Wohnungen in der DDR

Alles über Wohnungsbau, Mieten, das eigene Häuschen u.s.w.

Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Beethoven » 24. Juli 2017, 16:19

Ja ich weiß, bei Dir ist alles anders als woanders. [grins]

3 Millionen Wohnungen (wenn es denn so viele waren) wäre Wohnraum für 9 bis 12 Millionen Bürger, würde ich meinen. Und dieses Wohnungsbauprogramm wurde 1973 beschlossen. Davor wurde ja auch schon gebaut, behaupte ich mal.

Na ja, meine Schwester wohnte in Chodowieckistraße in Berlin. Das Haus war von außen eine einzige Schießbude. Mit Einschlägen aus dem II. WK. Die Wohnung selber war aber super. Aber da hat mein Schwager selbst Hand angelegt. Die haben seinerzeit für die 60 qm wohl etwas über 50 Mark der DDR warm bezahlt (wobei "warm" nicht stimmt, denn Kohlen mußten sie selber besorgen und bezahlen jedoch Strom und Wasser war enthalten). Da war kein Geld da um die Fassade zu machen. Und wenn Dein Bürgermeister von Harzgerode es zu ließ, dass bei Euch (ich glaube Dir da allerdings nicht) das Abwasser wie im 18. JH auf die Straße floss oder in Seen, na dann war er keinen Pfifferling wert.
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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 24. Juli 2017, 16:27

Beethoven hat geschrieben:Ja ich weiß, bei Dir ist alles anders als woanders. [grins]

3 Millionen Wohnungen (wenn es denn so viele waren) wäre Wohnraum für 9 bis 12 Millionen Bürger, würde ich meinen. Und dieses Wohnungsbauprogramm wurde 1973 beschlossen. Davor wurde ja auch schon gebaut, behaupte ich mal.

Na ja, meine Schwester wohnte in Chodowieckistraße in Berlin. Das Haus war von außen eine einzige Schießbude. Mit Einschlägen aus dem II. WK. Die Wohnung selber war aber super. Aber da hat mein Schwager selbst Hand angelegt. Die haben seinerzeit für die 60 qm wohl etwas über 50 Mark der DDR warm bezahlt (wobei "warm" nicht stimmt, denn Kohlen mußten sie selber besorgen und bezahlen jedoch Strom und Wasser war enthalten). Da war kein Geld da um die Fassade zu machen. Und wenn Dein Bürgermeister von Harzgerode es zu ließ, dass bei Euch (ich glaube Dir da allerdings nicht) das Abwasser wie im 18. JH auf die Straße floss oder in Seen, na dann war er keinen Pfifferling wert.


Bei mir ist nichts anders, ich kann mich nur erinnern, zu Deinem Leidwesen. Eher ist bei Dir alles anders. Seit wann ist Strom im Mietpreis enthalten?
Ich schrieb, dass alle Wohnungen ab 1949 zusammen.... Also bitte richtig lesen.
Der Bürgermeister war SED. Ob Du das glaubst oder nicht.... Nach meinem Klärgrubenbau floss das Abwasser der 3. Kammer in die Gosse der gerade NEU gebauten Straße ohne jegliche Verrohrung. Und das war nicht der einzige Straßennzug.

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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Spartacus » 24. Juli 2017, 17:52

Das Haus war von außen eine einzige Schießbude. Mit Einschlägen aus dem II. WK. Die Wohnung selber war aber super.


So ähnlich kenne ich das auch. Mein Onkel hatte ein schönes altes ( Erzgebirgs) Haus in Hartenstein. Sah auch von außen fürchterlich aus, aber innen
alles top, urgemütlich und mit herrlichen alten Öfen versehen, die in die Wände eingelassen waren. Das Haus hat 3 Etagen und das typische Spitzdach,
wegen dem Schnee halt. War seit 1890 im Besitz der Familie und ist es heute noch. Der Onkel lebt nicht mehr, aber der Sohn hat es heute und nun auch
außen tadellos saniert.

LG

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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon steffen52 » 24. Juli 2017, 18:31

Wer in der DDR ein eigenes Haus hatte, der wusste was er für Probleme damit hatte. Es zu erhalten ist mehr als ein Kraftaufwand gewesen. Zement, Fliesen u.s.w. zu bekommen,
das gab es nur auf Bezugsschein, Beziehung oder wer genug DM-Mark hatte. Alls die Spaziergänger(Neubau-Bewohner) bei mir vorbei kamen , lachten mich immer
aus wenn ich mir im Schweiße meines Angesichts das Haus in Vordermann brachte. Aber heute lache ich sie aus! Denn wenn sie mir heute erzählen was sie für feine Mitbewohner
haben und wie es in den Neubaublöcken aussieht. Schmutz, Dreck, Lärm und dazu noch die Zugewanderten, einfach ein super Wohngefühl. [sick] Mag nicht überall so sein, aber ich
kenne es von den Bewohner des Heckert-Gebietes in Chemnitz!!!
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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Jago » 24. Juli 2017, 19:00

Steffen , das ist wol sehr ,sehr oft so wie du es beschreibst . Anders sieht es bestimmt der Herr Augenzeuge .
Wo ist er denn überhaupt .

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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon steffen52 » 24. Juli 2017, 19:09

Jago hat geschrieben:Steffen , das ist wol sehr ,sehr oft so wie du es beschreibst . Anders sieht es bestimmt der Herr Augenzeuge .
Wo ist er denn überhaupt .

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ist der nicht im Urlaub? [hallo]
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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon pentium » 24. Juli 2017, 19:19

steffen52 hat geschrieben:
Jago hat geschrieben:Steffen , das ist wol sehr ,sehr oft so wie du es beschreibst . Anders sieht es bestimmt der Herr Augenzeuge .
Wo ist er denn überhaupt .

jago


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das letzte mal hat er sich aus London gemeldet....?!
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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Sirius » 24. Juli 2017, 19:29

steffen52 hat geschrieben:Denn wenn sie mir heute erzählen was sie für feine Mitbewohner haben und wie es in den Neubaublöcken aussieht. Schmutz, Dreck, Lärm und dazu noch die Zugewanderten, einfach ein super Wohngefühl. [sick] Mag nicht überall so sein, aber ich
kenne es von den Bewohner des Heckert-Gebietes in Chemnitz!!!
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Ich kann das, was Du schreibst, 100%ig unterschreiben, weil es dieses Phänomen hier massenhaft gibt, und solche Stadtteile nicht ohne Grund verrufen sind. Das ist in Frankreich, Belgien, Schweden, Dänemark u.s.w. auch so.
Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Jago » 24. Juli 2017, 19:32

Bin mir nicht sicher . Aber war da nicht was mit Dienstreise [denken]

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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon steffen52 » 24. Juli 2017, 20:02

Jago hat geschrieben:Bin mir nicht sicher . Aber war da nicht was mit Dienstreise [denken]

jago

Oder so, Peter! Fakt ist, er ist außen vor. [grins]
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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Spartacus » 26. Juli 2017, 18:15

Sirius hat geschrieben:
steffen52 hat geschrieben:Denn wenn sie mir heute erzählen was sie für feine Mitbewohner haben und wie es in den Neubaublöcken aussieht. Schmutz, Dreck, Lärm und dazu noch die Zugewanderten, einfach ein super Wohngefühl. [sick] Mag nicht überall so sein, aber ich
kenne es von den Bewohner des Heckert-Gebietes in Chemnitz!!!
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Ich kann das, was Du schreibst, 100%ig unterschreiben, weil es dieses Phänomen hier massenhaft gibt, und solche Stadtteile nicht ohne Grund verrufen sind. Das ist in Frankreich, Belgien, Schweden, Dänemark u.s.w. auch so.


Eigentlich schade drum, denn die "Platte" war schließlich damals so eine Art von gemischtem Biotop, wo Arbeiter und Professor Seite an Seite gelebt haben. Das hat sich dann halt
nach der Wende schnell geändert, da sich die "gewendete" Intelligenz schnell was anders, besseres leisten konnte. Aus dem Arbeiter wurde dann schnell der überflüssige Fresser, zu
erst auf Arbeitslosenhilfe ( das ging ja noch), heute auf Hartz IV und somit immer noch in der Platte. Der soziale Abstieg traf also nicht nur die Arbeiter, sondern eben auch die ehemals
so schicken und praktischen Plattenbausiedlungen.

Ein Stück DDR - Geschichte weniger halt.

Wir haben damals gerne in unserer geräumigen Platte gewohnt und vor allem meine Mutter hat nur die besten Erinnerungen daran. Besonders die Küche mit der berühmten
"Durchreiche" hatte es ihr angetan.

LG

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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Beethoven » 27. Juli 2017, 07:38

Ich wohnte auch, seit dem ich "eigene" Wohnungen hatte, "in der Platte".
Es waren helle, warme Wohnungen mit Balkon und Keller und wir haben uns darin auch sehr wohl gefühlt.
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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 27. Juli 2017, 09:01

Plattenbau wäre nie mein Ding gewesen.
Aber:
Meine Eltern wohnten in einer WBS70 in Neubrandenburg in der 5. Etage mit breitem Balkon und herrlicher Stadtrandfernsicht. Die Wohnung war tadellos. Die Bauqualität entschieden sorgfältiger als sie im WBK Halle ausgeführt.
Und das Bewohnergemisch war so, wie es Sparta beschrieb. Das hatte absolut nichts mit Elend, Verwahrlosung oder sozialem Abstieg zu tun. Dort wohnten wohnungsmäßig durch die Bank zufriedene Menschen.

Gruß Volker
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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Kumpel » 27. Juli 2017, 09:54

Spartacus hat geschrieben:Eigentlich schade drum, denn die "Platte" war schließlich damals so eine Art von gemischtem Biotop, wo Arbeiter und Professor Seite an Seite gelebt haben.



Na ja , Professoren gab es in unserer Siedlung keine, das lag eventuell auch daran , dass es weit und breit keine Uni oder Hochschule gab
und die Ofenheizung verlangte während der Heizperiode täglich mehrere Eimer Kohlen in den vierten Stock zu schleppen.
Die Öfen zogen schlecht und bei bestimmten Wetterlagen hatten wir mehr Rauch in der Bude als zum Schornstein heraus kam.
Heute kommen mir diese Wohnungen wie Kaninchenställe vor , nach dem Motto vorwärts rein und rückwärts wieder raus.
Allerdings ging es doch sehr gesittet zu. Alle kümmerten sich um die Sauberkeit und die Außenanlagen.
Das ist dort heute noch so , nur werden es immer mehr Mieter , die sich um nichts kümmern wollen.
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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Spartacus » 28. Juli 2017, 18:16

Kumpel hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:Eigentlich schade drum, denn die "Platte" war schließlich damals so eine Art von gemischtem Biotop, wo Arbeiter und Professor Seite an Seite gelebt haben.



Na ja , Professoren gab es in unserer Siedlung keine, das lag eventuell auch daran , dass es weit und breit keine Uni oder Hochschule gab
und die Ofenheizung verlangte während der Heizperiode täglich mehrere Eimer Kohlen in den vierten Stock zu schleppen.
Die Öfen zogen schlecht und bei bestimmten Wetterlagen hatten wir mehr Rauch in der Bude als zum Schornstein heraus kam.
Heute kommen mir diese Wohnungen wie Kaninchenställe vor , nach dem Motto vorwärts rein und rückwärts wieder raus.
Allerdings ging es doch sehr gesittet zu. Alle kümmerten sich um die Sauberkeit und die Außenanlagen.
Das ist dort heute noch so , nur werden es immer mehr Mieter , die sich um nichts kümmern wollen.


Ofenheizung in der Platte Kumpel?

Wo gab es denn so was? Wir waren ja froh, das wir keine Kohlen mehr schleppen mussten, hatten ja dann Fernheizung, so hies das glaube ich. [hallo]

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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon Spartacus » 28. Juli 2017, 18:23

Ach ja, die Anfänge waren etwas schwer, Gummistiefel Pflicht. [flash]

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Re: Wohnungen in der DDR

Beitragvon SkinnyTrucky » 30. Juli 2017, 12:13

Spartacus hat geschrieben:Ach ja, die Anfänge waren etwas schwer, Gummistiefel Pflicht. [flash]

Bild


Wat is dat dann Sparta....der Todesstreifen direkt vorm Block.... [shocked]

Gegenüber euren Schilderungen hab ich, bzw unsere große Familie gelebt wie im Westen....naja, war ja auch kein Wunder, die andere Hälfte der Sippe versorgte uns mit der nötigen Wohnausstattung aus OBI & Co. .... [super]

Obwohl, Kohlen schleppen kannte ich auch noch aber nur zu einer zentralen Stelle auf dem Anwesen....


groetjes

Mara
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