Bernd Rudolph und der Golfsport in der DDR

Bernd Rudolph und der Golfsport in der DDR

Beitragvon Interessierter » 19. Juni 2017, 11:36

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Rudolph in seinem "Paradies": Beim Training auf dem Gelände der Bogenschützen
Quelle: privat

Golf und DDR, das passte eigentlich so gar nicht zusammen. "Lassen sie mich mit diesem bourgoisen Blödsinn in Ruhe", soll einst Erich Honecker gesagt haben. Aber davon ließen sich Bernd Rudolph und seine Kollegen nicht schrecken. Aber im Sozialismus mussten Golfer erfinderisch sein.


Einen Nassrasierer spuckt die Internet-Suchmaschine Google als erstes aus. "Golfrasierer - ein Qualitätsbegriff seit 1909." Beim Auktionshaus Ebay lässt sich ein solcher Rasierer ersteigern, Startgebot für eines der historischen Pflegeprodukte für Männer war 2,99 Euro. Aber Vorsicht: die Klingen sind im Lieferumfang nicht enthalten. Doch dies nur am Rande.

Mehr direkte Treffer nennt Google nicht, wenn die Suchmaske mit den Begriffen "DDR" und "Golf" gefüttert wird. Was nicht weiter verwunderlich ist, schließlich passte der "elitäre Sport" den offiziell sozialistischen Machthabern nicht ins Weltbild. "Lassen sie mich mit diesem bourgoisen Blödsinn in Ruhe", soll Erich Honecker einst seinem obersten Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski entgegnet haben, als dieser ihm das Ansinnen vortrug, Gelder für den Bau eines Golfplatzes bereit zu stellen.

Aus golferischer Sicht betrachtet war die DDR also ein Niemandsland. Von den fünf Plätzen, die auf dem Geländer der DDR vor dem Zweiten Weltkrieg existiert hatten, überlebte einzig der des Herzogliche Golfklubs in Oberhof. Bis 1951 (am 24. April 2006 erfolgte die Neugründung) konnte hier gespielt werden, dann wurden Fairways und Grüns zum Ackerland. In der DDR gab es also keinen Platz auf dem der Sport ausgeübt werden konnte, noch weniger gab es Golfklubs oder Schläger und Bälle, nicht einmal als fahrbaren Untersatz konnte man einen Golf erwerben.

28 DDR-Spieler in Marienbad

Golfer gab es trotzdem. Einer von ihnen ist Bernd Rudolph. Im Urlaub im tschechischen Marienband lernte er 1973 nicht nur seine spätere Frau, sondern auch seine große Liebe kennen: das Golfen. In Marienbad gab es einen der wenigen Golfplätze im Ostblock, die Neugierde trieb Rudolph dazu, sich Schläger und Bälle zu leihen und sein Glück zu versuchen.

Mehr erfährt man über den Golfsport hier:
https://www.welt.de/sport/golf/article3 ... r-DDR.html
Niemand hat dich gefragt, ob du leben willst. Also hat dir auch niemand zu sagen, wie du leben sollst!
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