Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Was dachte der DDR Bürger über den deutschen in der Bundesrepublik. Was hielt der Bundesdeutsche vom DDR Einwohner? Unterschiedliche Ansichten bestehen heute noch. Was drücken sie aus, was wird erwartet?

Re: DDR - Wortschöpfungen

Beitragvon Nostalgiker » 19. Februar 2012, 11:51

Taigatrommel

wer kennt noch diese Bezeichnung?

Gruß
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Re: DDR - Wortschöpfungen

Beitragvon SkinnyTrucky » 19. Februar 2012, 11:58

Nostalgiker hat geschrieben:wer kennt noch diese Bezeichnung?


Ich denk mal jeder....





Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: DDR - Wortschöpfungen

Beitragvon Edelknabe » 19. Februar 2012, 13:52

"Mumpelspritze"...nie gehört bei den Grenztruppen. Das Wort Mumpeln geht in Ordnung, das galt wenn mich nicht alles täuscht sogar für die kleinen trichterförmigen Minen der 501-Anlage.

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Re: DDR - Wortschöpfungen

Beitragvon vs1400 » 19. Februar 2012, 22:30

Edelknabe hat geschrieben:"Mumpelspritze"...nie gehört bei den Grenztruppen. Das Wort Mumpeln geht in Ordnung, das galt wenn mich nicht alles täuscht sogar für die kleinen trichterförmigen Minen der 501-Anlage.

Rainer-Maria


hallo Rainer,

ich muss es einfach loswerden. [wink]
in den grenzdienst einheiten war dieser begriff wohl bekannt, zumindest in schierke. [flash]

gruß vs
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Re: DDR - Wortschöpfungen

Beitragvon andr.k » 19. Februar 2012, 23:20

Dazu kam noch das Auf,- und Abmumpeln, sprich Magazin laden und entladen. Ich erinnere mich noch, dass wir zum Entladen das zweite Magazin nahmen und so die 7,62 mm mit den Rücken des Magazins raus drückten bzw. geschoben haben. Anschließend kamen die Mumpels, auf ein kleines Brett und nach Zählung in die Waffenkammer. Ich hoffe mein Spieß/ Hauptfeld liest das nicht und wenn doch, verzeihe mir "Bitte" [peinlich] .
Lange ist es her..... [denken]

Gruß Andreas
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Re: DDR - Wortschöpfungen

Beitragvon Edelknabe » 20. Februar 2012, 05:17

Warum habt ihr das Ding, die Kaschi (Kalaschnikow) nicht gleich Musspritze genannt? Dafür "Mumpelspritze" ne, also ich weiß nicht, das klingt doch beschissen. Bei uns im Norden hieß das Ding abgekürzt Kaschi oder so ähnlich. Es kann sich ja gerne noch Einer von den Kompanien im Nordabschnitt dazu äußern.

Rainer-Maria der noch meint "kaschi" klingt so ähnlich wie das übliche Mannschaftsessen bei den Freunden in den Kasernen damals, da hieß das glaube ich Kascha? Dieser sättigende Brei der dich doch dann das Abendbrot vergessen ließ.Ich aß lieber Hammelfleisch, das gabs immer in großen Schüsseln gut gewürzt und schmeckte wirklich vorzüglich.
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Re: DDR - Wortschöpfungen

Beitragvon vs1400 » 20. Februar 2012, 20:57

hallo Rainer,

ich sagte doch nur das dieser begriff dort auch bekannt war.
ich sagte meist nur einfach knispel.

gruß vs
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Das unterschiedliche Deutsch der beiden deutschen Staaten

Beitragvon augenzeuge » 31. Juli 2015, 14:32

Sprach man in der DDR ein anderes Deutsch?

Walter Ulbricht verkündete 1970 die Teilung des Deutschen in zwei verschiedene Nationalsprachen. Hat der DDR-Führer recht behalten? Es gibt noch heute feine Unterschiede im Ost-West-Wortschatz.

Der Ossi nennt den Supermarkt eher Kaufhalle und die Region eher Territorium, für ihn ist das Metallgefäß voller Bier eine Büchse und keine Dose.


Aber es gab auch Widerstand gegen Ulbrichts sprach-isolationistisches Dogma....

http://www.welt.de/kultur/article134125 ... utsch.html

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Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon Interessierter » 6. September 2017, 08:33

Bayerisch, Schwäbisch, Hessisch, Sächsisch. Der deutsche Sprachraum ist reich an regionalen Dialekten. Auch die vier Jahrzehnte andauernde politisch-geografische Teilung Deutschlands in Deutsche Demokratische Republik (DDR) und Bundesrepublik Deutschland (BRD) hinterließ bei der sprachlichen Entwicklung Spuren. Obwohl es eine gemeinsame Schriftsprache gibt, fällt Ossis und Wessis die Verständigung untereinander oftmals schwer. In diesem Beitrag erfahren Sie, inwiefern sich das Ostdeutsche vom Westdeutschen unter-scheidet.

Bild

Politisch gewollte sprachliche Abgrenzung


Die DDR-Staatspartei SED wollte auf ihrem Hoheitsgebiet ein sozialistisch eingefärbtes Deutsch etablieren. Trotz der ideologischen Bemühungen unterschieden sich Zeitungsjargon und politische Reden jedoch sehr stark vom privaten Sprachgebrauch. Linguisten schätzen die Zahl der abweichenden Wörter und Wortbedeutungen zwischen DDR und BRD auf 800 bis 3.000 Begriffe. In absoluten Zahlen sind das 1,8 bis 3 Prozent des gesamten Vokabulars. Bis heute haben nur wenige überlebt. Zur vollständigen sprachlichen Einheit kommt es aber wahrscheinlich erst in der nächsten Generation.

Unterschiedliche Bedeutung derselben Wörter

Vor allem ostdeutsche Ohren mussten sich nach der Wende an die andere Bedeutung von scheinbar banalen Begriffen gewöhnen. Wenn ein Westdeutscher am Ende des Quartals Bilanz zieht, stellt er Gewinne und Verluste gegenüber. Betagtere Bürger aus Ostdeutschland denken dabei heute noch ganz im Sinne der sozialistischen Planwirtschaft an die Übereinstimmung von Planung und Auflage. Missverständnisse traten ebenfalls bei Wörtern wie Freiheit und Bewusstsein auf. Im Osten waren sie auf das Kollektiv und im Westen auf das Individuum gemünzt. Die Sozialisation der Sprecher spiegelt sich damit auch im sprachlichen Umgang.

Gleiche Bedeutung unterschiedlicher Wörter

Die Verwendung unterschiedlicher Wörter für denselben Sachverhalt im west- und ostdeut-schen Sprachgebrauch bildet genauso hohe Hürden. Ost-Berliner erledigten ihre Einkäufe in Kaufhallen während West-Berliner das in Supermärkten taten. Nach Feierabend machte sich der Ossi eine Pulle Bier auf. Wessis tranken dagegen aus der Dose. Zum Weihnachtsfest schmückten DDR-Bürger ihre Wohnung mit einem als „geflügelte Jahresendfigur“, „Jahres-endflügelwesen“ oder „Jahresendemann“ bezeichneten Weihnachtsengel. Mit dieser skurrilen Umbenennung wollte die sozialistische Führung die christliche Bedeutung des Festes verwischen. Das löste selbst bei den meisten Menschen im Osten nur Schmunzeln und Kopfschütteln aus.

Unsere Top 10 eines deutsch – deutschen Wörterbuchs:
East German Westdeutsch
Bemme belegtes Brot
Campingbeutel Rucksack
Erdmöbel Sarg
Feierabendheim Seniorenheim
Flebben Fahrerlaubnis
Getränkestützpunkt Getränkeladen
Grüne Minna Polizeiauto
Kombinat Konzern
Niethosen Jeans
Untertrikotagen Unterwäsche

Fazit

Im Laufe der vierzigjährigen Teilung der beiden deutschen Staaten hat sich auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zum Verdruss der politischen Führung keine eigene Sprache heraus-gebildet. Einzelne Wörter und deren Bedeutung wichen in den beiden Landesteilen jedoch stark voneinander ab. Einige davon haben bis heute überlebt.

http://www.centralberlin.de/blog/westde ... e/?lang=de

Ich weiß ja nicht, hat man in der DDR wirklich " Erdmöbel " anstatt " Sarg " gesagt? [denken]
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Re: Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon steffen52 » 6. September 2017, 11:09

Also erstens sind die Ausdrücke gewisser Dinge auf bestimmte Dialekte ausgerichtet. Z.B. Bemme ist halt sächsisch und in anderen Bundesländern(Thüringen, Berlin ) u.s.w.
wurde es nicht gesagt. Auch Brötchen(sächsisch Brötel), Semmel oder Schrippe immer Region bestimmt. Also alles so zu verallgemeinern ist Schwachsinn. Das Wort Erdmöbel
wurde maximal im Scherz gesagt, aber nicht im normalen Sprachgebrauch. Frage mich immer welcher Schlaukopf solche dinge vom Stapel lässt??? [laugh]
Gruß steffen52
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Re: Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon icke46 » 6. September 2017, 12:15

Interessierter hat geschrieben:(....)
Unsere Top 10 eines deutsch – deutschen Wörterbuchs:
East German Westdeutsch
(...)
Flebben Fahrerlaubnis
(...)
Grüne Minna Polizeiauto



Bei manchen Worten versucht man scheinbar auf Teufel komm raus einen Ost-West-Unterschied hervorzukitzeln. So ist das Wort Fleppe für den Führerschein bzw. Ausweispapiere auch im Westen durchaus bekannt, so bezeichneten die Walzgesellen ihre Ausweispapiere. Passender wäre schon Fahrerlaubnis contra Führerschein.

Genauso ist es mit der grünen Minna. Damit wurde oder wird umgangssprachlich ein Gefangenentransporter bezeichnet (im Westen). Ob man im Osten damit jedes Polizeiauto bezeichnete, wage ich mal zu bezweifeln.

Fazit: Es gibt durchaus unterschiedliche Begriffe, auch heute noch, nur als Beispiel Kaufhalle - Supermarkt. Da hätte man auf die beiden obigen und auch auf die Bemme, wie im vorherigen Beitrag erwähnt, durchaus verzichten können.
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Re: Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon pentium » 6. September 2017, 16:14

Alles schon mal dagewesen! Hier nun eine Zusammenlegung der drei Themen über die Deutsch-Deutsche-Sprachverwirrung zu einem Thema, egal ob es sie nun gibt oder nicht, also die Sprachverwirrung!

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Re: Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon augenzeuge » 14. Februar 2019, 17:07

Eben gefunden.....fragt ein Ausländer auf German Language Stack Exchange... [grins]

(gleich auf deutsch)

Warum sächselt Erich Honecker, obwohl er aus dem Saarland kommt?


In allen Reden und Interviews, die ich kenne, spricht Erich Honecker mit einem scheinbar ostdeutschen Akzent (Entschuldigung, wenn 'Sächseln' nicht ganz korrekt ist. Ich weiß nicht viel über ostdeutsche Akzente und die Unterschiede und Feinheiten das haben sie bestimmt.)

Laut dem Wikipedia-Artikel wurde er jedoch in Neunkirchen (Saar) geboren, wo er seine gesamte Kindheit und Jugend verbrachte. Wahrscheinlich ist diese Zeit normalerweise der Zeitpunkt, zu dem Ihr Akzent definiert ist und dieser Ort ungefähr so ​​weit vom Osten entfernt ist, wie es nur geht.

Warum spricht er dann mit einem ostdeutschen Akzent?

Die einzige Erklärung, die ich habe, ist, dass die Übernahme von lokaler Farbe ein politischer Akt in der DDR war, als Differenzierung vom Westen. [laugh]

Ist das richtig?


Antwort: Der sächsische und der saarländische Dialekt ähneln sich einfach.....
Un dann hann isch’s gefròòt, ob’s noch Luschd hätt. – Ei nää! (Dann fragte ich sie, ob sie noch Lust habe. – Nein!)

https://german.stackexchange.com/questions/2743/warum-sächselt-erich-honecker-obwohl-er-aus-dem-saarland-kommt

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Re: Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon pentium » 14. Februar 2019, 17:26

Im Saarland werden sowohl rheinfränkische als auch moselfränkische Dialekte gesprochen, welche alle zum Westmitteldeutschen zählen.
Ich kann da keine Gemeinsamkeiten zu irgendeinen sächsischen Dialekt erkennen. Den merke, es gibt nicht den sächsischen Dialekt!
https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekte_im_Saarland
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Re: Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon augenzeuge » 14. Februar 2019, 17:34

Ich kann da keine Gemeinsamkeiten zu irgendeinen sächsischen Dialekt erkennen.

Doch, wenn du sie regelmäßig hörst, stellst du Gemeinsamkeiten fest.

Auch die Siebenbürger Sachsen sprechen einen dem Moselfränkischen eng verwandten Dialekt, Siebenbürgisch-Sächsisch.


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Re: Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon pentium » 14. Februar 2019, 17:41

augenzeuge hat geschrieben:
Ich kann da keine Gemeinsamkeiten zu irgendeinen sächsischen Dialekt erkennen.

Doch, wenn du sie regelmäßig hörst, stellst du Gemeinsamkeiten fest.

Auch die Siebenbürger Sachsen sprechen einen dem Moselfränkischen eng verwandten Dialekt, Siebenbürgisch-Sächsisch.


AZ


Ja, ist ja logisch. Die Herkunftsgebiete der Siedler lagen größtenteils in den Gebieten der damaligen Bistümer Köln, Trier und Lüttich (heute also zwischen Flandern, Wallonien, Luxemburg, Lothringen, Westerwald und Hunsrück bis hinein ins Westfälische). Ein Teil der Siedler (in Nordsiebenbürgen) kam auch aus Bayern. Der Hauptanteil stammte allerdings aus dem Mittelrheinischen und Moselfränkischen.

...
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Re: Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon Spartacus » 14. Februar 2019, 19:03

Laut dem Wikipedia-Artikel wurde er jedoch in Neunkirchen (Saar) geboren


Verschwörungstheorie ein.

Die STASI wahrscheinlich Mielke höchstpersönlich haben den Erich ausgetauscht.

Verschwörungstheorie aus.

[flash] [flash]

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Re: Gleiche Sprache, aber unterschiedliche Ausdrücke

Beitragvon Edelknabe » 14. Februar 2019, 19:22

Nur mal als Bsp. Gute 18 Monate bei die Fischköppe an der Elbe, der Elbgrenze, meine Susanne meinte dann immer" du sprichst irgendwie anders....wars dann hochdeutsch?" Und das waren nur kurze 18 Monate? Der Erich war aber viel, viel länger Wahlberliner...Gott nee nicht nur diese Preußen in ihrer Wandtlitzenklave, da hatte der Sachse damals schon sinngemäß schlechte Laune so "ständig die große Fresse und wenig dahinter".

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