
Zigaretten-Marken in der DDR: Manchmal so locker gestopft, dass der Tabak aus der Hülle rieselte. Foto: The Wende Museum/ TASCHEN
Da ist sie plötzlich, auf Seite 104 von 904, meine Lampe. Oder, wie sie offiziell hieß, die "drehbare Standleuchte". Ein federleichter Plastikwürfel mit Regenbogenfolie, der jahrelang in meiner Wohnung stand und kleine Pünktchen an die Wand warf, die sich so endlos im Kreis drehten wie meine Gedanken. Eine Art DDR-Disko-Inferno, trashig, aber irgendwie besonders.
Der neue, fast sieben Kilo schwere Taschen-Bildband "Jenseits der Mauer" zeigt 2500 Artefakte aus dem "real existierenden Sozialismus". Sie stammen aus der Sammlung des "Wende Museums" in Los Angeles. Man könnte sich ihnen aus der distanzierten Perspektive etwa des Kunsthistorikers nähern - allein, beim Blättern in dem Wälzer geschieht Seltsames: Ich rieche plötzlich wieder die roten Plastikbezüge im Transitzug, schmecke das lasche Erdbeeraroma im Milchbar-Cocktail. Jedes Foto ist Erinnerung, Anekdote, ein großes, kleines, manchmal beklemmendes Gefühl.
Weiter mit dem Text und Fotos hier:
http://www.spiegel.de/panorama/ddr-bild ... 03175.html








So eine"Spionagekamera" hatte mein Bruder. Fotogewehr nannte sich das Ding aus sowjetischer Produktion.Es war noch eine Halterung in dem Kasten, das konnte man an die Kamera mit Teleobjektiv schrauben und dann das Ganze halten wie ein Gewehr. Mein Bruder hat damit Vögel beobachtet und fotografiert, dass tut er heute noch, wenn auch mit anderer Technik. Die "Spionagekamera" konnte man in den Fotogeschäften kaufen, kostete 800 DDR Mark. Wurde auch nicht als Spionagekamera beworben sondern eben als Gerät zur Tierfotografie. Für die Spionage wäre sie vielleicht auch etwas groß gewesen.
