich die Rente den wahren "Opfern" nicht gönne,aber Unterschiede sollten schon sein,sonst könnte man sich ja ärgern das man nicht auch im DDR Knast war. [flash] [flash]



Fast das Gleiche hatte ich auch gedacht, aber laut sagen wollte ich es eigentlich nicht. Bin schon einmal wegen so etwas ausgeschimpft und "verissen" worden.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon dein1945 » 29. März 2013, 17:06

@Andrea,

nochmal die Frage zur Gerechtigkeit, Rentner mit 2.200€ Altersrente inkl. Betriebsrente bekommt für 6 1/2 Jahre die 250€ und ein Familienvater der noch in Lohn und Brot steht bei gleichem Einkommen nicht !

Gruß aus Berlin
Zuletzt geändert von dein1945 am 29. März 2013, 17:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon dein1945 » 29. März 2013, 17:07

Wosch hat geschrieben:
EK 78/1 hat geschrieben:Nun schreibt aber einer,das es Ihm immer gut gegangen ist,in den DDR Haftanstalten,darüber ist auch sein persönlicher Mentor stolz.Andere schreiben das sie erniedrigt und gedemüdigt wurden,dies verneint einer alles.Ist er nun auch Opfer ?
Nicht das ich die Rente den wahren "Opfern" nicht gönne,aber Unterschiede sollten schon sein,sonst könnte man sich ja ärgern das man nicht auch im DDR Knast war. [flash] [flash]



Fast das Gleiche hatte ich auch gedacht, aber laut sagen wollte ich es eigentlich nicht. Bin schon einmal wegen so etwas ausgeschimpft und "verissen" worden.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]


Hallo EK 78/1 und Wolfgang,

Frage wer war der Mentor ?

Hier noch einmal die Schilderungen von Ameisenferdinand:

Ich halte den obigen Bericht für übertrieben. Ich was selbst im DDR-Strafvollzug als politischer Gefangener (Versuchte Repubbliksflucht in der Strafvollzugsanstalt Naumburg). Erstmal hat dort im Strafvollzug niemand unentgeldlich gearbeitet. Man bekam für seine Arbeit 18% des Verdienstes den ein Zivielarbeiter dort bekommen hätte. Davon wurden ein drittel einbehalten für eventuelle Schulden(Gerichtskosten, Anwaltskosten etc) ein drittel war Rücklage, erhielt man bei der Entlassung und ein Drittel wurde für den Einkauf ausbezahlt.
Ich kann aus eigenem erleben sagen das es auf jeden Fall Schutzbekleidung, Schutzhelme, Gehörschutz usw gegeben hat und auch wert darauf gelegt wurde das diese persönliche Schutzausrüstung getragen wurde.
Wärend meiner Arbeit als Strafgefangener war ich auch im Chemiekombinat Bitterfeld eingesetzt, dort in der Chlorelektrolyse. Da dort mit Quecksilber gearbeitet wurde war es dort Pflicht Schutzmasken mit Quecksilberfilter zu tragen. Und das waren auch sehr gute Masken vom damaligen Klassenfeind, aus den Drägerwerken Lübeck. Und dort musste man auch regelmässig die Filter tauschen nach einer gewissen Anzahl Betriebsstunden.
Ich weiss nicht was beabsichtigt wird wenn solche Behauptungen aufgestellt werden, sie entsprechen schlicht nicht der Wahrheit.
Ich war kein Freund der DDR und ihres politischen Systems, und will da nichts schönreden, aber die Wahrheit muss die Wahrheit bleiben auch wenn sie manchen Leuten unbequem ist oder nicht ins politische Kalkül passt.

Andreas

http://neues-forum.info/forum/viewtopic.php?t=2561&p=45780#p45741

Ansonsten wünsche ich Dir schöne Feiertag, aus Berlin
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon EK 78/1 » 29. März 2013, 17:47

Hallo EK 78/1 und Wolfgang,

Frage wer war der Mentor ?

Ich habe doch hier keinerlei Namen genannt.Das war nur so ein Beispiel.Man kann sich das so denken der Häftling und sein Untersuchungsführer zum Beispiel. [wink]
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Wosch » 29. März 2013, 18:04

ABV hat geschrieben:Verstehe ich das jetzt richtig? Bloß weil Ameisenferdinands Schilderung des Gefängnisalltages von denen anderer abweicht, bezichtigt ihr ihn der Unwahrheit?
Könnt ihr mir mal genauer erklären, was mit " Mentor" und " Untersuchungsführer" gemeint ist. Etwa das der ehemalige Untersuchungsführer X dem ehemaligen Häftling Ameisenferdinand das ganze diktiert hat?

Gruß Uwe



Ich werde mich hüten Dir ein "Stöckchen" hinzuwerfen, Du kannst vielleicht Fragen stellen, aber deren Sinn erschließt sich mir schon.
Schönen Gruß aus Kassel. [wink]
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon EK 78/1 » 29. März 2013, 18:30

Hallo ABV

Wie kommst Du denn auf einen Ameisenferdinand ? Der Name wurde hier nicht genannt,jedenfalls nicht von mir. Und ob das stimmt was Insassen erzählen oder Aufschreiben kann ich nicht wissen,denn ich war nicht dabei.
Es soll User geben die schreiben im WWW Ihre komplette lebensgeschichte,und die ist nun mal für jeden zugänglich.
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon karnak » 29. März 2013, 18:38

Wosch!
Wenn wir ehrlich sind,mal ganz tief in uns rein schauen,wir "hassen" es eigentlich ALLE wenn wir von unseren Wertvorstellungen und Denkschablonen und Überzeugungen abgebracht werden sollen,wenn wir uns den Argumenten des vermeintlichen"Gegners"nicht GANZ verschließen können.Das"verwirrt"uns und zwingt uns zum Überdenken und das ist anstrengend,kann fast Arbeit sein. UND man müsste unter Umständen vor sich selber,vielleicht sogar noch vor dem Anderen zugeben,hast Du eigentlich auch recht,zumindest nicht ganz unrecht und ich habe unrecht,das schmerzt,also weicht man lieber aus und beharrt auf seinem Standpunkt.
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Spartacus » 29. März 2013, 18:56

Also erst mal Danke für die rege Beteiligung und die schon beginnende Diskussion [hallo]

Und ja, es ist ein sehr schweres Thema!

Viele hier haben schon den richtigen Tenor getroffen, sozusagen das Problem voll erkannt.

1. Problem Rechtsstaat BRD, der der BRD ja auch schon bei der Aufarbeitung des dritten Reichs auf die Füße
gefallen ist, denn hier war es ja ähnlich: Opfer abgespeist, Täter bestens verrentet.

2. Und ja, es wurde fast nichts aufgeklärt! Die VP , NVA, Richter , Staatsanwält etc, voll verrentet und als Zuckerl
noch mit Zusatzversorgungen bedacht. Ja ich weiß, das die Stasi - Renten gekappt wurden, aber das reicht uns nicht
aus, denn was stellt das denn für eine Strafe dar?

3. Siehe die Ausführungen des Mannes von Andrea268. So und so ähnlich erleben wir das tausendfach. Opfer nach
Gehaltshöhe??? Was soll das bitte für eine Ehren - Rente sein? Und den Rentner von uns, der 2.200 Euro Rente bekommt,
den würde ich gerne mal kennenlernen. Es ist eher, wie ich schon schrieb. Viele vegetieren auf Hartz IV, schwer krank,
depressiv, im Elend und müssen sich dann auch noch mit diesen ARGE Verbrechern rumärgern. ( anders Thema)

Ist es nicht angemessen, das die Opfer wenigstens in Würde ihren Lebensabend geniessen können?

Was nun die Haftbedingungen anbetrifft, so waren diese natürlich unterschiedlich und was die Schilderungen des
Ameisenferdinands betrifft, so kann das tatsächlich so gewesen sein. Ich war nicht dort, sondern kann höchstens
über das gelbe Elend berichten, denn da war ich für 2 Jahre ( von 1982 - 1984) unter "Verschluß". Wurde dann 1984
in einer Nacht und Nebel Aktion ausgewiesen, obwohl ich das nicht wollte.

Eigenartig ist es aber schon, denn "Politische" kamen in der Regel in die drei großen Bs.

Sprich Bautzen, Bützow, Brandenburg!

Ob wir uns an Politiker oder Partein wenden?

Ständig und die Antworten bestehen aus den immer selben "Bausteinen", die per Copy & Paste von einer fleissigen
Tippse an uns verschickt werden. Den aktuellen BP Gauck interessieren unsere Anliegen überhaupt nicht, denn da
bekommen wir nicht mal einen "Baustein".

Ich selbst bin 52 Jahre alt und bekomme die Rente auch nicht, da ich ja zuviel verdiene.

Es geht hierbei aber auch nicht um mich, sondern vor allem um unsere alten Kameraden, die schon in Rente
sind und denen mit den läppischen 250 Euro auch nicht geholfen ist. Viele haben eine sehr geringe Rente, da
sie durch die unmenschlichen Haftbedingungen zu meist später Arbeitsunfähig wurden.

Von unseren bedauernswerten Frauen, die zumeist Torgau ertragen nussten, will ich erst gar nicht sprechen.

Es geht hier um ein Prinzip, das natürlich mit der Rechtsstaatlichkeit der BRD kollidiert.

Und mit Verlaub, ich habe kein Mitleid mit den Tätern!

Vielen Dank für Euer Interesse.

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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Wosch » 29. März 2013, 19:13

ABV hat geschrieben:Das war aber nur eine ganz nomale Frage Wolfgang. Aus meiner Erfahrung konnte es durchaus sein, dass Häftling X in einem DDR-Gefängnis die Hölle auf Erden erlebte. Während Häftling Y, anderen Ortes mehr Glück hatte. Ob jemand Schikanen oder durchaus menschliche Behandlungen erfuhr, hing von vielen Optionen. Nicht zuletzt, wie sich die jeweilige Gefängnisleitung ihren Verantwortungen stellte. Und natürlich auch, in welchen Betrieben die Häftlinge arbeiten mussten.
Im Prinzip kann man das mit dem Grundwehrdienst vergleichen. Während einige perverse Spielchen irgendwelcher " EK"s ertragen mussten, brauchten andere so etwas niemals kennenlernen. Unter anderem deshalb, weil deren Vorgesetzte so etwas schon im Keim erstickten.

Gruß Uwe [hallo]



Nein Uwe, das war keine ganz normale Frage, in der Du "Deine" Antworten schon "versteckst" und in der Du hier User "bezichtigst" dem von "Dir" Genannten zu unterstellen Unwahrheiten kundzutun.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Wosch » 29. März 2013, 19:23

karnak hat geschrieben:Wosch!
Wenn wir ehrlich sind,mal ganz tief in uns rein schauen,wir "hassen" es eigentlich ALLE wenn wir von unseren Wertvorstellungen und Denkschablonen und Überzeugungen abgebracht werden sollen,wenn wir uns den Argumenten des vermeintlichen"Gegners"nicht GANZ verschließen können.Das"verwirrt"uns und zwingt uns zum Überdenken und das ist anstrengend,kann fast Arbeit sein. UND man müsste unter Umständen vor sich selber,vielleicht sogar noch vor dem Anderen zugeben,hast Du eigentlich auch recht,zumindest nicht ganz unrecht und ich habe unrecht,das schmerzt,also weicht man lieber aus und beharrt auf seinem Standpunkt.



Ach Karnak, da halte ich es lieber mit: "wenns für mich in Arbeit ausufern sollte, höre ich lieber auf".
Ist jetzt keine Drohung, Ihr müßt mich eben noch etwas aushalten.

Ich denke, daß schaffen wir noch, oder?
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Spartacus » 29. März 2013, 19:32

Nachtrag ( musste noch mal schnell im Archiv kramen)

Zum Thema " Sonderversorgungen" teilte uns Franz Thönnes, Parlamentarischer Staatssekretär im Arbeitsministerium,
2007 folgendes mit:

Laut seinen Angaben entfielen von den entsprechenden Ausgaben des Bundes und der Länder im vergangenen Jahr knapp 811 Millionen auf frühere Volkspolizisten. 523,6 Millionen erhielten ehemalige Angehörige der Nationalen Volksarmee einschließlich der Grenztruppen, die den Todesstreifen bewachten und dort mindestens tausend Flüchtling ums Leben brachten. 212,3 Millionen Sonderrenten gingen an Ex-Stasi-Mitarbeiter und 40,8 Millionen an ehemalige Beamte des DDR-Zolls. 2006 kamen insgesamt 327.138 Personen in den Genuss solcher Sonderzahlungen.

Übrigens erhalten entsprechend gegenwärtiger Rechtslage sogar 979 frühere Stasi-Mitarbeiter eine "Dienstbeschädigungsteilrente", die während ihrer Tätigkeit verletzt wurden – also bei der Unterdrückung der Bürger Ostdeutschland. Durchschnittlich werden an sie, so Staatssekretär Thönnes, 119 Euro im Monat gezahlt – ohne Rücksicht auf die Höhe ihrer regulären Renten.

Wohlgemerkt, hierbei handelt es sich nur un die Sonderversorgungen, die also damals 1,587 Milliarden Euro betrugen.

Na dann, frohes Fest

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Re: DDR Opferrente

Beitragvon ex-maja64 » 29. März 2013, 19:48

Spartacus hat geschrieben: 523,6 Millionen erhielten ehemalige Angehörige der Nationalen Volksarmee einschließlich der Grenztruppen, die den Todesstreifen bewachten und dort mindestens tausend Flüchtling ums Leben brachten.



So etwas ist natürlich Populismus in Reinform!
Man sollte schon in jedem einzelnen Fall hinterfragen warum der Jenige eine Rente erhält. Bestimmt nicht deshalb weil er "Flüchtlinge ums Leben brachte". [sick]
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Spartacus » 29. März 2013, 19:56

Ich will hier ganz bestimmt nicht einigen EX - NVA lern auf den Schlips treten, aber ein bisserl
Populismus muss schon sein, denn natürlich erhalten auch die Todesschützen schön brav ihre
"wohlverdiente" Rente.

Das "heizt" ein bisserl ein, gelle. [hallo]

Beste Grüße

Spartacus


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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Andrea268 » 29. März 2013, 20:50

@karnak
@ABV
Ich hab schon einiges in diesem Forum gelernt, für einige User ist nur glaubwürdig was in ihre eigenen Vorstellungen passt.Das ist natürlich ihr eigenes und unbestrittenes Recht, jeder kann glauben was er will. Manchmal kann eben nicht sein, was nicht sein darf, weil User xxxxx sich in seinem Verstand längst seine eigene "Wahrheit" geschaffen hat. Auch Denken unterliegt dem Trägheitsgesetz :-)

Andrea
Andrea268
 

Re: DDR Opferrente

Beitragvon ex-maja64 » 29. März 2013, 22:10

Spartacus hat geschrieben:Ich will hier ganz bestimmt nicht einigen EX - NVA lern auf den Schlips treten, aber ein bisserl
Populismus muss schon sein, denn natürlich erhalten auch die Todesschützen schön brav ihre
"wohlverdiente" Rente.

Das "heizt" ein bisserl ein, gelle. [hallo]

Beste Grüße

Spartacus


Na wer eingezahlt hat in dieses Rentensystem, der soll auch daraus profitieren. [wink]
Wenn ich das richtig sehe, geht es aber hier um Sonder(Opfer) Renten und nicht um eine Rente ansich.
Auch finde ich immer den Einwand absurd, ins Rentensystem der BRD, haben ehem. DDR-Bürger nichts eingezahlt.
Per 03.Oktober 1990 hat diese "Bunde Republik" aber auch alles aus der DDR übernommen, Immobilienwerte, Schulden und z.B. auch Rentenansprüche etc.

Weshalb nun deine Aufregung!

Wir leben doch heute in einen Rechtsstaat. [grins]
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Re: DDR Opferrente

Beitragvon Merkur » 30. März 2013, 01:39

Spartacus hat geschrieben:Viele hier haben schon den richtigen Tenor getroffen, sozusagen das Problem voll erkannt.

1. Problem Rechtsstaat BRD, der der BRD ja auch schon bei der Aufarbeitung des dritten Reichs auf die Füße
gefallen ist, denn hier war es ja ähnlich: Opfer abgespeist, Täter bestens verrentet.

2. Und ja, es wurde fast nichts aufgeklärt! Die VP , NVA, Richter , Staatsanwält etc, voll verrentet und als Zuckerl
noch mit Zusatzversorgungen bedacht. Ja ich weiß, das die Stasi - Renten gekappt wurden, aber das reicht uns nicht
aus, denn was stellt das denn für eine Strafe dar?

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Spartacus


Ob hier der richtige Tenor getroffen wurde,ist sicher Ansichtssache.Grundsätzlich sollte in dieser Diskussion erst einmal harausgearbeitet werden, wer "Opfer" und wer "Täter" ist. Längst nicht alle Insassen der drei B waren Opfer. Weiterhin stelle ich mir die Frage, warum alle ehem. Mitarbeiter des MfS pauschal bestraft werden sollen ?
Und machen wir uns nichts vor: Was Euch ausreicht oder nicht, ist unerheblich, denn es interessiert niemanden. Wie Du ja selbst schreibst, nicht einmal den Bundespräsidenten. Warum wohl ?
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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