Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Alle Themen die eine Bezug zur Wende und Grenzöffnung haben. Persönliche Erlebnisse, Gedanken aus dieser Zeit, Dokumente und ähnliches.

Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Kumpel » 10. November 2020, 15:43

Nostalgiker hat geschrieben:Auf deinen restlichen Blödsinn gehe ich nicht weiter ein da du mir nur in deiner Voreingenommenheit abstruse Dinge unterstellst.


Nun ja , nicht nur die Geschichte mit dem Büro vom BGS in Tegel die Reisepässe ausstellt klingt ja schon etwas sonderbar.
Irgendwie musst du schon recht furchtlos gewesen sein mit einem DDR Reisepass ohne Visa der entsprechenden Länder quer durch Europa zu fahren. [flash]
Zuletzt geändert von Kumpel am 10. November 2020, 15:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon augenzeuge » 10. November 2020, 15:46

Ich kenne einen Fall, da wurden Verwandte aus USA in Sangerhausen erwartet. Um schneller am Ziel zu sein, flogen sie nach jedoch nach Tegel. Die DDR erwartete sie aber an einer anderen Güst. Die Einreise in die DDR gestaltete sich schwierig, man ließ sie erst nach langer Wartezeit rein.
Kannst du das erklären, Karnak?
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon ratata » 10. November 2020, 16:02

Bei der Antragstellung zur Reise ins NSW , musste bis Mitte 1985 immer die Grenzübergangsstelle angegeben werden .Diesbezüglich auch für die Einreise Antragstellung . MfG ratata

Habe ich den Reisepass meiner verstb. Schwiegermutter gestern gelesen . Darin der Stempel , dann die Tage und der Grenzübergang .
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon karnak » 10. November 2020, 16:14

" andere Ausländer", wie eben USA Bürger, brauchten einen Voucher zur Erteilung eines Visums, der vorher beantragt werden musste und der betreffenden Person zugeschickt wurde. "Erwartet" wurde die Person nirgendwo, dazu wäre man logistisch und technisch überhaupt nicht in der Lage gewesen und welchen Sinn sollte das auch machen. Der Betreffende musste lediglich an einer der Güsten erscheinen die für seine Reisekategorie vorgesehen war. Dort wurde ihm das Visum erteilt, dass mit Voucher vorgesehen war und er konnte Einreisen.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon augenzeuge » 10. November 2020, 16:58

karnak hat geschrieben:" andere Ausländer", wie eben USA Bürger, brauchten einen Voucher zur Erteilung eines Visums, der vorher beantragt werden musste und der betreffenden Person zugeschickt wurde. "Erwartet" wurde die Person nirgendwo, dazu wäre man logistisch und technisch überhaupt nicht in der Lage gewesen und welchen Sinn sollte das auch machen. Der Betreffende musste lediglich an einer der Güsten erscheinen die für seine Reisekategorie vorgesehen war. Dort wurde ihm das Visum erteilt, dass mit Voucher vorgesehen war und er konnte Einreisen.


Dann wars vielleicht der falsche Grenzübergang, der Probleme bereitet hatte. Ich weiß, in Berlin konnten Ausländer nicht überall einreisen. Die mussten den wechseln, weil die Einreise beim Gewünschten nicht möglich war.

AZ
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Nostalgiker » 10. November 2020, 18:07

Kumpel hat geschrieben:
Nostalgiker hat geschrieben:Auf deinen restlichen Blödsinn gehe ich nicht weiter ein da du mir nur in deiner Voreingenommenheit abstruse Dinge unterstellst.


Nun ja , nicht nur die Geschichte mit dem Büro vom BGS in Tegel die Reisepässe ausstellt klingt ja schon etwas sonderbar.
Irgendwie musst du schon recht furchtlos gewesen sein mit einem DDR Reisepass ohne Visa der entsprechenden Länder quer durch Europa zu fahren. [flash]


Das mit dem 'furchtlos' nehm' ich dir sogar ab, denn so wird es wohl gewesen sein.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon dein1945 » 11. November 2020, 12:43

Nostalgiker hat geschrieben:Allzu viel sein es ja nicht zu sein was du in der Birne hast.
Schon einmal das Wort "Verwandtschaft" gehört?
In meinem Fall war es echte Verwandtschaft und nicht erlogene wie beim Zottmann.
Und da ich bei meinen Verwandten wohnte ist wohl auch das mit der zeitweisen Meldeadresse geklärt.
Auf deinen restlichen Blödsinn gehe ich nicht weiter ein da du mir nur in deiner Voreingenommenheit abstruse Dinge unterstellst.
Wenn dir was unklar war/ist dann hättest ganz normal nachfragen können und geschrieben was dir unklar ist und du hättest von mir eine normale Antwort bekommen mit der die Unklarheiten geklärt werden.
aber wer mich, und damit bist nicht nur du gemeint, so dermaßen unqualifiziert von der Seite anpflaumt kann nicht erwarten das ich auf diese gehässigen und süffisanten Angriffe antworte.

Gehab dich wohl.


Nostalgiker,

außer dumm poltern fällt Dir nichts weiter ein. In deinem GESCHREIBSEL vorher hast Du nie von einer Anmeldung geschrieben. Aber auch dafür gebe ich Dir Nachhilfe.

Zur Anmeldung benötigst Du ein Anmeldeformular, was man sich selbst im Schreibwarengeschäft kaufte. Dieses füllte man selbst aus und ließ es von seinem Vermieter unterschreiben.

Damit ging man zum zuständigen Polizeirevier, bei mir in Lankwitz das Revier 131. Dort legte man das Formular und seinen PA vor. Denn dort wurde die neue Adresse eingetragen.

Da Du aber keinen Westberliner PA hattest, hat man dir einen ausgestellt, dazu war aber deine Geburtsurkunde vorzulegen. Evtl. reichte dein DDR Pass. Erst dann hattest Du die Möglichkeit einen Pass zu beantragen, was in der Regel einige Tage dauerte !

Auf die Idee mit der Meldeadresse kommst du erst nachdem ich dich darauf hinweise (ein Schelm der böses denkt)

Da Du ja nicht gerade in einem höflichen Ton antwortest, mach ich es genauso. Deine Geschichte ist von Anfang an erstunken und erlogen. Du warst wahrscheinlich auf diese Art nie in Paris, entweder im Auftrag einer DDR Behörde oder mit deinem Kantinen-Ausweis. Aber nie und nimmer wie Du uns hier erzählst. Damit ist die Geschichte für mich am Ende, es ist ALLES gesagt.

MfG aus Lankwitz Achim
Man(n) muß wissen wenn Schluß ist !
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Sperrbrecher » 11. November 2020, 14:01

augenzeuge hat geschrieben:Dann wars vielleicht der falsche Grenzübergang, der Probleme bereitet hatte. Ich weiß, in Berlin konnten Ausländer nicht überall einreisen. Die mussten den wechseln, weil die Einreise beim Gewünschten nicht möglich war.

Das ist richtig.

So durfte meine Frau als Ausländerin an der GÜST Walterdorfer Chaussee/Schönefeld
nicht zum Besuch in die DDR einreisen und sie wurde zurück gewiesen, während mir mit meinem bundesdeutschen Pass die Einreise gestattet gewesen wäre. Also mussten wir
den Weg durch West-Berlin zurück, um dann an der GÜST in Dreilinden/Michendorf die Einreise gemeinsam zu absolvieren.

Ein Umweg von fast 100 km und 2 Stunden Zeitverlust.
In der DDR wussten 90% der Bevölkerung, dass sie verarscht werden.
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Nostalgiker » 11. November 2020, 14:37

dein1945 hat geschrieben:
Deine Geschichte ist von Anfang an erstunken und erlogen. Du warst wahrscheinlich auf diese Art nie in Paris, entweder im Auftrag einer DDR Behörde oder mit deinem Kantinen-Ausweis. Aber nie und nimmer wie Du uns hier erzählst. Damit ist die Geschichte für mich am Ende, es ist ALLES gesagt.

MfG aus Lankwitz Achim


Wenn du meinst dann bleib bei deinem Glauben.
Auch gehörst offenbar auch zu diesen Leuten welche meinen alles aber auch alles über die DDR zu wissen, also das "wissen" was in ihre durch Vorurteile geprägte Gedankenwelt passt.
Alles darüber hinaus ist dann eben erstunken und erlogen, solche Einstellung ist sehr bequem denn sie erspart das Nachdenken und eventuelles Hinterfragen.

Was deinen Grundschullehrerton betrifft, ich bin nicht verpflichtet in einer Schilderung eine wahren Begebenheit auch jedes noch so kleine Detail akribisch und ausführlich zu schildern und zu erläutern.

Deine Unterstellung; " im Auftrag einer DDR Behörde" entbehrt nicht einer gewissen geschmacklosen Komik, genau wie der Kantinen Ausweis ist ein Witz.

Nun unterhalte dich weiter mit den Opfern der unmenschlichen Diktatur und lass dir erzählen wie unsäglich sie gelitten haben, die Armen.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon augenzeuge » 11. November 2020, 15:07

Sperrbrecher hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Dann wars vielleicht der falsche Grenzübergang, der Probleme bereitet hatte. Ich weiß, in Berlin konnten Ausländer nicht überall einreisen. Die mussten den wechseln, weil die Einreise beim Gewünschten nicht möglich war.

Das ist richtig.

So durfte meine Frau als Ausländerin an der GÜST Walterdorfer Chaussee/Schönefeld
nicht zum Besuch in die DDR einreisen und sie wurde zurück gewiesen, während mir mit meinem bundesdeutschen Pass die Einreise gestattet gewesen wäre. Also mussten wir
den Weg durch West-Berlin zurück, um dann an der GÜST in Dreilinden/Michendorf die Einreise gemeinsam zu absolvieren.

Ein Umweg von fast 100 km und 2 Stunden Zeitverlust.


Richtig. Und wenn sie nach Ostberlin gewollt hätte (zuvor), hätte sie über Checkpoint Charlie gemusst? Oder gabs da noch andere Güsts?
AZ
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Sperrbrecher » 11. November 2020, 23:14

augenzeuge hat geschrieben:
Und wenn sie nach Ostberlin gewollt hätte (zuvor), hätte sie über Checkpoint Charlie gemusst? Oder gabs da noch andere Güsts?

Zu Fuß hätte man wohl auch den Übergang am S-Bahnhof Friedrichstrasse gemeinsam nutzen können.

Ich weiß gar nicht, ob die Besuchserlaubnis für die DDR auch für die Hauptstadt der
DDR Ost-Berlin Gültigkeit hatte?

In meiner Berliner Zeit bin ich häufig über die GÜST Waltersdorfer Chaussee/Schönefeld
nach Dresden gefahren. Um auf die Autobahn nach Dresden zu gelangen tangierte man das Stadtgebiet von Ost-Berlin, da fand dann nochmals eine Kontrolle statt und eine weitere, wenn man das Stadtgebiet wieder verließ. Zu dieser Zeit war meine Frau allerdings noch nicht dabei, da war ich noch nicht verheiratet.
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Sperrbrecher » 12. November 2020, 00:28

Beethoven hat geschrieben:So einige sind aus der DDR Richtung Westen gerammelt. Die konnten schon
mal nichts zu den eigentlichen Geschehnissen der Wende beitragen.

Das kommt ganz darauf wie man das betrachtet.

Immerhin verfügten die meisten von denen weiterhin über freundschaftliche
und familiäre Kontakte. So bekamen Freunde und Verwandte einen Einblick,
wie es den DDR-Abtrünnigen im Westen erging.

Da ich relativ schnell nach meiner Flucht 1969 in den Westen von den DDR-Oberen
amnestiert und der ergangene Haftbefehl bereits 1972 aufgehoben wurde, sodass
ich schon 1973 wieder unbeschadet in die DDR einreisen konnte, war ich all meinen Kollegen noch in guter Erinnerung. Das war jedenfalls ein Riesenhallo als ich wieder
an meinen alten Arbeitsplatz aufkreuzte. In meinem vorherigen Wohngebiet machten
die Nachbarn auch alle große Augen.

Dazu noch mit einem gebrauchten, aber immer noch recht ansehnlichen Opel Kadett (zumindest für DDR-Bürger). Mein vormaliger Nachbar (SED-Genosse und Abgeordneter
im Kreistag) fragte mich auch sofort: "Musste es denn gleich ein so großes Auto sein?"

Während meine Kollegen meinten: "Wie hast Du denn das in der kurzen Zeit geschafft,
den hast Du Dir doch auf Pump gekauft?" Da ich von vornherein wusste, welche Fragen
auf mich zukommen würden, hatte ich mir vorsorglich meine Lohnabrechnungen und
den Kaufbeleg für das Auto mitgenommen. Etliche Fotos von meinen Auslandsreisen
hatte ich auch dabei. Da machten sie natürlich große Augen, als ich ihnen das präsentierte.

Obwohl auch in der DDR ein Kellner nicht schlecht verdiente, hätte er für einen Trabi
doch etwas länger arbeiten müssen, als ich für meinen Opel Kadett, ganz abgesehen
von den langen Lieferzeiten.

Somit waren diese Besuche von Republikflüchtigen in der DDR zumindest ein Beleg,
dass es auch einen kleinen Arbeiter im Westen nicht ganz so schlecht ging, wie es
Herr von Schnitzler immer behauptete. Außerdem waren die Besucher wesentlich
besser gekleidet als der gemeine DDR-Bürger, in Sack und Asche ging da keiner.

Wenn diese DDR-Renegaten auch zur Wende nicht unmittelbar etwas beigetragen haben,
so haben sie doch sicher manchen DDR-Bewohner die Augen dafür geöffnet, dass der
real-existierende Sozialismus in der DDR, nicht das Gelbe vom Ei sein kann.
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Dr. 213 » 12. November 2020, 01:53

Schöne Geschichte Sperrbrecher.
Das war den Funktionären ein richtiges Dorn im Auge, wenn ein gemachter Mann zurück gekommen ist.
Weil dann das ganze Lügengerüst von drohender Arbeitslosigkeit und Armut im Westen ganz einfach widerlegt wurde.

Schön wenn Nosti mal ab und zu selber spürt wie das ist, wenn einem Märchen unterstellt werden.
Kann ja durchaus sein, kurz vor der Wende war Paris auch für Nichtrentner leichter möglich.
Und Nosti ist ja so ein ehrlicher und liebenswerter Mensch, der würde uns doch keine Lügengeschichten erzählen.

Eigentlich mußte man dazu jedoch zunächst wegen dringender oder besonderer Angelegenheiten in die BRD gedurft haben.
Dort gab es die Möglichkeit, sich einen Pass machen zu lassen. Etwa um damit unerlaubterweise die Sonne Spaniens zu genießen.
Auf den Pass hatte man Anspruch und wie ich hörte wurde notfalls als Anschrift im Westen einfach mal das Sozialamt eingetragen.

Vielleicht war Nosti aber auch Monteur, Handelsvertreter oder Besorger der Regierung oder z.B. Sonderbeauftragter für Käse- Import.
In den Kaufhallen der DDR gab es erstaunlicherweise wirklich öfter mal Roquefort- Käse zu kaufen.
[laugh]

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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon HPA » 12. November 2020, 06:19

Vielleicht war Nosti aber auch Monteur, Handelsvertreter oder Besorger der Regierung oder z.B. Sonderbeauftragter für Käse- Import.
In den Kaufhallen der DDR gab es erstaunlicherweise wirklich öfter mal Roquefort- Käse zu kaufen.


Oder Honni brauchte mal wieder ein neues Videotape. [laugh]
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Dr. 213 » 12. November 2020, 10:26

Ach, das waren doch blos Lehrkassetten. [laugh]

Die an der Grenze und im Zollpostamt eingezogenen Gymnastikfilme mußten doch von höchster Stelle gesichtet werden.
Karnak und Kollegen mußten die bestimmt immer sofort bei ihrem Abteilungsleiter apportieren und durften die nicht selber überprüfen.
Da wurden die Filmchen blickdicht verbeutelt, gingen per Kurier nach Berlin und dienten so der Entspannungspolitik verdienter Genossen.

Solche Delikatessen hätte der Genosse Staatsratsvorsitzender bestimmt auch über den Wandlitzer- Ringtausch oder vom Schnitzler bekommen.
Wir hatten das aber schon mal besprochen und somit will ich es hier nicht weiter ausrollen.

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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon karnak » 12. November 2020, 11:20

[flash] Keine Ahnung wie viel Du von den blickdichten Beuteln weißt. Wir hatten soviel von dem Kram zu entsorgen, man hätte das Politbüro auf den Bundestag aufstocken müssen um das alles zu entsorgen. Nun hatten und haben solche Bildchen und Filmchen natürlich etwas für jeden gesunden Mann im passenden Alter, ich nehme mich da gar nicht aus. Für einen DDR Bürger der in dieser Richtung ziemlich kurz gehalten wird um so mehr. Aber irgendwann hat man keine Lust mehr darauf, besonders weil man weiß wie jede Geschichte ausgeht. [flash] Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, die wird es wohl immer geben, es soll ja auch Leute geben die haben alle Folgen von " Gute Zeiten, schlechte Zeiten " gesehen oder ertragen irgendwelche Idioten im Dschungelcamp weil sie dabei zu der Überzeugung gelangen können, dass es welche gibt die noch dämlicher sind als sie selbst. [flash]
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Kumpel » 12. November 2020, 11:48

Sag mal Karnak , gibt es eigentlich so ein paar schöne Schoten von deinem Dienst in Drewitz?
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Beethoven » 21. November 2020, 07:57

Ein Beitrag, den der letzte Regimentskommandeur des Küstenraketenregimentes der Volksmarine schrieb, spiegelt sehr gut die damalige Situation wieder.
Allein gelassen, in völliger Ungewissheit was werden wird, brach die Befehlsstruktur der NVA mehr oder weniger zusammen, was ein erhebliche Potential an Gefahr mit sich brachte.

Die Kommandeure in dieser Zeit waren der einzige Halt für die ihm unterstellten Soldaten, Fähnrich, Offiziere und Zivilbeschäftigte.
Meine damaligen Unterstellten und ich hatten das persönliche Glück, auch in der Zeit der Wende und der damit verbundenen Ungewissheit, militärische Aufgaben erfüllen zu können / müssen.
Das ersparte uns viele Grübeleien, weil wir uns auf die Erfüllung unserer Aufgaben konzentrieren musste. Natürlich haben wir uns auch Sorgen gemacht und darüber geredet aber dann stand schon die nächste Aufgabe an und so erlebten wir nicht direkt das Dilemma vieler Berufssoldaten so haut nah, wie dieser Regimentskommandeur.

Aber so wie er es empfand, fühlten es wohl sehr viele Kommandeure und Berufssoldaten der NVA.

https://www.kuestenraketen.de/krr-18-2/ ... e-der-nva/

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat.

J. W. v. Goethe
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon HPA » 21. November 2020, 09:26

Was für ein unwürdiges Geflenne. Du liebe Güte!

Da schimmert ja eine regelrechtes Bedauern durch, nicht geputscht zu haben.
Bild

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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon augenzeuge » 21. November 2020, 09:34

Die Kommandeure in dieser Zeit waren der einzige Halt für die ihm unterstellten Soldaten, Fähnrich, Offiziere und Zivilbeschäftigte.


Schwer zu glauben, gab es denn keine Unterstellten, die die sichtbare Freude der Zivilbevölkerung teilten und froh darüber waren, dass es politisch Uneinsichtigen an den Kragen ging?

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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Werner Thal » 21. November 2020, 10:39

Ich kann mich noch gut an einen Zeitungsartikel (Kolumne) der Norddeutschen Neuesten Nachrichten
aus der „Wendezeit“ 1989/1990 erinnern, mit der Überschrift: “Entrüstet Euch“. Da ging es
hauptsächlich um den Militärstützpunkt Warnemünde/Hohe Düne. Leider habe ich den damaligen
Zeitungsartikel nicht aufbewahrt. Auch im Internet ist er kaum oder gar nicht verfügbar?

W. T.
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Sperrbrecher » 21. November 2020, 11:13

Werner Thal hat geschrieben:Da ging es hauptsächlich um den Militärstützpunkt Warnemünde/Hohe Düne. Leider habe ich den
damaligen Zeitungsartikel nicht aufbewahrt. Auch im Internet ist er kaum oder gar nicht verfügbar?

Guckst Du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Marinest% ... m%C3%BCnde

Das ist zwar nicht der von Dir erwähnte Artikel, aber vielleicht trotzdem für Dich interessant.
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Interessierter » 21. November 2020, 11:17

Was der letzte Regimentskommandeur des Küstenraketenregimentes der Volksmarine gemacht und gedacht hat ist doch überhaupt nicht die Frage dieses Threads.
Und auch dessen jammervolles Klagelied beantwortet nicht die Frage und den Titel dieses Threads: " Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht? "

[denken]
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Sperrbrecher » 21. November 2020, 11:18

Beethoven hat geschrieben:In der BW wird geschworen oder gelobt und in der NVA ein Eid abgelegt. Der Unterschied dürfte dabei marginal sein. Es war für den Soldaten eine Verpflichtung wie auch immer man das benennt.

Ein jeder Soldat, dieser beiden deutschen Armeen hat jedoch auf sein Vaterland geschworen, gelobt oder den Eid abgelegt und unterwirft sich somit dem Primat der Politik, welches sein Vaterland vertritt, beschließt oder was auch immer.

Was ist denn ein Eid/ein Bekenntnis wert, zu dem man gezwungen wird ?

So eine Verpflichtung ist doch nur dann ernst zu nehmen, wenn man sie aus freien Stücken
und aus eigener Überzeugung abgibt.
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Volker Zottmann » 21. November 2020, 12:17

Zu meiner Vereidigung haben viele nur desinteressiert irgendwas mitgemurmelt. Ein Wunder, dass überhaupt was zu verstehen war.
Trotzdem galt auch unser Murmeln als "freie Zustimmung".
Gut dass es nie einen Ernstfall gab. Wenn all die abgehauen wären die das wollten, vorausgesetzt es hätte Möglichkeiten gegeben, hätte unser Kommandeur wohl allein auf dem Acker gestanden. [laugh]
Doch gaube ich eher, dass dann das sowjetische Kriegsmodell Schule gemacht hätte. Die Politkomissare liefen da hinter den Reihen rum und erschossen ohne Gnade Abweichler oder Zögernde.

Die Loyalität der NVA-Offiziersriege zeigte sich "treu ergeben", als ihr bisheriger Klassenfeind auch für einen Beethoven eine neue Uniform bereithielt. Erzähl mir nichts, Wendehals.

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Beethoven » 21. November 2020, 16:29

HPA hat geschrieben:Was für ein unwürdiges Geflenne. Du liebe Güte!
Da schimmert ja eine regelrechtes Bedauern durch, nicht geputscht zu haben.


Na ja, ich würde sagen, er hat eine ordentliche Analyse abgegeben über den "Gemütszustand" der damaligen Zeit, der bei den meisten Berufssoldaten vorherrschte. Was Du als "Geflenne" bezeichnest, ist in meinen Augen der Ausdruck der Sorge um seine Unterstellten aber auch um die Fehler, die er selber in jener Zeit gemacht hat und zwar offen und ehrlich. Aber ein Mensch ohne Empathie kann der Gleichen nicht verstehen.

Auf der letzten Kommandeurstagung der NVA, an der ich ebenfalls teilgenommen habe, hat es einen Kommandeur eines Panzerregimentes aus dem Süden gegeben, der in einem, aber mehr oder weniger ausgebuhten, Beitrag genau davon sprach, nämlich mit Waffen, die nicht mehr aufzuhaltende Wende, zu verhindern. Ob man das als "Putschversuch im Geiste" bezeichnen kann, weiß ich nicht. Aber er bekam zu spüren, dass die anwesenden Kommandeure auf keinen Fall einen Bürgerkrieg vom Zaune brechen wollten und er setzt sich sehr schnell wieder auf seinen Platz.

augenzeuge hat geschrieben:
Die Kommandeure in dieser Zeit waren der einzige Halt für die ihm unterstellten Soldaten, Fähnrich, Offiziere und Zivilbeschäftigte.


Schwer zu glauben, gab es denn keine Unterstellten, die die sichtbare Freude der Zivilbevölkerung teilten und froh darüber waren, dass es politisch Uneinsichtigen an den Kragen ging?

AZ


Ehrlich gesagt fällt mir da kein Soldat ein. Nicht mal ein Soldat, der nicht Berufssoldat war, was nicht bedeutend soll, dass es Solche nicht gegeben haben mag.


Volker Zottmann hat geschrieben:Zu meiner Vereidigung haben viele nur desinteressiert irgendwas mitgemurmelt. Ein Wunder, dass überhaupt was zu verstehen war.
Trotzdem galt auch unser Murmeln als "freie Zustimmung".
Gut dass es nie einen Ernstfall gab. Wenn all die abgehauen wären die das wollten, vorausgesetzt es hätte Möglichkeiten gegeben, hätte unser Kommandeur wohl allein auf dem Acker gestanden. [laugh]
Doch gaube ich eher, dass dann das sowjetische Kriegsmodell Schule gemacht hätte. Die Politkomissare liefen da hinter den Reihen rum und erschossen ohne Gnade Abweichler oder Zögernde.

Die Loyalität der NVA-Offiziersriege zeigte sich "treu ergeben", als ihr bisheriger Klassenfeind auch für einen Beethoven eine neue Uniform bereithielt. Erzähl mir nichts, Wendehals.

Gruß Volker


Hm, ich weiß nicht mehr, an wie vielen Vereidigungen ich, gerade als junger Offizier, teilgenommen habe.
Was Du hier von Dir gibst, ist mal wieder nur in Neiden passiert. [laugh] Ich habe solche Vereidigungen, wie von Dir beschrieben, nie erlebt.

Die Mähr, von auf dem Rücken gekreuzten Fingern oder von "Gemurmel" ist so erlogen, wie eben vieles, wenn es um den Dienst in der NVA geht. Das natürlich in diesem Forum hier, solcher Unsinn beklatscht wird oder gar als die Wahrheit hingenommen, ist eben dem Gusto dieses Forums geschuldet.

Und sei versichert, die Kommandeure hätten nicht allein auf dem Felde gestanden auch wenn solche Typen wie Du, "werter Genosse", sich vom Acker gemacht hätten. Natürlich hat jeder Mensch vor einem Krieg Angst. Das ist wohl normal. Diese Angst gilt es zu überwinden. Das kann nicht jeder Soldat und so gibt es eben, wie auch die Geschichte beweist, mutige und opferbereite Kämpfer und es gibt Feiglinge und Schlappschwänze, die ihre Kameraden im Stich lassen.

Aber grau ist alle Theorie und zum Glück musste es nie bewiesen werden.

Auf Deine letzte Provokation gehe ich nur mit drei Sätzen ein.
Es war eben der Vorteil in der BW, dass man sich politisch nicht äußern musste, sondern nur einen bezahlten Job zu erfüllen hatte und dadurch politisch kein "Wendehals" sein musste.
Ein feiger Wendehals ist jemand, der sein früher so "geliebtes" Parteibuch im Briefkasten entsorgt und damit seine ureigenste Geschichte verleugnet, denn in die SED hat Dich, als junger Mann ganz sicher keiner gezwungen sondern Du musstest Dich selber bewerben und Dich als Kandidat der SED erstmal bewähren, bevor Du ein Mitglied der SED werden konntest. Wahrscheinlich hast Du in Deinem Jahr als Kandidat der SED alles zum Gelingen der Politik der SED getan, denn ansonsten hättest Du das rote Büchlein nicht bekommen.

Ich erlaube mir, extra für Dich Herr Zottmann, einen kleinen Beitrag von Youtube zur verlinken.
Zum Glück haben die Männer im Video nicht genuschelt. [hallo]

https://www.youtube.com/watch?v=H6gCSF6_9iE

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat.

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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Volker Zottmann » 21. November 2020, 16:55

Beethoven, Du kannst doch nicht ernsthaft Deine Eliteeinheit der Fallschirmhopser mit unfreiwilligen 400 Jungrekruten vergleichen, die gewiss Besseres zu tun gewusst haben, als in Torgau (nicht Neiden) auf dem Marktplatz diesen heuchlerischen Eidestext abzuspulen.

Gerade Dein freiwilliger gewollter Eid auf die DDR steht doch in eklatantem Widerspruch zu Deinem Handeln, als es galt die neuen Uniformen anzuziehen. Die wirklich Ehrlichen haben das nicht getan. Darum eben Wendehals!
Dass es Gründe gab, das zu tun, ist wieder was anderes. Weil eben für viele auch ihre Existenz in Frage gestellt war. Außer Kriegspielen haben ja viele auch nie was Sinnvolleres erlernt.

In die SED genötigte Parteimitglieder gab es haufenweise. Und wenn Du immer noch glaubst, ich hätte irgendetwas während des Kandidatenjahres tun müssen oder getan, bist Du im Irrtum. Ein Jahr warten was das Einzige. Ich schrieb ja, dass auch irgendjemand der persönliche Bürge war. Wer, weiß ich aber nicht oder nicht mehr, weil es niemals irgendwelche Gespräche zu dieser Mitgliedschaft gab. Die wollten nur neue Leute in die Parteireihen des Wohnungsbaukombinates werben, um diese dann melden zu können, um sich mit diesen "Heldentaten" zu schmücken. Der ganze "SED-Klub" des WBK war nichts weiter als ein Kasperverein.

Gruß Volker
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon HPA » 21. November 2020, 17:44

Na ja, ich würde sagen, er hat eine ordentliche Analyse abgegeben über den "Gemütszustand" der damaligen Zeit, der bei den meisten Berufssoldaten vorherrschte. Was Du als "Geflenne" bezeichnest, ist in meinen Augen der Ausdruck der Sorge um seine Unterstellten aber auch um die Fehler, die er selber in jener Zeit gemacht hat und zwar offen und ehrlich. Aber ein Mensch ohne Empathie kann der Gleichen nicht verstehen.


Das ausgerechnet Du mir hier Empathielosigkeit unterstellst, ist der absolute Brüller.

Wie so oft hast Du keinen blassen Schimmer. [flash]

Geflenne. Ein Militär mit Rückgrat stellt sich den Tatsachen dass man nun mal "verloren" hat, einem der Staat abhanden gekommen ist und flennt nicht herum dass man "seine" Fahne nun in einem Museum lagert und man die wohl lieber geklaut hätte!

Um nur mal ein prägnantes Beispiel zu nennen!

Ach und noch was: auch bei der BW darf man eine politische Meinung haben und die auch äußern. Solange die im Einklang mit der freiheitlich demokratsichen Gruindordnung konform läuft was ja so auch jedem anderem Beamten abverlangt wird.
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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon Beethoven » 22. November 2020, 07:38

Ja, nun haben sich zwei User mit der demokratischsten und tolerantesten Einstellung zu Wort gemeldet.

Volker Zottmann hat geschrieben:Beethoven, Du kannst doch nicht ernsthaft Deine Eliteeinheit der Fallschirmhopser mit unfreiwilligen 400 Jungrekruten vergleichen, die gewiss Besseres zu tun gewusst haben, als in Torgau (nicht Neiden) auf dem Marktplatz diesen heuchlerischen Eidestext abzuspulen.

Gerade Dein freiwilliger gewollter Eid auf die DDR steht doch in eklatantem Widerspruch zu Deinem Handeln, als es galt die neuen Uniformen anzuziehen. Die wirklich Ehrlichen haben das nicht getan. Darum eben Wendehals!
Dass es Gründe gab, das zu tun, ist wieder was anderes. Weil eben für viele auch ihre Existenz in Frage gestellt war. Außer Kriegspielen haben ja viele auch nie was Sinnvolleres erlernt.

In die SED genötigte Parteimitglieder gab es haufenweise. Und wenn Du immer noch glaubst, ich hätte irgendetwas während des Kandidatenjahres tun müssen oder getan, bist Du im Irrtum. Ein Jahr warten was das Einzige. Ich schrieb ja, dass auch irgendjemand der persönliche Bürge war. Wer, weiß ich aber nicht oder nicht mehr, weil es niemals irgendwelche Gespräche zu dieser Mitgliedschaft gab. Die wollten nur neue Leute in die Parteireihen des Wohnungsbaukombinates werben, um diese dann melden zu können, um sich mit diesen "Heldentaten" zu schmücken. Der ganze "SED-Klub" des WBK war nichts weiter als ein Kasperverein.

Gruß Volker


Lieber Volker, wenn Du in einem so großen Standort wie Prora vereidigt worden wärst, dann wäre Dir klar, dass dort nicht nur ein Truppenteil vereidigt wurde, sondern alle Truppenteile dieses Standortes in einer Zeremonie. Also die Angehörigen der TUS, des MSR, der Militärforst, des BCA, des PiB und eben auch des FJB.
Da stellten die knapp 100 "Fallschirmhopser", wie Du sie bezeichnest, den aller geringsten Teil.

Die "wirklich Ehrlichen"? Ich lach mich schlapp. Das aus Deinem Mund / Deiner Feder. [flash]

Ich kann nicht einschätzen, wie Du SED-Mitglied geworden bist. Aber ich habe noch nie davon gehört, dass ein junger Mann, der sich durch nichts als sein bloßes Dasein auf dieser Welt darstellte, in irgend eine Partei gezwungen wurde. Aber und das muss ich zugeben, ab einer bestimmten Position im Betrieb, der Institution, der Einrichtung, war es schon besser Mitglied in der SED zu sein. Jedoch als Du Kandidat wurdest, warst Du vermutlich noch nicht einmal Meister, denn Meister auf dem Bau mussten ganz bestimmt nicht Mitglied in der SED sein.
Mein kürzlich verstorbener Schwiegervater war auch auf dem Bau und hat ganze Stadtteile von Magdeburg (z.B. Olvenstedt) errichtet und war nie Mitglied in der Partei.

Im Übrigen musste man zwei Bürgen bei bringen, um Kandidat der SED zu werden. Da gab es also zwei Menschen, die Dir ehrlich gegenüber standen und Du hast diese, so erlese ich das, belogen und betrogen.

Na ja, ist wohl verjährt.

HPA hat geschrieben:
Geflenne. Ein Militär mit Rückgrat stellt sich den Tatsachen dass man nun mal "verloren" hat, einem der Staat abhanden gekommen ist und flennt nicht herum dass man "seine" Fahne nun in einem Museum lagert und man die wohl lieber geklaut hätte!

Ach und noch was: auch bei der BW darf man eine politische Meinung haben und die auch äußern. Solange die im Einklang mit der freiheitlich demokratsichen Gruindordnung konform läuft was ja so auch jedem anderem Beamten abverlangt wird.


Hattest Du beim Lesen des Textes wirklich den Eindruck, dass dieser Fregattenkapitän kein Rückgrat hat? Ich erlese da etwas völlig anderes heraus.
Wenn Dich allerdings nur das Geschriebene über das Feldzeichen (eine Truppenfahne ist ein Feldzeichen) zu Deiner Äußerung des "Geflennes" verleitet hat, so möchte ich das nicht weiter ausführen. Es ist eben eine Charaktersache, wie man zu seiner Fahne steht.
Du solltest mal an einer Nagelung einer Truppenfahne teil nehmen. Die Verbundenheit die Du sodann zu dieser Fahne entwickelst, wenn Du ein ehrlicher Soldat bist, ist schon erstaunlich. Überhaupt kann ein Zivilist es vermutlich nur schwer begreifen und nach vollziehen, warum man zu einer Fahne steht, warum diese, wenn sie öffentlich geführt wird, grundsätzlich unter Bedeckung geführt wird. Ich dachte eigentlich, dass Du dies, als ehemaliger Uffz., begriffen hast. Nun - ich irrte.

Ja, natürlich darf man sich in der BW politisch äußern, solange man auf dem Boden des GG steht. Ein Angehöriger der LDPD als Soldat in der NVA durfte sich auch äußern solange er die Verfassung der DDR nicht in Frage stellte. [hallo]

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Re: Vor und nach der Wende - was habt Ihr gemacht?

Beitragvon HPA » 22. November 2020, 09:20

Du solltest mal an einer Nagelung einer Truppenfahne teil nehmen. Die Verbundenheit die Du sodann zu dieser Fahne entwickelst, wenn Du ein ehrlicher Soldat bist, ist schon erstaunlich. Überhaupt kann ein Zivilist es vermutlich nur schwer begreifen und nach vollziehen, warum man zu einer Fahne steht, warum diese, wenn sie öffentlich geführt wird, grundsätzlich unter Bedeckung geführt wird. Ich dachte eigentlich, dass Du dies, als ehemaliger Uffz., begriffen hast. Nun - ich irrte.

Ja, natürlich darf man sich in der BW politisch äußern, solange man auf dem Boden des GG steht. Ein Angehöriger der LDPD als Soldat in der NVA durfte sich auch äußern solange er die Verfassung der DDR nicht in Frage stellte. [hallo]


Erzähl hier nicht solch einen Schmus.

Genau aus den Gründen welche Du hier anführst, hat solch eine Truppenfahne nichts aber auch gar nichts in Privathänden verloren!

Eine Nagelung eures 20-Nasen-Karnickelzüchtervereinswimpels mit einer regulären Truppenfahne zu vergleichen entbehrt nicht einer gewissen Komik!

Mir dräut , der große Meister schwebt da in etwas anderen Sphären. [flash]

Und einen Blick in die Verfassung der DDR sollte eigentlich erhellen an was sich der LDPD Sympathisant zu halten hatte!
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