Der unangepasste Vater des Deutschen Theaters

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Der unangepasste Vater des Deutschen Theaters

Beitragvon augenzeuge » 4. September 2016, 11:49

Konnte man in den 80er-Jahren das wichtigste Staatstheater der DDR leiten, ohne "verbogen und angepasst" zu sein? Dieter Mann konnte. Mit der ihm eigenen preußisch anmutenden Selbstdisziplin, außergewöhnlichen Gradlinigkeit und Berliner Schlagfertigkeit ließen sich die Anfeindungen dieser Zeit durchaus unbeschadet überstehen. Da kann Interviewer Hans-Dieter Schütt (zu DDR-Zeiten Leiter des FDJ-Organs "Junge Welt") noch so oft nachhaken: Dieter Mann ist mit sich "im Reinen, was den Charakter der Selbstprüfungen betrifft."

Von 1984 bis 1991 führt er das Deutsche Theater durch die Wende-Zeit, verweigert der Stasi die Zusammenarbeit, lässt subversive Texte spielen, protestiert gegen die Entlassung von Mitarbeitern, holt "kühn und kompromisslos" Heiner Müller wie Frank Castorf an das Haus, an dem es Gegenwartsstoffe immer schwer haben. Und öffnet die Räume für Lesungen, Matineen und Diskussionen, die letztlich mit zum Mauerfall führten.

http://www.deutschlandradiokultur.de/dd ... _id=364859

AZ
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