Alte Mauern, tiefe Gräben

Alle Themen die eine Bezug zur Wende und Grenzöffnung haben. Persönliche Erlebnisse, Gedanken aus dieser Zeit, Dokumente und ähnliches.

Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon Interessierter » 12. November 2016, 13:25

Am Forschungsverbund SED-Staat erforschen Wissenschaftler die Geschichte der DDR und den langwierigen Prozess der Wiedervereinigung.

Ob Trabbi oder Sandmännchen: Das Phänomen Ostalgie gibt es in Deutschland seit Jahren. Was vor 1989 noch belächelt wurde, hat plötzlich sogar bei Wessis Kultstatus. Auch Kita und Impfpflicht finden immer mehr Fürsprecher. Wie sich die Wahrnehmung der DDR in der Bevölkerung über die Jahre gewandelt hat, ist nur einer der Schwerpunkte am Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin. Auch Ereignisse und Strukturen aus DDR-Zeiten, die rund ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall noch im Verborgenen liegen, fördern sie durch ihre Recherchen zutage.

Bild
Am Forschungsverbund SED-Staat erforschen Wissenschaftler die Geschichte der DDR und den langwierigen Prozess der Wiedervereinigung Bildquelle: photocase/zettberlin http://www.photocase.de/foto/176347-sto ... itik-staat

„Wende“ – das ist ein Begriff, mit dem sich Klaus Schroeder nicht anfreunden kann. Nein, er hält ihn sogar für grundfalsch als Bezeichnung für die Geschehnisse im Herbst 1989 in der DDR und für alles, was bis hin zur Wiedervereinigung folgte. Der Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat und Professor für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin sieht in der Prägung des Begriffs vielmehr die späte Rache des letzten SED-Generalsekretärs. Nicht nur, weil sich der Begriff bis heute gehalten hat – in den Medien, in den Geschichtsbüchern, in den Köpfen: „Egon Krenz, der den Begriff zwar nicht erfand, aber benutzte, wollte damit ausdrücken, dass es die SED, das Politbüro und er selbst es waren, die eine Wende zum Guten eingeleitet haben“, sagt Schroeder. Ein geschickter politischer Schachzug mit Langzeitwirkung.

Zutreffend sei die Bezeichnung dennoch nicht. Die DDR sei zusammengebrochen – auf dramatische Art und Weise. Der Weg in die Wiedervereinigung erfolgte nach Ansicht des Historikers zwangsläufig: Das Land war schon im Frühjahr 1989 pleite. Die BRD musste bereits zu diesem Zeitpunkt Geld beisteuern, damit Löhne und Renten gezahlt werden konnten. „Die DDR war auf dem Weg in die Anarchie, im negativen Sinne“, sagt Schroeder. Deshalb musste auch die Wiedervereinigung schneller kommen als ursprünglich erwartet, es hätte sonst politisch-gesellschaftliches Chaos gedroht. Wieso sich der Begriff „Wende“ dann trotzdem durchgesetzt hat? Klaus Schroeder hält kurz inne. Darüber lasse sich nur spekulieren, sagt er dann.

Die Bürgerrechtler der DDR sprechen weiterhin aus ihrer Sicht zu Recht von der „friedlichen Revolution“; „Wende“ sei eine vermeintlich neutrale Alternative gewesen. Schroeder stößt auch der Begriff „ehemalige DDR“ sauer auf. „Wieso ehemalig?“, fragt er. „Es gab sie doch wirklich! Mit dem zusätzlichen Adjektiv klingt es nach einer nachträglichen Auslöschung.“ Unverständlich für Schroeder, fielen dem Regime doch auch mehr als 1.000 Menschen an der innerdeutschen Grenze zum Opfer. Etwa 200.000 Personen waren aus politischen Gründen inhaftiert.

Den ganzen Beitrag findet man hier:
http://www.fu-berlin.de/presse/publikat ... ml#content

Eine nüchterne Schilderung des Zusammenbruchs der SED - Diktatur und der DDR.
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon Nostalgiker » 12. November 2016, 14:00

Herr Schroeder fabuliert gerne.
Seine Behauptung das faktisch die BRD ab Frühjahr 1989 die Löhne und Gehälter der DDR Arbeiter und Angestellten gezahlt hat, also auf diesen Schwachfug ist ja noch nicht einmal der von mir für seine trivialen Horrormärchen so geschätzte Hubertus Knabe gekommen. Da wird Hubertus aber neidisch sein .....

Den Rest vom Unsinn kann man auch nicht fein weglächeln ......

Wenn im Herbst 1989 oder besser im Februar/März 1990 überhaupt etwas in der DDR "Zusammenbrach" dann war es nicht unbedingt die Wirtschaft sondern die politischen Strukturen und das dadurch entstandene Vakuum wurde mit Allerlei gefüllt. Und das war nicht immer das Beste ......
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon augenzeuge » 12. November 2016, 14:56

Ohne den desolaten Zustand der Wirtschaft wäre die Politik nicht zusammengebrochen.
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon Nostalgiker » 12. November 2016, 17:06

und wieso existiert dann Nordkorea noch? oder Kuba?
Oder habe ich da etwas verpasst?
Zum Beispiel die prosperierende Wirtschaft von Nordkorea .........

etwas kurz gedacht Augenzeuge und es ist doch so bequem so zu denken wie es einem vorgesetzt wird im Falle der DDR.
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon karnak » 12. November 2016, 17:28

Nostalgiker hat geschrieben:Zum Beispiel die prosperierende Wirtschaft von Nordkorea .........


[flash] Bist Du Dir da wirklich sicher, eigentlich wollte ich zu meinem 60 igsten da mal hin, um mir das mal anzuschauen. Ich habe es mir anders überlegt, der Kim will 4500 für eine Woche plus 200 Dollar in Bar für die Blumen um sie niederzulegen. Dass sehe Ich als Unverschämtheit an, habe ich einen anderen Plan entwickelt.
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon Nostalgiker » 12. November 2016, 17:40

Karnak, nimm doch einfach diese hier!
Wenn Du noch 8 Leute aus dem Forum/Foren dafür begeistern, dann kannst kostet der Spass 2055€/pro Person für 13 Tage.
Natürlich kommt noch der Flug nach Peking und zurück dazu ......
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon Kumpel » 12. November 2016, 17:43

Oh ja Kuba ,
ein gutes Beispiel prosperierender Wirtschaft. Ich kenne eine Spanischlehrerin hier auf der VH die ist Kubanerin und über die unterstützen wir eine kubanische Familie.
Die haben sich erstmals auch dank unserer Unterstützung einen Kühlschrank angeschafft.Es geht echt voran dort.
Zuletzt geändert von Kumpel am 12. November 2016, 17:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon AkkuGK1 » 12. November 2016, 17:44

Nostalgiker hat geschrieben:und wieso existiert dann Nordkorea noch? oder Kuba?
Oder habe ich da etwas verpasst?
Zum Beispiel die prosperierende Wirtschaft von Nordkorea .........

etwas kurz gedacht Augenzeuge und es ist doch so bequem so zu denken wie es einem vorgesetzt wird im Falle der DDR.


Cuba ist eine ganz andere Historie, die hatten im Gegensatz zur DDR eine echte Revolution und die war nicht mal kommunistisch.

NK existiert nur durch China und brutalsten Machterhalt.
wo ein Genosse ist, da ist die Partei, wo zwei sind, eine Kneipe, wo 10 sind - ein Intershop

Grenzkompanien waren mit RWA72 ausgestattet und Zählrohre erkennen Gammastrahlung, auch die von Tschernobyl, Genosse K.
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon Nostalgiker » 12. November 2016, 17:45

AkkuGK1 hat geschrieben:
NK existiert nur durch China und brutalsten Machterhalt.


Was du so alles weißt .........
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon karnak » 12. November 2016, 18:09

Nostalgiker hat geschrieben:Karnak, nimm doch einfach diese hier!
Wenn Du noch 8 Leute aus dem Forum/Foren dafür begeistern, dann kannst kostet der Spass 2055€/pro Person für 13 Tage.
Natürlich kommt noch der Flug nach Peking und zurück dazu ......

[grin] Eins kommt aber noch dazu, wir bekommen das wohl gar nicht so mit, der Kim macht gerne mal einfach so die Grenze dicht, wegen irgendwas. Passiert das zu Deinem Reisetermin sagt das Reisebüro, nützt nichts, müssen wir umplanen, fährst Du eben nach China. Da will ich aber nicht hin, da war ich schon. Also die ganze Kiste ist mir zu blöd.
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon Nostalgiker » 12. November 2016, 18:11

No Risk, No Fun Karnak ........
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon karnak » 12. November 2016, 18:39

[flash] Kann man natürlich so sehen, aber ich bin nun mal Anhänger eines Planes den ich auch gerne umsetze.
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon AkkuGK1 » 12. November 2016, 18:41

Nostalgiker hat geschrieben:
AkkuGK1 hat geschrieben:
NK existiert nur durch China und brutalsten Machterhalt.


Was du so alles weißt .........


nun ja, ich bin mit einer Frau einer ehemaligen Besatzungsmacht Koreas verheiratet, da erfährt man so dies und das.
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon Nostalgiker » 12. November 2016, 19:03

einer Japanerin?
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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon augenzeuge » 12. November 2016, 19:58

Nostalgiker hat geschrieben:und wieso existiert dann Nordkorea noch? oder Kuba?


Die Frage ist zu billig, Nostalgiker. Wo lag der Unterschied zwischen der DDR, Kuba und Nordkorea?

Jeder Mensch wusste, der einige Betriebe von innen gesehen hatte, was los ist. Mir musst du nicht weismachen, dass du dies nicht wusstest.

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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon AkkuGK1 » 12. November 2016, 21:10

Nostalgiker hat geschrieben:einer Japanerin?


Das ist etwas länger her...
wo ein Genosse ist, da ist die Partei, wo zwei sind, eine Kneipe, wo 10 sind - ein Intershop

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Re: Alte Mauern, tiefe Gräben

Beitragvon augenzeuge » 12. November 2016, 22:27

Nostalgiker hat geschrieben:einer Japanerin?


Wenn ich mich recht erinnere, hat er die Frage schon mal beantwortet. [denken]
AZ
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