Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Alle Themen die eine Bezug zur Wende und Grenzöffnung haben. Persönliche Erlebnisse, Gedanken aus dieser Zeit, Dokumente und ähnliches.

Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon augenzeuge » 9. Oktober 2019, 17:35

Clever gemacht. Nachdem die Stasi das erste Plakat niedergerissen hatte, ging das nächste hoch. [grins]

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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon zonenhasser » 9. Oktober 2019, 17:55

Gesine Oltmanns trug das Transparent unter der Kleidung, weil die Stasi vor dem Haus stand: ab Minute 6 https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leip ... 3a67e.html
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Volker Zottmann » 9. Oktober 2019, 18:21

Sind eigentlich jemals die jungen Stasileute identifiziert oder gar zur Verantwortung gezogen worden? Immerhin gingen die ja sehr rabiat gegen Demonstranten vor.

Gruß Volker
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Nostalgiker » 9. Oktober 2019, 18:51

Gab eine Anzeige?
Warum stellst du solch unqualifizierten Fragen?
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Volker Zottmann » 9. Oktober 2019, 18:58

Nostalgiker hat geschrieben:Gab eine Anzeige?
Warum stellst du solch unqualifizierten Fragen?

Was ist unqualifiziert? Nur weils Dir nicht passt?
Hier im Ort gab es auch Konsequenzen für zwei Polizisten. Einer wurde übergriffig und das kostete ihn dann die Stelle.

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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Nostalgiker » 9. Oktober 2019, 19:03

Ach ja wirklich?
In einem anderen Thread unterstellst du mir das ich unqualifiziert geantwortet habe nur weil dir die Antwort dort nicht passte.

Gib hier mal nicht die Unschuld vom Lande.
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Volker Zottmann » 9. Oktober 2019, 21:45

Geben Nostalgiker? Wovon redest Du?
In Dir sehe ich keinen vollwertigen Gesprächspartner. Querulant und Stänkerer sind auf Dich bezogen die treffenderen Attribute.
Freunde scheinst Du wohl überhaupt nicht mehr zu haben? Oder warum sockst Du stets hinter mir her? Belästige gefälligst wen anders!

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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon karnak » 10. Oktober 2019, 03:47

zonenhasser hat geschrieben:
Du solltest die Rolle des Westmedien nicht unterschätzen.

[flash] Also ich habe die Rolle der Westmedien noch nie unterschätzt.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Grenzwolf62 » 10. Oktober 2019, 04:49

Du hast die bestimmt rollenweise abends in den Einstampf-Kübel geschmissen.
[wink]
Alles wird, vielleicht, gut.
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon augenzeuge » 10. Oktober 2019, 07:30

karnak hat geschrieben:
zonenhasser hat geschrieben:
Du solltest die Rolle des Westmedien nicht unterschätzen.

[flash] Also ich habe die Rolle der Westmedien noch nie unterschätzt.


Sie waren der Klassenfeind in Papierform. [grin]
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon pentium » 10. Oktober 2019, 08:16

Für Friedliche Revolution: Gregor Gysi würdigt Ostdeutsche

Der Gysi (letzter Parteivorsitzender der SED und der erste PDS-Chef) ist auch so ein Heuchler. Bei der Volkskammersitzung vom 23. August 1990 war er Erste, der das Ende der DDR lamentierte und dafür Hohn und Spott bekam. Jetzt würdigt der die Ostdeutschen wegen der friedlichen Revolution, fast 30 Jahre nach dem Mauerfall, den Montagsdemos und Wahlmanipulation bei den Kommunalwahlen 1989 durch die SED?
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/fu ... e-100.html
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon pentium » 10. Oktober 2019, 08:19

Bernd-Lutz Lange über Leipziger Demonstration
„Der 9. Oktober wurde im Westen nicht richtig wahrgenommen“

Bernd-Lutz Lange im Gespräch mit Dieter Kassel
https://www.deutschlandfunkkultur.de/be ... _id=460630


Der Mitorganisator der Leipziger Demonstrationen vor 30 Jahren, Bernd-Lutz Lange, möchte den 9. Oktober zum Feiertag erklären lassen. Dass Gruppierungen wie Pegida die Demonstrationen für sich vereinnahmen, findet er „einfach schrecklich“.

Dieter Kassel: „David gegen Goliath“, so heißt das Buch, das der Kabarettist und Autor Bernd-Lutz Lange zusammen mit seinem Sohn, dem Historiker Sascha Lange, geschrieben hat. Beide erinnern daran, an die friedliche Revolution und die „Wir sind das Volk“-Demonstrationen am 9. Oktober 1989, die übrigens Lange auch als einer der Leipziger Sechs damals mitorganisiert hat. Und er fordert unter anderem ganz klar, diesen 9. Oktober zum Feiertag zu machen, weil er, Bernd-Lutz Lange, der Meinung ist, dieser Tag werde in der öffentlichen Wahrnehmung völlig unterschätzt und vernachlässigt.

Den Eindruck habe ich jetzt gerade nicht, in diesem Erinnerungswust, in dem wir uns im Moment befinden. Deshalb habe ich ihn gefragt, warum er diesen Eindruck hat.

Bernd-Lutz Lange: Der 9. Oktober, das habe ich also sehr schnell gemerkt eigentlich, dass der nicht von den – sagen wir immer noch – Westdeutschen oder von den Bewohnern der alten Bundesländer so wahrgenommen wurde und wird. Ich weiß noch genau, wie ich also schon wenige Jahre danach mit dem damaligen Oberbürgermeister in Leipzig, der aus Hannover stammte, wie der mich mit großen Augen und sehr merkwürdig angeguckt hat, als ich ihm sagte, also der 9. Oktober ist für mich wichtiger als der 9. November. Und das hängt einfach damit zusammen, dass dort was ganz Großartiges passiert ist. Die Bevölkerung einer Diktatur hat quasi sich die Demokratie selbst errungen, selbst erkämpft.

Also 1945 haben die Alliierten Westdeutschland sozusagen die Demokratie geschenkt, sie ist ihnen geschenkt worden. Wir sind von einer Diktatur in die nächste Diktatur, und das ging immerhin nur von 1945 bis 1989. Und insofern kann man das gar nicht groß genug schätzen, dass also so eine friedliche Revolution damit Schluss gemacht hat. Und deswegen denke ich schon, dass man das mehr feiern müsste, und Leute wie der Nikolaikirchen-Pfarrer Christian Führer hat ja nicht umsonst auch gesagt, eigentlich hätte der 9. Oktober der Feiertag sein müssen.

...
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon zonenhasser » 10. Oktober 2019, 09:33

pentium hat geschrieben:Der Mitorganisator der Leipziger Demonstrationen vor 30 Jahren, Bernd-Lutz Lange
Herr Lange war kein "Mitorganisator". Zunächst gab es gar keine Organisation. Die Aktivisten sind nach dem Montagsgebet im Nikolaikirchhof losgelaufen und haben "Schließt euch an!" geschrien. An den Montagen nach dem 9. Oktober 1989 (am 16. 10. sollen es 300.00 Demonstranten gewesen sein) bildete sich dann eine Organisationsstruktur heraus. Zunächst sah man vor der "Runden Ecke" Ordner mit der Armbinde "Keine Gewalt". Später waren dann auf dem Balkon der Oper Mikrofone und eine Lautsprecheranlage installiert, so dass Redner auftreten konnten.

So wollte auch ich am 11. 12. 89 sprechen, hatte mein Redemanuskript einem der Organisatoren, Jochen Läßig,

Bild

zu lesen gegeben. Der wunderte sich darüber. Ich merkte, dass ihm der Inhalt nicht passte. Ich wollte den Kirchen danken, sie jedoch nun beiseite schieben.



Ich stand auf dem Balkon der Oper (mit Baskenmütze) bereit zu sprechen. Da kam Vera Wollenberger (heute wieder Lengsfeld - https://de.wikipedia.org/wiki/Vera_Lengsfeld) gerade aus England zurück. Läßig bat mich, zurückzustehen, was ich auch tat. Frau Lengsfeld wurde wegen iheres linken Gequakes ausgebuht. Später war sie bei den Grünen, dann CDU-MdB, heute AfD-nah...
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Werner Thal » 10. Oktober 2019, 11:05

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:
zonenhasser hat geschrieben:
Du solltest die Rolle des Westmedien nicht unterschätzen.

[flash] Also ich habe die Rolle der Westmedien noch nie unterschätzt.


Sie waren der Klassenfeind in Papierform. [grin]
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https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45226459.html

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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon zonenhasser » 10. Oktober 2019, 12:47

karnak hat geschrieben:
zonenhasser hat geschrieben:
Du solltest die Rolle des Westmedien nicht unterschätzen.

[flash] Also ich habe die Rolle der Westmedien noch nie unterschätzt.


Die haben der Einheizpartei ordentlich Feuer unterm Arsch gemacht! Bild
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon augenzeuge » 10. Oktober 2019, 16:33

zonenhasser hat geschrieben: Feuer unterm Arsch gemacht! Bild

[laugh]

Es war ganz anders.....

"Im Westen verschwiegen, bei uns ausgesprochen, im Westen verbogen, bei uns grade gerückt, im Westen behauptet, bei uns widerlegt wird, und deshalb mag man uns nicht." [flash]


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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Werner Thal » 10. Oktober 2019, 16:48

Zeit online: Im toten Winkel

Von Günter Hofmann / 12. Januar 1990; 8:00 Uhr

https://www.zeit.de/1990/03/im-toten-winkel



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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon pentium » 10. Oktober 2019, 17:32

Was haben die letzten Beiträge mit dem Thema zu tun oder wird das jetzt ein Wettbewerb, wer stellt die längsten Videos über Karl-Eduard von Schnitzler ein. Der Karl-Eduard von Schnitzler wird hier in einem oder mehreren Themen schon abgehandelt...
Zur Erinnerung das Thema hier ist Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde.
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Werner Thal » 10. Oktober 2019, 17:56

@pentium, du hast es in der Hand: dann lösche bitte meinen Beitrag darüber!

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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon pentium » 10. Oktober 2019, 18:26

Herr Lange war kein "Mitorganisator".


Bernd Lutz Lange war Mitglied der Sechs von Leipzig...
Bernd-Lutz Lange, Sascha Lange: David gegen Goliath – Erinnerungen an die Friedliche Revolution. Aufbau-Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-351-03787-1.
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon augenzeuge » 10. Oktober 2019, 18:34

Es kennt sicher noch nicht jeder.....





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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon zonenhasser » 10. Oktober 2019, 19:13

pentium hat geschrieben:
Herr Lange war kein "Mitorganisator".


Bernd Lutz Lange war Mitglied der Sechs von Leipzig...
Bernd-Lutz Lange, Sascha Lange: David gegen Goliath – Erinnerungen an die Friedliche Revolution. Aufbau-Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-351-03787-1.


Das ist unbestritten: https://de.wikipedia.org/wiki/Sechs_von_Leipzig

Ich wollte nur verdeutlichen, dass es am 9. 10. 89 keine Organisatoren gab.
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon pentium » 10. Oktober 2019, 19:16

zonenhasser hat geschrieben:Ich wollte nur verdeutlichen, dass es am 9. 10. 89 keine Organisatoren gab.


Weiß ich doch...nur eben der DLF nicht so richtig...
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon zonenhasser » 16. Oktober 2019, 10:43

Mythos „Montagsdemonstrationen“

Ziel dieser Präsentation (Fertigstellung Oktober 2020) ist es, den Blick auf die historischen Abläufe zu schärfen und Stationen einer Mythenbildung aufzuzeigen. Grundlage bildet der historische Kern in Leipzig mit den montäglichen Friedensgebeten seit 1982 und denen daraus entstandenen Demonstrationen weit vor dem Oktober 1989.

http://www.mythos-montagsdemonstrationen.de/
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Volker Zottmann » 16. Oktober 2019, 12:07

@Zonenhassers letzter Link regte mich an, weiter zu graben.
Da fand ich das hier.... „Dem Land ein neues Antlitz, ohne Kalk aus Wandlitz!“

5 Jahre alt ist die Betrachtung:
25 Jahre Mauerfall - Der gewendete Wendewitz
Auch mit scharfsinnigen Humor setzten sich die DDR-Bürger im Jahr 1989 zur Wehr

Von Hans-Otto Reintsch

Ich finde diese Betrachtung sehr interessant, rückschauend auch sehr erheiternd. Besonders all die neuen und frei erfundenen Witze, die zum Erfolg der größten Massendemo in Berlin mit beitrugen.://www.deutschlandfunkkultur.de/25-jahre-mauerfall-der-gewendete-wendewitz.1001.de.html?dram:article_id=302207
Eine Zeit, die es so nie wieder gibt. Zum Glück gibt es auch keinen Anlass dazu.

Gruß Volker
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Volker Zottmann » 16. Oktober 2019, 13:27

Hier noch mal, aber diesmal korrekt der Link: https://www.deutschlandfunkkultur.de/25 ... _id=302207

Gruß Volker
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2019, 18:56

„Oben Krenz, unten brennt’s“

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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon Interessierter » 12. Mai 2020, 13:50

Als die Angst in Leipzig die Seite wechselte

Was am 9. Oktober 1989 in Leipzig geschah, wollte die DDR-Führung geheim halten. Doch am Tag danach gingen Fernsehbilder der Montagsdemonstranten um die Welt. Das ist auch einem Mann aus Neubrandenburg zu verdanken: Aram Radomski.

Montag, 9. Oktober 1989. Volkspolizei, Volksarmee, Kampfgruppen und die unzähligen Herren Müller von der Staatssicherheit stehen in Habachtstellung. Mannschaftswagen, Schützenpanzer, Wasserwerfer – wer sieht, was ab Mittag in Leipzig aufgefahren wird, bekommt es mit der Angst zu tun. In der Nikolaikirche, wo seit Anfang der 1980er-Jahre Friedensgebete abgehalten werden, finden sich seit Monaten immer mehr Menschen ein. Am 4. September sind sie zum ersten Mal durch die Stadt zur Thomaskirche gezogen. Von Woche zu Woche werden es mehr.

Was wird passieren am 9. Oktober? Am Montag zuvor hatte es Verletzte gegeben. Was diesmal geschieht, soll um jeden Preis unter der Decke bleiben. Die DDR-Führung will die Berichterstattung verhindern. Die Staatsmedien hat sie unter Kontrolle, Westjournalisten wurde Leipzig-Verbot erteilt, die Informationshoheit scheint gesichert.

Auf dem Turm der Reformierten Kirche Leipzig hocken an jenem Tag zwei Männer. Noch bevor die Kirche um 16  Uhr geöffnet wurde, sind sie hinaufgestiegen. Sie halten sich verborgen und warten. „In der Taubenscheiße“, sagt Aram Radomski und lacht. „Schön war es nicht. Kalt war’s. Wir wussten nicht, was kommen würde.“ Der Mann, 1963 in Neubrandenburg geboren, lebt damals in Berlin, im Prenzlauer Berg.


Aram Radomski ist Fotograf und mit seinem Freund Siegbert Schefke nach Leipzig gekommen. Sie haben eine aus dem Westen eingeschmuggelte Videokamera dabei, die sie vom Kirchturm auf die Straße richten. Hier sollen am Abend die Demonstranten vorbeikommen. Die Staatssicherheit hat die beiden seit Längerem auf dem Schirm, sie werden als Oppositionelle geführt. „Ich habe mich als die freie Presse verstanden, die es damals nicht gab“, sagt Aram Radomski. „Ich habe die Endphase von etwas fotografiert. Manchmal stört es mich, wenn ich deswegen zu einem Symbol gemacht werde. Das bin ich nicht.“

Aus Versehen heißt es, ein Adolf sei geboren


Auf die Welt kommt er im Februar 1963, kurz vor der Hochzeit seiner Eltern.
Die Gemengelage formt einen aufmüpfigen Jungen, der in der Schule aneckt. In Klasse   9 werfen sie ihn raus, statt Abitur macht er eine Lehre zum Agrotechniker, „was ich nie wollte“. Er ist gerade 15, als die Staatssicherheit versucht, ihn für Spitzeleien gegen seinen Vater zu gewinnen. Ohne Erfolg. „Bei mir hatte sich schon eine leicht ambivalente Haltung zur DDR manifestiert“, sagt er. Er zählt zum Dunstkreis des damaligen Puppentheaters in Neubrandenburg, Künstler und Paradiesvögel, die im Zuge der Kampagne „Kultur aufs Land“ in der aufstrebenden Bezirksstadt gelandet waren.

Am 7. Oktober ist Aram Radomski mit seinem Fotoapparat von früh bis spät auf den Beinen. „Morgens bin ich mit der Pappe nach Schwante gefahren, wo die SPD gegründet werden sollte.“ Später fotografiert er die Parade zum 40. Jahrestag der DDR, den Fackelzug der Freien Deutschen Jugend, die Gorbi-Gorbi-Chöre am Palast der Republik.

Am 9. Oktober starten sie früh nach Leipzig. Erprobte Tricks helfen, die Genossen der Staatssicherheit abzuschütteln. Bei Siegbert Schefke zu Hause täuschen Zeitschalter seine Anwesenheit vor. Er verlässt das Haus übers Dach. Danach wechseln sie auch noch das Auto. Angst spürt Aram Radomski nicht: „Ich war irgendwie wie in einem Rausch. Adrenalin.“

Auf der Autobahn überholen sie einen Militärkonvoi. An der Stadteinfahrt in Leipzig stehen Uniformierte mit Ferngläsern, in der Innenstadt bewaffnete Truppen, Polizei, Hundestaffeln, „mindestens 20, 30 Schäferhunde“, schwere Einsatztechnik. „Wir mussten einen Ort suchen, von dem wir eine gute Sicht haben.“ Sie treffen einen Bekannten, Ulrich Schwarz, den DDR-Korrespondenten des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Als einziger Vertreter der Westmedien hat er es trotz der Auflage des Auswärtigen Amtes gewagt, nach Leipzig zu kommen. Sie verabreden, gemeinsam nach Berlin zurückzukehren. Für den Fall, es würde Bildaufnahmen geben, könnte Schwarz sie gleich nach Westberlin bringen.

Beim Pfarrer der Reformierten Kirche an Leipzigs großer Hauptstraße finden Aram Radomski und Siegbert Schefke Einlass. Der Kirchenmann versteht nur allzu gut, was Bilder bewirken können und wie viel Mut dazugehört, sie zu bekommen. Bevor er die Kirche für die Nachmittagsbesucher öffnet, schließt er den Aufstieg zum Turm auf.

Stunden später schalten die Männer hoch oben die Kameras ein. Es war in den Stunden zuvor gespenstisch leer gewesen auf den Straßen. Gegen 18  Uhr hatten die Lautsprecher des Leipziger Stadtfunks geknackt, der öffentliche Plätzen beschallen kann. Kurt Masur, Dirigent des Gewandhaus-Orchesters, verlas einen Aufruf zur Besonnenheit. Danach bleibt es lange still.

Erst ein fernes Dröhnen, dann die Sprechchöre

Schließlich hören Aram Radomski und Siegbert Schefke ein Dröhnen anschwellen. Weit voraus, aus einer Kurve schiebt sich ein Menschenzug aus der Dunkelheit direkt auf ihre Kameras zu. „Wir sind keine Rowdys“, rufen die Demonstranten, um die Zeitungsmeldungen Lügen zu strafen. Und schließlich: „Wir sind das Volk.“ Aram Radomski spricht ein großes Wort aus: „In diesem Moment wechselte die Angst die Seite.“ Und ihre Kamera läuft mit: Den beiden Männern auf dem Kirchturm gelingen die einzigen Bilder von der historischen Montagsdemonstration in Leipzig – Bilder, die offenbaren, wie es brodelt in der DDR im Herbst 1989, die sich ins kollektive Gedächtnis brennen werden als Beweis für die friedliche Revolution.

Wenig später rollen drei glückliche Männer in einem Trabant zurück nach Berlin. In Schönefeld steigt Spiegel-Journalist Ulrich Schwarz in seinen Westwagen um und fährt über die Grenze. Als kurz darauf Roland Jahn im SFB-Studio das Filmmaterial sieht, kommen ihm die Tränen, wie er später bekennt. Am 10. Oktober werden die Szenen im Westfernsehen gezeigt, getarnt als Arbeit eines italienischen Fernsehteams.

Den vollständigen Bericht und 7 Fotos findet man hier:
https://www.nordkurier.de/kultur-und-fr ... 87010.html

Auch das Drumherum vor und während dieser Aktion ist interessant und lesenswert und erinnert daran, dass es trotz dieser wirklich
schrecklichen " Coronazeit " auch noch andere berichtens- und lesenwerte Ereignisse gibt und gab und unser tolles Forum nicht erst bei " Aktuelle Ereignisse " anfängt. [denken]
Soll dein Wissen immer aktuell sein, schau einfach mal ins " Forum Deutsche Einheit " rein.
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Re: Wie der 9. Oktober zum wichtigsten Tag im Herbst 1989 wurde

Beitragvon augenzeuge » 12. Mai 2020, 16:40

Interessierter hat geschrieben:Auf dem Turm der Reformierten Kirche Leipzig hocken an jenem Tag zwei Männer. Noch bevor die Kirche um 16  Uhr geöffnet wurde, sind sie hinaufgestiegen. Sie halten sich verborgen und warten. „In der Taubenscheiße“, sagt Aram Radomski und lacht. „Schön war es nicht. Kalt war’s. Wir wussten nicht, was kommen würde.“ Der Mann, 1963 in Neubrandenburg geboren, lebt damals in Berlin, im Prenzlauer Berg.[/b]

Aram Radomski ist Fotograf und mit seinem Freund Siegbert Schefke nach Leipzig gekommen. Sie haben eine aus dem Westen eingeschmuggelte Videokamera dabei, die sie vom Kirchturm auf die Straße richten. Hier sollen am Abend die Demonstranten vorbeikommen. Die Staatssicherheit hat die beiden seit Längerem auf dem Schirm, sie werden als Oppositionelle geführt.


Mich würde sehr interessieren, ob es bei der Stasi am Tag darauf Gespräche darüber gab, wie das überhaupt möglich war. Merkur, du weißt das doch sicher.... [denken]

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