DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

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Beitragvon Interessierter » 4. Mai 2017, 16:04

Wie wichtig war in der DDR die politische Gesinnung im Alltag und im Beruf?

Die politische Herrschaftsstruktur der DDR ist in diesem Zusammenhang als "moderne Diktatur" (Jürgen Kocka) bezeichnet worden. Demnach war Herrschaft einerseits durch den fortwährenden Anspruch der SED gekennzeichnet, auf der Grundlage einer umfassenden, einzig "richtigen" Weltanschauung in allen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen über die alleinige Entscheidungskompetenz zu verfügen. Andererseits hat die Partei mittels moderner Medien sowie über Bildungsinstitutionen und Massenorganisationen einschließlich entsprechender Überwachung permanent versucht, die Gesellschaft von der Richtigkeit dieser Ideologie und ihrer daraus "notwendig" resultierenden Führung zu überzeugen – und wenn nötig, auch zu deren Akzeptanz zu zwingen. Nicht zu Unrecht ist deshalb von der DDR auch als einer "Erziehungsdiktatur" gesprochen worden. Diese umfassende Zielsetzung bedingte auch die (Um-)Erziehung jedes Einzelnen, da auf der Grundlage des Sozialismus eine neue Gesellschaft entstehen sollte. Über die traditionellen Erziehungs- und (Aus-)Bildungsinstitutionen wie Kindergarten, Schule, Lehrwerkstätten oder Universitäten hinaus waren die Menschen deshalb diesem politisch-ideologischen Anspruch ausgesetzt, der zum Teil bis ins Privatleben hineinwirkte.

Sehr viel stärker als in der Bundesrepublik waren die gesellschaftlichen Bedingungen der DDR daher mit dem politischen System verknüpft. Die Reaktionen hierauf waren unterschiedlich. Nach dem Bau der Mauer 1961 hatte sich die große Mehrheit der Bevölkerung auf das Regime einlassen und sich mit ihm arrangieren müssen. Im täglichen Leben kam es daher immer wieder zu Situationen, in denen man sich zum Nachsprechen von politisch-ideologischen (Leer-)Formeln gezwungen sah, da andernfalls kein sozialer Aufstieg, kein Erreichen von einigermaßen befriedigenden Berufspositionen möglich war. Dieser häufig unvermeidlichen Doppelzüngigkeit lag fortwährend die Unterscheidung zwischen propagierter, politisch-ideologischer Fiktion einerseits und der erlebten, täglich erfahrenen Realität andererseits zugrunde.

Neben diesem Verhalten einer breiten Mehrheit gab es aber auch das aktive Mitmachen einer Minderheit überzeugter Parteigänger wie es ebenso die Verweigerung und den Widerstand Einzelner bzw. einzelner Gruppen gegeben hat, wobei Letztere meist den unterschiedlichsten Repressionen ausgesetzt waren und dies mit persönlichen und individuellen Nachteilen zu bezahlen hatten.

http://www.bpb.de/izpb/9766/gesellschaf ... -ddr?p=all

Auch wenn es damals und heute Positionen in der BRD gibt, die nicht aufgrund von Wissen und Fähigkeiten vergeben werden, sondern wegen Vitamin B oder des Parteibuchs, so scheint mir die politische Gesinnung in der DDR im Alltag und vor allem beruflich, annähernd flächendeckend Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben gewesen zu sein.

Besonders weit verbreitet oder jedenfalls erkennbar, scheint mir das bei den bewaffneten Organen gewesen zu sein, NVA, MfS und Vopo, wo bei der Verteilung von Dienstgraden oftmals nicht die Fähigkeit, sondern die Gesinnung entschied. Diesen Eindruck gewann ich durch das Lesen von Offiziersbeiträgen in Foren und dem persönlichen Kontakt zu einem ehemaligen Offizier der GT.

Wobei es natürlich auch viele intelligente Offiziere gab, bei denen die Voraussetzung und die Gesinnung stimmten.

Liege ich richtig wenn ich annehme, dass es nur wenige Offiziere bei den bewaffneten Organen gab, die nicht der SED angehörten?

Wie sah es eigentlich bei den Führungskräften der staatlichen Unternehmen aus, waren diese ebenfalls mehrheitlich auch alles Parteimitglieder?

Von den Blindgängern in der Führungsebene der DDR bis hin zum Generalsekretär, ganz zu schweigen.
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon augenzeuge » 4. Mai 2017, 16:06

Interessierter hat geschrieben: so scheint mir die politische Gesinnung in der DDR im Alltag und vor allem beruflich, annähernd flächendeckend Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben gewesen zu sein.


Es scheint nicht nur so zu sein. Definitiv war es so. Ich bin so groß geworden.... [wink]

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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Edelknabe » 4. Mai 2017, 17:50

Du Jörg, die haben dich bestimmt im Lehrbetrieb gefragt, ob du auch immer in der Schule zum Fahnenappell warst, oder wie du deine Zeit als Jungpionier genutzt hast, um dich ideologisch reifen zu lassen....? Und dann ging das bestimmt gleich weiter, die wollten dich sofort in die Partei....als Junganwärter?

Rainer-Maria und logisch, da blieb dir nur noch der Ausreiseantrag. Gott ne, nicht nur das Interessierter....jetzt geht das bei dir auch schon los.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon augenzeuge » 4. Mai 2017, 18:04

Edelknabe hat geschrieben:Du Jörg, die haben dich bestimmt im Lehrbetrieb gefragt, ob du auch immer in der Schule zum Fahnenappell warst, oder wie du deine Zeit als Jungpionier genutzt hast, um dich ideologisch reifen zu lassen....? Und dann ging das bestimmt gleich weiter, die wollten dich sofort in die Partei....als Junganwärter?

Rainer-Maria und logisch, da blieb dir nur noch der Ausreiseantrag. Gott ne, nicht nur das Interessierter....jetzt geht das bei dir auch schon los.


Tut mir ja leid für dich. Aber ich werde nicht lügen.

Ich habe in einer sehr politischen BBS meine Ausbildung gemacht. Davon habe ich schon einiges geschrieben. Wie einer die Ausbildung abbrechen musste, weil er seine Schwerter zu Pflugscharen Nähe nicht aufgab, wie ich von der Schule fast geflogen bin, wegen eines Formel 1 bzw. VW Aufnähers, der einen Riss der Jacke nur verdeckte, andere Schwierigkeiten bekamen, weil sie mit Reklametüten rumliefen, wie man an unserer "Überzeugung" zweifelte, weil die Bereitschaft zum längeren Wehrdienst nicht da war.......usw. Und deshalb muss ich dabei bleiben.
Bei dir wird es anders gewesen sein. Aber genau deshalb, weil der Staat es mit meiner Generation maßlos übertrieb, rannte sie ihm davon. Das verstehst du ja heute noch nicht.

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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Beethoven » 8. Mai 2017, 09:20

Na, ich würde nicht alles von dem einkopierten Beitrag des sich "Interessierter" Nennenden unterschreiben.

Konkret in der NVA gab es eine Laufbahnordnung. Wenn man seinen Beruf ordentlich ausführte dann gab es ganz konkrete Stehzeiten in einem Dienstgrad der jedoch auch an die jeweilige Dienststellung gekoppelt war.

Bei den Offizieren war das folgende:

Leutnant 2 Jahre
Oberleutnant 3 Jahre
ab Hauptmann immer 4 Jahre bis zum nächst höheren Dienstgrad.

Selbst als Zugführer konnte man Hauptmann werden.
Als Kompaniechef oder Stellvertreter eines Bataillonskommandeurs (oder Gleiches) konnte man Major werden. Kompaniechefs als Majore gab es aber eigentlich recht selten. Die Majore verschwanden meistens in irgend einem Stab.
Bataillonskommandeur und Stellvertreter von Regimentkommadeuren, Fachdienstleiter in Regimentern oder Gleichem konnten Oberstleutnant werden.
Kommandeure von Regimentern oder Gleichen oder Stellvertreter von Divisionskommandeuren oder Gleichen konnten Oberst werden.
Ab Divisionskommandeur oder Gleichen, konnte man zum General ernannt werden.

Das hat also nichts mit Beziehungen zu tun. Das war die Laufbahnordnung.

Um Oberst zu werden, mußte man in der Regel (es gab Ausnahmen) eine Militärakademie oder ein anderes Studium mit Diplomabschluss absolviert haben.

Für ein Studium an einer Militärakademie bewarb man sich. Diese Bewerbung wurde durch den jeweiligen Kommandeur unterstützt oder nicht. Wenn nicht, waren die Messen gesungen. Wenn man die Unterstützung bekam, mußte der Regimentskommandeur diese Entscheidung vor dem Divisionskommandeur verteidigen, denn es gab mehr Bewerbungen als Studienplätze an einer Militärakademie.

Unterstützte auch der Divisionskommandeur die Bewerbung für ein Studium an einer Militärakademie, dann mußte man zu einem Zulassungsverfahren. Dort wurde man in Sport, Taktik, Russisch und Mathematik geprüft auf recht hohem Niveau. Dann fand noch mit jedem Bewerber für einen Studienplatz an einer Militärakademie, ein Gespräch mit der Zulassungskommision statt. Das daueret ca. 120 Minuten und ging quer Beet durch alle möglichen Fragen. Über die Familie, den militärischen Werdegang, über Ziele die der Bewerber hatte, über taktisches Verständnis, über Menschenführung, allgemeine Politik und ich weiß nicht mehr was noch so alles.

Am Ende dieses Zulassungsgespräches erfuhr der Bewerber, ob die Zulassungskommision seine Bewerbung befürworten wird oder nicht, was aber noch nicht bedeute, dass man die Zulassung zum Studium in der Tasche hatte.

Monate darauf bekam man dann die Studienzulassung und erfuhr damit auch, an welcher Militärakademie man studieren würde.

All das hat, jedenfalls sehe ich das so, gar nichts mit Beziehungen zu tun, sondern man mußte sich durchkämpfen und behaupten.
Aus meiner Truppe waren wir vier Bewerber. Zwei haben keine Studienzulassung bekommen obwohl es auch feine Kerle und Kameraden waren.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Kumpel » 8. Mai 2017, 09:38

Beethoven hat geschrieben:
Das hat also nichts mit Beziehungen zu tun. Das war die Laufbahnordnung.



Durchaus interessant wie sich die Apologeten dieser DDR Diktatur HEUTE wider besseren Wissen dazu versteigen die wichtigste nämlich die politische Komponente in ihrem Berufsleben in der DDR auszublenden.
Auch ein politisch "schwarzes Schaf" in der Familie konnte trotz Verleugnung die Karriere eines Berufsoffiziers in der NVA zum Stillstand bringen.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Nostalgiker » 8. Mai 2017, 10:02

konnte, mußte aber nicht.

Natürlich ist es Heute bequem sein damaliges Versagen, seine Faulheit oder andere Gründe welche einem bestimmte Entwicklungen verwehrten wie Wunschberuf oder Abitur oder Studium zu verschweigen und dreist zu behaupten es wäre das "System" gewesen welches einem in der freien Entfaltung seiner Möglichkeiten gehindert hätte .......
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Dr. 213 » 8. Mai 2017, 10:33

Nostalgiker hat geschrieben:konnte, mußte aber nicht.

Natürlich ist es Heute bequem sein damaliges Versagen, seine Faulheit oder andere Gründe welche einem bestimmte Entwicklungen verwehrten wie Wunschberuf oder Abitur oder Studium zu verschweigen und dreist zu behaupten es wäre das "System" gewesen welches einem in der freien Entfaltung seiner Möglichkeiten gehindert hätte .......


Ja es ist bequem und legitim, weil so Dinge wie Berufswahl und Karriere in der DDR stark an die Ideologie gekoppelt waren, und an so unsinnige Kriterien wie der Beruf der Eltern. Intelligenzkinder waren Menschen zweiter Klasse.
An der Stelle haben sich die Genossen aus ihrer Sicht garnicht mal falsch verhalten, warum sollten sie ausgerechnet die Opposition befördern ?
Nur hat das nichts mit einer humanistisch- demokratischen Gesellschaft zu tun, es riecht vielmehr ganz streng und ekelhaft nach Diktatur.

Ja mit der Berufswahl war das so eine Sache. Fernmeldetechniker bei der Post z.B. konnte auch nicht jeder werden.
Da war der Entschluss zum Berufssoldat schon wie eine Jokerkarte. Selbst ein bischen faul sein war dafür kein Hindernis.

Meinen DDR- Facharbeiter als Maschinist konnte ich 1985 im Westen sofort in die Tonne treten und gleich nochmal
neu 3 Jahre auf Elektroniker lernen. Gleich im Anschluss war ich Funkelektroniker und hatte sofort jahrelang Arbeit.

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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Nostalgiker » 8. Mai 2017, 16:38

Dottore, was du so alles zu wissen meinst ........ [flash]
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Edelknabe » 8. Mai 2017, 16:48

Siehe unser Dok. mit diesem:

"Ja mit der Berufswahl war das so eine Sache. Fernmeldetechniker bei der Post z.B. konnte auch nicht jeder werden.
Da war der Entschluss zum Berufssoldat schon wie eine Jokerkarte. Selbst ein bischen faul sein war dafür kein Hindernis."
Textauszug ende

Wieder so ein köstlicher Quatsch. Für den Fernmeldetechniker waren richtig gute Zensuren maßgebend. Denn der Rainer hatte sich bei der Post beworben. Nur war ich eben bissel faul....und mit dem mehr als mittelmäßigen Zensurenspiegel war es das dann, sollte ich mich doch besser woanders bewerben.

Gott hatte ich Glück, denn dieses Kombinat schaute einfach nicht (sinngemäß bitte) nach dem beschissenen Zeugnis.....

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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Dr. 213 » 8. Mai 2017, 19:56

Was Du so weißt, liebster Rainer. Ich glaub Du willst mich jetzt verkohlen,
nur damit der Nosti mal wieder was zu lachen hat. [laugh]

Also Du hättest rechtzeitig in der Schule im Bewerberkollektiv zum Berufs- Ufz oder wie das lautete
aufschlagen sollen, dann wäre das mit der Deutschen Post was geworden.
Deine Zensuren hätte man wie von Zauberhand auf den nötigen Schnitt angehoben.
So blöde waren die Lehrer auch nicht, sich die Quote der zu meldenden Bewerber zu vermasseln.
Aber Du hast recht, richtige Vollidioten hat man nicht genommen. Ab Notenschnitt 4 ließ sich was drehen.

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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon augenzeuge » 8. Mai 2017, 21:22

Ich kann dir aus eigenen Erlebnissen nur zustimmen, Dr. 213.
Zumindest in den 80er Jahren war es so. Aber ich denke, der Edelknabe hatte eine etwas andere DDR erlebt.

Für das was später politisch ablief hatte er keinen Blick.

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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Beethoven » 9. Mai 2017, 06:58

Es ist doch eigenartig. Vermutlich gab es zwei unterschiedliche DDR´s.

In meiner Klasse als Berufsschüler, war ich der Einzige der den Beruf eines Soldaten ergreifen wollte.
Meine Noten waren deshalb nicht ein Zehntel besser, als die wirklichen Leistungen obwohl ich für die Berufsschule im Sport Medaillen und Preise holte.

Na, die Neptunwerft in Rostock war da wohl die einzige Ausnahme in der DDR. [wink]
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Kumpel » 9. Mai 2017, 07:07

Diese Unterstützung hat sich nicht in den Berufsschulen zugetragen , sondern er ging um das Abschlusszeugnis der POS welches aufgehübscht werden mußte.
Es war ja nun kein Geheimnis , dass bei Bewerbern für einen längerfristigen Dienst in der NVA bei Bedarf der Notendurchschnitt aufgebessert wurde in dem der Lehrkörper nachgeholfen hatte.
Will nicht sagen das war immer nur Schiebung , aber doch zumindest eine auffallend wohlwollende Benotung und eine gesteigerte Bewertung von Schulstoff
in dem der Kandidat besser war als im Durchschnitt, die man einem Nicht-Bewerber so nicht angedeihen ließ.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Edelknabe » 9. Mai 2017, 07:23

Das meint ihr nicht im Ernst? So das wenn Einer sich in der DDR "Länger verpflichtete", also das dann seine Zensuren irgendwie besser umgeschrieben wurden? Also ne Männer, ich glaub das nicht....so richtig.

Rainer-Maria ja Mensch, und mich Rindvieh hat nie Einer gefragt, ob ich drei Jahre oder länger.....?

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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Kumpel » 9. Mai 2017, 07:24

Lies mal den Text richtig und versuche ihn einmal zu verinnerlichen bevor du wieder diesen Unsinn schreibst.
Von " irgendwie besser umgeschrieben" steht da nirgends etwas.
Bei geänderten Vorzeichen wäre das glatt ein Fall für Nostztis Pöbelattacken.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Nostalgiker » 9. Mai 2017, 07:33

Irgendwie muß doch das eigene schulische Versagen kaschiert werden und was eignet sich da besser als solche nicht mehr nachprüfbaren Geschichten von der Notenmanipulation bei Schülern welche sich länger für den Wehrdienst verpflichteten.
Dazu kommen dann noch die Zeitzeugenberichte mit denen suggeriert werden soll das die unmittelbaren Vorgesetzten bei der NVA strunzdumm waren, innerhalb weniger Wochen eine Schnellbesohlung im Schulstoff über drei Klassen bekamen und weitere wahre und vor allem sachliche Geschichten welcher ein Gast hier so gerne liest.

Eine "Notenmanipulation" in der Schule oder Überhaupt in einer Bildungseinrichtung ist nur, wenn überhaupt, im Bereich der mündlichen Benotung im Unterricht möglich. Bei schriftlichen Arbeiten geht das nicht, wie soll der korrigierende Lehrer die Fehler ausmerzen?
Es ist immer wieder erqicklich wie unsere wirklichen Zeitzeugen hier irgendwelchen Stuß als Wahrheit verkaufen.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Kumpel » 9. Mai 2017, 07:44

Ach dieser schlaue Ost-Berliner Wutrentner mit seinen oberlehrerhaften Beiträgen.
Ein Lehrer kann durchaus den Notendurchschnitt eines Schülers erheblich verbessern in dem er ihn beispielsweise in mündlichen Leistungskontrollen nach Stoff abfragt
den der Schüler beherrscht oder ihm Hinweise auf den abzufragenden Stoff gibt, auch der in schriftlichen Arbeiten abgefragt werden wird.
Der Wink für diese Behandlung kam vom Schuldirektor der um seine Quote für die Bewerber besorgt war un ging an die gesamte Lehrerschaft welche mit dem Schüler zu tun hatte.
Ich hatte einen Schulfreund dem man genau diese Behandlung zu Teil werden ließ weil er aus Ermangelung einer besseren Idee Uffz. werden wollte.
Heute ist der übrigens ein strammer AfD Mann.
Zuletzt geändert von Kumpel am 9. Mai 2017, 07:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Nostalgiker » 9. Mai 2017, 07:47

Und die Anweisung dazu kam bestimmt von ganz oben kumpel. Das hat dir doch bestimmt der Lehrer damals ganz freimütig erzählt.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Kumpel » 9. Mai 2017, 07:50

Ja der Direx war der Antreiber für diese Aktionen, der mußte seine Quote im Auge behalten, das hat mit mal meine Deutschlehrerin
durch die Blume gesagt.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Nostalgiker » 9. Mai 2017, 07:53

Ein Schuldirektor in der DDR welcher "Eigenverantwortlich" handelte?
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon augenzeuge » 9. Mai 2017, 08:00

Kumpel hat geschrieben:Ja der Direx war der Antreiber für diese Aktionen....


War bei mir ebenso.

Wir hatten mehrere Schüler bei, welche sich für den jahrelangen Dienst in der NVA entschieden hatten. Einer hatte absolut ungenügende Leistungen, aber er wurde am Ende immer "durchgebracht". Natürlich mit mündlichen Bewertungen.

Ganz anders derjenige, der seine Aufgabe bei den "Schwerter zu Pflugscharen" sah. Der war weitaus besser, politisch aber untragbar, beeinflusste andere Schüler und musste weg. Obwohl er nur den Frieden sehr "pazifistisch formulierte". Der war vom Staatsfeind weit entfernt.

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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Nostalgiker » 9. Mai 2017, 08:07

Immer diese furchtbare Ungerechtigkeit, es bricht mir das Herz.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Kumpel » 9. Mai 2017, 09:01

augenzeuge hat geschrieben:
Ganz anders derjenige, der seine Aufgabe bei den "Schwerter zu Pflugscharen" sah. Der war weitaus besser, politisch aber untragbar, beeinflusste andere Schüler und musste weg. Obwohl er nur den Frieden sehr "pazifistisch formulierte". Der war vom Staatsfeind weit entfernt.


So ähnlich erging es mir auch. Ich war in der Schule echt ein fauler Sack. So ab Ende der 8.Klasse habe ich mich aber dann echt am Riemen gerissen und was gemacht.
Meinen Notendurchschnitt verbesserte ich dabei von 3,3 auf 2.4 bis zum Abschlusszeugnis.
Meiner Klassenlehrerin war das natürlich in ihrer Beurteilung im Abschlusszeugnis in der 10. Klasse keine Erwähnung wert, statt dessen wies sie darauf hin , dass ich mit meinem unentschuldigten Fehlen
zu FDJ Veranstaltungen bewiesen hätte mich den dort gestellten Normen nicht unterordnen zu können.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Beethoven » 9. Mai 2017, 09:44

Na, Beispiele die nicht verallgemeinert werden können, sondern sich auf bestimmte Personen beziehen, kann man kaum widerlegen.

Mein Berufswunsch stand mit meinem sechsten Lebensjahr fest und ich machte auch keinen Hehl daraus, auch wenn ich noch einen zweiten und dritten anderen Berufswunsch hatte. Das meine Noten deshalb in irgend einer Klassenstufe besser gewesen wären, also wie auch immer manipuliert, bezweifle ich ganz stark oder mein Chemielehrer und meine Russischlehrerin wurden von Herrn Direktor Schmehl dahingegehend nicht ordentlich instruiert. [grins] Son Mist aber auch. [wink]

Ich empfinde das als Unsinn, kann es aber nicht beweisen.

Im Übrigen haben sich unsere Lehrer bei allen Schülern bemüht, ob nun "Bewerber" oder nicht, diese durch die Schule zu bringen.
Mir ist auch nicht bekannt, was aber nichts zu bedeuten hat, dass eine Schule bestimmte Quoten zu bringen hatte an Längerdienern. Das ein Bemühen vorhanden war, junge Burschen für den Beruf des Soldaten zu gewinnen oder wenigstens die Jungs für einen Dienst von drei Jahren in der NVA zu bewegen, will ich nicht bestreiten.

Quoten? Wie soll das denn ausgesehen haben?
"Du hast bei den männliche 30 Schulabgängern drei Berufssoldaten und 5 "Dreijährige" zu bringen, sonst entheben wir dich deines Postens?"
Kann ich mir nicht vorstellen. Woher wißt Ihr so etwas?
Mir hat das niemand gesagt. [hallo]
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Kumpel » 9. Mai 2017, 09:48

Was du in deiner Ahnungslosigkeit alles anzweifelst.
Bei uns wurden die Eltern zu einem speziellen Elternabend geladen um auf ihre Söhne dahingehend zu wirken sich länger zu einem Dienst bei der NVA zu verpflichten.
Muss also doch schon ein gewisser Druck vorhanden gewesen sein.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Dr. 213 » 9. Mai 2017, 10:12

Beethoven hat geschrieben:Es ist doch eigenartig. Vermutlich gab es zwei unterschiedliche DDR´s.

In meiner Klasse als Berufsschüler, war ich der Einzige der den Beruf eines Soldaten ergreifen wollte.
Meine Noten waren deshalb nicht ein Zehntel besser, als die wirklichen Leistungen obwohl ich für die Berufsschule im Sport Medaillen und Preise holte.

Na, die Neptunwerft in Rostock war da wohl die einzige Ausnahme in der DDR. [wink]


Jedenfalls gab es in Rostock zwei Werften, meine Berufsschule war die in Warnemünde.
Und dort tummelten sich angehende Berufssoldaten bei den Maschinenbauern.
Die hatten auch eine längere Lehrzeit als wie die Stahlschiffbauer, Schweisser und so weiter.

Aber wie Kumpel schon schrieb, die Weichen wurden in der Schule so etwa um Klassenstufe 7 gestellt.
In der Berufsschule war der Bonbon schon gelutscht. Aber selbst da ging noch was.
Ich selber habe ja während der Lehrzeit zum Wachregiment zugesagt, just nach dieser Entscheidung
bekam ich plötzlich allerlei Annehmlichkeiten. Der Notenschnitt hob sich sofort leicht an und ich durfte
als Lehrling sogar alleine auf Dienstreise nach Leipzig.
Das ganze ging auch wieder umgekehrt, als ich nämlich nicht mer zur Stasi wollte.
Ab da war es nämlich vorbei mit solchen Extrawürsten und ich bekam nach Abschluss der Lehre einen
richtig miesen Hilfsarbeiter- Job als "Anschläger" , das ist der Typ, der unten am Kran den Haken einhängt.

Wie Manipulation in einer Schule der DDR ablief, darüber gibt es einen Lehrfilm der Volksbildung bei Youtube.
Da wird gezeigt, wie man kleine Gruppenratsvorsitzenden durch die Lehrerin am besten mit Wissensvorteilen
füttern kann, um das Ansehen dieser Kapos in der Gruppe zu stärken.

Ich habe jetzt nur keine Zeit, ich muss mich wieder meinem Eigentum an Produktionsmitteln zuwenden.
Aber den Film suche ich gerne mal rauss.

Herzlichst
Dr. 213
Sie lügen, sie lügen und wir müssen uns barmherzig zeigen, denen gegenüber, die lügen. (Colonel Kurtz)
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Merkur » 9. Mai 2017, 10:29

Dr. 213 hat geschrieben:Ich selber habe ja während der Lehrzeit zum Wachregiment zugesagt, just nach dieser Entscheidung
bekam ich plötzlich allerlei Annehmlichkeiten. Der Notenschnitt hob sich sofort leicht an und ich durfte
als Lehrling sogar alleine auf Dienstreise nach Leipzig.
Das ganze ging auch wieder umgekehrt, als ich nämlich nicht mer zur Stasi wollte.
Dr. 213


Möglicherweise bist Du allerdings auch nur von einer ganz normalen Leistungsschwankung betroffen gewesen. So etwas soll MfS-unabhängig im jugendlichen Alter vorkommen.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Kumpel » 9. Mai 2017, 10:35

Während meiner Lehrzeit wurden die Anwärter mit einem LKW Führerschein geködert.Da fanden sich dann auch noch ein paar die das interessant fanden und sich für 3 Jahre verpflichteten.
Schön doof.
Heute erscheint das lachhaft , aber man muss wissen , dass auch ein Platz in einer Fahrschule mit erheblichen Wartezeiten verbunden war.
„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“
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Re: DDR - Gesinnung, Alltag und Beruf

Beitragvon Beethoven » 9. Mai 2017, 10:40

Na, da sind wir fast Kollegen gewesen. Ich war allerdings nur Stahlschiffbauer ("Maschienen und Analgenmonteur - Spezialisierung Stahlschiffbau" hieß das bei uns).

In meiner Lehrzeit lief nicht ein einziger Soldat bei uns rum um zu werben. Ich war mal drüben auf der kleinen Militärwerft (nur Reparaturen) in Gehlsdorf. Da sah man natürlich die Seelords.

Gruß
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

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Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
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