Davon haben wir nichts gewusst!

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933–1945)

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Nostalgiker » 6. Mai 2025, 12:45

augenzeuge hat geschrieben:Jetzt weiß ich, warum die US Serie Holocaust nur im Westen ausgestrahlt wurde. Im Osten war das laut Edelknabe bekannt. [flash] Das stimmt leider nicht, Rainer.

Informiert war man im Osten nicht besser, aber einseitiger. Man vermittelte, dass alle Nazis in den Westen geflohen waren und die DDR lauter ehemalige Widerstandskämpfer sind.

AZ


Das ist so nicht ganz richtig.
Das die US Serie Holocaust nicht im DDR Fernsehen ausgestrahlt wurde hatte sicher ganz pragmatische Gründe. Da sowieso alle die es empfangen konnten West schauten, warum sollte die DDR dann auch noch knappe Devisen für den Ankauf einer Fernsehserie ausgeben?

Ob nun nach 1945 alle Nazis aus der sowjetisch besetzten Zone in die Westzonen geflohen waren ist eine Vermutung.
Dadurch das sich erst die SBZ und dann die spätere DDR zu einem antifaschistischen Staat entwickelten und wir uns als Staatsvolk auf einmal auf der Seite der Befreier, SU, und damit der Sieger wiederfanden war es nicht vonnöten irgendwas was die NS Zeit und die Verstrickung des deutschen Volkes darin aufzuarbeiten oder kritisch zu hinterfragen. Wir waren automatisch auf der sicheren, auf der richtigen Seite. Und da hinterfragt man nicht.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 6. Mai 2025, 15:09

Hierüber wird sicher der Rainer freuen:

Die deutsche Vergangenheit in deutschen Schulbüchern einst und jetzt • Auszüge einer Untersuchung der Zeitschrift Polityka


DDR
Dem Entstehen des sozialistischen deutschen Staates lag die These von seinen antifaschistischen Wurzeln zugrunde. Nach diesem Mythos waren die Naziverbrecher auf der anderen Seite der Grenze, unter den Westdeutschen, zu finden. Die DDR-Bürger galten offiziell als Opfer des Faschismus. Die Frage der deutschen Verantwortung für die Kriegsverbrechen wurde auf der Grundlage der marxistischen Theorie des Klassenkampfes behandelt. Ein Beispiel dafür ist eine Passage aus einem Schulbuch aus dem Jahre 1952 für die achte Klasse:

»Die Hauptschuldigen an all dem Grauen und an den Zerstörungen, die Deutschland der Welt und schließlich sich selbst bereitet hat, waren die Kapitalisten (…). Auf Anregung der Kapitalisten hat die Nazi-Partei Deutschland in den Krieg geführt, das Volk belogen, betrogen und terrorisiert, um seinen Friedenswillen zu zerstören.«....Im Bewusstsein der Jugend wurde also die Überzeugung genährt, dass die Deutschen als Volk nicht nur für den Zweiten Weltkrieg nicht verantwortlich sind, sondern dass sie auch dessen Opfer sind. Ein auf diese Weise gebildetes kollektives Gedächtnis befreite die Deutschen aus der DDR von der Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen.


Schulbücher in Westdeutschland
Während in der DDR vor allem »der antagonistischen Gesellschaftsklasse« die Schuld gegeben wurde, wies man in der BRD die Rolle des Schuldigen einer kleinen Gruppe von Naziführern zu.
In den fünfziger Jahren wurde die Frage der Verantwortung für die Kriegsverbrechen vor allem aus dem Blickwinkel der Verluste dargestellt, die die deutsche Zivilbevölkerung in Folge des Krieges erlitten hatte. Die fleißigen Schüler konnten gar den Eindruck gewinnen, dass es das Schuldproblem gar nicht gäbe, wenn die Deutschen diesen Krieg gewonnen hätten und vor allem wenn das deutsche Volk keine Verluste erlitten hätte. Charakteristisch ist folgende Passage aus einem Schulbuch aus dem Jahre 1957 (Geschichtliches Werden):

»Die Opfer, die das deutsche Volk in dem von Hitler verursachten Krieg bringen musste, waren schrecklich (...). Für die Wirtschaft war urbarer Boden im Osten verloren (...). Millionen Kriegsgefangene blieben in der Hand der Sieger.«

Im Jahre 1960 erschütterte der deutsche Philosoph Karl Jaspers die öffentliche Meinung durch eine Äußerung, in der er die Teilung Deutschlands als gerechte Strafe für die Herbeiführung des Krieges bezeichnete und die Schuld für das Geschehene den Deutschen selbst gab. Diese Äußerung war der Beginn der Offenlegung der Wahrheit über die Verbrechen des Dritten Reiches.

Aus einem Schulbuch, Fach Geschichte
»Es lässt sich nicht leugnen, dass das deutsche Volk in seiner Mehrheit sich von Hitlers Versprechen blenden ließ und tatenlos zusah, wie das Recht mit Füßen getreten wurde.« (Geschichte, 1973).
https://www.kulturforum.info/de/kk-maga ... geschichte

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 6. Mai 2025, 15:43

Gut gefunden Jörg, du hast dem Rainer eine diebische Freude gemacht. Aber mal schräger Humor beiseite, denn ich habe etwas gefunden was mich heute selber verwunderte. Ich suchte nach Auschwitz im "MEYERS NEUES LEXIKON" von 1963(erschienen in der DDR) und fand unter A wie Auschwitz den Hinweis auf O wie Oswiecim. Dort unter O kamen erst Hinweise zu Stadt und Umfeld selber und dann erst, was dort ab 194o errichtet wurde. Dies aber dann sehr detailliert, und zwar mit Baulichkeiten für was und warum und Opferzahlen. Noch etwa auffälliges, es wird nicht einmal das Wort Juden erwähnt, eher Menschen, Häftlinge.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 6. Mai 2025, 16:32

Die makabren Details des minutiös bürokratisch geplanten und quasi industriell betriebenen Massenmordes wird die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht gewusst haben, selbst viele der Opfer die jahrelang zuvor schon ausgeplündert und entrechtet wurden, die bereits Gerüchte über Orte wie Auschwitz und Treblinka gehört hatten, konnten sich so etwas nicht vorstellen, einfach weil das Ausmaß der Barbarei das Vorstellungsvermögen übertrifft.

Wer aber Augen zu sehen und Ohren zu hören hatte, der hat von 1933-1938 und dann erst recht seit Beginn des Krieges viele Gelegenheiten gehabt, Ereignisse mitzubekommen, die zumindest ahnen ließen, das es so etwas gab.

Von den ersten Boykotten gegen jüdische Geschäfte und Betriebe 1933 über faktische Berufsverbote, die Kollegen, Nachbarn, Bekannte, Mitschüler, etc., etc. trafen, über die Nürnberger Gesetze 1935, die Novemberpogrome 1938, als alle Deutschen Zeugen wurden wie Synagogen brannten und vielerorts Leute ganz offen umgebracht wurden, die Kennzeichnung durch den gelben Stern in Deutschland und den besetzten Gebieten und der Beginn des Mordens 1939 in Polen und der Beginn der Shoah mit dem Unternehmen Barbarossa. An der Ostfront müssen viele deutsche Soldaten etwas mitbekommen haben, und das Morden war durchaus ein Gesprächsthema in Offizierskasinos, wie Ernst Jünger in seinen Tagebuchberichten erwähnt.

SD und Gestapoberichte bedauerten 1943, dass sich die Empörung über die Morde von Katyn an polnischen Offizieren in Grenzen hielt, weil die meisten wussten, dass die deutschen Judenmassaker diese Verbrechen Stalins bei weitem übertrafen. Nachbarn, Mitschüler wurden erst jahrelang ausgegrenzt und ausgeplündert und waren irgendwann völlig verschwunden. Das es nichts Gutes bedeuten konnte, wenn Menschen "evakuiert" und "deportiert" wurden, wenn sie "im Osten" zum "Arbeitseinsatz" kommen sollten. Vom ersten Tag an gab es in Nazideutschland Konzentrationslager. Man drohte sich ganz offen mit Orten wie Dachau (Halt´s Maul, sonst kommst du nach Dachau) oder Buchenwald. Jedem war bewusst, dass Konzentrationslager etwas fürchterliches bedeutete. Sicher, viele Sozialdemokraten, Gewerkschaftler, Kommunisten wurden auch wieder freigelassen, manche nach Wochen, andere nach Monaten oder Jahren wieder frei. Dass aber Leute oft ohne Urteil und wegen Bagatelldelikten weggesperrt wurden, dass das Recht instrumentalisiert und vergewaltigt wurde, wusste jeder Deutsche, Jeder hat in jeder beliebigen deutschen Kleinstadt mitbekommen, dass gerne politische Gegner durch die Stadt geführt, verächtlich gemacht und misshandelt wurden. Alle Deutschen haben in ihrer Heimatgemeinde die Synagogen brennen sehen, haben all die vielen Gemeinheiten mitbekommen, das hässliche feixen, das begleichen von alten Rechnungen, das anzeigen von Nachbarn, das heimliche denunzieren, das mitmachen, das mitplündern. Natürlich haben da nicht alle mitgemacht, viele, viele hatten Unbehagen dabei. In fast jeder beliebigen deutschen Stadt waren es keine auswärtigen bösen Nazis, die wie Außerirdische über Deutschland kamen, es waren ganz normale Leute, es waren die Nachbarn, die Mitbürger von nebenan, mit denen viele Juden früher gut ausgekommen waren, mit denen man gefeiert hatte.

Manche Soldaten brachten Beutegut aus Polen mit, manche Angehörige freuten sich über Pelze oder Schmuck, Beutegut, das Juden weggenommen wurde mit der Bemerkung "die brauchen das nicht mehr."
Wer einmal ein arisiertes Grundstück günstig gekauft oder einen Betrieb übernommen hatte, der stellte keine Fragen mehr nach dem Verbleib von Mitbürgern und Nachbarn, der war´s zufrieden, wenn die rechtmäßigen Besitzer nicht mehr wiederkamen und der wünschte sich auch keine Diskussion darüber wie es soweit kommen konnte.
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Ari@D187 » 6. Mai 2025, 18:11

augenzeuge hat geschrieben:[...]

»Die Opfer, die das deutsche Volk in dem von Hitler verursachten Krieg bringen musste, waren schrecklich (...). Für die Wirtschaft war urbarer Boden im Osten verloren (...). Millionen Kriegsgefangene blieben in der Hand der Sieger.«
[...]
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 6. Mai 2025, 18:39

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:[...]

»Die Opfer, die das deutsche Volk in dem von Hitler verursachten Krieg bringen musste, waren schrecklich (...). Für die Wirtschaft war urbarer Boden im Osten verloren (...). Millionen Kriegsgefangene blieben in der Hand der Sieger.«
[...]
https://www.kulturforum.info/de/kk-maga ... geschichte

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Ja, doch. So war das.

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Klar Hitler war schuld....
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 7. Mai 2025, 07:38

Na Mann Ari Einer muss es aber auch gewesen sein. Gerade weil doch der normale Deutsche nix davon gewußt hatte. Der Großstadtbewohner hatte sich nur gewundert das da ab und an irgend eine deutsche Großstadt in Schutt und Asche sank. Wenn diese Aussage nicht so makaber, dann wäre die direkt lustig. Deswegen eure Vertriebenenverbände im Westen die damals nie Ruhe gaben. Wo sind die denn überhaupt alle abgeblieben? Oder hat so gut betuchter deutscher Adel beim Polen mittlerweile alles zurück gekauft, mit seiner fetten DM? Jetzt kommt das alles wieder hoch, ich fasse es nicht.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 7. Mai 2025, 08:21

Mal weiter im Text zu gestern. Ehrlich Männer, ich erkenne ja meine geliebte DDR gar nicht wieder. Gestern weiter gesucht unter Konzentrationslager in "MEYERS NEUES LEXIKON aus 1963 und wieder lese ich nichts von Juden nein, nur von Millionen Häftlingen, Opposition, einheimischer Bevölkerung usw? Dazu gibt es noch ne ordentliche Karte wo die Vernichtungslager unterstrichen dargestellt sind, nur befanden die sich alle im Osten. Keine Rede von Juden, Zigeunern noch? Vielleicht müssten wir mal die Frage klären, warum das in dem Lexika so beschrieben wurde?

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon ratata » 7. Mai 2025, 09:41

Bernd hat geschrieben:Na ja Kollege Edelknabe , von den Folterern sind auch allerhand in Bettchen verschieden die in der DDR standen und die von der Ostfront mit richtig Dreck am Stecken sind auch nicht alle in den Westen gezogen.
Ganz so wie Du das gern hättest ist es ja nun auch nicht gewesen.
In diesem Sinne , Druschba...lach

Wer hat denn die NVA in der DDR mit aufbauen, geholfen .Wer wohnte denn in Dresden .
Ich bin auf dem Dorf groß geworden. Im Dorf lebte ein Frau , zu meiner Zeit um die 40 Jahre , sie hat immer von ihrer Mutter öffentlich , erzählt . Ihre Mutter ist in der Gasanstalt umgekommen. Unter Gasanstalt war hier im Dorf , die im 10 km Bernburg vorhandene ehemalige Euthanasie Anstalt gemeint, wo geistig behinderte Menschen vergast ,wurden .
Es hat niemand im Dorf weiter über die Erlebnisse des 2 Weltkrieges erzählt. Er wurde über die Zeit vor 1945 , 1952 nichts erzählt. Als im Fernsehen Sonntags der Film . "Soweit die Füße tragen ",lief ,wurden wir Kinder zig mal ermahnt , kein Wort darüber zu erzählen .
Als ich in NVA Uniform im Dorf erschien , da hat mein Vater , zum ersten Mal über seine Erlebnisse etwas erzählt. leider ist er 1975 schon verstorben. Mein Schwiegervater hat viel über seine Erlebnisse erzählt , nur im engsten Familienkreis . Sie hatten alle Angst vor den Russen und die Verschleppung nach Sibirien . Was die Soldaten, die aus russischer Gefangenschaft kamen, erzählten , wollte niemand erleben .


Meine Mutter war mit 23 Jahren als Wehrmachtsangestellte in Alten Grabow . Hier gab sie den Gefangenen zig mal etwas Brot zum Essen. Bis eines Tages ihr jemand sagte ,sie sollte das sofort unterlassen , sonst wird sie Abgeholt. Von den Juden die sie als Kind in MD besuchte , die am großen Silberberg in Wohnwagen lebten , erzählte sie auch manchmal, bekam zu Hause prügel , wenn ihr Vater es erfuhr . Eines Tages waren sie alle weg. IN Lager wurde ihnen erzählt , sind sie gekommen. Mehr wurde damals nicht gesprochen . MfG ratata
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 7. Mai 2025, 11:40

Extra für dich ratata, weil du den Paulus zur Sprache brachtest.

""Textauszug aus "Namen für Rossoschka", Schicksale aus Stalingrad,

30. Januar 1943, etwa 14 Uhr, also nur noch zwei Stunden, dann ist der Tag herum und wir leben noch. Vielleicht ist das der Letzte. Bestimmt aber der letzte Tag, an dem hier in Stalingrad-Mitte Widerstand geleistet wird.Was heißt da Widerstand....

Ein Junge von 17 Jahren, mit dem letzten Ersatz in den Kessel gekommen, fragt mich, ob man sich nicht lieber erschiesen sollte? Ich rate ihm zu warten, man könne immer noch sterben. Selbst bin ich auch nicht so ganz klar, was besser ist. Denn russische Gefangenschaft....

So verläuft diese Nacht. Ein paar mal müssen wir in die Stellung, aber es ist blinder Alarm. Auch der Russe weiß, wie es mit uns steht. Dann kommt der Morgen. Wir besetzen unsere Ruinen. In den Kellern wollen wir uns denn doch nicht totschlagen lassen. Lust zu einem heroischen Widerstand, bis keiner mehr lebt, haben wohl die wenigsten. Aber auch dieser Befehl würde befolgt werden.

Jetzt beginnen die Schießereien wieder, doch sie bricht bald ab, als ein russischer Panzer mit weißer Fahne erscheint. Die Offiziere verhandeln.Es wird bekannt, Paulus habe das Feuereinstellen befohlen, er will kapitulieren.Nun geht alles ganz schnell. Wir sind wie benommen. Plötzlich sind überall Russen, sie sehen prächtig wohlgenährt in ihrer ledernen Winterbekleidung aus, jeder Mann eine Maschinenpistole, sie strahlen über den Sieg.

Welch ein Gegensatz zu uns, die wir ja nur Schatten unserer selbst sind, verhungert, dreckig und verlumpt. Ich stehe immer noch unschlüssig und überlege gerade, ob es Sinn hat, noch schnell die Waffen zu zerstören, da spricht mich der Junge von heute Nacht an: "Ich will aber doch nicht in Gefangenschaft." Damit geht er ein paar Schritte weiter und erschießt sich, ehe wir überhaupt wissen, worum es geht. Er bleibt nicht allein.

Nun sind aber auch die Russen schon bei uns. Wir sollen zum Roten Platz gehen.Oh, sie sind höflich, denn noch immer ist die Kapitulation nicht unterschrieben. Auf dem Roten Platz kommen hunderte deutscher Landser zusammen, die aus den verschiedenen Verstecken auftauchen.Um uns kreisen immer mehr Russen wie Hunde um eine Schafherde.Doch sie sind anständig, Verteilen Zigaretten und Verpflegung,die sie erbeuteten.

Es ist alles wie in einem Wachtraum. Man fühlt sich völlig unbeteiligt und das Leben erscheint wie ein Film. Es ist ein wundervoller Wintermorgen geworden, die Luft ist kristallklar und die Sonne malt im Gegensatz zu den roten Mauern der Ruinen blaue Schatten in den Schnee, wie es eben nur in Russland möglich ist.Ich wundere mich selbst, das ich fähig bin, so etwas zu beobachten.

Aber der Verstand denkt überhaupt nur noch in Nebensächlichkeiten. Die plötzliche Entspannung war zu stark. Aber es ist immerhin ja auch etwas Neues, dass man seit Monaten mal wieder einfach auf der Strasse in der Sonne stehen kann.Wir warten eine Stunde, vielleicht auch zwei. Die Kameraden werden unruhig, dann kommt Paulus. Die Kapitulation ist nun unterschrieben.

Der General muss an uns vorbei. Er ist in tadelloser Uniform mit allen Orden und Abzeichen, hinter ihm sein Adjutant, beide todbleich. Die Soldaten hassen diesen Mann, der von ihnen am meisten verantwortlich gemacht wird für alles Unglück, und doch grüßen sie ihn mit einem letzten stummen Stillstehen. Warum grüßen sie nur? Es gilt nicht diesem Mann, sondern sie stehen still,wie sie es schon so manches Mal an dem offenen Grab eines gefallenen Kameraden getan haben. Es ist der Gruß am eigenen offenen Grab.

Paulus versteht das nicht. Er bringt es fertig, leicht zu lächeln, grüßt mit der Hand, steigt in den bereitstehenden russischen PKW. Der russische General folgt, der Wagen fährt ab. Sein Geschick hat nichts mehr mit dem unseren zu tun. Was wird das nun bringen?
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 7. Mai 2025, 11:54

Nicht schon wieder....
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 7. Mai 2025, 12:04

Das stimmt Pentium nur ich bin nun einmal so aufgewachsen. Es bleibt erst etwas hängen im Hinterkopp, wenn man es oft genug wiederholt. Denn bei uns in der Familie hieß es öfters "hast du wieder nicht zugehört Rainer" und richtig, ich hatte ganz anderes im Sinn.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 7. Mai 2025, 12:10

Edelknabe hat geschrieben:Das stimmt Pentium nur ich bin nun einmal so aufgewachsen. Es bleibt erst etwas hängen im Hinterkopp, wenn man es oft genug wiederholt. Denn bei uns in der Familie hieß es öfters "hast du wieder nicht zugehört Rainer" und richtig, ich hatte ganz anderes im Sinn.

Rainer Maria


Und was bringt es dir, wenn du diesen Auszug oder dieses Zitat hier jedes mal auf das Stichwort "Paulus" einstellst, ich sehe da keinen Sinn....Was willst du mit diesem Zitat dem Forum mitteilen?
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon ratata » 7. Mai 2025, 12:58

Bernd hat geschrieben:
Na ja Kollege Edelknabe , von den Folterern sind auch allerhand in Bettchen verschieden die in der DDR standen und die von der Ostfront mit richtig Dreck am Stecken sind auch nicht alle in den Westen gezogen.
Ganz so wie Du das gern hättest ist es ja nun auch nicht gewesen.
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@Pentium , das ist doch der Grund , das Edelknabe vom Paulus schrieb. Ich merke hier im Forum langsam , vorausgeschriebene Texte werden nicht gelesen . Nun zum Edelknabe , Als ich 16 Jahre war und in Lehrausbildung stand , lernte ich in der Zentralwerk, ehemalige deutsche Soldaten kennen , die mit 19 .bis 30 Jahre alt waren , als sie an den verschiedenen Frontabschnitten kämpfen mussten . einer davon wurde in Stalingrad mit 19 Jahren als Verwundeter mit einer der letzten Flieger ausgeflogen , Arme und Füße verkrüppelt. So musste er für sein Lebensunterhalt und seine Familie arbeiten . Er bekam keine Invalidenrente .
Alle übrigen die sich an den Gesprächen in der Mittagspause vom Krieg beteiligten , erlebten die schrecklichen Jahre zu Friedenszeiten in der russischen Gefangenschaft. Mein Bekannter diente unter Rommel in Afrika , geriet in Gefangenschaft , lebte einige Zeit in San Francisco , bis nach Kriegsende dieser schreckliche Rückführung nach angeblich Deutschland geschah. kam zum Glück nicht in russische Gefangenschaft, landete in englische Gefangenschaft , aber als Hilfe auf einen großen Bauernhof. . Ist dir das bekannt, das deutsche Kriegsgefangene von den Engländern und Amerikanern an die Russen ausgeliefert wurden . MfG ratata
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 7. Mai 2025, 15:21

Mann oh Mann ratata, dazu hatte ich doch meinen Vater. Der Mann(Jahrgang 1924) war nun einmal erzählfreudiger wie deiner und ich nehme heute an, diese gut 5 Jahre Kriegsgefangenschaft bei die Sowjets, die war wohl "seine Schule des Lebens." Wenn ich nämlich jetzt den Text über ihn noch einmal bemühe schreibt der Pentium wieder "Nicht schon wieder." Ich rechnete einmal, also in Anfang 1942 eingezogen, dann im Südabschnitt der Ostfront zugebracht und Ende August 1944 in Rumänien in Gefangenschaft gekommen. Und diese insgesamt 8 Jahre mit viel Glück überlebt. Der Mann hatte soviel Massel, man glaubt es kaum. Und deinen Text habe ich schon gelesen, keine Bange nur wenn ich diesen mit den Erzählungen meines Vaters vergleiche, dann gibt es da einfach keine großen Unterschiede.

Entschuldige ratata nur meine Lehrzeit sah auch nur nicht anders wie deine aus, zumindest was die Arbeitskollegen mit den unterschiedlichsten Biografien betraf. Und Kriegsversehrte lebten in unserem Leipziger Viertel mindestens..... wenn nicht noch mehr. Dazu ging mein Vater viel zu zeitig (1987) aber das lag bestimmt nicht an seinen erlebten Kriegszeiten, sondern an seiner verdammten Raucherei, die noch verbunden mit einem gesundheitsschädlichem Arbeitsplatz.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Ari@D187 » 7. Mai 2025, 17:53

Edelknabe hat geschrieben:Extra für dich ratata, weil du den Paulus zur Sprache brachtest.

""Textauszug aus "Namen für Rossoschka", Schicksale aus Stalingrad,
[...]
Jetzt beginnen die Schießereien wieder, doch sie bricht bald ab, als ein russischer Panzer mit weißer Fahne erscheint. Die Offiziere verhandeln.Es wird bekannt, Paulus habe das Feuereinstellen befohlen, er will kapitulieren.Nun geht alles ganz schnell. [...]
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So verbreiteten sich die Gerüchte an der Front. Paulus kapitulierte nicht, sondern ließ sich als Privatperson festnehmen:

Der Generalfeldmarschall will auf einmal mit dem Krieg nichts mehr zu tun haben. Er erklärt sich zur Privatperson und sagt, er könne als Gefangener der Sowjets den noch immer eingeschlossenen deutschen Soldaten keinen Befehl zur Kapitulation erteilen.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 7. Mai 2025, 18:00

Paulus setzt auf einen schnellen Vormarsch mit hochmobilen Panzerverbänden und will die Kräfte auf eine rasche Einnahme Moskaus konzentrieren.

Damit hätte er womöglich Erfolg gehabt. Aber Hitler hat ihn daran gehindert.

AZ
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 7. Mai 2025, 18:05

augenzeuge hat geschrieben:
Paulus setzt auf einen schnellen Vormarsch mit hochmobilen Panzerverbänden und will die Kräfte auf eine rasche Einnahme Moskaus konzentrieren.

Damit hätte er womöglich Erfolg gehabt. Aber Hitler hat ihn daran gehindert.

AZ


Womit wir wieder beim Thema wären...?
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Ari@D187 » 7. Mai 2025, 18:07

So, jetzt mal Butter bei die Fische!

Inspiriert von diesem Thread, habe ich mal geschaut, welche und wieviele Synagogen 1938 betroffen waren. Dabei war ich überrascht von der Anzahl und von den Orten, welche eine Synagoge besassen.
Hier in der Gegend hätte ich z.B. auf Mainz, Wiesbaden, Frankfurt getippt. Jedoch waren viel kleinere Ortschaften dabei, auch wenn die Synagogen dabei wohl meist nur aus einem kleinen Raum in einem Haus bestanden.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 7. Mai 2025, 18:13

Die Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen soll einen möglichst vollständigen Überblick über die Zerstörung von Synagogen in der Zeit des Nationalsozialismus geben. Soweit möglich, ist der Grad und Umstand der Zerstörung angegeben.

Beim Zentralrat der Juden in Deutschland schreibt Salomon Korn: „Zu Beginn der Dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts gab es auf dem Gebiet des damaligen Deutschen Reiches etwa 2.800 Synagogen und Betstuben. In der Nacht vom 9. November 1938 sowie in den darauf folgenden Tagen und Nächten zerstörten nationalsozialistische Trupps über 1.400 Synagogen und Betstuben. Weitere jüdische Gotteshäuser wurden in den folgenden Jahren „arisiert“, zweckentfremdet oder abgerissen.“[1]

Einige Synagogen blieben baulich nahezu unverändert erhalten. Doch nur wenige dieser Synagogen wurden bislang als Kultraum wieder hergestellt, für eine museale oder öffentliche Nutzung umgebaut oder sogar komplett rekonstruiert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... _Synagogen
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 7. Mai 2025, 18:40

Wenn ich das so lese hatten wir im Osten es irgendwie nicht so mit den Juden? Dagegen diese "Hörmas" aus NRW meine Fresse, das ist ja ähnlich wie heute mit die Muslime, so richtig dicke Freunde? Liegt das an deren Menschenschlag?

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 7. Mai 2025, 19:10

Edelknabe hat geschrieben:Wenn ich das so lese hatten wir im Osten es irgendwie nicht so mit den Juden? Dagegen diese "Hörmas" aus NRW meine Fresse, das ist ja ähnlich wie heute mit die Muslime, so richtig dicke Freunde? Liegt das an deren Menschenschlag?

Rainer Maria


Wie kommst du auf solche Ideen? Die Politik der DDR in Bezug auf Israel hatten wir doch schon besprochen....Im Osten? Ich weiß jetzt nicht wie viele Juden den Holocaust in Schlesien oder Ostpreußen überlebt haben.
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 8. Mai 2025, 08:26

Das stimmt Pentium, ich hatte es nur falsch formuliert, hätte Sachsen schreiben sollen. Oder eben Berlin.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 8. Mai 2025, 16:58

Unglaublich! Der DLF gab heute in einer Sondersendung Tipps, wie man rausbekommt, was Oma und Opa für eine Verantwortung im Krieg hatten.

Der Opa kämpfte an der Ostfront, die Ur-Oma ließ Zwangsarbeiter auf ihrem Hof schuften: Welche Verantwortung trugen die eigenen Vorfahren ...??


Natürlich bietet sich sofort ein Historiker an, der ein Geschäft machen will.
https://www.present-past.net/#/

Die sind meist lange tot und können dazu nichts mehr sagen. Aber Leute wie z.B. Bernd brauchen ihre Aussage gar nicht. Die sind von ihm längst schuldig gesprochen worden. [angst]

https://www.deutschlandfunk.de/familie- ... t-100.html

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Ari@D187 » 8. Mai 2025, 17:53

Nun, in Deutschland dürfte mittlerweile eine selbstauferlegte Kollektivschuld vorherrschen. Das hat sich so in den letzten ca. 35 Jahren so entwickelt.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Ari@D187 » 11. Mai 2025, 13:15

pentium hat geschrieben:Was wussten die Deutschen über die Ermordung der Juden? Was wussten die Deutschen vom Holocaust? [...]
Peter Longerich • Davon haben wir nichts gewusst! Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933 -1945 • Siedler• 2006 • 400 Seiten

https://www.perlentaucher.de/buch/peter ... wusst.html

....

Was hätte dieser Peter Longerich wohl einer Margot Friedländer erzählt? Sie lebte bis 1944 mitten in Berlin und gibt an von der Vernichtung der Juden erst eine Woche vor Befreiung des Gettos Theresienstadt, bzw. eine Woche vor Kriegsende erfahren zu haben.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 11. Mai 2025, 18:20

Mal sehen, was Berndi dazu sagt. [flash]

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 12. Mai 2025, 08:11

Bei allem Respekt und Ehre für Frau Friedländer , ihre Aussage ist leider nicht representativ zu mal die Frau in Berlin im Untergund lebte und ihr soziales Umfeld daher extrem eingeschränkt war.
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon karnak » 12. Mai 2025, 08:25

Natürlich wusste jeder Deutsche in dieser Zeit wie die Haltung des Regimes zu den Juden war, wird Ausschreitungen gegen diese auf den Straßen und das Niederbrennen von Synagogen erlebt, einen Blick in den Stürmer geworfen haben. Das wirkliche Wissen um eine industrielle Vernichtung in gigantischen Lagern für eine breite Masse der Bevölkerung sollte aber schon noch mal etwas anderes sein. Das wurde ja , wie andere Verfolgung, nicht offen zelebriert oder propagiert, es unterlag im Gegenteil strenger Geheimhaltung. Ich befürchte nicht mal die Alliierten konnten sich das ganze Ausmaß bis zum Besetzen der Konzentrationslager so wirklich vorstellen.
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 12. Mai 2025, 08:32

Die Alliierten sollen relativ früh Kenntnis gehabt haben.
Wollten es aber nicht wahr haben.
Etwa 2 Millionen Juden wurden von SS , Polizeibattalionen , Wehrmacht in der Ukraine erschossen.
Da waren im lauf der Jahre Hundertausende ganz normale Deutsche direkt und indirekt beteiligt.
Die Informationen wurden massenhaft ins Reich getragen.
Bernd
 

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