Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 25. Juli 2014, 11:10

Wie Peter Brings in die DDR einreiste.....

Peter Brings ist zehn, sein Bruder Stephan neun Jahre alt, als sie zum ersten Mal ohne Eltern in Urlaub fahren. Ihr Ziel: die DDR. Mit den Jungen Pionieren, der Jugendorganisation der DKP, geht es in den Sommerferien 1974 mit dem Zug nach Zwickau. Peter und Stephan sind zwar nicht bei den Jungen Pionieren, aber ihre Eltern Rolly und Dietlinde sind linksbewegt – Mindestvoraussetzung, um für 75 beziehungsweise 50 Mark (Geschwisterkind) für drei Wochen ins Ferienlager zu dürfen......
http://www.ksta.de/koeln/koelner-promis ... 53530.html

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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon pentium » 25. Juli 2014, 11:18

augenzeuge hat geschrieben:Wie Peter Brings in die DDR einreiste.....

Peter Brings ist zehn, sein Bruder Stephan neun Jahre alt, als sie zum ersten Mal ohne Eltern in Urlaub fahren. Ihr Ziel: die DDR. Mit den Jungen Pionieren, der Jugendorganisation der DKP, geht es in den Sommerferien 1974 mit dem Zug nach Zwickau. Peter und Stephan sind zwar nicht bei den Jungen Pionieren, aber ihre Eltern Rolly und Dietlinde sind linksbewegt – Mindestvoraussetzung, um für 75 beziehungsweise 50 Mark (Geschwisterkind) für drei Wochen ins Ferienlager zu dürfen......
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Sag mal AZ, hast du ein Online Apo?
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 25. Juli 2014, 11:38

pentium hat geschrieben: Sag mal AZ, hast du ein Online Apo?
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Oh, nee, habe ich nicht. Bei mir funzt der Link.... [shocked]
Probiers mal hiermit:

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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon pentium » 25. Juli 2014, 11:43

augenzeuge hat geschrieben:
pentium hat geschrieben: Sag mal AZ, hast du ein Online Apo?
Ich darf in deinem Link nur die Überschrift lesen.

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Oh, nee, habe ich nicht. Bei mir funzt der Link.... [shocked]
Probiers mal hiermit:

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 8758,d.bGQ

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Danke für den Link, jetzt darf ich den Artikel auch lesen. Kann auch an meinem NoScript liegen.

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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon icke46 » 25. Juli 2014, 12:37

Ist ja wieder mal belustigend - da haben die Kinder also unter anderem an einem Karl-Lieberknecht-Lauf teilgenommen [grins] - war das ein Lauf zu Ehren des Vaters von Christine Lieberknecht [laugh] ?

Man sieht, dass der Kölner Stadt-Anzeiger seinen Bildungsauftrag ernst nimmt.

Gruss

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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Wosch » 25. Juli 2014, 12:38

Ich kann mich auch noch sehr gut an die westdeutschen Kinder erinnern, welche in den Mitte der 50er Jahren diese Ferien in den DDR-Kinderferienlagern verleben "durften" , denn ich war damals (wie an anderer Stelle schon geschrieben) selbst in so einem, auch von westdeutschen Kindern frequentierten, und konnte aus eigenem Erleben feststellen daß man Denen eine DDR vorgaukelte die es in Wirklichkeit so nicht gegeben hatte.
Das Ferien-Zeltlager hieß "Al. Stachanow" und befand sich Klötze in der Altmarkt.
Diese westdeutschen Kinder hatten einen extra eingezäünten Bereich, in dem wir "Jungen Pioniere" keinen Zutritt hatten, sie bekamen täglich Taschengeld, Apfelsinen und "echte" Schokolade, brauchten nicht an den den im Lager anfallenden Arbeiten teilnehmen, während wir von Südfrüchten, extra Taschengeld, Schokolade und anderen Annehmlichkeiten nur träumen konnten. Für uns, Die statt Schokolade nur "Vitalade" kannten, war die bewußte Bevorteilung der westdeutschen Kinder schon damals eine große "Schweinerei" und hatte nur den Zweck sie mit Absicht über die wahren Verhältnisse in der DDR zu täuschen und um sie zu veranlassen nach ihrer Rückkehr dieses falsche Bild von der angeblich so "menschenfreundlichen" und "kinderliebenden" DDR unter´s Volk zu bringen.
In den 80er Jahren warf mir ein kommunistischer Ableger hier im Westen hin-und wieder mal eine Werbung für solche Kinderverschickungen mit dem Titel "Ferien in einem kinderfreundlichen Land" in den Briefkasten. Als ich daraufhin mal bei Denen anrief um zu fragen worin diese Kinderfreundlichkeit denn dort bestand und ich von meinen eigen Erfahrungen sprach, legten sie auf und der Briefkasten blieb danach von solchen Pamphleten verschont.
Gegen Ferienlager gibt es eigentlich nichts zu sagen, aber daß man Kinder unter Ausnutzung ihres noch nicht voll entwickelten "Gripses" dazu mißbrauchte, nach ihrer Rückkehr zu den angeblichen Klassenfeinden "Potemkinsche Dörfer" hochleben zu lassen, das war schon eine ganz besonders widerliche Art-und Weise "sozialistischen" Umgangs mit Denen, Die man eigentlich zu ehrlichen Menschen erziehen sollte.
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Zuletzt geändert von Wosch am 25. Juli 2014, 12:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Wosch » 25. Juli 2014, 12:41

icke46 hat geschrieben:Ist ja wieder mal belustigend - da haben die Kinder also unter anderem an einem Karl-Lieberknecht-Lauf teilgenommen [grins] - war das ein Lauf zu Ehren des Vaters von Christine Lieberknecht [laugh] ?

Man sieht, dass der Kölner Stadt-Anzeiger seinen Bildungsauftrag ernst nimmt.

Gruss

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Und Du, Deinen Krümelkacker-Auftrag. [laugh]
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Wosch » 26. Juli 2014, 19:21

Ich bin doch hier nicht etwa der Einzige, der Erfahrungen mit den westdeutschen Ferienkinder in der DDR gemacht hatte, oder?
"Vitalade" ist aber noch´n Begriff, oder?
Also laßt Euch nicht auf Knie´n bitten, muß doch noch was hängen geblieben sein, oder?
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon SkinnyTrucky » 26. Juli 2014, 21:27

Wosch hat geschrieben:Ich bin doch hier nicht etwa der Einzige, der Erfahrungen mit den westdeutschen Ferienkinder in der DDR gemacht hatte, oder?
"Vitalade" ist aber noch´n Begriff, oder?


Zu meiner Zeit gab's die Schlager Süsstafel und war garnich ma so schlecht....und westdeutsche Ferienkinder kannte ich nich....gab zu meiner Zeit wohl nich mehr....was ich aber wohl in den letzten Jahren der DDR erlebte, waren hochnäsige Teens aus den Niedersächsischen Grenzkreisen im Zuge des kleinen Krenzverkehrs, die sich am Wochenende und so in unseren Diskotheken tummelten und wo so garkeine Kontakte zustande kamen....die machten sich wohl nur über uns lustig und wir fanden ihre Snopallüren nich besonders toll als in der Zone gefangen und von denen ausgelacht....


groetjes

Mara
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon felixbonobo1 » 27. Juli 2014, 03:50

Meine bonner cousine machte nach dem ddr-besuch erst mal ferien, um sich davon zu erholen [laugh]

Sie kam als kind schon immer mit familie, und dann mit 18 völlig vorurteilslos nach ostberlin, mich mal alleine besuchen, auch west-berlin danach kennen lernen zu wollen.
Das sie schon ab bahnhof friedrichstrasse an glaubte, wir ostler müssen gerade einen volkstrauertag haben, weil alle so verbissen und traurig ernst guckten, keiner lachte, hab ich hier schon an anderer stelle erzählt. Nachdem sie von mir und freunden quer durch die ddr so einige verfolgunsgeschichten der stasi gehört hatte, hatte sie nur noch angst selbst in diesem land gefangen zu sein, nicht mehr heraus zu kommen..die arme..und brauchte dann erst mal einen italien-urlaub, um sich von den zonen-eindrücken zu erholen...hahaha

lieben gruss

der alexander
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Hellersdorfer » 27. Juli 2014, 18:37

Waren die armen Kinder auch vom Zwangsumtausch betroffen?
Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein.

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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 27. Juli 2014, 21:11

Hellersdorfer hat geschrieben:Waren die armen Kinder auch vom Zwangsumtausch betroffen?


Kinder waren davon erst ab 1973 betroffen. (Nur für 1 Jahr, dann erst wieder ab 1980)
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon karnak » 28. Juli 2014, 09:39

Hellersdorfer hat geschrieben:Waren die armen Kinder auch vom Zwangsumtausch betroffen?

Nur mal so nebenbei zu dem Thema"Zwangsumtausch". Über das Thema 1 zu 1 kann man ja noch streiten, aber nun nehmen wir doch nur mal an, die DDR hätte keinen Mindestumtausch eingeführt, was wäre denn dann passiert? Es hätte doch wohl jeder Wessi sein Geld schwarz auf der Straße getauscht und mit den daraus"erwirtschafteten" Mitteln noch mal zusätzlich "die Sau rausgelassen". Wie wollte man den aus Sicht der DDR erwarten, dass man das zulässt, ist doch einfach unrealistisch, kein Land der Welt hätte das so zugelassen. Man hatte ja in der DDR auch schon entsprechende Erfahrungen gemacht und zwar in der Zeit vor 61. Viele Ostberliner und Potsdamer haben in Westberlin gearbeitet, wenigstens nebenbei und haben zumindest einen Teil des dort verdienten Geldes entsprechend umgetauscht. Das Ergebnis war, für diese Leute spielte Geld faktisch keine Rolle mehr, sie konnten damit nur so um sich werfen, finanzpolitisch einfach ein unhaltbarer Zustand. Die Tatsache, dass man in Westberlin DDR-Mark in DM umtausche konnte war doch schlichtweg der Tatsache geschuldet, dass man das Land noch mal zusätzlich in Schwierigkeiten bringen wollte. Ein anderes Interesse bestand doch von westlicher Seite gar nicht, dass war doch der eigentliche und einzige Grund warum man die Möglichkeit vorhielt diese beiden Währungen zu tauschen.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Dille » 28. Juli 2014, 10:18

Aber @Karnak, diese West- Berliner Finstermänner haben doch die DDR- Mark nicht selbst gedruckt -- sie kam doch auch nicht so aus dem "Nichts" ! Dafür sind im Gegenzug Bedürfnisse von DDR- Bürgern befriedigt worden, und später dann hat der Gen. Schalck das auch professionell betrieben.

Ich kann aus meiner Historie schon noch beitragen, daß wir bis 1961 regelmäßig ins Kino, Theater gegangen sind in West- Berlin, Kaffee und Schuhe in West- Berlin gekauft haben, meine erste Uhr war ein Junghans. Was sollte man in West- Berlin nun mit den Ost- Mark machen ?? Schreddern ??

So sind eben im Gegenzug auch West- Berliner nach Ost- Berlin gefahren und billig zum Friseur gegangen, oder essen oder haben die Weihnachtsgans gekauft. Na und ?? Mich ärgert immer diese Darstellung, als wären die Ost- Mark in West- Berlin so vom Himmel gefallen ohne jede Gegenleistung -- es war normal in dieser Stadt bis 1961, sich jeweils die Vorteile herauszupicken, beiderseitig. Und nicht nur Ost- Berliner haben in West- Berlin gearbeitet, sondern auch West- Berliner in Ost- Berlin, im Freundeskreis kenne ich einen Fall, und mit meiner Schwester habe ich mich gerade an der Ostsee jetzt darüber unterhalten, ihr Institutschef an der Akademie der Wissenschaften in Adlershof (Anorganische Chemie) war West- Berliner.

Meine Schwester hat vor 1961 eine Laboranten- Ausbildung in West- Berlin gemacht, an der Beuth- Schule. Übigens für "lau", also ohne einen Pfennig Ost- oder West- Geld. Hilfsmittel mußte sie mitbringen, also Laborgeräte etc., und in dem Institut in Adlershof wußte man von dieser Ausbildung in West- Berlin und hat sie gebilligt, auch weil es eine vergleichbare Ausbildung in Ost- Berlin nicht gab. Und noch etwas fand ich interessant jetzt an der Ostsee : als sie dann fertig war mit der Ausbildung hat man ihr von 2 großen Konzernen keine Angebote gemacht und ihr gesagt, sie unterstützen nicht die Abwanderung von Fachkräften aus dem anderen Stadtteil.

Soviel mal aus meiner Umgebung bzw. eigenem Erleben zu diesem immer wieder aufgeblasenen Popanz "Schwindelkurs" und "einseitige Ausnutzung" (vom Westen).

Gruß, Dille
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Interessierter » 28. Juli 2014, 10:33

@karnak,
wenn denn selbst in sozialistischen Bruderstaaten niemand die Ostmark haben wollte, wie zum Beispiel im Urlaub, welche Maßnahmen hat denn das greisenhafte ZK mit Hilfe des MfS ergriffen, um das zu ändern ? Oder waren 40 Jahre zu kurz ?

Sollten dann alle Länder in denen man wechselkursbedingt billig einkaufen kann, einen Zwangsumtausch einführen?

Das Problem war doch nicht der Wechselkurs. Das Problem war doch der Konsumgütermangel bedingt durch eine nicht funktionierenden Planwirtschaft.

In einer erfolgreichen Marktwirtschaft wäre man über die dadurch bedingte Umsatzsteigerung begeistert gewesen. [bravo]

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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Wosch » 28. Juli 2014, 13:34

Hellersdorfer hat geschrieben:Waren die armen Kinder auch vom Zwangsumtausch betroffen?



Ja, zeitweilig wurde auch für Kinder, ab einem bestimmten Alter, "Eintrittsgeld" abverlangt.
Betroffen waren allerdings nicht die Kinder, denn bezahlen mußten es in der Regel ja die mitreisenden Eltern, Omi´s, Opi´s USW.


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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Dille » 28. Juli 2014, 14:17

Nun glaub' doch mal bitte keiner, daß diese armen west- deutschen Solidaritäts- Bedachten auch noch den "Verbindlichen Mindestumtausch" leisten "durften" ! Die Eltern haben sicherlich an die DKP den DDR- Preis für einen Ferienlagerplatz (wenn überhaupt) in DM bezahlt -- und man wird sich doch diesen Propaganda- Preis nicht dadurch kaputt gemacht haben, daß die Eltern noch 21 Mal die 7,50 DM umtauschen "durften" !!

Im übrigen war es doch auch so, daß man ja beispielsweise auch das "Neptun" für DM buchen konnte (inkl. persönlicher "Betreuung") und meines Wissens dann auch kein "Mindestumtausch" zu entrichten war.

Gruß, Dille
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Wosch » 28. Juli 2014, 14:18

karnak hat geschrieben:
Hellersdorfer hat geschrieben:Waren die armen Kinder auch vom Zwangsumtausch betroffen?

Nur mal so nebenbei zu dem Thema"Zwangsumtausch". Über das Thema 1 zu 1 kann man ja noch streiten, aber nun nehmen wir doch nur mal an, die DDR hätte keinen Mindestumtausch eingeführt, was wäre denn dann passiert? Es hätte doch wohl jeder Wessi sein Geld schwarz auf der Straße getauscht und mit den daraus"erwirtschafteten" Mitteln noch mal zusätzlich "die Sau rausgelassen". Wie wollte man den aus Sicht der DDR erwarten, dass man das zulässt, ist doch einfach unrealistisch, kein Land der Welt hätte das so zugelassen. Man hatte ja in der DDR auch schon entsprechende Erfahrungen gemacht und zwar in der Zeit vor 61. Viele Ostberliner und Potsdamer haben in Westberlin gearbeitet, wenigstens nebenbei und haben zumindest einen Teil des dort verdienten Geldes entsprechend umgetauscht. Das Ergebnis war, für diese Leute spielte Geld faktisch keine Rolle mehr, sie konnten damit nur so um sich werfen, finanzpolitisch einfach ein unhaltbarer Zustand. Die Tatsache, dass man in Westberlin DDR-Mark in DM umtausche konnte war doch schlichtweg der Tatsache geschuldet, dass man das Land noch mal zusätzlich in Schwierigkeiten bringen wollte. Ein anderes Interesse bestand doch von westlicher Seite gar nicht, dass war doch der eigentliche und einzige Grund warum man die Möglichkeit vorhielt diese beiden Währungen zu tauschen.



Die Erfahrungen, die man in und mit der DDR vor 1961 gemacht hatte kann man mit einer Portion "Sachlichkeit" natürlich auch anders sehen.
Daß man in dieser Zeit selbst für die banalen Dinge des täglichen Bedarfs in Ost-Berlin beim Einkauf seinen ostdeutschen Personalausweis vorlegen mußte, daß beim Einkauf von hochwertigen optischen Geräten (zB: Ferngläser) ein Eintrag in dem selben vorgenommen wurde sollte man aber tunlichst nicht verschweigen, damit kein falsches Bild von den Möglichkeiten der westberliner "Schieber" und "Währungsspekulanten" (der Unwissenheit geschuldet) aufkommen könnte.
Das mit "die Sau rausgelassen" kann ich Dir nur wegen Deiner damaligen Unkenntnis im Hinblick auf dein "überhaupt zur Zeit noch nicht Vorhandensein", milde lächelnd verzeihen, jedoch auch in dieser Hinsicht wäre es besser sich nicht solch unseriösen Sprüchen zu bedienen, wie zum Beispiel ein ehemaliger Kollege von Dir (Gilbert Wolzow) im AF mal sinngemäß behauptete daß die Westdeutschen ihr umgetauschtes Geld "verfraßen" und "versoffen" und dabei den Kellnerinnen schon mal in den "Schritt" faßten.
Der Mindesumtauscht bewirkte daß sich die DDR aus dem "Alu-Schrott" (den in der großen weiten Welt kein Mensch haben wollte) ca 4,5 Milliarden frei konvertierbare DM "zauberte", daß als End-Effekt nebenbei noch heraus kam daß etliche bestehende Verbindungen zwischen Verwandten und Bekannten in Ost und West litten, war von den politisch verantwortlichen an der Spitze dieses Unrecht-Staates "wohlwollend" mit eingeplant.
Deine Ausführungen es als "eigentlich einzigen Grund (Beibehaltung der Umtauschmöglichkeit)damit zu begründen daß man der DDR noch zusätzlich damit schaden wollte, is doch sowas von daneben, denn Du unterstellst damit daß man im Grunde genommen der Bevölkerung (den "Brüdern und Schwestern") in der DDR schaden wollte. Das Gegenteil war der Fall! Woher solltest Du das auch wissen, hast sie ja nicht selbst erleben können, zumindesten nicht im wahrnehmungsreifen Alter.

Aus Kassel, Wosch. [hallo]
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Wosch » 28. Juli 2014, 14:29

Dille hat geschrieben:Nun glaub' doch mal bitte keiner, daß diese armen west- deutschen Solidaritäts- Bedachten auch noch den "Verbindlichen Mindestumtausch" leisten "durften" ! Die Eltern haben sicherlich an die DKP den DDR- Preis für einen Ferienlagerplatz (wenn überhaupt) in DM bezahlt -- und man wird sich doch diesen Propaganda- Preis nicht dadurch kaputt gemacht haben, daß die Eltern noch 21 Mal die 7,50 DM umtauschen "durften" !!

Im übrigen war es doch auch so, daß man ja beispielsweise auch das "Neptun" für DM buchen konnte (inkl. persönlicher "Betreuung") und meines Wissens dann auch kein "Mindestumtausch" zu entrichten war.

Gruß, Dille



Der "Kindergeld-Zwangsumtausch" bezog sich wohl auch eher auf die Kinder, die mit den sogenannten "Ferien in einem kinderfrundlichen Land" nichts zu tun hatten. Und bei Denen handelte es sich nicht um die paar Hanseln (wie bei mir damals in Klötze) sondern um die Millionen die ihre Verwandtschaft besuchten.
Übrigens wenn ich mich in den 80ern ins Palast-Hotel einquartierte zahlte ich 150 - 180 DM-West und war auch von der Zwangsabgabe befreit.. [laugh]
Dafür brauchte ich nicht um Mitternacht wieder raus und konnte somit sogar bei meinem Bruder übernachten, war nur ein paar Meter (Leninallee) weiter.


Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon karnak » 28. Juli 2014, 14:30

Dille hat geschrieben:Aber @Karnak, diese West- Berliner Finstermänner haben doch die DDR- Mark nicht selbst gedruckt -- sie kam doch auch nicht so aus dem "Nichts" ! Dafür sind im Gegenzug Bedürfnisse von DDR- Bürgern befriedigt worden, und später dann hat der Gen. Schalck das auch professionell betrieben.

Ich kann aus meiner Historie schon noch beitragen, daß wir bis 1961 regelmäßig ins Kino, Theater gegangen sind in West- Berlin, Kaffee und Schuhe in West- Berlin gekauft haben, meine erste Uhr war ein Junghans. Was sollte man in West- Berlin nun mit den Ost- Mark machen ?? Schreddern ??

So sind eben im Gegenzug auch West- Berliner nach Ost- Berlin gefahren und billig zum Friseur gegangen, oder essen oder haben die Weihnachtsgans gekauft. Na und ?? Mich ärgert immer diese Darstellung, als wären die Ost- Mark in West- Berlin so vom Himmel gefallen ohne jede Gegenleistung -- es war normal in dieser Stadt bis 1961, sich jeweils die Vorteile herauszupicken, beiderseitig. Und nicht nur Ost- Berliner haben in West- Berlin gearbeitet, sondern auch West- Berliner in Ost- Berlin, im Freundeskreis kenne ich einen Fall, und mit meiner Schwester habe ich mich gerade an der Ostsee jetzt darüber unterhalten, ihr Institutschef an der Akademie der Wissenschaften in Adlershof (Anorganische Chemie) war West- Berliner.

Meine Schwester hat vor 1961 eine Laboranten- Ausbildung in West- Berlin gemacht, an der Beuth- Schule. Übigens für "lau", also ohne einen Pfennig Ost- oder West- Geld. Hilfsmittel mußte sie mitbringen, also Laborgeräte etc., und in dem Institut in Adlershof wußte man von dieser Ausbildung in West- Berlin und hat sie gebilligt, auch weil es eine vergleichbare Ausbildung in Ost- Berlin nicht gab. Und noch etwas fand ich interessant jetzt an der Ostsee : als sie dann fertig war mit der Ausbildung hat man ihr von 2 großen Konzernen keine Angebote gemacht und ihr gesagt, sie unterstützen nicht die Abwanderung von Fachkräften aus dem anderen Stadtteil.

Soviel mal aus meiner Umgebung bzw. eigenem Erleben zu diesem immer wieder aufgeblasenen Popanz "Schwindelkurs" und "einseitige Ausnutzung" (vom Westen).

Gruß, Dille

Das weiß ich doch alles selbst und ist ja richtig, warum nun die DDR-Mark in Westberlin auftauchte, aber es war doch nun nicht zwingend notwendig diese in DM umzutauschen. Das hatte doch keinen Grund um aus einem Devisenhandel einen Gewinn zu ziehen, es hatte einen politischen Hintergrund, man wollte der DDR ökonomischen Schaden zufügen, nicht mehr und nicht weniger. Ach nein, man wollte den armen Brüdern und Schwestern aus dem Osten ein bisschen helfen, ich hatte den entsprechenden Zeitgeist vergessen in dem man heute denkt. [flash] und wenn nicht ist man ein Betonkopf [grin]
Übrigens soll es auch heute noch Länder geben bei denen die Ausfuhr der Binnenwährung nicht gestattet ist, kann man die denn, wenn man sie außer Landes schmuggelt auch in der BRD [flash] gegen Euro umtauschen?
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon dein1945 » 28. Juli 2014, 14:37

Dille hat geschrieben:
Aber @Karnak, diese West- Berliner Finstermänner haben doch die DDR- Mark nicht selbst gedruckt -- sie kam doch auch nicht so aus dem "Nichts" ! Dafür sind im Gegenzug Bedürfnisse von DDR- Bürgern befriedigt worden, und später dann hat der Gen. Schalck das auch professionell betrieben.

Gruß, Dille



Zu der Misere trägt die DDR freilich selber bei. Schon in den siebziger Jahren erschien kofferweise druckfrische DDR-Mark auf den Geldhandelsplätzen in Zürich, Frankfurt und Wien. Die dafür zum Schleuderkurs eingetauschte West-Mark sollte volkseigenen Betrieben aus der Klemme helfen; anderweitig so schnell nicht erhältliche Güter wurden notgedrungen im Westen aufgekauft - Maschinenbauteile, Industriediamanten, Reißverschlüsse.

Der größten Ost-Mark-Schleuse West-Berlins gewährt die DDR sogar Gastrecht. Die Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank unterhält Schalter im zugehörenden Bahnhof Zoo. "Jeder Vorbeikommende", so beschwerte sich ein Branchenkonkurrent schriftlich in Ost-Berlin, "muß den Eindruck gewinnen, als ob die DDR den Ankauf von Mark der DDR in Berlin (West) zu den hier gängigen Kursen billigt."

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13520613.html

So wurde nicht nur in Zürich, Frankfurt usw. getauscht, auch bei der Berliner Sparkasse in der Bundesalle, Kofferweise, nun nicht wieder nach Zeugen rufen "Karnak" [hallo] meine Frau war jahrzehntelang Bankangestellte,

Gruß aus Berlin Achim
Man(n) muß wissen wenn Schluß ist !
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon pentium » 28. Juli 2014, 14:44

Zitat Karnak

"Das weiß ich doch alles selbst und ist ja richtig, warum nun die DDR-Mark in Westberlin auftauchte, aber es war doch nun nicht zwingend notwendig diese in DM umzutauschen. Das hatte doch keinen Grund um aus einem Devisenhandel einen Gewinn zu ziehen, es hatte einen politischen Hintergrund, man wollte der DDR ökonomischen Schaden zufügen, nicht mehr und nicht weniger."

Wann wurde der Zwangsumtausch eingeführt? Ich lese gerade 1964!
Von was reden wir also?

Übrigens, Bis zum Mauerfall kamen so rund 4,5 Milliarden an harten West-Devisen zusammen.

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*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon karnak » 28. Juli 2014, 14:48

Wosch hat geschrieben:

Die Erfahrungen, die man in und mit der DDR vor 1961 gemacht hatte kann man mit einer Portion "Sachlichkeit" natürlich auch anders sehen.
Daß man in dieser Zeit selbst für die banalen Dinge des täglichen Bedarfs in Ost-Berlin beim Einkauf seinen ostdeutschen Personalausweis vorlegen mußte, daß beim Einkauf von hochwertigen optischen Geräten (zB: Ferngläser) ein Eintrag in dem selben vorgenommen wurde sollte man aber tunlichst nicht verschweigen, damit kein falsches Bild von den Möglichkeiten der westberliner "Schieber" und "Währungsspekulanten" (der Unwissenheit geschuldet) aufkommen könnte.
Das mit "die Sau rausgelassen" kann ich Dir nur wegen Deiner damaligen Unkenntnis im Hinblick auf dein "überhaupt zur Zeit noch nicht Vorhandensein", milde lächelnd verzeihen, jedoch auch in dieser Hinsicht wäre es besser sich nicht solch unseriösen Sprüchen zu bedienen, wie zum Beispiel ein ehemaliger Kollege von Dir (Gilbert Wolzow) im AF mal sinngemäß behauptete daß die Westdeutschen ihr umgetauschtes Geld "verfraßen" und "versoffen" und dabei den Kellnerinnen schon mal in den "Schritt" faßten.
Der Mindesumtauscht bewirkte daß sich die DDR aus dem "Alu-Schrott" (den in der großen weiten Welt kein Mensch haben wollte) ca 4,5 Milliarden frei konvertierbare DM "zauberte", daß als End-Effekt nebenbei noch heraus kam daß etliche bestehende Verbindungen zwischen Verwandten und Bekannten in Ost und West litten, war von den politisch verantwortlichen an der Spitze dieses Unrecht-Staates "wohlwollend" mit eingeplant.
Deine Ausführungen es als "eigentlich einzigen Grund (Beibehaltung der Umtauschmöglichkeit)damit zu begründen daß man der DDR noch zusätzlich damit schaden wollte, is doch sowas von daneben, denn Du unterstellst damit daß man im Grunde genommen der Bevölkerung (den "Brüdern und Schwestern") in der DDR schaden wollte. Das Gegenteil war der Fall! Woher solltest Du das auch wissen, hast sie ja nicht selbst erleben können, zumindesten nicht im wahrnehmungsreifen Alter.

Aus Kassel, Wosch. [hallo]

[flash] Es hätte schon genügend Möglichkeiten gegeben mit entsprechend "günstig" umgetauschter DDR-Währung es sich in der DDR gut gehen zu lassen und das hat man TROTZ "Zwangsumtausch" auch noch ausgiebig getan. Du brauchst mir da nichts zu erzählen, ich weiß schon von was ich da rede. AUCH das "der Kellnerin in den Schritt fassen" hatte dabei eine gewisse Bedeutung [flash] Ich war mal eine Weile für den"Sextourismus" in den Bezirk Potsdam zuständig, musste mich extra dafür zum Saunawart ausbilden lassen. [flash] Also erzähle mir nichts von einer moralischen Überlegenheit oder mangelnden Möglichkeiten.
Da ich jetzt mit meinem Outing, Saunawart gewesen zu sein, eine Büchse der Pandora aufgemacht haben dürfte, ich werde nichts darüber erzählen, AUßER es war ein recht"fruchtbarer Acker" [flash] Ich schäme mich einfach zu sehr. [flash]
Die Wahrheit dürfte jedenfalls bei dieser finanzpolitischen Entscheidung in der Mitte liegen, natürlich hatte man eine Möglichkeit gefunden zusätzlich an Devisen zu kommen aber natürlich hat man sich auch damit versucht zu schützen, den"Missbrauch" wenigstens etwas einzuschränken.
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Wosch » 28. Juli 2014, 14:52

Dille hat geschrieben:Aber @Karnak, diese West- Berliner Finstermänner haben doch die DDR- Mark nicht selbst gedruckt -- sie kam doch auch nicht so aus dem "Nichts" ! Dafür sind im Gegenzug Bedürfnisse von DDR- Bürgern befriedigt worden, und später dann hat der Gen. Schalck das auch professionell betrieben.

Ich kann aus meiner Historie schon noch beitragen, daß wir bis 1961 regelmäßig ins Kino, Theater gegangen sind in West- Berlin, Kaffee und Schuhe in West- Berlin gekauft haben, meine erste Uhr war ein Junghans. Was sollte man in West- Berlin nun mit den Ost- Mark machen ?? Schreddern ??

So sind eben im Gegenzug auch West- Berliner nach Ost- Berlin gefahren und billig zum Friseur gegangen, oder essen oder haben die Weihnachtsgans gekauft. Na und ?? Mich ärgert immer diese Darstellung, als wären die Ost- Mark in West- Berlin so vom Himmel gefallen ohne jede Gegenleistung -- es war normal in dieser Stadt bis 1961, sich jeweils die Vorteile herauszupicken, beiderseitig. Und nicht nur Ost- Berliner haben in West- Berlin gearbeitet, sondern auch West- Berliner in Ost- Berlin, im Freundeskreis kenne ich einen Fall, und mit meiner Schwester habe ich mich gerade an der Ostsee jetzt darüber unterhalten, ihr Institutschef an der Akademie der Wissenschaften in Adlershof (Anorganische Chemie) war West- Berliner.

Meine Schwester hat vor 1961 eine Laboranten- Ausbildung in West- Berlin gemacht, an der Beuth- Schule. Übigens für "lau", also ohne einen Pfennig Ost- oder West- Geld. Hilfsmittel mußte sie mitbringen, also Laborgeräte etc., und in dem Institut in Adlershof wußte man von dieser Ausbildung in West- Berlin und hat sie gebilligt, auch weil es eine vergleichbare Ausbildung in Ost- Berlin nicht gab. Und noch etwas fand ich interessant jetzt an der Ostsee : als sie dann fertig war mit der Ausbildung hat man ihr von 2 großen Konzernen keine Angebote gemacht und ihr gesagt, sie unterstützen nicht die Abwanderung von Fachkräften aus dem anderen Stadtteil.

Soviel mal aus meiner Umgebung bzw. eigenem Erleben zu diesem immer wieder aufgeblasenen Popanz "Schwindelkurs" und "einseitige Ausnutzung" (vom Westen).

Gruß, Dille



Nun wird das mit der "Weihnachtsgans" ja immer gerne angeführt, selten wird aber darüber berichtet, daß wenn man mit dieser "Weihnachtsgans" beim Verlassen des Ost-Sektors erwischt wurde, mit erheblichen Strafen durch die DDR-Gerichte zu rechnen war.
Fast könnte man meinen daß der Osten Berlins vor 1961 ein "Schlaraffenland" war und die leeren Schaufenster nur das Produkt von der bösen Westverwandschaft waren die keine Rücksicht darauf nahm daß die Brüder und Schwestern auch mal ne Gans zu Weihnachten gehabt hätten.
Es war übrigens streng verboten solche Sachen "rüberzuschmuggeln", selbst mit etwas Zucker und eine Hand voll Zwiebeln konnte man im Zuchthaus landen, deswegen waren es nur Ausnahmen, Die die Regeln bestätigen, daß mit den "Weihnachtsgänsen" und für mich als damaligen Zeitzeugen nicht ernsthaft nachvollziehbar.
Als 16-18jähriger war ich mit umgetauschten Lehrlingslohn einige Mal in W-Berlin/ Gesundbrunnen zum einkaufen, Fahrradkette, Cordhose, Kaugummi, evtl. noch ein Paar schwarze spitze Schuhe standen auf dem Zettel, wenn man Glück hatte kam man heil mit nach Hause, hatte man Pech wurde es auf der Heimfahrt im Zug von der Trapo "sichergestellt". Selbst erlebt!

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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon karnak » 28. Juli 2014, 14:54

pentium hat geschrieben:Zitat Karnak

"Das weiß ich doch alles selbst und ist ja richtig, warum nun die DDR-Mark in Westberlin auftauchte, aber es war doch nun nicht zwingend notwendig diese in DM umzutauschen. Das hatte doch keinen Grund um aus einem Devisenhandel einen Gewinn zu ziehen, es hatte einen politischen Hintergrund, man wollte der DDR ökonomischen Schaden zufügen, nicht mehr und nicht weniger."

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Ja und nu? Ich habe davon gesprochen, dass man vor 61 schon entsprechende Erfahrungen gemacht hat, hätte man nach 61 den Zwangsumtausch nicht irgendwann eingeführt, hätten ALLE in die DDR Reisenden ihren gesamten Geldbedarf zu einem "günstigen" Kurs umgetauscht und da wollte man wenigstens etwas gegensteuern, an dringend benötigte Devisen so günstig wie möglich kommen. Was den Einem recht ist, ist dem Anderen billig.
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon karnak » 28. Juli 2014, 14:56

Wosch hat geschrieben:
Dille hat geschrieben:Aber @Karnak, diese West- Berliner Finstermänner haben doch die DDR- Mark nicht selbst gedruckt -- sie kam doch auch nicht so aus dem "Nichts" ! Dafür sind im Gegenzug Bedürfnisse von DDR- Bürgern befriedigt worden, und später dann hat der Gen. Schalck das auch professionell betrieben.

Ich kann aus meiner Historie schon noch beitragen, daß wir bis 1961 regelmäßig ins Kino, Theater gegangen sind in West- Berlin, Kaffee und Schuhe in West- Berlin gekauft haben, meine erste Uhr war ein Junghans. Was sollte man in West- Berlin nun mit den Ost- Mark machen ?? Schreddern ??

So sind eben im Gegenzug auch West- Berliner nach Ost- Berlin gefahren und billig zum Friseur gegangen, oder essen oder haben die Weihnachtsgans gekauft. Na und ?? Mich ärgert immer diese Darstellung, als wären die Ost- Mark in West- Berlin so vom Himmel gefallen ohne jede Gegenleistung -- es war normal in dieser Stadt bis 1961, sich jeweils die Vorteile herauszupicken, beiderseitig. Und nicht nur Ost- Berliner haben in West- Berlin gearbeitet, sondern auch West- Berliner in Ost- Berlin, im Freundeskreis kenne ich einen Fall, und mit meiner Schwester habe ich mich gerade an der Ostsee jetzt darüber unterhalten, ihr Institutschef an der Akademie der Wissenschaften in Adlershof (Anorganische Chemie) war West- Berliner.

Meine Schwester hat vor 1961 eine Laboranten- Ausbildung in West- Berlin gemacht, an der Beuth- Schule. Übigens für "lau", also ohne einen Pfennig Ost- oder West- Geld. Hilfsmittel mußte sie mitbringen, also Laborgeräte etc., und in dem Institut in Adlershof wußte man von dieser Ausbildung in West- Berlin und hat sie gebilligt, auch weil es eine vergleichbare Ausbildung in Ost- Berlin nicht gab. Und noch etwas fand ich interessant jetzt an der Ostsee : als sie dann fertig war mit der Ausbildung hat man ihr von 2 großen Konzernen keine Angebote gemacht und ihr gesagt, sie unterstützen nicht die Abwanderung von Fachkräften aus dem anderen Stadtteil.

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Nun wird das mit der "Weihnachtsgans" ja immer gerne angeführt, selten wird aber darüber berichtet, daß wenn man mit dieser "Weihnachtsgans" beim Verlassen des Ost-Sektors erwischt wurde, mit erheblichen Strafen durch die DDR-Gerichte zu rechnen war.
Fast könnte man meinen daß der Osten Berlins vor 1961 ein "Schlaraffenland" war und die leeren Schaufenster nur das Produkt von der bösen Westverwandschaft waren die keine Rücksicht darauf nahm daß die Brüder und Schwestern auch mal ne Gans zu Weihnachten gehabt hätten.
Es war übrigens streng verboten solche Sachen "rüberzuschmuggeln", selbst mit etwas Zucker und eine Hand voll Zwiebeln konnte man im Zuchthaus landen, deswegen waren es nur Ausnahmen, Die die Regeln bestätigen, daß mit den "Weihnachtsgänsen" und für mich als damaligen Zeitzeugen nicht ernsthaft nachvollziehbar.
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Nur weil etwas verboten ist, man dabei erwischt werden kann und mit Strafe rechnen muss, heißt doch noch lange nicht, dass es nicht getan wird.
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon pentium » 28. Juli 2014, 15:01

karnak hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Zitat Karnak

"Das weiß ich doch alles selbst und ist ja richtig, warum nun die DDR-Mark in Westberlin auftauchte, aber es war doch nun nicht zwingend notwendig diese in DM umzutauschen. Das hatte doch keinen Grund um aus einem Devisenhandel einen Gewinn zu ziehen, es hatte einen politischen Hintergrund, man wollte der DDR ökonomischen Schaden zufügen, nicht mehr und nicht weniger."

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Ja Karnak und aus dem selben Grund hat man dann das Spielgeld im Intershop für DDR Bürger eingeführt. Anderseits meine oder besser unsere Westbesucher wussten meistens nicht so richtige was sie mit dem DDR-Scheinen und Münzen anfangen sollten. Gut mal ein Mittagessen in einer der vielen Gaststätten, aber sonst...?

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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon karnak » 28. Juli 2014, 15:06

pentium hat geschrieben:
Ja Karnak und aus dem selben Grund hat man dann das Spielgeld im Intershop für DDR Bürger eingeführt. Anderseits meine oder besser unsere Westbesucher wussten meistens nicht so richtige was sie mit dem DDR-Scheinen und Münzen anfangen sollten. Gut mal ein Mittagessen in einer der vielen Gaststätten, aber sonst...?

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[grin] Weiß ich doch" SONST" wäre ihnen nichts eingefallen wenn sie gekonnt hätten, so edel und ehrlich und gut wie sie alle waren. Bei Deinem Westbesuch will das gerne glauben, aber es bestand eben die Gefahr, dass es so 1 bis 2 Andere gab. [flash]
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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon pentium » 28. Juli 2014, 15:13

Interessant ist übrigens in dem Zusammenhang auch, das meines Wissens bis ca. 1964 die 3800 Westberliner Reichsbahnarbeiter fast den halben Lohn in DM-Ost erhielten.

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Re: Westdeutsche Kinder machen Ferien in der DDR

Beitragvon Wosch » 28. Juli 2014, 15:18

karnak hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:
Dille hat geschrieben:Aber @Karnak, diese West- Berliner Finstermänner haben doch die DDR- Mark nicht selbst gedruckt -- sie kam doch auch nicht so aus dem "Nichts" ! Dafür sind im Gegenzug Bedürfnisse von DDR- Bürgern befriedigt worden, und später dann hat der Gen. Schalck das auch professionell betrieben.

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Na klar @Karnak, bestes Beispiel für Deine "Weisheit": War ja auch strengstens verboten die Republik "iilegal" zu verlassen und trotzdem war´s die Regel, nicht wahr?
Vor 61 hätten es sich doch nur total Bekloppte gewagt mit ner Gans am Sektoren-Übergang am "Vopo" vorbeizumachen" und nach dem 13.August war es doch faktisch unmöglich.
Man kann sich ein Dilemma auch schön reden indem man behauptet daß der Mangel in der Zone deswegen bestand weil der böse aus dem Westen ihm Alles weg kaufte.
Mein Schwager wollte mir mal zu seinen Glanzzeiten erzählen daß die Wartezeiten für einen Trabi so lange dauerten, weil die Holländer, Belgier, Franzosen und Engländer ihnen diese "Beulen" vor der Nase wegkauften.
Daß mit den "Gänsen" ist ja auch leicht verständlich nicht wahr? Paßten sie doch in jedes Tütchen und "tütchen" wurden ja auch vor 61 und nach 61 überhaupt nicht kontolliert, was?
Wer´s glaubt.... wegen mir @Karnak, Du wirst es ja wissen. [laugh] [laugh]


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