Was der BND über Honeckers Rücktritt wusste

Alle Themen die eine Bezug zur Wende und Grenzöffnung haben. Persönliche Erlebnisse, Gedanken aus dieser Zeit, Dokumente und ähnliches.

Was der BND über Honeckers Rücktritt wusste

Beitragvon Interessierter » 2. März 2017, 14:00

Der BND veröffentlicht zum 25. Jahrestag des Mauerfalls ausgewählte Dokumente über den Sturz der SED-Diktatur 1989. Die Spione waren zwar nicht exzellent informiert, aber aufmerksam.

Beim ersten Lesen klang die abgehörte Nachricht nicht besonders brisant. Ein „informierter Gesprächspartner“ aus Ost-Berlin hatte am Morgen des 18. Oktober 1989 einen Bekannten in Rostock angerufen und gesagt: „Heute Abend gibt es etwas zu feiern! Ich meine wirklich alles und ganz gravierend.“ Dann sagte er noch: „Ich buchstabiere jetzt mal Führung.“

Die Notiz hielt noch fest: „Der Gesprächspartner aus Berlin (Ost) sprach jedes Wort abwägend und wissend; er empfahl dem Gesprächspartner aus Rostock, heute Abend die ,Aktuelle Kamera‘ anzuschauen.“

Die Mitschrift hätte alles Mögliche bedeuten können – doch die Experten des Bundesnachrichtendienstes in Pullach bei München ahnten, worum es ging: um eine wesentliche Veränderung in der SED-Führung, also an der Spitze der DDR. Warum sonst sollte wohl die „Aktuelle Kamera“, die offizielle Verlautbarungssendung des ostdeutschen Fernsehens, auf einmal sehenswert sein?

Zeitgleich kam noch ein weiterer Bericht in Pullach an: Am Vorabend, gegen 21 Uhr, habe der Leiter der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn, Horst Neubauer, die dringende Aufforderung erhalten, sich bis 11 Uhr vormittags im DDR-Außenministerium einzufinden.

Weiter geht es hier:
https://www.welt.de/geschichte/article1 ... usste.html
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
Benutzeravatar
Interessierter
 
Beiträge: 16382
Registriert: 27. Februar 2011, 13:40

Re: Was der BND über Honeckers Rücktritt wusste

Beitragvon andr.k » 2. März 2017, 17:46

Interessierter hat geschrieben:Ein „informierter Gesprächspartner“ aus Ost-Berlin hatte am Morgen des 18. Oktober 1989 einen Bekannten in Rostock angerufen und gesagt: „Heute Abend gibt es etwas zu feiern! Ich meine wirklich alles und ganz gravierend.“ Dann sagte er noch: „Ich buchstabiere jetzt mal Führung.“


Erich Honecker wusste bereits am 17.10.1989, dass er abgesetzt wird. Die Meldung über Erich Honeckers Absetzung lief am 18. Oktober schon um 12 Uhr im Rundfunk.
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
andr.k
 
Beiträge: 3137
Bilder: 0
Registriert: 31. Oktober 2011, 21:56


Zurück zu Die Wende

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast