Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Was dachte der DDR Bürger über den deutschen in der Bundesrepublik. Was hielt der Bundesdeutsche vom DDR Einwohner? Unterschiedliche Ansichten bestehen heute noch. Was drücken sie aus, was wird erwartet?

Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon karl143 » 1. Juni 2010, 20:52

Genauso wie es im Westen für Übersiedler und Flüchtlinge Aufnahmelager gab, hatte die DDR auch solche Einrichtungen für Übersiedler, welche von West nach Ost siedelten. Der größere Teil der Übersiedlung geschah vor 1961. Gründe waren Unzufriedenheit mit der Politk der Bundesrepublik, Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei, zum Teil auch Angst vor Bestrafung nach Gesetzesübertretungen.

Anders als in der Bundesrepublik wurden die Übersiedler in der DDR für eine gewisse Zeit aber regelrecht weggesperrt. Das heißt, sie durften das Lager auch nicht verlassen, hatten in dieser Zeit noch keine Personalpapiere und wurden ohne Ausnahme total durchleuchtet.

Die Lager in der DDR befanden sich in Röntgental, Barby, Eisenach, Fürstenwalde, Molkenberg, Pritzier und Saasa.

Über das Aufnahmelager Röntgental findet sich im Internet folgender Text:

Aufnahmeheim Röntgental

Wenn man heute über das Ende der DDR diskutiert gibt es nicht Wenige die meinen, dass Schicksal des „1. sozialistischen Staates auf deutschem Boden“ sei „mit den Füßen” abgestimmt worden. Damit sind sicher nicht nur die Füße gemeint die sich im Jahre 1989 in immer größer werdenden Demonstrationszügen durch die Städte bewegten, sondern auch die Schritte Jener, die dem Land gänzlich den Rücken kehrten. Insbesondere in den 80er-Jahren erfolgten mehre große „Ausreisewellen“ von Ost nach West.

Von der “Gegenbewegung“ ist eher selten die Rede. Dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass es „Westflüchtlinge“ gegeben hat.

“Die Motive der Umsiedler waren verschieden: Oft gab es persönliche Gründe, die Familie war in der DDR, Erbschaften, Menschen die in die BRD ausgereist waren und zurückkommen wollten, da sich Hoffnungen nicht erfüllt hatten. Vereinzelt kamen auch vom Sozialismus überzeugte Menschen, um in der DDR zu leben. Die Einreisenden waren größtenteils Deutsche, nach 1989 kamen viele Juden und Palästinenser.“ (Textquelle: mybrandenburg.net) Die meisten von ihnen landeten im Zentralen Aufnahmeheim (ZAH) des Zepernicker Ortsteils Röntgental (heute Panketal).

Das Gebiet an der Schönerlinder Straße, heute Heimstatt des Zepernicker Seniorenheims, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Das einstige Reichsbahngelände diente zunächst der Ausbildung von Diensthunden und ich glaube gehört zu haben, dass von hier aus die erste Kompanie zum Bau der Berliner Mauer ausrückte. Das ZAH wurde im Jahre 1979 vom Ministerium des Inneren ins Leben gerufen.

Die Geschichtswerkstatt des bbz Bernau e.V. hat Hintergründe der „sagenumwobenen“ Einrichtung recherchiert und berichtet folgendes:

Der Weg des Umsiedlers:
Der Mensch wurde registriert und untergebracht, dabei wurde nach Religion, Kultur und politischen Ansichten sortiert. Längst nicht jeder sollte mit dem anderen in Kontakt kommen.

Untergebracht wurde hauptsächlich in Doppelzimmern.
Danach bestand das Leben im Heim im wesentlichen aus Langeweile und Warten. Das Gelände durfte nicht verlassen werden. Kultur konnte ausgelebt werden, Sport und Freizeitvergnügen wie Grillen waren möglich. Post durfte empfangen, aber nicht gesendet werden. Teilweise durfte aber telefoniert werden.

Die Menschen wurden unterschiedlich behandelt, je nach dem, welcher Hintergrund sie in die DDR geführt hatte. Oft gab es 2x pro Woche Dia-Vorträge über die DDR, um die Menschen auf ihre neue Heimat vorzubereiten. Fernsehen und Radio gab es natürlich nur als „Stimme der DDR“. Alle Einreisewilligen wurden während einer Eingangsuntersuchung medizinisch durchleuchtet. Angeblich machte die DDR zu dieser Zeit schon AIDS-Tests.
Mit allen Umsiedlern wurden „Gespräche“ geführt. Gesprächspartner waren dabei Kriminalpolizei (normale Umsiedler) oder die Stasi. Teilweise wurden die Menschen wieder und wieder zu den selben Sachverhalten befragt und mussten ihr gesamtes Vorleben darlegen.

Alle Betroffenen beschrieben diese Gespräche als sehr zermürbend und verunsichernd. Durch die Abschirmung und die Einschränkung entstand ein enormer psychischer Druck auf die Heimbewohner. Dazu kam bis zum letzten Tag die Unsicherheit, ob eine Einreise genehmigt werden würde.
Das Personal wurde von allen als höflich und korrekt beschrieben, fast schon gezwungen freundlich. Auch das Essen war reichlich.
In den Gesprächen mit der Kripo wurde die Identität der Personen überprüft, Rückfragen ins Ausland wurden gestellt. Bei strafrechtlichen Belangen wurde die Person zurückgeschickt. Auch “Asozialen” oder „faulen“ Menschen wurde die Einreise verweigert.

Der MfS befasste sich mit politisch Verfolgten, die Zugehörigkeit zu Parteien wurde überprüft, politische Einstellungen erforscht. Intensiv wurde nach Spionen und Staatsfeinden gefahndet. Immer wieder mussten neue Fragebögen ausgefüllt werden. Allen Betroffenen wurde ein extremes Mißtrauen entgegen gebracht.
Aus Stasiakten ist zu ersehen, daß unter die “Einwanderer” auch Stasispitzel geschleust wurden und das Mißtrauen gerechtfertigt war. Auch die Kripo wusste nicht, wer ein Spitzel der eigenen Stasi war.

Der Aufenthalt dauerte normalerweise zwischen 4-6 Wochen, konnte aber bis zu einem halben Jahr andauern.
Wenn die Aufnahme positiv entschieden wurde, wurden die Menschen in Bezirksheime weitergeleitet, von da aus dann in eigene Wohnungen und an Arbeitsplätze. Mitspracherecht hatten die Einreisenden nicht, Wünsche nach Städten oder Arbeit konnten geäußert werden, waren aber eben nur Wünsche, denen meist nicht entsprochen wurde. Noch lange nach ihrer Ankunft in der DDR wurden die Menschen stark überwacht.

Die Anlage stand ganz im Zeichen des DDR- Sicherheitswahns:
(Aber westdeutsche Aufnahmelager zeigten ähnliche Sicherheitsmaßnahmen.)
Wellblechzaun, Stacheldraht, Überwachungsanlagen, Kameras, kein Ausgang kein Kontakt zu den Angestellten aus Küche und Büro.
Allen wurden Ausweise und Papiere abgenommen. Es kam zu nachweislich zwei Selbstmorden und mehreren Selbstmordversuchen.
Die Anlage unterstand dem Ministerium des Innern, die Rolle der Stasi ist nicht ganz klar.
Klar ist aber: Hier waren keine Terroristen untergebracht, es wurden keine Waffentests durchgeführt. Die vorhandenen Anlagen waren ganz „normale“ Übungsschießtände.
Von 1984 -89 wurden in Röngental 3637 Personen aufgenommen. Davon waren 1386 Rückkehrer, 1619 BRD-Bürger und 632 Personen aus anderen nichtsozialistischen Staaten.
432 Personen abgewiesen: 12 Rückkehrer, 402 Zuzieher und 18 Personen aus nichtsozialistischen Staaten.

Verhöre, “Lagerkoller” und Suizide hat es , ohne relativieren zu wollen, auch in “westlichen” Aufnahmelagern gegeben wie ich , 1984 mit meiner Familie aus der DDR ausgereist, hautnah erleben konnte.

1988 habe ich in West-Berlin Dirk kennen gelernt. Der Vorarbeiter einer Kafferösterei hatte sich, nach eigener Aussage, 2 Jahre zuvor im Vollrausch an die Grenzbeamten gewandt und um Aufnahme in die DDR gebeten. Auch er fand sich in Röntgental wieder. Nach erfolgter Ausnüchterung und einigen Verhören waren sich aber beide Seiten schnell einig , dass es mit der Ernsthaftigkeit des “Einbürgerungswunsches“ nicht weit her war. Ich gehe davon aus, dass die Motive der meisten „Neubürger“ wesentlich fundierter waren.

Text: Stefan Stahlbaum Quelle: http://www.bar-blog.de/2007/11/06/neue- ... entgental/
karl143
 

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Ernest » 12. Juni 2010, 11:45

Hallo Karl..........
wenn schon keiner was schreibt, so will ich wenigstens meine Erfahrungen darüber wiedergeben, vielleicht fällt dem einen oder anderen doch noch etwas ein.
Röntgental..........ich muß zugeben, ich kenne es nicht.
Aber ich kenne das Aufnahmelager, Umsiedlerheim Barby. Als Kind kursierten da verschiedene Bezeichnungen.
Barby, vom Dach aus könnte ich hingucken, nur wenige Kilometer von uns entfernt.
Ich kam ja als Kind desöfteren nach Barby, nahm diese Lager eigentlich nie so richtig wahr. Kam man daran vorbei, hieß es nur, in dem Lager sind welche untergracht, die von drüben wieder zurückkommen. Das Wort Lager empfand ich damals immer eigenartig, weil ich als Kind und in diesem Zusamenhang eher an Buchenwald oder ähnliches dachte und das in Barby halt gar nicht danach aussah......war eher idyllisch.

Näheres erfuhr ich (13) dann erst ( 66/67) von meinem, wie ich ihn in einem anderen Thread nannte, "Kusscousin". Geflüchtet und in den 60er Jahren wieder zurück gekehrt, mußte er auch dieses Lager durchlaufen, so gesehen, nur ein Steinwurf von seinem Zuhause. Die Sache mit seiner Flucht, sein Leben in Düsseldorf usw. hatten mich schon sehr interessiert, zumal ich viel mit ihm (und seiner Vespa *grins) zusammen und unterwegs war. Er hatte auch einiges von Barby erzählt, nur ist da nicht viel hängen geblieben. Könnte auch gar nicht sagen, wie lange er dort untergracht war, weiß nur noch, es war nicht unbedingt eine schöne Erinnerung für ihn. Interessanter fand ich halt die anderen Themen.
Bewußt kennengelernt hatte ich ihn ja erst zu dieser Zeit..auch weil wir in direkter Nachbarschaft wohnten. Ich empfand ihn immer als ruhig, zurückhaltend und in sich gekehrt. Ich war ja damals noch lebhaft, interessiert, ständig nur Fragen stellend, wollte alles wissen. Er erzählte auch, nur so richtig lustig wurde es nur, wenn wir im Garten waren, er seinen Plattenspieler hervorholte und wir Platten wie..........""Frau Wirtin hatte einen Sohn""" oder ähnliches anhörten.
Da ich nicht weiß, wie er vorher war, drängt sich aus heutiger Sicht natürlich die Frage auf, ob dieses Lager vielleicht mit diesem "In-sich-gekehrt-sein" im Zusammenhang stand. Viele die aus Schwedt zurück kamen, waren danach auch nicht mehr die, die sie vorher waren. Verhält es sich nach diesem Lageraufenthalt vielleicht ähnlich ??
Ich weiß es nicht.............ich weiß heute weder, was sich dort genau abgespielt hat, noch, wie es da im Einzelnen zuging und auch über welchen Zeitraum er dort war.

Kann auch nicht sagen, auf welchen Weg verschiedene Dinge hier her gelangt sind, nur mich hatte gewundert, das er sein Moped, den Plattenspieler, zig Platten und vieles anderes mit hier rüber bringen konnte. Ging damals vielleicht noch......weiß nicht.

Aber was Barby betrifft.............
Als Kind gab es halt Barby, es gab das Aufnahmelager und das war halt so.
Zu der Zeit waren Bilder von Friedland schon aktueller, Im Fernsehen wurde häufig darüber berichtet, darüber gab es viele Nachrichten. Man sah, wie sich Leute um den Hals fielen, Kinder wurden von Schwestern freudig in Empfang genommen, man spürte Freude und Herzlichkeit. Diese Bilder haben sich in dem Alter schon eher in meinem Kopf festgebrannt, selbst heute noch abrufbar.

Gruß
Herbert
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon karl143 » 12. Juni 2010, 14:53

Hallo Herbert,
danke für deinen Bericht dazu. Du schreibst noch, dir sind die Bilder von Friedland mehr in Erinnerung geblieben. Von Seiten der DDR aus war es doch auch sicher ein unwahrscheinlicher Propagandaeffekt, Menschen zu zeigen, die aus dem Westen in die DDR übersiedelten. Es ist eigentlich verwunderlich, das dies Thema von Seiten der DDR nicht mehr benutzt wurde.
karl143
 

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Hans-Peter » 12. Juni 2010, 15:39

[hallo] Grüß Dich Karl, bin auf dem Gebiet nicht so firm, weil mich vielmehr der Weg in die andere Richtung interessierte. Habe bloß mal irgendwo gelesen, dass man als Westflüchtling die Damen und Herrschaften Leiter in den DDR-Auffanglagern mit "Frau oder Herr Kultur" habe anreden müssen. In diesem Sinne einen nicht ernst gemeinten Gruß an alle ehemaligen "Genossen" mit dem Namen "Kultur". Und die den Weg nach Ost gingen, müssen entweder verfolgte Kommunisten gewesen sein, den in der Bundesrepublik gab es ja unter Adenauer das Verbot der KPD, weil sie wie die Nachfolgerin DKP von der SED, ihrem Zentralkomitee und dem Politbüro aus Ostberlin "ferngesteuert" wurde, oder im Westen arge menschlich und soziale Probleme gehabt haben. Vielleicht war das Verbot der KPD auch überflüssig, weil es in anderen westlichen Demokratien ebenfalls kommunistische Parteien gab, in Italien beispielsweise oder Frankreich. Schaden "im Auftrag Moskaus" haben sie dort wohl nicht sehr großen angerichtet. Und da fällt mir eine Folge der Filmreihe "Don Camillo und Beppone" ein, als die italienischen Kommunisten aus einer kleinen italienischen Stadt mit dem katholischen Pfarrer im Tross ehrfürchtig in die Sowjetunion zu den großen Vorbildern und Erbauern des Kommunismus á Lenin und Stalin aufbrachen, von dort eingeladen. Was sie dort erfuhren war, dass man soviel Wodka trinkt bis man unter dem Tisch liegt, die Genossen Parteiführer beim Anstoßen mit den gefüllten Gläsern auch mal hochleben lässt, dass es aber der größte Faupax ist, die Einladung zum nächsten Glas abzulehnen... [sick] [shocked] Und gekocht wurde auch dort nur mit Wasser - russischer Tee, Kohlsuppe oder Kartoffeln...
Na S´dorowjie, Towarischtschitschi... [laugh] Aber das nur als Joke. Gruß Hans-Peter [wink]
Hans-Peter
 

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 12. Juni 2010, 21:03

Karl, unser "BLa-bla Poet Hans-Peter "wieder, der Mann der doch gerne ausweicht und den Schutz der Admins sucht, wenn man ihn versucht festzunageln, so das er zu einem Thema konkret Stellung beziehe? Übrigens, wie kann ich mit ihm diskutieren, wenn ich wenig von seinem familiären Kram weiß? Gut, ich habe mir seine Homme....noch nicht hereingezogen und ich schrieb im anderen Forum einmal einen ähnlichen Text an ek40, so wie Hans-Peter an mich vor kurzem per PM: " Ich solle ihm doch in Zukunft hier im Forum aus dem Wege gehen". Soll soviel heißen...auch ich bin nicht fehlerfrei.
Nur, wie will ich seine Argumente in Frage stellen, kritisieren, loben, wenn er doch der Pabst sein möchte?
Aber hin zum eigentlichen Fred.
Mich würde doch wirklich einmal interessieren, ob Genossen von damals mit "Frau oder Herrn Kultur" von einem Westdeutschen angeredet werden mussten, wo die DDR doch froh um jeden Übersiedler aus dem Westen war, so bedeutete er doch Arbeitskraft und somit Zuwachs mit Familie oder ohne.Das gleiche meiner Ansicht nach einer Entwürdigung der Person, die er ob seines Schrittes nicht verdient gehabt hätte. Und ich lasse mich gern eines Besseren belehren.
Zu deinem Textauszug "total durchleuchtet" würde ich meinen: Welche westdeutschen Dienste durchleuchteten nicht total die Neuankömmlinge in den Auffnahmelagern des Westens? Greif dich doch einfach wieder an die eigene Nase, mein Freund.

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Ernest » 12. Juni 2010, 21:11

karl143 hat geschrieben:Hallo Herbert,
danke für deinen Bericht dazu. Du schreibst noch, dir sind die Bilder von Friedland mehr in Erinnerung geblieben.

Karl, frag mich mal, was mein Vater damals immer für ein Sender geguckt hat, als ich die Bilder von Friedland sah ??????
Höchstens "Willi Schwabes Rumpelkammer" schaute er mal von dem anderen Kanal....ansonsten lief nur ein Sender. [laugh]
Was meinen "Kusscousin" betrifft, so kam er alleine drüben wohl nicht zurecht. Über das eigentliche "Warum" kann ich jedoch nicht viel sagen. Vielleicht Heimweh, wer weiß.....will da auch nicht spekulieren. Ich hatte ihn so gesehen auch erst kennengelernt, als wir 1966 unsere Neubauwohnung bekamen und somit die Cousine meines Vaters zwei Eingänge weiter wohnte. Vorher hatten wir auch keinen Kontakt.
Hans-Peter hat geschrieben:Und die den Weg nach Ost gingen, müssen entweder verfolgte Kommunisten gewesen sein ................................... oder im Westen arge menschlich und soziale Probleme gehabt haben.

Ich schrieb ja schon einmal von meiner Patentante. Im Krieg, als das Ruhrgebiet bombardiert wurde, kam sie als Kind nach "uns" (mich gab es ja erst ab `53), zur Schwester meiner Mutter, weil es hier sicherer war. Meine Mutter und ihre Schwester, die Männer waren ja beide im Krieg, zogen die Kinder in der Zeit gemeinsam groß. Der Vater meiner Patentante fiel dann im Krieg und aus mir zwar bekannten Gründen (sind aber nichts fürs Forum) blieb sie dann auch hier und wurde von meiner Tante und meinem Onkel groß gezogen, als wäre es die eigene Tochter. Viel später erst ging (oder mußte) sie wegen Sorgerechtsproblemen wieder nach Essen zurück, zu ihrer richtigen Mutter und ihrem nun neuen Stiefvater. Wie sie später mal sagte, ihr eigentliches zu Hause war aber hier, hier ist sie aufgewachsen. Als sie dann volljährig war, kam sie wieder in die DDR zurück, heiratete hier, studierte und bis zur Rente war sie dann als Unterstufenlehrerin tätig.

Es waren also nicht immer nur verkappte Kommunisten die zurückkehrten und ob es nun absolut unter den Mantel ""arge menschliche und soziale Probleme"" paßt.....hmmmm, da müßte man auch differenzieren. Ich weiß nicht, ob man es nur einfach in diese beide Kategorien einteilen kann. Man muß wohl, wie bei allem, die Einzelschicksale sehen, um zu urteilen.
Ansonsten wäre man schnell geneigt, leichtfertig zu sagen, wer nicht in dieses Raster paßt und trotzdem zurückkam, kann einfach nur dumm gewesen sein. Ich glaube, das wäre zu einfach.

Aber noch einen kleinen Anhang zu dem Obigen. Im Krieg zogen ja meine Mutter und ihre Schwester, die Kinder ( meine Schwester und auch meine Patetante ) gemeinsam auf. Die Frau meines Onkels (Bruder meiner Mutter) wohnte zu der Zeit mit ihren zwei kleinen Kindern direkt an der Elbe.
Als die Amerikaner einmarschierten, quartierten sie sich in diese Häuser ein, weil auf der anderen Seite der Elbe (kleiner Ortsteil von uns) noch deutsche Truppen waren. Sie selbst mußten in der der Zeit in dafür vorgesehene Keller ziehen und durften nur einmal am Tag in ihre Wohnungen, um z.B. Sachen für die Kinder zu holen. Als sie von der Wohnung wieder zum Keller wollte, winkten sie am Schiffsanleger amerikanische Soldaten zu sich, weil sie wohl Auskunft über bauliche Gegebenheiten auf der anderen Seite haben wollten. Als sie hinging fiel sie mit einem mal tot um, erschossen von deutschen Scharfschützen auf der anderen Elbseite. Der Schuß galt vielleicht nicht mal ihr. Abends kam dann eine Nachbarin zu meiner Mutter und ihrer Schwester und sagte, sie müßten schnell die Kinder holen, da die Mutter erschossen wurde. Da mein Onkel ebenfalls im Krieg war, nahmen sie meine Cousine und meinen Cousin dann auch noch auf und betreuten nunmehr vier Kinder bis zu dem Zeitpunkt, wo die Männer wieder aus der Gefangenschaft kamen. Mein Onkel war ja in dem Moment alleinerziehender Vater mit zwei Kinder..............Frau erschossen.
Aber das nur als Randgeschichte, weil es mir bei dem obigen Thema einfiel.

Gruß
Herbert
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Wosch » 12. Juni 2010, 23:00

Edelknabe hat geschrieben:Und ich lasse mich gern eines Besseren belehren.
Zu deinem Textauszug "total durchleuchtet" würde ich meinen: Welche westdeutschen Dienste durchleuchteten nicht total die Neuankömmlinge in den Auffnahmelagern des Westens? Greif dich doch einfach wieder an die eigene Nase, mein Freund.

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Hallo R-M-R, Gestatte mir bitte meine eigenen Erlebnisse in einem westdeutschen Aufnahmelager deiner Meinung entgegen zu stellen! wie du sicher weißt hatte ich in der Nacht zum 7. Januar 1962 die Grenze über die Güst Horst-Lauenburg verlassen. Nachdem ich mich in Hamburg bei der Polizei gemeldet hatte wurde ich in einer sozialen Einrichtung einquatiert und bekam 2 Tage später eine kostenlose Fahrkarte der Bahn nach Friedland, indem ich ganze 10 Tage verblieb. In dieser Zeit wurde meine "Notaufnahme" von den westdeutschen Behörden abgewickelt, die mit dem abschließenden Beschluß hierrüber das Ende aller Formalitäten bedeutet hatte. Ich konnte mich seinerzeit in dem 2tägigen Aufenthalt in Hamburg, genauso wie in den 10 Tage Friedland absolut frei bewegen, schaute mir in Hamburg unter Anderem die Landungsbrücken an und machte eine Hafenrundfahrt, in Friedland bekam ich ein kleines Taschengeld, welches ich mir bei kleineren Arbeiten im Lager verdient hatte und dazu jeden Tag zwei Schachteln amerikanische "Pall-Mall". Daselbst machte ich schon am dritten Tag eine Wanderung zu der nur ein paar Kilometer entfernten Zonengrenze. In Friedland hatte ich einen Laufzettel der dazu diente verschiedene Einrichtungen zu durchlaufen wie Antrag stellen, Aufsuche der medizinischen Untersuchung, Einkleidung und wegen meiner protestantischen Konfession ein Termin bei dem Seelsorger!Ausserdem stand ein Gespräch bei einer britischen und bei einer amerikanischen Dienststelle auf der Tagesordnung. Diese " Gespräch" dauerten maximal 10 Minuten und nachdem ich dargelegt hatte, daß ich über meine Flucht nichts sagen würde, da ich unseren Fluchthelfer nicht preisgeben könnte und auch weiterhin keine militärischen Einzelheiten, speziell über die sowjetische Ludwigsluster Garnision (sebst wenn ich etwas wüßte) nicht offenlegen würde, da ich mir nicht sicher sein könnt, daß meine Mutter (als Lehrerin in der DDR) bei eventuellen undichten Stellen, Unannehmlichkeiten bekommen könnte!!! Wie gesagt, das waren die Begegnungen mit dem amerikanischen und dem britischen "Geheimdienst" Kein Druck und nur Verständniß für Jemanden, der 5 Tage vorher in der DDR gezwungen wurde, eine "freiwillige" Verpflichtungserkärung zur NVA zu unterschreiben und der seinen Termin zum Antritt in eine Panzer-Division schon in der Tasche hatte!!
Da ich mich für einen Verbleib ins Hessenland entschieden hatte, wurde ich mit meinem Notaufnahmebeschluß, neu eingekleidet und mit 150,-DM Begrüßungsgeld mit einem Kleinbus ins Notaufnahmelager Gießen verbracht, indem ich statt Befragungen von irgendwelchen Stellen nur mit Leuten zu tun hatte, die mir meinen weiteren Weg zu meinem Wunschwohnort "Kassel" ebneten und mir mit Rat und Tat, mit Anlaufadressen (Arbeit, Wohnung größtmöglichste Hilfe zu teil kommen ließen! Nachdem ich ca 2 Monate in Kassel wohnte bekam ich auch eine "Bitte" bezüglich einer bundesdeutschen Dienststelle, die mir im Grunde genommen die gleichen Fragen stellt, wie bei den Briten und Amerikanern im Notaufnahmelager: Auch damals wurden meine Antworten, "nichts zu sagen" akzeptiert und nach ca 10 Minuten war ich wieder draußen!! Ja Rainer, das wollte ich Dir noch mal hinter die Ohren schreiben, auch wenn Du es so vielleicht nicht wahrhaben möchtest, ich für meinen Teil habe mich an die "eigene Nase" gefaß und versucht Dir bei der Wahrheitsfindung zu helfen!! Für die Richtigkeit meiner Ausführungen verbürge ich mich!!

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon karl143 » 13. Juni 2010, 09:23

@ Rainer-Maria,
ich weiß, das du gerne das Salz in der Suppe suchst. Aber so einen Bericht wie von Wosch habe ich schon öfters von Flüchtlingen gehört. Zum einen kenne ich eine Menge, überwiegend aus der Zeit nach dem BGS, zum anderen, wenn alle dasselbe Erzählen, wird es nicht sein, das sich alle abgesprochen haben. Darum ist der Bericht von Wosch für mich absolut glaubhaft. Den bundesdeutschen und auch den allierten Behörden oder Diensten fehlte ein entscheidendes Merkmal, welches die Organe der DDR hatten: Die Macht über den Menschen zu entscheiden. Sie konnten nur auf freiwillige Hilfe hoffen. Aber mit Drohungen oder Erpressung über Familienmitglieder konnten sie nichts anfangen, da gab es keine Anknüpfungspunkte. Wosch, vielen Dank für den detaillierten Bericht.
karl143
 

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Turmwache » 13. Juni 2010, 19:12

...mein Vater war aus Rathenow unserem Wohnsitz ca. 3/4 Jahr vor dem Mauerbau über Westberlin in den Westen gegangen,
(nach DDR-Recht also vorbestraft, gleichzeitig, bzw. versetzt nach dem 13.8. gab es dazu seitens der DDR eine "Amnestie")mit der Maßgabe dort alles vorzubereiten und wir beide Mutter und ich sollten nachkommen.Soviel dazu.
Kurz nach dem 13.August 1961 , ich war gerade 6 jahre alt, kam er zurück.
Später zur Zeit meiner Jugendweihe erzählte er mir nur 1 x und recht wenig von beiden Lagern, Ost wie West.
Ein erstes mal hat mir die Gauckbehörde eine Akteneinsicht abgelehnt.
Turmwache
 

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Wosch » 14. Juni 2010, 07:50

Wosch hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:Und ich lasse mich gern eines Besseren belehren.
Zu deinem Textauszug "total durchleuchtet" würde ich meinen: Welche westdeutschen Dienste durchleuchteten nicht total die Neuankömmlinge in den Auffnahmelagern des Westens? Greif dich doch einfach wieder an die eigene Nase, mein Freund.

Rainer-Maria



Hallo R-M-R, Gestatte mir bitte meine eigenen Erlebnisse in einem westdeutschen Aufnahmelager deiner Meinung entgegen zu stellen! wie du sicher weißt hatte ich in der Nacht zum 7. Januar 1962 die Grenze über die Güst Horst-Lauenburg verlassen. Nachdem ich mich in Hamburg bei der Polizei gemeldet hatte wurde ich in einer sozialen Einrichtung einquatiert und bekam 2 Tage später eine kostenlose Fahrkarte der Bahn nach Friedland, indem ich ganze 10 Tage verblieb. In dieser Zeit wurde meine "Notaufnahme" von den westdeutschen Behörden abgewickelt, die mit dem abschließenden Beschluß hierrüber das Ende aller Formalitäten bedeutet hatte. Ich konnte mich seinerzeit in dem 2tägigen Aufenthalt in Hamburg, genauso wie in den 10 Tage Friedland absolut frei bewegen, schaute mir in Hamburg unter Anderem die Landungsbrücken an und machte eine Hafenrundfahrt, in Friedland bekam ich ein kleines Taschengeld, welches ich mir bei kleineren Arbeiten im Lager verdient hatte und dazu jeden Tag zwei Schachteln amerikanische "Pall-Mall". Daselbst machte ich schon am dritten Tag eine Wanderung zu der nur ein paar Kilometer entfernten Zonengrenze. In Friedland hatte ich einen Laufzettel der dazu diente verschiedene Einrichtungen zu durchlaufen wie Antrag stellen, Aufsuche der medizinischen Untersuchung, Einkleidung und wegen meiner protestantischen Konfession ein Termin bei dem Seelsorger!Ausserdem stand ein Gespräch bei einer britischen und bei einer amerikanischen Dienststelle auf der Tagesordnung. Diese " Gespräch" dauerten maximal 10 Minuten und nachdem ich dargelegt hatte, daß ich über meine Flucht nichts sagen würde, da ich unseren Fluchthelfer nicht preisgeben könnte und auch weiterhin keine militärischen Einzelheiten, speziell über die sowjetische Ludwigsluster Garnision (sebst wenn ich etwas wüßte) nicht offenlegen würde, da ich mir nicht sicher sein könnt, daß meine Mutter (als Lehrerin in der DDR) bei eventuellen undichten Stellen, Unannehmlichkeiten bekommen könnte!!! Wie gesagt, das waren die Begegnungen mit dem amerikanischen und dem britischen "Geheimdienst" Kein Druck und nur Verständniß für Jemanden, der 5 Tage vorher in der DDR gezwungen wurde, eine "freiwillige" Verpflichtungserkärung zur NVA zu unterschreiben und der seinen Termin zum Antritt in eine Panzer-Division schon in der Tasche hatte!!
Da ich mich für einen Verbleib ins Hessenland entschieden hatte, wurde ich mit meinem Notaufnahmebeschluß, neu eingekleidet und mit 150,-DM Begrüßungsgeld mit einem Kleinbus ins Notaufnahmelager Gießen verbracht, indem ich statt Befragungen von irgendwelchen Stellen nur mit Leuten zu tun hatte, die mir meinen weiteren Weg zu meinem Wunschwohnort "Kassel" ebneten und mir mit Rat und Tat, mit Anlaufadressen (Arbeit, Wohnung größtmöglichste Hilfe zu teil kommen ließen! Nachdem ich ca 2 Monate in Kassel wohnte bekam ich auch eine "Bitte" bezüglich einer bundesdeutschen Dienststelle, die mir im Grunde genommen die gleichen Fragen stellt, wie bei den Briten und Amerikanern im Notaufnahmelager: Auch damals wurden meine Antworten, "nichts zu sagen" akzeptiert und nach ca 10 Minuten war ich wieder draußen!! Ja Rainer, das wollte ich Dir noch mal hinter die Ohren schreiben, auch wenn Du es so vielleicht nicht wahrhaben möchtest, ich für meinen Teil habe mich an die "eigene Nase" gefaß und versucht Dir bei der Wahrheitsfindung zu helfen!! Für die Richtigkeit meiner Ausführungen verbürge ich mich!!

Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]


Möchte hier noch ergänzen, daß mein Aufenthalt im Notaufnahmelager Gießen 4 Tage betrug und dieses gleichzeitig als "Verteilerlager" für das Bundesland Hessen fungierte. In diesem Lager verdiente ich mein erstes "Westgeld" bei der Getränkefirma "Vorlo", die jeden Tag Leute aus dem Lager für das Be- und Entladen ihrer Lastwagen holte. Für 3 Stunden Arbeit gab es damals einen 10,-DM Schein bar auf die Hand!! Wenn ich seinerzeit nach meiner Flucht bei meiner Verwandschaft untergekommen wäre, hätte ich diese insgeamt 14 Tage "Lagerleben" nicht absolvieren müssen, ich hätte die "Notaufnahme" ohne Lager innerhalb eines Tages bestreiten können!!
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon karl143 » 14. Juni 2010, 08:30

@ RM,
das es im Westen überhaupt Lager gab, lieber RM, lag unter anderem auch an der Verwaltungsstruktur der Bundesrepublik sowie an der Vielzahl von Übersiedlern und Flüchtlingen. Zum einen war es sinnvoll eine Anlaufstelle zu haben. Der Nebeneffekt, dort auch die Leute zu befragen war sicherlich nicht der Hauptgurnd. Das hätte man auch hinterher an den Wohnorten machen können, es wäre nur aufwändiger gewesen. Diese Lager dienten auch der Verteilung der Menschenmassen. Denn es waren bedeutend mehr Flüchtlinge im Westen als es Übersiedler West- Ost gab. Und die Bundesrepublik ist ein förderatives Staatsgebilde. Und jedes Bundesland achtet da auf eine gerechte Verteilung der Menschen. Was auch verständlich ist. Es gab da schon immer Verteilungsschlüssel. Zuletzt bei den Übersiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion. Wenn da in manchen Jahren über 100.000 Menschen kommen, muß das auch von der Verwaltung und ganzen Logistik zu bewältigen sein.

Die DDR im Gegensatz dazu als zentralistischer Staat, hatte dieses Problem nicht. Die Bezirke konnten sich sicherlich nicht gegen Übersiedler wehren, wenn sie diese "aufgedrückt" bekamen. Und auch die Verwaltung war zentralistisch aufgebaut. Diese Lager dienten nur zu Durchleuchtung und Überprüfung. Warum sonst durften sie nicht verlassen werden?
karl143
 

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Ernest » 14. Juni 2010, 10:53

karl143 hat geschrieben:@ RM,
das es im Westen überhaupt Lager gab, lieber RM, lag unter anderem auch an der Verwaltungsstruktur der Bundesrepublik sowie an der Vielzahl von Übersiedlern und Flüchtlingen. Zum einen war es sinnvoll eine Anlaufstelle zu haben. Der Nebeneffekt, dort auch die Leute zu befragen war sicherlich nicht der Hauptgurnd. Das hätte man auch hinterher an den Wohnorten machen können, es wäre nur aufwändiger gewesen. Diese Lager dienten auch der Verteilung der Menschenmassen.

Die DDR im Gegensatz dazu als zentralistischer Staat, ......................... Diese Lager dienten nur zu Durchleuchtung und Überprüfung. Warum sonst durften sie nicht verlassen werden?


Karl, du sprichst genau den richtigen Punkt an. Der "Knackpunkt" ist nämlich diese Bezeichnung """Lager""". Sehr schnell passiert es, dieses, egal in welchem Zusammenhang, gleichzusetzen.
Lager West ist nämlich nicht gleich Lager Ost.
Erinnere dich, es ging um den BGS, da schrieb ich, der BGS wäre , wenn möglich, wohl mein erster Ansprechpartner gewesen, wenn ich (gesetzt der Fall) abgehauen wäre. Ganz einfach, weil ich ja hilflos im "Raum" stehe und erst mal einen Ansprechpartner brauche, um zu wissen, wie es nun weiter geht. Auch um ganz einfach zu sagen, wie ich schrieb: ""Hier bin ich und hier will ich bleiben............wie geht es nun weiter""
Und nichts anderes waren zum Beispiel die Auffang-, Durchgangslager wie Friedland, Gießen oder Uelzen.
Im Grunde waren es nur nur Auffang- und Anlaufstellen, die alle Vorraussetzungen schaffen sollten, damit ich mit allen Formalitäten ausgestattet zum Bundesbürger werde und die Entscheidung treffen kann, wie und wo mein Leben nun weiterlaufen soll. Nicht jeder hatte Verwandtschaft, wo klar war, wo ich später leben will.
Darum ist wohl die Bezeichnung Lager auch sehr irreführend und wird schnell mit den Lagern in der DDR verglichen.

In der DDR war diese Bezeichnung wohl eher angebracht. Hier wurde man lagermäßig festgehalten, isoliert und abgeschottet. Für ehemalige Flüchtlinge, die zurückkamen, sollte es wohl Strafe, Mahnung und Warnung zugleich sein, damit sie wissen, wie man mit "Abtrünnige" verfährt. Für sie und auch für die anderen, sollte es aber auch eine gewisse Gehirnwäsche sein, um sie auf die sozialistische Ideologie einzustimmen. Erst wenn man der Meinung war, dieses wäre gelungen, hatten sie wohl eine Chance, dieses Lager zu verlassen.
Mir kommt da ein Vergleich in den Sinn.................
Wir hatten zu DDR-Zeiten viele Vietnamesen in unserem Betrieb, speziell in der Abteilung meiner Frau. Es wurden Patenschaften übernommen und dergleichen. Wir hatten ein befreundetes "Ehepaar". Haben sich hier kennengelernt, geheiratet und wollten nach der Wende wieder nach Hanoi, ihrer Heimatstadt, zurück. Hier bleiben wollten sie nicht, aber gleichzeitig dachten sie auch mit Grausen, an das was kommen wird. Sie sollten erst für Monate ein Lager durchlaufen, wo sie idelogisch auf das neue Leben eingestellt werden sollten. Auf die Frage nach dem "Warum"...........man hatte Angst, sie könnten fremdes Gedankengut ins Land bringen, was nicht ins System paßt. Es war einfach gesagt, eine reine Gehirnwäsche, die sie durchlaufen sollten, abgeschottet von allem.
Zwei Tage vor ihrer Abreise waren sie zur Verabschiedung noch einmal bei uns......Ihr Gefühl war eine Mischung aus Wehmut, Traurigkeit, Freude und auch eine gewisse Angst....Angst vor die kommenden Monate.

Ich glaube diesbezüglich könnte man beide Lager schon gut vergleichen. (Vietnam-ehemalige DDR)
Sollte auch nur ein kleines Beispeil sein, was mir einfiel.

Was die Durchgangslager im damaligen Westen betrifft, so ist es natürlich logisch, daß auch übergeordnete Stellen präsent waren, um zu durchleuchten, wen man aufnahm und welche Beweggründe er hatte. Wosch schrieb ja, es waren einfache Befragungen, die durchgeführt wurden. Und wie gesagt, deren Sinn versteht jeder.
Wäre ich an der Grenze abgehauen, würde man, für mich logisch, auch erst einmal wissen wollen, mit wem sie es zu tun haben, welche Beweggründe ich habe und wen sie sich ins Land holen. Das ist eine normale Standartprozedur, die sich jedoch nicht als hinderlich, quälend oder nachteilig darstellt.

Wie gesagt, die Bezeichnung Lager (West) ist für mich irreführend und hat auch nichts mit dem zu tun,was man allgemein unter Lager vesteht.
Da sollte keiner festgehalten, isoliert und zeitlich weggesperrt werden...................ganz im Gegensatz zu den Aufnahmelagern in der DDR, wo eine Isolierung erwünscht war und auch durchgesetzt wurde.

Gruß
Herbert
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 14. Juni 2010, 17:30

Herbert, da schweben doch Drei auf einer ideologischen Schiene, auf einer Wellenlinie.So du, Wolfgang und Karl. Hab ich es wieder schwer als Einer, der sein Land liebte und möglichst heute noch in Schutz nimmt. Fang ich mal bei Wolfgang, unserem wosch an.
Ich sage mal zum damaligen Zeitpunkt ein junger Kerl, noch leicht grün hinter den Ohren, lebensunerfahren,noch ein junger Habenichts, überhaupt was wollte da eine bestimmte Stelle, ich nenn sie mal "BEFRA"-(Befragungsstellen des BND mit befreundeten Diensten), also was wollte diese BEFRA da schon groß fragen?
Sollte er ihnen erzählen, das er der Schnapsholer für die sowjetischen Soldaten war( Zitat wosch), oder sonst irgentwelchen belanglosen Kram?
Ich habe etwas gefunden über die og. "BEFRA"im Buch von Heinz Felfe, Im Dienste des Gegners, aber da es ein längerer Absatz ist, werd ich ihn erst heute Abend einstellen können.
Danach könnte man weiterdiskutieren.Und Wolfgang hätte sich garnicht die Mühe machen müssen, so einen langen Text zu schreiben, denn wie geschrieben, er war ja fast noch ein Kind, ein Junge von so 21 Jahren, ich lass mal das Wort "Mann" weg und verwende bewusst den Jungen.
Da war doch nix, was da wiederrum interessant für einen BND sein konnte?
Bis heute Abend.

Rainer-Maria

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon icke46 » 14. Juni 2010, 18:03

Hallo, RMR,

das Stichwort in dem Zusammenhang ist "Hauptstelle für Befragungswesen", wird auch in Wikipedia unter dem Eintrag für den Bundesnachrichtendienst aufgeführt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesnachrichtendienst

Fand das irgendwie witzig, dass ich jahrelang in Hannover an dieser Dienststelle vorbeiging und mich immer im Stillen fragte, was das sein soll - bis ich eines Tages - noch zu Vor-Internetzeiten - in verschiedenen Büchern die Erklärung fand.

Gruss

icke
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon karl143 » 14. Juni 2010, 18:14

Hallo Icke,

ja in Hannover war eine der "Hauptstellen" In der Organisation des BfV eine Hirarchie darunter: Die "Zentrale Befragungsstelle" sozusagen als Nebenstelle.
Standorte u. a. Helmstedt. Dort mitten in einem reinem Wohnviertel im s. ö. Helmstedt gelegen. Und ohne Schild an der Tür.

Eine der Nebenstellen befand sich in Hannover in der Möckernstraße 30.
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Alpha4550 » 14. Juni 2010, 18:30

In Berlin- Marienfelde befindet sich ein ehemaliges Aufnahmelager für Übersiedler aus der DDR . Dieses fungiert heute als Museum. Hier wird auch recht ausführlich über die Aufnahmelager in der ehemaligen DDR informiert.Es hat tatsächlich eine Vielzahl von Übersiedlern von West nach Ost gegeben. Komischerweise wird nirgendwo hierüber berichtet. Ich selbst habe erstmals von einem Amerikaner erstmals etwas zu dieser Thematik erfahren. Er hat früher in Berlin Marienfelde gearbeitet und Übersiedler aus der DDR befragt.
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Zermatt » 14. Juni 2010, 19:10

Da gabs ja auch noch diejenigen,die von Ost nach West geflohen sind und dann wieder zurück in den Osten wollten.
Ob die das später bereut haben ?
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 14. Juni 2010, 19:33

Edelknabe hat geschrieben:Welche westdeutschen Dienste durchleuchteten nicht total die Neuankömmlinge in den Auffnahmelagern des Westens?
Rainer-Maria



Klare Antwort: Das "Lager" hieß nur so, es gab keine Kontrollen, eine Durchleuchtung gab es nicht, nur eine kurze Befragung, wo du den alles hättest erzählen können. Wosch hat das schon richtig geschildert, auch 20 Jahre später war es kaum anders...ich habe allerdings nicht Schriftliches hinterlassen, nach 4 Tagen hatte ich den neuen Ausweis in der Tasche- und das dauert nur deshalb so lange, weil Weihnachten war....in Berlin.

AZ [wink]
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Turmwache » 14. Juni 2010, 20:50

Zermatt hat geschrieben:Da gabs ja auch noch diejenigen,die von Ost nach West geflohen sind und dann wieder zurück in den Osten wollten.
Ob die das später bereut haben ?


...wie schon erwähnt, mein Vater kam danach zurück, weil wir nicht mehr hinterher konnten.
Bereut???
Wichtig war, daß wir als Familie wieder zusammen kamen.
Ein Klassenkamerad wohnte 10 Jahre (POS-wir wurden 1962 eingeschult) bei seiner Oma-hatte ALLES aus dem Westen, Eltern durften erst relativ spät kommen. oder garnicht*, da Republikflucht eben illegal und unter Strafe stand.
*weiß ich nicht mehr.
Nur eben eins hatte er nicht, seine Eltern!
Wie sich das mit meinem Vater auf mich auswirkte, erkläre ich später nochmal.
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Ernest » 14. Juni 2010, 21:46

Edelknabe hat geschrieben:Herbert, da schweben doch Drei auf einer ideologischen Schiene, auf einer Wellenlinie.So du, Wolfgang und Karl. Hab ich es wieder schwer als Einer, der sein Land liebte und möglichst heute noch in Schutz nimmt.
Rainer-Maria


Hallo Rainer-Maria,
Wieso hast du es schwer ??? Wir führen doch hier keinen ideologischen Kampf aus. Eigentlich unterhalten wir uns nur über dieses Thema, wo jeder seine Erfahrungen und seine Meinung wiedergibt. Muß es da am Ende immer Gewinner und Verlierer geben? Muß da am Ende immer nur einer Recht haben ?
Du siehst das alles immer zu ernst, denn keiner will den anderen "niedermachen".
Alle die rüber gemacht sind, haben es doch am eigenen Leibe erlebt, es sind ihre Erfahrungen. Ich bin auch in der DDR groß geworden, es war auch mein zu Hause. Ich rede auch nicht alles schlecht, weil eben nicht alles schlecht war. Nur es gibt auch Fakten, die ich akzeptieren muß, weil es eben so war. Warum gegen die Wahrheit ankämpfen? Es war nun mal nicht alles rosig, vor allem, beim Blick hinter die Kulissen.

Allgemein gesehen............
Sich darüber auszutauschen macht Spaß, ewig nur zu streiten ermüdet..........mir geht es jedenfalls so.
Wenn selbst die kleinste banale Bemerkung als Anlaß genommen wird, sie anzuzweifeln und in Kontrastellung zu gehen, nur um den anderen zu zwingen, daß er sich rechtfertig, alles untermauern und selbst sein Innerstes nach außen krempeln muß, nur um glaubhauft zu wirken........mir ist das auf die Dauer zu viel.

Aber fass das nicht verkehrt auf, es ist wirklich nicht böse gemeint. Das Letztere meinte ich eh allgemein.

Zermatt hat geschrieben:Da gabs ja auch noch diejenigen,die von Ost nach West geflohen sind und dann wieder zurück in den Osten wollten.
Ob die das später bereut haben ?

Hallo Zermatt......
Ich hatte ja in meinen letzten Berichten von zwei Fällen aus meiner Familie geschrieben.
Ernest hat geschrieben:............wie ich ihn in einem anderen Thread nannte, "Kusscousin". Geflüchtet und in den 60er Jahren wieder zurück gekehrt, mußte er auch dieses Lager durchlaufen, so gesehen, nur ein Steinwurf von seinem Zuhause......
Ernest hatte geschrieben:
Ich schrieb ja schon einmal von meiner Patentante.
Als sie dann volljährig war, kam sie wieder in die DDR zurück, heiratete hier, studierte und bis zur Rente war sie dann als Unterstufenlehrerin tätig.

Zu meinem Kusscousin hatte ich etwa bis Mitte meiner Lehrzeit Kontakt (1971). Wobei es während der Lehre zwangläufig seltener war, da ich ja außerhalb lernte. Er heiratete dann, hatte drei Kinder. Wenn wir uns trafen und unterhielten, machte er immer einen zufriedenen Eindruck. Nur wie es in seinem Kopf aussah, ob er da etwas bereute, kann ich nicht sagen.
Zu meiner Patentante hatte ich intensiven Kontakt. Also von ihr kann ich mit Bestimmtheit sagen, sie hat nichts bereut. Sie war mit ihrem Leben zufrieden.

Aber ich gehe mal davon aus, es wird einige gegeben haben, die sich im Nachhinein sagten, es könnte ein Fehler gewesen sein. Es ist natürlich nur eine Annahme von mir.

Gruß
Herbert [hallo]
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 14. Juni 2010, 22:00

icke, danke für deinen Hinweis und es wird wohl erst morgen mit dem Textauszug von Herrn Felfe. Und Jörg, du " Frischling" zur damaligen Zeit, du warst doch ebenfalls noch so ein unbeschriebenes Blatt, auf dessen Wissen die Dienste des BND locker verzichten konnten.
Denkt doch einfach nur mal an euer Alter, damaliges Alter. Ihr wart so herlich dumm und unbedarft,fast so alt wie ich, als ich zu den Grenztruppen einrückte. Nur, ich war kein Habenichts mehr, das schrieb ich schon einmal, hatte da was zum Festhalten, eine Familie und dumm, zum Teil naiv war ich dennoch, gebe ich offen zu.
Ihr wollt mir doch nicht ernsthaft erzählen, das mein Vortext nicht zutraf, oder? Denn das hieße doch, ihr wärt so kleine jugendliche Schlaumeier schon damals gewesen und da müsste ich jetzt leicht lächeln, über so viel Selbstüberschätzung.
Herbert, ich las deinen Text noch auf den letzten Augenblick und meine, hier ist das Forum der Contra, nicht der Pro-DDR.Ich denke auch, da liege ich nicht falsch. Das wollt ich mit der "ideologischen Schiene" ausdrücken. Nimm Hans-Peter, meinen speziellen Freund, er ist Einer, er hatt seine 31 Monate Strafvollzug in der DDR noch nicht abgelegt, es lebt noch in ihm und permanent versucht er die alten Genossen vor zu führen, ja, er lästert über Sie und dummerweise bietet ihm hier im Neuen Forum keiner Parolie, weil eben (fast) alles Gleichgeschaltete hier schreiben.
Versucht man ihn zu nageln, ihn auf eine bestimmte Aussage zu nageln, sucht er den Schutz der Admins, er "fühle sich privat belästigt", so seine Aussage per PM.
Ist so eine vernünftige Diskussion möglich, so sage mir und ich bin bestimmt der Letzte, der nicht auch Fehler am System der DDR erkennt, sie zugibt?

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Hans-Peter » 14. Juni 2010, 23:25

Edelknabe hat geschrieben:icke, danke für deinen Hinweis und es wird wohl erst morgen mit dem Textauszug von Herrn Felfe. Und Jörg, du " Frischling" zur damaligen Zeit, du warst doch ebenfalls noch so ein unbeschriebenes Blatt, auf dessen Wissen die Dienste des BND locker verzichten konnten.
Denkt doch einfach nur mal an euer Alter, damaliges Alter. Ihr wart so herlich dumm und unbedarft,fast so alt wie ich, als ich zu den Grenztruppen einrückte. Nur, ich war kein Habenichts mehr, das schrieb ich schon einmal, hatte da was zum Festhalten, eine Familie und dumm, zum Teil naiv war ich dennoch, gebe ich offen zu.
Ihr wollt mir doch nicht ernsthaft erzählen, das mein Vortext nicht zutraf, oder? Denn das hieße doch, ihr wärt so kleine jugendliche Schlaumeier schon damals gewesen und da müsste ich jetzt leicht lächeln, über so viel Selbstüberschätzung.
Herbert, ich las deinen Text noch auf den letzten Augenblick und meine, hier ist das Forum der Contra, nicht der Pro-DDR.Ich denke auch, da liege ich nicht falsch. Das wollt ich mit der "ideologischen Schiene" ausdrücken. Nimm Hans-Peter, meinen speziellen Freund, er ist Einer, er hatt seine 31 Monate Strafvollzug in der DDR noch nicht abgelegt, es lebt noch in ihm und permanent versucht er die alten Genossen vor zu führen, ja, er lästert über Sie und dummerweise bietet ihm hier im Neuen Forum keiner Parolie, weil eben (fast) alles Gleichgeschaltete hier schreiben.
Versucht man ihn zu nageln, ihn auf eine bestimmte Aussage zu nageln, sucht er den Schutz der Admins, er "fühle sich privat belästigt", so seine Aussage per PM.

Ist so eine vernünftige Diskussion möglich, so sage mir und ich bin bestimmt der Letzte, der nicht auch Fehler am System der DDR erkennt, sie zugibt? Rainer-Maria


Ich bitte um Entschuldigung, dass ich hier etwas aus einem anderen Thread kopiere. Aber es ist Rainer-Marias für meine Begriffe indiskrete Frage an mich, auf der er sich hier in diesem Thread bezieht. Und die Information von Karl-Heinz, nachdem ich mich mit einer Beschwerde an das Forumteam gewandt hatte.

Aus dem Thread: Der letzte Henker

karl143 » 11. Juni 2010, 09:45

Edelknabe hat geschrieben:Hans-Peter, nur mal eine Frage ob deiner schwierigen Kindheit und späteren Ehe. Hast du eigentlich Kinder, so von deiner Frau und dir gezeugt, in Liebe gezeugt?
Das würde es mir vereinfachen, die auf deine Texte hier im Fred zu antworten, eine sinnvolle darauf Antwort zu finden. Rainer-Maria

Hallo Rainer-Maria,
das sind Dinge, die hier nicht reingehören. Akzeptiere bitte die Privatspähre jedes einzelnen hier. Wir wollen uns mit der Geschichte Deutschlands und der Teilung und Wiedervereinigung auseinandersetzen, dazu ist es wirklich nicht nötig, Familenverhältnisse zu kenne, bzw. sich dahingehend zu outen..
VG
Karl-Heinz


Rainer Maria, ich bitte dich nochmals ersthaft, bleibe hier beim wirklichen Thema in diesem Thread "Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR" und lenke nicht mit unbegründeten Attacken gegen meine Person ab. Danke mit freundlichen Grüßen Hans-Peter
Hans-Peter
 

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 14. Juni 2010, 23:41

Hans-Peter, warum fragte ich dich im" Letzten Henker der DDR", danach, ob du Kinder hast/hattest? Weil du einen Herrn Teske in der Wertung seiner Schwere der Schuld über einen brutalen Kindermörder der DDR gestellt hast. Ich denke, ich liege nicht falsch mit meinem Text, mein spezieller Freund.
Du hast diese Zeit damals im Strafvollzug der DDR noch nicht abgelegt, nein, sie pulsiert noch in dir und ich schrieb dir mal per PM, du bist ein Schlitzohr,besser ausgedrückt, eine falsche Schlange, hälst wohl Andere für ein bißchen dumm, so sinngemäß würde ich es benennen.
Bedenke einmal deinen Auftritt im anderen Grenz-Forum, so zum Anfang recht qualitative Beiträge und auf einmal kam der Hammer....weswegen hatte man dich eigentlich damals des Forum verwiesen? Könntest du mir da eventuell helfen....?

Rainer-Maria
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Hans-Peter » 15. Juni 2010, 00:40

Rainer-Maria, ich habe mich im Januar 2010 bei Angelo und den ganzen Usern öffentlich für meine Stänkereien im Herbst 2009 im von Dir genannten Grenzforum entschuldigt und zu meinen Fehlern Stellung bezogen und mich dazu bekannt. Auch hier habe ich bei meinem Anmelden erklärt, wer ich im anderen Forum war und dort aus Frust gestänkert habe. Und nun gebe bitte endlich Ruhe und Frieden und unterlasse bitte weitere verbale Angriffe auf und gegen meine Person. hp
Hans-Peter
 

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon CaptnDelta » 15. Juni 2010, 03:25

Edelknabe hat geschrieben:Hans-Peter, warum fragte ich dich im" Letzten Henker der DDR", danach, ob du Kinder hast/hattest? Weil du einen Herrn Teske in der Wertung seiner Schwere der Schuld über einen brutalen Kindermörder der DDR gestellt hast. Ich denke, ich liege nicht falsch mit meinem Text, mein spezieller Freund.

Hallo Rainer-Maria,

Du solltest mal die Lesebrille putzen, und versuchen nicht so oberflaechlich zu lesen bevor Du wie wild um Dich postest. Genau das hat eben HP nicht gesagt. Also, bitte, liess das ganze nochmal, und diesmal verstehend.

Allerdings, auch wenn dem so waere, Familienangelegenheiten gehoeren nicht hier her, wenn die nicht von alleine kommen. Deine Nebelstocherei im persoenlichen Leben anderer nervt, und ist bewiesenermassen eher flach und unzutreffend. Manchmal koennte man meinen, in Leipzig war ein nicht zu unterschaetzender Anteil der Bevoelkerung so unterversorgt, da gabs nicht mal 'ne Kinderstube.

Edelknabe hat geschrieben:Bedenke einmal deinen Auftritt im anderen Grenz-Forum, so zum Anfang recht qualitative Beiträge und auf einmal kam der Hammer....weswegen hatte man dich eigentlich damals des Forum verwiesen? Könntest du mir da eventuell helfen....?

Wiederum etwas worueber Du sehr wenig weisst, z.B. urspruengliche Ursache, Wirkung, etc. Deine Suggestivfragerei auf diesem Kindergartenniveau ist nervig, und Du machst Dich damit laecherlich.

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon CaptnDelta » 15. Juni 2010, 06:41

Mal wieder was zum Thema,
@Rainer-Maria: Ich weiss ja net warum du dich in dieses Thema so reinsteigerst, ist ja fast wie als wenn Dir Augenzeuge/Joerg die Montage der SM70 erklaeren moechte [flash], aber hier noch ein Beitrag, mal sehen was Dir dazu einfaellt.

Bei uns war's - wie schon gehabt - aehnlich, da war nach der Einreise keinerlei Befragung durch BND oder BfV/LfV.
Nun war allerdings mein Vater Abteilungleiter in einem Elektronikbetrieb, welcher auch Komponenten fuer die Ruestung herstellte. Mein Vater hatte einen IM-Vorlauf von Anfang der 70er Jahre (welcher aufgegeben wurde, und welchen wir erst nach der Wende in den Akten entdeckten), und zwei unserer engeren Verwandten aus der Bundesrepublik hatten vorher (Mitte der 70er) Werbungsversuche des MfS bei Besuchen in der DDR - welche diese auch bei der Rueckkehr in die Bundesrepublik berichteten. Trotzdem, bei unserer Einreise in die Bundesrepublik keinerlei Befragung, Repressalien oder sonstige geheimdienstliche Aktionen, nur der muendliche Hinweis durch die Zoellner in Hof, etwaige Vorkommnisse bitte bei den entsprechenden Behoerden zu melden. Sonst nix, nada.

Solche Faelle koennte ich noch ein gutes Dutzend erzaehlen. Einer ein Kinderarzt/Leiter Poliklinik. Ein anderer Ingenieur in Chemnitz. Ein dritter Angestellter der Reichsbahn. Und so weiter, ueberall das gleiche, kein Geheimdienst wollte da was wissen. Muesste nur erst telefonieren, um mir Erlaubniss zu holen, dies hier zu veroeffentlichen.

Wenn Du (aus dem Felfe Buch zitierend), die Abschoepfung der aus russischer Gefangenschaft heimkehrenden Soldaten durch die Organisation Gehlen meinst, dies ist ausreichend dokumentiert. Allerdings, nachdem bis 1955 so ziemlich alle Kriegsgefangenen aus sowjet. Gefangenschaft entlassen waren, versiegte diese Quelle. Die immer noch zustroemenden Zivilisten hatten nicht das gleiche Wissen oder Potential, somit gab man dies groesstenteils auf. Ausserdem hatte man bis dahin auch schon bessere Moeglichkeiten zur Spionage.

Uebrigens, mal danke an wosch fuer die Dokumente aus Giessen. [super]
Hier mal wie das 20 Jahre spaeter aussah. Die Buerokratie hatte Einzug gehalten, nix mehr Handgedichtetes, es war nur noch ein Formular [mad].
Meine Wenigkeit ist Numero 3.
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon karl143 » 15. Juni 2010, 09:42

RM,
du solltest jetzt mal einen eindeutigen Kurs einschlagen. Entweder war nun die Stasi unseren ganzen Geheimdiensten haushoch überlegen, oder waren die westdeutschen Geheimdienste so clever und penetrant in der Verfolgung von Übersiedlern? Ich weiß von der ZBS in Helmstedt, das die Leute da manchmal nach 10 Min. wieder vor der Tür standen und fertig waren. Was für Informationen wollte man bei einem Zivilisten denn abschöpfen? Anders sah es natürlich aus wenn ein Angehöriger der GT kam. Und glaube mir, die haben aus Freude an der künftigen Freiheit alles erzählt. Was meinst du wohl, wo die ganzen Informationen für Salzgitter herkamen, oder die Namen unter den Fotos in unseren Streifenmappen? Aber da ging es nur um Namen, und um Kleinigkeiten. Es ging nie um das Ziel, welches die Stasi hatte, den anderen Staat zu unterwandern.
karl143
 

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 15. Juni 2010, 16:57

Edelknabe hat geschrieben: Und Jörg, du " Frischling" zur damaligen Zeit, du warst doch ebenfalls noch so ein unbeschriebenes Blatt, auf dessen Wissen die Dienste des BND locker verzichten konnten.
Denkt doch einfach nur mal an euer Alter, damaliges Alter. Ihr wart so herlich dumm und unbedarft,fast so alt wie ich, als ich zu den Grenztruppen einrückte. Nur, ich war kein Habenichts mehr, das schrieb ich schon einmal, hatte da was zum Festhalten, eine Familie und dumm, zum Teil naiv war ich dennoch, gebe ich offen zu.
Ihr wollt mir doch nicht ernsthaft erzählen, das mein Vortext nicht zutraf, oder? Denn das hieße doch, ihr wärt so kleine jugendliche Schlaumeier schon damals gewesen und da müsste ich jetzt leicht lächeln, über so viel Selbstüberschätzung.

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Hallo Rainer,

du machst einen Denkfehler. Mein Bericht oben, über das Notaufnahme Lager Berlin-Marienfelde, ist allgemein gehalten. Er beschreibt die tatsächlichen Umstände dort, die auf alle Menschen zutrafen!!!!

Das hat nichts mit Schlaumeier zu tun und auch nicht mit Selbstüberschätzung, es war einfach so. Und eins will ich dir noch sagen. Wenn man 2 Jahre auf die Ausreise warten muss, da passieren zwischenzeitlich so viele Dinge, dass du schnell erwachsen wirst, sehr schnell sogar.

Kannst du dir vorstellen, an was man da alles denken muss, wenn man mit etwas Überlegung an so eine Sache rangeht? Da laufen in deinem Kopf Dinge ab, die andere bis 30 nicht im Traum bewältigt haben. Und mit 21 ist man danach kein dummer Junge mehr. Aber woher willst du das auch wissen....vielleicht erzähle ich es dir ja mal......
Gruß, Jörg
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon seaman » 15. Juni 2010, 21:49

karl143 hat geschrieben:Genauso wie es im Westen für Übersiedler und Flüchtlinge Aufnahmelager gab, hatte die DDR auch solche Einrichtungen für Übersiedler, welche von West nach Ost siedelten. Der größere Teil der Übersiedlung geschah vor 1961. Gründe waren Unzufriedenheit mit der Politk der Bundesrepublik, Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei, zum Teil auch Angst vor Bestrafung nach Gesetzesübertretungen.

Anders als in der Bundesrepublik wurden die Übersiedler in der DDR für eine gewisse Zeit aber regelrecht weggesperrt. Das heißt, sie durften das Lager auch nicht verlassen, hatten in dieser Zeit noch keine Personalpapiere und wurden ohne Ausnahme total durchleuchtet.

Von der “Gegenbewegung“ ist eher selten die Rede. Dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass es „Westflüchtlinge“ gegeben hat.

“Die Motive der Umsiedler waren verschieden: Oft gab es persönliche Gründe, die Familie war in der DDR, Erbschaften, Menschen die in die BRD ausgereist waren und zurückkommen wollten, da sich Hoffnungen nicht erfüllt hatten. Vereinzelt kamen auch vom Sozialismus überzeugte Menschen, um in der DDR zu leben. Die Einreisenden waren größtenteils Deutsche, nach 1989 kamen viele Juden und Palästinenser.“ (Textquelle: mybrandenburg.net) Die meisten von ihnen landeten im Zentralen Aufnahmeheim (ZAH) des Zepernicker Ortsteils Röntgental (heute Panketal).



Die Geschichtswerkstatt des bbz Bernau e.V. hat Hintergründe der „sagenumwobenen“ Einrichtung recherchiert und berichtet folgendes:

Der Weg des Umsiedlers:
Der Mensch wurde registriert und untergebracht, dabei wurde nach Religion, Kultur und politischen Ansichten sortiert. Längst nicht jeder sollte mit dem anderen in Kontakt kommen.

Untergebracht wurde hauptsächlich in Doppelzimmern.
Danach bestand das Leben im Heim im wesentlichen aus Langeweile und Warten. Das Gelände durfte nicht verlassen werden. Kultur konnte ausgelebt werden, Sport und Freizeitvergnügen wie Grillen waren möglich. Post durfte empfangen, aber nicht gesendet werden. Teilweise durfte aber telefoniert werden.

Die Menschen wurden unterschiedlich behandelt, je nach dem, welcher Hintergrund sie in die DDR geführt hatte. Oft gab es 2x pro Woche Dia-Vorträge über die DDR, um die Menschen auf ihre neue Heimat vorzubereiten. Fernsehen und Radio gab es natürlich nur als „Stimme der DDR“. Alle Einreisewilligen wurden während einer Eingangsuntersuchung medizinisch durchleuchtet. Angeblich machte die DDR zu dieser Zeit schon AIDS-Tests.
Mit allen Umsiedlern wurden „Gespräche“ geführt. Gesprächspartner waren dabei Kriminalpolizei (normale Umsiedler) oder die Stasi. Teilweise wurden die Menschen wieder und wieder zu den selben Sachverhalten befragt und mussten ihr gesamtes Vorleben darlegen.

Alle Betroffenen beschrieben diese Gespräche als sehr zermürbend und verunsichernd. Durch die Abschirmung und die Einschränkung entstand ein enormer psychischer Druck auf die Heimbewohner. Dazu kam bis zum letzten Tag die Unsicherheit, ob eine Einreise genehmigt werden würde.
Das Personal wurde von allen als höflich und korrekt beschrieben, fast schon gezwungen freundlich. Auch das Essen war reichlich.
In den Gesprächen mit der Kripo wurde die Identität der Personen überprüft, Rückfragen ins Ausland wurden gestellt. Bei strafrechtlichen Belangen wurde die Person zurückgeschickt. Auch “Asozialen” oder „faulen“ Menschen wurde die Einreise verweigert.

Der MfS befasste sich mit politisch Verfolgten, die Zugehörigkeit zu Parteien wurde überprüft, politische Einstellungen erforscht. Intensiv wurde nach Spionen und Staatsfeinden gefahndet. Immer wieder mussten neue Fragebögen ausgefüllt werden. Allen Betroffenen wurde ein extremes Mißtrauen entgegen gebracht.
Aus Stasiakten ist zu ersehen, daß unter die “Einwanderer” auch Stasispitzel geschleust wurden und das Mißtrauen gerechtfertigt war. Auch die Kripo wusste nicht, wer ein Spitzel der eigenen Stasi war.

Der Aufenthalt dauerte normalerweise zwischen 4-6 Wochen, konnte aber bis zu einem halben Jahr andauern.
Wenn die Aufnahme positiv entschieden wurde, wurden die Menschen in Bezirksheime weitergeleitet, von da aus dann in eigene Wohnungen und an Arbeitsplätze. Mitspracherecht hatten die Einreisenden nicht, Wünsche nach Städten oder Arbeit konnten geäußert werden, waren aber eben nur Wünsche, denen meist nicht entsprochen wurde. Noch lange nach ihrer Ankunft in der DDR wurden die Menschen stark überwacht.




Wer erfindet solche Texte?
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon karl143 » 15. Juni 2010, 22:02

Auf diesen Zweizeiler erwartest du doch sicher keine Antwort. Ansonsten hilft vielleicht ne Brille.
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