Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Beethoven » 14. September 2020, 14:36

Man AZ, ich weiß gar nicht, worüber Du schreibst?

Als meine Frau die Reise gebucht hat, hat sie bestimmt nicht gesagt: "Liebe Frau ..., das soll unsere Hochzeitsreise sein."

Und ja, es war eine Reisegruppe aus anderen Jugendlichen die alle unter 30 Jahren waren und ja, es gab dort mehrere Ehepaare. Vierbettzimmer hatten wir nicht einmal und auch sonst war der Service nicht schlecht.

Und lieber Kumpel, ich war zwar junger Leutnant aber dies noch nicht mal ein Jahr lang. Wir haben damals sehr wohl jede Mark umgedreht.

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon augenzeuge » 16. September 2020, 12:48

Und ja, es war eine Reisegruppe aus anderen Jugendlichen die alle unter 30 Jahren waren und ja, es gab dort mehrere Ehepaare.


Ich staune. Aber seine Kinder hat keiner mitgenommen? [flash]

Sorry, Beethoven. Ich war vermutlich nicht oft genug mit JT unterwegs, um ein Ehepaar zu finden.

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon karnak » 16. September 2020, 13:25

[grin] So wird es wohl sein, der Begriff Jugendtourist mag ja suggerieren, dass über den Weg Jugendliche im Hostel Alter Urlaub machten. So war das aber bei Weitem nicht. Der ursächliche Gedanke dort Spezielle , auf Jugendliche zugeschnittene und deswegen extra subventionierte Reisen anzubieten mag ja so gewesen sein. In der Praxis des Lebens im Mangel an solchen Dingen sah das natürlich in der Realität etwas anders aus. Man brauchte etwas Glück, nützlich waren auch ein paar Beziehungen und natürlich, zumindest der vermittelte Eindruck ein willfähriger Helfer, zumindest loyaler Bürger der DDR, zu sein. Was meinste denn warum ein Volker Zottmann unter anderem SED Mitglied geworden ist [flash] , von denen die die Diktatur und ihre Sehnsucht vom Volk geliebt zu werden verstanden hatten gab es Millionen und die nutzten dieses Verstehen auch mehr oder weniger effizient [hallo]
Dann fuhr man auch im gesetzteren Alter mit Jugendtourist, zur Not mit einem kleinen Aufschlag.
Mir fällt immer wieder auf wie wenig Du vom wirklichen Leben in der DDR eigentlich weist, irgendwie hast Du die Sache damals nicht verstanden.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon augenzeuge » 16. September 2020, 13:33

karnak hat geschrieben: Dann fuhr man auch im gesetzteren Alter mit Jugendtourist, zur Not mit einem kleinen Aufschlag.


Du bist, im Gegensatz zu mir, noch nie mit JT gefahren, sonst würdest du soo nicht argumentieren. [grin] Bei 27 Jahren war Schluss!

In den Reisen, wo ich dabei war, waren es mehrheitlich Jugendliche im Alter von 18-25.

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon karnak » 16. September 2020, 13:41

[grin] Na sicher doch, theoretisch zumindest , man konnte da schon mal eine Ausnahme machen , wenn sich keiner gefunden hat für die entsprechende Reise [flash]
Oder was meinst Du wem eine Reise an einem ganz besonderen Ort der Sehnsüchte zugestanden wurde, Dir mit 24 oder mir mit 30, weil sich kein anderer gefunden hat für die Reise [flash] . So funktioniert Diktatur, man kann damit leben, dieses Bedürfnis des Systems nach Liebe für sich nutzen, im Krieg mit der Diktatur leben oder sie verlassen, andere Wege gibt es nicht.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon augenzeuge » 16. September 2020, 13:47

Ja, die Stasi reiste manchmal mit, stimmt, dass du da bessere Karten hattest. [grins]

Wenn ich mit 30 angekommen wäre, ohne Firma im Backround, wäre ich jedenfalls auch nicht mitgefahren, wenn ich dem 200 Mark hingelegt hätte.
Aber ich war doch schon mit 21 Jahren weg. [grin]

Hier ein Bericht eines Reiseleiters:
Da sah ich auf dem Barhocker zwei Mädchen aus meiner Reisegruppe. Neben ihnen saßen zwei junge Männer. Alle amüsierten sich anscheinend gut, sie lachten, die Mädchen wurden umarmt, jeder hielt einen großen Cocktail in der Hand und es lagen West-Zigaretten auf der Bar. Für mich war klar, dass es keine „Kameraden“ vom sozialistischen Brudervolk waren. Für einen kurzen Moment trafen sich mein Blick mit dem eines der Mädchen. Sie verlor sofort ihr Lachen und ging in sich, die andere bemerkte das Verhalten von ihrer Freundin und schaute sie fragend an.

Ich wollte und durfte es nicht sehen, was dort lief, denn dies hätte ich in meinen Bericht schreiben müssen und sie wären nie wieder mit „Jugendtourist“ in den Urlaub gefahren. Wäre es rausgekommen, dass ich es nicht in den Bericht geschrieben habe, dann wäre ich nie wieder mit „Jugendtourist“ in den Urlaub gefahren.

http://akte-kanal.de/seite20.html

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon icke46 » 16. September 2020, 15:42

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben: Dann fuhr man auch im gesetzteren Alter mit Jugendtourist, zur Not mit einem kleinen Aufschlag.


Du bist, im Gegensatz zu mir, noch nie mit JT gefahren, sonst würdest du soo nicht argumentieren. [grin] Bei 27 Jahren war Schluss!

In den Reisen, wo ich dabei war, waren es mehrheitlich Jugendliche im Alter von 18-25.

AZ



Ein.bisschen widersprichst Du Dir ja. Einerseits ging das Reisen mit Jugendtourist bis 27 Jahre, andererseits gabs keine Ehepaare - ergo, warst Du ein Depp und schon verheiratet, war Jugendtourist für Dich tabu. Wenn ich das durchschnittliche Eheschliessungsalter in der DDR berücksichtige, muss das Land von überproportional vielen Deppen bevölkert gewesen sein.....
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon augenzeuge » 16. September 2020, 16:38

Naja, da fehlt dir etwas die DDR Erfahrung, Icke. Jene, die mir abgesprochen wird. [flash] Ich will es dir erklären, natürlich aus meiner Sicht.

Klar, wurde damals früher geheiratet. Aber meist deshalb, um eine Wohnung zu bekommen. Und was passierte dann?
Dann musste sie eingerichtet werden, sich um das schon geborene Kind gekümmert werden. Dazu brauchte man viel Geld.

Du darfst davon ausgehen, dass das normale Ehepaar dann meist kein Geld für JT übrig hatte. Ich hatte es mir hart zusammen gespart. Und das ging auch nur, weil ich keine eigene, eingerichtete Wohnung hatte. Die Reise kostete etwa 750 Mark. Glaubst du, dass man als junges Ehepaar 1500 Mark für ne Reise übrig hatte?

Und noch was. In der DDR heirateten die Männer mit 25, die Frauen mit 23. (80er jahre) In diesem Alter bekam die Frau im Durchschnitt auch das Kind.
Geh mal davon aus, dass von denen keiner an eine Reise mit JT dachte. Zumindest ist das meine kurze Erfahrung aus diesem Land.

JT war geschaffen wurden, um Jugendliche aus diversen Ostblock-Staaten zu treffen. Ganz sicher nicht für eine Hochzeitsreise. Außer in der UdSSR waren 2 Bettzimmer eher die Ausnahme.
Als ich in Bulgarien war, in Primorsko, dem Lager, was schon lange bekannt war, stand bei Reisebeginn nicht fest, wer wo schläft.
Aber natürlich hätten sich 2 Ehepaare den Bungalow oder das Zelt teilen dürfen...... [flash]

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon karnak » 16. September 2020, 16:59

[flash] Meine Fresse, ich weiß gar nicht was man sich an dem Begriff Hochzeitsreise reibt. Diese Maßnahme hatte zu der Zeit überhaupt nicht diesen Nymbus wie heute wo man einen Hochzeitsplaner engagieren kann. [flash] Da ging es nicht darum eine Hochzeitsreise zu zelebrieren mit der man dann protzen konnte bevor man sich wieder scheiden lässt. [flash]
Da fuhr man einfach in Urlaub , was man so bekommen konnte und konnte das gerne auch Hochzeitsreise nennen.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Kumpel » 16. September 2020, 17:02

augenzeuge hat geschrieben:JT war geschaffen wurden, um Jugendliche aus diversen Ostblock-Staaten zu treffen.

AZ



Ich habe auf solchen Reisen nie Jugendliche aus den Zielländern getroffen. Das waren immer reine Tourireisen mit Schwerpunkt was gibt es hier zukaufen was es bei uns nicht gibt.
So Jugendfreunde in Form von Ehepaaren waren da auch dabei , die haben sich allerdings vom Rest der Reisegruppe eher separiert.
Mit einander kennen lernen hatten die nichts am Hut.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Nostalgiker » 16. September 2020, 17:05

Augenzeuge, sehr elegant hast du den Ehekredit und das Geld für die Geburt der Kinder bei deiner Finanzaufstellung unterschlagen.

Ein guter Kumpel von mir, Bauarbeiter und er arbeitete im Plattenwerk in zwei Schichten, verdiente locker im Monat zwischen 1.400 und 1.500 auf die Kralle ......
Er mußte nicht lange überlegen ob er sich so eine Reise leisten konnte.

Übrigens wurde bei der Rückzahlung des Ehekredits das Geld für das/die Kind(er) verrechnet und es prägte sich ziemlich schnell der Slogan vom "Abkindern" des Ehekredits .....

Auch bei Reisen mit dem Reisebüro oder DDR oder Intourist für die SU wurden Alleinreisende immer in Zweibettzimmern untergebracht. Natürlich nicht gemischt .....
Und ich wußte vor Antritt der Reise nie mit wem ich das Zimmer teilen mußte, es sei denn der erwähnte Kumpel und ich fuhren zusammen.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Kumpel » 16. September 2020, 17:11

Nostalgiker hat geschrieben:Ein guter Kumpel von mir, Bauarbeiter und er arbeitete im Plattenwerk in zwei Schichten, verdiente locker im Monat zwischen 1.400 und 1.500 auf die Kralle ......


Der hätte dann aber keinen Ehekredit bekommen.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Nostalgiker » 16. September 2020, 17:19

Wer sagt denn das er einen haben wollte Kumpel.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Kumpel » 16. September 2020, 17:49

Die Sache mit dem Ehekredit hat bestimmt kein Ehepaar animiert oder befähigt mit JT zu verreisen.
Wenn man eine Wohnung einzurichten hatte war das Geld nämlich sehr schnell weg. Allein schon diese Schrankwände waren sauteuer.
Die Schrankwand die ich zu stehen hatte ( auf außerordentlichen Wunsch meiner Freundin) kam auf 5 oder 6 tsd. Mark. Eine mit Papierfurnier kostete auch mindestens 2 bis 3 tsd.
Eine schwarz weiß Glotze mindestens tausend , Kühlschrank nicht viel weniger.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon augenzeuge » 16. September 2020, 18:26

Hey, Edelknabe, du könntest mir ruhig mal recht geben. [grins] Oder kennst du ein Ehepaar, dem ne JT-Reise für 1500-2000 Mark wichtiger war als die Einrichtung?

Nein, Nosti, ich habe nichts unterschlagen, ich wollte es nur nicht unnötig ausweiten. Wenn wir deinen Ehekredit berücksichtigen, dann schaun wir mal wie weit der reichte.
Reichte der für Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Bett, TV, Kühlschrank, Polstermöbel? Von anderen Kleinigkeiten zu schweigen.

Wenn mir jetzt einer verkaufen will, ja, das reichte, viele haben das auch so gemacht und locker ne Reise dazu gebucht, dann ist mir dieses Land unbekannt.
Bei mir verdiente der Arbeiter auch nur max. 1000 Mark, eher deutlich weniger. Der Ausbilder auf der Baustelle hatte 850 Mark.

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon pentium » 16. September 2020, 18:42

augenzeuge hat geschrieben:Oh, da blieben vom Kredit nur noch 1100 Mark. [shocked]

Aber du hast recht, das passt schon.

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Wir sollten allerdings langsam wieder mit Jugendtourist verreisen....Die Freunde der DDR Anbauwände können ja ein eigenes Thema dazu eröffnen...
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon OaZ » 16. September 2020, 20:24

Edelknabe hat geschrieben:Mal in die Runde. Gibt es irgendwo so ne Art Liste an DDR Schrankwänden, beginnend mit dem MDW-Programm und mehr? Plus Preise dazu. Wir können gern auch nen Extrafred zu aufmachen.Wir nur als Bsp. hatten eine vom MDW....und keine Ahnung mehr, was die damals gekostet hatte? Küche komplett mit Gasherd und Kühlschrank plus Wohnzimmer Schrankwand plus Öfen oder Schlafzimmerkram, ich glaube dann war der Ehekredit erschöpft.

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Nostalgiker » 16. September 2020, 22:00

Weil sich Diskussionen entwickeln und wir sind hier nicht im Parteilehrjahr wo es strikt nach dem vergebenen Thema geht und keine Abweichungen erlaubt sind .......

Wenn hier überhaupt einer solche Sache anmahnen darf ist das der Partei- und Gewerkschaftsfunktionär in Personalunion im Forum; der heimliche SED Genosse Interessierter. Der führt sich manchmal auf wie ein Parteisekretär für Arme und steckt geistig immer noch im Kalten Krieg von vor 1989 .....
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Volker Zottmann » 16. September 2020, 22:29

Nostalgiker, nun kann es jeder nachlesen:
Du bist das größte, hetzende Störschwein im Forum.

Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon icke46 » 16. September 2020, 23:00

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon augenzeuge » 17. September 2020, 07:32

Und ich dachte, ich erfahre etwas über die Bevorzugung von JT Reisenden mit MfS Hintergrund. [flash]


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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Kumpel » 17. September 2020, 07:34

Die hatten doch ihr eigenes Reisebüro.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Kumpel » 17. September 2020, 07:46

Nostalgiker hat geschrieben:Das schöne war nämlich; wenn man einmal dort als Kunde registriert war konnte immer mehr nachgekauft werden bis die Wohnung komplett mit MDW eingerichtet war, ...........


Ah , okay , das war dann so wie mit den NSW Reisen bei JT. Einmal im Pool , immer dabei. Das mit deinen fiesen Tricks glaube ich dir allerdings sofort Nosti.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon augenzeuge » 17. September 2020, 07:53

Kumpel hat geschrieben:Die hatten doch ihr eigenes Reisebüro.

Darüber wollte Karnak nichts berichten? Vermutlich war das besser als JT.

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon AkkuGK1 » 17. September 2020, 10:44

ich kam April 87 von der Grenze wieder, erster wirklicher Urlaub 88 an den Balaton gefahren über Breslau! mit meinem Bruder und nem 312er Wartburg - JT kam uns überhaupt nicht in den Sinn - Individualtourismus war schon immer meins.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon augenzeuge » 17. September 2020, 10:58

Das stimmt, viele konnten mit JT kaum etwas anfangen. Aber es war schon ne gute Alternative, in 14 Tagen weiter weg zu kommen.
Ich hatte einmal sogar fast die Möglichkeit in die Mongolei zu kommen, 12 Tage für 1350 Mark. Das war mir als Lehrling nur etwas zuviel.

Als Individualtourist bist du da schwer hingekommen. Ja, es ging auch....wie man hier lesen kann:
https://www.amazon.de/Die-verbotene-Rei ... 3421046158

Das Buch ist lesenwert.
Thema hatten wir auch:
viewtopic.php?f=243&t=6335&start=0

Ansonsten bin ich auch als Individualtourist bis nach Ungarn gekommen. Man brauchte dafür nur etwas mehr Zeit.

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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Kumpel » 17. September 2020, 11:15

So einfach nach Polen kam man in den 80ern privat ja auch nicht mehr. Mit JT völlig problemlos.
Da hatten sich mitunter auch Leute der Reisegruppe komplett abgeseilt und waren erst am Abreisetag wieder da.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Nostalgiker » 17. September 2020, 12:01

Augenzeuge, das von dir erwähnte Buch ist wirklich sehr interessant und ich habe es sogar gelesen! (Standort; Bücherregal Nr. 10, Reihe 5 [im eigenen Wohnzimmer])
Nur habe ich den Verdacht das die Leute nicht wegen der landschaftlichen Schönheiten dort hingefahren sind .......

Übrigens wurden in den 80er Jahren auch über Intourist Reisen in die Mongolei angeboten, die Kosteten allerdings um die 3.500 Mark, dauerten 15 Tage ......
Ob das DDR Reisebüro die Mongolei im Programm hatte weiß ich nicht .....
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon Kumpel » 17. September 2020, 12:30

Nostalgiker hat geschrieben:(Standort; Bücherregal Nr. 10, Reihe 5 [im eigenen Wohnzimmer])


Gut das du das dazu geschrieben hast , so kann ich meine hellseherischen Fähigkeiten etwas schonen.
Hast du deine Regale denn nummeriert , so richtig Nummern drauf geklebt?
Da freuen sich später die Entrümpler.
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Re: Wer konnte damals in der DDR Reise-Erfahrungen mit Jugendtourist sammeln?

Beitragvon AkkuGK1 » 17. September 2020, 13:16

ja als wir unser Visa für Ungarn bekamen, war Polen mit aufgeführt - also gleich mitgenommen!

Mongolei 2017 - 5000,-Euro für 21 Tage - allerdings für 4 Personen und Mietwagen mit Fahrer incl. Benzin...
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