Die Straßen von Hamburg sind einmal mehr Schauplatz einer politisch motivierten Gewalteskalation geworden, die in ihrer feigen Brutalität und Skrupellosigkeit fassungslos macht. In der Nacht zu Sonntag wurden in Barmbek-Nord friedliche Fußballfans, die in einer Darts-Kneipe an der Hellbrookstraße das Länderspiel zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste verfolgt hatten, Opfer eines gezielten und massiven Hinterhalts. Auf der Fuhlsbüttler Straße stürmten mindestens 30 vermummte Täter auf die ahnungslose Gruppe los. Mit Schlagstöcken, Reizgas und Messern bewaffnet, prügelten sie auf die Fans ein. Zwei Opfer mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Schlachtruf der Angreifer, der durch die Nacht hallte und die abscheuliche Tat ideologisch rechtfertigen sollte, lautete: „Nazi-Schweine“.
Es bedarf keiner großen kriminalistischen Fantasie, um das Täterprofil zu erkennen. Der Staatsschutz ermittelt völlig zu Recht. Was sich in dieser Nacht in Barmbek-Nord entladen hat, ist blanker, linksextremer Terror auf offener Straße. Doch während die Täter im Schutz der Dunkelheit flüchten konnten, drängt sich die weitaus unbequemere Frage auf: Wie konnte es so weit kommen, dass in der Hansestadt extremistische Schlägertrupps völlig ungeniert auf offener Straße Jagd auf normale Bürger machen, die lediglich einen Fußballabend verbracht haben?
Die Antwort liegt in einer jahrelangen, fatalen politischen Verharmlosung begründet. Wer die Entwicklungen in Hamburg über Jahrzehnte nüchtern betrachtet, erkennt ein systematisches Muster der Nachsichtigkeit gegenüber linksextremer Gewalt durch weite Teile der rot-grünen Stadtregierungen und ihrer Verbündeten in der Linkspartei. Linke Gewaltstrukturen werden in dieser Stadt seit Jahren mit Samthandschuhen angefasst. Zentren der linksautonomen Szene, in denen der Hass auf den Rechtsstaat kultiviert wird, werden oft als kulturelle Freiräume verklärt oder politisch geduldet, anstatt sie als das zu behandeln, was sie de facto sind: Keimzellen der Radikalisierung. Spätestens seit den Gewaltexzessen rund um den G20-Gipfel ist die zerstörerische Energie dieser Szene schonungslos offengelegt worden. Gezogen wurden die dringend notwendigen harten Konsequenzen daraus jedoch nicht.
Man stelle sich für einen Moment das mediale und politische Beben vor, wenn das ideologische Vorzeichen ein anderes gewesen wäre. Hätten 30 vermummte Rechtsextremisten eine Gruppe von Menschen vor einer Kneipe mit Messern und Knüppeln angegriffen, gäbe es bereits am nächsten Morgen bundesweite Sondersendungen. Lichterketten würden organisiert, Politiker aller Fraktionen würden sich in Betroffenheitsbekundungen und der Forderung nach der vollen Härte des Gesetzes überbieten. Und das völlig zu Recht – denn jeder extremistische Angriff ist ein Frontalangriff auf unsere freiheitliche Ordnung. Doch wenn die Täter von links kommen und ihre Opfer willkürlich als „Nazi-Schweine“ markieren, um ihre blinde Zerstörungswut moralisch aufzuladen, bleibt der große, parteiübergreifende Aufschrei der etablierten Politik bemerkenswert leise.
Diese offenkundige Doppelmoral ist ein toxisches Signal für die innere Sicherheit. Sie suggeriert den Tätern, dass ihre Gewalt – solange sie sich den Anstrich des vermeintlich „guten Zwecks“ gibt – am Ende doch irgendwie nachvollziehbar oder zumindest weniger verwerflich sei. Das ist genau der Nährboden, auf dem eine paramilitärisch anmutende Truppe von 30 Gewalttätern glaubt, ungestraft in der Nacht mit Messern und Schlagstöcken zuschlagen zu können.
Es reicht nicht aus, dass nun der Staatsschutz die Akten anlegt. Die politische Führung dieser Stadt muss sich der Realität stellen. Der Rechtsstaat darf nicht länger auf dem linken Auge erblinden. Gewalt ist durch absolut nichts zu rechtfertigen, schon gar nicht durch eine selbsternannte antifaschistische Gesinnung, die sich in der Praxis als reiner Faschismus der Tat entpuppt. Wer Menschen auf der Straße auflauert, sie politisch diffamiert und mit tödlichen Waffen attackiert, ist kein politischer Aktivist. Er ist ein gemeingefährlicher Schwerverbrecher. Es wird höchste Zeit, dass die Verantwortlichen in Hamburg diese Täter auch exakt so behandeln – mit der vollen Härte des Strafrechts, ohne ideologische Scheuklappen und endgültig ohne Samthandschuhe.
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