West-Besuch

Was dachte der DDR Bürger über den deutschen in der Bundesrepublik. Was hielt der Bundesdeutsche vom DDR Einwohner? Unterschiedliche Ansichten bestehen heute noch. Was drücken sie aus, was wird erwartet?

West-Besuch

Beitragvon Thomas 1948 » 20. Mai 2012, 18:36

Die Überschrift ist falsch nur mir ist es nicht besser eingefallen,
Liebe überzeugte Genossen und Berufssoldaten aus den neuen Bundesländern, habe auch eine Frage an euch.
Wenn ihr jetzt alles im Forum lest über und von euren Klassenfeinden,wie denkt ihr heute über die vielen Stunden wo ihr alle Bücher von und über
K.Marx und Lenin gelesen habt
Konntet ihr West TV sehen,wart ihr dadurch auf das Leben nach der Wende vorbereitet?
Thomas 1948
 

Re: West-Besuch

Beitragvon Thomas 1948 » 20. Mai 2012, 18:47

Meine Gedanken zu meiner Frage.
Ich war ja kein Genosse und war nie im westl. Ausland, konnte aber seit 1960 Westfernsehen sehen, kannte jeden Star, jeden Film und jeden Politiker
aber das normale Leben wußte ich nicht.
Es gab 20 Sorten Toilettenpapier, bunte Straßenbahnen, Eis in Papier gewickelt, 10 Schokosorten, 20 Versicherungen und viele liebe Brüder und
Schwestern die unser Geld wollten.
War mir alles neu
Thomas 1948
 

Re: West-Besuch

Beitragvon karnak » 21. Mai 2012, 15:59

Thomas 1948 hat geschrieben:Wenn ihr jetzt alles im Forum lest über und von euren Klassenfeinden,wie denkt ihr heute über die vielen Stunden wo ihr alle Bücher von und über
K.Marx und Lenin gelesen habt
Konntet ihr West TV sehen,wart ihr dadurch auf das Leben nach der Wende vorbereitet?

Thomas 1948!
Da antwortet Dir doch mal mal einer kurz und bündig der von 1975 bis 1993 Genosse war.Oder besser,Parteimitglied war.
So wie Du die Frage zu Marx und Lenin stellst klingt das ein bisschen so als würdest Du fragen ob wir"Mein Kampf"gelesen hätten.
Nun hinken Vergleiche immer mächtig,aber es gibt da so Bücher in Deutschland die jeder kennt,sie standen auch in sehr vielen Haushalten nur gelesen hat sie so gut wie keiner ,obwohl viele darüber reden oder redeten und ihren Inhalt in Anspruch nehmen oder nahmen. Die Bibel,"Mein Kampf" und halt die Bücher von Marx,Lenin und nicht vergessen Engels.
Mit den 3 letzten habe ich mich ziemlich intensiv beschäftigt bzw.beschäftigen müssen.Ich habe hier schon mal was dazu geschrieben.Man hat mich als jungen Mensch mal zu einem Direktstudium an eine Bezirksparteischule geschickt.
Also wenn Du Marx,Engels und durchaus auch Lenin gelesen hattest,dann konntest Du manchmal ganz schön in Konflikt geraten mit dem täglichen Realsozialismus,um es noch deutlicher und härter zu sagen mit dem was wir für Soz.gehalten haben.Noch schlimmer, zu gewissen Texststellen wurde nicht sogerne Diskutiert weil man keine richtige Erklärung dafür hatte,man konnte sich sogar"verdächtig" machen wenn man sich darauf berief.Es gibt ja auch noch die gute alte Rosa"Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden".Den Text kennt man ja nun wahrscheinlich weltweit,dank der Demostranten in der DDR.Jedenfalls musste man manchmal einen ganz schönen Spagat machen,die Genossen "da oben" wahrscheinlich ganz besonders,denke ich, und den hat man sich fast immer erspart,wie der Mensch halt so ist,er hat es gerne bequem,besonders im Kopf.
Und was das Westfernsehen angeht,auch darüber habe ich schon mal geschrieben,spätestens ab ende der 80iger Jahre konnte FAST jeder DDR-Bürger Westfernsehen sehen wenn er das wollte und zwar mit Hilfe und Unterstützung des Staates.Obwohl heute darüber natürlich andere Geschichten erzählt werden,weiss ich das es Anders war.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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