DDR - Seilschaften

Alle Themen die eine Bezug zur Wende und Grenzöffnung haben. Persönliche Erlebnisse, Gedanken aus dieser Zeit, Dokumente und ähnliches.

DDR - Seilschaften

Beitragvon Interessierter » 14. Februar 2018, 13:16

Der nachstehende Artikel aus dem Jahr 2001 deckt anschaulich das Agieren der DDR - Seilschaften auf:

Schnäppchen für die alten Kader

In Strausberg bei Berlin verramschten DDR-Seilschaften nach der Wende Immobilien ohne Rücksicht auf Gesetze.

Am Ende fühlte sich Volker Mackeprang wie im Krimi. Eines Montagmorgens, als er die Tür zu seinem Dienstzimmer im Amt zur Regelung offener Vermögensfragen im brandenburgischen Strausberg öffnete, war sein Schreibtisch durchwühlt und der Computer weg. Sogar den Papierkorb hatte jemand penibel inspiziert.
Da hatte der Aufbauhelfer aus dem Westen genug von den Schikanen. Genervt verließ der Kieler Jurist Ende 1994 nach dreieinhalb Jahren die Stadt, die einst Sitz des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR war.

Peter Bluttner hielt es sogar nur ein Dreivierteljahr in der Kleinstadt östlich von Berlin. "Die wollten uns nicht", erinnert sich der Berliner Anwalt.
Dabei hatten die Westjuristen nur getan, wofür sie angeworben worden waren - Anträge zur Vermögensrückgabe an enteignete Alteigentümer nach Recht und Gesetz zu bearbeiten. Das war in Strausberg offenbar unerwünscht.
Vergebens begehrte Mackeprang gegen "dreiste Rechtsverstöße" auf. Bluttner erinnert sich an das schockierte Gesicht einer Kollegin im Amt, als sie den ersten von ihm erarbeiteten Rückgabe-Bescheid sah. "In unserem Kollektiv wurde schon seit einem Jahr nichts mehr rückübertragen", entfuhr es der Dame spitz. Bluttners schöner Entwurf wanderte in den Papierkorb.

Die Strausberger Stadtväter und ihre Kommunalbeamten ließen sich von den Wessis doch nicht ihre freihändige Anwendung des Gesetzes vermiesen. Als wäre die DDR nie untergegangen, schoben alte Kader sich gegenseitig - und ausgewählten Berliner Spekulanten - Grundstücke und Immobilien zu. Wenn ein Alteigentümer Anspruch auf Rückgabe anmeldete, verramschte die Stadt die Immobilie rasch zum Spottpreis. Es gebe da einen Investor, der Arbeitsplätze sichere, und der habe nach dem Gesetz Vorrang, lautete die stets wiederkehrende Begründung.

IM "Rudolf" alias Joachim Möller, zu DDR-Zeiten Leiter der damaligen Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) in Strausberg, erwarb 1991 als Firmengeschäftsführer von der Stadt ein Haus in bester Innenstadtlage für 103 454 Mark, um es acht Monate später für 1,4 Millionen Mark weiterzuveräußern.

Wolfgang Winkelmann, bis Ende 1991 als Vize-Bürgermeister von Strausberg für die Ramschverkäufe verantwortlich, war 30 Jahre als IM "Bernd" fleißiger Zuträger der Stasi. Heute sitzt er für eine unabhängige Wählergemeinschaft im Strausberger Stadtparlament. Sein Sohn Heiko konnte sich 1999 für ganze 16 000 Mark eine Immobilie in der Strausberger Innenstadt sichern.
Die alten Kameraden blieben im Wilden Osten ein Jahrzehnt lang unbehelligt. Obwohl die Machenschaften im Potsdamer Innenministerium, zuständig für die Kommunalaufsicht, seit langem bekannt sind, schritt in Strausberg niemand ein. Man habe zu viel anderes zu tun, so die Begründung.

Auch die Potsdamer Staatsanwaltschaft fand 1997 eine Ausflucht, um die Ermittlungen einzustellen: Der Grundstücksverkauf an IM "Rudolf" sei juristisch so kompliziert, dass vorsätzliches Verhalten nicht nachzuweisen sei.

Geklagt haben die beiden 82-jährigen Erbinnen des ehemaligen Strausberger Kaufmanns Louis London. Der besaß bis zu seiner Flucht vor den Nazis ein Kaufhaus in der Innenstadt.
Im November 1990 beantragten die Alteigentümerinnen beim zuständigen Strausberger Amt die Rückgabe ihres Familienbesitzes. Dennoch verkaufte die Stadt, vertreten durch Winkelmann, das Haus am 25. April 1991 für 396 000 Mark an eine Berliner Immobilienfirma.
Obwohl im Gesetz vorgeschrieben, erfuhren die beiden Antragstellerinnen nicht einmal, dass es einen angeblichen Investor gab. Zwar wurden ihnen später die 396 000 Mark aus dem Verkauf überwiesen. Aber das war nur ein Bruchteil des wahren Werts. 1993 verkaufte die Berliner Firma das Haus in der Großen Straße 10 für 1,375 Millionen Mark weiter.
Falls das Gericht die Stadt Strausberg dazu verurteilt, den Klägerinnen die Preisdifferenz ganz oder teilweise zu zahlen, könnten die Machenschaften der alten DDR-Garde für die Kommune teuer werden. Der Stuttgarter Anwalt der London-Erbinnen, Christoph Partsch, vertritt noch vier weitere Kläger.

Der frühere Vize-Bürgermeister Friedhelm Zapf schätzt, dass mehrere hundert Millionen Mark an Grundstückswerten verschleudert wurden. Insgesamt 153 Fälle von nicht ordnungsgemäß zurückgegebenem Alteigentum hat Zapf aufgelistet. Er musste 1995 als Vize-Bürgermeister gehen, weil er die dubiosen Geschäfte nicht hinnehmen wollte.

Doch wie wenig in Strausberg in Wahrheit dem Zufall überlassen blieb, zeigt die Besetzung des Amtes zur Regelung offener Vermögensfragen. Dort wirken Karl-Heinz Montua und Wolfgang Böhlau. Beide Herren kennen sich mit Eigentumsfragen bestens aus. Zu DDR-Zeiten gehörten sie zur "Arbeitsgruppe Vermögen" des Kreises Strausberg, die nach einem Beschluss des SED-Politbüros von 1976 die geräuschlose Enteignung von Westbesitz in der DDR auf Kreisebene besorgte.
"Bei uns", sagt Zapf, "ist der DDR-Apparat unter den Mantel des Rechtsstaats geschlüpft."


Den vollständigen Bericht findet man hier:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19285797.html

Wenn man bedenkt, dass sich die geschilderten Verfahrensweisen nur auf den Raum Stausberg bezogen, ist das hochgerechnet auf die gesamte DDR schon erschreckend.
Interessant auch, dass den DDR - Verklärern wohl wieder einmal nicht mehr als das themenfremde " Herr Lehrer Argument " mit Hinweis auf die Treuhand einfallen wird. [denken]
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon HPA » 14. Februar 2018, 13:47

In der causa London ist die Stadt Strausberg mittlererweile zu Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe an die Erben verdonnert worden.
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Volker Zottmann » 14. Februar 2018, 14:19

Keiner wusste, wie es mal mit der DDR weitergeht, so auch ich nicht, als ich als 19-jähriger Rekrut einmal in Strausberg zu einem ÖKULEI musste.
(Ökonomisch kultureller Leistungsvergleich) .Wilfried, lache nicht, die bekloppten Bezeichnungen waren damals sprachlicher Umgang.

Wir hatte dort vor einer Jury und sonst leerem Haus unsere Kommunistenlieder per Befehl zu trällern. Immer unterstützt vom Zuchthauswärterchor Torgau unter Leitung des Klubhausleiters Luga aus Torgau. Ich habe dort massenweise Offiziere rumrennen sehen, in einer für mich bisher unvorstellbaren Anzahl.
Die meisten blieben wohl auch nach 1990 dort wohnen, wohin sollten auch all diese nun nutzlosen Uniformträger? Dass die dort einen besonders dreisten Ring an Seilschaften betrieben, ist logisch und nachvollziehbar. Ich sehe doch, was im Harz abgeht und abging. Und hier gab es nur 2 große Ferienheime der "beliebten" Ministerien.

Dir 2 alten Damen, die nun mit 82 Jahren und 25 Jahren Verspätung ihr bisher vorenthaltenes Millionenvermögen erhalten, ist es doch zum Geld ausgeben fast zu spät. Die roten Verbrecher aber sind bis heute aktiv. Wer bestraft die eigentlich wegen all dieser immensen Betrügereien?

Gruß Volker
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Danny_1000 » 14. Februar 2018, 16:59

Interessierter hat geschrieben:......Wenn man bedenkt, dass sich die geschilderten Verfahrensweisen nur auf den Raum Stausberg bezogen, ist das hochgerechnet auf die gesamte DDR schon erschreckend.
Interessant auch, dass den DDR - Verklärern wohl wieder einmal nicht mehr als das themenfremde " Herr Lehrer Argument " mit Hinweis auf die Treuhand einfallen wird. [denken]


Was Du hier betreibst, ist ja Geschichtsklitterung vom feinsten. Die Seilschaftenpraxis nach der Wende ist nunmal - ob es D I R nun passt oder nicht - ein deutsches Phänomän. Gerade diese unsägliche Treuhandanstalt und ihte Praxis beweisen selbst dem Ahnungslosesten anhand unzähliger Beispiele, wie die Profis aus dem Westen mit und ohne den Handlangern aus dem Osten auf Kosten der kleinen Leute den grossen Reihbach machten.

Sich da nun das Bonzennest Straussberg heraus zu greifen und es auf die gesamte DDR hochzurechnen, zeugt nun nicht gerade von historischem Hintergrundwissen.

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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon augenzeuge » 14. Februar 2018, 17:19

Die DDR ist in Berlin immer noch präsent...vielleicht auch durch die Seilschaften....? [shocked] [flash]

Seit mehr als 28 Jahren steht die Mauer nicht mehr – die DDR ist in Berlin aber immer noch präsent. Bei Trabi-Touren, im DDR-Hostel, an der Eisbude oder im Souvenirshop. Nicht alle finden das in Ordnung.

https://www.lr-online.de/nachrichten/be ... id-7250410

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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon zoll » 14. Februar 2018, 17:30

Ist das verwunderlich, dass immer noch Leute die DDR wieder herbei sehnen?

Es gibt inzwischen auch immer mehr Leute die sich die braunen Machthaber zurück wünschen!

Wehret den Anfängen, die, die ihr nicht rot oder braun seid.

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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Spartacus » 14. Februar 2018, 18:38

Ist das verwunderlich, dass immer noch Leute die DDR wieder herbei sehnen?


Nöö, denn was sind heute die Kernprobleme, die die Menschen umtreiben?

- einen festen Arbeitsplatz

- eine gute Bezahlung

- bezahlbaren Wohnraum, sprich eine moderate Miete

Und genau damit haben so etliche ehem. DDR Bürger heute so ihre Probleme und fangen dann halt an zu vergleichen. Dabei vergessen sie die
Such und Bück Gesellschaft nur zu gerne, auch das Eingesperrt sein wird dann gerne verdrängt.

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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon andr.k » 14. Februar 2018, 18:56

augenzeuge hat geschrieben:Die DDR ist in Berlin immer noch präsent...vielleicht auch durch die Seilschaften....? [shocked] [flash]

Seit mehr als 28 Jahren steht die Mauer nicht mehr – die DDR ist in Berlin aber immer noch präsent. Bei Trabi-Touren, im DDR-Hostel, an der Eisbude oder im Souvenirshop. Nicht alle finden das in Ordnung.

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"Die DDR sei nicht nur ein Regime gewesen, sondern auch ein Land, in dem gelebt, gelitten und gelacht wurde."

[angst]
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Wosch » 14. Februar 2018, 19:33

andr.k hat geschrieben:

"Die DDR sei nicht nur ein Regime gewesen, sondern auch ein Land, in dem gelebt, gelitten und gelacht wurde."

[angst]





Wie recht Du doch hast, es wurde natürlich gelebt-über 3 Millionen zogen es allerdings vor aus dem Land des "Lachen's" zu verschwinden und ein großer Teil der zwangsweise Dagebliebenen hatte durch das Regime "gelitten".
Sich daran zu erinnern ist in jedem Fall mehr wert als so zu tun als ob es anders war.

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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Volker Zottmann » 14. Februar 2018, 19:40

zoll hat geschrieben:Ist das verwunderlich, dass immer noch Leute die DDR wieder herbei sehnen?



zoll

Die Neurologen haben jedenfalls noch ein paar Jahrzehnte voll zu tun. Besonders im Osten ist einer recht breiten Masse das Gedächtnis in Teilen dauerhaft abhanden gekommen.

Gruß Volker
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Interessierter » 14. Februar 2018, 20:02

Interessant auch, dass den DDR - Verklärern wohl wieder einmal nicht mehr als das themenfremde " Herr Lehrer Argument " mit Hinweis auf die Treuhand einfallen wird.


@Danny_1000:
Schön, dass dir der Schuh passt... [wink]
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon SkinnyTrucky » 14. Februar 2018, 20:19

Mir sind die Touristenattraktionen in Bezug zur DDR echt schnuppe....es ist nur jammer, das man nicht mehr stehen gelassen hat....so zB hätte man den gesamten Grenzübergang Checkpoint Charlie auch auf Ostseite erhalten sollen so mitten in der Stadt mit meinetwegen auch dort links und rechts wat Mauer....

....das würde schließlich viel eindringlicher demonstrieren was in dieser Stadt mal los war....

Ich ärgere mich da echt dran, das man nicht viel mehr Geschichte zum anfassen bewahrt hat....von Hitlers Regime musste ja auch so nötig fast alles weggesprengt werden.... unmöglich sowas....und sich dann wundern, das die nächsten Generationen sich nichts mehr können vorstellen....


groetjes

Mara
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon andr.k » 14. Februar 2018, 21:34

Wosch hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben:

"Die DDR sei nicht nur ein Regime gewesen, sondern auch ein Land, in dem gelebt, gelitten und gelacht wurde."

[angst]


Wie recht Du doch hast, es wurde natürlich gelebt-über 3 Millionen zogen es allerdings vor aus dem Land des "Lachen's" zu verschwinden und ein großer Teil der zwangsweise Dagebliebenen hatte durch das Regime "gelitten".
Sich daran zu erinnern ist in jedem Fall mehr wert als so zu tun als ob es anders war.

Wosch.


Wie falsch du doch liegst. Diese Worte verfasste der Kieler Historiker und Politikwissenschaftler Martin Sabrow. Lesen hilft lösen mein Lieber.

Gucks du:

„Es gibt zwei sehr unterschiedliche Erinnerungsnarrative: Diktatur und Alltag“, sagt der Berliner Zeithistoriker Martin Sabrow. Einerseits werde in Form von Denkmalen, Gedenkstätten und Museen vor allem an Repression, Teilung und Verfolgung erinnert – andererseits mit Ampelmännchen und DDR-Supermärkten auch an den Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat. Die DDR sei nicht nur ein Regime gewesen, sondern auch ein Land, in dem gelebt, gelitten und gelacht wurde.

Zeugnisse einer überwundenen Vergangenheit müsse eine Gesellschaft nicht ganz ausradieren, sondern produktiv damit umgehen, so Sabrow: „Was spricht zum Beispiel dagegen, das Marx-Engels-Denkmal in der Mitte Berlins nicht beziehungslos sich selbst zu überlassen, sondern auf den Vorplatz der Humboldt-Universität in die ideengeschichtliche Denktradition zu stellen, in die es gehört?“


Martin Sabrow ---> https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Sabrow
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Wosch » 14. Februar 2018, 22:14

Den Link zur Quelle hattest Du aber nicht eingestellt, ich bezog mich also sehr wohl auf Dich.

Wosch.
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon andr.k » 14. Februar 2018, 22:20

Wosch hat geschrieben:Den Link zur Quelle hattest Du aber nicht eingestellt, ich bezog mich also sehr wohl auf Dich.

Wosch.


Nö, habe ich nicht! Guckst du mal bei @AZ, nech, da bitte den Link öffnen und LESEN! [flash]
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Ari@D187 » 14. Februar 2018, 22:26

zoll hat geschrieben:Ist das verwunderlich, dass immer noch Leute die DDR wieder herbei sehnen?[...]

Wenn man das Gebiet der ehem. DDR, der neuen Bundesländer betrachtet. Wo lebt(e) eine Familie mit Kindern besser? Wo konnten 17 Mio. Menschen besser leben?

Ari
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Wosch » 14. Februar 2018, 22:30

]
andr.k hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:Den Link zur Quelle hattest Du aber nicht eingestellt, ich bezog mich also sehr wohl auf Dich.

Wosch.


Nö, habe ich nicht! Guckst du mal bei @AZ, nech, da bitte den Link öffnen und LESEN! [flash]


Warum muß ich bei AZ anklicken wenn ich auf das von Dir Geschriebene eingehe?

Gute Nacht.

Wosch.
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon andr.k » 14. Februar 2018, 22:36

Wosch hat geschrieben:]
andr.k hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:Den Link zur Quelle hattest Du aber nicht eingestellt, ich bezog mich also sehr wohl auf Dich.

Wosch.


Nö, habe ich nicht! Guckst du mal bei @AZ, nech, da bitte den Link öffnen und LESEN! [flash]


Warum muß ich bei AZ anklicken wenn ich auf das von Dir Geschriebene eingehe?

Gute Nacht.

Wosch.



Oha @Wosch!

Schau mal:
andr.k hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Die DDR ist in Berlin immer noch präsent...vielleicht auch durch die Seilschaften....?

Seit mehr als 28 Jahren steht die Mauer nicht mehr – die DDR ist in Berlin aber immer noch präsent. Bei Trabi-Touren, im DDR-Hostel, an der Eisbude oder im Souvenirshop. Nicht alle finden das in Ordnung.

https://www.lr-online.de/nachrichten/be ... id-7250410 <--- LINK

AZ



"Die DDR sei nicht nur ein Regime gewesen, sondern auch ein Land, in dem gelebt, gelitten und gelacht wurde."



ENDE [grin]
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon augenzeuge » 15. Februar 2018, 08:43

Wosch hat geschrieben:Warum muß ich bei AZ anklicken wenn ich auf das von Dir Geschriebene eingehe?
Wosch.


Für Könner: Von hinten durch die Brust ins Auge....geht es auch. [grin]
AZ
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Beethoven » 15. Februar 2018, 09:43

zoll hat geschrieben:Ist das verwunderlich, dass immer noch Leute die DDR wieder herbei sehnen?
zoll


Es mag da schon einige Menschen geben, die die DDR zurück haben wollen. Ich persönlich kenne jedoch keinen davon.
Kennst Du jemanden?


Volker Zottmann hat geschrieben: Dass die dort einen besonders dreisten Ring an Seilschaften betrieben, ist logisch und nachvollziehbar.
Gruß Volker


Ich gehe davon aus, dass Du da einen ganz bestimmten Personenkreis im Auge hast oder ist das nur eine Vermutung von Dir?
Mich würde echt interessieren, ob Du das belegen kannst und vor allem, an welchem Menschen Du solche Äußerungen fest machst, die es nicht in jedem beliebigen anderen Ort, selbst in den gebrauchten Bundesländern, nicht auch gibt?

Im Übrigen wolltest Du, Lieber Volker, mir doch mitteilen auf welche Frage ich Dir noch antworten soll.

herzlichst
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

Winston Churchill

Quo quisque stultior eo magis insolescit, gelle Herr F.?

Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Volker Zottmann » 15. Februar 2018, 15:10

Beethoven hat geschrieben:
Im Übrigen wolltest Du, Lieber Volker, mir doch mitteilen auf welche Frage ich Dir noch antworten soll.

herzlichst


Wie oft denn noch? Du solltest malim entsprechenden Thread llesen, von vorn bis hinten. Das steht nun schon 2 mal da.

Gruß Volker
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Volker Zottmann » 15. Februar 2018, 15:19

Beethoven hat geschrieben:
Ich gehe davon aus, dass Du da einen ganz bestimmten Personenkreis im Auge hast oder ist das nur eine Vermutung von Dir?
Mich würde echt interessieren, ob Du das belegen kannst und vor allem, an welchem Menschen Du solche Äußerungen fest machst, die es nicht in jedem beliebigen anderen Ort, selbst in den gebrauchten Bundesländern, nicht auch gibt?



herzlichst


Was soll ich denn vermuten, dieser Ganovenring ist im ersten Beitrag ausführlich mit seinen Machenschaften beschrieben.
Vergleichbares Verhalten erlebte ich im Harz. Das ist meinerseits ein recht logischer Vergleich.
Deine albernen Nachfragen sollen doch nur verharmlosen.

Volker
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon HPA » 15. Februar 2018, 17:39

Zu Friedhelm Zapf, welcher diese Schiebereien maßgeblich aufdeckte:

http://www.are-org.de/are/?q=fr/node/259
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Nov65 » 15. Februar 2018, 17:48

zoll hat geschrieben:Ist das verwunderlich, dass immer noch Leute die DDR wieder herbei sehnen?

Es gibt inzwischen auch immer mehr Leute die sich die braunen Machthaber zurück wünschen!

Wehret den Anfängen, die, die ihr nicht rot oder braun seid.

zoll

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Grüße von Andreas
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon zoll » 15. Februar 2018, 18:55

Andreas, da bin ich aber froh hier Menschen zu treffen die die DDR nicht dauernd verklären, sondern Geschichte unverkrampft betrachten.
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Volker Zottmann » 15. Februar 2018, 19:46

zu HPA´s Beitrag.

Grundbuchfälschungen waren ja in der DDR Tagesgeschäft, durch die Stasi veranlasst. Man braucht heute nur bestimmte Objekte aus der Kartei ziehen und sieht, wo passender Weise die Vorbesitzer unwiderbringlich geschwärzt wurden.
Da fragt dann ein @Beethoven so scheinheilig, ob ich Namen nennen könnte... Ihm ist doch klarer als uns allen, was diese Truppen überall im Land genauso wie in Strausberg gemauschelt haben.
Er hat doch jeden Tag mit Immobilien zu tun. Er soll uns mal nicht erzählen, dass er keine Ahnung von Machenschaften hat. Das wäre genauso dreist, wie zu behaupten, dass man bis zum Mauerfall nicht merkte, dass die DDR abstarb. (Solche Leute soll es ja auch gegeben haben)

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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Huf » 15. Februar 2018, 19:47

Nov65 hat geschrieben:
zoll hat geschrieben:Ist das verwunderlich, dass immer noch Leute die DDR wieder herbei sehnen?

Es gibt inzwischen auch immer mehr Leute die sich die braunen Machthaber zurück wünschen!

Wehret den Anfängen, die, die ihr nicht rot oder braun seid.

zoll

Da bin ich ganz bei dir!
Grüße von Andreas


Und Ihr seid auch nicht allein! Leider wird dies oft nicht berichtet, aber die braune oder die rote Diktatur sind gar keine Alternativen für unser Land!

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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Interessierter » 15. Februar 2018, 20:39

Dazu passend auch dieser Artikel fast ein Jahr später

IMMOBILIEN - Das Netz der alten Genossen


Um Alteigentümern ihren Besitz vorzuenthalten, haben eingespielte DDR-Seilschaften im brandenburgischen Strausberg offenbar systematisch Grundbücher manipuliert.


Eigentlich hatte alles ganz zügig gehen sollen. Gleich nach der Wende bekam Ruth Degener vom Staatlichen Notariat den Erbschein für ihr Elternhaus im brandenburgischen Strausberg zugeschickt. Nun galt es, den Rest vor Ort zu regeln. Frohen Mutes fuhr die westdeutsche Pädagogin im Mai 1990 mit ihrem Mann in die Stadt ihrer Jugend. "Ich dachte, die hätten meine Sache schon in Angriff genommen."
Doch im Strausberger Amt zur Regelung offener Vermögensfragen gab es nicht einmal eine Akte einzusehen. Grundbuchauszüge? Fehlanzeige. Die Papiere seien leider nicht auffindbar, beschied der damalige Amtsleiter Wolfgang Böhlau die Besucherin.
Degener wandte sich an die Stadtverwaltung, das Kataster- und das Grundbuchamt - immer die gleiche Auskunft. "Die haben mich freundlich abgleiten lassen", erinnert sie sich.

Dass es sich bei dem merkwürdigen Aktenschwund keineswegs um ordinäre Schlamperei, sondern wohl eher um gezielte Täuschung handelte, schwante Degener, als ihr eines Morgens eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung auf dem Flur zuflüsterte: "Ihr Grundstück ist gerade verkauft worden. Aber verraten Sie mich nicht."

Seither sind fast zwölf Jahre vergangen, und Ruth Degener kämpft noch immer um die Rückgabe ihrer Immobilie in Strausberg. Das Haus in der Goethestraße 23 bewohnt seit 1990 ein ehemaliger Offizier der Nationalen Volksarmee.

Doch die Grundbuchauszüge und Kaufverträge, die den Eigentümerwechsel belegen sollen, sind von so zweifelhafter Qualität, dass die Staatsanwaltschaft Potsdam jetzt gegen mehrere Amtsträger ermittelt, darunter Bürgermeister Jürgen Schmitz (parteilos) und dessen Vorgänger Eberhard Matzeit (parteilos). Die Vorwürfe, die Schmitz zurückweist und zu denen Matzeit sich nicht äußern will, lauten auf Urkundenfälschung und Betrug.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich die brandenburgische Justiz mit Grundstücksschiebereien in Strausberg befassen muss. Im vergangenen Jahr war aufgeflogen, dass sich alte Kader nach der Wende gesetzeswidrig Immobilien zu Billigpreisen zugeschoben hatten, ohne die Alteigentümer auch nur zu informieren (SPIEGEL 22/2001).

Im Fall eines ehemaligen Strausberger Kaufhausbesitzers urteilte das Landgericht Frankfurt (Oder) im vergangenen Sommer, die Verantwortlichen mit Bürgermeister Schmitz an der Spitze hätten ihre Amtspflichten "mehrfach rechtswidrig und schuldhaft verletzt". Die Stadt hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.
Diesmal sind die Vorwürfe noch gravierender, und sie haben sogar die Brandenburger Landesregierung aufgeschreckt, die den Strausberger Machenschaften bisher praktisch tatenlos zugesehen hatte. Im Auftrag von Landesjustizminister Kurt Schelter (CDU) prüft der Präsident des Brandenburgischen Oberlandesgerichts mittlerweile die Strausberger Grundbücher.

Wie kompliziert es ist, die fraglichen Grundstücksgeschäfte zu durchleuchten, erfuhr auch die Kieler Kriminalbeamtin Anneliese Zimniak. In mühsamer Tüftelarbeit hat die Mitarbeiterin des Kieler Landeskriminalamts, die bis Oktober 2000 bei der Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität arbeitete, einen detaillierten Bericht für die Staatsanwaltschaft Potsdam zusammengestellt. Darin kommt die Expertin für Wirtschaftskriminalität zu dem Schluss, dass amtliche Papiere systematisch ge- und verfälscht wurden. Nach Zimniaks Erkenntnissen wurden etwa im Fall Degener

* verschiedene Grundbuchblätter, die zum größten Teil überhaupt nicht zum Degenerschen Haus und Grundstück gehören, so durcheinandergemischt, dass die rechtmäßigen Eigentumsverhältnisse für die Goethestraße 23 verschleiert werden,
* Kaufverträge im Nachhinein angefertigt und zurückdatiert, um die geltenden Gesetze zur Restitution von Alteigentum zu umgehen,
* Grundstücksnummern geändert,
* Flurstücke mit neuen Bezeichnungen versehen.



Das Fazit der Kieler Expertin: Durch die Vorlage "massiv gefälschter" Unterlagen und Urkunden seien nicht nur die Degeners getäuscht, sondern auch die angerufenen Gerichte zu "falschen Entscheidungen" veranlasst worden.
Pädagogin Degener ist nicht die Einzige, die sich mit dubiosen amtlichen Papieren um ihr Erbe gebracht sieht. Der ehemalige Vize-Bürgermeister der brandenburgischen Kommune, Friedhelm Zapf, der sich seit sechs Jahren um die Aufklärung der Grundstücksschiebereien bemüht, schätzt, dass es in Strausberg noch weit über 100 Verkäufe gibt, die wieder aufgerollt werden müssten, weil die ahnungslosen Alteigentümer mit Hilfe falscher Papiere um ihren Besitz gebracht wurden.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21608703.html
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Volker Zottmann » 15. Februar 2018, 22:30

Erschreckend Wilfried, was Du da ausgegraben hast.
Komisch nur, wo Du doch angeblich von der DDR überhaupt keine Ahnung hast, das ausgerechnet Du im Stande warst, entsprechende Berichte mit Namen und Adresse zu finden.
Leute wie Makler @Beethoven stemmen sich aber generell gegen jede solcher Aussagen!
Denen ist davon überhaupt nichts bekannt..... [sick]
Man soll sich btte nicht wundern, das sogar so "Halbgebildete" wie ich, die weder Offizier noch Makler waren, auch solche Vorgänge kennen. Dafür werden wir hier selbst im Forum vollgelöffelt und stets aufgefordert, für Beweise zu sorgen. Wenn sie dann nachlesbar vorliegen, wartet ein @Beethoven, bis wenigstens eine neue Forenseite aufgeschlagen wurde, immer in der Hoffnung, dass die Blöden schnell vergessen....

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: DDR - Seilschaften

Beitragvon Beethoven » 16. Februar 2018, 07:20

Verharmlosen, lieber Volker? Da liegst Du völlig falsch.

Solche halbkriminellen Machenschaften oder von mir aus auch richtig Kriminelle, verurteile ich zu tiefst.
Nur bin ich eben der Meinung, dass es solche Seilschaften im Osten wie im Westen, im Süden wie im Norden dieser Republik gibt.
Und die größte dieser Seilschaften gab sich, so meine Meinung, gar noch einen staatlichen Anstrich in Form einer durch Igitt Greul
geführten Einrichtung, namens "TLG".

herzlichst
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

Winston Churchill

Quo quisque stultior eo magis insolescit, gelle Herr F.?

Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
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