Der Katastrophenwinter 1978/79

extreme Winter, Hochwasser u.s.w.

Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Nonkonform » 29. Dezember 2011, 14:54

Am Morgen des 28. Dezember 1978 herrschen in ganz Deutschland ca. zehn Grad über Null. Typisches Weihnachtstauwetter. Am Mittag fallen in Flensburg ein paar Regentropfen, dann Schneeflocken. Am Nachmittag und in der Nacht stürzen die Temperaturen plötzlich um fast 30 Grad Celsius. Die Warm-Kalt-Front schiebt sich bedrohlich vom Norden in den Süden, vom Westen in den Osten, über die innerdeutsche Grenze hinweg. Ein physikalisches Wunder, das für die Betroffenen katastrophale Auswirkungen hat.
Rügen schneit komplett ein
Die Nordbezirke der DDR versinken binnen weniger Stunden unter einem mehrere Zentimeter dicken Eispanzer - die Folge des gefrierenden Regens. Dann setzt ein 78-stündiger Schneesturm ein. Nichts bewegt sich mehr. Die Insel Rügen versinkt im Schnee und der Rügendamm wird unpassierbar. Damit ist die Insel am 29. Dezember komplett von der Außenwelt abgeschnitten.


http://www.mdr.de/damals/katastrophe102.html

Wer kann sich noch daran erinnern,bzw. war selbst davon betroffen, in welcher Form auch immer.

NK
„Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“

Kurt Tucholsky
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Interessierter » 29. Dezember 2011, 15:59

Ja Nonkonform ich kann mich daran gut erinnern, da ich von Hannover aus mit Pkw, Schwiegermutter, 2 Kindern und Hund auf dem Rückweg nach Schleswig Holstein war. Mit viel Glück gelang es mir, trotz sich gerade aufbauender Schneewehen noch nach Hause zu kommen.
Das beiliegende Video führt uns die Katastrophe noch einmal vor Augen.

Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon peterB » 29. Dezember 2011, 21:58

ja,das war eine schei... nachtschicht.
die autobahn ab grenzübergang helmstedt musste gesperrt werden,
fluchende lkw-fahrer,denen wir parkplätze auf der autobahn zuweisen mussten.der kollege von der lapo hatte dann auch genug,
sperrte mit dem dienstwagen die zweite spur,blaulicht an und ab zu uns in die wärme.
und wir mussten immer aus dem warmen abfertigungsgebäude in die kälte raus,um den reisenden die verkehrslage zu erklären.
das einzig gute waren die mitarbeiter des drk,die mit warmen tee und anderen dingen unterwegs waren.
nach ca 3 stunden war wieder geräumt und gestreut und der verkehr rollte wieder.
peterB
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Ganzunten » 29. Dezember 2011, 22:06

Auch ich habe Vorgestern beide Filmberichte vom MDR gesehen und kann mich noch gut erinnern.
Allerdings war es bei uns im Harz nicht so schlimm. Ich hatte keine Neubauwohnung sondern eine Altneubauwohnung mit Gasaußenwandheizern.
Nach dem Stromausfall am Sylvester ging auch die Gasversorgung flöten. Allerdings hatte ich vorgesorgt und im Keller stand noch ein alter Kanonenofen und eine Brennstoffreserve hatte ich auch noch. Der Ofen wurde kurzerhand hoch geholt angeschlossen und los ging es wir rückten alle in einen Raum zusammen.
Etwas Steinkohle von der Arbeit mitgebracht und auch die Glut hielt länger vor. Langsam wurden zwar im neuen Jahr die Lebensmittel knapp aber da auf Grund von den Feiertagen der Vorrat eh größer war klappte auch das einigermaßen. Kartoffeln und Äpfel hatte man ja im Herbst eingekellert so dass wir die kritische Zeit einigermaßen gut überstanden. Mich wunderte damals nur die Berichterstattung in den Medien. Im Ostfernsehen war alles Super und gut und alle kämpften erfolgreich gegen den Winter. Den Berichten nach hätte es eigentlich alles geben müssen. Etwas Stromabschaltung und ein bissel weniger Gasdruck sollte vorhanden sein. Dass das nicht stimmte merkte jeder selber. Das Westfernsehen berichtete unverhohlen über die Wetterunbilden in West und Ost ziemlich Ausführich so dass wir uns ein wirkliches Bild über die Lage selbst machen konnten. Dort wurde auch unverblümt über die Schwierigkeiten in Ostdeutschland berichtet. Aber das waren wir ja gewohnt. In der Mangelwirtschaft wurde immer etwas in Reserve vorgehalten. Bei der Reichsbahn wurde der Fahrplan stark ausgedünnt um Kohle zu sparen da ja die Elektroloks nicht mehr fuhren und Diesel auch knapp wurde. Die Feuerwehren wurden stark sensibilisiert auf vorbeugenden Brandschutz zu achten da jeder anfing alles Mögliche irgendwie und irgendwo zu verfeuern. Viele Betriebe mussten Mitarbeiter in die Braunkohle entsenden oder zum Winterdienst. Es ging so ca. zwei Wochen wo alles sehr knapp und eng wurde. Hat man aber hinterher schnell wieder vergessen.
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Edelknabe » 31. Dezember 2011, 07:12

Schade, ich finde den alten Text nicht mehr. Am Sylvesterabend 1978 gingen wir bei Plusgraden zum Tanzvergnügen und weit nach Mitternacht bei Minus 17°Celsius gings zurück über mehrere Kilometer Fussmarsch Nachhause.Meine Frau war fast erfroren in ihrem kurzen Fummel und ich sah aus, als hätte ich gerade den Chomolungma bestiegen. Na ihr Googler kockelt mal, was das für ein Berg ist?
Deswegen werde ich nie Bergsteigen, nichts ist schlimmer wie die Scheißkälte und die falschen Klamotten an, ich hasse Kälte.

Was las ich da Bergmensch du überpriviligierter DDR-Bürger..."Gasaußenwandheizer?" Und da meckerst du über die alte DDR, ich fasse es nicht? Also meine vier Öfen bullerten zu der Zeit rund um die Uhr, die brauchten nur Holz und Kohle, keinen Strom und unser Keller war immer gut gefüllt. Hättest vielleicht mal auf der Lok schlafen sollen, auf der Dampflok mein Freund damit dein Hintern dann warm geworden wäre.

Rainer-Maria ein Heizer vor dem Herrn, also unsere Überleute(Mieter im ersten Stock) hatten sinngemäß Fussbodenheizung, die kotzten schon immer, wenn wir die Ski aufs Autodach schnallten und eine Woche in den Wintersport abrauschten. Die Wohnung kühlte dann auf ca.4-6° Celsius aus und man brauchte einen vollen Tag, um wieder jenseits der 24° Celsiusmarke zu landen wenn draußen der Frost knackte.
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Ameisenferdinand » 31. Dezember 2011, 14:34

Ich saß zu dieser Zeit in der Strafvollzugsanstalt Naumburg ein, wegen versuchter Republiksflucht. Da haben wir anfangs gar nichts davon mitbekommen, Stromausfälle gab es nicht. Nur als wir dann in den nächsten Tagen nicht zur Arbeit ausrücken mussten erführen wir das im Einsatzbetrieb Stromsperre war und daher nicht gearbeitet wurde. Nachdem wieder Strom da war haben wir dann 12h Schichten arbeiten müssen um die Rückstände in der Produktion aufzuholen. Nach so etwa 2 Wochen war alles wieder normalisiert und man kehrte zum normalen (Knast)alltag zurück.

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Wosch » 31. Dezember 2011, 15:48

Ameisenferdinand hat geschrieben:Ich saß zu dieser Zeit in der Strafvollzugsanstalt Naumburg ein, wegen versuchter Republiksflucht. Da haben wir anfangs gar nichts davon mitbekommen, Stromausfälle gab es nicht. Nur als wir dann in den nächsten Tagen nicht zur Arbeit ausrücken mussten erführen wir das im Einsatzbetrieb Stromsperre war und daher nicht gearbeitet wurde. Nachdem wieder Strom da war haben wir dann 12h Schichten arbeiten müssen um die Rückstände in der Produktion aufzuholen. Nach so etwa 2 Wochen war alles wieder normalisiert und man kehrte zum normalen (Knast)alltag zurück.

Andreas



Ich will dir das mal glauben mit der 12 Stunden-Aufholjagd und auch Deine anderen Erinnerungen aus der Naumburger Zeit. Allerdings muß das ja nicht zwangsläufig heißen, daß Andere im Nachbarthread die Unwahrheit gesagt hätten. Daß man es mitunter mit Arbeitsschutz und allem anderen (wenn es sich um Strafgefangene handelte) nicht besonders ernst genommen hatte, wurde doch schon oft dokumentiert. Vielleicht habe ich auch nicht richtig hingeschaut und hingehört, ich persönlich kann vom Strafvollzug in der DDR nichts aus eigenem Erleben beitragen, wenn auch ich Personen kenne, die mir von solchen Sachen (die sie selbst erlebt hatten) erzählten. Nun weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr wem ich glauben sollte. Mit manchen Leuten habe ich diesbezüglich meine Schwierigkeiten. Damit es nicht gar zu toll OT wird: 1978/79 war es auch in Kassel sehr kalt, ´ne Stromsperre hatte es da aber nicht gegeben.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon augenzeuge » 2. Januar 2014, 19:40

SCHNEEKATASTROPHE 1978/79 in Schleswig Holstein aus privater Sicht.



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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon augenzeuge » 2. Januar 2014, 19:47

Hier noch eine bessere Dokumentation des Norddeutschen Rundfunk NDR

Tipp-Ansehen! [super]



AZ
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Beethoven » 15. September 2014, 12:11

Ich war zu jener Zeit, als junger Leutnant, auf der Insel Rügen, in Prora, stationiert.

Die Truppe war nicht voll besetzt, da ja Silvesterurlaub war. Aber all jene, die vor Ort waren, haben zu jener Zeit auf Schiern oder in Technik (als das wieder ging) geholfen, der Bevölkerung Nahrung und Medikamente zu bringen. Zwei Stabsgefreite von uns, haben eine werdende Mutter mit dem Schlitten von Göhren nach Bergen ins Krankenhaus, zur Entbindung, gezogen.
Andere haben aus Stralsund Hefe (je 15 kg-Päckchen) im FJT nach Saßnitz transportiert, damit dort Brot gebacken werden kann. Wir sind die entlegensten Höfe auf Schiern angelaufen und haben Lebensmittel, Medikamente, sogar mehrere 5 l Benzinkanister zum Betreiben von Aggregaten für eine Großgärtnerei, zur Bevölkerung gebracht.
Ich selber bin erst mit Schiern und später mit UAZ, Aufklärung gefahren und habe dabei Lebensmittel und andere Dinge im FJT gehabt und verteilt und habe dann noch später, mit unserem Pionieroffizier Schneemassen , mit 70 g Bohrpatrone bis 200 g Sprengkörper "weich" gesprengt, damit dann eine Lokomotive mit großem Schiebeschild den 5 - 7 m hohen Schnee beseitigen konnte.
Kein Soldat hat sich zu jener Zeit gedrückt oder geschont.
Der Taucherlehrausbilder wusste in dem Filmbeitrag nicht, wie viele Km zurück gelegt wurden.
Wir haben das mal ausgerechnet und kamen auf 1600 km Strecke die von uns auf Schiern befahren wurden. Da ja immer mehrere Jäger unterwegs waren, konnten wir nicht mehr genau ermitteln, wie viel insgesamt zugekommen ist. Aber es dürften so um 10. - 15.000 km gewesen sein.

http://www.youtube.com/watch?v=Tz5l_e3DXN4

von 6:50 bis 8:07

Gruß
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Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

Winston Churchill

Quo quisque stultior eo magis insolescit, gelle Herr F.?

Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Spartacus » 15. September 2014, 17:30

Ja die Soldaten haben damals fleißig geholfen, aber es ist ja generell ein Zug von uns Deutschen
in schlechten Zeiten zusammen zu stehen, wie wir ja bei den vergangenen Hochwassern erleben
durften.

In Sachsen haben wir damals übrigens nichts gemerkt, halt nur über die Glotze mitbekommen, was
da oben los war. Wenn ich mich recht entsinne, war es bei uns sogar richtig warm.

LG

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Zicke » 15. September 2014, 17:42

Spartacus hat geschrieben:In Sachsen haben wir damals übrigens nichts gemerkt, halt nur über die Glotze mitbekommen, was
da oben los war. Wenn ich mich recht entsinne, war es bei uns sogar richtig warm.

wir hatten am 1 Januar79 früh 6,00 Uhr -25°in Leipzig
Nachdem zu Weihnachten vor 30 Jahren noch starkes Tauwetter herrschte, gab es zum Jahreswechsel besonders in Nord- und Mitteldeutschland einen dramatischen Temperatursturz. Während zur Mittagszeit des 31. Dezember 1978 beispielsweise auf dem Fichtelberg noch ein Grad plus gemessen wurde, waren es am Neujahrsmorgen ganze 27 Grad minus. Hinzu kam ein fast 78-stündiger Schneesturm, der vor allem den Norden Deutschlands unter seinen Schneemassen begrub. Erst mehrere Wochen später beruhigte sich die Lage.


http://geschichtspuls.de/art1255-im-sch ... -1978-1979
z
"Ich glaube, daß die Deutschen sich mit der Realität schwertun, das sie sich am liebsten im Reich des Wünschbaren aufhalten.
An vielen verdrießt mich, das sie sich als bessere Menschen fühlen, indem sie – in der Regel folgenlos – edle Absichten verkünden."

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon pentium » 15. September 2014, 17:43

Spartacus hat geschrieben:Ja die Soldaten haben damals fleißig geholfen, aber es ist ja generell ein Zug von uns Deutschen
in schlechten Zeiten zusammen zu stehen, wie wir ja bei den vergangenen Hochwassern erleben
durften.

In Sachsen haben wir damals übrigens nichts gemerkt, halt nur über die Glotze mitbekommen, was
da oben los war. Wenn ich mich recht entsinne, war es bei uns sogar richtig warm.

LG

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Na ganz so harmlos war es nicht Sparta. In Chemniz (Karl-Marx-Stadt) kam der Eisregen.


Zitat:
Sehr rasch zog am Sonntag (31.12.) ein weiteres Tief über Deutschland hinweg ostwärts. Dabei verschärften sich die Gegensätze weiter. Am Vormittag wurden in Freiburg 12 Grad gemessen und damit 30 Grad mehr als zur gleichen Zeit in Berlin. Der Wind über dem Norden nahm noch etwas zu und auf Sylt wurde eine Böe von 55 Knoten oder 102 km/h gemessen. In Schleswig-Holstein waren viele Menschen in ihren Autos eingeschlossen, mehrere erfroren in ihren Fahrzeugen. Helfer mussten viele Menschen retten, tausende waren ohne Strom. Die Temperaturen lagen auch tagsüber weiter unter Null, besonders in Brandenburg sogar nahe -20 Grad! Auch im südlichen Sachsen und Thüringen gingen die Werte weiter zurück. Chemnitz meldete am Nachmittag (siehe Karte oben) sogar bei minus 15 (!) Grad Eisregen, da sich die Warmluft bei der Annäherung des neuen Tiefs über die Kaltluft wieder etwas nach Norden schob.

Hier erfahren Sie mehr zu der ungewöhnlichen und gleichzeitig gefährlichen Wetterlage, die sich zum Ende Dezember 1978 einstellte und zum Jahreswechsel auch dem Süden Deutschlands einen drastischen Temperaturrückgang brachte. In Norddeutschland gab es vor allem im nördlichen Schleswig-Holstein meterhohe Schneeverwehungen, während es weiter südlich bei Werten weit unter dem Gefrierpunkt noch regnete.

http://www.saevert.de/1978wetterlage.htm

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Spartacus » 15. September 2014, 18:09

Nu ja, beachtet mal das Datum, da werde ich wohl so voll gewesen sein, das mir richtig warm war. [flash]

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon pentium » 15. September 2014, 18:24

Spartacus hat geschrieben:Nu ja, beachtet mal das Datum, da werde ich wohl so voll gewesen sein, das mir richtig warm war. [flash]

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon augenzeuge » 15. September 2014, 18:41

pentium hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:Nu ja, beachtet mal das Datum, da werde ich wohl so voll gewesen sein, das mir richtig warm war. [flash]

LG

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Schon am Nachmittag! Abgründe tun sich auf....
Scherz!

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Sparta, höre auf, du reitest dich immer mehr rein..... [flash]
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Nostalgiker » 2. Januar 2019, 21:51

Im mdr lief gerade eine interessante Doku zu diesem Katastrophenwinter 1978/79.
Deswegen habe ich den Thread aus der Versenkung geholt.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon pentium » 2. Januar 2019, 22:08

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Nostalgiker » 2. Januar 2019, 22:15

Danke für den Link @pentium

Werde Morgen mal meine Erlebnisse an diese Zeit zu "Papier" bringen, dann können die üblichen Verdächtigen wieder wettern; 'alles Lüge, alles Verherrlichung und Verharmlosung'.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon augenzeuge » 2. Januar 2019, 23:04

Nostalgiker hat geschrieben:Danke für den Link @pentium

Werde Morgen mal meine Erlebnisse an diese Zeit zu "Papier" bringen, dann können die üblichen Verdächtigen wieder wettern; 'alles Lüge, alles Verherrlichung und Verharmlosung'.


Daran erinnern sich ja einige andere auch. Aber ich freu mich auf den Bericht. Vielleicht sogar noch mit Foto von dir im Schnee....das wärs. Hoffentlich hat die Stasi dabei auch geholfen....mit Schwert und Schild..... [shocked]

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Volker Zottmann » 2. Januar 2019, 23:13

Hatten wir alles schon, würde vielleicht Pentium sagen... [ich auch]

Seit 2011 ist doch schon alles dokumentiert.
Wintermemoiren eines Nostalgikers setzen nun aber dem Thread sicher das Krönchen auf.
Ich wünsche Dir Nostlgiker, dass der Beethoven nicht wieder so irrend dazwischengrätscht. Denn einer Eures Trios wüsste dann nicht, wem von Euch er dann beispringen soll!

Volker
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Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon pentium » 3. Januar 2019, 09:28

Heute 20:15 MDR
Lebensretter
Katastrophenwinter 1978/79

und danach
Der Katastrophenwinter 1978/79 in Oberhof
https://www.mdr.de/tv/programm/sendung8 ... 99812.html
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon augenzeuge » 3. Januar 2019, 10:34

Aus dem Memoiren eines Users.... [grins]

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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Gerd Böhmer » 3. Januar 2019, 10:47

Hallo,

ein gesundes neues Jahr Allerseits. An den Winter 1978/79 kann ich mich sehr gut erinnern. Das Ereignis begann im Berliner Raum schon am Nachmittag des 28.12.1978. An der Stelle einmal ein Auszug aus meinen seinerzeit gemachten Aufzeichnungen aus Sicht der Eisenbahn, sprich der DR:
29.12.1978 Ab diesem Tag kam es durch einen plötzlichen Wintereinbruch mit starkem Schneefall und tiefsten Temperaturen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in weiten Teilen Europas. Dadurch brach vor Allem in den nördlichen Gebieten der gesamte Verkehr zeitweilig zusammen.
30.12.1978 D 270 auf unbestimmte Zeit verspätet,
D 814 zirka 120 Minuten später,
D 613 auf unbestimmte Zeit verspätet,
P 3514 zirka 95 Minuten später,
D 514 zirka 170 Minuten später,
D 271 soll wegen des auf Grund der Witterung eingestellten Fährverkehrs zwischen Trelleborg und Sassnitz ausgefallen sein;
31.12.1978 D 814 auf unbestimmte Zeit verspätet,
Der gesamte Bahnhof Berlin-Lichtenberg war durch Schneeverwehungen total zugeweht. Der Unterschied zwischen den Gleisen und Bahnsteigen war nicht mehr zu erkennen. 50 0026 D 613/+45 Lichtenberg;
Auch der Berliner S-Bahnverkehr brach an diesem Tag zusammen. Selbst auf der sonst sehr dicht befahrenen Berliner Stadtbahn fuhr zeitweilig kein Zug mehr. Auf den Außenstrecken blieben S-Bahnzüge in Schneewehen stecken.
01.01.1979 Seit dem 29.12.1978 gab es erhebliche witterungsbedingte Verkehrsbehinderungen in weiten Teilen Europas, besonders waren die nördlichen Teile betroffen. Viele Züge hatten erhebliche Verspätungen oder fielen gänzlich aus. So brauchte zum Beispiel der Städteexpresszug Ex 126 „STOLTERA“ von Berlin nach Rostock trotz der Umleitung über Wittenberge und Schwerin 20 Stunden um an sein Ziel zu gelangen. Die Schmalspurbahn auf der Insel Rügen stellte auf Grund der Schneemengen ihren Verkehr ein. Auf der Insel Rügen konnte nur die Hauptstrecke von Stralsund nach Sassnitz-Hafen mit viel Mühe freigehalten werden, nachdem die Strecke zum Teil durch Sprengungen der vereisten Schneeverwehungen beräumt worden war. Die Schmalspurbahn von Bad Doberan nach Kühlungsborn-West diente der Versorgung der anliegenden Orte mit Waren des täglichen Bedarfs, da die Strassen der Region unpassierbar waren. Dafür waren vier Lok vor einem Zug mit bis zu vier Mann Lokpersonal im Einsatz. Im Berliner Nahverkehrsnetz ging ebenfalls überhaupt nichts mehr, da die trotz der normalerweise sehr dichten Zugfolge vorwiegend die Außenstrecken zugeweht waren, was aber normalerweise nicht oder nur sehr selten vorkommt. Erst ab dem 05.01.1979 normalisierte sich die Lage wieder einigermaßen.
03 2153 + 03 2176 Lz Schöneweide – die beiden Lok waren über vierzig Stunden von ihrem Heimat-Bw weg und fuhren Lz zurück, da die Lage in der Zugförderung sehr unbestimmt war;
132 ... + 58 3052 D 570/+240 Schöneweide – die Dampflok der BR 58.30 des Bw Riesa fuhr für die Zugheizung mit, da die Motorleistung der Lok der BR 132 dafür jedoch nicht ausreichte, aber der Treibstoff für die Traktionsleistung gespart werden sollte, da man nicht wusste, wie lange der Zug noch unterwegs sein würde; 50 0035 Gz Bernau;
03.01.1979 03 0010 D 711/+420,
03 0010 D 270/+120 Ostbahnhof;
Est Lichtenberg: 03 2243;
01 0530 Lz , ... ... D 552/+ ??, 50 0038 E 315/+365,
118 177 D 814/+50 – die Lok übernahm diesen Zug, da die planmäßige Lok der BR 03.00 wegen des Ausfalles des
D 319 nicht nach Berlin gekommen war. Der Zug D 552 musste dagegen auf die 50 0038 des Bw Angermünde warten, da in Berlin ein akkuter Lokmangel herrschte. Die genannte Lok der BR 50.00 hatte den E 315 in Eberswalde übernommen, da die planmäßige Berliner 01 wegen eines Defektes abspannen musste - 142 005 D 513/+210 Lichtenberg;
04.01.1979 03 2002 P 3505/+120 Schöneweide;
03 2176 Lrz 563/+80, 01 1518 D Ostkreuz;
52 8100 Gz , 03 0010 D 814/+75, 52 8100 ,
52 7329 Piw 11212 Lichtenberg;
Mitte Februar 1979 kam es zu einem weiteren schweren Wintereinbruch:
13.02.1979 Ab diesem Tag kam es zum zweiten Mal während des Winters der Jahre 1978/79 zu erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrs innerhalb Europas durch starke Schneefälle. Etliche Züge fielen wiederholt aus, oder hatten stundenlange Verspätungen. Zum 15.02.1979 stabilisierte sich die Lage wieder. Die DR setzte bis zum 08.04.1979 einen abgeänderten Fahrplan in Kraft, um so dem Güterverkehr den Vorrang geben zu können. Einige Reisezüge fielen gänzlich weg, oder wurden in ihrem Laufweg gekürzt, wie zum Beispiel die Züge D 814 und D 514. Die Schmalspurbahn auf der Insel Rügen musste zum zweiten Mal ihren Betrieb einstellen.
15.02.1979 52 8023 , 50 0019 D 552/+150,
132 436 D 814/+170 -- die Bespannung des Zuges D 552 mit der Lok 50 0019 erfolgte, da der D 513 noch nicht in Berlin eingetroffen war und in Berlin wie schon Anfang Januar 1979 auf Grund der extremen Witterung ein akkuter Lokmangel herrschte. Der D 814 sollte statt nach Stralsund bis Neubrandenburg weiterfahren, da die Strecke von Neubrandenburg nach Stralsund wegen der Witterung gesperrt war Lichtenberg;
Ab dem 16. Februar 1979 setzte die DR einen eingeschränkten Fahrplan, speziell für den Fernreiseverkehr in Kraft, der erst zum Osterreiseverkehr ab dem 06.04.1979 wieder aufgehoben wurde.
Siehe auch unter https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,8789669
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon augenzeuge » 3. Januar 2019, 10:51

0.12.1978 D 270 auf unbestimmte Zeit verspätet,
D 814 zirka 120 Minuten später,
D 613 auf unbestimmte Zeit verspätet,
P 3514 zirka 95 Minuten später,
D 514 zirka 170 Minuten später,


Donnerwetter. Du bist echt ein Profi, was die Bahn betrifft.

Du könntest vielleicht in einem anderen Thread mal erklären, was an den Schienen in Ost und West so unterschiedlich war. Kaum im Westen, fuhr der Zug ruhiger und schneller..... [denken] ...warum war das so?

AZ
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Beethoven » 3. Januar 2019, 10:52

Ich habe mir die Dokumentation auch angesehen und meine, dass sie, bis auf ein paar wenige Spitzen, gut gemacht worden ist.

Wenn man es nicht selber erlebt hat, ist es schwer nachzuvollziehen. Für die Betroffenen, gerade in den abgelegenen Höfen und Dörfern eine schlimme Zeit. Zum Glück haben die meisten Bauern Lebensmittel gebunkert. Aber Kohlen oder Benzin oder andere Brennstoffe und Medikamente waren eben kaum vorrätig. Die Bevölkerung war sehr dankbar für die Hilfe und haben das die helfenden Soldaten auch spüren lassen. Man hätte nach dem ersten Dorf schon sturz betrunken sein können. Aber die Soldaten haben erst zum Ende hin, als die meisten Straßen schon wieder befahrbar waren und die Jungs auf die Abholung warteten, dem Alkohol in größeren Maßen zugesprochen.

Die Jungs waren mit Feuereifer bei der Sache und viele sind über sich hinaus gewachsen um der Bevölkerung zu helfen.

In der Doku kommt das auch so rüber. Hat mir gefallen.

Gruß
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon augenzeuge » 3. Januar 2019, 10:55

MDR:
Die Nordbezirke der DDR versinken binnen weniger Stunden unter einem mehrere Zentimeter dicken Eispanzer - die Folge des gefrierenden Regens. Dann setzt ein 72-stündiger Schneesturm ein. Nichts bewegt sich mehr. Die Insel Rügen versinkt im Schnee und der Rügendamm wird unpassierbar. Damit ist die Insel am 29. Dezember komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

Rügen von der Außenwelt abgeschnitten
Doch die Hilferufe aus Rügen verhallen. Weder die Rostocker Bezirksleitung noch das Zentralkomitee in Berlin reagieren. Denn am 30. Dezember ist es in Berlin eher frühlingshaft warm. Erich Honecker bricht zu einem Freundschaftsbesuch nach Afrika auf, seine Minister fahren ins Silvesterwochenende.


Das die Rostocker Bezirksleitung nicht reagiert, ist ein Rätsel. Wer kann das erklären?

AZ
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon augenzeuge » 3. Januar 2019, 11:19

Ok, hier kommt die Antwort, Beethoven. [hallo]
Die DDR-Propaganda kollidierte mit den Erfahrungen der Bürger"
Die Verantwortlichen der DDR reagierten erst spät auf die extremen Wetterereignisse, die sich Ende 1978 abspielten. Die Propaganda versagte, denn jeder sah die Katastrophe, meint der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk.

Video:
https://www.mdr.de/zeitreise/video-2607 ... 954ac.html

AZ
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Nostalgiker » 3. Januar 2019, 12:35

Volker Zottmann hat geschrieben:Hatten wir alles schon, würde vielleicht Pentium sagen... [ich auch]

Seit 2011 ist doch schon alles dokumentiert.
Wintermemoiren eines Nostalgikers setzen nun aber dem Thread sicher das Krönchen auf.
Ich wünsche Dir Nostlgiker, dass der Beethoven nicht wieder so irrend dazwischengrätscht. Denn einer Eures Trios wüsste dann nicht, wem von Euch er dann beispringen soll!

Volker


Du kannst es einfach nicht lassen und stänkerst auch hier unqualifiziert rum. Ärmlicher Mensch. Wie kann nur so viel Niedertracht in einem Menschen gebündelt sein.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns
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Re: Der Katastrophenwinter 1978/79

Beitragvon Volker Zottmann » 3. Januar 2019, 12:49

Beethoven hat geschrieben:

Die Jungs waren mit Feuereifer bei der Sache und viele sind über sich hinaus gewachsen um der Bevölkerung zu helfen.

In der Doku kommt das auch so rüber. Hat mir gefallen.

Gruß

Das will ich glauben.
Immerhin war das gegenständliche nützliche Arbeit. Solche sinnvollen Hilfen seitens des Militärs sind auch wünschenswert. So war es auch in den Hochwassergebieten viele Jahre später, als die Bundeswehr half.
Da wird sich nicht ein junger Mann in Uniform verweigert haben.

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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